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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2025

Mut und Menschlichkeit in dunklen Zeiten

Stille Helden der Nacht
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"Stille Helden der Nacht" von Weina Dai Randel ist ein bewegendes und eindringliches Werk, das die Leser in die düstere Zeit des Nationalsozialismus in Wien entführt. Die Geschichte basiert auf wahren ...

"Stille Helden der Nacht" von Weina Dai Randel ist ein bewegendes und eindringliches Werk, das die Leser in die düstere Zeit des Nationalsozialismus in Wien entführt. Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt von dem mutigen Diplomatenpaar Dr. Ho Fengshan und seiner Frau Grace, die sich in einer Zeit des Schreckens und der Verfolgung für das Leben anderer einsetzen.
Die Erzählweise, die zwischen den Perspektiven von Grace und Lola wechselt, ermöglicht es den Lesern, die inneren Konflikte und Ängste der Charaktere hautnah zu erleben. Grace, als US-Amerikanerin in einer fremden Kultur, kämpft mit den Erwartungen, die an sie als Diplomatenfrau gestellt werden, während sie gleichzeitig mit dem moralischen Dilemma konfrontiert wird, ob sie sich für die Rettung von Juden einsetzen soll. Dr. Ho, der Generalkonsul von China, steht vor der Herausforderung, seine diplomatischen Pflichten mit seinem Gewissen in Einklang zu bringen.
Die Autorin gelingt es meisterhaft, historische Fakten mit fiktiven Elementen zu verweben, wodurch die Geschichte sowohl informativ als auch emotional packend ist. Die Schilderungen der Gewalt und der Verfolgung sind eindringlich, aber auch die Hoffnung und der Mut der Protagonisten strahlen durch die Seiten.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist nachvollziehbar und berührend. Die Leser werden dazu angeregt, über die moralischen Fragen nachzudenken, die sich in Extremsituationen stellen: Wie viel Risiko ist man bereit einzugehen, um anderen zu helfen?
Insgesamt ist "Stille Helden der Nacht" ein eindrucksvolles Buch, das nicht nur die Schrecken der Vergangenheit beleuchtet, sondern auch die Kraft des menschlichen Geistes und die Bedeutung von Mitgefühl und Zivilcourage in schwierigen Zeiten hervorhebt. Es ist eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich für Geschichte, Menschlichkeit und die Geschichten von Helden interessieren, die oft im Schatten stehen. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Eglantyne Jebb und der Kampf für Kinderrechte

Ein Geschenk fürs Leben
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„Ein Geschenk fürs Leben“ von Birgit Ebbert ist ein eindrucksvolles und bewegendes Buch, das die inspirierende Geschichte von Eglantyne Jebb erzählt, einer Pionierin im Kampf für die Rechte der Kinder. ...

„Ein Geschenk fürs Leben“ von Birgit Ebbert ist ein eindrucksvolles und bewegendes Buch, das die inspirierende Geschichte von Eglantyne Jebb erzählt, einer Pionierin im Kampf für die Rechte der Kinder. Die Autorin bringt uns in das Jahr 1926, als die Säuglingsschwester Anni aus dem Ruhrgebiet nach Genf reist, um der Wohltäterin Eglantyne Jebb für ihre großzügige Unterstützung zu danken.
Ebbert gelingt es, die Kontraste zwischen den Lebenswelten der beiden Frauen eindrucksvoll darzustellen. Während Eglantyne aus einer wohlhabenden britischen Familie stammt und eine akademische Laufbahn eingeschlagen hat, ist Anni ein Bergarbeiterkind, das sich durch harte Arbeit und Entbehrungen zur Säuglingsschwester hochgearbeitet hat. Diese Unterschiede machen die Begegnung zwischen den beiden Frauen umso faszinierender und zeigen, wie verschiedene Hintergründe und Erfahrungen dennoch zu einem gemeinsamen Ziel führen können: dem Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort für Kinder zu machen.
Die Autorin beschreibt Eglantynes Engagement für die Rechte der Kinder mit viel Leidenschaft und Detail. Ihr unermüdlicher Einsatz, der nach dem Ersten Weltkrieg unzähligen Kindern das Leben rettete, wird lebendig und nachvollziehbar dargestellt. Die Leser erfahren, wie Eglantyne Jebb nicht nur eine Vision hatte, sondern auch die Entschlossenheit, diese in die Tat umzusetzen, was sie zu einer fast vergessenen, aber bedeutenden Figur in der Geschichte der Kinderrechte macht.
Frau Ebberts Schreibstil ist lebendig und einfühlsam, was dem Leser ermöglicht, sich in die Charaktere hineinzuversetzen und ihre Emotionen nachzuvollziehen. Die Themen von Hoffnung, Solidarität und dem unermüdlichen Streben nach Gerechtigkeit ziehen sich durch das gesamte Buch und hinterlassen einen bleibenden Eindruck.
Insgesamt ist „Ein Geschenk fürs Leben“ nicht nur eine Hommage an Eglantyne Jebb, sondern auch eine wichtige Erinnerung daran, wie viel Einfluss eine einzelne Person auf das Leben vieler haben kann. Dieses Buch ist eine inspirierende Lektüre für alle, die sich für soziale Gerechtigkeit und die Rechte der Kinder interessieren. Es zeigt, dass der Einsatz für andere ein wahrhaftiges Geschenk fürs Leben ist. Ich kann es nur wärmstens empfehlen! 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Eine Kindheit und Jugend in der Schweiz

«Ich bin aus dem Freiamt, wisst ihr, wo das ist?»
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In dieser Autobiografie der Autorin (geb. 1933 als viertes von zehn Kindern) begleitet der Leser die junge Maria Fischer durch ihre Kindheit und Jugend bis hin zum Kennenlernen des Bildhauers Rico Galizia, ...

In dieser Autobiografie der Autorin (geb. 1933 als viertes von zehn Kindern) begleitet der Leser die junge Maria Fischer durch ihre Kindheit und Jugend bis hin zum Kennenlernen des Bildhauers Rico Galizia, ihrem späteren Ehemann. Ihr Leben in der Familie ist geprägt durch religiöses Brauchtum und gelebten Glauben. In dieser tiefen Frömmigkeit ist der absolute Höhepunkt für Maria ihre Erstkommunion sowie die allererste Beichte im Alter von elf Jahren. Als Selbstversorger lebt die Familie auf einem Bauernhof im erzkatholischen Merenschwand im Oberfreiamt, einer Gemeinde im Schweizer Kanton Aargau. Obwohl sie nicht arm sind, ist das Geld doch knapp. Trotzdem ermöglichen die Eltern Maria und ihren Geschwistern eine Ausbildung.
Der geneigte Leser erhält Einsicht in das Leben einer Großfamilie, zu der auch die Großmutter und ihre Schwester Babette gehören. Ebenso die Tante Frieda (Schwester der Mutter) und der geistig beeinträchtigte Knecht Vinzenz. Der absolute Mittelpunkt der Familie ist die Mutter Anna, mit ihrer Klugheit, ihrem Humor und ihrer Offenheit.
Es sind beeindruckende Erinnerungen, die Maria Galizia-Fischer hier aufgezeichnet hat. Doch leider hatte ich mit dem Buch so meine Schwierigkeiten. Denn mir unbekannte Schweizer Ausdrücke und Mundartpassagen erschwerten immer wieder das Lesen und unterbrachen meinen Lesefluss, da ich jedes Mal die Übersetzung am Ende des Buches nachschlagen musste. Dieses wurde mit der Zeit mühsam und trübte meinen Lesegenuss erheblich.
Trotzdem ist diese Autobiografie lesenswert. 3 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Klosprüche und Anekdoten eines Gastwirtes

Zur Krummen Brücke
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Rousseau, Gastwirt der Kneipe "Zur Krummen Brücke", erzählt von Vorkommnissen in seinem Lokal. Feinsinnig beschreibt er mit einem Augenzwinkern die verschiedenen Charaktere und deren Eigenschaften. Aber ...

Rousseau, Gastwirt der Kneipe "Zur Krummen Brücke", erzählt von Vorkommnissen in seinem Lokal. Feinsinnig beschreibt er mit einem Augenzwinkern die verschiedenen Charaktere und deren Eigenschaften. Aber auch von Geschehen wird berichtet, wie zum Beispiel das ungeklärte Schicksal der verschwundenen Köchin Jackie.
Es sind Aufzeichnungen, die zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken anregen. Und in denen sich ganz sicher einige Stammgäste von Kneipen wiederfinden können.
Ein unterhaltsames Büchlein für zwischendurch. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Gelungener zweiter Band der Reihe

Das Mauerblümchen und der Duke - Zweiter Band der Sündhafte Lords-Reihe
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Ich habe mich sehr auf die Fortsetzung der "Sündhafte Lords Reihe" gefreut, da ich bereits den ersten Teil mit Begeisterung gelesen habe. Ihre Art, wie sie ihre Geschichten erzählt, mag ich einfach unglaublich ...

Ich habe mich sehr auf die Fortsetzung der "Sündhafte Lords Reihe" gefreut, da ich bereits den ersten Teil mit Begeisterung gelesen habe. Ihre Art, wie sie ihre Geschichten erzählt, mag ich einfach unglaublich gerne.
Auch dieses Mal ist es ein äußerst kurzweiliger, erotischer und romantischer Liebesroman. Durch die bildhafte Schreibweise konnte ich sehr schnell in die Handlung eintauchen. Die liebenswerten Charaktere sind lebensecht und detailliert beschrieben, sodass ich die Gefühle mit ihnen teilen konnte. Interessante Ereignisse und Wendungen machen die Story spannend, und so fiel es mir schwer, das Buch, wenn auch nur kurz, aus der Hand zu legen. Denn auch dieses Mal hat mich die Lektüre sehr berührt.
Zwar lässt sich dieses Buch auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gut lesen, jedoch ist es, zum besseren Verständnis der Zusammenhänge, ratsam, mit Teil eins zu starten.
Von mir gibt es 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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