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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2025

Eine unterhaltsame Geschichte voller Rätsel und Romantik

Weihnachtsliebe auf den zweiten Blick
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Schon bald merkte ich, dass ich mich auf eine Geschichte voller Überraschungen einlasse. Hannah als Weihnachtsmuffel zu begleiten, hat mir richtig Spaß gemacht, weil sie oft sehr ehrlich und witzig reagiert ...

Schon bald merkte ich, dass ich mich auf eine Geschichte voller Überraschungen einlasse. Hannah als Weihnachtsmuffel zu begleiten, hat mir richtig Spaß gemacht, weil sie oft sehr ehrlich und witzig reagiert – manchmal überlegt man beim Lesen schmunzelnd, wie sie wohl aus ihrer Situation wieder herauskommen wird. Besonders der Krampuslauf auf dem Christkindlmarkt hat mir gefallen: die Spannung, die geheimnisvollen Figuren in den gruseligen Kostümen und die hektische Atmosphäre haben mich richtig in die Szene hineingezogen.
Schon beim Lesen habe ich versucht herauszufinden, wer der geheimnisvolle Retter ist, und dabei die winterliche Atmosphäre richtig gespürt. Hannahs Suche nach ihm hat die Geschichte für mich besonders lebendig gemacht. Ich habe immer wieder gerätselt, ob es ihr Mitbewohner Kevin, der nette Bäckereikunde Peter oder Manuel, der Masken schnitzt, sein könnte, und habe die kleinen Momente zwischen den Figuren genossen. Diese Unklarheit hat die Spannung für mich konstant hochgehalten, und die kleinen Missverständnisse zwischen den Figuren haben mich oft schmunzeln lassen. Gleichzeitig spürt man, wie Hannah sich ganz langsam ihrem Widerwillen gegenüber Weihnachten und alten Traditionen öffnet, was sie sehr authentisch wirken lässt.
Der Schreibstil ist locker und angenehm, sodass ich leicht in die Geschichte hineingekommen bin. Die Details der Weihnachtszeit – Lichter, Duft von Plätzchen, das Treiben auf dem Markt – wurden so stimmig eingeflochten, dass ich sie förmlich miterlebt habe. Die Mischung aus Spannung, Rätseln um den geheimnisvollen Retter, kleinen humorvollen Momenten und sanfter Romantik macht das Lesen richtig unterhaltsam. Ich habe mich beim Lesen oft wohlgefühlt und bin mit einem warmen, leichten Gefühl aus der Geschichte gegangen. Für mich gibt es dafür 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Herzenswärme und Melancholie zwischen Trümmern

Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen
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Ferdinand ist ein junger Mann, der mit seiner Sanftmut so gar nicht in die harte Nachkriegszeit passt. Genau das hat ihn mir sofort sympathisch gemacht. Als er Luise am Fluss begegnet und die beiden sich ...

Ferdinand ist ein junger Mann, der mit seiner Sanftmut so gar nicht in die harte Nachkriegszeit passt. Genau das hat ihn mir sofort sympathisch gemacht. Als er Luise am Fluss begegnet und die beiden sich schon bald überraschend verloben, musste ich lächeln, hatte aber gleich das Gefühl, dass diese Verantwortung für ihn zu groß sein könnte.
Was mich besonders angesprochen hat, war die Mischung aus Leichtigkeit und Nachdenklichkeit. Ferdinand möchte eigentlich nur frei sein, wirkt dabei aber nie kalt. Im Gegenteil – gerade seine etwas unbeholfene Art hat mir gezeigt, wie menschlich er ist.
Immer wieder gab es beim Lesen kleine Momente, die mich berührt haben, und andere, die mich durch den feinen Humor zum Schmunzeln brachten. Gerade diese stillen Beobachtungen, die Begegnungen und Ferdinands eigenwillige Ideen machen die Geschichte lebendig. Trotz der Unsicherheit und der Trümmer ringsum bewahrt er sich ein Stück Wärme, das man beim Lesen richtig spürt.
Für mich ist das eine gelungene Mischung aus Nachkriegssatire, leiser Melancholie und viel Herzenswärme. Am Ende hatte ich fast das Gefühl, Ferdinand wie einen guten Bekannten zu kennen. Eine klare Empfehlung und 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Ein Stück Zeitgeschichte voller Gefühl und Lebendigkeit

Und Hedi springt
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Schon die ersten Seiten haben mich tief in die Zeit nach dem Krieg hineingezogen. Tom Saller gelingt es, mit klarer Sprache und einem sehr lebendigen Stil das Lebensgefühl der Jahre 1946/47 einzufangen. ...

Schon die ersten Seiten haben mich tief in die Zeit nach dem Krieg hineingezogen. Tom Saller gelingt es, mit klarer Sprache und einem sehr lebendigen Stil das Lebensgefühl der Jahre 1946/47 einzufangen. Besonders bewegend war für mich, wie er die Kälte und den Hunger des Winters beschreibt, ohne sich in Schilderungen zu verlieren. Ich konnte mir Hedis Situation als junge Flüchtlingsfrau gut vorstellen und habe gespürt, wie viel Mut und Kraft sie in dieser Phase aufbringen musste.
Was mich besonders berührt hat, war Hedis Unbeirrbarkeit. Trotz aller Rückschläge, der Skepsis ihrer Umgebung und der Unsicherheit der Nachkriegszeit gibt sie nicht auf. Gerade als sie in die Welt von Alfons Müller-Wipperfürth eintritt, diese Mischung aus Glanz, Ehrgeiz und zwielichtigem Charme, spürt man die Gegensätze sehr stark. Mich hat beeindruckt, wie sie in dieser Umgebung ihren Platz behauptet und sich nicht unterkriegen lässt.
Die Einblicke in den Aufstieg und späteren Fall des Hosenkönigs fand ich spannend, aber noch wichtiger war für mich Hedis eigene Entwicklung. Es ist nicht nur ein Stück deutsche Wirtschaftsgeschichte, sondern vor allem eine sehr persönliche Geschichte über Hoffnung, Vertrauen und die Suche nach Liebe. Dass es dabei um die Großmutter des Autors geht, verleiht dem Ganzen zusätzlich Gewicht und Authentizität.
Ich habe das Buch auf einen Rutsch gelesen, so sehr hat es mich gefesselt. Manche Szenen wirkten so unmittelbar, dass ich das Gefühl hatte, direkt dabei zu sein. Und obwohl es ein Roman über Entbehrung, Verlust und Neubeginn ist, habe ich die Lektüre nie als bedrückend empfunden – eher als kraftvoll und auf eine stille Art ermutigend.
Für mich ist „Und Hedi springt“ ein Roman, der zeigt, wie stark Menschen sein können, wenn sie keine andere Wahl haben, und wie sehr Durchhaltevermögen und die Suche nach Liebe das Leben tragen. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst. Von mir gibt es dafür klare fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Eine Reise durch Mut, Liebe und Hoffnung

Zeit der Mutigen
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Dimitré Dinev hat mit „Zeit der Mutigen“ einen Roman geschaffen, der mich wirklich berührt hat. Beim Lesen spürt man die Spannung zwischen persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Unterdrückung, zwischen ...

Dimitré Dinev hat mit „Zeit der Mutigen“ einen Roman geschaffen, der mich wirklich berührt hat. Beim Lesen spürt man die Spannung zwischen persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Unterdrückung, zwischen Angst und Mut. Schon der Einstieg – Eva, die am Vorabend des Ersten Weltkriegs in die Donau springen will – ist zugleich erschütternd und hoffnungsvoll. Was folgt, ist eine große Erzählung über Entscheidungen, die Leben verändern, über Menschen, die trotz widrigster Umstände Kraft, Hoffnung und Liebe bewahren.
Die Figuren sind außergewöhnlich lebendig. Dinev lässt sie nicht nur durch die Ereignisse der Geschichte gehen, sondern auch durch ihre inneren Konflikte. Man fühlt ihre Ängste, ihren Mut, ihre Zweifel. Besonders interessant fand ich, wie selbst junge Frauen in der Geschichte selbstbestimmt handeln, ihren Weg gehen und für ihre Überzeugungen einstehen – ein Mut, der mich beim Lesen mitgerissen hat, ohne dass es aufgesetzt wirkte.
Die Sprache ist flüssig und bildhaft, die Abschnitte haben klare Titel, die sowohl Bezug zum Inhalt als auch eine gewisse Tiefe haben. So wird das Buch zu einem zusammenhängenden Ganzen, das die Zeitgeschichte Europas greifbar macht, ohne den persönlichen Blick zu verlieren. Ich habe beim Lesen oft innegehalten, weil die Szenen so lebendig waren, dass ich fast das Gefühl hatte, direkt dabei zu sein.
„Zeit der Mutigen“ ist für mich nicht nur ein Buch über Vergangenheit, Krieg und Unterdrückung, sondern über die zeitlosen Fragen des Menschseins: Wie übersteht man Gewalt und Ungerechtigkeit? Wie bewahrt man Hoffnung und Liebe? Dieser Roman ging mir auch nach dem Zuklappen nicht aus dem Sinn. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Auf der Suche nach einem Platz im Leben

Wo wir hingehören
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Schon nach den ersten Seiten wird deutlich, dass Angelikas Geschichte keine leichte ist. Gemeinsam mit ihrem Bruder wird sie nach dem Krieg aus der Schweiz abgeschoben und kommt zu Pflegeeltern nach Vorarlberg. ...

Schon nach den ersten Seiten wird deutlich, dass Angelikas Geschichte keine leichte ist. Gemeinsam mit ihrem Bruder wird sie nach dem Krieg aus der Schweiz abgeschoben und kommt zu Pflegeeltern nach Vorarlberg. Dort wächst sie auf einem Hof mit kleinem Laden auf. Der Alltag ist streng geregelt, die Mutter fordernd, der Vater schweigsam. Im Laden begegnen sich täglich die Frauen aus dem Dorf, um ihre Sorgen loszuwerden, während draußen der Geruch von Stall und Tieren die Kleidung prägt.
Trotz der Fürsorge der Pflegeeltern fühlt sich Angelika nie ganz zuhause. Sie kennt ihre Herkunft nicht, und diese Leerstelle begleitet sie bis ins Erwachsenenalter. Besonders deutlich wird, wie sie als junge Frau in den 1950er und 1960er Jahren zwischen den Erwartungen der Gesellschaft und ihrem Wunsch nach Eigenständigkeit hin- und hergerissen ist. Dieses Ringen hat beim Lesen einen nachdenklichen Eindruck hinterlassen.
Der Schreibstil ist klar und ohne überflüssige Ausschmückungen. Gerade dadurch wirkt die Handlung authentisch. Vieles bleibt unausgesprochen, zwischen den Zeilen spürt man die Gefühle und Spannungen, und genau das bleibt im Gedächtnis.
Manchmal hätten einzelne Figuren noch etwas mehr Tiefe vertragen, aber die Geschichte bleibt insgesamt bewegend. Sie zeigt, wie Herkunft, Schweigen und Pflicht ein Leben prägen können und wie groß die Sehnsucht nach Zugehörigkeit ist.
Ein ruhiger, intensiver Roman, der im Gedächtnis bleibt. Von mir bekommt er vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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