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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2024

Grandioser Pageturner

Dynasty of Hunters, Band 1 - Von dir verraten
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In der Welt Prismeia könnten die Gegensätze zwischen den Adligen und den Bürgerlichen nicht größer sein. Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass Jugendliche der fünf Adelshäuser Jagd auf bürgerliche ...

In der Welt Prismeia könnten die Gegensätze zwischen den Adligen und den Bürgerlichen nicht größer sein. Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass Jugendliche der fünf Adelshäuser Jagd auf bürgerliche Jugendliche machen. Ziel ist es, dass jeder der Adligen einen Bürgerlichen zeichnet und ihn dadurch zu seinem Untertan werden lässt. Denn nur die Adelshäuser und deren Angehörigen verfügen über die Fahigkeit, mit ihren bloßen Finger einen Bann auf der Haut eines anderen zu hinterlassen und diesen mit Worten für die Zeit seines Leens zu binden. Eine der Adligen, die Zeit ihres Lebens auf die Jagd vorbereitet wurde, ist Laelia de Bleu. Dieses Jahr ist es für sie, ihre Cousine Astoria und ihrer großen Liebe Laurent de Vert an der Zeit, auf die Insel Arc-en-Ciel zu reisen und sich einen Bürgerlichen zu Untertan zu machen. Doch bei der Auslosung geschieht etwas Unfassbares undplötzlich befindet sich Laelia auf der Seite der Gejagten und ihr Jäger ist ausgerechnet Laurent.
Dieses Buch ist allein optisch schon ein echtes Highlight und die Geschichte hat so ein kleines bisschen was von Panem nur irgendwie doch anders.
P.J. Ried hat einen wirklich fesselnden und unheimlich bildhaften Schreibstil, mit dem, vor allem ab Betreten der Insel, alles im Kopf lebendig wird.
Beginnt die Geschichte zunächst noch sehr ruhig, da die Autorin sich Zeit nimmt, Laelia und ihr herrschaftliches Leben zu beschreiben, bekommt sie mit dem Beginn der Jagdspiele ein unheimlich hohes Tempo. Ab hier wird es teils spannend, teils brutal, teils emotional und sehr abenteuerlich. Ich habe es regelrecht verschlungen und musste bis in die Nacht rein lesen, um zu wissen wie es ausgeht. Das mich ein schrecklicher Cliffhanger erwartet, hatte ich befürchtet und ja genau das war es auch und ich würde am liebsten sofort weiterlesen.
Die Insel Arc-en-Ciel ist in jeder Hinsicht anders, denn nicht nur die Jagdspiele, die hier jährlich stattfinden, machen die Insel zu etwas anderem, sondern auch die Lebewesen auf der Insel sind anders. Schafe mit Flügel, Rehe mit drei Herzen und reizbar wie ein Wildschwein oder noch viel mehr, auch hier lauert überall Gefahr und all die Ideen fand ich großartig.
Lalia ist eine unheimlich starke Protagonistin, die sich erst einmal damit abfinden muss, nun selbst eine Gejagte zu sein. Doch genau das ist das, was auch zu Lias Entwicklung beiträgt. Sie sieht ein, dass sie es allein nicht schaffen wird, die zehn Tage auf der Insel zu überstehen und als sie auf eine Gruppe Gejagter trifft, schließt sie sich an. Beide Seiten begegnen sich mit Misstrauen, doch aus Misstrauen wird Freundschaft und Lia versucht zu verbergen wer sie wirklich ist. Auch beginnt sie hier umzudenken und spürt zum ersten Mal wirklich, wie ungerecht dieses Jagdspiel wirklich ist und wieviel die Bürgerlichen wirklich zu verlieren haben. Mich hat Lia so unheimlich beeindruckt und ich fand sie wirklich richtig tough.
An ihrer Seite stehen ihre Gefährten Ray, Melvin, Amber und Emeric, jeder einzelne wurde intensiv gezeichnet und hat mir unheimlich gut gefallen. Ray, aber auch Amber sind vom ersten Moment an so unheimlich sympathisch und auch die beiden anderen wuchsen mir mehr und mehr ans Herz. Mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht verraten.
Mein Fazit: Was für eine rundum gelungene Story, fesselnd, spannend, beängstigend, berührend und zwischendurch auch absolut heartbreaking. Für mich hat die Autorin hier einen mega Pageturner geschrieben und ich freu mich jetzt schon auf Band zwei. Ganz klar gibt es hier eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 28.10.2024

Pageturner zum Mitfiebern

Kingdom of Lies
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Einst gab es einen erbitterten Krieg zwischen den Menschen und den mächtigen Fae. Als es schien, dass für die Menschen alles verloren war, flehten sie die Götter um Hilfe an. Im Tausch gegen die magischen ...

Einst gab es einen erbitterten Krieg zwischen den Menschen und den mächtigen Fae. Als es schien, dass für die Menschen alles verloren war, flehten sie die Götter um Hilfe an. Im Tausch gegen die magischen Fähigkeiten, die ein Mensch seit Geburt hat, werden sie den Menschen beistehen. Seitdem wird jeder Säugling am Entnahmetag seine Magie beraubt und erst im Alter von fünfundzwanzig Jahren erhalten sie einen Teil der Magie zurück. Doch es gibt die Verderbten, die trotz der Entnahme über Magie verfügen und denen und ihren Familien am Tag der Magierückführung der Tod droht. Eine von diesen Verderbten ist Prisca, eigentlich hätte sie noch etwas Zeit bis zur Übergabezeremonie, doch ein dummer Zufall lässt ihre Fähigkeiten auffliegen und ihr bleibt keine andere Möglichkeit als die Flucht. Dabei trifft sie auf Lorian und seine Södnertruppe, die ihr unerwartet zur Hilfe kommen, allerdings erst beim zweiten Mal.
Was ist dieses Buch wieder für eine Schönheit, für die optische Gestaltung gibt es von mir schon die volle Punktzahl, doch dieses Buch kann durchaus auch inhaltlich mit seiner Optik mithalten.
Schon beim Einstieg erfährt man, wie es bei den Zeremonien zugeht, schonungslos erzählt Stacia Stark von den Regeln und lässt schon zu Beginn Spannung aufkommen. Dabei ist ihr Schreibstil fesselnd, bildlich und direkt, ich fühlte mich wie in einem Fantasyfilm.
Auch die Spannung ist von Beginn an hoch, immer wieder sorgen Plottwists dafür, weiterlesen zu wollen. Natürlich gibt es immer wieder kleinere Momente, in denen es zwar ruhiger wird, die aber deutlich dazu dienen, dass man einen tieferen Einblick in die Welt erhält. Doch es bleiben auch viele Momente, die geheimnisvoll bleiben und förmlich dazu einladen, Vermutungen anzustellen. Auch wenn vielleicht die ein oder andere dieser Vermutungen sich dann auch bestätigt, gibt es noch genügend Momente die überraschen.
Die Welt ist recht düster, der Menschenkönig steht dem König der Fae in Grausamkeiten in nichts nach. Die Menschen in den vielen Dörfern leben in Armut, ihre zurückgewonnene Magie ist oftmals gering. Die Menschen in den Städten leben allerdings durchaus im großen Wohlstand und verfügen über deutlich mehr Magie. Letzten Endes gibt es dann noch die Verderbten, die am Göttertag auf dem Marktplatz der Stadt verbrannt werden, wenn sie erwischt werden.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Priscas Sicht, hin und wieder dürfen wir aber auch mehr aus Sicht Lorians erfahren, was auch immer wieder zum Nachdenken anregt.
Prisca ist eine unglaublich toughe und starke Protagonistin, deren Entwicklung hervorragend ausgearbeitet wurde. Von der Putzfrau der Dorfbäckerei hin zu einer ideenreichen Rebellin, dazwischen allerdings mit vielen kleinen Zwischenschritten, die diese Entwicklung auch glaubhaft machen.
Lorian hingegen wirkt zunächst arrogant, wird aber immer aufgeschlossener, wenn er auch viele Geheimnisse für sich behält, was ihn undurchsichtig lässt. Die Schlagabtäusche zwischen ihm und Prisca sind stark, bringen oft zum Schmunzeln und machen neugierig auf den Charakter. Das es zwischen ihm und Prisca deutlich knistert, ist zwar vorhersehbar, aber gefiel trotzdem sehr gut.
Auch Nebencharaktere gibt es zahlreiche, von denen Priscas Bruder ein wenig mehr im Vordergrund steht als andere, trotzdem sorgen diese für einige Überraschungsmomente und wirken authentisch. Ganz besonders gut gefallen haben mir die fünf Söldner und deren Chemie untereinander.
Mein Fazit: Ein spannendes Fantasyabenteuer voller Liebe, Gefahren, Kämpfe, aber auch Humor, das sich nur schwer aus der Hand legen lässt. Mit Prisca erhält man eine starke, aber durch und durch großherzige Protagonistin, mit der man mitfiebern kann. Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung, aber Vorsicht, es erwartet uns ein mieser, fieser Cliffhanger, der schon beim Zuschlagen des Buches sehnsüchtig auf Band 2 warten lässt.

Veröffentlicht am 28.10.2024

Ungewöhnlich und doch sehr interessant

Du kennst sie
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Irgendwo in Virginia arbeitet Sophie Braam als Barkeeperin in einer Bar, ihr Klientel besteht in erster Linie aus erfolgreichen Männern, aus der Geschäftswelt. Oft muss sie Aufdringlichkeiten aushalten, ...

Irgendwo in Virginia arbeitet Sophie Braam als Barkeeperin in einer Bar, ihr Klientel besteht in erster Linie aus erfolgreichen Männern, aus der Geschäftswelt. Oft muss sie Aufdringlichkeiten aushalten, auch wenn sie da durchaus so einiges gewohnt ist. Als jedoch einer von ihnen in der Silvesternacht sich nicht nur an ihren teuren Wein vergreift, sondern auch Sophies Nein nicht akzeptieren will, brennen bei ihr alle Sicherungen durch. Kurz darauf wird die junge Polizistin Nora in Sophies Stadt versetzt. Auch sie hat mit vielen Vorurteilen und Aufdringlichkeiten ihrer männlichen Kollegen zu kämpfen. Zufällig lernt sie Sophie kennen und irgendwie freunden sich die beiden Frauen miteinander an. Als jedoch eine männliche Leiche nach der nächsten auftaucht, muss Nora nach einem Serienkiller ermitteln, dem sie näher ist, als sie ahnt.

Ein Thriller mit einer weiblichen Serienkillerin? Klang spannend, wollte ich unbedingt lesen und auch wenn ich beim Einstieg in den Thriller noch ein paar Schwierigkeiten hatte, wurde ich doch mehr und mehr gefesselt.
Der Schreibstil ist absolut ungewöhnlich, trotz aller Brutalität, die auch teilweise sehr schonungslos beschrieben wird, wirkt die Sprache beinahe poetisch und anmutig. Bilder entstehen im Kopf und lassen so schnell nicht mehr los und je mehr man von Sophie, aber auch von Nora erfuhr, desto mehr fand man die ein oder andere Situation, die man als Frau leider kennt. So ist der Titel hier nicht nur ausschlaggebend als Hinweis, dass die Polizistin bereits die Mörderin kennt, sondern auch klar und deutlich an Frauen gerichtet, die vieles hier ebenfalls kennen.
Da der Leser hier von Beginn an weiß, wer die Mörderin ist, scheint also erstmal der reine Kriminalfall in den Hintergrund zu rücken. Vielmehr erlebt man Sophie, wie sie immer mehr verrückt wird, wie ihre Gedanken immer wirrer werden und wie sie trotzdem schafft, nach außen hin völlig normal zu wirken. Wir erleben Situationen aus dem Alltag einer Barkeeperin, mit Sprüchen wie, „Nun hab dich doch nicht so“. Diesen Satz kennen wohl so oder so ähnlich viele Frauen, denn auch Nora muss sich immer wieder mit dem Mobbing der männlichen Kollegen auseinandersetzen. Klar ist, dass Frauen oft noch weit entfernt sind von der Gleichberechtigung.
So ist dieser Thriller auch kein typischer Thriller, auch wenn man immer wieder ein wenig von Ermittlungen mitbekommt und auch den Morden beiwohnt. Stattdessen ist die Spannung oft unterschwellig, man folgt den Gedanken der beiden Protagonistinnen aus wechselnden Perspektiven und kann sich so in beide gut hineinversetzen.
Das die Autorin Erfahrung als Barkeeperin hat, ist durchaus spürbar, denn sie beschreibt das Klientel sehr authentisch, sehr glaubhaft und auch Sophies Handlungen sind dadurch lebendig.
Sophie ist sowieso eine ungewöhnliche Protagonistin, bei der ich zwar ihre Übersprungshandlungen, den Morden, mit Abscheu begegne, deren Cleverness mich aber durchaus beeindruckt hat. Während in ihr der Hass brodelt, schafft sie es trotzdem eine Maske zu tragen und ihre unerträglichen Gäste mit einem Lächeln zu bedienen. Nach ihrem ersten Mord übertritt sie eine Schwelle, ihre Abscheu gegenüber den Männern, die sie bedienen muss, entlädt sich immer mehr, doch nach außen hin bemerkt man es nicht.
Somit ist es auch kein Wunder, dass sich die Polizistin Nora zu ihr hingezogen fühlt und sich eine Freundschaft zwischen den beiden entwickelt. Doch auch Nora ist unheimlich clever, auch wenn sie eine stille Beobachterin ist, zieht sie Verbindungen, die anderen entgehen. Gerade diese beiden Protagonistinnen haben dieses Buch für mich auch zu etwas besonderem gemacht.

Mein Fazit: Wer hier einen klassischen Thriller mit einer rasanten Jagd oder einem Katz und Maus Spiel erwartet, könnte enttäuscht werden, denn die Spannung bleibt eher ruhig. Trotzdem haben mich die beiden Frauen und all ihre Gedanken und Gefühle fesseln können. Viele der angesprochenen Handlungen in der Bar sind alles andere als unvorstellbar. Wer neugierig auf das Buch ist, sollte einmal hineinlesen, denn es ist durchaus lesenswert.

Veröffentlicht am 28.10.2024

Voller Geheimnisse, wenn auch nicht ganz so gruselig

Villa Obscura
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Als die Fotografin Constanze Eschede zur Halloween Party in ihrer gruseligen Villa auf dem Brocken einlädt, ist der Andrang groß. Die Party ist im vollen Gange, doch von Conastanze keine Spur. Als plötzlich ...

Als die Fotografin Constanze Eschede zur Halloween Party in ihrer gruseligen Villa auf dem Brocken einlädt, ist der Andrang groß. Die Party ist im vollen Gange, doch von Conastanze keine Spur. Als plötzlich zwei der als Morph verkleidete Kellner dazu drängen, dass die Gäste die Villa verlassen, kann die Verwirrung nicht größer sein, denn genau sechs von ihnen bleiben zurück. Die Morphs sperren diese sechs ein, holen sie einzeln ab und machen irgendetwas mit ihnen, doch niemand spricht darüber. Was geht hier vor sich und was verbergen die übrig gebliebenen Partygäste wirklich?
Mich sprach dieses düstere Cover sofort an und machte mich neugierig auf den Inhalt.
Der Eistieg allerdings fiel mir persönlich nicht ganz so leicht, denn ich musste mich hier an den Schreibstil ein wenig gewöhnen. Ein neutraler Erzähler führt nämlich in der Gegenwart durch die Geschichte und die Point of Views wechseln hier ständig zwischen den sechs Partygästen, die von den Morphs in der Villa festgehalten werden.
Wir beginnen also zunächst mit der Party, bekommen aber gerade von diesen sechs Personen einen ersten Eindruck, erfahren ein kleines bisschen über die einzelnen Charaktere, aber wie sich im Laufe der Geschichte zeigt, hat jeder von ihnen ein Geheimnis zu verbergen. So wird es dann spätestens ab der Entführung der Jugendlichen recht spannend und fesselnd, von Fluchtversuchen bis hin zu den Ausflügen gemeinsam mit den Morphs begleitet man die Charaktere und es jagt ein Plottwist den nächsten bis hin zu einem Ende, das ich so in keinster Weise habe kommen sehen.
Die Villa, die natürlich auch ein gruselige Saga behiematet, hat natürlich eine ganz eigene, besondere Atmosphäre, die hier hervorragend zur Halloween Szenerie passt. Ich persönlich habe es nicht als gruselig empfunden, fand es aber trotzdem hervorragend als Ambiente gewählt und, zumindest teilweise, gut beschrieben.
Die Charaktere bleiben überschaubar, da außer den beiden Entführern und den sechs Jugendlichen niemand in der Villa zurückbleibt. Im Laufe der Handlung bekommt man von jedem einzelnen ein genaueres Bild und doch dauert es, bis man ihre Geheimnisse erfährt, somit bleibt die Spannung bis zum Ende hin hoch gehalten. Ich möchte hier auch gar nicht zu sehr auf die einzelnen Charaktere eingehen, die zurückbleiben, damit ich einfach nichts verrate.
Mein Fazit: Ein gelungener Jugendthriller, der durchaus auch dem erwachsenen Leser spannende Unterhaltung bietet und dazu einlädt, was denn nun wirklich das Geheimnis der düsteren Villa am Brocken ist. Häufig wechselnde Perspektiven und eine unvorhersehbare Handlung sorgen ebenfalls für die Sogwirkung des Thrillers. Für mich eine durchaus spannende Lektüre, die ich gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 26.10.2024

Nicht ganz so stark wie Band 1

A Whisper of Wings
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Nachdem Smilla die neue Anführerin der Wilden Jagd, der berüchtigten Söldnertruppe Middangarts, geworden ist, hat sie nur ein Ziel: sie will die gefährlichen Walküren vernichten. Doch dabei bemerkt sie ...

Nachdem Smilla die neue Anführerin der Wilden Jagd, der berüchtigten Söldnertruppe Middangarts, geworden ist, hat sie nur ein Ziel: sie will die gefährlichen Walküren vernichten. Doch dabei bemerkt sie nicht, wie sehr sie davon besessen ist und sich immer wieder verzettelt. Als sie eine Prophezeiung erhält, dass ihr die erste Suche beim Kampf gegen die Walküren helfen kann, machen sie sich auf die Suche nach genau dieser. Dabei hätte niemand von ihnen damit gerechnet, dass ihre Reise noch ganz andere Ausmaße annimmt, denn die Hexe hat für ihre Hilfe Bedingungen. Sie schickt die Wilde Jagd nach Addangart, direkt in Odins Hallen. Was die Gefährten allerdings hier vorfinden, rückt alles bisher Geschehene in ein ganz anderes Licht.
Nachdem A Breath of Winter im vergangenen Jahr ein wahres Highlight war, war ich absolut gespannt auf die Fortsetzung dieser düsteren Geschichte, vor allem auch wegen des wirklich heftigen Cliffhangers von Band 1.
Der Einstieg fiel mir allerdings gar nicht so leicht, denn auch wenn die Ereignisse recht schnell ans Ende von Band 1 anknüpfen, hat es für mich ein wenig gedauert, bis ich mich wieder zurechtfand. Ohne Frage ist der Schreibstil der Autorin sehr detailreich und bildlich, aber hier waren es unzählige, teils zwar wichtige Dialoge, die für mich aber den Beginn in die Länge zogen.
Dieses Mal tauchen wir deutlich tiefer in die nordische Mythologie rund um Odin, den Weltenbaum und Asgard, hier Addangard, ein. Es gibt viele Verbindungen zur Saga, gerade auch was die Figuren angeht, allerdings interpretiert die Autorin die Ereignisse auf ganz eigene Art, was mir wirklich gut gefallen hat. Bis auf ein paar kleinere Ausnahmen, die in meinem Kopf etwas absurde Bilder entstehen ließen, um nicht zu spoilern erwähne ich nur den Namen Loki, für alle die es schon gelesen haben.
Die Welt ist also weiterhin sehr düster, gefährlich und kalt und es gilt das ein oder andere Abenteuer für die Gefährten zu bestehen, bis hin zu epischen Schlachten. Allerdings empfand ich es oft als langatmig, denn die actionreichen Momente wurden immer wieder durch lange Dialoge unterbrochen, die mir das Vorankommen in der Handlung oftmals erschwerten.
Wir treffen hier auf viele Figuren des ersten Bandes und auch ein Wiedersehen mit Leif habe ich als sehr wertvoll gehalten, da es zwischen ihm und Smilla zu eine wirklich interessanten Gespräch kam, dass viele Widrigkeiten des ersten Bandes wieder auflösten.
Smilla fand ich sehr authentisch und glaubhaft dargestellt. Ich konnte zu jederzeit ihre Gefühle und ihre absolute Zerrissenheit nachempfinden. Auch ihre Handlungen fand ich absolut gelungen dargestellt, denn nach dem, was sie in Band 1 erlebt hat, hätte ich alles andere nicht nachvollziehen können. Trotzdem hat mich ihre Art auch irgendwie runtergezogen, sogar etwas genervt, was mich in Bezug auf ihren Charakter zwiegespalten zurücklässt.
Die Wilde Jagd mag ich sehr gerne, ihre wirklich facettenreichen Charaktere haben mich im Großen und Ganzen wieder überzeugt, wobei ich eine ganz bestimmte Handlung ebenfalls zwiegespalten zurücklässt. Auch darauf kann ich leider nur bedingt eingehen, da es sonst zu sehr spoilern würde.
Daneben treffen wir hier wirklich auf eine absolute Vielzahl an Charakteren, von Odin und der Götterwelt, über Hel und die erste Hexe und noch mehr. Hier braucht man auf jeden Fall etwas Aufmerksamkeit beim Lesen, um es nicht durcheinander zu bringen, wer die Göttersaga ein wenig kennt, dürfte aber keine Schwierigkeiten haben.
Mein Fazit: Mich lässt der Abschluss der Dilogie ein wenig zwiegespalten zurück und irgendwie wäre es für mich fast schon sinniger gewesen, wenn Band 1 allein stehen geblieben wäre. Für mich waren verschiedene Ereignisse nicht ganz schlüssig und mir fehlte es zwischendurch an Spannung. Smilla fand ich glaubwürdig, aber auch ein wenig nervig, auch wenn ich es durchaus nachempfinden konnte, warum sie so voller Hass und Rachewünsche steckte. Letzten Endes kann der zweite Band für mich leider nicht an Band 1 anknüpfen.

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