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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2021

Düstere, atmosphärische, ergreifende Graphic Novel – mit liebenswürdigen Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen! ♥

Sweet Tooth Deluxe Edition
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Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Eine tödliche Seuche bricht aus und rafft den Großteil der Menschheit dahin – gleichzeitig werden plötzlich Hybriden geboren, Mischwesen aus Mensch und Tier. Gus bekommt ...

Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Eine tödliche Seuche bricht aus und rafft den Großteil der Menschheit dahin – gleichzeitig werden plötzlich Hybriden geboren, Mischwesen aus Mensch und Tier. Gus bekommt von diesem Chaos nichts mit. Behütet und abgeschirmt wächst der Hirsch-Hybride mit seinem Vater in einem Wald auf. Dieser warnt ihn immer wieder vor den Gefahren, die außerhalb des Waldes lauern und beschwört ihn, diesen unter keinen Umständen zu verlassen.

Doch als auch der Vater erkrankt und stirbt, bleibt Gus alleine zurück. Nur wenig später dringen Hybriden-Jäger in den Wald ein und verfolgen Gus. Im letzten Moment wird er von einem brutalen und geheimnisvollen Mann gerettet, der ihm verspricht, ihn an einen sicheren Ort zu bringen. Aber kann Gus ihm wirklich vertrauen? Er muss es riskieren und verlässt zum ersten Mal in seinem Leben den Wald. Eine Reise voller Gefahren beginnt…

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Band #1 einer dreibändigen Comic-Reihe
Erzählweise: Ich-Erzähler, Präsens
Perspektive: männliche Perspektive
Kapitellänge: keine Einteilung in Kapitel, sondern in die einzelnen Comic-Hefte, die in diesem Band enthalten sind
Tiere im Buch: - Tiere und Tiermenschen werden im Buch verletzt, gequält und getötet. Teilweise sogar auf sehr grausame Weise.
Triggerwarnung: Tod von Tieren, Tod von Menschen, Gewalt, Gewalt gegen Frauen, Gewalt gegen Kinder, sexualisierte Gewalt, Alkohol, Blut, Verletzungen, Trauer, psychische Krankheiten, Suizid, Trauma, Folter;
Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): NICHT bestanden!

Warum dieses Buch?

Ich hatte gerade die erste Folge der neuen Netflix-Serie begonnen, als ich herausfand, dass es dazu eine Comic-Vorlage gibt. Als vorbildliche Vielleserin wollte ich mir die natürlich pflichtbewusst noch schnell vorher zu Gemüte führen.

Meine Meinung

Fesselnd, emotional & ergreifend (Geschichte: 5 Lilien ♥)

Am Anfang hielten sich sowohl meine Begeisterung als auch meine Erwartungen in Grenzen, was wohl vor allem an den gewöhnungsbedürftigen Illustrationen lag. Mit jeder weiteren Seite wurde ich allerdings mehr in Gus‘ Endzeit-Welt hineingezogen. Die spannende, wendungsreiche Geschichte hat mich nach einer Weile emotional nicht länger kaltgelassen und begann, einen starken Sog auf mich auszuüben, sodass ich den ersten Band schon am ersten Abend fast ganz durchgelesen hatte. Überraschend tiefgründig behandelt der Autor Themen wie Trauer, Verlust, Freundschaft, den oft hohe Preis fürs Überleben und die Frage, was überhaupt noch zählt, wenn man alles verloren hat. „Sweet Tooth 1“ enthält sowohl schockierende Horror-Szenen und trostlose, bittere Augenblicke als auch herzergreifende, stille Momente voller Wärme, Liebe und Zuversicht – und somit alles, was ein grandioser Endzeit-Roman braucht! Für mich ist das Buch daher ein absolutes Jahreshighlight und ein neues Lieblingsbuch, das für immer einen Platz in meinem Regal und Herz haben wird.

Gib mir mein Herz zurück! (Protagonist: 5 Lilien ♥, Figuren: 5 Lilien ♥)

Ich konnte das Buch irgendwann nicht mehr zur Seite legen, und zwar weil ich wissen MUSSTE, wie es den liebevoll ausgearbeiteten Figuren, die sich mit jeder Seite mehr in mein Herz geschlichen haben, weiter ergeht. Ich habe mit ihnen mitgefühlt, mitgefiebert und mitgelitten wie selten zuvor mit fiktionalen Menschen, hätte sie oft am liebsten durch die Buchseiten umarmt. Jeder ihrer Verluste wurde zu meinem Schmerz, jeder ihrer Triumphe löste innere Jubelschreie in mir aus! Besonders der liebenswürdige Protagonist Gus und der kleine, süße Bobby, der nicht richtig sprechen kann, weil es ihm aufgrund seines Aussehens niemand je richtig gelernt hat, haben es mir total angetan. Mein Herz, Leute, mein Herz! Kurz: So geht Charakterentwicklung! Da könnten sich einige Autor·innen eine große Scheibe von Jeff Lemire abschneiden.

Düsterer, blutiger, besser als die Netflix-Serie (Atmosphäre & Spannung: 5 Lilien ♥)

Seit ich die Comic-Vorlage gelesen habe, wirkt die Netflix-Serie auf mich wie ein fader, langweiliger, harmloser Abklatsch der großartigen Originalgeschichte. Die Graphic Novel ist düsterer, blutiger, brutaler, trostloser und enthält mehr Horror-Elemente – und genau das macht die dichte Atmosphäre, den Charme und die Besonderheit dieser Comic-Serie aus! Man hat die Geschichte bei der Adaption kindgerechter gemacht, viel Gewalt gestrichen und Zuversicht addiert. Bekommen hat man ein modernes Märchen, das zwar ein größeres Publikum erreicht, der bedrohliche Charakter des Originals ging dabei allerdings irgendwo auf dem Weg verloren, was ich sehr traurig und schade finde. Ich habe die Netflix-Serie daher nach 5 Folgen abgebrochen und werde mich stattdessen weiterhin an Jeff Lemires Comics halten. Fans der Serie „The Walking Dead“ (die bedrohliche Atmosphäre ist ähnlich) und allen, denen die Serie auch nur ein wenig beeindrucktes „Naja“ entlockte, kann ich nur raten, dasselbe zu tun.

Gewöhnungsbedürftig, aber wirkungsvoll (Illustrationen: 4 Lilien)

Den Zeichenstil des Autors fand ich am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, weil die Einzelbilder (auch wegen der gedeckten und düsteren Farbpalette) sehr trostlos, teilweise leer und auf den ersten Blick vielleicht sogar lieblos wirkten. Nach wenigen Seiten habe ich jedoch erkannt, dass genau diese Illustrationen perfekt zur ebenfalls oft hoffnungslosen Welt passen und es Jeff Lemire gerade damit perfekt gelingt, diese bedrohliche Grundstimmung zu erzeugen. Besonders gut gefallen hat mir, dass oft ganz nah an die Gesichter herangezoomt wird, um den Leser·innen die intensiven Gefühle darin zu zeigen. Sehr gerne mochte ich auch die vereinzelten ganzseitigen Bilder mit vielen Details, die die Struktur etwas auflockern.

Männerüberschuss (Feminismus: 2 Lilien)

In „Sweet Tooth“ gibt es durchaus ein paar starke weibliche Figuren (und auch Geschlechterstereotype werden teilweise gebrochen). Das Problem: Sie sind nur in den Nebenrollen zu finden und bekommen viel weniger „Screentime“ als die männlichen (= Zeit auf der Leinwand / im Buch). Fast alle wichtigen Charaktere (auch die Antagonisten) sind männlich und reden dementsprechend die meiste Zeit miteinander, wodurch die Frauen oft außen vor sind. Dieser „Männerüberschuss“ führt auch dazu, dass Band 1 den Bechdel-Test leider nicht besteht. Hoffentlich wird das im zweiten Band besser, da muss sich im Comic-Genre wirklich noch viel tun! Auch viel Gewalt gegen Frauen gibt es im Buch – diese wird allerdings (immerhin) ausnahmslos kritisiert und verurteilt. Da mich das Buch in allen anderen Aspekten auf ganzer Linie überzeugt hat, drücke ich dieses Mal ausnahmsweise ein Auge zu und ziehe keine Sterne ab.

Mein Fazit

„Sweet Tooth 1“ ist eine düstere, atmosphärische, herzergreifende Endzeit-Graphic-Novel, die auch euch fesseln und berühren wird und deren liebenswürdige Figuren sich auch schnell in euer Herz schleichen werden. Für mich ist „Sweet Tooth 1“ jedenfalls ein absolutes Jahreshighlight und Herzensbuch! Daher gibt es von mir eine große Leseempfehlung für alle Fans von „The Walking Dead“, Endzeit-Romanen und generell guten Geschichten! Unbedingt lesen!

Bewertung

Idee: 5 Lilien ♥
Inhalt, Themen, Botschaft: 5 Lilien ♥
Umsetzung: 5 Lilien ♥
Worldbuilding: 5 Lilien ♥
Einstieg: 4 Lilien
Ende: 5 Lilien ♥
Schreibstil: 5 Lilien ♥
Illustrationen: 4 Lilien
Protagonist: 5 Lilien ♥
Figuren: 5 Lilien ♥
Spannung: 5 Lilien ♥
Wendungen: 5 Lilien ♥
Atmosphäre: 5 Lilien ♥
Emotionale Involviertheit: 5 Lilien ♥
Feministischer Blickwinkel: 2 Lilien
Einzigartigkeit / Chance, dass ich das Buch nie vergessen werde: sehr hoch

Insgesamt:

❀❀❀❀❀♥ Lilien

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lilien und ein Herz – und somit den Lieblingsbuchstatus!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.12.2021

Beklemmende, emotional mitreißende Jugenddystopie am Puls der Zeit! Jahreshighlight! ♥

All that's left
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Beklemmende, emotional mitreißende Jugenddystopie am Puls der Zeit! Jahreshighlight! ♥

Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Hitze, Orkane, Seuchen. Im Jahr 2059 ist die Erde kaum noch bewohnbar. Alleine ...

Beklemmende, emotional mitreißende Jugenddystopie am Puls der Zeit! Jahreshighlight! ♥

Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Hitze, Orkane, Seuchen. Im Jahr 2059 ist die Erde kaum noch bewohnbar. Alleine und einsam lebt die 15-jährige Mariana seit dem Verschwinden ihrer Eltern vor 3 Wochen in einem sicheren Haus. Als ein Gleichaltriger einbricht, freundet sie sich mit ihm an – bis er plötzlich verschwindet, um nach weiteren Überlebenden zu suchen. Für Mariana steht fest: Sie muss ihn finden – auch wenn sie dafür ihr sicheres Zuhause verlassen und sich der gefährlichen Außenwelt stellen muss…

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Einzelband (aktueller Stand)
Erzählweise: Ich-Erzählerin, Präsens
Perspektive: weibliche Perspektive
Kapitellänge: lang bis sehr lang
Tiere im Buch: - Im Buch sterben einige Tiere oder werden verletzt: Heuschrecken fressen sich gegenseitig auf, Schnecken werden getötet, um sie zu essen, ein Vogel fliegt gegen eine Scheibe und stirbt, Zootiere werden für Nahrung geschlachtet. Ein Gorilla wird aus einem Fenster geworfen (16. Stock) und stirbt. Ein Hund wird gequält und verletzt, aber überlebt.
Triggerwarnung: Tod von Tieren, Tod von Menschen, Gewalt, Gewalt gegen Frauen, sexualisierte Gewalt, Alkohol, Drogen, Blut, Verletzungen, Trauer, psychische Krankheiten, Suizid, Trauma;
Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden!
Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: Miststück, Schla+++, Hu++

Warum dieses Buch?

Dieses Mal waren es das wunderbare Cover und der spannende Klappentext (ich liebe ja Dystopien), die in mir den Wunsch geweckt haben, dieses Buch zu lesen. Außerdem gab es zur Zeit der Lektüre noch so gut wie keine Rezensionen dazu – das machte mich natürlich zusätzlich neugierig.

Meine Meinung

Das hat mir gefallen…

… der Schreibstil. Zugegeben: Am Anfang hatte ich meine Probleme mit dem ungewöhnlichen Schreibstil. Sarah Raich verwendet hauptsächlich kurze Hauptsätze, die mich eine oberflächliche Geschichte erwarten ließen, und Jugendsprache, die ich zu Beginn nervig fand. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass „All That’s Left“ eine Dystopie mit Tiefgang ist und dass diese Rastlosigkeit, die der Schreibstil beim Lesen in einem auslöst, perfekt zur innerlich ruhelosen Protagonistin passt, die wie ein einsamer, flatternder Vogel in einem sicheren „goldenen Käfig“ eingesperrt ist. Auch an die Jugendsprache habe ich mich gewöhnt, sodass sie mich später nicht mehr gestört hat. Mit ihrer anschaulichen Sprache, mit den lebendigen Dialogen, den authentischen inneren Monologen der Heldin, dem Humor und den toll geschriebenen, kreativen Metaphern und Vergleichen hat mich die Autorin mit jeder Seite mehr in ihren Bann gezogen, bis ich am Ende begeistert war! (5 Lilien ♥)

„Justus zwei Klassen über mir hat mal ‚killer‘ benutzt. Zwei Tage später kam er heulend vom Klo. Auf seiner Stirn und den Wangen stand mit Edding: ‚Ich bin killer scheiße.‘“ E-Book, Position 38

… die Unvorhersehbarkeit und Spannung. Marianas Wanderung durch diese leere, vertrocknete dystopische Welt wird spannend, temporeich und (emotional) mitreißend beschrieben. GERADE weil man nicht weiß, was hinter der nächsten Ecke auf die unerfahrene Heldin, die seit Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat, wartet, kann man das Buch kaum zur Seite legen! (5 Lilien ♥)

„Meine Beine kann ich bewegen. Aber sie sind so schwach. […] Als hätte jemand alle Muskeln herausgesaugt und die leere Hülle zurückgelassen.“ E-Book, Position 908

… die Atmosphäre. Sarah Raich gelingt es, in ihrer Geschichte eine beunruhigende Grundstimmung zu erzeugen. Die verdorrte Flora, die unerträgliche Hitze und die permanente Lebensgefahr, der Mariane ausgesetzt ist, lässt uns die Autorin mit allen Sinnen erleben, wodurch eine dichte Atmosphäre entsteht, man ganz in die Geschichte eintaucht und bald alles um sich herum vergisst. (5 Lilien ♥)

„Ich weiß nichts über den Rest der Welt. Ich weiß eigentlich nur, dass ich hier in diesem Haus sitze und keinen dran kriege an dieses blöde Funkgerät. Und meine Eltern sind seit drei Wochen verschwunden. […] Seitdem habe ich keinen lebenden Menschen mehr gesehen. Es könnte also auch sein, dass genau niemand mehr da ist.“ E-Book, Position 56

… die brandaktuellen Themen. Noch vor ein paar Jahren war der Klimawandel für viele Menschen eine vage, nicht richtig greifbare Gefahr in der Zukunft. Heute spüren wir bereits die ersten Auswirkungen der Klimakrise am eigenen Leib: Unkontrollierbare Waldbrände, Jahrhunderthochwasser und Ernteausfälle geben uns einen ersten Vorgeschmack darauf, was uns blühen könnte, wenn wir nicht sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Genau in dieser möglichen dystopischen Zukunft ist „All That’s Left“ angesiedelt; das Buch füttert unsere Ängste, rüttelt auf und will uns warnen. Damit hat Sarah Raich ein Jugendbuch am Puls der Zeit erschaffen, das ich sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen empfehlen kann. Neben den Auswirkungen des Klimawandels stehen auch Themen wie Erwachsenwerden, Emanzipation von den Eltern, Trauma, Überleben (und wie weit man dafür geht), Freundschaft, Depression und Einsamkeit im Fokus und werden mit Feingefühl und angemessener Tiefe behandelt. Das eine oder andere kleinere Logikloch verzeihe ich da gern. Ein interessantes Nachwort mit dem Appell, endlich aktiv zu werden, steuert die Klimaaktivistin Clara Mayer am Ende des Buches bei. Erinnert hat mich das Buch übrigens vage an die deutsche Dystopie „Wir Verlorenen“ von Jana Taysen – den ersten Band kann ich euch ebenfalls nur wärmstens ans Herz legen! (5 Lilien ♥)

„Mir läuft die Zeit weg. Oder sie bleibt stehen. […] Das Licht verändert sich von einem Moment zum anderen. Auf einmal ist es dämmrig. Ich kann nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr.“ E-Book, Position 390

… die Protagonistin. Im Zentrum der Geschichte steht eine jugendliche Heldin, die in ihrem goldenen Käfig zwar satt, sicher und versorgt ist, die aber seit dem Verschwinden ihrer Eltern einsam und auf sich gestellt ist. Nach und nach gibt sie ihre wichtigen Routinen (verschiedene Sicherheitssysteme überprüfen, Essen kochen) auf, verfällt in eine Depression und verliert ihren Lebenswillen. Mit ihren eindringlichen, anfangs noch fröhlichen, später dann deprimierten inneren Monologen (die manchmal sogar in einen Bewusstseinsstrom übergehen) hat Mariana schon auf den ersten Seiten mein Herz und mein Mitgefühl gewonnen. Man feuert sie innerlich an und fiebert mit der anfänglich naiven, aber liebenswerten Mariana mit, die zum ersten Mal seit Jahren das sichere Haus verlässt und sich den Anweisungen ihrer Eltern widersetzt – in der Hoffnung, wieder einen Sinn im Leben zu finden. Langsam erkennt sie auf ihrer Reise, wie stark sie eigentlich ist. Ich habe Mariana sehr gerne durch das Buch begleitet und sie ist mir sehr ans Herz gewachsen! (5 Lilien ♥)

… die anderen Figuren. Auch die anderen Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und sehr gut gelungen, auch wenn nicht alle sympathisch sind. Auf ihrer Reise begegnet Mariana einigen seltsamen, schrulligen, interessanten und unvergesslichen Überlebenden und muss immer wieder entscheiden, ob sie ihnen vertrauen kann oder nicht. Schließlich hat es einen Grund, warum gerade DIESE Menschen überlebt haben – manche waren oder sind noch immer bereit, für ihr Überleben weit zu gehen und einen hohen Preis zu zahlen. Beim Lesen war ich ständig neugierig, auf wen Mariana wohl als Nächstes treffen würde. (4 Lilien)

… der Feminismus. Einerseits gibt es einige starke, intelligente weibliche Figuren in diesem Jugendbuch, andererseits gibt es auch sexualisierte Gewalt und gegenderte Beleidigungen (z. B. Schla+++). Das ist vielleicht realistisch, aber ich frage mich, muss das in einem Jugendbuch wirklich sein? (4 Lilien)

Das lässt mich zwiegespalten zurück:

---

Das hat mir nicht gefallen:

… die Fake-Rezensionen. Da die Geschichte so gut ist, verstehe ich nun noch weniger, warum hier irgendjemand Fake-Rezensionen auf Lovelybooks geschrieben oder bestellt hat – das wäre nicht nötig gewesen, sondern war eher kontraproduktiv und hat in mir (und sicher auch einigen anderen Leser·innen) Skepsis und Misstrauen ausgelöst. Ich mag es gar nicht, wenn Bewertungen mit offensichtlichen Fake-Rezensionen manipuliert werden, weil es doch so wichtig ist, dass man als Leser·in Bewertungen vertrauen kann! Dieser leider immer noch weitverbreitete Glaube, dass gefälschte Rezensionen besser sind als gar keine, muss endlich aus den Köpfen raus! Bei einer Umfrage, die ich auf Instagram durchgeführt habe (@seitenseglerin), haben übrigens 100% der Lesenden angegeben, dass Rezensionen, mit denen etwas nicht zu stimmen scheint (= Fake-Rezensionen) sie eher vom Buchkauf abhalten, als wenn es zu einem Werk noch gar keine Bewertungen gibt. (0 Lilien)

Mein Fazit

„All That’s Left“ ist eine aufrüttelnde, (emotional) mitreißende, spannende, unvorhersehbare deutsche Jugenddystopie am Puls der Zeit, die ich euch nur wärmstens ans Herz legen kann. Das beklemmende Buch überzeugt auf ganzer Linie mit seinem ungewöhnlichen, aber eindringlichen Schreibstil, seiner liebenswürdigen Heldin, seinen schrulligen, interessanten Nebenfiguren, der dichten Atmosphäre und den brandaktuellen Themen. Jede Zeile ist ein wirkungsvolles (innerlichen Stress auslösendes) „Ticktack“ und ein Appell, dass wir dringend Gegenmaßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen müssen – und zwar nicht in einem Jahr, in einem Monat oder nächste Woche, sondern jetzt sofort, bevor es zu spät ist. Unbedingt lesen!

Bewertung

Idee: 5 Lilien ♥
Inhalt, Themen, Botschaft: 5 Lilien ♥
Umsetzung: 5 Lilien ♥
Worldbuilding: 5 Lilien ♥
Einstieg: 4 Lilien
Ende: 4 Lilien
Schreibstil: 5 Lilien ♥
Protagonistin: 5 Lilien ♥
Figuren: 4 Lilien
Spannung: 4 Lilien
Wendungen: 5 Lilien ♥
Atmosphäre: 5 Lilien ♥
Emotionale Involviertheit: 5 Lilien ♥
Feministischer Blickwinkel: 4 Lilien
Einzigartigkeit / Chance, dass ich das Buch nie vergessen werde: hoch

Insgesamt:

❀❀❀❀❀♥ Lilien

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lilien und ein Herz – und somit den Lieblingsbuchstatus!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2021

4,5 Sterne: Rundum gelungener, mitreißender, brandaktueller Jugendthriller!

Seeing what you see, feeling what you feel
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Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Die Schülerin Lydia macht gerade eine schwere Zeit durch: Bei einem Autounfall ist ihr kleiner Bruder gestorben, ihre Mutter versinkt in ihrer eigenen Trauer, ihr Vater ...

Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Die Schülerin Lydia macht gerade eine schwere Zeit durch: Bei einem Autounfall ist ihr kleiner Bruder gestorben, ihre Mutter versinkt in ihrer eigenen Trauer, ihr Vater hat die Familie verlassen und ihre ehemals beste Freundin mobbt sie. Nur auf einen kann sie immer zählen: auf Henry, ihre selbst entwickelte künstliche Intelligenz. Henry lernt unglaublich schnell und beginnt, sich eigenständig weiterzuentwickeln und eigene Entscheidungen zu treffen. Doch wie weit würde er gehen, um Lydia zu beschützen?

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Einzelband
Erzählweise: Ich-Erzählerin, Präsens
Perspektive: weibliche Perspektive
Kapitellänge: bis auf wenige (sehr lange) Kapitel kurz
Tiere im Buch: + Es werden im Buch keine Tiere verletzt, gequält oder getötet. Jedoch werden Tierversuche als normal und notwendig präsentiert – was nicht der Wahrheit entspricht. Für mehr Informationen zum Thema schaut unbedingt beim tollen Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ vorbei!
Triggerwarnung: sexualisierte Gewalt, Mobbing, Tod von Kindern (detaillierte Beschreibung), Tod von Menschen, Trauer, Blut, Trauma (PTBS);
Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden!
Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: Miststück, Schla+++

Warum dieses Buch?

Hier hat mich tatsächlich einmal einfach nur der Klappentext neugierig gemacht. Dieses Mal habe ich mir vor dem Lesen gar keine Rezensionen angeschaut, weil ich mich überraschen lassen wollte.

Meine Meinung

Das hat mir gefallen…

„Ganz am Anfang war er nicht mehr als eine einzige Zeile Code. Eine schlichte Sequenz, die für sich allein genommen nichts bedeutete. Dafür brauchte es Tausende weiterer solcher Zeilen. Nun, drei Jahre später, ist er ein komplexes Gespinst aus Gleichungen und Algorithmen.“ E-Book, Position 41

… der Schreibstil. Dass der vorliegende Jugendthriller das Debüt von Naomi Gibson sein soll, kann man fast nicht glauben, wenn man ihre fesselnde Geschichte liest. Die Autorin schreibt sehr flüssig und anschaulich, für ein Jugendbuch überraschend komplex (aber nicht zu kompliziert!) und verwendet vereinzelt auch gelungene, kreative Vergleiche. Auch die dynamischen Dialoge konnten mich auf ganzer Linie überzeugen. Da ist es kein Wunder, dass sich das Buch (das übrigens auch gut von Erwachsenen gelesen werden kann) unheimlich schnell weglesen und kaum zur Seite legen lässt. (5 Lilien ♥)

„Meine Mum hat sich geweigert, unser Haus zu verkaufen, nachdem Henry gestorben ist und Dad uns verlassen hat. Und so klappern wir in dem viel zu großen Gebäude herum wie die letzten beiden Tabletten in einem einstmals vollen Röhrchen.“ E-Book, Position 366

… die Unvorhersehbarkeit. Die Autorin konnte mich mit ihrer mitreißenden Geschichte und ihren unvorhersehbaren, unerwarteten Wendungen immer wieder überraschen. Dass manche Vorkommnisse nicht ganz realistisch waren, hat mich dabei nicht weiter gestört – das verbuche ich unter „künstlerischer Freiheit“. (5 Lilien ♥)

… die Spannung. Das Spannungslevel war während der Lektüre fast durchgehend sehr hoch – obwohl die Geschichte am Anfang ein paar Kapitel braucht, bis sie ins Rollen kommt. Aber spätestens ab der zweiten Hälfte konnte ich das Buch (bis zum aus meiner Sicht gelungenen Schluss) nur mehr schwer aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. (4 Lilien)

„‘Dieser Chip ist mein neues Format. Ich kann mein gesamtes Programm darauf speichern.‘ […]
‚Und den stecken wir dann in mein Handy?‘
‚Nein, den stecken wir in dich.‘“ E-Book, Position 495

… die Themen und ihre Verarbeitung. Naomi Gibson behandelt in ihrem Jugendthriller ernste Themen wie Schuld, Machtmissbrauch, Trauer, Mobbing, Einsamkeit und Rache erstaunlich tiefgründig und traut ihrem jungen Zielpublikum einiges zu, was ich sehr schätze. Auch philosophische Fragen werden altersgerecht diskutiert. Zum Beispiel: Kann eine KI Gefühle entwickeln und moralisch handeln? Welche Möglichkeiten, aber auch Gefahren bringen KIs mit sich? Und wie gefährlich ist eine KI, die beinahe allmächtig ist und von niemandem mehr gestoppt werden kann? Meiner Meinung nach würde sich das Buch auch hervorragend als Schullektüre eignen und sicher spannende Diskussionen auslösen (z. B. über Lydias Verhalten, mit dem sie immer wieder moralische Grenzen überschreitet). Doch Achtung: Der Tod von Lydias Bruder wird unerwartet detailliert, albtraumhaft und blutig beschrieben, was jüngere Leser·innen verstören könnte. Deswegen und wegen Lydias oft unmoralischem Handeln sollte die Altersempfehlung von mindestens 13 Jahren auf jeden Fall ernst genommen werden! (5 Lilien ♥)

… die Figuren. Die Figuren sind dreidimensional und liebevoll ausgearbeitet. So wird zum Beispiel aufgezeigt, wie unterschiedlich 4 Menschen mit ihrer Trauer umgehen und sogar eine Mobberin zeigt ihre verletzliche Seite, was mir sehr gut gefallen hat. (4 Lilien)

Das lässt mich zwiegespalten zurück:

… die Protagonistin. Es hat etwas gedauert, bis ich mit Lydia warm geworden bin. Das lag daran, dass sie teilweise moralisch sehr fragwürdig handelt und im Laufe des Buches immer mehr zur Bösewichtin wird. Zum Beispiel hackt sie Banken, stiehlt Geld und ändert ihre Noten in der Schuldatenbank – und das alles (zumindest am Anfang) ganz ohne schlechtes Gewissen. Trotzdem ist sie mir nach einer Weile sympathisch geworden, weil ich begonnen habe, ihre Verzweiflung, Einsamkeit, Wut und Trauer (nach dem Tod ihres Bruder und dem Auszug des Vaters) zu verstehen. Ich mochte ihre Intelligenz und ihren Erfindergeist sehr und konnte ihr schlechtes Gewissen und ihre Zweifel, die sich im Laufe des Buches zum Glück immer stärker melden, sehr gut nachvollziehen. (3,5 Lilien)

… der Feminismus. Naomi Gibson hat einige intelligente und starke weibliche Figuren in ihre Geschichte geschrieben. Allen voran natürlich die hoch begabte Programmiererin Lydia und ihre Mutter, die als Wissenschaftlerin in einem Labor arbeitet. Dass es auch vereinzelt Geschlechterstereotypen und -klischees gibt, kann ich verzeihen. Sehr problematisch finde ich hingegen das Verhalten eines Freundes von Lydia, der die Grenze zur sexualisierten Gewalt klar überschreitet, was mich beim Lesen sehr wütend gemacht hat. Zum Beispiel versucht er die Protagonistin gezielt mit Alkohol abzufüllen und so ins Bett zu bekommen (zu diesem toxischen Verhalten kann ich euch den großartigen Film „Promising Young Woman“ nur wärmstens ans Herz legen ♥) und als sie sich weigert, mit ihm zu schlafen, baut er Druck auf, bedrängt sie und wirft ihr vor, dass sie ihn zuerst „heiß gemacht“ hätte und fragt, warum sie dann überhaupt hergekommen sei. Solche Vorfälle beinahe unkommentiert stehen zu lassen, finde ich bei einem Jugendbuch extrem gefährlich! Hier wäre es wichtig gewesen, dass dieses Verhalten klar als sexualisierte Gewalt benannt und kritisiert wird! Ich kann nur hoffen, dass die Autorin inzwischen mehr Sensibilität für das Thema entwickelt hat. (3 Lilien)

Das hat mir nicht gefallen:

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Mein Fazit

Mit ihrem Debüt „Seeing What You See, Feeling What You Feel” hat Naomi Gibson einen rundum gelungenen, brandaktuellen, tiefgründigen und mitreißenden Jugendthriller vorgelegt, der auch als Schullektüre sehr gut geeignet ist und spannende Diskussionen auslösen wird. Punkten kann das Jugendbuch mit seinem angenehmen, überraschend komplexen Schreibstil, seiner Unvorhersehbarkeit, seiner Spannung, den ernsten Themen, den philosophischen Fragen und den dreidimensionalen Figuren. Zwiegespalten stand ich lediglich der oft moralisch fragwürdig handelnden Protagonistin gegenüber, und problematisch fand ich die im Buch vorkommende sexualisierte Gewalt, die nicht klar genug benannt und kritisiert wird, wofür es auch einen halben Stern Abzug gibt. Insgesamt kann ich euch (und euren jugendlichen Nichten, Söhnen und Schwestern) „Seeing What You See, Feeling What You Feel” aber guten Gewissens empfehlen – zumindest wenn ihr euch für das Thema „künstliche Intelligenz“ interessiert und beim Thema „Realitätsnähe“ ein Auge zudrücken könnt!

Bewertung

Idee: 5 Lilien ♥
Inhalt, Themen, Botschaft: 5 Lilien ♥
Umsetzung: 4,5 Lilien
Worldbuilding: 5 Lilien
Einstieg: 4 Lilien
Ende: 4 Lilien
Schreibstil: 5 Lilien ♥
Protagonistin: 3,5 Lilien
Figuren: 4 Lilien
Spannung: 4 Lilien
Wendungen: 5 Lilien ♥
Atmosphäre: 4 Lilien
Emotionale Involviertheit: 4 Lilien
Feministischer Blickwinkel: 3 Lilien
Einzigartigkeit / Chance, dass ich das Buch nie vergessen werde: mittel

Insgesamt:

❀❀❀❀,5 Lilien

Dieses Buch bekommt von mir viereinhalb Lilien!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2021

Enttäuschender 08/15-Thriller mit unsympathischem Protagonisten, wenig Spannung und (zu) viel weiblichem Leid!

Der Blutkünstler
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Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Ein Mörder geht in Deutschland um und inszeniert seine weiblichen Opfer als Kunstobjekte. Tom Bachmann, ein berühmter Profiler, soll dem BKA helfen, den Killer so schnell ...

Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Ein Mörder geht in Deutschland um und inszeniert seine weiblichen Opfer als Kunstobjekte. Tom Bachmann, ein berühmter Profiler, soll dem BKA helfen, den Killer so schnell wie möglich zu fassen, denn die Abstände zwischen den Morden werden immer kürzer…

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Band #1 einer Reihe
Erzählweise: Figuraler Erzähler
Perspektive: männliche Perspektive
Kapitellänge: kurz
Tiere im Buch: - Eine tote Katze wird beschrieben, die vor ihrem Tod gequält wurde.
Triggerwarnung: Mord von Menschen, Femizid, Blut, Gewalt, Folter, Tierquälerei, Gewalt gegen Frauen, Missbrauch, sexualisierte Gewalt, Tierquälerei, Jagd, Tod von Tieren
Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden!
Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: Schla+++, Hu++, Nu++, M+ststück

Warum dieses Buch?

Ich fand das Cover echt toll und hatte im Vorfeld nur Gutes über diesen Thriller aus Deutschland (auch was Besonderes!) gehört.

Meine Meinung

Das hat mir gefallen…

… der Schreibstil. Chris Meyers flüssiger, schnörkelloser und anschaulicher Schreibstil ist optimal für einen Thriller geeignet und führt dazu, dass sich das Buch sehr schnell und angenehm lesen lässt. (4 Lilien)

Coole Beschreibung der Pathologin: „Die rötlichen Haare hatte sie zu einem kurzen Zopf zusammengebunden, aus dem einzelne Strähnen herausgefallen waren. Sanft wiegte sie ihren Kopf zur Musik […] Ihr rechter Zeigefinger zuckte, als dirigierte sie ein imaginäres Orchester. In der linken Hand hielt sie eine menschliche Leber.“ E-Book, Position 515

… die Vergangenheit des Protagonisten. Tom Bachmann hat eine schmerzhafte, schlimme Vergangenheit, die ihn geprägt hat und die relativ tiefgründig besprochen wird. Hier hat sich der Autor etwas Kreatives und Düsteres ausgedacht, das ich so noch nirgends sonst gelesen habe! Die besondere Beziehung zu seinem alten Freund Aaron fand ich zudem sehr glaubhaft und berührend dargestellt. (4 Lilien)

… die Dialoge. Die lebendigen, temporeichen Dialoge zwischen den Polizist:innen habe ich sehr gerne gelesen. (4 Lilien)

Das lässt mich zwiegespalten zurück:

… die Atmosphäre. Manche Szenen fand ich sehr atmosphärisch und gruselig beschrieben, wie zum Beispiel den Moment, in dem eine Angestellte ihre ermordete Chefin auffindet. In anderen Momenten war dafür noch Luft nach oben, was die Atmosphäre betrifft. (3 Lilien)

„Töte Sie.“ E-Book, Position 69

Das hat mir nicht gefallen:

… der Spannungseinbruch. Im ersten Drittel steigt das Spannungsniveau noch kontinuierlich an – sobald man aber merkt, dass man hier nichts Besonderes und keine Überraschungen mehr erwarten darf, setzt Ernüchterung ein und die Spannung bricht im Mittelteil ein und kann sich bis zum Ende nicht mehr erholen. (2 Lilien)

… der Plot und die Themen. In ihrer Rezension schreibt @archer (Lovelybooks), der Thriller wirke „wie von einem Bot geschrieben“. Nach der Lektüre verstehe ich nun, wie die Person das meinte und kann ihr nur zustimmen. Dieses Buch wirkt so, als hätte jemand (der das Genre aber weder kennt noch liebt) einen Thriller nach amerikanischem Vorbild und nach strenger Anleitung geschrieben. Das Buch enthält an der Oberfläche eigentlich alles, was ein typischer Thriller braucht: grausame Morde, einen intelligenten Mörder, Ermittler mit eigenen Problemen, Ermittlungsarbeit, Wendungen und einen Showdown. Insgesamt wirkt die Geschichte aber lieblos und (für eine erfahrene Thrillerleserin) wie der Inbegriff eines 08/15-Thrillers – er ist (zumindest meiner Meinung nach) ein fader Abklatsch der tollen Krimis und Thriller aus dem amerikanischen und englischen Raum, die ich so geliebt habe. Dem „Blutkünstler“ fehlt der besondere Funke, wodurch er sich von der Flut an Krimis abhebt und im Gedächtnis bleibt. Die Lektüre ist nicht einmal zwei Wochen her und trotzdem habe ich das Gefühl, die halbe Geschichte schon wieder vergessen zu haben. Für mich ist jedenfalls definitiv nach diesem ersten Band Schluss – die Fortsetzung werde ich nicht mehr lesen. Wer einen richtig guten Thriller mit Aufsehen erregenden Morden, viel Spannung und liebevoll ausgearbeiteten Figuren lesen möchte, der sollte sich besser an Daniel Coles Thrillerreihe halten (Band 1: Ragdoll), für die gibt es von mir eine große Leseempfehlung! (2 Lilien)

„Rein statistisch ist die überwiegende Mehrheit der Serienmörder in der Altersgruppe von sechzehn bis sechsunddreißig anzutreffen.“ E-Book, Position 1380

… die Wendungen. Einer Thrillerveteranin, die schon viele großartige unerwartete Wendungen geschockt und erschüttert haben, entlocken die mittelmäßigen Twists in diesem Buch leider nur ein müdes Gähnen. Das geht besser! (1 Lilie)

… die Klischees. Ich kann einem Buch viel verzeihen, wenn es mich fesselt – Logiklöcher, fehlende Tiefe, Kitsch – aber bei Klischees hört der Spaß wirklich auf. Gegen vereinzelte Klischees habe ich ja nichts (das lässt sich auch nur schwer vermeiden), aber hier waren es für meinen Geschmack einfach zu viele. Der Profiler ist ein Frauenheld mit möchtegerncoolen Sprüchen, einer dunklen Seite und einer Leere, die nur die Mörderjagd füllen kann. Der Informatiker des BKA ist ein übergewichtiger Nerd, der den ganzen Tag Red Bull trinkt, der Mörder derart eindimensional böse, dass er genauso gut ein Bösewicht in einem Comic sein könnte. Da bin ich leider raus! (2 Lilien)

… die fehlende Tiefe. Obwohl man durchaus merkt, dass der Autor versucht, seiner Geschichte Tiefe zu verleihen (was auch in vereinzelten Momenten von Erfolg gekrönt ist), gelingt das leider über weite Strecken nicht. (2 Lilien)

… der Protagonist und die Figuren. Tom Bachmann ist einfach so ein „Unsympathler“, dass ich 90% der Zeit nur genervt von ihm war. Er verhält unempathisch und grob den Angehörigen der Toten gegenüber (absolutes No-Go!), fühlt sich allen überlegen und zeigt das mit möchtegerncoolen Sprüchen. Die Frauen, mit denen er schläft, sind ihm dermaßen egal, dass ihn nicht einmal deren Name interessiert und von einem berühmten Profiler hätte ich mir auch mehr erwartet. Viel mehr oder anderes als die anderen Ermittler:innen macht er auch nicht – ernüchternd. Die anderen Figuren blieben leider bis auf wenige Ausnahmen sehr blass und eindimensional, wodurch mir ihr Schicksal ziemlich egal war. (1 Lilie)

… das Leid der Frauen und die Misogynie. Ich bin zwar eine Feministin, aber auch eine Thrillerliebhaberin, was ohnehin oft zu einem Zwiespalt führt. Dass es in Thrillern meist um grausame Frauenmorde geht, ist mir bewusst (auch wenn ich es nicht gutheiße!) und auch gegen einzelne Kapitel aus Mördersicht habe ich nichts, wenn sie gut geschrieben sind. Aber muss man wirklich seitenlang die Folter, die Morde und das Leid der Frauen aus Sicht des Killers beschreiben? Auf mich machte das den Eindruck, als würde man sich am Leid der Frauen regelrecht ergötzen und hätte ein bisschen zu viel Spaß daran gehabt, das weibliche Leid zu schildern – nichts für ungut! Für mich war das etwas zu viel des „Guten“ – und das liegt sicher nicht daran, dass ich kein Blut oder keine Brutalität in Büchern ertragen kann. Aus feministischer Sicht finde das (und den Sexismus, der vereinzelt auftaucht) trotz einiger Pluspunkte (viele weibliche Figuren, Sexismus wird angesprochen, Geschlechterstereotypen werden gebrochen) sehr problematisch. Sehr gestört hat mich zudem, dass sich ein weibliches Opfer in einer Szene vornimmt, im Falle einer Vergewaltigung nicht zu weinen oder zu „jammern“ (was ist denn das für eine Wortwahl, bitte?), um dem Täter keine Genugtuung zu geben – ich finde, hier merkt man leider den männlichen Blickwinkel des Autors, denn ich finde das höchst unrealistisch, dass eine Frau, die Angst um Leib und Leben hat, in einem solchem Moment so denkt! (2 Lilien)

Mein Fazit

„Der Blutkünstler“ hat mich leider auf ganzer Linie enttäuscht mit seinem 08/15-Plot, seinen mittelmäßigen Wendungen, seinem unsympathischen Protagonisten, den blassen Figuren, den ausufernden Schilderungen des weiblichen Leids, den Klischees und der fehlenden Spannung. Der flüssige Schreibstil, die kreative Vergangenheit des Helden und die lebendigen Dialoge können da leider nichts mehr retten. Für Einsteiger:innen ist dieser Thriller wohl zu blutig und brutal, erfahrene Leser:innen des Genres haben schon deutlich Besseres gelesen und werden wie ich enttäuscht sein – deshalb gibt es für dieses Buch keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung

Idee: 3 Lilien
Inhalt, Themen, Botschaft: 2 Lilien
Umsetzung: 2 Lilien
Worldbuilding: 3 Lilien
Einstieg: 4 Lilien
Ende: 3 Lilien
Schreibstil: 4 Lilien
Protagonist: 1 Lilie
Figuren: 2 Lilien
Spannung: 2 Lilien
Wendungen: 1 Lilie
Atmosphäre: 3 Lilien
Emotionale Involviertheit: 2 Lilien
Feministischer Blickwinkel: 2 Lilien
Einzigartigkeit / Chance, dass ich das Buch nie vergessen werde: sehr niedrig

Insgesamt:

❀❀ Lilien

Dieses Buch bekommt von mir zwei Lilien!

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 17.08.2021

Brandaktuell, mit wichtiger Botschaft, aber langatmig und unkreativ erzählt – „Wild“ bleibt insgesamt leider hinter den Erwartungen zurück!

Wild
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Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Nur knapp überlebt die Wildtierbiologin Dr. Alex Carter einen Amoklauf: Der Schuss eines unbekannten Schützen rettet ihr im letzten Moment das Leben. Nach diesem traumatischen ...

Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Nur knapp überlebt die Wildtierbiologin Dr. Alex Carter einen Amoklauf: Der Schuss eines unbekannten Schützen rettet ihr im letzten Moment das Leben. Nach diesem traumatischen Erlebnis, wegen der Trennung von ihrem langjährigen Freund und weil sie sich schon lange nach den Bergen sehnt, nimmt sie kurzerhand eine einsame Forschungsstelle in Montana an, wo sie die Population des Vielfraßes, einer Marderart, überwachen soll. Doch die konservative Bevölkerung vor Ort macht ihr das Leben schwer. Wie weit sind diese Leute bereit zu gehen, um die Tierschützerin loszuwerden?

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Band #1 einer Reihe
Erzählweise: Figuraler Erzähler
Perspektive: hauptsächlich weibliche Perspektive, einzelne Kapitel aus männlicher Sicht
Kapitellänge: mittel
Tiere im Buch: +/- Im Buch werden Tiere verletzt und gequält. Tote Tiere werden beschrieben, aber der Sterbeprozess selbst nicht. Positiv: Die Protagonistin ist sehr tierlieb und Vegetarierin.
Triggerwarnung: Tod von Menschen, Blut, Gewalt, Folter, Tierquälerei, Jagd, Tod von Tieren
Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden!
Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: keine ♥

Warum dieses Buch?

Bei diesem Buch waren es das wunderschöne Cover und der Titel, die mich neugierig gemacht haben. Da ich den Klappentext auch interessant fand (erfrischend anderes Setting!), wollte ich mir dieses Buch nicht entgehen lassen.

Meine Meinung

Das hat mir gefallen…

… der hochspannende Prolog, der neugierig macht. Leider schürt er auch Erwartungen, die schlussendlich nicht erfüllt werden können. (4 Lilien)

„Allein in den USA sterben jährlich bis zu einer Milliarde Vögel durch Kollisionen mit Glasscherben.“ E-Book, Position 70

… die Protagonistin. Mit Alex Carter hat Alice Henderson eine starke, empathische und tierliebe Protagonistin geschaffen, die ich sehr mochte. Mutig, uneitel und pragmatisch tritt sie diese Forschungsstelle an und lässt sich auch von der lokalen Bevölkerung, die ihr viel Hass entgegenbringt, nicht so schnell einschüchtern. Alex versucht jedes Tier und jeden Menschen in Not zu retten und bringt sich dabei oft selbst in Gefahr – daher fiel es mir sehr leicht, mit dieser coolen Vegetarierin mitzufühlen und mitzufiebern! (5 Lilien ♥)

„Von schmerzhaften Trennungen einmal abgesehen, hatte sie zeit ihres Lebens ein vages Gefühl des Schmerzes verspürt, das diffuse Gefühl, dass etwas nicht stimmte oder fehlte oder dass etwas aus ihrem Leben gerissen worden war, doch sie hatte nicht gewusst, was es war. Es hatte Jahre gedauert, bis sie darauf gekommen war, dass es die Natur war, die ihr fehlte.“ E-Book, Position 1249

… das Setting und die Atmosphäre. Hoch oben in den Rocky Mountains, mitten in der Wildnis, in einer baufälligen Ski-Resort-Lodge mit grausiger Vorgeschichte, in verlassenen Liftgebäuden, in dichten Wäldern und auf steilen Berghängen entspinnt sich die Handlung dieses Thrillers. Die Autorin punktet hier mit einem erfrischend anderen Schauplatz und einer dichten Atmosphäre. (4 Lilien)

… die Themen. Brandaktuelle Themen wie Umweltschutz, Tierschutz, Trophäenjagd, das Artensterben und die Folgen des Klimawandels stehen im Mittelpunkt dieses Thrillers und werden tiefgründig behandelt, wodurch man als Leserin einiges dazulernt. Dadurch regt dieses Buch nicht nur zum Nachdenken an, sondern löst unweigerlich auch Sorge und Wut in einem aus, wenn man sieht, wie engstirnig, kurzsichtig und egoistisch die Menschheit oft ist, wenn es um den Schutz der Um- und Tierwelt geht. Da wird rücksichtslos gejagt, bebaut und die Natur ausgebeutet, was ich sehr traurig finde. (5 Lilien ♥)

„Vielfraße galten als äußerst kampflustig, hatten einen furchterregenden Ruf. Obwohl sie im Durchschnitt nur 15 Kilo wogen, waren sie imstande, Grizzlybären abzuwehren […] “ E-Book, Position 769

… die Botschaft. Am Ende des Buches findet sich zudem eine weitere wichtige Botschaft: Die Autorin, die selbst als Rangerin in einem Wildtierreservat arbeitet, will mit diesem Buch darauf aufmerksam machen, dass die Population des Vielfraßes in Amerika aktuell stark zurückgeht, dass er aber trotzdem noch immer nicht auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere aufgenommen wurde – was sich dringend ändern muss. Zudem macht Alice Henderson konkrete Vorschläge, wie man dem Popularionsrückgang entgegenwirken könnte. Auch hilfreiche Literaturtipps und Links zu Vielfraß-Projekten, an denen man ehrenamtlich mitwirken kann, stellt die Autorin für Interessierte bereit. (5 Lilien ♥)

„Menschliche Jäger erlegen zumeist die gesündesten und prächtigsten Exemplare. Die traurige Wahrheit ist, dass es Ihnen Spaß macht, Tiere zu töten. […] Wäre Ihnen wirklich an der Gesundheit des Waldes gelegen, würden Sie ihr Möglichstes tun, um für eine gesunde Raubtierpopulation zu sorgen, und nicht bei jeder Gelegenheit auf Raubtiere schießen.“ E-Book, Position 1412

… die überraschenden Wendungen. „Wild“ kann bis zu seinem gelungenen Ende mit einigen unerwarteten Wendungen punkten, die mich überzeugen konnten. (4 Lilien)

… der Feminismus. Ein großes Lob gibt es dafür, dass es im Buch überhaupt keine gegenderten Beleidigungen gibt, was leider (!) eine absolute Seltenheit ist. Immer wieder werden zudem Geschlechterstereotype gebrochen, z. B. durch die Protagonistin Alex Carter, die sich mit Autos, Waffen und dem Überleben in der Wildnis auskennt und sich immer wieder selbst rettet, anstatt gerettet zu werden. Nicht so gut gefallen hat mir allerdings das unausgeglichene Geschlechterverhältnis. Mehr weibliche Figuren wären hier wünschenswert gewesen. (4 Lilien)

Das lässt mich zwiegespalten zurück:

… die Vernachlässigung mancher Aspekte. Manche Aspekte erscheinen am Beginn der Geschichte sehr wichtig, spielen dann aber bis zum Ende des Buches keine Rolle mehr – als wäre darauf vergessen worden. Möglicherweise werden diese Dinge ja in den Folgebänden (die ich aber nicht lesen werde) ja wieder zentraler, aber in diesem Auftaktband hätte man sie genauso gut auch weglassen können. (3 Lilien)

… die Dialoge. Die oft hölzernen, konstruiert wirkenden Dialoge ließen mich leider nie vergessen, dass ich hier gerade ein Buch lese. Jedoch schienen sie im Laufe der Geschichte besser zu werden (oder habe ich mich einfach nur daran gewöhnt?). (3 Lilien)

… die Übersetzung. Ich werde es nie verstehen, warum man bei der Übersetzung wahllos englische Begriffe nicht übersetzt (z. B. High Tops). Ein deutsches Buch sollte jede und jeder ohne zu googeln verstehen, auch Leute, die im Englischen nicht so bewandert sind – sonst könnten sie den Thriller ja gleich auf Englisch lesen. Zudem ist eine Frau kein Vegetarier, sondern eine VegetarierIN, was mir als Feministin sehr wichtig ist. (3 Lilien)

Das hat mir nicht gefallen:

… der Schreibstil. Nicht überzeugen konnte mich hingegen der Schreibstil, der durch die vielen gleichen Satzanfänge (teilweise beginnen 5 Sätze oder mehr hintereinander mit „sie“, was man so leicht vermeiden hätte können!) etwas lieblos wirkt. Hier hätte ich mir mehr Bemühen um sprachliche Abwechslung und mehr Kreativität gewünscht. Gut gefallen haben mir hingegen die anschaulichen und atmosphärischen Naturbeschreibungen, die genau im richtigen Maß eingesetzt wurden, und die faszinierenden Tierbegegnungen. Übrigens wird es bei den Beschreibungen von Verletzungen und Tod stellenweise überraschend blutig und brutal – deshalb gibt es von mir an dieser Stelle eine Triggerwarnung. (2 Lilien)

… die Figuren. Bis auf die Protagonistin und wenige andere Ausnahmen sind gefühlt 90% der Figuren in diesem Thriller furchtbar unsympathisch. Alex kam mir manchmal vor wie die einzige rationale, normal denkende Person mit Gewissen in einem Haufen von Idioten (und das ist noch nett formuliert). Sie tat mir stellenweise echt leid, dass sie sich mit solchen Leuten herumschlagen muss. Am allerschlimmsten fand ich jedoch ihren sexistischen, arroganten und egozentrischen (Ex-)Freund. Nicht nur einmal wollte ich Alex schütteln und ihr zuschreien: Lass dir das doch nicht gefallen, sondern sag ihm mal ordentlich die Meinung und trenn dich endlich von ihm! (2 Lilien)

… die Spannung. Leider konnte das Potential einer starken Idee nicht ausgeschöpft werden, denn es dauert lange, bis die Handlung nach dem Prolog in Schwung kommt. Obwohl der Plot eigentlich interessant ist, empfand ich diesen Thriller aufgrund der ausufernden Erklärungen der Protagonistin (z. B. zum Fallenbau) stellenweise als unheimlich zäh und langatmig – auch in objektiv spannenden Momenten. Es gab nur wenige Stellen, die ich als tatsächlich als spannend geschrieben empfand – doch die können den Gesamteindruck leider nicht retten. (2 Lilien)

Mein Fazit

Brandaktuell, mit wichtiger Botschaft, aber auch langatmig und mit wenig Kreativität (viele gleiche Satzanfänge!) erzählt - meine hohen Erwartungen konnte dieser Thriller leider nicht erfüllen. Die Stärken des Buches (Protagonistin, Setting, Themen) und seine Schwächen (Schreibstil, Spannung, Figuren) halten sich die Waage, daher gibt es von mir nur eine bedingte Leseempfehlung. Wer die Wildnis und die Natur liebt, aber keinen großen Wert auf den Spannungsbogen legt, kann diesem Thriller aber durchaus eine Chance geben und wird vermutlich Gefallen daran finden, gemeinsam mit Alex durch die Berge zu streifen.

Bewertung

Idee: 5 Lilien ♥
Inhalt, Themen, Botschaft: 4 Lilien
Umsetzung: 3 Lilien
Worldbuilding: 5 Lilien ♥
Einstieg: 5 Lilien
Ende: 4 Lilien
Schreibstil: 2 Lilien
Protagonistin: 5 Lilien ♥
Figuren: 2 Lilien
Spannung: 2 Lilien
Atmosphäre: 4 Lilien
Emotionale Involviertheit: 4 Lilien
Feministischer Blickwinkel: 3 Lilien
Einzigartigkeit / Chance, dass ich das Buch nie vergessen werde: niedrig

Insgesamt:

❀❀❀ Lilien

Dieses Buch bekommt von mir drei Lilien!

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