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Veröffentlicht am 13.10.2019

Wem vertraust du wirklich?

Was du getan hast
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Dr. Kate English kann es kaum glauben, als sie die Nachricht erhält, dass man ihre Mutter ermordet hat. Wer sollte das getan haben? Ihre Mutter war allseits beliebt. Doch schon kurz nach der Beerdigung ...

Dr. Kate English kann es kaum glauben, als sie die Nachricht erhält, dass man ihre Mutter ermordet hat. Wer sollte das getan haben? Ihre Mutter war allseits beliebt. Doch schon kurz nach der Beerdigung wird alles nur noch schlimmer, denn auch Kate erhält Drohnachrichten. Zum Glück ist ihre alte Freundin Blaire, mit der sie sich vor fünfzehn Jahren im Streit getrennt hat, nun endlich wieder an ihrer Seite. Gemeinsam mit Blaire grübelt Kate, wer ihr etwas antun möchte und wer der Mörder ihrer Mutter sein könnte. Doch so nach und nach wirken alle Personen um sie herum bedrohlich und Kate fragt sich, wem sie überhaupt noch trauen kann, denn selbst ihr Ehemann scheint etwas vor ihr zu verbergen.
Meine Meinung
Schon in ihrem ersten Buch “Mein Leben gegen deins” konnten mich das Autorinnenduo Liv Constantine überzeugen und so war ich äußerst gespannt darauf, wie es in diesem Roman wohl sein wird. Auch hier schreiben die beiden wieder sehr flüssig und eindringlich und sie ergänzen sich einfach fantastisch. Zwar brauchte ich zu Beginn ein wenig Eingewöhnungszeit, um mich an die unterschiedlichen Personen und deren Zuordnung zu gewöhnen, aber je mehr man voranschreitet in der Geschichte, desto klarer wird es. Oder halt auch nicht, denn genauso wie Protagonistin Kate wusste auch ich nachher einfach nicht mehr, ob und wem ich hier vertrauen soll.
Dadurch, dass die Autorinnen ihre Charaktere gedanklich immer wieder in die Vergangenheit schweifen lassen, erfährt man auch mehr über die einzelnen und deren Hintergründe. Somit bekommt man von jedem etwas mit, dass er zu verbergen hat und was den Leser misstrauisch werden lässt. Genau diese Suche nach der Wahrheit und den Zusammenhängen macht die Geschichte spannend. Ich wollte wissen, wer dahinter steckt und was Kate überhaupt getan hat, um so bedroht zu werden, so dass ich regelrecht durch die Seiten getrieben wurde, bei der Suche nach der Wahrheit.
Aus wechselnden Perspektiven zwischen den Freundinnen Blaire und Kate verfolgt man die Ereignisse, beobachtet die anderen um sie herum und ist sich doch nie sicher, was dahinter steckt. Man kann hier also immer wieder miträtseln und Theorien aufstellen und ziemlich weit zum Ende hin hatte ich auch eine Idee, doch so ganz gelang es mir nicht, auf die Lösung zu kommen.
Die Charaktere sind vorstellbar gezeichnet, doch so richtig nah kam ich ihnen nicht. Wobei ich mir hier durchaus vorstellen kann, dass genau das beabsichtigt ist, sorgt das doch alles dazu, dass man nicht auf den Täter kommen kann. Kate English mochte ich zu Beginn noch und ja, ich kann durchaus verstehen, dass sie durch all diese psychischen Belastungen an ihre Grenzen trifft. Doch irgendwann war ich mir selbst bei ihr nicht sicher, ob ich ihr glauben und vertrauen kann. Auch Blaire bleibt mir fremd und auch mit ihr ging es mir ähnlich wie mit Kate. Also aus psychologischer Sicht wurden die Charaktere wirklich gut ausgearbeitet.
Mein Fazit
Auch mit “Was du getan hast” konnten mich Liv Constantine wieder fesseln und brachten mir absolut spannende Unterhaltung. Ein gekonnter Spannungsaufbau und immer wieder neue Überraschungen sorgten dafür, dass ich das Buch erst aus der Hand legen konnte, als ich es beendet hatte. Definitiv eine tolle Lektüre für spannende Lesestunden.

Veröffentlicht am 13.10.2019

Eine gelungene Zeitreise

Die Charité: Aufbruch und Entscheidung
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Das Jahr 1903, die junge jüdische Ärztin Rahel Hirsch macht sich auf den Weg nach Berlin, um dort ihre neue Stelle als Assistenzärztin an der berühmten Charité anzutreten. Keine leichte Aufgabe in dieser ...

Das Jahr 1903, die junge jüdische Ärztin Rahel Hirsch macht sich auf den Weg nach Berlin, um dort ihre neue Stelle als Assistenzärztin an der berühmten Charité anzutreten. Keine leichte Aufgabe in dieser Zeit, denn ihre Kollegen sind ausschließlich Männer und Rahel stösst auf so manch einen Widerstand. Doch die junge Ärztin ist nicht so weit gekommen, um dann einfach aufzugegeben und verfolgt zielstrebig ihr Ziel.
Zur gleichen Zeit arbeitet in der Wäscherei der Charité die junge Barbara. Auch wenn diese aus einfachsten Verhältnissen stammt und ständig am eigenen Leib erfahren muss, wie Männer mit Frauen umzugehen pflegen, kämpft auch sie für Gleichberechtigung.
Als sich die beiden Frauen zufällig kennenlernen, beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft. Beide Frauen kämpfen auf ihe Art für Gleichberechtigung, doch dann bricht der erste Weltkrieg aus und alles ändert sich.
Meine Meinung
Schon der erste Band der Charité Reihe aus der Feder von Ulrike Schweikert hat mir aussergewöhnlich gut gefallen und auch dieser zweite Band war absolut spannend und fesselnd zu lesen.
Ulrike Schweikert schafft es unglaublich leicht und mitreißend, die Zeit des Beginns des zwanzigsten Jahrhunderts lebendig werden zu lassen. Sprachlich findet man sich genau in dieser Zeit wieder und doch erzählt die Autorin so leicht, dass man sich einfach mitten in der Geschichte wiederfindet. Interessant wird es, wenn sie ihre Figuren berlinern lässt, was das ganze noch authentischer wirken lässt. Ebenfalls beeindruckend sind die absolut dichte Atmosphäre und das Gefühl, eine Zeitreise zu begehen. Respekt, Frau Schweikert, das ist wirklich ganz hervorragend recherchiert und auch wenn ich selbst keine Ahnung von der Zeit an der Charité habe, kann ich mir dieses genau so auch vorstellen.
Was mich als Frau hier immer wieder zum Schlucken brachte, ist die Zeit in der das ganze stattfindet und wie man da noch mit Frauen umging. So manches Mal habe ich mich regelrecht über die Männer der Zeit geärgert und hätte mich am liebsten mit an die Seite der Protagonistinnen Barbara und Rahel gestellt.
Was dieses Buch ebenfalls zu etwas besonderem macht, ist diese einzigartige Art über die Zeit an der Charité zu erzählen und das mit den persönlichen Geschehen der Charaktere zu verknüpfen. Man erfährt so viel über die Entwicklung der Medizin in dieser Zeit, aber auch über das allgemeine Leben in Berlin. All das fesselt den Leser an die Seiten und man sieht direkt das Geschehen vor sich.
Mit ihren Charakteren hat die Autorin wieder ganz besondere Persönlichkeiten erschaffen. Die junge, jüdische Ärztin Rahel hat mich sehr beeindruckt, denn ich konnte mir nur allzu gut vorstellen, wie schwer es für sie sein musste, sich an diesem von Männern dominierten Arbeitsplatz durchzusetzen. Als Frau musste sie hier einfach noch mehr Einsatz zeigen, weder Müdigkeit noch Erschöpfung zulassen, da man ihr das als Schwäche angekreidet hätte und noch vieles mehr. Ich habe mit dieser tollen Frau absolut mitgefiebert und fand sie hervorragend ausgearbeitet. Doch auch Barbara, die Frau aus der Wäscherei ist für ihre Zeit eine beeindruckende Persönlichkeit, die absolut zielstrebig ihren Weg geht und sich auch nicht von Männern vorschreiben lässt, was sie zu tun und zu lassen hat. Frauen wie diesen ist es zu verdanken, dass es für uns Frauen heute anders aussieht, auch wenn ich zugeben muss, dass es da nach wie vor noch Vorteile für Männer, explizit in der Arbeitswelt, gibt.
Neben diesen tollen Protagonistinnen wirken aber auch die Nebencharaktere absolut authentisch und rundeten das eh schon hervorragend dargestellte Zeitgeschehen noch einmal ab.
Mein Fazit
Ein durch und durch hervorragend durchdachtes und ausgearbeitetes Buch über eine Zeit, in der es nicht nur in der Medizin immer wieder zu bedeutenden Fortschritten kam. Seien es die realen Begebenheiten oder die Fiktion, alles zusammen wirkt absolut dicht und atmosphärisch und ich fühlte mich beim Lesen direkt in die Zeit zurückversetzt. Beeindruckende Geschichte die lebendig erzählt wirkt und die einfach spannend zu lesen ist. Ganz klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 13.10.2019

Ben und Arthur und das Universum

Was ist mit uns
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Als Arthurs Mutter, eine Rechtsanwältin, wegen eines Falles den Sommer in New York verbringen muss, ist es keine Frage, dass Arthur und sein Vater sie begleiten. Während seine Mutter am Fall arbeitet, ...

Als Arthurs Mutter, eine Rechtsanwältin, wegen eines Falles den Sommer in New York verbringen muss, ist es keine Frage, dass Arthur und sein Vater sie begleiten. Während seine Mutter am Fall arbeitet, macht Arthus ein Praktikum in der Kanzlei. Auf dem Weg zur Post trifft Arthur einen Jungen mit einem großen Paket der ihn auf den ersten Blick verzaubert. Kurzentschlossen spricht der sonst eher schüchterne Arthur den Paketjungen an. Sie unterhalten sich, doch dann passiert es, Ben verschwindet in dem Getümmel New Yorks und Arthur kennt weder seinen Namen, noch seine Telefonnummer. Das kann das Universum doch nicht ernst meinen? Zuerst trifft er den Jungen seiner Träume und dann verschwindet dieser plötzlich? Arthur beginnt nach Ben zu suchen. Und Ben? Auch ihm geht Arthur nicht aus dem Kopf und auch er versucht Arthur wiederzufinden.
Meine Meinung
Das Cover ist perfekt zum Buch gewählt und passt einfach nur zu gut, denn genauso habe ich mir auch Ben und Arthur vorgestellt.
Becky Albertalli und auch Adam Silvera sind beides für mich keine unbekannten Autoren und ich war schon mehr als gespannt auf die Zusammenarbeit der beiden. Die Geschichte liest sich leicht und locker und hat dabei einen humorvollen Unterton, der mich einfach in seinen Bann ziehen konnte und mich immer wieder beim Lesen vor mich hin lächeln ließ. Der Schreibstil der beiden Autoren ergänzt sich so perfekt, dass ich hier einfach nicht bemerkt habe, wer wessen Part geschrieben hat. Mit vielen Erwähnungen von Musik und Filmen wird die Geschichte noch einen Tick aktueller und spricht dadurch auch mit Sicherheit die jüngere Zielgruppe an.
Ich fand hier gleich von Beginn an leicht in die Geschichte, denn die beiden Protagonisten, die man schon zu Beginn kennenlernen darf, waren mir auf den ersten Blick sympathisch. Ich habe mit beiden ordentlich mitgefiebert und mitgehofft, dass das Universum ihnen wohl gesinnt ist und sie sich in solch einer Riesenstadt wiederfinden werden. Dabei geraten beide immer mal wieder in äußerst komische Situationen, die die Geschichte noch zusätzlich auflockerten.
Arthur und Ben erzählen jeweils in der Ich-Perspektive abwechselnd von ihren Eindrücken und ihrem Erlebten. Die beiden Protagonisten könnten eigentlich kaum unterschiedlicher sein. Arthur ist eher ruhig und schüchtern und durch und durch das Landei. Er wirkt gebildet und allem Anschein nach ist er wohlbehütet aufgewachsen. Ben kommt zwar aus einfacheren Verhältnissen, doch auch er bekommt Unterstützung von seinen Eltern. Die Schule hat ihm allerdings Schwierigkeiten bereitet und so muss er die Sommerschule besuchen, was allerdings sehr an ihm nagt. Während Arthur sich erst vor kurzem geoutet hat, hat Ben gerade erst seine erste Beziehung zu seinem Freund beendet. Die beiden Jungs sind also wie zwei Seiten einer Medaille, ergänzen sich dadurch aber wirklich wunderbar und es macht Spaß, sie ein Stück weit durch den Sommer zu begleiten.
Doch nicht nur die beiden Protagonisten haben mir gut gefallen, sondern auch die Nebencharaktere, wie die Freunde der beiden und deren Eltern. Alle gehen sehr aufgeschlossen mit der Homosexualität der Jungs um und es wirkt einfach so natürlich, wie es auch für alle sein sollte. Die Figuren sind lebendig und authentisch gezeichnet und vor allem Bens besten Freund Dylan mochte ich mit seiner frechen und lustigen Art unheimlich gerne. Ich könnte mir absolut vorstellen, mit dieser Clique mal einen Nachmittag gemeinsam in New York zu verbringen.
Mein Fazit
Ein tolles Jugendbuch, das mir einfach richtig gut gefallen hat und deren Seiten beim Lesen einfach nur so verflogen, was auch mit an dem leichten und lockeren Schreibstil der beiden Autoren lag. Doch diese Geschichte lebt vor allem durch seine wundervollen Charaktere, die mir schnell ans Herz wuchsen und die realistisch und lebendig gezeichnet wurden. Wunderschön und perfekt für gemütliche Lesestunden!

Veröffentlicht am 09.10.2019

Tolle Grundstory

Neun
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In einer nicht allzu fernen Zukunft ist es nichts ungewöhnliches, dass die Menschen neun Leben haben. Nach jedem Tod werden sie wiedergeboren und der Mensch, der sie dann sind, ist eine neue und verbesserte ...

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist es nichts ungewöhnliches, dass die Menschen neun Leben haben. Nach jedem Tod werden sie wiedergeboren und der Mensch, der sie dann sind, ist eine neue und verbesserte Form des eigenen Ichs. Für viele Jugendliche wird es ein regelrechter Sport den Freitod zu wählen. Doch nicht alle Jugendlichen sind davon überzeugt und einer von ihnen ist Julian, dessen Mutter kurz vor ihrem Permatod ein völlig anderer Mensch wurde. Julian beginnt nachzufragen und trifft dabei auf eine weitere Gruppe Jugendlicher, die alles andere als überzeugt von der Wiedergeburt sind. Denn nicht alles läuft dabei immer glatt und so manch einer kommt mit Mankos wieder, die man zunächst nicht sieht.
Meine Meinung
Allein schon dieser Klappentext versprach eine völlig neue und absolut spannende Story, die ich hier auch definitiv erhalten habe. Zach Hines erzählt sehr flüssig und schnell gelang es mir, hier in die Story zu finden. Sprachlich ist es durchaus auch für die Zielgruppe jugendlicher Leser geeignet, doch es gibt hier auch die ein oder andere wirklich erschreckende und grausige Szene. Dementsprechend ist diese Geschichte auch spannend für erwachsene Leser umgesetzt.
Die Grundstory fand ich wirklich unheimlich spannend und interessant und vor allem mal wieder etwas ganz Neues, Eigenes. Auch vom Tempo her liest sich dieses Buch leicht und flüssig. Man selbst stellt sich beim Lesen immer wieder die Frage, ob man selber nicht vielleicht auch solch einen Schritt wagen würde, um einfach “verbessert” wieder aufzuerstehen. Doch eine gewisse Skepsis bleibt dabei vorhanden und macht das Lesen dementsprechend spannend. Man möchte einfach die Beweggründe verstehen und genau da hapert es ein wenig bei mir. Ich konnte durchaus nachvollziehen, dass vor allem Jugendliche sich selbst verbessern wollen. Doch was genau hatte es mit diesen Punkten auf sich, die die Familie für das Hergeben ihrer Leben bekommen? Vor allem eines war mir nicht klar: woher kam es, dass Menschen plötzlich neun Leben hatten und was hat es mit den Seen zu tun? Da blieben für mich doch ein paar Fragen noch offen, die mir das gesamte Szenario besser erklärt hätten.
Das machte dann auch das Worlbuilding ein wenig undurchsichtig, da mir einfach auch die Grundlagen dazu fehlten. Insgesamt habe ich mir die Welt eigentlich so vorgestellt, wie unsere Welt auch heute ist, nur mit den neun Leben und den Seen, in denen man wiedergeboren wird. Da hätte es für mich, wie ich auch schon erwähnte, ruhig noch ein wenig mehr in die Tiefe gehen können.
Erzählt wird die Story aus der Sicht des Teenagers Julian, der dem gesamten Konzept der Wiedergeburt äußerst kritisch gegenübersteht. Das basiert zwar auf der erlebten Geschichte mit seiner Mutter und doch hat Julian auch sonst Zweifel. Mir hat dieser Junge sehr gut gefallen, denn er ist weder der rasante Draufgänger, noch ein Superheld. Er ist einfach Julian, der versucht, seinen eigenen Prinzipien treu zu bleiben. Das er dabei auf Hindernisse stösst, ist natürlich vorprogrammiert.
Neben Julian spielen noch weitere Jugendliche wichtige Rollen, vor allem die Kinder, die am Rande der Stadt aufwachsen und die der Behörde der Wiedergeburt auf die Spur kommen wollen. Gemeinsam mit Julian geraten sie in Schwierigkeiten und Hilfe bekommen sie von jemanden, mit dem ich gar nicht so gerechnet hätte. Alles in allem sind die Personen facettenreich und unvorhersehbar, was die Spannung der gesamten Geschichte mit aufrecht hält.
Mein Fazit
Alles in allem ein spannendes Debüt mit einer wirklich neuen und ungewöhnlichen Idee, die mir so in der Art noch nicht begegnet ist. Zwar gab es in der Umsetzung noch das ein oder andere, das mich gestört hat, doch im großen und ganzen bin ich sehr gut unterhalten worden. Protagonist Julian machte es doch recht leicht, ihn zu mögen und so konnte man mit ihm mitzittern und mitfiebern. Auf jeden Fall ist “Neun” mal etwas anderes und ich bin gespannt, was Zach Hines noch so in petto hat.

Veröffentlicht am 09.10.2019

Verwirrend, aber genial

Psychose
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Als Secret Service Agent Ethan Burke mitten in einem kleinen Kaff wieder zu sich kommt, fehlt ihm zunächst jegliche Erinnerung an das, was passiert ist, selbst den eigenen Namen weiß er nicht mehr. Er ...

Als Secret Service Agent Ethan Burke mitten in einem kleinen Kaff wieder zu sich kommt, fehlt ihm zunächst jegliche Erinnerung an das, was passiert ist, selbst den eigenen Namen weiß er nicht mehr. Er verliert sein Bewusstsein und kommt in einem Krankenhaus wieder zu sich. Hier kommen dann auch so langsam wieder Erinnerungen zurück. Wayward Pines heißt das kleine Kaff, in dem er sich befindet und in dem er nach zwei verschwundenen Agenten suchen sollte. Doch ein Unfall hat seiner Suche ein jähes Ende bereitet. Burke verlässt heimlich das Krankenhaus, doch während er sich nun auf die Suche nach der Wahrheit begibt, wird alles immer verwirrender. Die Menschen verhalten sich merkwürdig, seine Fragen werden nur ausweichend beantwortet und auch sonst scheint es nicht mit rechten Dingen in Wayward Pines zuzugehen. Nur was steckt wirklich hinter all den Merkwürdigkeiten?
Meine Meinung
Das Cover fand ich ja ziemlich spannend und auch ein wenig unheimlich und irgendwie musste ich dabei an Twin Peaks und dem Tagebuch der Laura Palmer denken. Das Crouch tatsächlich von dieser Serie mit inspiriert wurde, fand ich dann ziemlich gelungen und so war ich mehr als neugierig auf Psychose.
Der Einstieg fiel mir sehr leicht, denn Crouch schreibt absolut flüssig und fesselnd. Dabei lässt er so vieles unausgesprochen, dass man einfach ganz tief in den Sog des Buches gerät und nicht mehr aufhören kann, zu lesen. Mit wenigen Details, aber dann doch mit genau der richtigen Menge an Bildern wird die Geschichte lebendig. Beim Lesen habe ich dann auch erfahren, dass die Trilogie sogar verfilmt wurde und ich bin absolut gespannt darauf, wie dieses Buch im Film umgesetzt wurde. Beim Buch war es auf jeden Fall ein mysteriöses, verwirrendes und absolut spannendes Kopfkino, das mich das Buch verschlingen ließ.
Die Geschichte selber ist unheimlich spannend und je mehr man in der Geschichte vorankommt, desto verwirrender wird hier alles. Auf welcher Reise mich der Autor mitnehmen wollte, blieb mir lange unbeantwortet und doch fesselt genau dieses. Man möchte wissen, was es mit Wayward Pines auf sich hat und dabei trifft man auf so manche mysteriöse Begebenheit. Alles in allem ist dieses Buch eine Mischung aus Thriller, Fantastik, Mystery und Science Fiction und was da wirklich hintersteckt, konnte mich noch zusätzlich verblüffen. In Wayward Pines ist alles nicht so, wie es scheint.
Die Atmosphäre des Buches passt hier unheimlich gut und macht immer wieder Gänsehaut. Während man durch einen Erzähler in dritter Person aus der Sicht des Special Agents Burke das Geschehen verfolgt, ist man als Leser genauso ratlos, wie der Protagonist selber. Hin und wieder bekommt man auch einen Blick auf die Familie des Agents, was allerdings noch lange nicht zur Aufklärung der Geschichte beiträgt.
Special Agent Ethan Burke fand ich sehr gelungen, wenn er auch trotz seiner schweren Verletzungen vielleicht ein wenig zu sehr Held ist. Trotzdem passt das hier einfach auch zur gesamten Geschichte und trägt nur dazu bei, noch ein wenig mehr auf Spannung und Tempo zu drücken. Burke war mir durchaus sympathisch und ja, ich war hier mindestens genauso verwirrt wie der Agent selber. Neben Burke sorgen noch einige weitere Personen des Ortes für die geheimnsivolle Stimmung und auch hier kann ich nur sagen: in Wayward Pines ist alles anders.
Mein Fazit
Mit dem ersten Band der Wayward Pines Trilogie konnte mich Blake Crouch absolut fesselnd und spannend unterhalten und die Auflösung hat mich dabei völlig geplättet zurück gelassen. Was für eine mysteriöse, abgedrehte und actionreiche Geschichte, die einfach nur Spaß macht und die ich an nur einem Abend regelrecht inhaliert habe. Tatsächlich könnte man diese Geschichte auch mit diesem ersten Band beenden, doch ich bin schon äußerst gespannt, was mich noch so alles in Wayward Pines erwarten wird. Absolut spannend! Dieses Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung!