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Veröffentlicht am 26.04.2026

aufrüttelnd und wichtig

Undercover unter Nazis
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Unter dem Decknamen Isabell hat sich die Investigativ-Journalistin Angelique Geray in die rechte Szene eingeschleust. Über einen Zeitraum von zwei Jahren recherchierte sie, unterstützt von Stern und RTL, ...

Unter dem Decknamen Isabell hat sich die Investigativ-Journalistin Angelique Geray in die rechte Szene eingeschleust. Über einen Zeitraum von zwei Jahren recherchierte sie, unterstützt von Stern und RTL, was insbesondere Jugendliche dazu bewegt, sich rechten Gruppierungen anzuschließen. Überraschenderweise üben rechte Ideologien auch auf junge Frauen eine große Faszination aus. Das zu lesen, war für mich besonders überraschend, geht das doch neben dem menschenverachtenden Gedankengut zusätzlich mit extrem rückwärtsgewandten Frauenbildern einher – und welches junge Mädchen will schon freiwillig zurück an den Herd, dem Ehemann untergeben sein und in knöchellangem Omakleid herumlaufen?

Angelique Geray erhielt Zutritt zu rechten Social-Media- und Chatgruppen, begleitete einen jungen Neonazi zum Waffenkauf nach Tschechien, nahm an Jugendlagern und Demonstrationen teil und meldet sich auf rassistischen Dating Apps an. Das alles unter größten persönlichen Risiken – nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ihre Tarnung aufgeflogen wäre. Besonders abstoßend empfand ich ihre Erfahrungen auf den einschlägigen Dating-Portalen und den Treffen, die hierdurch zustande kamen. Die Vorstellungen der Männer, die sich dort tummeln, sollten auch die letzte Frau wachrütteln, was es bedeutet, wenn rechtsgesinnte Kräfte wieder an Macht gewinnen.

Ich habe größten Respekt vor dem Engagement und dem Mut der Autorin, die bis heute aus der rechten Szene bedroht wird, und möchte dieses Buch wirklich allen unter die Nase halten, die noch nicht begriffen haben, wohin uns der Rechtsruck führen wird. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 26.04.2026

sehr berührend

In den Flügeln das Licht
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Aufgrund der aktuellen politischen Lage habe ich erst kürzlich ein Buch über die gesellschaftliche Situation in Iran gelesen. „In den Flügeln das Licht“ von Aidin Halimi hat mich daher sofort neugierig ...

Aufgrund der aktuellen politischen Lage habe ich erst kürzlich ein Buch über die gesellschaftliche Situation in Iran gelesen. „In den Flügeln das Licht“ von Aidin Halimi hat mich daher sofort neugierig gemacht, insbesondere, weil es in den 80er Jahren zur Zeit der islamischen Revolution spielt, mit der ich mich bisher nicht näher auseinandergesetzt hatte.

Als Kāveh und sein Bruder Ābtin noch kleine Kinder sind, wird ihr Vater Sohrāb, ein politischer Aktivist, verhaftet und für viele Jahre im Evin-Gefängnis inhaftiert, bevor er willkürlich hingerichtet wird. Das Buch beginnt mit dem Tod des Vaters und erzählt in Rückblicken vom Leben und der Liebe der Eltern, der Hoffnung und den Idealen, die anfänglich mit der Revolution verbunden waren, und der tiefen Verbundenheit der beiden Brüder mit ihrem Vater. Gleichzeitig schildert der Autor, wie Tārā, die Mutter und Ehefrau, nach der Inhaftierung und späteren Hinrichtung ihres Mannes Stärke zeigt trotz aller Widrigkeiten, für ihre Söhne kämpft und sich nicht vereinnahmen lässt. Die ständige Unsicherheit, die Willkür des Regimes, die Besuche im Gefängnis nach Gutdünken erlaubt oder streicht, die Ungewissheit, was mit Sohrāb passiert ist und wo sein Leichnam verblieben ist – all das ist zermürbend für die Familie. Und doch finden die beiden Brüder Halt in ganz unterschiedlichen Dingen: Kāveh entdeckt seine Liebe zu Büchern und Ābtin zur Natur.

Ganz besonders bleibt mir Aidin Halimis Schreibstil im Gedächtnis:Eer schreibt leise, teilweise poetisch, und gleichzeitig sprachgewaltig, bildlich und kraftvoll. Hierdurch bekommt das Buch eine ganz außergewöhnliche, sehr berührende Atmosphäre. Man spürt die große Liebe Halimis zu den Figuren, ihren Idealen und ihrer Kultur.

Mich hat „In den Flügeln das Licht“ sehr berührt und ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

spannend wie ein Roman

Cooks letzte Reise
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Dass Barack Obama dieses Buch als ein Lieblingsbuch bezeichnet, hat mich neugierig gemacht, auch wenn ich mich bisher nicht näher mit der Thematik beschäftigt hatte. Hampton Sides schreibt so lebendig, ...

Dass Barack Obama dieses Buch als ein Lieblingsbuch bezeichnet, hat mich neugierig gemacht, auch wenn ich mich bisher nicht näher mit der Thematik beschäftigt hatte. Hampton Sides schreibt so lebendig, spannend und kenntnisreich, dass ich im Nu durch das 512 Seiten starke Buch geflogen bin. Man spürt, wie sehr dem Autor daran gelegen ist, ein möglichst wirklichkeitsgetreues, ausgewogenes Bild zu zeichnen, das James Cook in allen Facetten gerecht wird, und die Reise in den damaligen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext einzuordnen. Für seine akribische Recherche standen ihm zahlreicher historischer Dokumente zur Verfügung, die einen einzigartigen Blick auf diese Reise erlauben. Ich kann dieses Buch nur rundum weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

erschütternd

Meine Liebe stirbt nicht
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In „Meine Liebe stirbt nicht“ erzählt Roberto Saviano die wahre Geschichte von Rossella Casini, die 1981 mit 24 Jahren spurlos verschwand. Sie war die Verlobte von Francesco, einem Sohn einer `Ndrangheta-Familie, ...

In „Meine Liebe stirbt nicht“ erzählt Roberto Saviano die wahre Geschichte von Rossella Casini, die 1981 mit 24 Jahren spurlos verschwand. Sie war die Verlobte von Francesco, einem Sohn einer `Ndrangheta-Familie, und hatte versucht, diesen zu überreden, gegenüber der Staatsanwaltschaft über eine blutige Fehde zwischen zwei Mafia-Familien auszupacken und auszusteigen.
Saviano hat sorgfältig recherchiert und laut Vorbemerkung die Dialoge aus Abhörprotokollen, Interviews, Verhören und Gerichtsurteilen rekonstruiert. So entsteht ein faszinierender und zugleich erschütternder Roman über eine Frau aus Florenz, die sich mit 20 in einen jungen Studenten verliebt und erst im Laufe der Zeit herausfindet, dass dieser Teil einer kalabrischen Mafiafamilie ist. Liebe macht blind, und so realisiert auch Rossella nicht, welche Konsequenzen diese Beziehung für sie hat. Beim Lesen war ich gleichzeitig beeindruckt von Rosellas unerschütterlichem Mut und verwundert über ihre Naivität, mit der sie glaubt, Francesco aus den Mafia-Strukturen herausholen zu können.

Der Autor, der aufgrund seiner aufsehenerregenden Bücher über die Mafia selbst unter Polizeischutz steht, hat mit diesem Buch Rosella Casini ein Denkmal gesetzt und die Erinnerung an sie bewahrt. In der Vorbemerkung und den Nachworten geht er genauer auf die Dokumente ein, die ihm zur Verfügung standen und erläutert auch den Verlauf der viele Jahre später stattgefundenen Gerichtsprozesse.
Leider ist es mir nicht so ganz gelungen, mit dem stellenweise sehr pathetischen Schreibstil von Saviano warm zu werden. Angesichts dessen, dass der Autor eine wahre Geschichte erzählt und auch einige Gedanken und Gefühle von Rosella nach eigenem Ermessen ergänzen muss, um die Lücken zu füllen, hätte ich einen nüchterneren Stil bevorzugt.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Ein vielversprechender Reihenauftakt

Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1)
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Vin hat magische Kräfte, aber Schwierigkeiten, diese zu kontrollieren. Daher ist sie schon von mehreren Schulen geflogen und landet nun in Last Hope. Der Name ist Programm: Das Institut für magische Unruhestifter ...

Vin hat magische Kräfte, aber Schwierigkeiten, diese zu kontrollieren. Daher ist sie schon von mehreren Schulen geflogen und landet nun in Last Hope. Der Name ist Programm: Das Institut für magische Unruhestifter ist die letzte Chance für Vin, ihre Schulausbildung zu beenden.

Mein Sohn (12) und ich haben das Buch gemeinsam gelesen. Der Einstieg ist etwas langatmig, und das erste Drittel des mit 400 Seiten durchaus umfangreichen Buches zieht sich. Das liegt auch daran, dass immer wieder erzählt wird, dass Vin bisher Probleme hatte, mit Mitschülern Freundschaften zu schließen und aufgrund magischer Unfälle von ihren bisherigen Schulen verwiesen wurde. Hier hätte ich es nach dem Grundsatz „Show, don’t tell“ unterhaltsamer und anschaulicher gefunden, wenn beispielsweise in Rückblenden konkrete Situationen geschildert worden wären. Im zweiten Drittel nimmt die Handlung dann jedoch Fahrt auf und es wird richtig spannend. Vin haben wir sofort ins Herz geschlossen, und in Gilly, Theo und Araminta findet sie tolle Freunde, die alle auf ihre Art besonders sind. Unsere heimliche Lieblingsfigur war der kleine Feuergeist Brucifer.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich Kinder, die zB neurodivergent sind oder aus anderen Gründen von der gesellschaftlichen Norm abweichen, sehr gut mit Vin identifizieren können. In Last Hope geht die Direktorin als erste Lehrerin auf Vins Individualität ein und vermittelt ihr, dass sie genau richtig ist. Sie begegnet Vin mit Geduld und Verständnis und ermutigt sie so, auf sich selbst zu vertrauen und ihre Stärken zu erkennen und einzusetzen.

Da das Buch mit einem echten Cliffhanger endet, können wir es kaum erwarten, wie es in Band 2 weitergeht!

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