Profilbild von SiDis-Bib

SiDis-Bib

Lesejury Profi
online

SiDis-Bib ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SiDis-Bib über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2023

Actionreicher Thriller in einer der unwirtlichsten Gegenden der Welt

Der Riss
5

Ein besonderer Schauplatz, menschliche Gier, eine sensationelle Entdeckung, ein vermisster Bruder. Das ist das Rezept dieses actionreichen Thrillers von Thilo Winter.

Um was geht es?
Die Vulkanologin ...

Ein besonderer Schauplatz, menschliche Gier, eine sensationelle Entdeckung, ein vermisster Bruder. Das ist das Rezept dieses actionreichen Thrillers von Thilo Winter.

Um was geht es?
Die Vulkanologin Antonia Rauwolf wird auf die Forschungsstation Neumayer III in die Antarktis geschickt. Dort soll sie prüfen, ob ein frisch entdecktes Vulkanfeld aktiv ist. Doch Antonia hat andere Pläne. Sie möchte sich auf die Suche nach ihrem Bruder Emilio machen. Der Biologe ist mitsamt seines Kollegen Pietro Malatesta nach einer Expedition verschollen. Antonia geht entgegen aller Widerstände auf ihre aussichtslose Rettungsmission, nicht wissend was für einen Strudel an Ereignissen sie damit auslöst. Denn für Profit und Reichtum geht so mancher über Leichen.

Antonia Rauwolf ist die Protagonistin dieses Thrillers mit Zügen einer Antiheldin. Sie ist nicht glatt und lieb, sondern hat Ecken und Kanten, ist stur und bringt damit nicht nur sich, sondern auch andere in Gefahr. Den einen oder anderen Leser mag dies abschrecken. Ich persönlich mag es aber, wenn die Helden der Geschichte nicht immer strahlende Figuren sind und mitunter impulsiv und unvernünftig handeln. Zahlreiche Nebencharaktere unterschiedlichster Art versuchen mit Antonia und ihrem Verhalten klarzukommen, sie mal zu unterstützen, mal in ihre Schranken zu weisen. Mit mehr oder weniger Erfolg. Das macht auch die Beziehungen und deren Weiterentwicklung zwischen den einzelnen Charakteren so spannend.

Der Schauplatz Antarktis ist äußerst ungewöhnlich. Es ist ein sehr isolierter Raum mit vielen klimatischen Besonderheiten, die im Rahmen der Handlung erklärt werden und die Geschichte um eine zusätzliche interessante Komponente erweitert. Denn nicht immer können die Personen so agieren, wie sie es gerne möchten. Einfach, weil es das menschenfeindliche Klima nicht gestattet.

Die Geschichte liest sich leicht und flüssig und ist mehr ein actionreicher Roman als ein Wissenschafts-Thriller. Der Roman erinnert ein wenig an James Bond meets Indiana Jones & Lara Croft. Wissenschaftliche Fakten werden zwar eingestreut, aber sind nicht der Kern der Handlung. Im letzten Drittel des Buches war es mir persönlich ein bißchen zu viel Action. Hier noch eine Wendung, da noch eine Überraschung, hier noch ein Angriff, da noch eine Katastrophe. Da wäre weniger mehr gewesen. Aber sowas ist dann doch immer Geschmackssache.

Besonders hervorheben möchte ich das Nachwort des Buches, in dem auf sieben Seiten wichtige, interessante, wissenschaftliche Fakten zur Antarktis für den Leser aufbereitet worden sind. Das hat mich persönlich dazu animiert, mich noch einmal selbst mit der Antarktis auseinanderzusetzen.

Fazit:
Wer einen kurzweiligen, actiongeladenen Thriller sucht, ist hier genau richtig aufgehoben. Wer allerdings auf viele wissenschaftliche Fakten im Verlauf der Handlung hofft, sollte besser nicht zugreifen. Dieser Leser wird eher enttäuscht werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 15.02.2023

Ein tragischer Thriller, der das Herz berührt

Das makellose Mädchen
3

Lisa Unger inszeniert in ihrem Thriller ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Spannung ist garantiert.

Um was geht es?
Die junge Autorin Wren Greenwood ...

Lisa Unger inszeniert in ihrem Thriller ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Spannung ist garantiert.

Um was geht es?
Die junge Autorin Wren Greenwood ist auf der Suche nach der Liebe. Über die Dating-App Torch lernt sie Adam kennen, einen Mann, der mit seiner besonderen und geheimnisvollen Art ihr Herz im Sturm erobert. Doch plötzlich verschwindet er spurlos, seine Onlineprofile sind gelöscht. Was für ein dunkles Geheimnis verbirgt Adam? Plötzlich steht der Privatdetektiv Bailey vor Wrens Tür und eröffnet ihr, dass mehrere junge Frauen nach Dates mit Adam spurlos verschwunden sind. Was hat es damit auf sich? Wren begibt sich ungeachtet der Gefahren auf die Suche nach Adam und muss sich gleichzeitig ihrer eigenen traumatischen Vergangenheit stellen.

Mit „Das makellose Mädchen“ nimmt Lisa Unger den Leser mit auf mehrere Reisen: die Suche nach Adam, das Rätsel um die verschwundenen Frauen, die Reise in Wrens Vergangenheit, die Enthüllung von dunklen Geheimnissen, die besser verborgen geblieben wären. Wren Greenwood, die Protagonistin, ist so liebevoll dargestellt und ihre Gefühlswelt so realistisch und nachvollziehbar gezeichnet, dass man sich mit ihr auf eine emotionale Achterbahnfahrt begibt – mit ihr leidet, lacht, hofft und ihr einfach nur ein happy end wünscht. Aber man möchte sie auch so manches mal schütteln und schreien: Warum machst Du das! Das ist sicher auch der Grund, warum man einfach immer weiterlesen muss und die ganze Geschichte rund um Wren und Adam sowie die verschwundenen Frauen enthüllen möchte.

Der Roman weist einen sehr besonderen Schreibstil auf, an den man sich als Leser zuerst gewöhnen muss. Er ist in Teilen sehr artsy, fast ein wenig langatmig und die Erzählperspektive besonders. Leider ist es mir während des gesamten Buches nicht gelungen, mich mit dem Schreibstil anzufreunden, sodass das Lesen doch sehr anstrengend für mich war. Wer diesen Schreibstil allerdings mag und damit gut zurechtkommt, wird eine ganz besondere Perle unter den vielen Büchern, die veröffentlicht werden, zu lesen bekommen.

Fazit:
Eine atemberaubende Story mit einer tollen Protagonistin, mit der man einfach mitfühlen muss. Einen Stern Abzug für den besonderen Schreibstil, an den ich mich persönlich nicht gewöhnen konnte. Deswegen empfehle ich allen Krimi- und Thrillerfans da draußen, erst eine Leseprobe zu lesen. Falls Ihr mit der „Schreibe“ gut zurechtkommt, erwarten Euch viele Stunden Lesespannung bei der einen oder anderen überraschenden Wendung.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 13.01.2023

Ein Cold Case verlangt nach Aufklärung

Seelendunkel
1

Robert Bryndza nimmt uns in seinem dritten Buch der Kate-Marshall-Thrillerserie mit auf Spurensuche in einem Cold Case.

2002 verschwindet die junge, aufstrebende Journalistin Joanna Duncan spurlos aus ...

Robert Bryndza nimmt uns in seinem dritten Buch der Kate-Marshall-Thrillerserie mit auf Spurensuche in einem Cold Case.

2002 verschwindet die junge, aufstrebende Journalistin Joanna Duncan spurlos aus einem Parkhaus. Die Polizei ermittelt, doch die wenigen Spuren laufen ins Leere und der Fall wird kalt. 13 Jahre später klingelt bei der ehemaligen Polizistin Kate Marshall in ihrer neu gegründeten Detektei das Telefon. Joannes Mutter Bev beauftragt Kate und ihren Partner Tristan Harper damit, herauszufinden was für 13 Jahren geschah. Bev glaubt selbst nicht, dass ihre Tochter noch am Leben ist, doch sie möchte herausfinden, warum und wie Joanna sterben musste, die Leiche finden und endlich damit abschließen. Kate und Tristan begeben sich auf Spurensuche, wühlen sich durch alte Polizeiakten, befragen Zeugen und tauchen immer tiefer in die Vergangenheit ein, die ihre Fühler bis in die Gegenwart ausstreckt.

Mit „Seelendunkel“ hält der Leser bereits Band 3 der Thrillerserie rund um die Ermittlerin Kate Marshall in den Händen, die allerdings völlig unabhängig voneinander lesbar sind. Kate und Tristan sind zwei Ermittler ganz nach meinem Geschmack. Durch Erlebnisse in der Vergangenheit haben sie ihre kleinen Ecken und Kanten. Durch liebenswerte Spleens, wie den Turnschuh-Tick von Tristan schließt man die Hauptcharaktere sofort ins Herz. Aber auch die Nebencharaktere wie Bev, Bill, Noah und mehr, werden von Robert Bryndza so gezeichnet, dass man schnell ein klares Bild vor Augen hat und insbesondere im Fall von Bev ihre Gefühle und ihre Situation nachvollziehen kann.

Das Buch ist flüssig geschrieben und nimmt den Leser auf die spannende Ermittlungsreise des ungleichen Detektivduos mit. Bis auf einige kürzere Abschnitte, fesselt es den Leser und ist ein Pageturner. Die Handlung selbst lädt den Leser zum Miträtseln und Spekulieren ein. Schnell hat man seine eigene, kleine Verdächtigenliste, die sich im Laufe des Buches immer wieder ändert bzw. erweitert – bis zum Höhepunkt des Buches. Denn der hat noch einmal eine überraschende, aber sehr schlüssige Wendung auf Lager. Mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten

Fazit:
Das Buch ist für alle Krimi- und Thrillerfans bestens geeignet. Insbesondere Leser, die gerne selbst miträtseln und spekulieren und überraschende Wendungen am Ende lieben, werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Auch True Crime Fans und Fans von Cold Cases finden hier viele spannende und entspannte Lesestunden.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 16.12.2022

Krimispannung à la Agatha Christie

Die Dreitagemordgesellschaft
0

Ein Toter in der Bibliothek! Das ist der fulminante Auftakt zu „Die Dreitagemordgesellschaft“ von Colleen Cambridge, ein klassischer Who-done-it-Krimi im Stil von Agatha Christie 😊

Doch um was geht es ...

Ein Toter in der Bibliothek! Das ist der fulminante Auftakt zu „Die Dreitagemordgesellschaft“ von Colleen Cambridge, ein klassischer Who-done-it-Krimi im Stil von Agatha Christie 😊

Doch um was geht es in diesem Krimi genau?
In Mallowan Hall, dem herrschaftlichen Sitz von Max Mallowan und seiner Frau Agatha Christie Mallowan wird ein Toter in der Bibliothek entdeckt. Erstochen mit einem Füllfederhalter! Phyllida Bright, die Haushälterin der Mallowans, die diese für sie gar nicht so schockierende, Entdeckung der Leiche gemacht hat, stellt schnell fest, dass die Polizei unbedingt ihre Hilfe bei den Ermittlungen benötigt. Denn es gibt jede Menge Verdächtige, beherbergen die Mallowans doch Gäste. Doch wer von ihnen ist der Mörder und vor allem warum? Nach bester Agatha Christie Manier ermittelt ihre Haushälterin Phyllida Bright, verfolgt ihre eigenen Spuren, befragt das Personal und strengt ihre kleinen grauen Zellen an, um den Mörder zu finden.

Die Protagonist Phyllida Bright ist ein herrlicher Charakter, unkonventionell, nicht auf den Mund gefallen und selbstbewusst ermittelt sie sich durch den Fall. Da dürfen auch die kleinen, aber feinen Wortgefechte mit dem Butler Mr Dobble und dem neuen Chauffeur Mr Bradford nicht fehlen, die den Leser zum Schmunzeln bringen. Ebenso wie die eine oder andere unangenehme Situation, in die sich Phyllida reinmanövriert, aber die sie auch bravourös und charmant löst. Und dann sind da noch die Gespräche mit ihrer alten Freundin und gefeierten Krimiautorin Agatha Christie, die den Mord in ihrer Bibliothek gleich als Idee für einen neuen Roman notiert.

Das Buch selbst liest sich wie ein klassischer Who-done-it-Krimi à la Agatha Christie. Es werden viele Details geschildert und Befragungen wiedergegeben, sodass der Leser beim Miträtseln voll auf seine Kosten kommt. Zwar hat das Buch an der einen oder anderen Stelle einige Längen, aber meistens ist es sehr spannend und regt zum schnellen Weiterlesen an. Auch das Ende hält noch die eine oder andere Überraschung für den Leser bereit. Genau das, was man sich bei einem Krimi wünscht!

Fazit:
Wer schon immer wissen wollte, woher Agatha Christie ihre Idee zum „Toten in der Bibliothek“ hatte 😉, klassische Who-done-it-Geschichten liebt, nette verschrobene Charaktere schätzt und das gute alte England mag, wird diesen Krimi lieben. Und der Nachfolger ist schon in Planung. Phyllida Bright ermittelt weiter!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 26.11.2022

Spionage-Krimi der Extraklasse – topaktuell

EAST. Welt ohne Seele
0

Grandioser Auftakt der EAST-Trilogie. Jens Henrik Jensen entführt uns in eine Welt voller Spionage, Ost-West-Konflikten und Korruption. Ein Thema, das gerade heutzutage wieder so aktuell wie lange nicht ...

Grandioser Auftakt der EAST-Trilogie. Jens Henrik Jensen entführt uns in eine Welt voller Spionage, Ost-West-Konflikten und Korruption. Ein Thema, das gerade heutzutage wieder so aktuell wie lange nicht mehr ist.

Jan Jordi Kazanski, der einsame Wanderer auf dem Cover, ist kaltgestellter Agent der CIA, depressiv, dem Alkohol sehr zugetan und nicht darum bemüht seinen Kollegen oder Chefs in irgendeiner Form zu gefallen. Doch er ist brillant und erhält deswegen, trotz seiner negativen psychologischen Bewertung, eine letzte Chance – er muss in Krakau „die Witwe“ finden und ihr ein paar Fragen stellen. „Die Witwe“ eine ehemals wichtige Informantin der CIA, hat die Organisation um Hilfe gebeten und ist nun seit einiger Zeit komplett abgetaucht. Was zunächst nach einem einfachen Job klingt, bekommt bald eine bittere Note, denn Kazanski entkommt nur knapp einem Mordanschlag. Und welche Rolle spielt die mysteriöse Xenia Pizlo Larsen, die bei ihm im Hotel wohnt? Kazanski gräbt immer tiefer, um dem Geheimnis um „die Witwe“ auf die Spur zu kommen.

Das Buch rund um Jan Jordi Kazanski und „die Witwe“ hat alles, was ein Leser von Spionage-Krimis sich wünschen kann: Ost-West-Konflikt, mehrere konkurrierende Geheimdienste, Verbrecherorganisationen und eine Welt am Abgrund. Der spannungsgeladene, aber auch witzig-bissige Schreibstil passt zu der actionreichen Geschichte und dem ungewöhnlichen Agenten in der Hauptrolle. Auch wenn das Konzept des depressiven Ermittlers mit Alkoholproblemen nichts Neues ist, so ist einem Jan Kazanski mit seiner bissig-sarkastischen Art gegenüber der Obrigkeit und eigentlich der ganzen Welt sofort sehr sympathisch. Xenia Pizlo Larsen ist die charmante, höfliche Komponente des ungleichen, aus einem Zufall heraus entstandenen Agenten-Duos. Sie verfolgt ihre eigenen Ziele. Und dann ist da noch die Vielzahl an erfolgreichen und weniger erfolgreichen Gegenspieler, insbesondere „die Witwe“ als Kopf einer gigantischen Verbrecherorganisation.

Jens Henrik Jensen hat den Auftakt dieser Trilogie bereits 1997 geschrieben als Polit-Thriller und Spionage-Geschichten Trend waren. Endlich – 25 Jahre später – wurde die EAST-Trilogie auch in Deutsch übersetzt. „Welt ohne Seele“ bildet den Auftakt, gefolgt von „Auf tiefem Grund“ (August 2023) und „Jagd im Zwielicht“ (November 2023). Die Geschichte hat nichts von Ihrer Spannung eingebüßt und ist aufgrund der derzeitigen politischen Situation wieder topaktuell.

Fazit:
Das Buch bietet Fans von Polit-Thrillern, Spionage-Geschichten und allen Freunden der Spannungsliteratur, die gerne mal eine Abwechslung zu den üblichen Krimis und Thrillern suchen, viele spannende Lesestunden in einem Umfeld, das wieder zum aktuellen Zeitgeschehen passt. Ein actionreicher Roman, spannungsgeladen und dabei sarkastisch-bissig, der einfach Lust auf mehr EAST macht! Ich freue mich schon sehr auf Band 2 und 3 der Trilogie.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere