Profilbild von SillyT

SillyT

Lesejury Star
offline

SillyT ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SillyT über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2020

Endzeit im Hotelbunker

Panic Hotel
0

April 2032: nach einem weltweiten Konflikt ist das passiert, was man sich vorstellen kann. Jemand hat die Knöpfchen gedrückt und überall auf der Welt explodieren die Atombomen. Bereits vor vielen Jahren ...

April 2032: nach einem weltweiten Konflikt ist das passiert, was man sich vorstellen kann. Jemand hat die Knöpfchen gedrückt und überall auf der Welt explodieren die Atombomen. Bereits vor vielen Jahren haben sich die Superreichen jedoch eine Zuflucht erbauen lassen, in dem sie nun mitsamt ihren Bediensteten und einigen Männern des Militärs flüchten. Dabei handelt es sich mehr um ein Luxushotel als um einen Bunker. Unter den Bediensteten befindet sich Janja und beim Militär hat sich Wesley eingeschlichen. Für die Reichen sind sie nur Personal, doch füreinander sind sie viel mehr. Als plötzlich Menschen im Hotel verschwinden und ausgerechnet Janjas Freundin Bea ermordet wird, beginnen die beiden sich gegen das System zu wehren.
Meine Meinung
Das Cover machte mich unheimlich neugierig und als ich dann las, worum es hier ging, musste ich diese Geschichte unbedingt lesen.
Das Geschehen spielt in nicht allzu ferner Zukunft, was mir schon gleich beim Lesebeginn eine gewisse Gänsehaut bereitete. Denn ein Atomkrieg ist für mich eine der beängstigsten Vorstellungen von allen möglichen Zukunftsvorstellungen. Liest man dann noch das Nachwort, dann könnte man sich durchaus vorstellen, dass Stephan Knösels Grundidee gar nicht so unwahrscheinlich scheint. Genau das ist es auch, was für mich eine gelungene Dystopie ausmacht und diese Darstellung ist Knösel gut gelungen.
Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig und durch kleine Beschreibungen, ohne abzuschweifen, wird das gesamte Szenario vorstellbar. Insgesamt eine Geschichte, die man in einem Rutsch verschlingen kann.
Der Einstieg beginnt gleich mit dem Ende, nämlich mit dem Ende der Welt, so wie wir sie kannten. Es wird spannend und actionreich, was dann aber erstmal wieder ein wenig abflacht, sobald man sich in dem “Hotelbunker” befindet. Es gibt hier und da Wendungen, die man nicht vorausahnen kann und insgesamt bekommt man hier eine Mischung aus Endzeitgeschichte, Liebesroman und Krimi. Eine Mischung, die mir gut gefallen hat und mir spannende Lesestunden bereitete.
Das Setting ist richtig gut dargestellt, denn auch wenn nicht alles bis ins kleinste Detail beschrieben wird, konnte ich mir das Hotel mit all seinem Prunk und Protz vorstellen. Manches war so absurd, dass es wiederum glaubhaft erschien, wie z. B. kein Telefon zu erlauben, um Strom zu sparen und im Gegenzug dazu einen Raum zu schaffen, in dem man eine Art Realityspiel spielen kann.
Genauso passend sind hier die Menschen beschrieben, die dort Zuflucht finden. Kaum ist die Welt untergegangen, versuchen schon die ersten wieder Macht zu erlangen. Typisch Mensch!
Ein Erzähler in dritter Person erzählt aus wechselnden Perspektiven der beiden Protagonisten Wesley und Janja. Man erlebt die kleine Welt ganz nah mit und kann sich recht gut in sie hineindenken. Beide gehören nicht zur Luxusklientel, sondern müssen diesen dienen.
Man erlebt beide Protagonisten sehr nah, allerdings fand ich in anbetracht ihrer Situation, ihren Umgang damit, recht “locker”. Ich könnte mir hier vorstellen, dass man doch auf eine gewisse Art kurz vorm durchdrehen ist, wenn man plötzlich vor dem Aus der gesamten Welt steht. Dieses ging mir hier ein wenig unter und es fühlte sich so an, als kämen diese noch so jungen Menschen ein wenig “zu gut” mit dem ganzen klar.
Mein Fazit
Insgesamt eine spannende Geschichte, die mir gute Unterhaltung brachte. Ich hätte gerne noch ein wenig mehr über das Setting, aber auch um die gesamte Dynamik unter den im Hotel lebenden Personen gewünscht. Gerade da, wo sich die Hierarchie beginnt zu wandeln, könnte man noch viel mehr aus der Handlung holen. Da nahm die Liebesgeschichte ein wenig zu viel Raum für meinen Geschmack ein. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch gut gefallen und es bietet gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 09.09.2020

Actionreicher zweiter Teil

Beastmode 2: Gegen die Zeit
0

Achtung Band 2 einer Dilogie – inhaltliche Spoiler zu Band 1 könnten vorhanden sein.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Malcom, Damon, Amanda, Wilbur und Jenny zu ihrer aussergewöhnlichen Mission, ...

Achtung Band 2 einer Dilogie – inhaltliche Spoiler zu Band 1 könnten vorhanden sein.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Malcom, Damon, Amanda, Wilbur und Jenny zu ihrer aussergewöhnlichen Mission, der Rettung der Welt, aufbrachen. Doch seitdem ist so unglaublich viel passiert und sie müssen sich beeilen, um ihren Auftrag zu erfüllen. Das Energiefeld im Pazifik ist nach wie vor noch da und droht den gesamten Fischbestand zu vernichten. Dieses Mal führt ihre Mission in die Vergangenheiten von Malcolm, Wilbur und Jenny und sie müssen so manch ein Abenteuer und auch den ein oder anderen Kampf überstehen.
Meine Meinung
Passend zum ersten Band findet man auch auf dem zweiten Teil das Gesicht und zusammen sehen die Bücher schon sehr genial aus.
Der Einstieg in den zweiten Band fällt leicht, denn die Handlung knüpft gleich da an, wo Band 1 endete. Das wiederum ist zum Glück nicht so lange her und schnell war wieder präsent, was zuvor passiert ist.
Auch hier erzählt Wekwerth wieder mit viel Tempo und man wird förmlich durch die Seiten getrieben, weil man wissen möchte, wie es weitergeht. Der Autor hat einen leichten und flüssigen Schreibstil, bei dem es nicht schwer fällt, am Ball zu bleiben.
Es geht auch hier wieder um Zeitreisen und um letzten Endes die Welt zu retten. Dabei landen wir mit den Protagonisten in den Jahren 2003, 2017 und 2134. Sie müssen auf ihrer Mission sich ganz vielen Gefahren stellen und dabei wird es sehr actionreich und spannend. Hin und wieder wurden Probleme, die sich auftaten, recht einfach gelöst, aber im Hinblick darauf, dass es sich auch um ein Jugendbuch handelt, fand ich es auf jeden Fall nachvollziehbar.
Erzählt wird aus den unterschiedlichen Perspektiven der fünf Protagonisten. Während man im ersten Band viel über Damon und Amanda erfahren hat, stehen nun Malcolms, Wilburs und Jennys Geschichten im Vordergrund. Gerade der Sprung in Jennys Vergangenheit und somit in unsere Zukunft fand ich sehr spannend, auch wenn das meiste nicht völlig überraschend kam.
Die aussergewöhnlichen Protagonisten haben mir bereits im ersten Band sehr gut gefallen und auch hier konnten sie mich sehr gut unterhalten. Die fünf Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein und doch sind sie im Laufe ihrer Mission zusammengewachsen. Die Konflikte untereinander und vor allem die Dialoge fand ich gelungen und hatten auch die nötige Portion Humor, um die actionreiche Geschichte aufzulockern.
Malcom, der Nerd, Damon, der Dämon, Amanda, die ägyptische Göttin, Wilbur, der Tättowierte mit der ungewöhnlichen Fähigkeit und Jenny, halb Mensch und Maschine boten viel Abwechslung und jeder einzelne wurde authentisch gezeichnet. Sie sind, jeder für sich, nicht nur mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattet, sondern haben auch ganz viel Herz und Mut.
Mein Fazit
Mit Beastmode – Gegen die Zeit hat Rainer Wekwerth einen gelungen finalen Band geschaffen, der vor Action nur so strotzt, bei dem aber trotzdem Humor und auch ein wenig Gefühl nicht zu kurz kommen. Die einzelnen Puzzleteile aus Band 1 und 2 wurden zu einem großen Gesamtbild zusammengefaßt und bilden ein logisches Gesamtbild. Spannend, fesselnd und wer Band 1 mochte, wird auch um Band 2 nicht herum kommen.

Veröffentlicht am 09.09.2020

Eine tolle Geschichte

Rille: Die Dschungelfreunde sind los!
0

Eigentlich war der kleine Gorilla Rille auf dem Weg in eine neue Heimat, in einen neuen Zoo. Doch bei einem Unglück landet Rille mitsamt seiner Kiste im Dschungel. Kurz nachdem die Kiste dort im Dschungel ...

Eigentlich war der kleine Gorilla Rille auf dem Weg in eine neue Heimat, in einen neuen Zoo. Doch bei einem Unglück landet Rille mitsamt seiner Kiste im Dschungel. Kurz nachdem die Kiste dort im Dschungel landet, wird sie auch schon von einer Schar Tiere umrandet. Sie helfen Rille aus seiner Kiste und schnell stellt sich heraus, dass sie auch sonst sehr gute Freunde sind, denn im Dschungel ist es so ganz anders, als Rille es bisher kannte.
Meine Meinung
Dieses zuckersüße bunte Cover erweckte gleich meine Aufmerksamkeit und da mein Sohn Gorillas liebt, war mir gleich klar, dass auch Rille etwas für ihn sein muss.
Schon nach dem Auspacken haben wir die ersten Kapitel rund um den liebenswerten Rille verschlungen und Rille hat uns eine Weile abends vor dem Einschlafen begleitet.
Die Illustrationen des Buches sind ganz besonders gut gelungen und es gibt auch da ganz viel für die Kleinen zu entdecken. Zusätzlich sorgen sie dafür, dass das Leseerlebnis noch bunter und lebendiger wird und sie machten auch mir als Mama viel Spaß. Gerade die Mimik der liebenswerten Charaktere brachten uns beim Bewundern der Bilder sehr viel Freude und sorgten für so manch einen Schmunzler.
Erzählt wird die Geschichte in leichter und kindgerechter Sprache und mein Sohn hat hier vor allem den liebenswerten Rille ganz schnell ins Herz geschlossen. Wobei aber auch die anderen Tiere alle etwas besonderes haben. Ein ganz wichtiger Aspekt in dieser Geschichte ist die Freundschaft und der Zusammenhalt. Rille muss hier lernen, mit einer großen Veränderung umzugehen. Das ist nicht immer ganz so einfach, aber es wird mit ganz viel Gefühl beschrieben. So darf ein Rille auch mal traurig sein oder auch mal wütend, die gesamte Gefühlspalette wird hier absolut kindgerecht gezeichnet.
Auch die weiteren Charaktere hatten ganz viel Herz und es machte Spaß, sie bei ihren Abenteuern im Dschungel zu begleiten. So trifft man hier auf einen ständig quasselnden Ara, auf Gürteltiere, Tapire und vieles mehr. Ein kunterbunte Gesellschaft, die auch Rille aufnimmt und akzeptiert.
Mein Fazit
Ein zauberhaftes Kinderbuch über Freundschaft und Zusammenhalt und auch über die Gefühlswelt, bei großen Veränderungen. Mit kindgerechter Sprache und bunten Illustrationen macht Rille einfach Spaß und sorgte dafür, immer wieder Neues zu entdecken. Von uns gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für alle kleinen Abenteuerer.

Veröffentlicht am 06.09.2020

Völlig geflashed

Feuererwachen
0

Zehn Jahre sind ins Land gezogen, seitdem eine blutige Revolution das alte Regime gestürzt hat. Lee und Annie sind in einem Waisenhaus aufgewachsen und dort zu Freunden geworden. Bei einer Auswahl des ...

Zehn Jahre sind ins Land gezogen, seitdem eine blutige Revolution das alte Regime gestürzt hat. Lee und Annie sind in einem Waisenhaus aufgewachsen und dort zu Freunden geworden. Bei einer Auswahl des Landes, um Drachenreiter zu werden, gelang es ihnen beiden, ausgewählt zu werden. Dabei könnte ihre Herkunft unterschiedlicher nicht sein, denn Annie war einst Leibeigene der Drachenherren und Lee der jüngste Sohn eines diesen. Doch niemand weiß etwas über Lees Herkunft, selbst Annie nicht. Nun soll ein Turnier darüber entscheiden, wer der erste Drachenreiter werden soll und sowohl Annie als auch Lee sind unter den letzten Teilnehmern. Niemand ahnt, dass sich im Hintergrund ein Krieg zusammenbraut, denn Lee ist nicht der einzige Überlebende der Drachenherren. Plötzlich stehen beide vor Entscheidungen, die sie nie haben treffen wollen.
Meine Meinung
Ein Drache auf einem Cover, also ein Buch über Drachen? Natürlich war ich beim ersten Blick auf das Buch angefixt und nach dem Klappentext stand fest, dass ich das Buch lesen muss.
Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Zeit benötigte, um hier in die Geschichte zu finden. Der Beginn war zunächst noch sehr ausschweifend, zumindest fühlte es sich so an. Im Nachhinein allerdings kann ich dazu sagen, dass dieser Einstieg genau richtig war, um nicht nur die politischen Hintergründe des Landes zu kennen, sondern auch um die unterschiedlichen Charaktere mit all ihren Fassaden fassen zu können.
Rosaria Munda erzählt klar und direkt und was mir zunächst noch zu ausführlich vorkam, wurde zu einem Kopfkino, dass ich regelrecht am eigenen Leib miterleben konnte. Sie hat es geschafft, dass ich mich so tief in ihre Charaktere einfühlen konnte, dass ich hier im wahrsten Sinne des Wortes mitgezittert, mitgehofft, gebang und geliebt habe. Die Autorin hat mich auf jeden Fall auf eine Achterbahn der Emotionen geschickt, die es in sich hat.
Das Worldbuilding ist ebenfalls sehr gut dargestellt und ich habe nicht nur ein gutes Bild über die Optik der Insel, sondern auch über die politischen Begebenheiten. So waren es einst Drachenherren, eine Triarchie, die ihr Volk beherrschten und sie wie Sklaven arbeiten ließen. Nach der Revolution ist die Hirarchie eine andere und doch wird hier nur allzu deutlich, wie es ist, wenn Menschen Macht haben.
Natürlich ist auch einiges an Spannung geboten, es gibt Intrigen, die man nicht vorhersehen konnte, actionreiche Angriffe, aber auch eine kleine Liebesgeschichte. Ab einem gewissen Punkt war ich wie gebannt von der Geschichte und ich habe sie in einem Rutsch durchgelesen. Dabei geht es so manches Mal brutal und grausam zu, wird aber, auch in Hinsicht auf die Zielgruppe, nicht detailliert beschrieben.
Feuerwachen wird aus zwei Perspektiven, jeweils in der Ich-Form erzählt, nämlich aus Lees und Annies Sicht. Dabei kommen vor allem diese beiden Charaktere dem Leser so nah, dass man jede ihrer Entwicklung tief nachempfinden kann. Innerhalb der gegenwärtigen Erzählung finden sich Rückblicke darauf, wie sich Annie und Lee im Waisenhaus kennengelernt haben und auf welcher Basis ihre Beziehung aufbaut. Was das Verständnis für die beiden noch einmal mehr intensiviert.
Lee, geboren als Leo, dem jüngsten Sohn eines der Drachenherren der Insel, muss miterleben, wie seine Familie getötet wird. Man spürt seine angeborene Selbstsicherheit, doch lauscht man seinen Gedanken, spürt man seine innerliche Zerrissenheit, die ich nachempfinden konnte. Annie hingegen kam als Leibeigene auf die Welt und verlor ihre Eltern bei einem Drachenfeuer. Sie ist die unsicherere von den beiden, doch im Laufe der Zeit wächst sie immer mehr an ihren Aufgaben. Beide sind sehr intensiv gezeichnet, mit ganz vielen Facetten, die mich all ihre Emotionen miterleben ließen.
Doch auch mit ihren Nebencharaktere hat Rosaria Munda bewiesen, dass sie ein besonderes Händchen für unterschiedliches Charaktere und deren Darstellung hat.
Mein Fazit
Ein Buch, das mich zu Beginn ein wenig gefordert, aber dann nicht mehr losgelassen hat. Wenn man mit den Figuren so mitfühlen kann, dass man jeden ihrer Gedanken fassen und nachvollziehen, ja geradezu mitfühlen kann, dann kann ich da nur meinen Hut ziehen. Spannung, Action, Liebe, Gefühle und ganz viele Drachen machen dieses Buch zu einem großen Leseabenteuer, bei dem ich jetzt schon auf den zweiten Band hinfieber. Klare Leseempfehlung für Fantasyfans!

Veröffentlicht am 04.09.2020

Positiv überrascht

Die Tinktur des Todes
0

Edinburgh im Jahre 1847, der junge Medizinstudent Will Raven tritt seine neue Stelle als Fabulus bei dem berühmten Professor Simpson an. Dieser ist bekannt als Arzt für Geburtshilfe und auch für seine ...

Edinburgh im Jahre 1847, der junge Medizinstudent Will Raven tritt seine neue Stelle als Fabulus bei dem berühmten Professor Simpson an. Dieser ist bekannt als Arzt für Geburtshilfe und auch für seine Versuche, Mittel zu finden, um Frauen ein wenig die Geburtsschmerzen zu nehmen. Im Hause des Professors arbeitet Sarah Fisher als Hausmädchen. Doch Sarah ist eine überaus wissbegierige und kluge, junge Frau, die schnell ahnt, das Will etwas zu verbergen hat. Will fand nämlich die junge Prostituierte Evie in ihrer Wohnung, ermordet und um nicht selbst verdächtigt zu werden, schweigt er. Als kurz darauf jedoch eine weitere Frau ermordet aufgefunden wird, ahnt Will, dass mehr dahinter steckt. Sarah und er stellen schnell fest, dass sie beide eigene Motive haben, diese Fälle zu klären und so beginnen sie gemeinsam zu forschen.
Meine Meinung
Das düstere, geheinisvolle Cover passt ganz hervorragend zu diesem Roman und es fängt die gesamte Atmosphäre gelungen ein.
Auch der Einstieg, der unmittelbar mit dem Fund der ersten Leiche beginnt, gelingt sehr leicht. Dieses liegt auch mit an dem wirklich tollen Schreibstil des Autorenduos Ambrose Parry, die einfach flüssig und fesselnd, mit notwendigen Details, aber ohne auszuschweifen, erzählen. Ganz besonders gut ist den beiden gelungen, die Zeit des 19. Jahrhunderts lebendig zu schildern. Man fühlte sich regelrecht nach Edinburgh versetzt und erlebte die Ereignisse hautnah mit. Dabei wirkt aber alles absolut authentisch und dicht recherchiert.
Dachte ich zunächst noch, dass es sich bei “Die Tinktur des Todes” um einen historischen Krimi handelt, wurde schnell klar, dass diese Geschichte noch viel mehr zu bieten hat. Neben der Mordserie, die es zu lösen gilt, widmen sich die Autoren ganz besonders der Medizin aus dem neunzehnten Jahrhunderts, insbesondere der Geburtshilfe. Das geht so manches Mal an die Substanz, denn die Autoren sind nicht zimperlich in den Darstellungen. Da musste selbst ich so manches Mal schlucken, denn es ist ja bekannt, dass Geburten in dieser Zeit ft ein Kampf und Leben und Tod waren. Also nicht unbedingt etwas für den zartbesaiteten Leser, aber hochspannend und glaubwürdig erzählt. Auch sonst liest sich der gesamte Roman absolut interessant und spannend. Man erfährt neben den medizinischen Aspekten noch mehr über den Glauben der Menschen damals und auch über die Stellung der Frauen. Letzteres ließ mich so manches Mal schlucken, denn auch wenn man das weiß, ist es noch einmal ein anderes Gefühl, darüber mehr zu lesen.
Aus den Perspektiven des Medizinstudenten Will Raven und dem Hausmädchen Sarah Fisher erlebt der Leser hautnah mit, was passiert. Während man Sarah rasch einzuschätzen weiß, bleibt Will zunächst noch eine eher düstere, geheimnisvolle Person.
Sarah ist mir auf jeden Fall sehr schnell ans Herz gewachsen. Sie ist, für ihre Zeit, eine mehr als intelligente, junge Frau, die eigentlich viel mehr will, als sie als Frau überhaupt darf. Dabei wird sie von ihrem Arbeitgeber, Professor Simpson, durchaus unterstützt, ihrer Leidenschaft nachzugehen und sich selbst in medizinischen Bereichen zu bilden. Auch sonst hat mir Sarah in ihrer Art absolut gefallen und neben ihr wirkt Will Raven zunächst noch wirklich sehr düster. Doch auch bei ihm ahnt man schnell, dass hinter seiner Fassade ein Mensch mit Herz steckt und zum Ende ist er mir genauso sympathisch wie Sarah.
Aber auch die Nebencharaktere des Romans sind gut beschrieben und handeln glaubwürdig, vor allem Professor Simpson mit seiner aufgeschlossenen Art, hat mir gut gefallen.
Mein Fazit
Ein wirklich spannend erzählter, historischer Roman, der einen gelungenen Einblick in die Medizin des 19. Jahrhundert gibt. Aber auch der Stand der Frauen zu der Zeit spielt eine Rolle und um alles noch spannender zu machen, wird auch noch ein Serienmord aufgeklärt. Für mich war dieser Roman eine absolute Überraschung, neben einem fesselnden Kopfkino bekommt man auch noch eine glaubwürdige, teils düstere Atmorsphäre obendrein. Von mir bekommt dieses Buch eine klare Leseempfehlung und ich hoffe, dass weitere Bände über Will und Sarah erscheinen werden.