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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2025

Zu wenig Spannung (2,5 Sterne)

Verlassen
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Zum 100. Geburtstag des eigentlich schon verstorbenen Patriarchen der Familie Snaeberg in einem weit abgelegenen Hotel in Island. Die Familie gehört zu den sehr reichen und somit bekannten Familien Islands. ...

Zum 100. Geburtstag des eigentlich schon verstorbenen Patriarchen der Familie Snaeberg in einem weit abgelegenen Hotel in Island. Die Familie gehört zu den sehr reichen und somit bekannten Familien Islands. Doch wie so oft, ist es auch bei der Familie Snaeberg mehr Schein als Sein und so gibt es so manche Probleme der einzelnen Familienmitglieder und auch untereinander sind sie sich nicht unbedingt wohlgesonnen. Aber sie haben fast alle etwas gemeinsam, Alkohol und Drogen. Als einer von ihnen verschwindet, erscheint die Kriminalpolizei und beginnt zu ermitteln.
Verlassen wird als der vierte Band der mörderischen Island Reihe beschrieben, doch dieses Buch hat mit der Reihe rund um Ermittlerin Elma nichts gemeinsam außer dem Schauplatz Island.
Der Schreibstil der Autorin Eva Björg Ægisdóttir liest sich auch hier wieder gewohnt flüssig, was es mir dann doch auch erleichtert hat, beim Lesen des Buches. Denn ich muss zugeben, dass der Inhalt für meinen Lesegeschmack zu wenig Spannung hatte.
Richtig gut gefiel mir wieder die Atmosphäre rund um das Hotel und um Island. Gerade durch die Beschreibungen der kargen Landschaft mitten in einem Sturm, wird die Einsamkeit und Isolation des Hotels noch einmal mehr unterstrichen.
Verlassen ist kein typischer Krimi, man kann hier eher weniger miträtseln und auch Ermittlungen ereignen sich eher nebensächlich. Vielmehr liegt der Fokus hier auf einzelnen Familienmitgliedern, aber auch ein richtiges Familiendrama oder eine Familienstudie ist es nicht. Vielmehr wird beleuchtet, wieviel Fassade in der Öffentlichkeit aufrechterhalten wird und das die Realität doch oftmals ganz anders aussieht. Dadurch blieb aber die Spannung eher fern und wirklich Plottwists gab es auch nicht.
Die Perspektiven wechseln zwischen unterschiedlichen Familienmitgliedern und zwischendurch zu den Ermittlungen. Durch das Kennenlernen der Gedanken gleich von so vielen Personen, konnte man zwar ein wenig mehr das Agieren untereinander verstehen, aber dafür blieben mir die einzelnen Personen viel zu blass. Jeder einzelne von ihnen hat eigene Sorgen und Probleme, die sich durch die Handlung ziehen, diese aber leider dadurch auch zäh werden lässt.
Mein Fazit: Optisch hätte ich es sofort der Krimireihe rund um Ermittlerin Elma eingeordnet. Doch hier war mir schnell klar, dass die Bücher nicht im direkten Zusammenhang stehen. Somit kann dieses Buch durchaus ohne irgendwelche Kenntnisse gelesen werden. Für meinen Geschmack war es allerdings kein reiner Krimi, sondern eher eine Erzählung über eine reiche Familie und deren Schein und Sein.

Veröffentlicht am 05.04.2025

Toll geschrieben

The First to Fall
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Die Schwestern Aurora und Emilia waren schon immer unzertrennlich, doch hatten sie völlig andere Ansichten über ihr Leben. Während Aurora in einem selbst umgebauten Van durch die Welt tourt, studiert Emilia ...

Die Schwestern Aurora und Emilia waren schon immer unzertrennlich, doch hatten sie völlig andere Ansichten über ihr Leben. Während Aurora in einem selbst umgebauten Van durch die Welt tourt, studiert Emilia in Wien. Doch plötzlich erhält Aurora eine schlimme Nachricht: Emilia ist beim Wandern in den Bergen tödlich verunglückt. Unverzüglich macht sich Aurora auf den Heimweg, doch hier hält sie es nicht aus, sie muss den Ort, an dem ihre Schwester starb sehen. Kaum dort angekommen, begegnet sie Jakob und ohne es zu wissen, dass er mehr über Emilias Unfall weiß, kommen die beiden sich langsam näher.
Ich war schon ein großer Fan der Breaking Waves Reihe und ganz gespannt auf die neue Geschichte aus der Feder von Kristina Moninger.
Auch hier gelingt es der Autorin fesselnd und flüssig zu erzählen und durchaus auch sehr jugendlich. Beim Lesen dürften sich also sowohl jüngere, als auch etwas erwachsenere Leser wohl fühlen.
Das Setting in den Bergen wurde sehr atmosphärisch dargestellt und ich fühlte mich gleich mitten ins Geschehen gesetzt.
Auch die Spannung ist vom ersten Augenblick an da, man ahnt schon an den Kapitelüberschriften, dass gleich was Schlimmes passiert und auch was passiert, aber warum wird dann natürlich auch erst im Laufe der Geschichte immer deutlicher.
Aus wechselnden Perspektiven zwischen Jakob und Aurora erfahren wir dann mehr. Während Aurora immer mehr versucht herauszufinden, was passiert ist, leidet Jakob nicht nur am geplatzten Traum von Olympia, sondern auch an Schuldgefühlen.
Ich fand beide Protagonisten unheimlich gut gezeichnet und habe beiden abgenommen, wie sie sich geben. Das Aurora unter dem Verlust der Schwester leidet, spürt man in ihrem alltäglichen Leben nicht, doch es gibt so einige Anzeichen.
Natürlich ist Jakob, der ein geübter Kletterer ist und dafür sogar nach Olympia sollte, zunächst sehr verschlossen und abweisend, doch nach und nach beginnt er sich Aurora gegenüber zu öffnen.
Die Geschichte zwischen den beiden fand ich wirklich gelungen, auch dass hier nicht von Knall auf Fall gleich die große Liebe ausbrach.
Mein Fazit: The first to fall ist ein wirklich absolut gelungener New Adult Roman mit ganz leichtem Suspense Anteil. Das Buch liest sich absolut leicht und locker und man fliegt nur so durch die Seiten. Aurora mochte ich vom ersten Augenblick an und konnte mich auch gut in ihre Gefühlswelt reindenken. Jakob ist anstrengender, auch wenn ich seine Beweggründe natürlich verstehen konnte. Mir hat das Buch richtig gut gefallen und ich gebe gerne eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 05.04.2025

Mysterythriller (3,5 Sterne)

LAKE – Das Haus am dunklen Ufer
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Casey Fletcher ist eine berühmte Schauspielerin, doch nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes, ist sie am Boden zerstört. Immer häufiger greift sie zum Alkohol, selbst vor Auftritten und so nimmt sie sich ...

Casey Fletcher ist eine berühmte Schauspielerin, doch nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes, ist sie am Boden zerstört. Immer häufiger greift sie zum Alkohol, selbst vor Auftritten und so nimmt sie sich eine Auszeit in ihrem Haus am See. Auch hier wird es nicht besser, doch als im Haus gegenüber ein berühmtes Model, Katherine, mit ihrem Ehemann einzieht und sie sich anfreunden, scheint es bergauf zu gehen. Nicht nur, dass die beiden sich anfreunden, Casey hat auch abendlich von ihrer Veranda aus nun festgestellt, dass sie die Nachbarn gut beobachten kann. Doch eines Abends beobachtet sie merkwürdiges im Haus gegenüber und am nächsten Tag ist Katherine verschwunden.
Ich bin ein großer Fan von Riley Sager und habe mittlerweile so einige Thriller aus seiner Feder gelesen. Bevor ich mit Lake begann, hatte ich schon mehrfach gehört, dass sein neuestes Buch mystischer sei, allerdings hat er schon immer gerne ein wenig mit dem Übernatürlichem in seinen Büchern gespielt. Also störte mich der Gedanke daran nicht allzu sehr.
Der Einstieg ins Buch fiel recht leicht, Sager schreibt gewohnt flüssig und weiß mit gezielten Momenten Spannung zu erzeugen.
Das gewählte Setting, ein schwer erreichbarer, leicht düsterer See, an dem nur wenige Menschen leben, ist geradezu dafür geschaffen, Mystery mit einzubauen.
Der Thriller beginnt ruhig, Sager nimmt sich Zeit, seine Protagonistin vorzustellen und zwar mit allen Ecken und Kanten. Erst ganz langsam baut sich Spannung auf, die sich auch etwas steigern kann. Auf den berühmten Plottwist hatte ich regelrecht gewartet und dank einer spoilernden Rezension wusste ich auch, worum es geht. Somit war ich also nur sehr wenig überrascht, so richtig konnte mich dieser Moment nicht überzeugen, aber es blieb doch recht spannend.
Casey ist keine Heldin, ganz im Gegenteil, sie ist Alkoholikerin und ihre Gedanken kreisen ständig um dieses Thema. Das hat der Autor sehr glaubhaft dargestellt und ich empfand das als durchaus überzeugend. Das macht Casey allerdings nicht zu einer Sympathieträgerin, war aber trotzdem gut gezeichnet.
Es gab hier noch eine überschaubare Anzahl an Nebencharakteren, die auf die Handlung den passenden Einfluss nahmen, aber im Großen und Ganzen auch Nebencharaktere blieben.
Mein Fazit: Es war vielleicht nicht das spannendste Buch aus der Feder von Riley Sager, doch der Autor weiß absolut, wie man eine düstere Atmosphäre und authentische Charaktere erschafft. Das Mystische ist natürlich Geschmackssache, aber doch auch irgendwie etwas, mit dem der Autor gern ein seinen Büchern spielt. Ich fand das Buch gut, auch wenn ich durchaus noch bessere Bücher aus seiner Feder gelesen, trotzdem bietet Lake gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 05.04.2025

Sehr süße Geschichte

Mismatch
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Am College in der Kleinstadt Hopeville ist ein neuer Star in der Basketballmannschaft, Austin. Doch Austin hat ein Geheimnis und würde sich gerne völlig im Hintergrund halten. Doch er hat nicht mit Joyce ...

Am College in der Kleinstadt Hopeville ist ein neuer Star in der Basketballmannschaft, Austin. Doch Austin hat ein Geheimnis und würde sich gerne völlig im Hintergrund halten. Doch er hat nicht mit Joyce gerechnet. Diese will Journalistin werden und setzt wirklich alles daran, Austins Geheimnis auf den Grund zu gehen. Dabei müssen beide feststellen, dass sie doch viel mehr gemeinsam haben, als gedacht. Doch da ist noch Joyces Bruder und dieser ist alles andere als ein Fan von Austin.
Der Einstieg in die Geschichte fällt absolut leicht, denn Autorin Laura Willud schreibt sehr gefühlvoll und fesselnd. Auch sonst hat sie ein ganz besonderes Händchen dafür, ihre Charaktere lebendig werden zu lassen.
Die Geschichte ist ein Sportsromance, Austin ist Basketballer, Joyce will Sportjournalistin werden. Doch auch wenn man die beiden hin und wieder bei den Spielen begleitet, steht die Romance, aber auch Austins Geheimnis im Mittelpunkt. Worum es sich dabei handelt, habe ich mir gleich gedacht, war also eher vorhersehbar, aber die Romance steht auch im Vordergrund.
Das Kleinstadt Setting liebe ich ja sehr und das hat mir auch hier sehr gut gefallen. Ich habe mich in Hopeville sehr wohl gefühlt und würde gerne mal bei Austins Oma Kaffee trinken.
Die Perspektiven wechseln hier zwischen Austin und Joyce, so dass man ihre Gefühle und Gedanken intensiv miterlebt.
Joyce ist lebenslustig und voller Energie, doch als Sportjournalistin in einem von Männern dominierten Sport wird sie nicht allzu ernst genommen. Austin ist eher ruhig und verschlossen, was natürlich auf sein Geheimnis beruht. Das Ganze hätte man etwas intensivieren können, aber so war es ebenfalls passend.
Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten fand ich perfekt gelungen. Auch das die Romanze absolut slow burn ist und Zeit benötigt, passt hier hervorragend.
Von den Nebencharakteren war Austins Oma mein Star, sie ist so sweet, da habe ich mich gleich wohlgefühlt.
Mein Fazit: Für mich war MisMatch eine zuckersüße Geschichte, die sich flott lesen lässt und unheimlich tolle Charaktere bietet. Vielleicht hätte das Basketballthema intensiver werden können, doch wer eine cozy Romance sucht, wird hier fündig.

Veröffentlicht am 04.04.2025

Gelungener Auftakt

A Curse so Divine – Die Nacht, die uns verschlingt
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Seit einem Fluch vor siebenhundert Jahren liegt Ligeias Heimat im Dunkeln. Sie würde alles dafür geben, ihre Welt von diesem Fluch zu befreien, doch dafür muss sie erst an die Universität von Aethra. In ...

Seit einem Fluch vor siebenhundert Jahren liegt Ligeias Heimat im Dunkeln. Sie würde alles dafür geben, ihre Welt von diesem Fluch zu befreien, doch dafür muss sie erst an die Universität von Aethra. In Aethra ist es Frauen allerdings nur erlaubt zu bleiben, wenn sie einen Mann haben. Was für ein Glück, dass sie in einer Höhle dem schlafenden Gott Absinthion begegnet. Dieser kann sich jedoch weder an seine Vergangenheit noch wie er in die Höhle gekommen ist, erinnern. Gemeinsam schmieden sie einen Plan, Absinthion gibt sich als Ligeias Verlobten aus, so dass sie studieren kann, dafür hilft sie ihm, zurück zu den Göttern zu kehren. Doch dass ihre Schicksale enger mit einander verknüpft sind, als sie auch nur geahnt hätten.
Dieses wundervolle Cover und die Tatsache, dass dieses Buch von Emily Bähr geschrieben wurde, machte mich sofort neugierig.
Dieses Buch ist eine High Romantasy und besticht durch ein umfangreicheres Worldbuilding, so dass man erstmal ein wenig Zeit benötigte, um sich in der Handlung zurechtzufinden. Doch dank des wirklich leichten Schreibstils gelingt auch das recht schnell.
Das Worldbuilding ist so gut und bildlich beschrieben, dass man die karge Landschaft, in der höchsten etwas Silberdorn wächst, sich sehr gut vorstellen kann. Aber auch Aethra, nebst Uni, das wesentlich luxuriöser ist, konnte ich mir gut vorstellen.
Das Magiesystem ist spannend und ausgefeilt und wer Tropes wie Star-Crossed-Lovers und Forced Proximity mag, wird hier auf seine Kosten kommen.
Der Point of view wechselt hier zwischen den beiden Protagonisten Ligeia und Apsinthion, die jeweils aus der Ich-Perspektive die Handlung wiedergeben und die man dadurch intensiv kennenlernt.
Ligeia ist eine toughe Persönlichkeit, die nicht aufgibt und sich auch, trotz widrigster Umstände, nicht unterkriegen lässt. Apsinthion ist zunächst ein hochnäsiger, nerviger Gott, doch im Laufe der Story ändert er sich und ist zum Dahinschmelzen.
Mein Fazit: Tolle Charaktere, ungewöhnliche Idee und ein spannendes Magiesystem machen dieses Buch zu etwas besonderem und der fiese Cliffhanger zum Schluss, lässt mich gespannt auf Teil 2 wartend zurück. Unbedingt lesen!