Ein Vermisstenfall in der „Stadt der Liebe“ verlangt Aufklärung
Missing in Paris - Wo ist Nina?Cis Meijer entführt uns in ihrem Jugendbuch „Missing in Paris – Wo ist Nina?“ in das wunderschöne Paris von heute und lässt uns gemeinsam auf Spurensuche nach einer Vermissten gehen.
Um was geht es?
Lotte ...
Cis Meijer entführt uns in ihrem Jugendbuch „Missing in Paris – Wo ist Nina?“ in das wunderschöne Paris von heute und lässt uns gemeinsam auf Spurensuche nach einer Vermissten gehen.
Um was geht es?
Lotte erhält eine Postkarte von ihrer großen Schwester Nina, die in Paris als internationales Model durchstarten möchte. An sich ist das nichts Schlimmes, wäre da nicht dieser eine Satz: Grüß Mama von mir. Die Mama, die die Familie bereits vor Jahren verlassen und keinen Kontakt mehr hat. Als Lotte auf der Karte noch ein eingeritztes HLP entdeckt, ist sie vollständig alarmiert und überzeugt, dass Nina in Schwierigkeiten steckt. Sie überredet ihren Vater gemeinsam mit ihr nach Paris zu reisen. Dort vor Ort begibt sie sich auf eine gefährliche Spurensuche. Wird sie ihre Schwester finden? Und ist diese wirklich in Gefahr?
Lotte ist die Protagonistin des Buches. Zielstrebig, wie sie es aus dem Sport kennt, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Dabei geht sie nicht immer diplomatisch vor und schlägt somit den einen oder anderen mit ihrer direkten Art vor den Kopf. Sie lernt eine Vielzahl interessanter Personen kennen, über die man als Leser gerne mehr erfahren würde. Leider sind die Begegnungen immer nur von sehr kurzer Dauer. Und da sind wir auch schon bei einem der größten Probleme der Geschichte. Interessante Charaktere tauchen nur sehr kurz auf oder werden sehr oberflächlich beschrieben. Ebenso die Beziehungen dieser Personen zu Lotte oder Nina, sofern letztere diese gekannt hat. Das ist extrem schade, nimmt es doch der Story in meinen Augen einiges an Tiefe und Spannung. Eigentlich hat man, außer bei Lotte, nicht das Gefühl, jemanden der anderen Haupt- und Nebenpersonen überhaupt kennengelernt zu haben, abgesehen vom Hund Vatan von dem wir fast noch am meisten erfahren.
Das andere Problem ist die Ausarbeitung der Story. Die Idee und das Konzept des Buches sind wirklich toll. Aber die Geschichte an sich wirkt nicht wirklich auserzählt, Szenen, Personen, Gespräche hätten viel mehr beschrieben werden können. So fehlt dem ganzen Buch die Dynamik und Spannung, eines reiht sich ans andere ohne Highlights zu setzen.
Wie Ihr es sicher schon raus lest: Leider konnte das Buch meine Erwartungshaltung nicht erfüllen. Ich habe schon viele Jugendbücher gelesen, mochte die Leseprobe und die Beschreibung als „nervenaufreibender Thriller mit Sogwirkung“. Leider habe ich das nicht erlebt. Die Charaktere sind farblos geblieben. Die Idee der Story war toll, aber hätte detaillierter ausgearbeitet werden müssen und insgesamt hat mir Spannung und Dynamik gefehlt. Das Buch hat vor sich hingeplätschert, obwohl es wirklich Potenzial zu viel mehr gehabt hätte.
Fazit:
Das Buch war ganz nett zum Zwischendurchlesen. Wer atemberaubende Spannung sucht, ist hier aber auch als Jugendlicher nicht gut aufgehoben. Da würde ich lieber die Finger weglassen und mir etwas anderes suchen. Als leicht zu lesendes Buch im Urlaub am Strand eignet es sich aber durchaus und ist unterhaltend. Insgesamt ein solides Buch, das leider viel Potenzial verschenkt hat.