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Veröffentlicht am 29.07.2020

Magisch, poetisch und komplex

Das sternenlose Meer
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Mit „Das sternenlose Meer“ legt Erin Morgenstern einen Einzelband vor, der vor allem jene Leser begeistern dürfte, die anspruchsvolle Literatur mit Fantasy Elementen mögen. Man darf sich auf ein Werk freuen, ...

Mit „Das sternenlose Meer“ legt Erin Morgenstern einen Einzelband vor, der vor allem jene Leser begeistern dürfte, die anspruchsvolle Literatur mit Fantasy Elementen mögen. Man darf sich auf ein Werk freuen, das in eine unglaubliche Welt voller Geschichten entführt.

"TIEF UNTER DER ERDOBERFLÄCHE, fernab von Sonne und Mond, am Ufer des sternenlosen Meers, liegt eine labyrinthartige Ansammlung von Tunneln und Räumen, die voller Geschichten sind. Geschichten, die in Büchern stehen, in Einweckgläsern stecken und an Wände gemalt sind."
Zitat aus "Das sternenlose Meer" von Erin Morgenstern, Seite 11.

Die besondere Stärke dieses Werkes liegt in Erin Morgensterns poetischen Schreibstil. Märchenhafte Beschreibungen untermauern die Magie und den Zauber der literarischen Fantasiewelt. Es ist fast unmöglich, sich der Schönheit des poetischen Schreibstils zu entziehen. Erin Morgenstern webt Worte zu Magie und haucht den von ihr erschaffenen Geschichten mit Leichtigkeit Leben ein. Die Autorin versteht sich jedoch nicht nur auf die Schönheit der Worte, sondern lässt aus vielen kleinen Geschichten nach und nach ein interessantes Gesamtbild entstehen. Magische und wunderschöne Szenen wechseln sich mit sehr ruhigen Sequenzen ab. Die Autorin nimmt sich viel Raum für Details und malerische Beschreibungen. Dieses Werk dreht sich um Geschichten in Geschichten und Türen, die an längst vergessene Orte führen.

"Auf dem Grund eines von Sternen beschienenen Meers, in den Ruinen einer versunkenen Stadt, liegt eine Tür. (...) In einer Wüste liegt eine Tür voller Sand. Die Details auf ihrer verwitterten, steinernen Oberfläche werden mit der Zeit von den Sandstürmen zerstört. (...) Es gibt alle möglichen Türen an allen möglichen Orten."
Zitat aus "Das sternenlose Meer" von Erin Morgenstern, Seite 83.

Der Fokus liegt weniger auf einer straff gespannten Spannungskurve, sondern auf den eindringlichen Bildern, die diesen Fantasyroman zum Leben erwecken. Erin Morgenstern verwebt geschickt kleine Geschichten in die Hauptgeschichte. Erst nach und nach erschließt sich dem Leser der Zusammenhang. "Das sternenlose Meer“ ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss und für das man viel Zeit und Ruhe beim Lesen mitbringen sollte. Obwohl zu Beginn nicht viel passiert, ist die Geschichte sehr komplex. Der Aufbau des Buches gestaltet sich recht anspruchsvoll und fordert einiges an Geduld vom Leser. Dieses Buch ist ein Werk, auf das man sich nicht nur einlassen muss. Der Leser muss sich der Geschichte völlig hingeben können, denn die von Erin Morgenstern erschaffene Welt entzieht sich oft jeglicher Logik und die Geschichte führt teilweise über verworrene Pfade. Leider werden am Ende nicht alle losen Fäden zusammengeführt und es bleiben einige Fragen offen.

"Das sternenlose Meer“ ist ein magischer Roman, in dem Geschichten und Poesie miteinander verschmelzen. Poetisch und wunderschön geschrieben haucht Erin Morgenstern den von ihr erschaffenen Geschichten mühelos Leben ein. Die Autorin überzeugt mit opulenten Beschreibungen und verwebt fantasievolle Elemente zu einem vielschichtigen, magischen Werk. Von mir gibt es für dieses wundervolle Werk 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2020

Lesenswertes Finale mit kleinen Schwächen

Der Schwarze Thron 4 - Die Göttin
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Mit „Die Göttin“ kommt die spannende High Fantasy Reihe „Der Schwarze Thron“ zum Abschluss. Kendare Blake hat eine spannende Reihe erschaffen, die durch eine düstere Welt und facettenreiche Charaktere ...

Mit „Die Göttin“ kommt die spannende High Fantasy Reihe „Der Schwarze Thron“ zum Abschluss. Kendare Blake hat eine spannende Reihe erschaffen, die durch eine düstere Welt und facettenreiche Charaktere zu gefallen weiß. Den Leser erwartet im vierten Band ein grausames Finale im Kampf der königlichen Schwestern.

Kendare Blake verfügt über einen fesselnden und einnehmenden Schreibstil, der die von ihr erschaffene Welt lebendig werden lässt. Die Autorin haucht der von ihr erschaffenen Welt mit Leichtigkeit Leben ein. Den Leser erwarten ein paar überraschende Momente und unerwartete Verluste. Dieser finale Band setzt auf viele Gefahren, die die Schwestern bestehen müssen. Dramatische Wendungen lassen die Hauptfiguren - und den Leser - ordentlich leiden.

"»Das hilft mir kein bisschen«, entgegnete Mirabella, »wenn sie alle sterben.«
»Es ist nicht so simpel, wie du es darstellst. Als gekrönte Königin kann man nicht immer einfach zwischen Richtig und Falsch wählen. (…) Du hast auch so manches Opfer auf dem Gewissen.«"
Zitat aus "Der Schwarze Thron - Die Göttin" von Kendare Blake, Seite 85.

Am liebsten würde ich jetzt sagen: Das große Finale steht den ersten beiden Bänden in nichts nach und kommt genauso fantastisch und aufregend daher. Doch leider hängt die Spannungskurve in diesem finalen Band immer wieder leicht durch. Die Autorin setzt auf das Ganze gesehen mehr auf Strategie, als auf überraschende Wendungen und actionreiche Szenen.

"Als Jules´ Blick wieder auf die Armee im Tal fällt, verkrampft sie sich plötzlich. Sie kann die Bilder aus der Stadt der Krieger einfach nicht vergessen. Diese Brutalität. Und die verstörende Einseitigkeit des Gemetzels."
Zitat aus "Der Schwarze Thron - Die Göttin" von Kendare Blake, Seite 397.

„Die Göttin“ erweist sich als ein lesenswertes Finale, das endlich die Frage auflöst, welche Königin den Krieg überlebt. Der Schluss des Buches macht einen zwiespältigen Eindruck. Der große Showdown kann nicht gänzlich überzeugen, da das Finale sehr schnell abgehandelt wird. Einerseits vermag die hier vorgestellte Auflösung den Leser zu überraschen und ist sowohl spannend als auch emotional gestaltet. Andererseits werden am Ende nicht alle losen Fäden zusammengeführt und es bleiben einige Fragen offen. Doch abgesehen von diesem kleinen Wermutstropfen und dem teilweise langatmigen Mittelteil bietet der Finalband gute Unterhaltung. Von mir gibt es gute 3,5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.07.2020

Lügen, Intrigen und jede Menge dunkle Geheimnisse

Sanctuary
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Mit „Sanctuary“ hat V.V. James einen spannenden Einzelband erschaffen, die vor allem durch eine düstere Atmosphäre und einen gelungenen Mix aus Lügen, Intrigen und jeder Menge Geheimnisse zu gefallen ...

Mit „Sanctuary“ hat V.V. James einen spannenden Einzelband erschaffen, die vor allem durch eine düstere Atmosphäre und einen gelungenen Mix aus Lügen, Intrigen und jeder Menge Geheimnisse zu gefallen weiß. Die Autorin entführt den Leser in eine idyllische Kleinstadt, in der eine regelrechte Hetzjagd beginnt.

V.V. James zeichnet in "Sanctuary" das Bild einer einladenden Kleinstadt. Doch hinter der Fassade der unschuldigen Kleinstadtidylle lauert das Böse. Auf einer Party geschieht das Unfassbare: Der beliebte Footballstar Daniel Whitman der Sanctuary High School stirbt vor aller Augen. War es ein Unfall, oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter? Hatte Whitman sich nicht gerade von seiner Freundin Harper Fenn getrennt, die von einer Hexe abstammt? Gerüchte werden laut und schon bald entsteht eine gefährliche Hetzjagd. Freunde werden zu Feinden, spinnen Intrigen und entlarven die dunkelsten Geheimnisse ihrer Mitmenschen. Eine dunkle Zeit bricht an und hinter allem steht die drängende Frage: Hat Harper Fenn ihren Exfreund ermordet?

"Und dann blicke ich endlich in meine Schale ohne Grund und stelle die Frage: Wer hat Daniel Whitman in der Sailaway Villa getötet? (…) Doch ich höre nichts, ich fühle nichts." Zitat aus "Sanctuary" von V. V. James, Seite 144.

Die düstere Atmosphäre voller unterschwelliger Gefahr zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. V.V James setzt gekonnt auf einen Mix aus ruhigen und spannenden Passagen. Die Autorin enthüllt nur langsam, Stück für Stück, die komplexe Hintergrundgeschichte und die Motive der Charaktere. Nach und nach wird jedes dunkle Geheimnis enthüllt. Die Autorin versteht es meisterhaft, den Leser immer wieder auf die falsche Fährte zu locken. Auf diese Weise steigt die Spannungskurve immer wieder an und fesselt den Leser bis zur letzten Seite.

"Ich bin fast bei Fenns Laden angekommen, als das kleine Haus explodiert. Zumindest klingt es so. Ich renne los." Zitat aus "Sanctuary" von V. V. James, Seite 145.

"Sanctuary" von V.V. James überzeugt mit unvorhersehbaren Wendungen und einem Netz aus Lügen und Intrigen. Die Autorin kombiniert eine soapähnliche Geschichte, die an Desperate Housewives erinnert, mit einer spannenden Hetzjagd. V.V. James baut geschickt Spannung auf, ohne das Thema Hexen und Zauberei zu sehr in den Fokus zu stellen. Von mir gibt es für diesen lesenswerten Einzelband 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2020

Romantasy, die junge Leser begeistern wird

Ezlyn. Im Zeichen der Seherin
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Mit „Ezlyn - Im Zeichen der Seherin“ legt Karolyn Ciseau einen Einzelband vor, der vor allem jene Leser begeistern dürfte, die düstere Romantasy mögen. Man darf sich auf ein Werk freuen, das in eine interessante ...

Mit „Ezlyn - Im Zeichen der Seherin“ legt Karolyn Ciseau einen Einzelband vor, der vor allem jene Leser begeistern dürfte, die düstere Romantasy mögen. Man darf sich auf ein Werk freuen, das in eine interessante Welt entführt, die von machthungrigen Lords beherrscht wird.

Karolyn Ciseau zeichnet in diesem Einzelband eine düstere Welt, in der die Adeligen künstlich ihr Leben verlängern, indem sie ihren eigenen Tod verhindern. Ermöglicht wird dies durch Todesseherinnen, die von der reichen Elite erworben werden können. Den zweiten wichtigen Part nehmen Schattenkrieger ein, die durch eine einfache Berührung ihrer Hand töten können. Die düstere Atmosphäre voller unterschwelliger Gefahr zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Karolyn Ciseau setzt gekonnt auf einen Mix aus ruhigen und actionlastigen Passagen Auf diese Weise steigt die Spannungskurve steigt immer wieder leicht an und fesselt den Leser bis zur letzten Seite. Die Autorin nimmt sich zudem ausreichend Raum für Details und tiefere Einblicke. Wie es sich für Romantasy gehört, darf natürlich auch etwas für das Herz nicht fehlen.

"Der Schattenkrieger nickte. Seine nachtschwarzen Augen funkelten unheilvoll.
»Ja, und ich spreche von einer neuen Welt.«
Und so folgte ich Dorian. Nicht ins strahlend helle Licht - sondern mitten in die Dunkelheit." Zitat aus "Ezlyn - Im Zeichen der Seherin" von Karolyn Ciseau, Seite 237.

Leider kommt die Liebesgeschichte etwas zu kurz und wird im Handlungsbogen erst recht spät aufgegriffen. Es fehlt an Einblicken in die Gefühle der Charaktere zueinander, sodass sich die Liebesgeschichte leider nach Insta Love anfühlt und nicht ganz nachvollziehbar ist. Abgesehen von diesem Kritikpunkt beweise Karolyn Ciseau auch mit diesem Werk, dass sie den jungen Leser wunderbar zu unterhalten weiß. Der Leser befindet sich schon nach ein paar Kapiteln in einer spannenden Welt voller Lügen und Intrigen.

"Wir waren zwischen zwei Welten gefangen: einem Leben voller Lügen und Intrigen, in dem wir die Marionetten mächtiger Lords waren, und einem Leben in einer ungewissen, nie gekannten Freiheit. Aber in diesem Augenblick, zwischen Sonnenglanz und Abenddämmerung erschufen wir unsere eigene Welt."
Zitat aus "Ezlyn - Im Zeichen der Seherin" von Karolyn Ciseau, Seite 312.

„Ezlyn - Im Zeichen der Seherin“ kommt düster, spannend und unterhaltsam daher. Eine Geschichte, die junge Fans von düsterer Romantasy begeistern wird. Auch wenn dieses Werk im Hinblick auf die Liebesgeschichte nicht ganz perfekt ist, hat Karolyn Ciseau definitiv Talent zum Unterhalten junger Leser. Von mir gibt es für diesen Einzelband 4 Sterne.

  • Cover
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Veröffentlicht am 02.06.2020

Schaurig schön, poetisch und farbenprächtig

Rabenprinz
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Mit „Rabenprinz“ legt Margaret Rogerson einen Fantasyroman vor, der vor allem jene Leser begeistern dürfte, die es zugleich magisch, poetisch und düster mögen. Die Autorin zieht den Leser tief in ein magisches ...

Mit „Rabenprinz“ legt Margaret Rogerson einen Fantasyroman vor, der vor allem jene Leser begeistern dürfte, die es zugleich magisch, poetisch und düster mögen. Die Autorin zieht den Leser tief in ein magisches Reich, in dem die Grenze zwischen Magie und Grauen fließend ist. Malerische Beschreibungen ziehen den Leser in den Bann.

Margaret Rogerson versteht sich jedoch nicht nur auf die Schönheit der Worte, sondern lässt auch das Grauen im Kopf des Lesers Gestalt annehmen. Magische und wunderschöne Szenen wechseln sich mit grausamen und teilweise brutalen Sequenzen ab. Die Autorin zeichnet in diesem Einzelband eine düstere Welt der Elfen, eingebettet in ein magisch schönes Setting. Die düstere Atmosphäre voller unterschwelliger Gefahr zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Wer hier eine rasante und nervenzehrende Story erwartet, wird jedoch enttäuscht sein. Die Spannungskurve steigt zwar immer wieder leicht an, insgesamt verläuft die Geschichte aber sehr ruhig. Die Autorin nimmt sich viel Raum für Details und malerische Beschreibungen. Der Fokus liegt weniger auf einer straff gespannten Spannungskurve, sondern auf den eindringlichen Bildern, die diesen düsteren Fantasyroman zum Leben erwecken. Margaret Rogerson setzt insgesamt weniger auf Spannung und Action, sondern mehr auf ruhige Szenen, malerische Beschreibungen und Tiefgründigkeit. Die Geschichte dreht sich um den Verlust des Sinns des Lebens und Vergänglichkeit.

"Als ich mich so ansah, konnte ich nur an eines denken. Und ich wusste, dass Aster genau dasselbe dachte: Ich sah aus wie eine Königin, doch mein Kleid war ein Leichenhemd. Sie hatte mich schön gemacht für meinen Weg in den Tod.« " Zitat aus "Rabenprinz" von Margaret Rogerson, Seite 284.

Die besondere Stärke dieses Werkes liegt in der interessanten Darstellung der Elfen. Die faszinierende Andersartigkeit dieser Geschöpfe ist der Autorin hervorragend gelungen. Der Leser trifft auf Wesen, die an Arroganz, Grausamkeit, Skrupellosigkeit und Narzissmus kaum zu übertreffen sind. So gelungen die Welt und ihre Bewohner auch gezeichnet sind, der im Vordergrund stehende Elf kann leider wenig überzeugen. Rook präsentiert sich als kindisches und launisches Geschöpf, das in keinster Weise zu der charakterstarken Menschenfrau Isobel passt. Es fehlt komplett an Einblicken in die Emotionen der Charaktere, sodass der Leser gefühlsmäßig auf Distanz gehalten wird. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Liebesgeschichte recht unterkühlt daherkommt. Instant Love anstatt Tiefe und Emotionen - Margaret Rogerson arbeitet insgesamt wundervoll detailliert, doch die Liebesgeschichte ist leider der Schwachpunkt des Buches.

„Rabenprinz“ kommt schaurig schön, melancholisch und tiefgründig daher. Eine Geschichte, die sowohl sprachlich als auch inhaltlich überrascht. Auch wenn dieses Werk nicht ganz perfekt ist, hat Margaret Rogerson definitiv Talent zum Schreiben und ich hoffe sehr, dass auch „Sorcery of Thorns“ noch übersetzt wird. Von mir gibt es für dieses farbenprächtige und zugleich düstere Werk 3,5 Sterne.

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