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Veröffentlicht am 17.04.2019

Geheimnisvoller Sommer

Das Leuchten jenes Sommers
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Cornwall im Jahr 1938, auf dem Anwesen Summerhill nahe der Klippen lebt die junge Madeleine, genannt Maddy. Ihre Mutter verlor sie schon sehr früh und ihr Vater starb bei einem tragischen Unfall an den ...

Cornwall im Jahr 1938, auf dem Anwesen Summerhill nahe der Klippen lebt die junge Madeleine, genannt Maddy. Ihre Mutter verlor sie schon sehr früh und ihr Vater starb bei einem tragischen Unfall an den Klippen, bei dem sie Zeuge wurde. Nun lebt sie gemeinsam mit ihrer Tante und ihrer Schwester Georgiana, die sich derzeit auf einer Europareise befindet, auf Summerhill. Dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse, Georgiana kehrt zurück von ihrer Reise, allerdings in Begleitung eines Mannes, Victor, der Maddy auf den ersten Blick nicht geheuer scheint. Fast zur gleichen Zeit wird Maddy Zeugin eines Flugzeugabsturz Nahe der Klippen und auch hier geschieht etwas völlig unerwartetes.
Siebzig Jahre später erhält die junge Fotografin Chloe einen Auftrag. Sie soll eine Autorin porträtieren, die einst berühmt war für ihre Kinderbücher. Doch Chloes Mann gefällt ihr Vorhaben überhaupt nicht und sie reist gegen seinen Willen. Die Autorin ist niemand anderes als Maddy, die auch heute noch auf Summerhill lebt, umgeben von Geheimnissen aus der Vergangenheit.
Meine Meinung
Ich liebe Geschichten, die auf zwei Zeitebenen spielen und sich rund um Geheimnisse aus vergangenen Tagen drehen, die erst in der Gegenwart ans Licht kommen und so war ich gleich Feuer und Flamme für den neuen Roman der Autorin Nicola Scott.
Mit ihrem Einstieg in der Vergangenheit bekommt der Leser gleich einen ersten Eindruck über die Personen des Romans und schon hier ahnt man, dass sich da etwas zusammen-braut und damit nicht nur der drohende Krieg gemeint ist. Doch hier ist es auch gleich der sehr weiche und gefühlvolle Schreibstil, der den Leser schnell mitnimmt und bei dem man sich gleich mit den Charakteren verbunden fühlt. Durch viele lebendig beschriebende Momente und Umgebungen sieht man die Handlung direkt vor sich.
Die Perspektiven, aber auch die Zeiten wechseln sich immer wieder ab, so dass man schnell neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte wird. Auch Chloes Geschichte beginnt sehr spannend, denn auch hier ahnt man schon, dass in ihrer Ehe mit dem Arzt Aidan etwas nicht stimmen kann. Chloe sitzt brav zu Hause, während ihr Mann arbeiten ist und ihre Vergangenheit befindet sich in Kartons verpackt auf dem Speicher. Den Auftrag, den sie gegen des Willen ihres Mannes annimmt, wirkt wie eine Flucht und auch hier wird nach und nach deutlich, dass da noch mehr im Verbogenen liegt. Also hier dreht sich alles rund um Geheimnisse, Maddys, Chloes, aber auch Georgianas und deren Freunde. Nach und nach verknüpft die Autorin die Vergangenheit mit dem aktuellen Geschehen und als Leser darf man hier mitfiebern.
Wie bereits erwähnt, wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, doch auch der Leser erfährt immer nur stückchenweise von der Handlung, was die Spannung aufrecht hält.
Die Charaktere sind intensiv und authentisch ausgearbeitet und vor allem mit Chloe fühlte ich mich rasch verbunden. Aber auch Maddy ist mir schnell sympathisch und so wuchsen mir die beiden Frauen schnell ans Herz. Doch nicht nur die beiden Protagonistinnen bekommen viel Leben und Tiefe, sondern auch die facettenreichen Nebencharaktere. Da wäre der mysteriöse Victor, dessen Absichten noch geheimnisvoll wirken und nichts gutes verheißen oder auch Aidan, Chloes Ehemann, der seine Frau bevormundet. Ganz besonders aber hat mir Chloes Bruder Danny gefallen, der auf Grund einer degenerativen Krankheit in einem Pflegeheim lebt und dessen Verbindung zu seiner Schwester etwas besonderes ist.
Mein Fazit
“Das Leuchten jenes Sommers” ist ein auf weiten Teilen ruhig und intensiv erzählter Roman über das Schicksal zweier Frauen in unterschiedlichen Zeiten. Ein Geheimnis begleitet den Leser durch die Seiten, dessen Auflösung man jedoch erst zum Ende hin erfährt. Mir hat der ruhige, emotionale Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen und auch die Gestaltung ihrer Charaktere konnte mich überzeugen. Wer Familiengeschichten auf zwei Zeitebenen mag, ist hier genau richtig.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Tolle, neue Jugendbuchreihe

Black Forest High
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Seven ist ein wenig anders als andere Mädchen in ihrem Alter, denn Seven kann Geister sehen. Kein Wunder, dass ihr bester Freund Remi ein Geist ist. Dieser versucht Seven schon seit Jahren davon zu überzeugen, ...

Seven ist ein wenig anders als andere Mädchen in ihrem Alter, denn Seven kann Geister sehen. Kein Wunder, dass ihr bester Freund Remi ein Geist ist. Dieser versucht Seven schon seit Jahren davon zu überzeugen, dass sie an der Black Forest High in Deutschland perfekt aufgehoben sei, denn hier werden Schüler zu Geisterjägern, Exorzisten und Geistmedien ausgebildet. Endlich scheint sich Remis Wunsch zu erfüllen, denn Seven reist mit ihm gemeinsam in den Schwarzwald. Hier trifft sie auf viele geistbegabte Jugendliche, doch so richtig wohl fühlt sie sich zunächst nicht, zumal es scheint, dass alle Poltergeister es ausgerechnet auf sie abgesehen haben.
Meine Meinung
Ein neues Jugendbuch aus der Feder der Autorin Nina McKay?! Aber klar, sehr gerne, denn ich mag den Schrebstil der Autorin absolut. Sie schreibt frisch und jugendlich und mit einer ganz großen Portion Humor. Wer also trotz spannender Hintergrundgeschichte gerne zwischendurch schmunzeln möchte, ist mit ihren Büchern immer gut bedient. So ist es natürlich auch bei Black Forest High, denn auch der erste Band der Internatsreihe hat all das, was ich an dem Stil der Autorin mag. Allerdings gibt es hier auch ganz viele Personen und Momente, bei denen ich den Eindruck hatte, dass ich auf die Lösungen noch bis zum nächsten Band warten muss. Hin und wieder bleiben auf jeden Fall bestimmte Fragen noch offen und lässt die Vorfreude auf Band zwei wachsen.
Die Handlung hat für Fans von Fantasy Jugendbücher aus dem Internatsbereich ebenfalls viel zu bieten. Dieses Mal tauchen wir tief ab in die Welt der Geister und deren “Verfolgern”. Denn auf der Black Forest High werden geistbegabte Jugendliche in verschiedenen Sparten ausgebildet, je nach Talent der Person. Das dabei gerade für Protagonistin Seven nicht alles glatt läuft, ist natürlich vorprogrammiert. Mit viel Spannung, aber auch hier mit dem typischen Humor rutscht Seven von einer aussergewöhnlichen Situation in die nächste.
Protagonistin Seven erzählt aus ihrer Sicht in der Ich-Form von den Ereignissen um sie herum. Schon von Beginn an spürt man, dass Seven, trotz aller UNsicherheit, etwas besonderes ist. Dabei spricht man in der Reihe der Geistbegabten eher davon, dass ihrer jüngere Schwester Nova so etwas wie die Auserwählte gewesen sein soll. Doch Nova lebt nicht mehr und nun ist Seven da, die alles dafür geben würde, mit ihrer Schwester in Kontakt zu treten.
Seven ist mir auf alle Fälle von Beginn an sehr sympathisch. Sie ist schräg, aber auch sehr gefühlvoll und ich mag ihre, teils trocken wirkende Art. An ihrer Seite ist ihr bester Freund Remi, ein Geist, der im Auftrag der Geisterseherschule im Deutschen Schwarzwald schon seit Jahren versucht, Seven zu überreden, genau diese Schule zu besuchen. Auch die Figur des Remi besitzt den recht typischen Humor und ist mir ganz schnell ans Herz gewachsen. Wie so oft bei Romanen dieser Art, begleiten den Leser noch eine ganze Menge weiterer Personen, die dann doch ein wenig stereotyp sind. Die Highschoolzicke, der Schönling, der die Protagonistin angräbt (hier sogar in doppelter Aufführung) und die guten, coolen Freunde sind hier durchaus zu finden. Tut dem Buch aber keinen Abbruch und passt halt einfach zum allgemeinen Geschehen. Bei dem doppelten Schönling handelt es sich übrigens um zwei völlig unterschiedliche Zwillingsbrüder, die jeder für sich etwas hat, ich bin aber noch nicht so ganz mit den beiden warm geworden. Aber vielleicht ändert sich das ja noch im nächsten Band.
Mein Fazit
Wer die Bücher der Autorin Nina McKay mag, kann auch bedenklos zu diesem hier greifen, denn es gibt alles, was man in einem typischen Nina McKay Buch findet: Spannung, ympathische Charaktere und jede Menge Humor. Allerdings merkt man dem Buch recht gut an, dass es der erste Band einer Reihe ist, denn man bekommt zwar vieles schon vorgestellt und erklärt, aber erhält noch lange nicht alle Antwroten. Man darf also gespannt auf die Fortsetzung sein.

Veröffentlicht am 16.04.2019

Gelungene Fortsetzung

Quo
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Achtung, Bd. 2 – inhaltliche Spoiler zum ersten Teil vorhanden!

Nachdem die junge Studentin Kira in einer Parallelwelt gestrandet ist und dort festgestellt wurde, über welch immense magische Fähigkeiten ...

Achtung, Bd. 2 – inhaltliche Spoiler zum ersten Teil vorhanden!

Nachdem die junge Studentin Kira in einer Parallelwelt gestrandet ist und dort festgestellt wurde, über welch immense magische Fähigkeiten sie verfügt, wollten sowohl die Magier der Schule des Lichts – Quo, als auch die Magier der Schule der Dunkelheit – Catron, Kira auf ihrer Seite haben. Das sie ausgerechnet den Stein der Dunkelheit erweckt, scheint zunächst wie ein Verrat für die Magier des Lichts und ihren Freund und Lehrer Skjaldan. Um ein Gleichgewicht wieder herzustellen und die Dunklen aus der Welt zu verbannen, muss sie nun auch den Stein des Lichts erwecken. Gemeinsam mit Shadar, ihrem Lehrer aus Catron und dem Barden Elmaryn macht sie sich auf den Weg nach Quo. Doch der Weg dorthin erweist sich alles andere als leicht, denn sie trifft hier auf jede Menge Misstrauen und Intrigen.
Meine Meinung
Das Cover hat mir gleich wieder auf den ersten Blick gefallen und passt hervorragend zum ersten Band der Reihe. Dieser zweite Teil knüpft dann auch nahtlos an den ersten Band an und schnell befindet man sich wieder inmitten von Abenteuern.
Der Einstieg in den zweiten Band gelingt recht schnell, dank einer kurzen Zusammen-fassung zu Beginn des Buches.
Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen. Dabei aber sehr bildlich und genau, so dass das Kopfkino immer mit dabei ist. Figuren und Landschaften werden lebendig und versetzen den Leser in eine völlig andere Welt.
Dabei erlebt man gemeinsam mit Kira und ihren Freunden und Lehrern so einige Abenteuer. Während sie durch die vielen, sehr facettenreich dargestellte Länder der Welt reisen, müssen sie jede Menge Gefahren und Kämpfe überstehen. Schnell zeigt sich, dass sich zumindest die politische Welt nicht allzu sehr von unserer unterscheidet. Denn auch wenn sowohl die Magier des Lichts, als auch die der Dunkelheit ein gemeinsames Ziel haben, nämlich den Kampf gegen die Dunklen, stehen sie doch nicht oder wenn, mit viel Misstrauen auf einer Seite.
Mitten in all dem Gerangel um die Macht steht Kira, der es eigentlich schnell klar ist, was zu tun ist. Doch es könnte so einfach sein, wenn nicht jeder nur an das Glauben würde, was er meint, dass es das richtige ist. Jeder beharrt äußerst hartnäckig auf seinen Standpunkt und das war manchmal ganz schön Nerven raubend und das nicht nur für Protagonistin Kira.
Durch viele Perspektivenwechsel kann der Leser die unterschiedlichen Gefühls- und Gedankenwelten der einzelnen Charaktere miterleben. Dadurch erhält man einen guten Überblick über das Geschehen und kann auch durchaus verstehen, warum so manch einer stur auf seiner Meinung bestehen bleibt. Veränderungen sind nicht immer leicht zu akzeptieren.
Die Charaktere, allen voran Kira und Skjaldan sind mir schon im ersten Band ans Herz gewachsen. Ja, Kira ist schon ein wenig naiv und manches Mal möchte man sie schütteln, doch irgendwie konnte ich es auch verstehen. Ihre Entwicklung von Beginn des ersten Bandes bis zum Ende diesen Bandes war auf jeden Fall deutlich, vor allem, was ihre magischen Fähigkeiten angeht. Skjaldan und Shadar , so unterschiedlich wie Tag und Nacht, oder besser noch wie Licht und Dunkelheit, stehen hinter Kira. Ob sie sich dadurch mehr mögen?! Das möchte ich an dieser Stelle gar nicht verraten, doch ich kann hier guten Gewissens sagen, dass es, trotz aller Intrigen und Abenteuer, auch Szenen zum Schmunzeln gibt.
Mein Fazit
Mit dem zweiten Band ihrer Trilogie versetzt Anja Berger den Leser mitten hinein in ein Abenteuer voller Machtspielchen und Intrigen. Eine facettenreiche Welt und mindestens genauso facettenreiche Figuren begleiten den Leser durch eine gut durchdachte Welt. Wer den ersten Band bereits gelesen hat, wird mit Sicherheit auf den zweiten Teil neugierig sein. Allerdings ist es Voraussetzung, Band 1 zu kennen, allein um durch die Anzahl unterschiedlichster Charaktere durchzublicken.

Veröffentlicht am 14.04.2019

Ruhig, aber lesenswert

Witchmark. World Fantasy Award für den besten Fantasy-Roman des Jahres 2019
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Dr. Miles Singer ist als Psychologe in einem Krankenhaus in Aeland tätig. Selbst ein Veteran der Front, versucht er, seinen Patienten zu helfen, wo er kann. Der Krieg brach aus, da die Magie der Sturmsänger, ...

Dr. Miles Singer ist als Psychologe in einem Krankenhaus in Aeland tätig. Selbst ein Veteran der Front, versucht er, seinen Patienten zu helfen, wo er kann. Der Krieg brach aus, da die Magie der Sturmsänger, die die einzige ist, die in Aeland anerkannt wird, zu einem großen Fortschritt des Landes führte. Damit waren nicht alle einverstanden und nun scheint es, als wären die Veteranen Aelands selbst zu einer Bedrohung geworden, denn in ihren Träumen werden sie verfolgt. Als eines Abends ein Mann mit Vergiftungser-scheinungen in Singers Krankenhaus eingeliefert wird, scheint es, als würde jemand sein wohl gehütetes Geheimnis kennen. Gemeinsam mit dem Mann, der den Verletzten brachte, beginnt Singer Nachforschungen anzustellen und trifft dabei auf weitere, tief abgründige Geheimnisse, deren Ausmaße unvorstellbar sind.
Meine Meinung
Das Cover mit seinen erhabenen Buchstaben, die übrigens im Dunklen leuchten, machte mich neugierig auf die Geschichte, deren Klappentext auch eine ungewöhnliche Story versprach. Ja, genau diese ungewöhnliche Story habe ich dann auch mit Witchmark – Die Spur der Toten auch erhalten.
Der Einstieg ist zwar gleich sehr spannend, doch flacht diese danach wieder deutlich ab und das Buch nimmt sehr ruhige Züge an. Mir fiel es doch recht schwer, mich hier zurecht zu finden, denn man wird als Leser in eine Szenerie geworfen, dessen gesamte Hintergründe man erst so nach und nach mitbekommt. Auf Grund des eher ruhigen Tempos musste ich, vor allem am Anfang, immer mal wieder Abschnitte neu lesen, denn das Buch bnötigt doch Aufmerksamkeit, da man sonst wichtige Schlüsselmomente verpassen könnte. Doch durchhalten lohnt sich hier absolut, da die Geschichte so unglaublich komplex und durchdacht aufgebaut wurde, dass man das gesamte Werk erst wirklich so nach und nach begreift.
Der Schreibstil liest sich zwar recht leicht und verständlich, aber auch ein wenig verworren. Wie gesagt, man muss sich hier durchaus einiges selbst erarbeiten, um hinter all das Geschehen zu blicken. Polk beschreibt durchaus intensiv, manchmal detailliert und die Szenen sind gut vorstellbar.
Interessant hingegen ist das Worldbuilding, dass mich an unser frühes 20. Jahrhundert denken ließ. Es gibt schon so einiges, wie z. B. Telefone, die den Leser glauben lassen, sich in unserer Welt zu befinden. Genau das machte es für mich schwer, herauszufiltern, dass es sich doch um eine rein fiktive Welt mit Magie und Hexen handelt. Doch die Idee ist wirklich speziell und konnte mich dann wiederum begeistern.
Miles Singer, der geheimnisvolle Psychologe, ist ein sehr interessanter Mann, auf dessen Geheimnis man schon früh den ersten Blick werfen kann. Er ist auch der Ich-Erzähler des Romans, so dass man ganz dicht am Geschehen bleibt und mit ihm gemeinsam auf Spurensuche geht. Er ist ein sehr ruhiger Mann, dessen Art und dessen Umgang mit anderen mir sehr sympathisch ist. Gemeinsam mit dem Amaranthine Tristan, ein Wesen, das zwischen der Geister- und der Menschenwelt wechseln kann und eine wahre Augenweide ist, ermittelt Miles in seiner Freizeit, was hinter dem Mord an Nick steckt. Irgendwie musste ich bei den beiden Männern an Holmes und Watson denken, was wahrscheinlich eher an der Szenerie gelegen hat.
Mein Fazit
Auch wenn ich ein wenig Zeit benötigte, um mich in der Welt Aelands zurecht zu finden, hat mich die Geschichte so nach und nach immer mehr in ihren Bann gezogen. Gerade Miles Singer mit seiner unaufgeregten Art, die hier übrigens hervorragend zum Stil passt, hat mir sehr gut gefallen. Eher kein Buch für seichte Lesestunden, dafür aber absolut komplex und von Anfang an durchdacht. Wer gerne einmal in einer Welt, die auf den ersten Blick unserer eigenen historischen Welt gleicht, versinken möchte, ist hier richtig.

Veröffentlicht am 14.04.2019

Die Abgründe in dir

Böser als du denkst
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Nach ihrem nächtlichen Autounfall weiß Andrea Boudreaux zunächst nicht, was geschehen ist, dass sie von der Straße abkam. Doch kaum aus dem Krankenhaus entlassen, sieht sie im Fernsehen eine Nachricht, ...

Nach ihrem nächtlichen Autounfall weiß Andrea Boudreaux zunächst nicht, was geschehen ist, dass sie von der Straße abkam. Doch kaum aus dem Krankenhaus entlassen, sieht sie im Fernsehen eine Nachricht, die ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt. Eli, ihr Zwillingsbruder, ist aus dem Gefängnis entlassen und wird nun wieder gesucht, weil er des Mordes verdächtig wurde. Eli, der vor fünfzehn Jahren das Elternhaus in Brand setzte und dabei vorsätzlich ihre Mutter und deren Mann tötete. Die Angst ist wieder zurück und es scheint, als wäre das Leben, das Andrea sich aufgebaut hat, bedroht.
Meine Meinung
Mit "Böser als du denkst" erscheint bereits der zweite Psychothriller der kanadischen Autorin Nina Laurin.
Schon der Klappentext machte mich neugierig und der Einstieg in den Thriller gelingt der Autorin mühelos. Bereits mit den ersten Sätzen weiß sie zu fesseln und zieht den Leser direkt in die Handlung und somit in ihre spannende Geschichte. Dabei liest sich der Schreibstil der Autorin sehr leicht und absolut flüssig und fesselnd und die Geschichte war für mich ein Pageturner, den ich an einem Abend verschlungen habe.
Vom ersten Augenblick an ist die Suche nach der Wahrheit präsent und bleibt bis zum Ende hin aufrecht gehalten. Man rätselt absolut mit und stellt sich immer wieder die Frage, was denn nun wirklich damals geschah, als die Eltern der Zwillinge Andrea und Eli starben. Dabei legt die Autorin ein gutes Tempo vor, bei dem es nicht langweilig wird. Geheimnisse und Momente, die man nicht so leicht durchschauen kann, wechseln sich in teils kurzen, knackigen Kapiteln ab.
In der Ich-Form in der Gegenwart, durch einen dritte Person Erzähler in den Rückblenden erleben wir Andreas Geschichte. Die Rückblicke haben keine chronologische Reihenfolge, so dass man schon aufpassen muss, hier nicht den roten Faden zu verlieren. Durch dieses springen zwischen den damaligen und gegenwärtigen Ereignissen bekommt der Leser viele kleine Puzzleteile, bekommt ein ungutes Gefühl, eine böse Vorahnung und doch gibt es erst ganz zum Schluss die Auflösung. Ich hatte zwar durchaus eine Ahnung, wohin das alles führen wird, doch die Bestätigung, ob ich richtig lag, gab es erst zum Schluss.
Die Geschichte rund um Andrea und Eli ist ganz schön aufwühlend, denn man kann einfach nicht genau sagen, warum ein Kind mit zwölf Jahren so etwas schreckliches tut. Ist Eli wirklich von Geburt an böse? Ein brutaler Psychopath, der damals empathielos handelte oder gibt es da doch Gründe für die Handlung. Ihr dürft da auf jeden Fall gespannt sein.
Protagonistin Andrea hat mich in unterschiedliche Gefühle gebracht. Zunächst war sie mir noch sympathisch, das damalig schwer traumatisierte Kind, das allein bei Pflegeeltern aufwachsen musste und dessen Bruder ein psychopathischer Mörder ist. Ich möchte aber auch gar nicht zu viel über die Protagonistin verraten, um nicht zu spoilern. Aber eins kann ich sagen: Nina Laurin zeichnet hier ein absolut gelungenes Bild der jungen Frau, deren Gefühls- und Gedankenwelt ich abolsut interessant fand. Richtig toll umgesetzt! Neben Andrea wirken noch weitere Personen mit auf die Handlungen, unter anderem auch Eli, wobei diese eher Randfiguren bleiben.
Mein Fazit
Alles in allem ein spannender Psychothriller, der den Leser in die Gedankenwelt der Protagonistin abtauchen lässt und bei dem man so manches Mal überlegt, was wirklich wahr ist. Der Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen und man kann miträtseln und grübeln. Gute Unterhaltung für einen spannenden Leseabend!