Profilbild von Selectionbooks

Selectionbooks

Lesejury Star
offline

Selectionbooks ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Selectionbooks über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.11.2019

Eine zauberhafte Sammlung von Geschichten aus der Spiegelwelt

Palast aus Glas
0

"Palast aus Glas" beinhaltet acht Kurzgeschichten, die den Leser in verschiedene Winkel des Reiches hinter den Spiegeln entführen. Kennern der "Reckless" Saga wird einiges bekannt vorkommen, doch alle ...

"Palast aus Glas" beinhaltet acht Kurzgeschichten, die den Leser in verschiedene Winkel des Reiches hinter den Spiegeln entführen. Kennern der "Reckless" Saga wird einiges bekannt vorkommen, doch alle anderen Leser betreten mit diesem Büchlein magisches Neuland.

Cornelia Funke verzaubert mit einer farbenprächtigen Welt voller Magie und überzeugt mit einem sehr einnehmenden Schreibstil. Der Autorin gelingt es meisterlich, die magische Welt hinter den Spiegeln im Kopf des Lesers Gestalt annehmen zu lassen. Mit dieser zauberhaften Sammlung von Geschichten beweist Cornelia Funke ihr Talent zur Kreativität. Trotz der Kürze verfügen fast alle Geschichten über Tiefgang und Gefühl. Die Atmosphäre empfand ich einerseits als sehr märchenhaft, aber andererseits auch als magisch und hoffnungsvoll. "Reckless" Fans werden sich besonders über "Das Geschenk" freuen. Erfahrene Reisende der Spiegelwelt erfahren in dieser Geschichte, wie Celeste zu einem Fuchs wurde. Lesenswert ist auch "Die Geige des Strömkarlen", eine Geschichte über die Suche von Fuchs und Jacob Reckless nach verlorenen Zauberdingen. Meine persönliche Empfehlung für die dunkle Jahreszeit sind die Weihnachtsgeschichten " Das Glas, das Blei und Gold beschwert" und "Weihnachtszauber in Hammaburg". Ich persönlich liebe Weihnachtsgeschichten und war der winterlichen Welt hinter den Spiegeln auf Anhieb verfallen.

"Es hatte die ganze Nacht geschneit. Die Flocken waren so dicht auf Londra herabgewirbelt, als fielen die Sterne vom Himmel, um die Stadt für den Weihnachtsabend zum Strahlen zu bringen. Der Schnee hatte das Kopfsteinpflaster mit einem Teppich bedeckt, der all die Geräusche dämpfte, mit denen Londra erwachte, und so weich war, dass Tabetha fast vergaß, wie kalt er sich unter ihren ausgetretenen Schuhen anfühlte." Zitat aus "Palast aus Glas - eine Reise durch die Spiegelwelt" von Cornelia Funke, Seite 9.

Lesenswert für alle, die die Welt hinter den Spiegeln schon bereist haben oder neu entdecken möchten: Für alle, die "Reckless" schon kennen, ist die Kurzgeschichtensammlung "Palast aus Glas" eine perfekte Ergänzung zu der Reihe. Für alle anderen Leser bietet dieses Büchlein die perfekte Gelegenheit, einen ersten Eindruck von Funkes bekannter "Reckless" Saga zu erhalten.

Veröffentlicht am 07.11.2019

Der Fluch des zweiten Bandes

LADY SMOKE
0

Laura Sebastian konnte mich mit dem düsteren Fantasy Reihenauftakt "Ash Princess" unglaublich begeistern, sodass ich die Fortsetzung unbedingt lesen musste. Der Auftakt der Trilogie punktet mit einer starke ...

Laura Sebastian konnte mich mit dem düsteren Fantasy Reihenauftakt "Ash Princess" unglaublich begeistern, sodass ich die Fortsetzung unbedingt lesen musste. Der Auftakt der Trilogie punktet mit einer starke Heldin, die sich in einer grausamen Welt behaupten muss. Mich persönlich hatte gerade die düstere Atmosphäre in Kombination mit den starken Charakteren fasziniert. Der zweite Band schließt nahtlos an die Ereignisse des Reihenauftakts an. Doch leider entwickelt sich die Geschichte in eine völlig andere Richtung.

"Lady Smoke" ist in meinen Augen ein typischer Mittelband, der nur den Weg zum Finale bereitet und einige Längen mit sich bringt. Was Laura Sebastian hier in dem 576 Seiten umfassenden Buch vorlegt, kostet streckenweise einiges an Geduld. Schnell fällt dem Leser auf, dass vordergründig nur sehr wenig auf den vielen Seiten passiert. Kaum Überraschungen, wenig Action und viele Dialoge sorgen dafür, dass die Spannungskurve eher durchhängt, als dass sie stetig steigt. Die düstere Atmosphäre des ersten Bandes sucht man hier vergeblich. Stattdessen trifft man in "Lady Smoke" auf ein aus vielen Jugendbüchern bekanntes Element, das so gar nicht zu dieser Geschichte zu passen scheint: Die Brautschau. Gesucht wird in diesem Fall ein möglichst wohlhabender Bräutigam mit großer Armee, der Theos Reich zurückerobern soll.

"Ich habe schon genug für Astrea geopfert, möchte ich rufen, ich kann nichts mehr geben. Aber das stimmt nicht und das wissen wir beide. Letzten Endes gibt es nichts, das ich nicht aufgeben würde, um mein Land zu retten. Nicht meinen Willen. Nicht meinen Körper. Nicht mein Leben." Zitat aus "Lady Smoke " von Laura Sebastian, Seite 198-199.

Die Vorstellung der potenziellen Heiratskandidaten erfolgt nüchtern und bildlos. Ein Kandidat reiht sich an den nächsten und die Handlung verliert sich in gefühlt unendlichen Dialogen und politischen Verstrickungen. Dieser Abschnitt nimmt einen sehr großen Teil des Buches ein und wirkt wie ein Lückenfüller, der die Leere zwischen dem ersten und dem dritten Band überbrücken soll.


Das obligatorische Liebesdreieck

Neben einigen Längen in der Handlung machte mir auch das obligatorische Liebesdreieck zu schaffen. Theo war der Inbegriff einer starken Protagonistin, doch in diesem Mittelband verliert sie Sympathiepunkte. Das Liebesdreieck wurde mir persönlich zu stark ausgereizt. Theo bezieht keine klare Position und es sieht fast so aus, als wenn sie mit beiden Männern spielt.


Fazit - ein typischer Mittelband

Insgesamt bleibt "Lady Smoke" weit hinter meinen Erwartungen zurück. Es handelt sich um einen typischen Mittelband, der mit unnötiger Handlung und dem obligatorischen Liebesdreieck künstlich aufgefüllt wurde. Den Leser erwarten kaum Überraschungen und wenig Action, dafür aber umso mehr dialoglastige Szenen.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Perfektes Lesefutter für jüngere Leserinnen

TausendMalSchon
0

"TausendMalSchon" ist ein Einzelband im Fantasy Jugendbuchbereich und stammt aus der Feder von Marah Woolf. Wer die Bücher der Autorin liebt, wird auch an diesem neuen Werk viel Freude haben.

Marah ...

"TausendMalSchon" ist ein Einzelband im Fantasy Jugendbuchbereich und stammt aus der Feder von Marah Woolf. Wer die Bücher der Autorin liebt, wird auch an diesem neuen Werk viel Freude haben.

Marah Woolf punktet wie gewohnt mit einem einfachen und lockeren Schreibstil, der den Leser schnell gefangen nimmt. Das Buch liest sich sehr angenehm und wird vor allem jungen Mädchen im Teenageralter gut gefallen. Die Idee der Selenmagie fand ich sehr ansprechend und interessant. Wie in allen Büchern von Marah Woolf liegt der Fokus der Geschichte auf den zwischenmenschlichen Beziehungen. Es gab einige Punkte, die mich sehr neugierig zurückgelassen haben. Potenzial für mehr ist auf jeden Fall vorhanden. Leider werden diese Punkte nur angerissen und rücken zu Gunsten der Liebesgeschichte in den Hintergrund.

„Ich musste herausfinden, wohin es mich dieses Mal verschlagen hatte. Sprang meine Seele jetzt willkürlich durch die Zeit? Was war aus meinem Ich im Jahr 1921 geworden? Ich wollte mich aufrichten, um aufzustehen, als ein Arm sich um meine Taille schlang.“ Zitat aus "TausendMalSchon" von Marah Woolf, Seite 359

Die Rollenverteilung der Charaktere gestaltet sich sehr typisch für ein Jugendbuch. Auf der einen Seite das junge, etwas unsichere Mädchen - auf der anderen Seite der vermeintliche Bad Boy und seine Freunde. Teilweise fühlte ich mich schon etwas zu alt für die Geschichte, weil ich doch mehr Interesse an den Hintergründen, als an der Liebesgeschichte und dem damit verbundenen Hin und Her hatte. Doch für die angegebene Zielgruppe von ab 14 Jahren ist das Buch perfekt geeignet. Liebenswerte Charaktere machen es leicht, der Geschichte zu folgen. Die Story ist relativ leicht vorhersehbar, bringt aber immer mal wieder kleine Überraschungen mit sich, die der Handlung Würze geben. Das Finale wirkt ein wenig kurz, punktet aber mit einer emotionalen Achterbahnfahrt, die Teenager begeistern wird.

"TausendMalSchon" konnte mich durchaus gut unterhalten und das Lesen hat dank des lockeren Schreibstils Spaß gemacht, obwohl ich mich teilweise zu alt für die Geschichte gefühlt habe. Ein toller Einzelband für alle Fans von Marah Woolf sowie jüngere Leserinnen.

Veröffentlicht am 30.10.2019

Bildhaft, opulent, poetisch

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte
0

Laini Taylor konnte mich schon mit ihrer Trilogie „Zwischen den Welten“ begeistern, sodass ich lange Zeit sehnsüchtig auf die Übersetzung von „Strange the Dreamer“ gewartet habe. Die Autorin zieht den ...

Laini Taylor konnte mich schon mit ihrer Trilogie „Zwischen den Welten“ begeistern, sodass ich lange Zeit sehnsüchtig auf die Übersetzung von „Strange the Dreamer“ gewartet habe. Die Autorin zieht den Leser tief in ein märchenhaftes Reich voller Geheimnisse, Legenden und Mysterien, in dem die Grenze zwischen Traum und Albtraum fließend ist. Die Autorin verzaubert mit einer farbenprächtigen Welt. Märchenhafte Beschreibungen untermauern die Magie und den Zauber der von Laini Taylor erschaffenen Welt. Es ist fast unmöglich, sich dem Bann des poetischen Schreibstils zu entziehen. Laini Taylor gelingt es, die eigenen Sehnsüchte zu berühren und dem Leser einen Traum einzupflanzen. Denn wie Lazlo verzehrt man sich geradezu nach der vergessenen Stadt, die so viele Wunder verspricht. Die Autorin verwebt Worte zu Magie und rüttelt an verborgenen Emotionen, die in unserer Seele schlummern. Die Geschichte lebt weniger von spannenden Momenten, sondern von der Magie der Worte, die den Leser in ein Reich der Träume entführt.


"So trieb er dahin, den Kopf voller Mythen und immer halb in einer anderen Welt verloren, die aus Geschichten gesponnen war. Dämonen und Flügelschmiede, Seraphim und Geister, er liebte sie alle. (…) Denn Lazlo hatte einen Traum, der ihn beharrlich begleitete und der so sehr ein Teil von ihm geworden war, dass es sich anfühlte wie eine zweite Seele unter seiner Haut. Seine ganze Gedankenlandschaft war davon geprägt, eine zerklüftete, überwältigende Wildnis, passend zu einem kühnen, großartigen Traum.“ Zitat aus "Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte" von Laini Taylor, Seite 29.


Der Träumer und die Götterbrut.

Die Geschichte gliedert sich in zwei Erzählstränge, die sich langsam annähern. Besonders interessant ist die Darstellung der Charaktere, da Laini Taylor auf die üblichen Klischees verzichtet. Lazlo ist ein Träumer, der sein Dasein im Schatten anderer verbringt. Geschichten und Träume sind sein Leben und sein einziger Besitz. Sarai hingegen ist der Feind - stark, gefährlich und todbringend.

Der Wermutstropfen – Das abrupte Ende.

Laini Taylor konnte mich mit „Strange the Dreamer – Der Junge, der träumte“ verzaubern und begeistern. Nur ein Wermutstropfen bleibt, der allerdings nicht in den Händen der Autorin liegt. Im Original besteht die Reihe aus zwei Bänden, die im deutschen anscheinend gesplittet wurden. Der deutsche Reihenauftakt endet nicht mit einem Cliffhanger, sondern schlicht und einfach mitten in der Geschichte. Das ganze Buch wirkt wie ein langer Vorspann und an dem Punkt, an dem beide Erzählstränge zusammenlaufen und es spannend wird, hört die Geschichte einfach auf. Für den Leser ist dieser harte Bruch wenig nachvollziehbar und frustrierend.

Fazit: Ein Buch zum Wohlfühlen und Träumen

„Strange the Dreamer“ ist ein Buch, das man lange im Herzen behalten wird. Laini Taylor überzeugt mit opulenten Beschreibungen und verwebt fantasievolle Elemente zu einem vielschichtigen, magischen Werk. Die Geschichte wirkt wie ein schäumendes Meer: kraftvoll, wild, unbändig und voller Sagengestalten. Jede Welle trägt eine neue Überraschung heran: Götter, Geister, Seraphim und Monster – eine Sinfonie aus Wunder und Schrecken, träumerischer Süße und todbringender Schatten.

Veröffentlicht am 09.10.2019

Erschütternd und hochspannend – Absolutes Highlight!

Das Institut
1

Stephen King hat mich schon mit vielen seiner Bücher unglaublich begeistert, sodass ich sein neues Werk unbedingt lesen musste. „Das Institut“ ist ein großartig erzählter Roman, der solide ausgearbeitet ...

Stephen King hat mich schon mit vielen seiner Bücher unglaublich begeistert, sodass ich sein neues Werk unbedingt lesen musste. „Das Institut“ ist ein großartig erzählter Roman, der solide ausgearbeitet wurde und sich ebenso flüssig wie spannend lesen lässt. Einziger Wermutstropfen ist der etwas langatmige Einstieg in die Geschichte. Der Sinn des ersten Erzählstrangs erschließt sich dem Leser erst recht spät und hätte kürzer ausfallen können. Hat man die ersten 63 Seiten hinter sich gebracht, lässt das Buch den Leser nicht mehr los.

Eindringlich, fesselnd, intensiv
Lukes Leben scheint nahezu perfekt zu sein – bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem sich sein Leben für immer verändert. Der Erzählstrang von Luke hat mir unglaublich gut gefallen, da die Emotionen richtig greifbar sind. Luke hat mich als Charakter begeistert und immer wieder beeindruckt. Seine Erlebnisse im Institut zeugen von tiefer Abgründigkeit der menschlichen Seele. Verzweiflung, Unsicherheit und Angst werden im Leser lebendig. Luke ist auf der einen Seite weich und verletzlich, ein verlorenes Kind, das plötzlich erwachsen werden muss. Auf der anderen Seite beeindruckt er mit seinem mutigen und selbstlosen Naturell. Auch andere Kinder spielen eine wichtige Rolle. Stephen King arbeitet mit vielen zwischenmenschlichen Aspekten und erschafft dadurch authentische Charaktere. Die Geschichte der Kinder im Institut hat mich wahnsinnig berührt und nicht mehr losgelassen. Durch die beständige Sorge um die Kinder schafft der Autor ein intensives Leseerlebnis.

"Luke öffnete die Augen und starrte auf die weiße Wand des Tanks. An mehreren Stellen war die Farbe abgekratzt, vielleicht von den Fingernägeln anderer Kinder, die man dieser strikt für Pinks reservierten Folter unterzogen hatte." Zitat aus "Das Institut" von Stephen King, Seite 325.

Erschütternd, voller Grauen und Angst.
Düstere Szenen lassen den Leser in den Abgrund der menschlichen Seele schauen. Experimente, Schikane und Folter stehen an der Tagesordnung. Dabei verpackt Stephen King das Übernatürliche so geschickt, dass es völlig authentisch wirkt. Im Vordergrund stehen weniger die grausamen Szenen, sondern die psychologische Ebene des Romans. Stephen King lässt der Darstellung der Kinder viel Raum. Die Charaktere sind wahnsinnig gut ausgearbeitet. Die facettenreiche Darstellung der Kinder lässt die Geschichte im Kopf real werden. Gnadenlos nimmt das Schicksal seinen Lauf. Der Leser erhascht mehr als einen Blick in die Abgründe der menschlichen Seele. Es existiert kein Mitgefühl, keine Reue - das Ziel steht über allem. Doch eines vergisst der Leser nie: es sind Kinder, die dort gefoltert werden. Kinder, die anstatt Angst vor schlechten Noten, Angst vorm Sterben haben. Gerade der Aspekt der verlorenen Kindheit und der damit einhergehenden tiefen Angst erschüttert den Leser.

Fazit - unbedingt lesen!
„Das Institut“ ist eines meiner Highlights 2019! Von mir gibt es für diese fesselnde und erschütternde Geschichte volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.