Profilbild von SimoneF

SimoneF

Lesejury Star
online

SimoneF ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SimoneF über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2024

Tiefgründig und spannend

Schneekinder
0

Es ist eine unwirtliche Welt, die Autor Andreas Langer in "Schneekinder" erschaffen hat. Die Väter sind in Krieg, die Mütter leisten fern des Heimatortes Hilfdienst, ebenso die älteren Kinder. Der 14jährige ...

Es ist eine unwirtliche Welt, die Autor Andreas Langer in "Schneekinder" erschaffen hat. Die Väter sind in Krieg, die Mütter leisten fern des Heimatortes Hilfdienst, ebenso die älteren Kinder. Der 14jährige Kjell muss mit anderen Jungen im Bergwerk arbeiten, während seine Zwillingsschwester im Dorf zurückbleibt und als Jägerin das Überleben der jüngeren Kinder sichert. Eines Tages bricht im Stollen des Bergwerks eine Felsspalte auf und eine tödliche Gefahr bedroht das Leben aller. Die verbliebenen Bewohner müssen fliehen und kämpfen ums Überleben.

Erwachsene sind in diesem Buch nur Randfiguren, die aufgrund eines nicht näher beschriebenen Krieges abwesend sind, oder vereinzelt als Alte oder Aufseher im Bergwerk vorkommen. Zentrales Thema ist die Flucht der Kinder, die Gruppendynamik, die sich unter ihnen entwickelt.

Oje, könnte man denken, das klingt aber düster, soll ich bzw. mein Kind das lesen? Ja, unbedingt, denn die "Schneekinder" bieten nicht nur eine spannende Abenteuergeschichte mit fantastischen Elementen, sondern sind auch außergewöhnlich wortgewandt und tiefgründig geschrieben. Atmosphäre, Landschaft und Figuren sind so lebendig und intensiv geschildert, dass ich dass Gefühl hatte, hautnah dabeizusein.

Besonders gut gefällt mir, wie sorgsam die einzelnen Charaktere ausgearbeitet sind, die hier aufeinander treffen. Es gibt mutige und verantwortungsbewusste Figuren wie Elin, die über sich selbst hinauswachsen, aber auch ambivalente, an denen man sich als Leser reiben kann, die in einem Moment egoistisch und manipulativ handeln und im nächsten Hilfe in der Not leisten.

Als Leser fragt man sich unweigerlich, wie man sich selbst in den einzelnen Situationen verhalten würde. Wichtige Themen werden verhandelt wie Tod, Opferbereitschaft, Empathie, Verantwortungsbewusstsein und die Frage: Was ist ein Leben wert, und kann ein Leben wertvoller sein als ein anderes, wenn es ums Überleben geht?

Angesichts dieser wichtigen, aber komplexen Thematik empfinde ich die Altersangabe ab 11 Jahren als etwas niedrig und sehe die Zielgruppe eher bei 13 Jahren aufwärts.

Ich habe dieses Buch begeistert gelesen und hoffe sehr, dass es es eine Fortsetzung geben wird - die Geschichte lässt genug Raum, dass dies möglich wäre.

Fazit: Ein bemerkenswertes, hervorragend geschriebenes und tiefgründiges Jugendbuch, das aus der Vielzahl an Fantasy-Büchern heraussticht und das ich unbedingt weiterempfehlen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2024

Leider schwächer als erwartet

The Fort
0

"The Fort" ist eine spannende Geschichte, die abwechselnd aus der Perspektive von fünf Jugendlichen, Ricky, C.J., Jason, Evan und Mitchell, erzählt wird. Über die einzelnen Charaktere greift der Autor ...

"The Fort" ist eine spannende Geschichte, die abwechselnd aus der Perspektive von fünf Jugendlichen, Ricky, C.J., Jason, Evan und Mitchell, erzählt wird. Über die einzelnen Charaktere greift der Autor auch ernste Themen wie psychische Erkrankungen, häusliche Gewalt, Drangsalierungen durch ältere Jugendliche und Scheidungs- und Sorgerechtskonflikte auf. Er macht den jugendlichen Lesern Mut und zeigt, wie wichtig Zusammenhalt und Freundschaft sind. Der Schreibstil ist altersgerecht und angenehm zu lesen, allerdings finde ich es schade, dass alle fünf Protagonisten gleich klingen. Hier hätte man bei den Perspektivwechseln die einzelnen Charaktere sprachlich differenzierter ausarbeiten können. Zudem ist die Übersetzung aus dem Amerikanischen manchmal etwas unglücklich ("Allein in unserem Block wurden drei große Bäume komplett entwurzelt und haben ganze Betonstücke aus dem Bordstein gerissen."). Die Verwendung der Zeitformen entspricht nicht immer den deutschen Regeln (Präteritum/Perfekt), und einzelne Sätze der im Präsens erzählten Geschichte rutschen auch mal ins Präteritum. Ich finde es zudem problematisch, in einem Jugendbuch die Protagonisten massenweise 40 Jahre alte Fleischkonserven essen zu lassen. Auch wenn diese nicht zwangsläufig verdorben sind, besteht das Risiko schwerer Vergiftungen, von bedenklichen Stoffen, die aus der Verpackung auf den Inhalt übergehen, ganz zu schweigen. Kinder sollten hier keinesfalls zum Verzehr animiert werden. Inhaltlich weist der Roman zudem einige logische Ungereimtheiten auf. Einen Atomschutzbunker inklusive Lüftung und Wasserpumpe nur über das öffentliche Stromnetz zu versorgen, macht wenig Sinn, da dieses im Ernstfall vermutlich nicht mehr funktionsfähig wäre. Und während die Stadt nach einem Hurrikan mit Stromausfällen zu kämpfen hat, hat das Fort auf wundersame Weise Strom, obwohl es nur ans öffentliche Netz angeschlossen ist. Da das Fort komplett aus Metall besteht und unterirdisch liegt, ist es auch unglaubwürdig, dass der Handyempfang ungestört ist. Ebenso unklar ist mir, wozu C.J. seine waghalsigen Stunts tatsächlich ausführt - er könnte ebensogut nur davon erzählen. Insgesamt wirken die Geschichte und die jugendlichen Figuren auf mich zu glatt und konstruiert, sodass der Funke nicht recht übersprang.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2024

Toller Reihenauftakt

Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmeruh!
0

"Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmerruh" ist der erste Band einer neuen Fantasy-Reihe. Lila Leuchtfeuer ist die Tochter eines erfahrenen  Magichanikers und befindet sich noch in der Ausbildung. Die ...

"Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmerruh" ist der erste Band einer neuen Fantasy-Reihe. Lila Leuchtfeuer ist die Tochter eines erfahrenen  Magichanikers und befindet sich noch in der Ausbildung. Die Reparatur und Wartung magischer Gegenstände erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl, und die Kunden sind nicht immer ganz ungefährlich - so wie die berüchtigte Hexe Tremebunda Smert, die eines Tages in der Werkstatt steht, ausgerechnet, als Lilas Vater verreist ist und Lila die strenge Anweisung hat, keine neuen  Aufträge in seiner Abwesenheit auszuführen. Das Flugfass der Hexe ist kaputt, und mit Tremebunda ist nicht zu spaßen, so dass Lila nichts anderes übrigbleibt als den Auftrag anzunehmen und sich auf eigene Faust an die Reparatur zu machen. Dies ist der Beginn eines spannenden Abenteuers, bei dem Lila vom sprechenden Hammer Hubert, dem Waldgeist Willi und Philomeno, dem geheimnisvollen Knecht der Hexe, begleitet wird.


Die Geschichte ist sehr lebendig geschrieben und voller Wortwitz und Humor. Besonders der sprechende Hammer Hubert ist sehr originell umgesetzt. Auch Willi, der als Waldgeist quasi als Übersetzer zwischen den Tieren und Menschen fungiert, sorgt für lustige Szenen. Im ersten Band lernen wir den Planeten "Erd-Apfel" und einige Bewohner des Tiefenlandes näher kennen, die sicherlich in den Folgebänden noch eine Rolle spielen dürften. Auch die Vergangenheit von Philomeno wird nur kurz angedeutet und lässt noch viel Raum für weitere Abenteuer. Das Buch ist laut Verlagsangabe für Kinder ab 9 Jahren geeignet, ich könnte es mir aber auch gut als Vorlesebuch ab 7 Jahren vorstellen, da die Geschichte zwar spannend, aber nicht allzu gruselig ist. Uns hat der erste Band um Lila Leuchtfeuer und ihre ungleichen Gefährten richtig gut gefallen und wir sind sehr gespannt auf den nächsten Band!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2024

Gewohnt scharfzüngig, aber wenig Krimianteil

Achtsam morden durch bewusste Ernährung
0

Seit dem ersten Band von "Achtsam morden" bin ich ein großer Fan der Reihe, auch wenn Band 4 nach meinem Empfinden etwas schwächer war. Nun folgt mit "Achtsam morden durch bewusste Ernährung" Band 5. Björn ...

Seit dem ersten Band von "Achtsam morden" bin ich ein großer Fan der Reihe, auch wenn Band 4 nach meinem Empfinden etwas schwächer war. Nun folgt mit "Achtsam morden durch bewusste Ernährung" Band 5. Björn hat dank Joschka Breitners Hilfe inzwischen sein inneres Gleichgewicht gefunden. Auch beruflich läuft alles wie am Schnürchen. Doch das geruhsame Leben wirkt sich nachteilig auf seine Fitness aus. Das zeigt sich, als seine Tochter beinahe Opfer einer Entführung wird und Björn diese aufgrund beachtlichen Übergewichts erst im letzten Moment verhindern kann. Ihm wird klar: Der Speck muss weg. Hier kommt nun wieder sein Achtsamkeitscoach Joschka Breitner ins Spiel, der ihn in die Geheimnisse von bewusster Ernährung und Heilfasten einweiht.

Der Ernährungsteil nimmt einen sehr großen Raum im Buch ein, und das ein odere andere Detail von Björns Darmreinigung hätte ich nicht unbedingt wissen müssen. Stellenweise wirkt das Buch eher wie ein Ernährungsratgeber als ein Krimi, da dem Verbrechen deutlich weniger Gewicht zukommt als in den vorigen Bänden.

Dennoch habe ich mich wieder hervorragend amüsiert, und das liegt vor allem an dem herrlichen Schreibstil von Karsten Dusse. Er nimmt den aktuellen Zeitgeist und seine teils kuriosen Auswüchse gekonnt scharfzüngig aufs Korn und schreibt so wortgewandt und pointiert, dass es einfach ein Genuß ist.

Fazit: Reine Krimifans werden hier eher nicht fündig. Wer Dusses Erzählweise schätzt, Björn Breitner und Joschka Diemel inzwischen ins Herz geschlossen hat und sich für gesunde Ernährung und Fastentechniken interessiert, wird viel Freude mit diesem Buch haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2024

Humorvoller Auftakt einer vierbändigen Reihe

Ein Schuljahr voller Zauberei (Ein Schuljahr voller Zauberei 1)
0

Elena zieht aus der Großstadt aufs Land und ist allles andere als begeistert, zukünftig im einem "Kaff" leben und auf eine alte Dorfschule gehen zu müssen. Doch an ihrem ersten Schultag muss sie sich nicht ...

Elena zieht aus der Großstadt aufs Land und ist allles andere als begeistert, zukünftig im einem "Kaff" leben und auf eine alte Dorfschule gehen zu müssen. Doch an ihrem ersten Schultag muss sie sich nicht nur in einer neuen Klassengemeinschaft zurechtfinden, sondern es geschehen auch seltsame Dinge, die sich nicht auf natürliche Weise erklären lassen...

Die Geschichte ist kurzweilig und wirklich humorvoll geschrieben, und mein neunjähriger Sohn hat sich teilweise gekringelt vor Lachen. Lustige schwarz-weisse Illustrationen ergänzen den Text perfekt. Als Erwachsene fand ich die Handlung stellenweise noch etwas unrund und manche Figuren eher stereotyp, mein Sohn hat das allerdings nicht so empfunden. Wir haben das Buch gemeinsam an einem einzigen Tag gelesen, und hätten am liebsten gleich mit dem nächsten Band weitergemacht. Da sich die Geschichte erst langsam entwickelt, kommt das Ende nach 144 Seiten doch etwas abrupt, gerade als die Handlung Fahrt aufnimmt. Ein Blick in die Verlagsvorschau zeigt, dass nach Band 2 im März im Herbst die finalen Bände 3 und 4 erscheinen werden. Wir sind gespannt, wie sich die Geschichte um Elena und Felix weiterentwickelt und freuen uns auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere