aufrüttelnd und wichtig
Undercover unter NazisUnter dem Decknamen Isabell hat sich die Investigativ-Journalistin Angelique Geray in die rechte Szene eingeschleust. Über einen Zeitraum von zwei Jahren recherchierte sie, unterstützt von Stern und RTL, ...
Unter dem Decknamen Isabell hat sich die Investigativ-Journalistin Angelique Geray in die rechte Szene eingeschleust. Über einen Zeitraum von zwei Jahren recherchierte sie, unterstützt von Stern und RTL, was insbesondere Jugendliche dazu bewegt, sich rechten Gruppierungen anzuschließen. Überraschenderweise üben rechte Ideologien auch auf junge Frauen eine große Faszination aus. Das zu lesen, war für mich besonders überraschend, geht das doch neben dem menschenverachtenden Gedankengut zusätzlich mit extrem rückwärtsgewandten Frauenbildern einher – und welches junge Mädchen will schon freiwillig zurück an den Herd, dem Ehemann untergeben sein und in knöchellangem Omakleid herumlaufen?
Angelique Geray erhielt Zutritt zu rechten Social-Media- und Chatgruppen, begleitete einen jungen Neonazi zum Waffenkauf nach Tschechien, nahm an Jugendlagern und Demonstrationen teil und meldet sich auf rassistischen Dating Apps an. Das alles unter größten persönlichen Risiken – nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ihre Tarnung aufgeflogen wäre. Besonders abstoßend empfand ich ihre Erfahrungen auf den einschlägigen Dating-Portalen und den Treffen, die hierdurch zustande kamen. Die Vorstellungen der Männer, die sich dort tummeln, sollten auch die letzte Frau wachrütteln, was es bedeutet, wenn rechtsgesinnte Kräfte wieder an Macht gewinnen.
Ich habe größten Respekt vor dem Engagement und dem Mut der Autorin, die bis heute aus der rechten Szene bedroht wird, und möchte dieses Buch wirklich allen unter die Nase halten, die noch nicht begriffen haben, wohin uns der Rechtsruck führen wird. Unbedingt lesen!