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Veröffentlicht am 04.11.2025

Unglaublich starke Atmosphäre

House of Hollow - Ein Horror-Fantasy-Roman
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Einige Jahre ist es bereits her, dass die drei Hollow Schwestern bei einem Spaziergang am Silvesterabend spurlos verschwanden. Das sie allerdings nach einem Monat wieder auftauchen, nackt und ohne Erinnerungen, ...

Einige Jahre ist es bereits her, dass die drei Hollow Schwestern bei einem Spaziergang am Silvesterabend spurlos verschwanden. Das sie allerdings nach einem Monat wieder auftauchen, nackt und ohne Erinnerungen, damit hätte niemand gerechnet. Doch dies ist nicht die einzige Veränderung an ihnen, ihr Haar wurde weiß, ihre Augen dunkel und ihre Schönheit betört jeden. Nun sind die beiden älteren Schwestern, Grey und Vivi ausgezogen und nur noch Iris lebt allein bei ihrer Mutter, seitdem ihr Vater starb. Nun ist Grey, die älteste Schwester und erfolgreiches Model, wieder verschwunden. Iris und Vivi müssen in ihren Erinnerungen suchen, was damals wirklich geschah, um Grey wiederzufinden.
Fantasy mit Horrorelementen? Da gab es für mich keinen Weg dran vorbei und ich war extrem neugierig auf dieses Buch.
Der Prolog ist mega spannend und spiegelt schon in einem ersten Eindruck die Atmosphäre wider, die den Leser hier erwartet.
Dieser Schreibstil zieht in seinen Bann, er ist unglaublich flüssig, dabei bildlich für das passende Kopfkino und düster und doch hoffnungsvoll. Die Mischung ist wirklich richtig gelungen.
Das gesamte Setting wirkt irgendwie bedrückend und der ein oder andere Augenblick bringt Gänsehautstimmung. Ich hatte zwar eine kleine Ahnung, was damals mit den Schwestern wirklich geschah, aber dazu verrate ich an dieser Stelle nichts. Die Idee dahinter ist aber absolut gelungen und trotz aller Phantastik hervorragend rübergebracht, so dass hier sehr authentisch wirkt.
Die Handlung hat eine ganz eigene Dynamik, es ist keine Geschichte, bei der sich die Ereignisse überschlagen oder man vor atemloser Spannung kaum Zeit zum Umblättern findet. Stattdessen ist sie ein bisschen unheimlich, mysteriös und punktet mit einem eher subtilen Horror, der auf den Punkt gebracht wird.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Iris begleiten wir durch die Geschichte. Als jüngste der Schwestern fällt es ihr am schwersten, sich an die Ereignisse zurückzuerinnern und dementsprechend tappen wir gemeinsam mit ihr durchs Dunkle und decken Stück für Stück auf, was wirklich geschah.
Iris ist sehr sympathisch, eher ruhig und ausgeglichen und auch verantwortungsbewusst. Ihre Schwestern hingegen sind rebellisch und kümmern sich nicht darum, was andere von ihnen halten. Trotzdem sind die drei tief miteinander verbunden und füreinander da. Die innige Zuneigung der Schwestern fand ich richtig gut und authentisch.
Es gibt nur wenige Nebencharaktere, z. B. Iris Mutter, die diese beschützen will oder Greys Freund Tyler, der zunächst noch oberflächlich scheint, aber ein Herz aus Gold hat.
Mein Fazit: Ein Buch das mit fein eingestreuten Horrorelementen und unglaublich viel Atmosphäre daherkommt und dass man kaum aus der Hand legen möchte. Auch wenn ich eine grobe Ahnung hatte, Was wirklich geschah, bringt die Geschichte auch schon durch Iris‘ Sichtweise etwas ganz Besonderes. Wer Angst vor großen Ekelmomenten hat, der kann hier beruhigt zugreifen, denn meiner Meinung nach ist es durchaus auch für zartbesaitete Leser geeignet. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 04.11.2025

Der junge Geralt

Kreuzweg der Raben
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Gerade erst hat der junge Geralt von Riva seine Ausbildung als Hexer abgeschlossen. Aus diesem Grunde verlässt er Kaer Morhen, um seine eigenen Wege zu gehen. Als Geralt sich selbst in eine gefährliche ...

Gerade erst hat der junge Geralt von Riva seine Ausbildung als Hexer abgeschlossen. Aus diesem Grunde verlässt er Kaer Morhen, um seine eigenen Wege zu gehen. Als Geralt sich selbst in eine gefährliche Situation bringt, begegnet er Preston Holt der ihm zu Hilfe kommt. Holt bietet Geralt an, sein Mentor zu werden und Geralt nimmt an. Von Holt lernt er nicht nur zu kämpfen, sondern auch mehr über die Monster, auch von den menschlichen.
Kreuzweg der Raben ist das Prequel aus dem Witcher Universum, in dem wir ganz viel über den jungen Geralt von Riva erfahren und mit dem man einige Lücken im bereits vorhandenen Wissen schließen kann. Es ist aber auch tatsächlich nicht notwendig, die Saga zu kennen, da dieses Buch einfach die Vorgeschichte erzählt.
Der Stil Sapkowskis ist hier natürlich absolut erkennbar, fesselnd, lebendig, aber auch mit ein wenig Humor. Die Atmosphäre ist nach wie vor eher düster, mittelalterlich angehaucht, voller Gefahren und Monster jeder Art. In diesem Sinne bleibt der Autor sich absolut treu.
Spannend ist, dass wir hier mehr über Geralts Vergangenheit erfahren, gerade auch, was den Hexenzirkel betrifft oder über Kaer Morhen. Damit schließt der Autor die ein oder andere Lücke.
Was hier definitiv anders ist, ist das Tempo, denn hier wird auf langwierige Charakterentwicklungen oder Weltenaufbau eher verzichtet. Stattdessen gibt es hier Episoden, die aus diversen Aufgaben etc. bestehen und jede davon dient, den späteren Charakter des Geralt von Riva kennenzulernen und zu verstehen. Was mich allerdings ein wenig an den einzelnen Episoden gestört hat, ist, dass ihnen ein wenig der Fluss in der Handlung fehlen, es wirkt eher zusammengesetzt, was ein bisschen schade ist, aber vielleicht auch so gewollt.
Geralt muss hier definitiv lernen, dass das Leben nicht einfach nur gut oder böse, schwarz oder weiß ist. Er wird hier als sehr idealistischer Mann dargestellt, doch hier wird er lernen müssen, wie er mit Enttäuschungen und Verrat umgehen muss. Das erklärt durchaus den späteren Geralt.
Mein Fazit: Für Fans der Witcher Reihe eine gute Ergänzung, da man einfach ganz viel erfährt, wie Geralt zu dem geworden ist, der er später ist. Für Einsteiger ebenfalls perfekt, da man gleich Grundlagen hat, auf die die spätere Reihe aufbaut. Mir hat es gefallen und ich kann es empfehlen.

Veröffentlicht am 04.11.2025

Wunderschöne Geschichte

Copenhagen Cinnamon 1. Delicate
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Als Tochter eines wohlhabenden Rechtsanwalts fehlt es Jonna an nichts, doch ihr wirkliches Ziel im Leben hat sie noch nicht gefunden. Als ihr Vater sie mit der Wegnahme ihrer finanziellen Unterstützung ...

Als Tochter eines wohlhabenden Rechtsanwalts fehlt es Jonna an nichts, doch ihr wirkliches Ziel im Leben hat sie noch nicht gefunden. Als ihr Vater sie mit der Wegnahme ihrer finanziellen Unterstützung dazu bringen will, in seiner Kanzlei einzutreten und dabei Jura zu studieren, stellt Jonna sich quer. Auf 180 stürmt sie ins Copenhagen Cinnamon, das Café, das von Mads betrieben wird. Trotz Jonnas schlechter Laune fühlen sie sich voneinander angezogen und als etwas geschieht und Jonna spontan als Kellnerin im Café aushilft, scheint es, als hätte sie zumindest schonmal einen Job gefunden. Mads geht ihr unter die Haut, doch Jonna spürt, dass da etwas ist, dass es ihm schwer macht, sich zu öffnen.
Irgendwie sprach mich hier tatsächlich der Titel des Buches total an, vielleicht aufgrund des Cafés und weil ich bekennende Kaffeesüchtige bin?
Wie auch immer, der Einstieg fiel mir unglaublich leicht, denn Stefane Neeb erzählt so voller Leben von ihren Figuren, dass diese mir real vorkamen. Ich habe alles vor mir gesehen und konnte bei beiden Protagonisten absolut mitfühlen. Die Autorin hat mich zum Schmunzeln gebracht, aber auch seufzen und schwärmen lassen und den Duft nach frischem Kaffee hatte ich hier permanent in der Nase.
Die Geschichte selber erzählt von zwei jungen Menschen, die beide auf der Suche nach sich selbst sind. Die Handlung liest sich so flott, dass man in kürzester Zeit durch die Seiten geflogen ist. Vielleicht bekommt man hier nicht die mega unerwarteten Überraschungen und doch habe ich mich keine Sekunde lang gelangweilt.
Das Café, das hier nicht nur den Titel gibt, sondern in dem sich weite Teile der Handlung abspielen, ist unheimlich gut beschrieben. Ich wäre sofort dabei, Jonna und Mads einen Besuch in diesem Café abzustatten.
Erzählt wird aus wechselnder Perspektive jeweils in der Ich-Form von Jonna und Mads. Dadurch lernen wir beide intensiv kennen.
Jonna ist so voller Leben, sie strahlt und doch ist sie auf der Suche nach dem, was sie aus ihrem Leben machen will. Ich bin froh, dass sie sich von ihrem Vater nicht verbiegen gelassen hat. Sie bringt auf jeden Fall Schwung in den Laden, aber auch in Mads Leben.
Mads hat nach dem tödlichen Unfall seines Bruders schwer mit sich und seinem Leben zu kämpfen. Dabei ist er ein Mann mit ganz großem Herz, der mir auf dem ersten Blick sympathisch war.
Die Tension zwischen den Beiden ist so schön, ich musste so manches Mal bei den Schlagabtäuschen schmunzeln und bin so manches Mal weggeschmolzen, wenn Mads einfach da war, wenn Jonna ihn brauchte.
Doch auch die Nebenfiguren, allen voran Mads Großvater Knut und die Mitarbeiter des Copenhagen Cinnamon sind lebendig und authentisch und sorgen ebenfalls für Schwung in der Geschichte.
Mein Fazit: Diese Geschichte ist einfach wunderschön und intensiv und ich habe sie in einem Rutsch verschlungen. Wundervolle Charaktere und einfach den Zauber des Herbstes in Kopenhagen machen das Buch perfekt für einen schönen Lesenachmittag. Ganz klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 29.10.2025

Ich habe es geliebt

Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides
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Nachdem Inez Oliveira während ihrer Zeit in Ägypten so einige Dinge über ihre Familie erfahren hat, die sie lieber nicht gewusst hätte, droht nun auch ihr Onkel damit, sie wieder zurück nach Hause zu schicken. ...

Nachdem Inez Oliveira während ihrer Zeit in Ägypten so einige Dinge über ihre Familie erfahren hat, die sie lieber nicht gewusst hätte, droht nun auch ihr Onkel damit, sie wieder zurück nach Hause zu schicken. Da kommt Whits Heiratsantrag eigentlich genau richtig, denn damit wären ihr nicht nur die Wege zu ihren eigenen finanziellen Mitteln geebnet, sondern sie auch unabhängig von Ricardo. Das ausgerechnet Whit, für den ihr Herz eh schon schlägt, ganz eigene Ziele verfolgt, überrumpelt Inez völlig. Hat sie sich wirklich so in ihm getäuscht?
Nachdem Band 1 mit einem für mich absolut schockierendem Cliffhanger endete, war ich unheimlich gespannt auf Band 2, den ich auch sofort nach Erhalt verschlungen habe.
Ich war erstaunlich schnell wieder mitten im Geschehen und hatte sofort alle Begebenheiten wieder präsent. Autorin Isabel Ibanez schafft es auch hier, dass ich in den Sog ihrer Geschichte geriet. Sie schreibt einfach so lebendig und flüssig, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen.
Im letzten Band hatte ich ja ein ganz starkes Lara Croft Feeling, Artefakte, Ausgrabungen, Grabräuber etc. Das hatte ich dieses Mal nicht, dafür werden hier alle losen Fäden erneut aufgegriffen, alles wird miteinander verknüpft und am Ende bleiben keine Fragen mehr offen.
Die Geschichte knüpft nahezu nahtlos an Band 1 an, wir befinden uns in Kairo zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Vieles ist im Fortschritt, allerdings sind Frauen nach wie vor ohne Männer mittellos. Aber es sind gerade auch die Frauen, die in dieser Geschichte sehr tatkräftig und schlagfertig sind.
Spannung ist hier von Beginn an vorhanden, Inez möchte auf keinen Fall zurück in die Heimat, stattdessen möchte sie den Mörder ihrer Cousine finden. Aber auch weiterhin nach dem verschollenen Vater und ihrer verräterischen Mutter suchen. Dabei stößt sie auf unheimlich viele Geheimnisse, die immer wieder aufs Neue überraschen können. Ob da jetzt alle Auflösungen realistisch sind, wohl eher nicht, aber trotzdem sind sie unterhaltsam und spannend und geben dem Abenteuerroman noch einen kleinen Hauch von Fantasy.
Dieses Mal erzählen Inez und Whit, jeweils in der Ich-Perspektive, von den Ereignissen. Dadurch lernen wir Whit deutlich besser kennen und lernen mit Inez, ein wenig mehr Naivität noch abzulegen.
Denn Inez wird hier definitiv erwachsener, auch wenn sie ihre Gutgläubigkeit in mancher Hinsicht nicht verlieren will. Aber hier bekommt sie immer wieder aufgezeigt, dass man nicht allen blind vertrauen kann.
Whit, der hier einen wirklich üblen Verrat begeht, muss so einiges wieder gutmachen. Ich konnte seine Motive nachvollziehen, war aber mit Inez gemeinsam sauer auf ihn.
Beide sind mir unheimlich ans Herz gewachsen und ihre slow burn Liebesgeschichte wunderbar umgesetzt.
Auch mit den vielen, lebendigen Nebencharakteren bekommt die Geschichte Abwechslung und Tempo und brachte mich manches mal zum Mitfiebern, Schmunzeln oder Nägel kauen.
Mein Fazit: Band 1 war toll, Band 2 ein wenig anders, aber nicht weniger spannend und fesselnd als zuvor. Alle Fragen, die offen blieben, sind geklärt, die Charaktere ans Herz gewachsen und deutlich erwachsener geworden. Ein Abenteuer, dass ich super gerne gelesen habe und ein Highlight war. Sehr gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 28.10.2025

Tolles Magiesystem

The Witch Collector
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Für Raina Bloodgood gibt es seit längerem nur ein Ziel, sie möchte ihre Schwester wiederfinden, die der Witch Collector entführt hat, wiederfinden. Zum Tag der Ernte wird er in ihr Dorf zurückkehren und ...

Für Raina Bloodgood gibt es seit längerem nur ein Ziel, sie möchte ihre Schwester wiederfinden, die der Witch Collector entführt hat, wiederfinden. Zum Tag der Ernte wird er in ihr Dorf zurückkehren und dann kann sie sich endlich an ihm rächen. Doch es kommt ganz anders, als ihr Dorf von den Ostländern überfallen und abgebrannt wird. Ausgerechnet Alexus Thibault, der Witch Collector, kommt ihr zur Hilfe. Bei ihrer gemeinsamen Flucht wird ihr klar, dass ausgerechnet der Mann, den sie zu hassen glaubt, der einzige sein wird, der verhindern kann, dass ihre Schwester in die Hände der Feinde fallen wird. Notgedrungen muss sie ihm vertrauen und dabei noch aufpassen, dass sie ihr Herz nicht verlieren wird.

Ich habe mich auf den ersten Blick in die wunderschöne Gestaltung des Buches verliebt, Cover und Farbschnitt sind wunderschön gestaltet.

Der Einstieg ist relativ ruhig und ich fühlte mich zu Beginn ein wenig von den verschiedenen Charakteren überfordert, doch nach den magischen ersten 100 Seiten war ich in der Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin Charissa Weaks hat mir gut gefallen, er ist bildhaft, flüssig, wenn auch hin und wieder etwas ausschweifend.

Das Worldbuilding ist für eine High Romantasy ausreichend beschrieben, man erfährt, wo sie sich befinden und wer Freund und wer Feind ist. Die Hintergründe dafür brauchen allerdings etwas, um deutlich zu werden.

Das Magiesystem hat mir sehr gut gefallen und war geschieckt in die Handlung mit eingebunden.

Die Handlung hatte vom Tempo her ein wenig auf und ab, gerade im Mittelteil gibt es ein paar Längen.

Erzählt wird das ganze abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Raina und Alexus. Mein Manko hier war, Alexus eher sofort einschätzen zu können, so dass es mir schwerfiel, ihn gedanklich als Rainas Feind einzuordnen.

Raina fand ich spannend, gerade auch weil sie stumm war. Das hatte ich zwar in letzter Zeit häufiger, aber dann bei den männlichen Charakteren.

Die Lovestory entwickelt sich eher langsam, was ich als passend empfunden habe. Auch Spice hält sich hier in Grenzen, wer das also auch eher weniger gerne hat, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Mein Fazit: Insgesamt mochte ich The Witch Collector, auch wenn es deutliche Höhen und Tiefen gab. Trotzdem ist es fesselnd geschrieben und hat gut ausgearbeitete Charaktere. Besonders gelungen empfand ich das Magiesystem. Tolle Romantasy für zwischendurch.