Wenn der nackte Wahnsinn System hat
Carl's Doomsday ScenarioNach dem grandiosen Einstieg in diese völlig abgedrehte Welt beweist Matt Dinniman mit dem Folgeband, dass er das Niveau nicht nur halten, sondern die Schraube des Wahnsinns noch ein gewaltiges Stück weiterdrehen ...
Nach dem grandiosen Einstieg in diese völlig abgedrehte Welt beweist Matt Dinniman mit dem Folgeband, dass er das Niveau nicht nur halten, sondern die Schraube des Wahnsinns noch ein gewaltiges Stück weiterdrehen kann. Die Geschichte wirft uns ohne Atempause zurück in die mörderische Reality-Show der Aliens. Carl und seine exzentrische Katze Princess Donut müssen sich auf der nächsten Ebene beweisen, die mit postapokalyptischen Ruinen und einem albtraumhaften Zirkus aufwartet. Dabei gewinnt das Szenario spürbar an Tiefe: Es geht längst nicht mehr bloß ums nackte Überleben und das Sammeln von Beute, sondern die politischen Verstrickungen im Hintergrund und das perfide System hinter den Kulissen werden immer deutlicher spürbar. Die Handlung bleibt durchgehend unvorhersehbar und packend konstruiert.
Dinnimans Schreibstil ist hierbei der absolute Motor des Ganzen. Er schreibt unglaublich dynamisch, direkt und verzichtet komplett auf unnötigen Ballast. Seine Wortwahl balanciert perfekt auf dem schmalen Grat zwischen bitterbösem, tiefschwarzem Humor, blutiger Action und unerwartet emotionalen Momenten. Die Dialoge – insbesondere die genialen Wortgefechte zwischen dem pragmatischen Carl und der herrlich arroganten Donut – sind pointiert gesetzt und sprühen vor Slapstick. Auch die deutsche Übersetzung transportiert diesen speziellen, rotzigen Tonfall hervorragend. Ein absolut fesselndes Leseerlebnis, das süchtig macht und einen ungeduldig auf die Fortsetzung warten lässt.