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Veröffentlicht am 05.02.2024

Toller Reihenauftakt

Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmeruh!
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"Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmerruh" ist der erste Band einer neuen Fantasy-Reihe. Lila Leuchtfeuer ist die Tochter eines erfahrenen  Magichanikers und befindet sich noch in der Ausbildung. Die ...

"Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmerruh" ist der erste Band einer neuen Fantasy-Reihe. Lila Leuchtfeuer ist die Tochter eines erfahrenen  Magichanikers und befindet sich noch in der Ausbildung. Die Reparatur und Wartung magischer Gegenstände erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl, und die Kunden sind nicht immer ganz ungefährlich - so wie die berüchtigte Hexe Tremebunda Smert, die eines Tages in der Werkstatt steht, ausgerechnet, als Lilas Vater verreist ist und Lila die strenge Anweisung hat, keine neuen  Aufträge in seiner Abwesenheit auszuführen. Das Flugfass der Hexe ist kaputt, und mit Tremebunda ist nicht zu spaßen, so dass Lila nichts anderes übrigbleibt als den Auftrag anzunehmen und sich auf eigene Faust an die Reparatur zu machen. Dies ist der Beginn eines spannenden Abenteuers, bei dem Lila vom sprechenden Hammer Hubert, dem Waldgeist Willi und Philomeno, dem geheimnisvollen Knecht der Hexe, begleitet wird.


Die Geschichte ist sehr lebendig geschrieben und voller Wortwitz und Humor. Besonders der sprechende Hammer Hubert ist sehr originell umgesetzt. Auch Willi, der als Waldgeist quasi als Übersetzer zwischen den Tieren und Menschen fungiert, sorgt für lustige Szenen. Im ersten Band lernen wir den Planeten "Erd-Apfel" und einige Bewohner des Tiefenlandes näher kennen, die sicherlich in den Folgebänden noch eine Rolle spielen dürften. Auch die Vergangenheit von Philomeno wird nur kurz angedeutet und lässt noch viel Raum für weitere Abenteuer. Das Buch ist laut Verlagsangabe für Kinder ab 9 Jahren geeignet, ich könnte es mir aber auch gut als Vorlesebuch ab 7 Jahren vorstellen, da die Geschichte zwar spannend, aber nicht allzu gruselig ist. Uns hat der erste Band um Lila Leuchtfeuer und ihre ungleichen Gefährten richtig gut gefallen und wir sind sehr gespannt auf den nächsten Band!

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Veröffentlicht am 05.02.2024

Gewohnt scharfzüngig, aber wenig Krimianteil

Achtsam morden durch bewusste Ernährung
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Seit dem ersten Band von "Achtsam morden" bin ich ein großer Fan der Reihe, auch wenn Band 4 nach meinem Empfinden etwas schwächer war. Nun folgt mit "Achtsam morden durch bewusste Ernährung" Band 5. Björn ...

Seit dem ersten Band von "Achtsam morden" bin ich ein großer Fan der Reihe, auch wenn Band 4 nach meinem Empfinden etwas schwächer war. Nun folgt mit "Achtsam morden durch bewusste Ernährung" Band 5. Björn hat dank Joschka Breitners Hilfe inzwischen sein inneres Gleichgewicht gefunden. Auch beruflich läuft alles wie am Schnürchen. Doch das geruhsame Leben wirkt sich nachteilig auf seine Fitness aus. Das zeigt sich, als seine Tochter beinahe Opfer einer Entführung wird und Björn diese aufgrund beachtlichen Übergewichts erst im letzten Moment verhindern kann. Ihm wird klar: Der Speck muss weg. Hier kommt nun wieder sein Achtsamkeitscoach Joschka Breitner ins Spiel, der ihn in die Geheimnisse von bewusster Ernährung und Heilfasten einweiht.

Der Ernährungsteil nimmt einen sehr großen Raum im Buch ein, und das ein odere andere Detail von Björns Darmreinigung hätte ich nicht unbedingt wissen müssen. Stellenweise wirkt das Buch eher wie ein Ernährungsratgeber als ein Krimi, da dem Verbrechen deutlich weniger Gewicht zukommt als in den vorigen Bänden.

Dennoch habe ich mich wieder hervorragend amüsiert, und das liegt vor allem an dem herrlichen Schreibstil von Karsten Dusse. Er nimmt den aktuellen Zeitgeist und seine teils kuriosen Auswüchse gekonnt scharfzüngig aufs Korn und schreibt so wortgewandt und pointiert, dass es einfach ein Genuß ist.

Fazit: Reine Krimifans werden hier eher nicht fündig. Wer Dusses Erzählweise schätzt, Björn Breitner und Joschka Diemel inzwischen ins Herz geschlossen hat und sich für gesunde Ernährung und Fastentechniken interessiert, wird viel Freude mit diesem Buch haben.

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Veröffentlicht am 01.02.2024

Humorvoller Auftakt einer vierbändigen Reihe

Ein Schuljahr voller Zauberei (Ein Schuljahr voller Zauberei 1)
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Elena zieht aus der Großstadt aufs Land und ist allles andere als begeistert, zukünftig im einem "Kaff" leben und auf eine alte Dorfschule gehen zu müssen. Doch an ihrem ersten Schultag muss sie sich nicht ...

Elena zieht aus der Großstadt aufs Land und ist allles andere als begeistert, zukünftig im einem "Kaff" leben und auf eine alte Dorfschule gehen zu müssen. Doch an ihrem ersten Schultag muss sie sich nicht nur in einer neuen Klassengemeinschaft zurechtfinden, sondern es geschehen auch seltsame Dinge, die sich nicht auf natürliche Weise erklären lassen...

Die Geschichte ist kurzweilig und wirklich humorvoll geschrieben, und mein neunjähriger Sohn hat sich teilweise gekringelt vor Lachen. Lustige schwarz-weisse Illustrationen ergänzen den Text perfekt. Als Erwachsene fand ich die Handlung stellenweise noch etwas unrund und manche Figuren eher stereotyp, mein Sohn hat das allerdings nicht so empfunden. Wir haben das Buch gemeinsam an einem einzigen Tag gelesen, und hätten am liebsten gleich mit dem nächsten Band weitergemacht. Da sich die Geschichte erst langsam entwickelt, kommt das Ende nach 144 Seiten doch etwas abrupt, gerade als die Handlung Fahrt aufnimmt. Ein Blick in die Verlagsvorschau zeigt, dass nach Band 2 im März im Herbst die finalen Bände 3 und 4 erscheinen werden. Wir sind gespannt, wie sich die Geschichte um Elena und Felix weiterentwickelt und freuen uns auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 30.01.2024

Schwächer als erhofft

Schatten – Die Macht des Lichts (Schatten 3)
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Nachdem mein Sohn und ich die beiden ersten Bände der Schattentrilogie regelrecht verschlungen hatten, waren wir nun sehr gespannt auf den abschließenden Teil. "Die Macht des Lichts" setzt nahtlos dort ...

Nachdem mein Sohn und ich die beiden ersten Bände der Schattentrilogie regelrecht verschlungen hatten, waren wir nun sehr gespannt auf den abschließenden Teil. "Die Macht des Lichts" setzt nahtlos dort an, wo Band 2 endete, und es ist unbedingt ratsam, die Bände 1 und 2 zuerst zu lesen, bevor man sich Band 3 widmet, da alle drei direkt aufeinander aufbauen und das Wissen aus den beiden anderen Bänden vorausgesetzt wird.

In Band 3 kehren Pete und Sara aus Auroria zurück und müssen sich den beängstigenden Veränderungen in der Welt der Menschen stellen. Timo Parvela greift die Themen Rassismus und Xenophobie auf und setzt Kälte und Hass Mitgefühl und Liebe entgegen. Die Geschichte ist äußerst düster, und nach meinem Empfinden ist die Altersempfehlung von 10 Jahren mit Vorsicht zu genießen. Mein Sohn ist 10 Jahre alt, und allein hätte ich ihn dieses Buch noch nicht lesen lassen. Die Handlung in Verbindung mit den teilweise recht unheimlichen Illustrationen ist sicher nicht für jedes Kind geeignet.

Insgesamt konnte uns der dritte Band nicht so sehr begeistern wie die beiden Vorgänger. Die Handlung wirkt etwas unrund und es fehlt ein roter Faden. Der Schluss kam nach unserem Empfinden zu abrupt. Es bleiben einige lose Enden und vieles erscheint nicht logisch. Die Figuren in der Menschenwelt sind zudem sehr eindimensional, es gibt Gut und Böse, aber keine Abstufungen. Hier hätte ich mir mehr Ambivalenz und Tiefgang gewünscht. Parvela entwickelt mit Auroria, der Schattenthematik und den Seelenglöcken ein äußerst spannendes Setting, das sehr viel Potential verspricht. Auch in den ersten Bänden blieben Fragen offen, und wir hatten erwartet, dass diese im letzten Teil beantwortet werden würden. Aufgrund der Komplexität der entworfenen Welt hätte die Trilogie seitenmäßig gerne noch detaillierter und umfangreicher ausfallen dürfen.

Ein schaurig-schönes Highlight sind auch in diesem Teil die fantastischen Illustrationen von Pasi Pitkänen. Diese verleihen der Schattentrilogie einen ganz besonderen, sehr düsteren Touch und suchen im Jugendbuchbereich seinesgleichen.

Fazit: Auch wenn Band 3 unsere Erwartungen nicht ganz erfüllte, hat uns die Schattentrilogie insgesamt sehr gut gefallen, nicht zuletzt aufgrund der herausragenden Illustrationen. Für alle jugendlichen Leser, die tolle Grafiken schätzen, sich gerne gruseln und in fantastische Welten abtauchen möchten, eine empfehlenswerte Reihe!
Band 3 bekommt von uns knappe 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.01.2024

Komplex erzähltes Lesevergnügen

Joy
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Schon nach wenigen Seiten wusste ich, dass ich dieses Buch lieben würde. Lees Sprachgefühl, sein trockener, typisch britischer Humor und sein wirklich außergewöhnlicher Schreibstil haben mich sofort gepackt. ...

Schon nach wenigen Seiten wusste ich, dass ich dieses Buch lieben würde. Lees Sprachgefühl, sein trockener, typisch britischer Humor und sein wirklich außergewöhnlicher Schreibstil haben mich sofort gepackt. Dennoch benötigte ich mehrere Tage, um das Buch zu lesen, da die Erzählweise recht komplex und sprunghaft ist. So musste ich mehrfach innehalten und auch bereits Gelesenes nachschlagen, um alles detailliert nachvollziehen können.

Lee erzählt abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven. Da ist zum einen Joy, deren Schicksalstag der Partnerernennung aus der Sicht eines personalen Erzählers in der Dritten Person geschildert wird. Dieser Strang wird unterbrochen durch Kapitel, in denen ihr Ehemann Dennis, ihr Kollege Peter, der Fitnesstrainer Samir und die Persönliche Assistentin Barbara als Ich-Erzähler zu Wort kommen. Diese Kapitel sind besonders raffiniert aufgebaut: Sie sind immer einer festen Figur gewidmet und als Einzelgespräche dieser Person mit einem psychologischen Berater konzipiert, den die Firma nach Joys Sturz für die Belegschaft und Dennis zur Verfügung gestellt hat. Hierbei werden jedoch nur die Gesprächsanteile von Peter, Dennis, Samir und Barbara wiedergegeben, nicht die Worte des Psychologen, der als stummer Zuhörer fungiert und nur gelegentlich lenkend in die Monologe der Charaktere eingreift. Diese Eingriffe sind aber nicht textlich aufgeführt, sondern nur an der Reaktion der Figuren erkennbar.

Dieser Stil ist ungewöhnlich und sehr reizvoll. Lee gelingt es hervorragend, die Wesenszüge der einzelnen Charaktere herauszuarbeiten, indem er Wortwahl und Sprachstil variiert. Ich habe mich immer ganz besonders auf die Kapitel zu Barbara gefreut, die vom Leben und 40 Arbeitsjahren als PA desillusioniert und verbittert ist. Ihr unverblümter, herrlich bissig-boshafter Blick auf die Kanzlei und ihre scharfzüngige Art waren einfach grandios, und ich sah sie lebhaft in allen Einzelheiten vor mir. Anstrengender zu lesen waren die Kapitel des Literaturwissenschaftlers Dennis, der in komplexen Satzstrukturen spricht, mit vielen Parenthesen und Fußnoten, und sich als intellektueller Geist gefällt.

Mit jedem Kapitel kommt ein Puzzleteil zum anderen, zeigen die Figuren neue Facetten, und es bleibt bis zum Schluss spannend. "Joy" ist sicher kein Buch, das man nebenbei liest, da es viel Konzentration erfordert. Ich möchte es auf jeden Fall noch ein zweites Mal lesen, da ich glaube, dass man hier noch einige Details entdecken kann.

Mich hat Lees Roman begeistert, da er durch seine Eloquenz, einen raffinierten dramaturgischen Aufbau und seinen kreativen Stil heraussticht, und ich kann ihn nur wärmstens empfehlen.

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