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Veröffentlicht am 10.02.2026

leider nicht überzeugend

Banditensommer
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Mein Sohn (11) und ich haben kürzlich von Mirjam Raymond „Von Null auf Held oder Wer ist eigentlich Amin“ gelesen und waren nun neugierig auf „Banditensommer“.

Die beiden Brüder Kroko (12) und Luis (7) ...

Mein Sohn (11) und ich haben kürzlich von Mirjam Raymond „Von Null auf Held oder Wer ist eigentlich Amin“ gelesen und waren nun neugierig auf „Banditensommer“.

Die beiden Brüder Kroko (12) und Luis (7) sind mit ihrem Vater Bernhard nach der Trennung der Eltern im Sommerurlaub in Kroatien. Als die Jungs sich eines Abends aus der Ferienwohnung schleichen, um ihren Vater zu suchen, landen sie durch unglückliche Umstände auf einem Boot von Hundefängern, die Jagd auf Straßenhunde machen. Angeblich wollen sie die Touristen vor streunenden Hunden beschützen, doch die Banditen verfolgen in Wahrheit einen ganz anderen Plan, und die beiden Jungs schweben schon bald in großer Gefahr.

Bereits von Beginn an ist die Atmosphäre rau und düster und leider auch durch Klischees geprägt. Der Vater wirkt ruppig und impulsiv, der Umgang mit seinen Söhnen ist wenig liebevoll. Auf ihrer Suche erfahren sowohl der Vater als auch die Kinder wenig Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, die kroatische Polizei ist desinteressiert und unkooperativ, kriminelle Machenschaften ziehen sich in höchste Kreise. Der Ton ist hart, gespickt mit vielen Kraftausdrücken auf Seiten der Gauner. Mein Sohn, der eigentlich jedes Buch zu Ende gelesen haben will, wollte hier bereits nach wenigen Kapiteln abbrechen, so dass ich es allein beendet habe. Leider konnten Stil und Story auch mich nicht überzeugen. Krokos Wandlung vom Kind mit einer behandlungsbedürftigen Angststörung vor Tieren mutiert binnen kürzester Zeit zum Straßenhundeflüsterer. Sein kleiner Bruder Luis ist nervtötend und sorgt mit seiner Art immer wieder für heikle Situationen. Sämtliche Erwachsene bleiben blass, eindimensional und unsympathisch.

Was mich ebenfalls störte, ist die Darstellung von Straßenhunden als eigentlich harmlose Tiere. Das habe ich in südlichen Ländern selbst bereits anders erlebt, und Kinder sollten sich aus gutem Grund von diesen fernhalten, da sie nicht nur unberechenbar reagieren, sondern auch schwere Krankheiten übertragen können.

Krokos Rolle wird gegen Ende immer abstruser, wenn er Hunde durch seine Gedanken oder eine Art „Seelenverwandtschaft“ führt. Als wäre die Geschichte nicht schon verworren genug, flicht die Autorin mit dem illegalen Arbeitsmigranten Fadi auch noch eine weitere Sozialproblematik mit ein und überlädt damit die Handlung.

Leider konnte „Banditensommer“ weder meinen Sohn noch mich überzeugen und wir vergeben lediglich zwei Sterne.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Ein kluger Roman mit universeller Aussage

Einstein im Bade
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Als Naturwissenschaftlerin hat die Ausgangslage dieses Buch sofort mein Interesse geweckt: Die historische Bad-Nauheim-Debatte zwischen Albert Einstein und Philipp Lenard vom 23. September 1920 im Rahmen ...

Als Naturwissenschaftlerin hat die Ausgangslage dieses Buch sofort mein Interesse geweckt: Die historische Bad-Nauheim-Debatte zwischen Albert Einstein und Philipp Lenard vom 23. September 1920 im Rahmen der Versammlung der Deutschen Naturforscher bietet die Grundlage für eine fiktive Geschichte, erzählt aus der Sicht des Chefs des „Rastenden Kranichs“, eines bereits in die Jahre gekommenen Hotels, in dem neben den beiden Kontrahenten noch weitere Wissenschaftler untergekommen sind. Der „Rastende Kranich“ kann mit den modernen Hotels am Ort technisch nicht mithalten und sieht sich vor allem der Ruhe und dem Stil der alten Zeit verpflichtet, so dass Direktor Kleeberger mit sinkenden Buchungszahlen zu kämpfen hat. Da er sich dadurch Reklame für sein Haus verspricht, nimmt er sich vor, zwischen Einstein und Lenard zu vermitteln und diese dazu zu bringen, ihren seit längerem öffentlich ausgetragenen Streit beizulegen. Eher zweifelhafte Hilfe bekommt er hierbei vom langjährigen Stammgast Madame Hunderbrock, die ebenso exzentrisch wie scharfzüngig ist und für herrliche Momente sorgt.

Den Bemühungen Kleebergs zu folgen, hat mir beim Lesen großen Spaß gemacht: Kleeberger klammert sich an den alten Zeiten, in denen sein Hotel zu den ersten am Platz gehörte, fest, und übersieht die Zeichen des Niedergangs. Er verschließt die Augen vor der Beschwerden der Gäste über Küche und Zimmer, die er als Schrullen abtut. Das wirkt gleichzeitig rührend, traurig und unfreiwillig komisch. Geradezu Slapstick-Charakter haben die denkwürdigen Szenen im Badehaus 3, die ich mir ganz wunderbar bildlich vorstellen konnte. Wenn Kleeberger sich als Laie herausnimmt, mit den Nobelpreisträgern Einstein und Lenard über Physik zu debattierten, ertappte ich mich teilweise dabei, etwas Fremdscham für ihn zu empfinden. Aber möglicherweise war damals Physik noch etwas, was als allgemein greifbar und verständlich empfunden wurde. Heute würde sich wohl kein Laie mehr anmaßen, mit einem Nobelpreisträger in Physik fachlich diskutieren zu können.

Während der Dispute zwischen Lenard und Einstein wird klar, wie sehr in der wissenschaftlichen Grundsatzdiskussion zwischen klassischer Physik und Relativitätstheorie auch politische und rassenideologische Aspekte eine Rolle spielen. Die Wissenschaftswelt ist gespalten, ergreift Partei für die eine oder andere Seite. Philipp Lenard, Johannes Stark und ihre Anhänger treten vehement für eine „Deutsche Physik“ ein und wehrten sich entschieden gegen „jüdische“ Einflüsse. Kleeberger gerät zwischen die Fronten und in ihm reift eine wichtige Erkenntnis, die auch ein Appell an jeden Einzelnen verstanden werden kann. Damit ist „Einstein im Bade“ nicht nur ein sehr gelungener Roman, der mit feinem Humor Historisches und Fiktion vermischt, sondern besitzt auch eine sehr ernste, nachdenkliche Komponente, die leider aktueller denn je ist.

Ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.02.2026

ganz nett, aber nicht mehr

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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„Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat“ ist der fünfte Teil der „Trubel um Tiffany“-Reihe. Da Großtante Ilse aus Wuppertal zum vierten Mal heiratet, macht sich Tiffanys gesamte Familie im Auto ...

„Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat“ ist der fünfte Teil der „Trubel um Tiffany“-Reihe. Da Großtante Ilse aus Wuppertal zum vierten Mal heiratet, macht sich Tiffanys gesamte Familie im Auto auf den Weg. Neben Tiffany sind das ihre Geschwister Luisa und Max, ihre Eltern und die Großeltern. Die Fahrt steht unter keinem guten Stern, denn Mama ist genervt vom Packen, Papa hat beim Parken die Mülltonne erwischt, Max hat einen Kater, Oma sucht ihr Handy und Opa wäre sowieso viel lieber mit dem Zug gefahren…

Das Hörbuch wurde vom Autor Marc-Uwe Kling selbst eingelesen, wobei zu beachten ist, dass sich die Lauflänge von 54 Minuten aus zwei Lesungen zusammensetzt: Einmal eine inszenierte Studiolesung mit Geräuschen und eine Livelesung mit Publikumsreaktionen. Die Geschichte an sich dauert also lediglich gute 25 Minuten. Mir hat die Studiolesung etwas besser gefallen, auch wenn ich die Geräusche gelegentlich als unangenehm empfand. Eine reine Studiolesung nur mit Sprecherstimme wäre mir am liebsten gewesen.

Die Geschichte selbst ist kurzweilig und lustig, mit feiner Situationskomik. Was mich allerdings sehr gestört hat ist, dass der 14-jährige Max bereits einen Kater hat, weil er am Vorabend zu viel „Kleiner Feigling“ getrunken hat. Das ist für mich ein Grund, dieses Hörbuch nicht mit meinem Kind anzuhören, weil ich der Verharmlosung von Alkoholkonsum nichts abgewinnen kann. Ebenfalls unangenehm fiel mir auf, dass der Autor in der Geschichte explizit Eigenwerbung macht und seine Werke „Känguru-Chroniken“ und „Das Klugscheißerchen“ erwähnt.

Insgesamt ist dieses Hörbuch ganz nett, aber nicht mehr.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Ein gelungener Reihenabschluss!

Schule der Meisterdiebe 5: Die letzte Prüfung
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Da wir seit Erscheinen der Reihe riesengroße Fans der „Schule der Meisterdiebe“ sind, haben mein Sohn (12) und ich den fünften und letzten Band mit viel Vorfreude erwartet.

Gabriel Avery und seine fünf ...

Da wir seit Erscheinen der Reihe riesengroße Fans der „Schule der Meisterdiebe“ sind, haben mein Sohn (12) und ich den fünften und letzten Band mit viel Vorfreude erwartet.

Gabriel Avery und seine fünf Freunde müssen sich nun in einem finalen Showdown den Anführern der berüchtigten Verbrecherbande „Die Namenlosen“ stellen, die gleichzeitig die Eltern von Gabriel Avery sind. Zudem wartet mit dem Lehrer für das neue Schulfach „Logistik“ eine große Überraschung auf die Freunde, und der alljährliche Einbruch stellt Gabriel, Penelope, Villette, die Okoro-Zwillinge und Amira vor eine beinahe unlösbare Aufgabe.

Wie immer bietet auch dieser Band eine gelungene Mischung aus Spannung, Action, Internats-Setting und Humor, für den vor allem die Brüder Ade und Ede Okoro mit ihren Kabbeleien und flotten Sprüchen sorgen. Man spürt, dass die Protagonist:innen langsam erwachsen werden, da die zu bewältigenden Herausforderungen immer anspruchsvoller und gefährlicher werden. So ist die Konfrontation mit Adria Vivas und Luciano Lopez, den Anführern der „Namenlosen“, für die Bande durchaus lebensgefährlich und es wird hart gekämpft. Auch der Tod spielt in diesem Band eine Rolle. Aus diesem Grund würde ich auch die Altersempfehlung von 10 Jahren keinesfalls unterschreiten.

Wie schon in den vorigen Bänden ist Gabriel Avery der Anführer der Bande und durch seine überlegte, verantwortungsbewusste Art und seine hohen moralischen Werte die ideale Führungspersönlichkeit. J.J. Arcanjo vermittelt im fünften Band die Botschaft, dass Selbstvertrauen der Schlüssel zu Erfolg ist, Menschen bei aufrichtiger Reue eine zweite Chance verdienen und Familie nicht durch biologische Abstammung, sondern durch Liebe, Fürsorge und Geborgenheit definiert wird.

Band 5 bildet für uns einen rundum gelungenen Abschluss einer herausragenden Kinderbuchreihe, und wir sind ein bisschen traurig, dass wir von Gabriel und Crookhaven Abschied nehmen müssen. Ein bisschen Hoffnung macht uns J.J. Arcanjo allerdings, wenn er in seiner Danksagung schreibt, dass er eines Tages in die Welt von Crookhaven zurückkehren wird. Vielleicht gibt ja doch noch ein Wiedersehen mit der Bande? Wir wären auf jeden Fall dabei!

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Veröffentlicht am 06.02.2026

berührende coming-of-Age-Geschichte

Sommer auf Perigo Island
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Der zwölfjährige Pierce wohnt zusammen mit seiner Mutter auf Perigo Island, einer (fiktiven) Insel vor der Küste Neufundlands, deren Bewohner nahezu ausschließlich vom Fischfang leben. Auch der Vater von ...

Der zwölfjährige Pierce wohnt zusammen mit seiner Mutter auf Perigo Island, einer (fiktiven) Insel vor der Küste Neufundlands, deren Bewohner nahezu ausschließlich vom Fischfang leben. Auch der Vater von Pierce war Fischer, bis er vor drei Jahren nicht mehr vom Meer zurückkehrte. Pierce leidet noch immer unter dem Verlust des Vaters. Die einige Jahre ältere Anna stand Pierce damals zur Seite, als er Hilfe am dringendsten brauchte, und Pierce ist ihr dadurch tief verbunden, auch wenn sie sich nur selten sehen. Im Sommer 1991 verschwindet Anna eines Tages spurlos, und bei Pierce reißen alte Wunden auf. Zusammen mit seinen Freunden Bennie und Thomas sowie Emily, Bennies Cousine aus New York, macht sich Pierce auf die Suche nach Anna. Was hat der eigenbrötlerische und etwas unheimlich wirkende Solomon Vickers mit Annas Verschwinden zu tun? Und welche Rolle spielen der jugendliche Schläger Ross und seine Bande?

Perry Chafe gelingt es, eine berührende Coming-of-Age-Geschichte vor beeindruckender Naturkulisse mit Spannung zu verbinden. Auch Umweltprobleme wie die Überfischung der Meere und die Schäden durch Schleppnetzfischerei werden angesprochen. Auf berührende, leise und einfühlsame Weise erzählt das Buch von tiefer Freundschaft, erster Liebe, Vorurteilen und zweiten Chancen. Es zeigt eindrücklich, dass vorschnelle Urteile selten richtig liegen und tiefes Verständnis und Nähe manchmal dort zu finden sind, wo man es am wenigsten erwartet. Wahre Freundschaft braucht nicht viele Worte, sondern Beistand zur richtigen Zeit. Das Buch macht Mut, auch nach Trauer und Verlusten langsam wieder nach vorne zu blicken.

Nachdem mich letztes Jahr „Das Geschenk des Meeres“ aus dem mare Verlag sehr berührt hat, ist auch „Sommer auf Perigo Island“ wieder ein Highlight für mich gewesen.

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