Alltagshorror
Das Beste sind die AugenJi-won wächst in einer koreanisch-amerikanischen Familie auf. Zwischen zwei Kulturen fühlt sie sich ständig „zu viel“ und gleichzeitig „nicht genug“. Nach der Trennung ihrer Eltern zieht ihre Mutter einen ...
Ji-won wächst in einer koreanisch-amerikanischen Familie auf. Zwischen zwei Kulturen fühlt sie sich ständig „zu viel“ und gleichzeitig „nicht genug“. Nach der Trennung ihrer Eltern zieht ihre Mutter einen neuen Freund an: einen weißen Mann, der vorgibt, sie zu verstehen, aber ihre Herkunft und ihren Körper auf eine verstörende Weise exotisiert.
Was zunächst nach einer komplizierten Familiensituation aussieht, wird bald zum psychologischen Albtraum.
Je mehr Ji-won seine Nähe erlebt, desto deutlicher spürt sie, wie ihre Wut wächst. Sie ist eine stille, gefährliche Kraft, die sie irgendwann nicht mehr kontrollieren kann.
Monika Kim erzählt diese Geschichte mit kühler Präzision und erschreckender Intensität. Der Horror entsteht nicht durch Blut oder Monster, sondern durch alltägliche Machtverhältnisse, kulturelle Entfremdung und den Moment, in dem ein Opfer beschließt, nicht mehr wehrlos zu sein während sie eine Art sucht zu blauen Augen entwickelt.
„Das Beste sind die Augen“ ist ein Horrorroman über Identität, Wut und Selbstbehauptung. Es ist ein unbequemes, poetisches und emotional tiefes Buch.
Hier haben wir es mit keinem klassischen Horror zu tun, sondern mit einem Versuch das Innere eines Menschen abzubilden, der sich gegen seine Ohnmacht auflehnt, aber selber seine Menschlichkeit verliert.