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Veröffentlicht am 11.11.2024

Starke Fortsetzung

Fable – Das Geheimnis der Mitternacht (Fable 2)
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Achtung Band 2 – inhaltliche Spoiler zu Band 1 können vorhanden sein

Kaum sah es so aus, als würde alles gut werden, passiert etwas Unglaubliches und Fable wird ausgerechnet von einem verfeindeten Händler ...

Achtung Band 2 – inhaltliche Spoiler zu Band 1 können vorhanden sein

Kaum sah es so aus, als würde alles gut werden, passiert etwas Unglaubliches und Fable wird ausgerechnet von einem verfeindeten Händler namens Zola entführt. Als sie an Deck seines Schiffes wieder zu sich kommt, zwingt Zola sie, für ihn zu arbeiten. Aber auch eine weitere Überraschung wartet auf die junge Frau, denn ausgerechnet Clove, den sie als ihren langjährigen Freund und Mitarbeiter ihres Vaters kannte, arbeitet für Zola. Nun soll Fable für Zola nach Edelsteinen tauchen, allerdings verrät man ihr nicht, worum es hier wirklich geht. Doch dann kommen Geheimnisse rund um ihre Familie zum Vorschein.
Nachdem schon der erste Band der Dilogie rund um die junge Seefahrerin Fable mich absolut in seinen Bann ziehen konnte, war ich unheimlich auf die Fortsetzung gespannt.
Schon von der ersten Seite an war ich wieder mitten im Geschehen, auch hier schaffte es Autorin Adrienne Young, mich mit ihrem tollen, bildlichen Schreibstil an ihre Geschichte zu fesseln.
Die Atmosphäre ist genauso dicht und gelungen wie bereits zuvor und man ist gleich wieder mitten in dieser Welt der Seefahrer, wobei wir dieses Mal deutlich mehr zu Landratten werden. In diesem Band gibt es einige Auflösungen rund um Fables Herkunft und auch über West erfahren wir mehr. Dafür bleiben die Abenteuer auf hoher See etwas im Hintergrund, auch wenn wir hier Fable hin und wieder begleiten dürfen. Dafür erfahren wir hier deutlich mehr über den Hadel, die Händerlerringe und wie man überhaupt in diesem Fuß fassen kann. Es gibt Lügen, Betrug, Intrigen und mehr und Fable steht so manches Mal vor schwierigen Entscheidungen.
Schon im ersten Band hat mir diese toughe Protagonistin Fable unheimlich gut gefallen. Auch hier erleben wir sie wieder in Ich-Perspektive und darf verfolgen, dass sie nicht nur äußerlich tough ist. Fable muss oftmals handeln, ohne groß über Folgen nachzudenken, doch ist sie niemand, der nicht selbstreflektiert agiert und dementsprechend auch handelt.
West bleibt hier dieses Mal mehr im Hintergrund, trotzdem erfahren wir so einiges über ihn und warum er wie handelt. Für mich eine sehr schlüssige, wenn auch schwierige Figur.
Was mir dieses Mal fehlte, war dieses starke Found Family Gefühl, denn die Mannschaft ist untereinander nicht so wie zuvor. Durch Fables Handlungen agiert auch West ohne an seine Mannschaft zu denken und das kommt leider nicht immer so gut an. Erst Gespräche mit Wests Schwester Willa öffnen sowohl Fable als auch West die Augen. Trotzdem habe ich ein wenig dieses einer für alle Gefühl aus Band eins vermisst.
Dafür lernen wir hier neue Charaktere kennen, wie z. B. Clove, der einst für Fables Vater Saint arbeitete und nun, für Fables großer Verblüffung, ausgerechnet auf dem Schiff des verfeindeten Zolas als Steuermann erscheint. Aber auch mit der Händlerin Holland tritt eine neue, sehr gerissene Figur auf, die ebenfalls für einige Abenteuer sorgt mit ihren geschickten Intrigen.
Mein Fazit: Nach einem absoluten Highlight hatte es Band zwei natürlich schwerer, da meine Erwartungen wirklich riesig waren. Insgesamt aber hat mir auch dieses Buch unheimlich gut gefallen und konnte mich wieder fesseln. Ich mag vor allem Protagonistin Fable unheimlich gerne und habe sie gerne auf ihren Abenteuern begleitet. Es gibt Action, aber auch viele Intrigen und auch wenn das Ende keine so große Überraschung bot, war der Weg bis dahin doch spannend und mitreißend. Insgesamt kann ich diese Dilogie absolut empfehlen und wie ich erfahren habe, gibt es im Englischen noch mehr Bücher aus dem Universum. Bin gespannt, ob wir wieder zurückkehren dürfen.

Veröffentlicht am 06.11.2024

Überzeugender Abschluss der Dilogie

Stadt aus Wasser und Licht – Die geheime Maske (Stadt aus Wasser und Licht 2)
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Venedig ist in großer Gefahr, denn die Schutzzauber, die die Stadt auf Wasser gebaut, schützen sollen, versagen nach und nach. Gemeinsam mit den anderen Tutori versucht Anola alles, um diese Zauber aufrecht ...

Venedig ist in großer Gefahr, denn die Schutzzauber, die die Stadt auf Wasser gebaut, schützen sollen, versagen nach und nach. Gemeinsam mit den anderen Tutori versucht Anola alles, um diese Zauber aufrecht zu erhalten, was für sie noch gar nicht so leicht ist, denn noch immer muss sie lernen, mit den Zaubern umzugehen. Zusätzlich verdrehen ihr sowohl Dario als auch Luca immer mehr den Kopf und Anola muss neben all der Gefahr auch noch mit ihrem verwirrten Herzen umgehen. Während sie alles daran setzt, in die tiefen Geheimnisse unterzutauchen, stößt sie selbst auf etwas, das alles für sie verändern könnte.
Schon der erste Band der Stadt aus Wasser und Licht Dilogie hat mir sehr gut gefallen und diese Fortsetzung knüpft unmittelbar an das Ende von Band 1 an. Da diese Dilogie komplett aufeinander aufbaut, ist es auch zwingend notwendig, mit Band 1 zu starten, da Band 2 sonst keinen Sinn ergibt.
Wie auch zuvor schreibt Mela Nagel hier sehr bildhaft und auch mit dem passenden Gefühl für ihre Charaktere. Die Geschichte liest sich leicht und flüssig und macht einfach Spaß. Denn Mela Wagner legt hier ein wirklich rasantes Tempo vor und als Leser kommt man kaum zur Ruhe. Schon der Einstieg ist spannend und voller Action und so geht es auch durchweg weiter. Dem Leser bleibt hier kaum Zeit zum Luft holen, was ich persönlich immer sehr mag. Es ist geheimnisvoll und spannend und auch wenn man immer wieder Ideen hat, wer hinter den Vorkommnissen in Venedig steckt, kann man sich nie so sicher sein, ob man nicht doch auf dem Holzweg ist.
Die Stadt Venedig als Setting hat schon etwas besonders, denn so wie der Titel des Buches ist es die Stadt aus Wasser und Licht und wirkt, zumindest in Büchern oder Filmen schon immer sehr romantisch. Wie es in der Realität aussieht, kann ich nicht sagen, aber im Buch wirkt sie einfach fantastisch, mythisch und geheimnisvoll. Auch das Magiesystem finde ich einfach super gut und verständlich umgesetzt.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Anola ist einfach sympathisch. Sie hat eine große Klappe und trifft oft Entscheidungen aus dem Bauch raus, was sie natürlich oft in Schwierigkeiten bringt, aber sie wirkt durch und durch sympathisch und gerade jüngere Leser können sich mit Sicherheit sehr gut in sie hineinversetzen.
Die Nebencharaktere sind recht vielzählig und trotzdem gelingt es Autorin Mela Nagel jeden gelungen und vorstellbar zu zeichnen. Sie sind facettenreich, mal düster, mal nachdenklich, mal überschwänglich. Gerade Anolas beste Freundin ist mir schnell ans Herz gewachsen und dass Anola gleich eine Schwäche für beide jungen Männer entwickelt, absolut nachvollziehbar.
Mein Fazit: Mit dem zweiten Band der Dilogie Stadt aus Wasser und Licht erhält die Geschichte einen temporeichen und sehr spannenden Abschluss. Setting, Magie, Charaktere und Handlung sind absolut gut gelungen und man wird mitten ins Setting von Venedig gesetzt. Von mir bekommt die Dilogie eine Leseempfehlung, gerade auch für jüngere Fantasybegeisterte oder Einsteiger in das Genre.

Veröffentlicht am 04.11.2024

Nordische Mythologie 

Sisters in Blood - Der Schwur
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Norwegen, irgendwann zu Beginn des 10. Jahrhunderts: Als eine Seherin in das Dorf der drei Freundinnen Oddy, Signy und Gunnhild Halt macht, ist die Aufregung groß und viele wünschen sich eine Vorhersage. ...

Norwegen, irgendwann zu Beginn des 10. Jahrhunderts: Als eine Seherin in das Dorf der drei Freundinnen Oddy, Signy und Gunnhild Halt macht, ist die Aufregung groß und viele wünschen sich eine Vorhersage. Obwohl Gunnhilds Mutter es ihr verbietet, begleitet Gunnhild ihre Freundinnen heimlich. Den drei Mädchen wird allerdings eine Weissagung gemacht, die das ganze Dorf in Aufruhr versetzt. Ihr Schicksal ist unwiderruflich miteinander verwoben, doch eine von ihnen verdunkelt die Zukunft der anderen. Jeder im Dorf betrachtet die Mädchen nun misstrauisch, doch als Gunnhild hört, dass ihr Vater bereits eine Ehe mit einem alten Mann des Dorfes arrangiert hat, flieht sie gemeinsam mit der Seherin aus ihrer Heimat und kehrt erst zwölf Jahre später zurück in ihr Dorf. Denn ihre Freundin Signy wurde verschleppt und gemeinsam mit Oddny setzt Gunnhild alles daran, Signy wiederzufinden.
Nordische Sagen und Mythologien haben es mir einfach angetan und eine Erzählung der Gunnhild Erik Saga klang so gut, dass ich neugierig wurde.
Die Gestaltung des Buches ist wunderschön und auch der Einstieg in diese Saga, die teilweise auf realen Begebenheiten, aber auch aus Mythos besteht, ist hier sehr gut nacherzählt worden. Mir hat der Schreibstil von Genevieve Gornicheck sehr gut gefallen, denn zum einen schafft sie es, die Begebenheiten des damaligen Lebens bildhaft darzustellen, zum anderen ist sie aber sprachlich so modern geblieben, dass es nicht langatmig wird.
Gleichzeitig baut Gornicheck auch sehr moderne Themen ein, die in die Zeit nicht richtig passen wollten, aber trotzdem dem Buch Schwung verliehen.
Durch diese teils mythischen teils geschichtlichen Aspekte wird diese Geschichte abwechslungsreich und spannend. Auch bleibt es lange geheimnisvoll, wer der drei Frauen denn nun das Schicksal der anderen verdunkelt. Natürlich dreht sich hier die Geschichte um die Suche nach Signy und was die Frauen dafür auf sich nehmen. Hin und wieder gab es Längen und einen Schluss, der mir übereilt vorkam, insgesamt aber war es wirklich mitreißend.
Die Zeiten, die hart und rau waren, werden gut dargestellt. Der Leser erhält einen Einblick in das karge Leben, geprägt von Überfällen, Entführungen, Sklaverei und mehr. Es wurde authentisch beschrieben, ohne übertrieben brutal dargestellt zu sein.
Wer sich ein bisschen mit den Mythologien des Nordens auskennt, weiß, dass Gunnhild auch die Königin Norwegens genannt wurde, sie war ja auch mit König Erik Blutaxt verheiratet. Sie war bekannt für ihre Klugheit und ihre Gabe wichtige Entscheidungen zu treffen. Genau diese starke, besondere Frau schafft die Autorin hier auch hervorragend darzustellen. Gunnhild beweist hier schon als Kind ihre Stärke, indem sie sich ihrem Vater widersetzt und nicht den ihr angedachten Mann heiratet. Eine extrem bewundernswerte Frau in dieser Zeit.
Auch alle anderen Charaktere werden sehr gut dargestellt und da man hier zwischen den Perspektiven, in erster Linie zwischen Oddny und Gunnhild wechselt, erhält man tiefe Einblicke.
Mein Fazit: Ein gelungenes Buch mit einem Genremix, der auch Lesern gefallen wird, die nicht unbedingt historische Romane mögen. Besonders gut gefallen haben mir Gunnhild und ihre Freundinnen, die wirklich starke Wikinger Frauen waren, was bei Gunnhild ja auch in die Realität passte. Ich kann das Buch sehr empfehlen.

Veröffentlicht am 31.10.2024

Bekommt viel zu wenig Aufmerksamkeit

Die gehorsame Tochter
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Abigail Heywood ist in Newhaven Plantation in der Gemeinde der New America Baptist Church aufgewachsen. Als gute Tochter weiß sie, was sich gehört und da Newhaven auf einer kleinen Insel liegt, kommt sie ...

Abigail Heywood ist in Newhaven Plantation in der Gemeinde der New America Baptist Church aufgewachsen. Als gute Tochter weiß sie, was sich gehört und da Newhaven auf einer kleinen Insel liegt, kommt sie auch nicht mit der Versuchung in Verbindung. Sie weiß, dass sie als Frau einem Mann zu dienen hat und für Heim und Kinder zuständig ist. Doch als sie gemeinsam mit ihrem Vater, der Pastor Heywood, in die kleine Stadt fährt, trifft sie auf eine junge Frau.
Kurze Zeit später brennt ein Haus der NABC ab, zwei Opfer sind in dem Haus, der Pastor und seine Frau. Abigail hingegen ist weitestgehend unverletzt, kann sich aber an nichts mehr erinnern, weder aus der Nacht des Brandes noch an die Zeit zuvor. Was geschah hier wirklich?
Mich sprach der Klappentext unheimlich an und dann habe ich viel zu lange gezögert, dieses Buch zu lesen, was ich im Nachhinein wirklich bedaure, denn es ist wirklich absolut fesselnd und spannend.
Lauren van rensburg schreibt sehr bildlich und direkt und versetzt ihren Leser somit gleich mitten ins Geschehen. Ihren Thriller hat sie auf verschiedenen Zeitebenen und mit eingebauten Auszügen aus diversen Interviews aufgebaut. Wir beginnen in der Gegenwart kurz nach dem Brand und reisen dann sechs Wochen in der Zeit zurück bis kurz vor den Brand.
Gerade durch dieses hin- und herspringen durch die Zeiten eröffnen sich nur nach und nach die Wahrheiten für den Leser, man kann hier unheimlich viel miträtseln und vermuten und für mich war es wirklich von der ersten bis zur letzten Seite an absolut fesselnd. Zwar finden wir in diesem Buch keine klassischen Ermittlungen, dafür verfolgen wir intensiv, wie in der Sekte auf der Insel gehandelt wird, was absolut erschreckend und beängstigend ist.
Die New America Baptist Church ist eine Sekte, auch wenn sie sich selbst nicht so sehen, sondern als eine Gemeinschaft, die nach den Regeln Jesu und der Bibel handelt. Was und wie aber in dieser Sekte gehandelt wird, gleicht einer wahren Gehirnwäsche, hier herrscht das Patriarchat, Frauen haben dem Mann zu gehorschen und ihnen Kinder zu gebähren, widerspricht eine, wirdohne zu zögern auf ganz grausame Weise Folter eingesetzt.
All diese Ereignisse erlebt der Leser in der Ich-Perspektive aus der Sicht der Protagonistin Abigail. Ich war hier hoch emotional, gefangen zwischen endloser Wut und Fassungslosigkeit, wie geschickt einem das Wort im Munde verdreht wird und wer hier in Wirklichkeit Zuflucht auf der Insel fand.
Das Setting, diese einsame Insel mit ihren Bewohnern, wurde für mich absolut greifbar, ich spürte die Hitze des Sommers und konnte beinahe am eigenen Leib spüren, wie sehr Abigail hier leidet.
Abigail fand ich großartig charakterisiert, sie ist gerade einmal siebzehn Jahre alt und erst als sie Summer kennenlernt, beginnt sie selbst ihre Augen zu öffnen, sieht was auf der Insel wirklich geschieht und versucht, sich selbst zu finden. Doch das wird hier auf der Insel beinahe unmöglich, denn eine gehorsame Tochter stellt nichts in Frage, stellt sich nicht zur Schau, gehorscht und dient. Ihre Entwicklung und was wirklich hinter ihrer Geschichte steckt, war wirklich berührend und schockierend.
Die Nebencharaktere waren so unheimlich glaubhaft, sie haben mich wirklich beeindruckt mit ihren Handlungen, auch wenn es nicht immer im positiven Sinne gemeint ist. Für mich ist es fast schon unvorstellbar, dass es so ein Leben geben kann und doch weiß man, dass es diese Sekten gibt.
Mein Fazit: Dieses Buch habe ich an nur einem Tag förmlich inhaliert, denn für mich war es von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur spannend, emotional und berührend. Ich habe die Handlung mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit, Angst und Abscheu, aber auch Faszination verfolgt und bin auch jetzt beim Finden von Worten für meine Rezension wieder völlig gefangen von der Geschichte. Für mich war es die Überraschung des Jahres, denn mit einer solchen Geschichte habe ich wirklich nicht gerechnet. Ganz großes Kino und absolut lesenswert.

Veröffentlicht am 31.10.2024

Wunderschön

Not Another Love Song
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Die junge Musikerin Gwen Jackson träumt schon sehr lange von einer Karriere als Geigerin und mittlerweile spielt sie schon seit vier Jahren für das Manhattan Pops Orchestra. Auch Xander Thorne, der nebenbei ...

Die junge Musikerin Gwen Jackson träumt schon sehr lange von einer Karriere als Geigerin und mittlerweile spielt sie schon seit vier Jahren für das Manhattan Pops Orchestra. Auch Xander Thorne, der nebenbei auch eine berühmte Rockband hat, spielt Cello im Orchester, eckt aber mit seinen Starallüren gerne mal an. Nichtsdestotrotz schwärmt Gwen für den äußerst charismatischen und leidenschaftlichen Cellisten. Als plötzlich Gwen die Gelegenheit bekommt, die Stelle als erste Geigerin zu erhalten, ergreift sie die Chance. Allerdings muss sie ab nun enger mit Xander zusammenarbeiten, was gar nicht so leicht ist und doch ist die Anziehung zwischen den beiden gigantisch.
Dieses traumhaft schöne Cover sprach mich sofort an und eine Geschichte mit diesen Vibes habe ich bisher noch nicht gelesen und wurde neugierig.
Der Einstieg gelingt recht gut, denn Julie Soto erzählt leicht und flüssig und mit einem Händchen dafür, dem Leser nicht nur ihre Charaktere, sondern auch deren Leidenschaft und Liebe zur Musik näherzubringen.
Auch die Story gefiel mir richtig gut, zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich doch so unglaublich ähneln, denn sobald sie ihre Instrumente in den Händen halten, vergessen sie die Welt.
Als Leser erhält man hier auch tiefe Einblicke in die Welt der Musik, so dass man selbst schon Lust bekommt ein Instrument in die Hand zu nehmen. Man kann verstehen, warum ein Musiker liebt, was er macht. Das Buch lebt förmlich von und durch die Musik. Das Manhattan Pops Orchestra ist zwar rein fiktiv, doch bekommt man das Gefühl, dieses Orchester gibt es wirklich. Soto spiegelt die Atmosphäre einfach perfekt. Ebenfalls richtig gut gefallen haben mir die Verbindungen zwischen moderner und klassischer Musik, viele der genannten Roch-/Popsongs hatte ich sofort im Kopf und konnte mir sofort vorstellen, wie diese mit den klassischen Instrumenten klingen würden.
Was mir besonders gut gefallen hat, sind die beiden Protagonisten Gwen und Xander, Zwar führt ein neutraler Erzähler durch die Geschichte und schildert in erster Linie aus Gwens Sicht, aber es gibt auch so genannte Cellosoli, die man aus Sicht Xanders erlebt.
Gwen ist eine wahnsinnig tolle Protagonistin, die nicht nur das Herz am rechten Fleck hat, sondern auch für ihre Träume kämpft. Sie wächst im Laufe des Romans immer mehr und beginnt auch selbst an sich zu glauben.
Xander hingegen habe ich zuerst wirklich kein bisschen gemocht, außer dass er heiß ist und gut Cello und Geige spielt, gab es nämlich nichts wirklich Positives zu ihm zu sagen. Doch natürlich hat er ebenfalls seine Gründe für sein Verhalten und auch seine Veränderung werden deutlich. Die Chemie zwischen den beiden ist so unglaublich, vor allem wenn sie dabei ein Instrument spielen. Man spürt die Vibrationen am eigenen Leib nach und kann hier völlig aufgehen.
Neben den beiden sorgen noch einige sehr spannende Nebenfiguren für eine interessante Handlung, wie z. B. Musiklehrerin Mabel, die sich schon in Gwens Kindheitstagen ihrer annahm oder Ava Fitzgerald, die berühmte Geigerin. Ich konnte jeden einzelnen direkt vor mir sehen.
Mein Fazit: Not another Love Song ist genau das, ein Liebeslied an die Musik, an die Liebe und an die Liebe zur Musik. Dieses Buch war wirklich wunderschön und auch wenn man selbst keinerlei Talent für Musik hat, bekommt man hier ganz viel Gefühl für die besondere Liebe eines Musikers zu ihr. Die Protagonisten fand ich großartig gezeichnet und war von der ersten Seite an ganz bei Gwen. Für jeden, der gerne einmal in die Welt der Musik abtauchen möchte oder einfach ein wunderschönes Buch für tolle Lesestunden sucht.