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Veröffentlicht am 17.09.2025

starker vierter Teil einer hervorragenden Kinderbuchreihe

Schule der Meisterdiebe 4: Die schwarze Festung
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Im 4. Band der „Schule der Meisterdiebe“ erwartet Gabriel Avery und seine fünf Freunde neben einem neuen Schulfach namens „Umgebungskunde“ auch die bisher schwerste Aufgabe für den Gewinn des Gaunerpokals: ...

Im 4. Band der „Schule der Meisterdiebe“ erwartet Gabriel Avery und seine fünf Freunde neben einem neuen Schulfach namens „Umgebungskunde“ auch die bisher schwerste Aufgabe für den Gewinn des Gaunerpokals: Sie müssen die nahezu uneinnehmbare Festung Tor Malan bezwingen und eine kostbare Kette stehlen. Zugleich ist die berüchtigte Verbrecherbande „Die Namenslosen“ hinter ihnen her, die diesmal einen besonders perfiden Plan verfolgt. Um sie zu überlisten, müssen die sechs über sich hinaus wachsen und als Team alles geben…

Seit Monaten fiebert mein Sohn (11) auf die Fortsetzung der Reihe entgegen. Von Band 1 an sind wir große Fans von Gabriel, Penelope, den Okoro-Zwillingen und Amira. Inzwischen wurde die Bande noch um ein sechstes Mitglied erweitert (wen, wird hier nicht verraten), das für zusätzliche Dynamik und unterhaltsame Dialoge sorgt.

Jedes Bandenmitglied zeichnet sich durch besondere Fähigkeiten und Eigenheiten aus, und wir haben jedes einzelne ins Herz geschlossen, auch wenn Gabriel Avery natürlich eine ganz besondere Rolle einnimmt. Der verantwortungsbewusste, ruhige und besonnene Junge ist durch seine Empathie und Fürsorge der integrative Part der Gruppe. J.J. Arcanjo erzählt nicht nur eine richtig spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen, sondern vermittelt dabei auch wichtige Botschaften. Er zeigt, dass hinter einer abweisenden, harten Fassade ein sensibler, tief verletzter Mensch stecken kann, und dass es ein Zeichen von Stärke sein kann, um Hilfe zu bitten. In einem Team wird auch die größte Herausforderung bezwingbar, wenn man füreinander einsteht, fest zusammenhält und an sich arbeitet.

Wir können es kaum erwarten, den fünften und finalen Roman zu lesen und empfehlen die gesamte Crookhaven-Reihe unbedingt weiter. Für uns eine der besten Kinderbuchreihen überhaupt!

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Hatte mir mehr erwartet

Schwebende Lasten
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Hanna, 1913 in Magdeburg geboren, erlebt beinahe das gesamte 20. Jahrhundert. Früh verwaist wächst sie bei ihrer älteren Schwester auf, arbeitet hart und lernt, das Leben pragmatisch anzugehen und sich ...

Hanna, 1913 in Magdeburg geboren, erlebt beinahe das gesamte 20. Jahrhundert. Früh verwaist wächst sie bei ihrer älteren Schwester auf, arbeitet hart und lernt, das Leben pragmatisch anzugehen und sich nicht zu beklagen. Sie hat sechs Kinder, von denen zwei sterben, ohne dass sie diese begraben kann und einen Mann, der ihm kaum Stütze ist. Vieles an Hannas Figur hat mich an meine eigene Großmutter (Jhg. 1912) erinnert, vor allem die Art und Weise, wie sie ohne zu klagen ihren Platz im Leben akzeptiert und versucht, unter den gegebenen Umständen die Familie so gut wie möglich durchzubringen. Der nüchterne Schreibstil passte für mich grundsätzlich gut zu ihrem Wesen, allerdings konnte ich durch den Mangel an Emotionalität keinen tieferen Bezug zu Hanna aufbauen. Insbesondere im letzten Buchdrittel ist der Erzählton so distanziert, dass ich immer weniger Anteil an ihrem Leben nahm. Die in der Buchbeschreibung erwähnte „Poesie“ konnte ich nicht entdecken.

Da Hanna mit Leib und Seele Blumenbinderin ist, spielen (Schnitt-)blumen eine große Rolle im Buch. Jedes Kapitel wird zudem durch kurze Notizen zu einer Blumensorte eingeleitet. Da ich selbst mit Blumen wenig anfangen kann, nahm mir das zu viel Raum ein, die Notizen habe ich komplett übersprungen. Ich hatte mir erhofft, dass Hannas Tätigkeit als Kranfahrerin stärker thematisiert wird. Leider wird das in wenigen Absätzen abgehandelt.

Insgesamt bin ich durch die Buchbeschreibung mit etwas anderen Erwartungen an Stil und Fokus an dieses Buch herangegangen und wurde leider enttäuscht.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Nicht ganz mein Humor

Mehr Allergien als Freunde
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Von Johanna Wack hatte ich bisher nur einen kurzen Video-Clip in Erinnerung, aber der Titel des Buches klangvielversprechend, und ich war neugierig.

In kurzen Texten, die von Dating-Pannen, dem Leben ...

Von Johanna Wack hatte ich bisher nur einen kurzen Video-Clip in Erinnerung, aber der Titel des Buches klangvielversprechend, und ich war neugierig.

In kurzen Texten, die von Dating-Pannen, dem Leben als Mutter, einer Wohnungssuche oder Baumarkterlebnissen handeln, greift Johanna Wack den alltäglichen Wahnsinn auf. Einige Episoden sind wirklich herrlich, großartig zugespitzt und urkomisch. Meine persönlichen Favoriten sind etwa „Abschiedsbrief einer Buchhalterin an ihren Ehemann“, „Zahlungserinnerung“ und „Suche Wohnung, ruhig gelegen und zentral“. Mit vielen anderen konnte ich dagegen wenig anfangen, weil sie mir zu übertrieben waren. Hierzu gehören ihre Texte als Mutter und das Kapitel „Texte für Kinder“: Vielleicht wirken diese auf der Bühne vorgetragen auch besser als in einem Buch.

Fazit: Eine nette Unterhaltung für Zwischendurch, aber nicht ganz mein Humor.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Ein toller Reihenauftakt mit originellen Figuren

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen ist 28 und Trauerredner. Er lebt mit seinem Vater Fridtjof unter einem Dach und führt ein recht beschauliches Leben, als eines Nachts ein merkwürdiger Brief mit einer geheimen Botschaft vor ...

Mads Madsen ist 28 und Trauerredner. Er lebt mit seinem Vater Fridtjof unter einem Dach und führt ein recht beschauliches Leben, als eines Nachts ein merkwürdiger Brief mit einer geheimen Botschaft vor seiner Tür liegt. Zeitgleich stirbt sein bester Freund Patrick aus Kindheitstagen, zu dem er seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Mads beginnt nachzuforschen: Besteht hier ein Zusammenhang? Und wie gut kennt er seinen Jugendfreund wirklich? Seine Recherchen bleiben nicht unbemerkt, und unversehens gerät Mads in den Fokus finsterer Gestalten. Zum Glück kann er auf die tatkräftige Unterstützung seines Freundes Fiete zählen, dem Sohn des örtlichen Bestatters.

Seit „Kein guter Mann“ bin ich Fan der Bücher von Andreas Izquierdo, und so war ich natürlich sehr gespannt auf „Über die Toten nur Gutes“. Ein junger Trauerredner ist neben den genreüblichen Ermittlern und Rentnerdetektiven mal eine erfrischend neue Idee, und Mads war mir sehr schnell sympathisch. Meine heimliche Lieblingsfigur ist jedoch sein Papa Fridtjof, der mich ein bisschen an Volker Pastewka (ja, ich liebe diese Serie!) erinnert und herrlich skurril und unkonventionell ist. Er sorgt für viele lustige Momente, auch wenn er mich im echten Leben wohl in den Wahnsinn treiben würde. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit ihm im nächsten Band! Auch die junge raubeinige Kommissarin Mills und der geheimnisvolle Thanatopraktiker Herr Barnardy bieten noch viel spannendes Potential für weitere Fälle.

Die Geschichte startet gleich mit einer herrlichen witzigen Szene, bei der ich breit grinsend vor meinem Buch saß und mich köstlich über die Dialoge und die Situationskomik amüsierte. Trotz vieler humorvoller Passagen bietet der Krimi jedoch auch viel Nachdenkliches und zeigt, wie Erfahrungen in unserer Kindheit die Weichen für ein ganzes Leben stellen können. Der Fall bleibt bis zum Schluss spannend.

Fazit: Ein unterhaltsamer und abwechslungsreicher Krimi mit außergewöhnlichen Figuren, der Spannung, Humor und Tiefgang perfekt vereint und Lust macht auf weitere Bände!

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Ungewöhnlicher Jugendkrimi rund um Kaspar Hauser

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
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Greta Grimaldi und ihr Vater, der berühmte sizilianische Arzt und Kriminalist Dr. Grimaldi, reisen in einer geheimnisvollen Angelegenheit im Jahr 1829 nach Nürnberg. Kaspar Hauser, der sagenumwobene Junge, ...

Greta Grimaldi und ihr Vater, der berühmte sizilianische Arzt und Kriminalist Dr. Grimaldi, reisen in einer geheimnisvollen Angelegenheit im Jahr 1829 nach Nürnberg. Kaspar Hauser, der sagenumwobene Junge, der angeblich jahrelang in einem Keller gefangen gehalten wurde, wird bedroht, und niemand weiß, wer dahinter steckt. Können die Grimaldis Licht ins Dunkel bringen?

Der Autor Davide Morosinotto verwebt historische Fakten um Kaspar Hauser mit einer fiktiven Kriminalgeschichte zu einem spannenden und ungewöhnlichen Jugendroman. Greta ist eine starke und intelligente Protagonistin, deren Vater einerseits durchaus fortschrittlich ist und Greta für die damalige Zeit außergewöhnliche Freiheiten lässt, aber andererseits auch sehr selbstgefällig auftritt und einige Allüren hat.

Der Schreibstil ist klar und nüchtern, und auch wenn gelegentlich Gretas Emotionen beschrieben werden, blieb ich mit den Charakteren auf Distanz. Was den Kriminalfall angeht, war mir sehr schnell klar, wer dahintersteckt. Die Begründung empfand ich allerdings als recht weit hergeholt.

Als Leser:in sollte man darauf gefasst sein, dass das Buch bezüglich Kaspar Hauser viele logische Ungereimtheiten enthält, die jedoch der Realität entsprechen: Bis heute ist das Geheimnis um Kaspar Hauser ungelöst, und vieles, was man über ihn weiß, ist voller Widersprüche, die sich auch in diesem Buch niederschlagen.

Erwähnenswert sind die ganzseitigen aufwändigen Illustrationen, die die Leser:innen stimmungsvoll ins historische Nürnberg versetzen. So sind beispielsweise Seiten des Bestelmeier-Kataloges von 1923 abgedruckt, einem Nürnberger Pioneer des Versandhandels. Der farbige Nürnberger Stadtplan auf dem Vor- und Nachsatzpapier ergänzt die tolle Aufmachung.

Die Alterseinstufung ab 12 Jahren finde ich passend, da auch schwierige Themen wie Mord und Suizid thematisiert werden.

Wer einen Jugendkrimi sucht, der am Ende eine vollständige und widerspruchsfreie Auflösung aller Rätsel bietet, wird hier eher nicht fündig. Wer jedoch Lust darauf hat, einen unterhaltsamen historischen Roman rund um das Mysterium Kaspar Hauser zu lesen, wird seine Freude an diesem Buch haben.

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