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Veröffentlicht am 25.11.2018

Wie ein achtziger Jahre Horrorfilm

Die Party
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Zweiunddreißig Jahre ist es her, seit Brandon eine Halloweenparty im Glasbungalow seines Vaters abgehalten hat. Heute ist es wieder soweit neben ihm gibt es zehn weitere damalige Freunde, die er erneut ...

Zweiunddreißig Jahre ist es her, seit Brandon eine Halloweenparty im Glasbungalow seines Vaters abgehalten hat. Heute ist es wieder soweit neben ihm gibt es zehn weitere damalige Freunde, die er erneut zu einer Party eingeladen hat. Doch niemand weiß eigentlich so genau, worum es geht, denn es ist ewig her, dass sie sich gesehen haben und seitdem sie alle ihre Wege gegangen sind. Damit die Party so authentisch wie nur möglich wird, müssen die Gäste alle ihre Handys abgeben. Aber als Brandon das Fest wie eins mit einer spannenden und schockierend wirkenden Showeinlage beginnt, geschieht ein Unglück. Plötzlich stehen die einstigen Freunde in einem fremden Haus, ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt, denn der Bungalow steht fernab und einsam auf einer Insel auf einem Felsplateau. Als die Partygäste dann noch eine mysteriöse Botschaft ihres Gastgebers erhalten, wird ihnen klar, diese Party bringt den Tod und es soll nur einer überleben.
Meine Meinung
Ein schlichtes, düsteres Cover, das gleich meine Aufmerksamkeit erweckte und das mich neugierig machte, als ich las, worum es hier gehen soll. Das Grundthema klingt sehr spannend und auch ein wenig gruselig und so fühlte es sich dann auch beim Lesen ein wenig an. Denn ich kam mir hier vor, wie in einem Gruselfilm der Achtzigerjahre und ich könnte mir auch absolut vorstellen, dass sich dieses Buch als Film richtig gut machen würde.
Der Einstieg in den Thriller fällt sehr leicht, denn es wird gleich mit einigen rätselhaften Momenten aufgewartet. Auch der Schreibstil an für sich macht es leicht, der Geschichte zu folgen. Allerdings tat ich mich hier hin und wieder etwas schwerer, den Perspektiven zu folgen. Denn diese ergeben keine klare Linie und während man einer handelnden Person zuschaut, bekommt man noch ab und an die Gedanken einer ganz anderen Person geliefert. Genau aus diesem Grund aber könnte ich mir vorstellen, dass es als Film wirklich gut passen könnte, als Buch verlangt es ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit. Trotzdem ist die Sprache leicht, geradlinig und verständlich.
Der Beginn nimmt den Leser gleich mit auf eine spannende Reise auf die Insel, allerdings wechselten sich für mich die spannenden Momente mit Momenten ab, die zu langatmig wurden. All die Rückblicke in die Vergangen-heit der Gäste, die sich während der Gespräche untereinander entwickelten, waren einfach für mich nicht so wichtig, für die Handlung in der Gegenwart. Zwar wusste man dadurch mehr über die Beziehungen untereinander, aber sie machten zu wenig neugierig auf die Ereignisse von vor zweiunddreißig Jahren. Diese blieben einfach zu sehr im Hintergrund, dabei hätte diese Story einiges zu bieten gehabt.
Die Atmosphäre der Geschichte kam immer mal wieder durch, bekam aber noch nicht so viel Tiefe, dass ich mich wirklich gegruselt hätte. Wobei dies natürlich dann auch wieder reine Geschmackssache ist, denn was für den einen ruhig etwas gruseliger wirken könnte, ist für den anderen schon zu hart. Alles in allem konnte ich mir die Umgebung sehr gut vorstellen und somit auch mein Kopfkino genügend in Gang setzen. Die wirklich blutigen Szenen halten sich in Grenzen und somit ist die Geschichte auch durchaus auch für Leser mit nicht ganz so starken Nerven, auch wenn es mal den ein oder anderen Schocker gab.
Erzählt wird das Ganze aus den unterschiedlichsten Perspektiven, auch hier hatte ich wieder den Eindruck, dass dies wie in einem Film dargestellt wird. Man wechselt hier zwischen den einzelnen Gästen, dem Gastgeber und Momenten aus der Vergangenheit. Die wirkliche Auflösung bekommt man allerdings wirklich erst am Ende und ich muss sagen, ich bin hier absolut nicht drauf gekommen, wer nun wirklich dahinter steckt.
Die Charaktere waren hier vielzählig, wobei es keinen wirklichen Protagonisten gab, bzw. wobei sich erst im letzten Drittel einer etwas mehr in den Vordergrund schob. Ansonsten bleiben die Charaktere alle auf einem Level und ohne viel Tiefgang, was mich aber bei einem Thriller dieser Art nicht wirklich stört, denn hier liegt einfach der Schwerpunkt mehr auf den Ereignissen und den Hintergründen. Alles in allem blieben die Charaktere auf einem vorstellbaren Level, die ihre Rollen, die sie in der Geschichte darstellten, gut darstellten.
Mein Fazit
Wer authentische und reale Thriller mag, der dürfte hier eher weniger Freude haben, denn die Geschichte wirkt an manch einer Stelle durchaus sehr haarsträubend. Für einen Thriller a la Gruselschocker hätte es noch ein wenig dichter in der Atmosphäre sein können, allerdings wurde vieles zumindest so gut dargelegt, dass mein Kopfkino seinen eigenen Gruselfilm daraus gemacht hat. im großen und ganzen konnte mich die Geschichte durchaus ganz gut unterhalten und ich muss sagen, dass ich es mir tatsächlich gut als Film vorstellen könnte.

Veröffentlicht am 25.11.2018

Rundum gelungener Dilogieabschluss

Die Vereinten
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Achtung, Band 2 der Dilogie – inhaltliche Spoiler zu Band 1!

Einst lebte Rain gemeinsam mit ihrer Mutter Storm als Ghost am Rande von Grey, doch dann änderte sich ihr Leben, als sich herausstellte, dass ...

Achtung, Band 2 der Dilogie – inhaltliche Spoiler zu Band 1!

Einst lebte Rain gemeinsam mit ihrer Mutter Storm als Ghost am Rande von Grey, doch dann änderte sich ihr Leben, als sich herausstellte, dass sie die Tiberius Tochter ist und somit die Prinzessin von Hope. Noch ist es nicht allzu lange her, dass über Hope die Rebellion tobte und sowohl Rain als auch ihr Freund Lark haben herbe Verluste erlitten. Doch der Kampf um die Herrschaft über Hope ist noch lange nicht vorbei, während im Hintergrund noch immer die Rebellen versuchen, ihre Strippen zu ziehen, sind sich auch die Führer Hopes nicht einig. In mitten all dessen steht Rain und weiß nicht, wem sie überhaupt noch trauen kann. Lediglich Lark, der sie einst verriet, scheint noch auf ihrer Seite, oder?
Meine Meinung
Das Cover passt einfach nur perfekt zu dem ersten Band und nebeneinander sehen diese Bücher einfach toll aus. Ausserdem gehört “Die Vereinten” zu einem der von mir am sehnsüchtigsten erwarteten Bücher in diesem Jahr, denn der erste Band der Dilogie “Die Perfekten” war im vergangenen Jahr mein absolutes Überraschungshighlight.
Der Einstieg in den zweiten Band fiel mir recht leicht, denn er knüpft beinahe nahtlos an den ersten Teil an, allerdings ist schon ein wenig Zeit vergangen und man kann sowohl Rain als auch Lark in ihrer “neuen” Umgebung beobachten. Hin und wieder gibt es kleinere Einstreuungen, die Bezug auf die Vergangenheit nehmen, allerdings ohne sich dabei in Details zu verlieren.
Caroline Brinkmanns Schreibstil ist einfach nur klasse, denn sie schafft es, dass Bilder der Geschichte lebendig werden, überlässt dem Leser aber auch genug Raum für eigene Fantasien. Sprachlich ist es jung und modern und trotz all der dramatischen Ereignisse spürt man doch auch einen gewissen Humor, z. B. wenn sie Rain mit ihrer Mutantenmanguste Pi agieren lässt. Somit ist die Geschichte perfekt für jüngere Leser, aber auch spannend genug für Erwachsene.
Die Spannung der Geschichte ist gleich vom ersten Augenblick an gegeben, offene Fragen aus Band 1 werden geklärt und als Leser erfährt man hier einiges über die Hintergründe. Die Grundspannung begleitet den Leser auch gerade immer in den Momenten, in denen Rain und Lark vor Entscheidungen stehen. Wem können sie vertrauen oder gibt es vielleicht nur noch sie selbst? Was sollen sie tun, um sich wirklich richtig zu entscheiden? Was ist richtig, was ist falsch? All das beschäftigt auch den Leser selbst in der Geschichte, allein auch aus dem Grund, dass man sich seit dem ersten Band doch sehr verbunden mit den Protagonisten fühlte.
Wie auch schon zuvor begleiten wir aus abwechselnder Perspektive Rain und Lark, hin und wieder werden auch noch weitere Sichten gezeigt, die ebenfalls die Spannung mit steigern. Man darf hier durchaus noch miträtseln, welche Geheimnisse noch hinter den Mauern von Hope auf die Menschen warten und ja, auch dabei trifft man auf die ein oder andere Überraschung.
Der dritte Person Erzähler lässt die Ereignisse rund um die Protagonisten und den sie begleitenden Nebenfiguren lebendig und authentisch wirken. Wie schon im ersten Band konnte ich vieles vor mir sehen, mich aber auch in die Charaktere einfühlen. Gerade Rain, oder eher Rajana, ist mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen.
Rain ist eine sehr mitreißende Protagonistin, die durchaus mehr als nur Ecken und Kanten hat, denn hinter ihrem Auftreten steckt eine unglaublich tapfere und mutige junge Frau, die gerade im Moment auch sehr unter dem Verlust der Mutter, bzw. der Frau, die sie Zeit ihres Lebens als Mutter kannte, leidet. Hat man ihr Vertrauen, so kämpft sie bis aufs Blut für denjenigen, doch Vertrauen schenkt sie nicht so leicht. Sie ist eine Heldin, mit der man sich schnell verbunden fühlt und mit ihr mitzittert.
Lark ist, genau wie Rain, eine sehr gut und detailliert ausgearbeitete Figur, die in der gesamte Geschichte immer wieder vor Entscheidungen gestellt wird, die wohl niemand treffen möchte. Für seine Familie und allen voran für seine Schwester Rose, würde er wirklich alles geben und gerät dabei so manches Mal in Schwierigkeiten.
Neben Rain und Lark gibt es eine kleinere Menge gut ausgearbeiteter Nebencharaktere, wie z. B. Cassian, die ebenfalls dafür sorgen, dass der Leser zwischen Vertrauen und Flucht vor diesem steht. Man weiß hier wirklich kaum, ob und wem man trauen kann und wird auch hier letzten Endes von dem ein oder anderen überrascht.
Rose und auch Mutantenmanguste Pi sorgen auch in diesem Teil wieder dafür, dass dem Leser zwischendurch das Herz aufgeht. Rose mit ihrer offenen, kindlichen Art, Pi mit seinem Mut und wie er seiner Rain treu ergeben ist.
Mein Fazit
Eine absolut gelungene Fortsetzung der Dilogie, deren Ende nicht besser hätte gewählt sein können. Hier passte für mich einfach alles sehr gut zusammen, sei es der lockere, mitreißende Schreibstil oder die Verbundenheit zu den Charakteren. Man fiebert hier mit und man leidet mit und wem man sein Vertrauen schenken soll, bleibt dem Leser genau wie den Protagonisten immer wieder ein Rätsel. Eine tolle Dystopie sowohl für jüngere als auch für erwachsene Leser, die ich sehr gerne weiterempfehlen möchte.

Veröffentlicht am 21.11.2018

Aussergewöhnliche Abenteuergeschichte

Planspiel Beta-Atlantis
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Der Planet Beta-Atlantis ist die Heimat der Ichtyos, dem Menschen ähnliche Wesen, die auch im Wasser leben. Dieser Planet dient den Menschen für das wohl größte Rollenspiel aller Zeiten und wird gleichzeitg ...

Der Planet Beta-Atlantis ist die Heimat der Ichtyos, dem Menschen ähnliche Wesen, die auch im Wasser leben. Dieser Planet dient den Menschen für das wohl größte Rollenspiel aller Zeiten und wird gleichzeitg von diesen erforscht. Denn Beta-Atlantis bietet eine Welt, wie die unsere vor fünfhundert Jahren. Teils riesige Schiffe segeln über die riesigen Ozeane der fremden Welt und “kämpfen” gegeneinander, um Punkte für das Spiel zu sammeln. Als eines Tages die junge Juniya in dieser fremden Welt zu sich kommt, weiß sie zunächst gar nicht, wie ihr geschieht, denn sie befindet sich an Bord eines der großen Schiffe, der Fairbanks. Diese wird von Captain Skye Collins geführt und dieser entpuppt sich als Juniyas Retter, denn es scheint, als würde es jemand gar nicht gut mit der jungen Frau meinen. Auch sonst scheint plötzlich so einiges ganz anders in dem großen Planspiel zu laufen und sogar die friedlichen Ichtyos scheinen Geheimnisse zu verbergen. Was steckt hinter all den Geheimnissen auf Beta-Atlantis und dem dort stattfindenden Rollenspiel?
Meine Meinung
Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Coverlover bin und das Cover von Planspiel – Beta Atlantis ist wirklich eine richtige Augenweide und macht extrem neugierig auf die Geschichte.
Dank Hedy Loewes sehr fesselnden und lockeren Schreibstils fiel es mir leicht, in die geheimnisvolle Welt der Ichtyos einzutauchen und es wird schnell spannend und abenteuerlich.
Denn was mir an dieser aussergewöhnlichen Geschichte richtig gut gefallen hat und auch einmal etwas komplett anderes bietet, ist die aussergewöhnliche Welt, die die Autorin erschaffen hat. Während ich mir beim Lesen vorkam, als würde mir jeden Moment Captain Sparrow von einem der Segelschiffe zuwinken, ist es doch gleichzeitig eine Welt, die in unserer Zukunft spielt. Die Menschen haben längst begonnen, Planeten ausserhalb der alten Heimat zu erforschen. In Planspiel Beta-Atlantis verbirgt sich die Forschung zum großen Teil auch hinter dem Rollenspiel. Doch ein Bild, was hier wirklich vor sich geht, bekommt der Leser erst nach und nach. Eins kann ich sagen, Hedy Loewe hat hier wirklich an alles gedacht und verknüpft ihre unterschiedlichen Erzählstränge sehr geschickt miteinander, bis man zumindest erste Ahnungen bekommt, was hier vor sich geht.
Das Planspiel ist sehr spannend und schnell merkt man, dass hinter all dem noch sehr viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick erahnt. Man steht vor Intrigen, vor Spielführer, dessen wirkliche Macht sich den Spielern noch gar nicht richtig erschließt und einer ganzen Menge Geheimnisse, von denen noch lange nicht alles Preis gegeben wird. Es ist eine Abenteuergeschichte, die viel auf den Meeren spielt, mit neuen Völkern und Meerwesen, die man hier kennenlernen darf. Auch ein bisschen was fürs Herz gibt es hier, allerdings lässt die Autorin ihren Protagonisten Zeit und im Vordergrund bleibt das Rollenspiel voller Momente, die den Leser miträtseln lassen.
Die Geschichte darf man aus unterschiedlichen Perspektiven erleben, welche von einem dritte Person Erzähler geschildert werden. Man erhält einen großen Blick auf das gesamte Geschehen, lernt dadurch die einzelnen Charaktere kennen und bekommt vor allem einen guten Blick auf die fremde Welt.
Die Charaktere bieten genau wie die fremde Welt, eine spannende Mischung und sind nicht sofort zu durchschauen. Captain Skye Collins ist ein wirklich toller männlicher Protagonist, loyal, mutig, heldenhaft, setzt er sich sowohl für seine Manschaft, aber auch für andere ein, wenn er Ungerechtigkeit vermutet. Doch auch Skye umgeben Geheimnisse, die ihn noch interessanter werden lassen. Durch die junge Juniya muss Skye sich eingestehen, dass er der Liebe doch noch nicht abgeschworen hat, doch auch Juniya umgeben eine ganze Menge Geheimnisse. Juniya bleibt über weite Strecken sehr geheimnisvoll, auch wenn ich ihre Art sehr liebenswert fand. Aber neben diesen beiden Charakteren gibt es noch eine Vielzahl weiterer Personen, die alle gut ausgearbeitet sind und die neugierig werden lassen, wie sie weiterhin Einfluss auf die Handlung nehmen werden. Hier ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick erscheint und die Geschichte und deren Charaktere halten so einige Überraschungen für den Leser parat.
Mein Fazit
Eine tolle neue Geschichte, die mich mit der abenteuerlichen Idee des Planspiels und der fremden Welt völlig begeistern konnte. Charaktere mit Ecken und Kanten und vor allem mit Geheimnissen lassen dem Leser in der Geschichte viel Raum zum Miträtseln, aber auch zum Mitfiebern. Beta-Atlantis und die Segelschiffe kurbeln die Fantasie beim Lesen so richtig an und lassen die Bilder im Kopf lebendig werden. Ein toller Reihenbeginn, der mich gespannt auf weitere Abenteuer zurücklässt.

Veröffentlicht am 21.11.2018

Thrillertipp!

Ein Spiel für Gewinner
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Als Emilia, die Freundin des jungen Kilian Kaiser, Selbstmord begeht, kann dieser es kaum glauben. Er beginnt nachzuforschen, was die junge Frau so weit gebracht haben soll, um diesen Schritt zu gehen ...

Als Emilia, die Freundin des jungen Kilian Kaiser, Selbstmord begeht, kann dieser es kaum glauben. Er beginnt nachzuforschen, was die junge Frau so weit gebracht haben soll, um diesen Schritt zu gehen und stösst auf etwas unglaubliches: eine App mit einem Internetspiel, welches fünfzehn Aufgaben enthält, doch um das Spiel zu gewinnen, musst du sterben. Mit diesem Verdacht wendet sich Kilian an die Polizei, wo er zunächst jedoch nur belächelt wird. Bis der nächste Selbstmord geschieht, der alle erschüttert. Ermittler Alexander Dornfeld und sein Kollege können nicht weiter die Augen verschließen und beginnen an Kilians Theorie zu glauben. Das Spiel für Gewinner existiert tatsächlich und findet immer mehr Spieler.
Meine Meinung
Oh, dieses Cover, es sieht absolut erschreckend und beängstigend aus und macht dementsprechend neugierig, so dass auch ich nicht widerstehen konnte und wissen musste, worum es in diesem Buch geht.
Schon der Beginn ist sehr spannend und fesselt gleich von der ersten Seite an. Dabei nehmen sich die Autorinnen durchaus eine gewisse Zeit, um zumindest die wichtigsten Figuren ihres Thrillers vorzustellen, so dass man sich gleich ein Bild von ihnen machen kann.
Der Schreibstil liest sich locker und flüssig und durch die gewählte Zeit, die Gegenwart, hat man das Gefühl, hier mitten drin zu stehen. Man ist förmlich live bei den Ermittlungen, aber auch bei manch einem furchtbaren Ereignis dabei. Hin und wieder konnten mich die Autorinnen so erschüttern, dass ich am liebsten die Hände vor die Augen geschlagen hätte. Nicht, weil es so detailreich blutig beschrieben wäre, sondern wegen der Details, die sie nicht direkt beschreiben, aber doch so einbauen, dass man ein lebhaftes Kopfkino erhält. Somit ist es, was den reinen Ekelfaktor betrifft, zwar noch im erträglichen Bereich und doch ist es nicht unbedingt für Leser mit schwachen Nerven geeignet. Thrillerfans dürften hier auf ihre Kosten kommen.
Wie bereits erwähnt, ist es gleich von Beginn an sehr mitreißend, doch die Spannung steigert sich kontinuierlich, bis hin zu einem regelrechten Showdown. Ich habe dieses doch sehr umfangreiche Buch in einem Rutsch gelesen und konnte es erst aus der Hand legen, als die letzte Seite gelesen war. Allein das reicht schon, um darzustellen, wie sehr mich die Autorinnen fesseln konnten. Immer wieder gibt es Überraschungen und Wendungen, selbst im privaten Bereich der Personen, die ich in keinster Weise vorausgeahnt hätte.
Die Perspektiven wechseln zwischen unterschiedlichen Personen, man ermittelt gemeinsam mit Dornfeld, erfährt aber auch von dessen Privatleben. Man verfolgt aber auch, wie Kilian Kaiser beginnt, das Spiel für Gewinner zu spielen und auch aus der Perspektive des sogenannten Spielmachers erfährt man einiges. Trotzdem hatte ich nicht die geringste Ahnung, was und wer hinter dem ganzen stecken könnte und tappte gemeinsam mit den Ermittlern im Dunkeln und musste zusehen, wie die Situation sich immer mehr zuspitzt. Der Fall an für sich bietet einmal etwas ganz anderes und weist auch durchaus auf die Gefahren hin, die in all unserem Online-Dasein versteckt sein könnten.
Aus der Ich-Perspektive darf der Leser hier das Geschehen verfolgen, was dazu führt, dass man sich sehr gut mit den Figuren verbunden fühlt, selbst wenn man manch eine Handlung nicht unbedingt nachvollziehen kann oder eher möchte.
Alexander Dornfeld als Ermittler hat mir sehr gut gefallen. Er ist mit Leib und Seele bei der Sache und dadurch kommt vor allem sein Privatleben oft zu kurz. Als alleinerziehender Vater eines Teenagers hat er es alles andere als leicht und doch ist er so fest in seinem Beruf eingebunden, dass seine Beziehung zu seinem Sohn kurz vor einem Zusammenbruch steht. Trotzdem war er mir mit seiner loyalen Art sehr sympathisch und ich konnte seinen Konflikt zwischen Berufs- und Privatleben sehr gut nachvollziehen. Auch Kilian Kaiser war eine sehr interessante Figur, bei dem ich nicht immer wusste, in welche Richtung er mich letzten Endes führen würde. Er ist durchaus sehr hartnäckig, aber ich habe jeden seiner Schritte durchaus verstehen können.
Neben diesen beiden Figuren gibt es noch einige weitere Charaktere, die alle insgesamt so weit ausgearbeitet wurden, wie sie es benötigten für den Einfluss, den sie auf die Handlung nahmen. Alles in allem ware sie glaubwürdig und authentisch.
Mein Fazit
Dies war mein erstes Buch der beiden Autorinnen und ich bin sehr froh, dass ich, mehr oder weniger auf Grund des Covers, darüber gestolpert bin. Mir hat dieser Psychothriller extrem spannende Lesestunden bereitet und ich war durchweg gefesselt, mal vor lauter Schock, mal vor Nervenkitzel. Wer Thriller, bzw. Psychothriller mag, der sollte unbedingt einmal zu einem Buch der Autorinnen greifen. Absoluter Lesetipp!

Veröffentlicht am 17.11.2018

Erschreckend

Die Elemente des Todes
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Tod durch Erwürgen, Tod durch eine Kugel in den Nacken, Tod unter einer Hebebühne – auf den ersten Blick scheinen die Morde, zumal sie keinerlei Muster aufweisen, nichts miteinander zu tun zu haben. Doch ...

Tod durch Erwürgen, Tod durch eine Kugel in den Nacken, Tod unter einer Hebebühne – auf den ersten Blick scheinen die Morde, zumal sie keinerlei Muster aufweisen, nichts miteinander zu tun zu haben. Doch als Ermittler Kiefer Larsen immer mehr über die einzelnen Hintergründe erfährt, ahnt er, wer dahinter stecken könnte. Doch bisher gelingt es ihm einfach nicht, Motive hinter den Taten zu finden. Er muss immer tiefer in die abgründigen Gedanken der vermutlichen Täter abtauchen und bekommt ein grauenhaftes Ergebnis, denn die Täter sind scheinbar noch lange nicht fertig mit ihren Morden. Wird es Larsen gelingen, die Täter zu stellen?
Meine Meinung
Ein True-Crime-Thriller, dessen Cover schon ein wenig schaurig aussieht, sprach mich gleich auf den ersten Blick an und es macht sehr neugierig. Dazu kamen dann noch die Hintergründe der beiden Autoren: einen Tatortautoren und einen leitenden Ermittler einer Mordkommission, die mich dann wirklich gespannt auf das Buch machten.
Der Einstieg fällt zwar vom reinen sprachlichen recht leicht, da der Schreibstil einfach und gut verständlich ist, machte mich aber auf Grund vieler und teilweise extrem schneller Zeitsprünge und dadurch auch Perspektiven-wechsel äußerst konfus. Erst nach einer Weile folgten die Sprünge nicht mehr so schnell aufeinander und so langsam ergab das Gelesene auch ein Bild.
Wie erwähnt, fand ich den Schreibstil sehr gut und flüssig zu lesen, hält man sich dann vor Augen, dass die Ereignisse im Buch auf wahren Begebenheiten beruhen, hat es sogar ein wenig Gänsehautpotential. Manch eine etwas detailreich beschriebene Szene ist nichts für Leser mit schwachen Nerven, hält sich aber durchaus noch in Grenzen.
Dadurch, dass ich den Beginn noch sehr verwirrend fand, dauerte es ein wenig, bis für mich Spannung aufkam. Doch so nach und nach entwickelt sich ein Sog und man verfolgt gespannt, ob es den Ermittlern gelingen wird, den Fall noch aufzuklären. Leider schweiften die Autoren immer Mal wieder zwischendurch zu sehr in Richtung Leben des leitenden Ermittlers ab, was ich wiederum nicht ganz so interessant fand. Hier hätte es gerne ein wenig straffer gestaltet werden können. Doch die detailreich erzählten Szenen und vor allem die wirklich gut ausgearbeiteten Charaktere konnten mich dann doch zufrieden stellen.
Erzählt werden hier die unterschiedlichsten Perspektiven, mal bekommt der Leser die Sicht der Ermittler, mal die Sicht der Täter, von denen man recht schnell erfährt, um wen es sich da handelt und deren Darstellungen schon sehr gut gelungen sind. Aber man erlebt auch etwas aus der Sicht der Opfer, bzw. eines Opfers und das macht es für mich eh immer sehr spannend.
Die Charaktere, vor allem Daniel Becker, fand ich sehr gut ausgearbeitet. Als Leser bekommt man hier einen sehr intensiven Blick auf die Psyche des Täters. Daniel Becker ist arrogant, skrupellos, durchweg von sich überzeugt und manipulierend, aber man erlebt ihn auch von einer anderen Seite, nämlich wenn es um seine Schwester, die eine geistige Behinderung hat, geht. Sein Partner und Freund seit Kindertagen, Moritz Vogel, war hier ein Mitläufer, der Becker regelrecht hörig war. Dieses Zusammenspiel der beiden Täter ist schon sehr erschreckend, aber da man auch weiß, dass es so auf realen Ereignissen basiert, ist es noch einmal mehr erschreckend. Auch die weiteren Personen der Handlung bekommen ein detailliertes Leben, so dass auch diese authentisch sind.Gerade auch Ermittler Larsen wird noch einmal ausführlich gezeichnet. Alles in allem hatte ich beim Lesen durchaus klare Bilder vor Augen.
Mein Fazit
Alles in allem konnte mich dieses Buch vor allem auf Grund der wahren Begebenheiten erschrecken. Durch die klaren Charakterzeichnungen erfährt man hier so einiges über Täter, Opfer, Zeugen und Ermittler und hat dadurch einen guten Einblick in das Geschehen. Zwar war mir der Anfang noch zu verwirrend und hier und da gab es auch kleinere Längen, doch im großen und ganzen las sich der True-Crime-Thriller sehr spannend. Wer vor den detailliert beschriebenen, aber auch realen Taten der beiden Männer nicht zurückschreckt, wird hier gute Unterhaltung finden.