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Veröffentlicht am 28.12.2017

Über das "Ganz" werden

Was uns ganz macht
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Morgan ist siebzehn Jahre alt und eigentlich ist sie ein sehr selbständiger Mensch, auch wenn sie ein Aussenseiter ist, steht sie doch rein äußerlich fest mit beiden Beinen auf dem Boden. Doch Morgan ...

Morgan ist siebzehn Jahre alt und eigentlich ist sie ein sehr selbständiger Mensch, auch wenn sie ein Aussenseiter ist, steht sie doch rein äußerlich fest mit beiden Beinen auf dem Boden. Doch Morgan hat ein Geheimnis, denn sie kam nicht makellos zur Welt, stattdessen wurde sie mit einem einzigartigen Gendefekt geboren, den man aber auf dem ersten Blick nicht wahrnimmt und der sie doch immer wieder dazu zwingt, sich in ärztlicher Überwachung zu begeben. Doch dann an einem gewöhnlichen Abend in einem Club fasst sie all ihren Mut zusammen und zeigt der Öffentlichkeit ihre Unvollkommenheit. Von heute auf morgen steht sie plötzlich im Mittelpunkt, vor allem im Internet wird ihr Makel heiß diskutiert. Dadurch wird auch eine weitere Ärztin mit einem ganz besonderen Patienten auf Morgan aufmerksam. Howie, so heißt der Patient, scheint mit dem entgegegesetzten Makel geboren und ihr perfektes Gegenstück zu sein. Doch ob die Beiden wirklich so perfekt zueinander passen?
Meine Meinung:
Bei diesem Buch macht das recht schlicht gehaltene Cover sehr neugierig, aber vor allem schon der Titel zeigt, dass es hier um ein besonderes Thema geht. Kendra Fortmeyer schreibt eine Geschichte über zwei ungewöhnliche Jugendliche, die ganz eindeutig anders sind, als andere. Mit viel Gefühl, aber auch mit einer flotten und jugendlichen Sprache verpackt die Autorin ihre Geschichte, so dass sie auch für den jugendlichen Leser ansprechend wirkt. Doch auch als Erwachsener wird man hier von der Geschichte angezogen, denn sie spiegelt hervorragend wieder, wie die Öffentlichkeit auf Andersartigkeit reagiert. All das fängt die Autorin gekonnt ein und schafft dadurch eine Atmosphäre, die so einigen Jugendlichen, auch ohne Gendefekt, bekannt vorkommen dürfte.
Die Geschicht ist recht glaubwürdig erzählt, wobei ich zugeben muss, dass ich doch so einige Momente voausahnen konnte. Wirklich gestört hat mich das beim Lesen nicht, sorgte aber an dem ein oder anderen Punkt für ein paar Längen.
In der Geschichte geht es um Morgan, die mit einer genetisch bedingten Anomalie zur Welt kam und die sie einzigartig macht. Trotz ärztlicher Überwachung und diversen Versuchen ihr zu helfen, scheint doch niemand eine Lösung zu haben. Worum es da geht, wird hier schon sehr schnell aufgeklärt, aber das ist es auch nicht, was diese Geschichte zu etwas besonderem macht. Es ist eher der Moment, in dem Morgan beginnt zu sich selbst zu finden und der Weg dorthin, denn dieser ist nicht immer leicht. Schnell spiegelt sich in abfälligen Kommentaren ein typisches Bild der Menschen wider, doch es gibt auch Personen, die zu Morgan stehen und ihr Verhalten nicht nur billigen, sondern für gut halten. Nach und nach finden sich immer mehr Personen mit makel und auch wenn diese anders sind, als die Morgans, scheint es doch so, als gäbe es nicht nur "Normalos".
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive durch die Protagonistin Morgan. Dadurch lernt man sie sehr intensiv kennen. Ich muss hier allerdings zugeben, dass sie mir nicht immer durchweg sympathisch war und ich eine gewisse Distanz über weite Strecken zu ihr halten konnte. ich könnte mir aber auch vorstellen, dass genau das auch so gewollt war, denn mit Morgans Entwicklung im Laufe des Geschehens kann man sich als Leser doch immer mehr in sie hineinversetzen.
Morgan ist also eine Mischung aus typischer Teenie mit eigenem Kopf und Mädchen, das man für ihren Mut bewundern kann. Sie wächst im Laufe der Geschichte immer mehr an sich selbst, wobei auch Howie und dessen Familie hier einen wichtigen Wendepunkt gibt.
Howie mochte ich recht gerne und er ist ein sympathischer Charakter, den ich mir gut vorstellen konnte. Aber auch Morgans Freundin, mit der sie zusammenlebt, fand ich hier eine sehr wichtige Persönlichkeit, die ebenfalls mit Einfluss auf Morgans Entwicklung nimmt. Morgans Mutter war mir lange Zeit unsympathisch, erst als sie gegen Ende über ihre eigenen Beweggründe spricht, konnte ich in sie hineindenken.
Mein Fazit:
Ein gut umgesetztes Buch über ein sehr schwieriges Thema, bei dem die Autorin mit viel Gefühl eine Geschichte über einen besonderen Menschen erzählt. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, allerdings war sie für mich hier und da etwas zu vorhersehbar. Morgan war mir nicht immer sympathisch, doch ihre Entwicklung konnte mich durchaus überzeugen. Sie ist nicht so zerbrechlich, wie man annehmen könnte, bzw. lässt dies nach aussen nicht so wirken und genau das fand ich recht glaubwürdig. Ein Buch, das perfekt für Jugendliche ist, die lernen müssen, an sich selbst zu glauben, aber auch zu vertrauen, auch wenn das nicht immer einfach ist. Für den erwachsenen Jugendbuchleser eine gut umgesetzte Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

Veröffentlicht am 28.12.2017

Lebendig und wunderbar

Glück und Glas
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07. Mai 1945, in einer Frauenklinik in München kommen zwei Mädchen zur Welt. Marion, Tochter einer mittellosen Frau, deren Vater in Kriegsgefangenschaft geriet und Lore, Tochter eines großen Schuhfabrikanten. ...

07. Mai 1945, in einer Frauenklinik in München kommen zwei Mädchen zur Welt. Marion, Tochter einer mittellosen Frau, deren Vater in Kriegsgefangenschaft geriet und Lore, Tochter eines großen Schuhfabrikanten. Trotz ihrer so unterschiedlicher Herkunft wachsen die beiden Mädchen gemeinsam auf und sind beste Freundinnen, es scheint, als könnte sich niemand zwischen ihnen stellen, selbst als sie in der Mittelstufe zumindest schulisch getrennt werden, sind sie in jeder freien Minute zusammen. Doch dann beginnt Lore ein Jurastudium und Marion gerät immer wieder auf Abwegen, auch wenn sie ein erfolgreiches Model ist, hat sie nicht immer Glück. Gerade die Liebe meint es nicht gut mit der jungen Frau und sie gerät auch dadurch immer wieder in Schwierigkeiten. Meist ist Lore für sie da, doch dann geschieht etwas, was die Freundinnen für lange Zeit entzweit. Heute feiern die Beiden ihren siebzigsten Geburtstag und Marion, genannt Moon, wartet auf Lore. Finden die Freundinnen nach all den Jahren wieder zueinander?
Meine Meinung:
Ich muss ja zugeben, dass ich anhand des Klappentextes noch so gar nicht einschätzen konnte, was hier auf mich zukam und im nachhinein kann ich sagen: es war einfach großartig. Schon mit dem Einstieg konnte mich Lilli Beck in kürzester Zeit an ihre Geschichte fesseln und so blieb es auch über die gesamte Zeit. Das Buch habe ich an einem Tag komplett durchgelesen und war in einer anderen Zeit, gemeinsam mit den Protagonistinnen Moon und Lore. Der Schreibstil ist lebendig und leicht verständlich, dadurch wird das Buch zu einem Pageturner, dessen Seiten nur so vorüberflogen. Aber dabei hat die Autorin auch ganz viel Gefühl für ihre Charaktere, man spürt ihre Verbundenheit mit den Personen regelrecht durch die Seiten und es ist, als würde ich einen schwarz-weiß Film sehen, der immer moderner und farbiger wird.
Was hier wirklich richtig gut umgesetzt wurde, ist das immer wieder Einfangen der Zeiten. Lilli Beck verknüpft ihre Geschichte mit kleinen Einstreuungen des damaligen Zeitgeschehens, wie z. B. durch Zeitungsmeldungen oder Erwähnungen der Personen, z. B. James Dean im Kino. Dadurch wird die Geschichte natürlich und glaubhaft und man hat hier das Gefühl, gemeinsam mit Marion, Moon, alles zu erleben.
Erzählt wird das Geschehen von einem Erzähler in der dritten Person, allerdings aus der Sicht Marions. Erst nach einem gewissen Zeitraum bemerkt der Leser, dass die ältere Marion von ihrem Leben erzählt, denn auf einmal ist man gemeinsam mit ihr im Jahre 2015 und wartet mit ihr in einer Wohnung auf Lore. Während des Wartens hat man genügend Zeit, mit Marion gemeinsam an vergangene Tage zu denken und mitzuerleben, was ihr alles widerfahren ist. Kurze Zeiteinblendungen zu Beginn der Kapitel zeigen dem Leser, in welcher Zeit man sich gerade befindet und so begleitet man die beiden Frauen, allerdings hauptsächlich Marion, durch ein gesamtes Leben.
Marion ist ein unglaublicher Charakter, der in mir die unterschiedlichsten Gefühle hervorgerufen hat. Mal hab ich mit ihr mitgefiebert, mal mich mit ihr geängstigt und es gab auch Momente, in denen ich sie einfach nicht mochte. Sie ist ein wirklich lebendiger Charakter, absolut authentisch und einfach immer sie selbst. Sie lässt sich nicht verbiegen und sie wächst immer mehr und selbst in Momenten, in denen es scheinbar keinen Ausweg gibt, ist sie doch authentisch. Es ist, als würde ich diesen Charakter als Person kennen und das durch und durch. Lore lernt man hier mehr oder weniger durch Marion kennen und man spürt hier deutlich die Unterschiede zwischen den beiden Frauen. Während für Lore das Leben läuft, muss Marion oft kämpfen, allerdings ist sie nie verbittert und genau das mag ich an ihr. Aufstehen, Krone richten, weitermachen, das beschreibt Marion - Moon perfekt.
Mein Fazit:
Ein wunderbares, lebendiges Buch über das Leben, über ein Leben, über Freundschaft, Liebe, Erfolg und am Boden liegen und doch wieder aufstehen. Man spürt die Liebe der Autorin zu ihren Charakteren und man ist mitten im Geschehen. Mit viel Gefühl erzählt Lilli Beck von zwei Freundinnen und deren gemeinsamen Leben, aber auch von deren getrennten Wegen. Die Zeiten werden lebendig und liefen wie ein Film vor mir ab. Danke Lilli Beck für diese wundervolle Geschichte!

Veröffentlicht am 28.12.2017

Ein Liebesbrief mit Geheimnis

Der verbotene Liebesbrief
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Bei der Beerdigung des Schauspielers Sir James Harrison lernt die junge Journalistin Joanna Haslam eine alte Dame kennen. Da es der Dame, die sich Rose nennt, übel geworden ist, kann Jo es nicht übers ...

Bei der Beerdigung des Schauspielers Sir James Harrison lernt die junge Journalistin Joanna Haslam eine alte Dame kennen. Da es der Dame, die sich Rose nennt, übel geworden ist, kann Jo es nicht übers Herz bringen, sie allein zu lassen. So verzeichtet sie auf ihren Zeitungsbericht und begleitet die ältere Dame stattdessen nach Hause. Doch dort angekommen ist Jo eher verwirrt, denn die Dame haust in einer Wohnung, die mit alten Teekisten zugestellt ist. Kurze Zeit später erhält Jo von Rose eine Nachricht und einen alten Liebesbrief und in der Nachricht bittet sie Jo um absolutes Stillschweigen über den Brief, denn sie würde sich sonst in Lebensgefahr begeben. Doch Jo ist nicht umsonst Journalistin und ihre Neugier wird jetzt erst recht angefacht. Sie ignoriert Roses Warnung und beginnt zu forschen, doch dabei gerät sie in einen Strudel voller Geheimnisse und Intrigen.
Meine Meinung:
Für viele ist Lucinda Riley ja eine der ganz besonderen Autorinnen, doch ich muss zugeben, dass dieses Buch erst mein zweites aus ihrer Feder war. Doch dieses Mal konnte die Autorin mich durchaus mit ihrer Geschichte fesseln und mitreißen und das ist bei einem Buch von 700 Seiten durchaus eine Kunst. Der Schreibstil ist sehr gefühlvoll, hat auf jeden Fall die richtige Mischung, um den Leser am Ball, bzw. in diesem Fall am Buch zu halten und neugierig zu machen. Es lässt sich auf jeden Fall leicht und gut verständlich lesen und bietet dem Leser auch so einiges an Möglichkeiten, mit um das Geheimnis zu rätseln.
Tatsächlich schafft Lucinda Riley es ganz gut, auf die gesamte Länge des Buches die Spannung aufrecht zu halten. Langeweile kommt hier nicht auf, denn Riley legt immer nur kleine Spuren an Geheimnissen und wenn mal etwas gelöst wird, steht man gleich vor neuen Fragen. Hier kommt so einiges zusammen und man muss durchaus konzentriert bleiben, um auch wirklich alle Zusammenhänge mitzubekommen. Dabei ist es aber zum Glück so gut geschrieben, dass man hier das Gefühl hat, einem Flm beizuwohnen, ausführlich, aber nicht zu detailreich, beschreibt sie Ereignisse und Personen und so nach und nach bekommt der Leser ein großes Gesambild präsentiert.
Wenn man nur den Klappentext liest, so hat man zunächst das Gefühl, dass es hier hauptsächlich um die Recherchen der Journalistin Joanna Haslam, genannt Jo, geht. Doch neben ihr gibt es doch einige Nebencharaktere, die für die Geschichte und deren Entwicklung wichtig sind. Dementsprechend wechselt Riley immer wieder die Perspektiven zwischen einigen Charakteren, auch wenn die Geschichte durch einen personellen Erzähler in dritter Person geschrieben ist.
Jo ist hier die Protagonistin, mit der der Leser gemeinsam beginnt, die Fäden in Richtung Vergangenheit aufzulösen. Erzählt wird hier aber komplett in der Gegenwart, die im Jahr 1995 spielt. Vergangenes erfahren wir eher durch gedankliche Rückblicke, nicht durch Sprünge in der Zeit. Neben Jo lernen wir noch die Enkel des Schauspielers James Harrison kennen, zum einen Zoe, eine aufstrebende, junge Schauspielerin, die ebenfalls ein Geheimnis mit sich herumträgt, zum anderen Marcus, der charmant und charismatisch erscheint, aber eher ein Lebemann ist. Aber auch Jos bester Freund Simon wird immer mal wieder ins Zentrum des Geschehens gerückt. Somit hat man hier einen guten Überblick, allerdings dauert es doch so einige Zeit, bis auch der Durchblick kommt.
Die Charaktere haben mir gut gefallen, da sie durchaus facettenreich sind und Ecken und Kanten haben. Gerade Jo als Protagonistin konnte mich mit ihrer Darstellung hier überzeugen. Auch sonst passten die Handlungen der Einzelnen hier gut in die Geschichte und waren, bis auf ganz kleine Momente, nachvollziehbar.
Das Ende der Geschichte konnte mich dann nicht ganz überzeugen und hatte etwas von einem drittklassigen Krimi, doch das ist ja eigentlich auch immer eine Geschmackssache.
Mein Fazit:
Alles in allem konnte mich Lucinda Riley über die vielen Seiten ihrer Geschichte gut unterhalten und fesseln. Das Buch ist leicht und spannend geschrieben und bietet genügend bildliche Details, so dass ich hier ein deutliches Kopfkino beim Lesen hatte. Die Charaktere haben mir gut gefallen und brachten Abwechslung in die Geschichte. Die Geschichte selber steckte voller Geheimnisse und Rätsel und ließ mich mitraten, was damals wirklich geschah. Ein Buch, das ich gerne empfehle.

Veröffentlicht am 20.12.2017

Gelungene Fortsetzung

AMANI - Verräterin des Throns
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Achtung: Band 2 einer Reihe, es könnten Spoiler bezüglich des Inhalts zu Band 1 vorhanden sein!

Amani hat es geschafft und ist gemeinsam mit den Rebellen entkommen und auch ihre Wunde ist verheilt. Nur ...

Achtung: Band 2 einer Reihe, es könnten Spoiler bezüglich des Inhalts zu Band 1 vorhanden sein!

Amani hat es geschafft und ist gemeinsam mit den Rebellen entkommen und auch ihre Wunde ist verheilt. Nur Jin ist spurlos verschwunden und das ohne Amani Bescheid zu geben. Auch wenn mit dem Sultan Waffenstillstand vereinbart wurde, so wissen doch auch die Rebellen, dass danach nicht immer gehandelt wird. Nach einem schrecklichen Verrat gerät sie in Gefangenschaft und mit ihren Fähigkeiten als Demdji wird sie ausgerechnet in den Palast des Sultans verkauft. Ab hier gilt nur noch eines: überleben um jeden Preis, doch das ist gar nicht so leicht, denn im Palast herrschen Gefahren und Intrigen an allen Stellen.
Meine Meinung:
Auch bei Band 2 gefällt mir das Cover ausserodentlich gut und es passt hier einfach perfekt zur Geschichte. Nachdem ich bereits vom ersten Band restlos begeistert war, konnte mich, nach kleinen Einstiegsschwierigkeiten, auch Band 2 wieder restlos begeistern. Die Einstiegsschwierigkeiten liegen hier einfach auch ein wenig daran, dass das Buch wieder mittendrin einsteigt und es mir erstmal schwer fiel, herauszufinden, wo ich gerade bin und was da passiert. Nun strömten auch zusätzlich noch die Namen recht vieler Charaktere auf mich ein, die ich doch nochmal nachschlagen musste. Dabei kam mir hier das Personenregister zu Beginn des Buches wie gerufen und dadurch fiel es dann auch nicht mehr so schwer, wieder durchzublicken. Spätestens nach 100 Seiten war ich dann auch wieder völlig hin und weg von Amani und ihrer Geschichte. Zum Teil liegt das hier auch durchaus an dem wirklich mitreißenden Schreibstil Alwyn Hamiltons, denn dieser ist absolut flüssig zu lesen und hat auch so ein bisschen was von einer Mischung aus Märchen von tausend und einer Nacht und moderner Sprache. Somit ist das Buch absolut spannend für Fantasyleser, sowohl im jugendlichen Alter als auch für Erwachsene.
Spannend ist es hier beinahe durchweg, allein schon der Einstieg ist wieder achtiongeladen und temporeich und so geht es auch immer weiter. Zwischen Phasen, bei denen man ganz stark mit Amani mithofft und mitzittert, weil sie sich mitten im Intrigenpool befindet und Phasen, in denen noch einmal mehr an der Spannungsschraube gedreht wird, fliegt man nur so durch die Geschichte. Einige Überraschungen und Unwägbarkeiten hält die Autorin auch im zweiten Band für den Leser bereit und so kommt hier zu keiner Zeit Langeweile auf.
Das Worldbuilding ist der Autorin hier wieder sehr gut gelungen, denn sowohl die teilweise sehr aussergewöhnlichen Charaktere als auch die komplette Umgebung konnte ich mir sehr gut vorstellen. Was mir dabei sehr gut gefällt, ist, dass die Autorin sich hier nicht in endlosen Details verliert, sondern auch genügend Raum lässt für eigene Vorstellungen. Trotzdem wirkt alles lebendig und vorstellbar und zieht einmal mehr in die Geschichte. Das gesamte Bild: Magie, Wüste, tolle Charaktere, der Palast des Sultans mit seinem Überfluss, die Armut der Bevölkerung, der Glanz und der Aufstand - hier passt einfach alles wunderbar zueinander und konnte mich begeistern.
Wie schon in Band 1 ist auch im zweiten Teil wieder Amani die Erzählerin der Geschichte und zwar aus der Ich-Perspektive. Ich fühlte mich schon von Anfang an mit ihr als Erzählerin sehr wohl, denn Amani ist eine durchweg interessante und gelungene Persönlichkeit.
Amani ist eine wirklich gelungene Protagonistin, auf der einen Seite die Rebellin, der blauäugige Bandit und auf der anderen Seite die Frau, die sich in den Rebellenprinz verliebt hat. Diese Mischung finde ich rundum gut, auch sonst mag ich sie unheimlich gerne, ihr vorlautes Mundwerk, dass sie doch immer wieder in Schwierigkeiten bringt, ließ mich auch hier immer wieder schmunzeln. Aber man merkt ihr auch deutlich an, dass sie gewachsen ist, sowohl an ihren magischen Fähigkeiten, als auch sonst in ihrer Persönlichkeit. Jin, der Rebellenprinz, ist hier ein wundervoller Gegenpart, wobei hier die Liebesgeschichte nicht, wie leider viel zu oft in Fantasygeschichten, zu stark in den Vordergrund rückt. Trotzdem ist sie greifbar und glaubwürdig und man fiebert hier mit den Beiden durchaus mit.
Neben Amani und Jin gibt es so einige Nebencharaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Eigenschaften und auch wenn ich hier und da mal nachsehen musste, wer es war und was er konnte, waren sie doch besonders und ungewöhnlich und runden den gesamten magischen Part der Geschichte einmal mehr ab.
Mein Fazit:
Mir hat dieses Buch, genau wie Teil 1, absolut gut gefallen und brachte mir spannende Unterhaltungen und abwechslungsreiche Lesestunden. Zugegeben, der Einstieg war ein wenig schwierig, was aber einfach auch an der Vielzahl der Charaktere liegt und an dem etwas überraschenden Setting, das ich so nach dem Ende von Band 1 nicht erwartet hättet. Amani und Jin sind mir sehr ans Herz gewachsen und auch sonst fiebere ich hier durchweg für die Rebellen und ihre Mission. Wer Band 1 mochte, wird auch von Band 2 begeistert sein. Allerdings kann man Band 2 nicht lesen, ohne den ersten Teil zu kennen, also unbedingt mit Band 1 anfangen. Ein weiteres Lieblingsbuch für mich!

Veröffentlicht am 17.12.2017

Berührende Geschichte

Der Herzschlag deiner Worte
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Alex, ein junger Musiker, der gemeinsam mit seiner kleinen Tochter Leni in einer kleinen Wohnung lebt, ist seit dem plötzlichen Tod seines Vaters in einem Tief. Doch bei der Beerdigung des Vaters lernt ...

Alex, ein junger Musiker, der gemeinsam mit seiner kleinen Tochter Leni in einer kleinen Wohnung lebt, ist seit dem plötzlichen Tod seines Vaters in einem Tief. Doch bei der Beerdigung des Vaters lernt er seine Patentante, die er völlig aus den Augen verloren hatte, erneut kennen. Jane, so heißt sie, ist ein lebenslustiger Mensch, der es schafft, Alex aus seinem Tief hervorzuholen und das, obwohl sie selbst an einer schweren Krankheit leidet: ALS, eine Nervenkrankheit, bei der man die Kontrolle über die eigenen Muskeln verliert. Durch Jane bekommt sein Leben allerdings noch eine weitere, völlig ungeahnte Wendung, denn er lernt Maila kennen. Eine junge Frau, die ihn völlig fasziniert und die ihn, trotz aller Gefühle, auf Abstand hält. Auch bei Jane wird immer mehr klar, dass sie Alex etwas verheimlicht. Dieser begibt sich nun auf Spurensuche und deckt dabei so langsam alle Geheimnisse auf.
Meine Meinung:
Der Herzschlag deiner Worte ist bereits mein drittes Buch der Autorin Susanna Ernst und auch hier konnte sie mich in kürzester Zeit wieder mit ihrer Geschichte gefangen nehmen. Der Einstieg fiel mir sehr leicht, auch wenn ich hier etwas überrascht war, wie es begann und mit welcher Perspektive. Doch genau damit konnte die Autorin mich auch vom ersten Augenblick an berühren. Auch sonst hat sie wieder mit sehr viel Gefühl und Gespür für das Besondere eine Geschichte geschrieben, die ans Herz geht. Der Schreibstil ist sehr einfühlsam, beinahe schon sanft und doch dabei flüssig zu lesen und fesselnd.
Der Inhalt der Geschichte konnte mich schnell fesseln. Hier gibt es wieder viele Geheimnisse der einzelnen Charaktere und man verfolgt die Aufdeckung dieser so nach und nach. Dabei ist es spannend erzählt und es geht hier wieder um ganz viele Themen: Liebe, Freundschaft, Vertrauen, aber auch Verluste gibt es in dem Buch und dadurch bekommt es sehr viel Lebendigkeit. Natürlich gibt es auch immer wieder Überraschungen und Wendungen, so dass hier keinerlei Langeweile beim Lesen entsteht.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, bei dem der Leser einen tiefen Einblick in bereits vergangene Tage erhält, aber auch vom aktuellen Geschehen gefesselt wird. So beginnt die Autorin geschickt die Geheimnisse der Vergangenheit aufleben zu lassen und diese in der Gegenwart zu lösen.
Wie auch in bereits bekannten Geschichten lässt Susanna Ernst hier vieles vom Schicksal bestimmen. Das macht zusätzlich ein wenig nachdenklich, denn wenn man an das Schicksal glaubt, dann gibt es hier auf jeden Fall Beweise dafür. Es gibt hier die berühmte emotionale Achterbahnfahrt für den Leser und Susanna Ernst brachte mir mit ihrer Geschichte Momente zum Schmunzeln, aber auch zum Weinen.
Die Charaktere waren absolut toll und facettenreich. Jeder hat hier seinen persönlichen, wichtigen Part und man lernt die Personen sehr gut kennen. Seien es die so unterschiedlichen Geschwister Alex und Cassie, die doch immer wieder zusammenhalten oder Jane oder Maila. Jeder wirkte lebendig und detailreich genug, um greifbar zu bleiben. Ich gehe hier auch gar nicht zu sehr ins Detail, weil man diese Personen einfach selber kennenlernen sollte.
Mein Fazit:
Eine wunderschöne, sehr emotionale Geschichte, die mir Momente zum Lächeln und auch zum Weinen brachte. Interessant und lebendig, aber auch mit ganz viel Einfühlungsvermögen erzählt die Autorin hier von einer Familie und all ihren Geheimnissen. Zusammenhalt, Freundschaft, Liebe, Vertrauen und noch viel mehr spielt hier eine wichtige Rolle. Eine Geschichte, die zu Herz geht und die ich sehr gerne weiterempfehlen möchte an alle, die Liebesgeschichten mit viel Gefühl und Tiefe mögen.