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Veröffentlicht am 19.06.2020

Ein absolutes Wohlfühlbuch!

New Dreams
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Also Achtung: Dies ist Band 3 einer lose zusammenhängenden Reihe. Wir finden uns in der gleichen erzählten Welt wieder und treffen alte Bekannte wieder, die Liebesgeschichten stehen aber für sich. Jedes ...

Also Achtung: Dies ist Band 3 einer lose zusammenhängenden Reihe. Wir finden uns in der gleichen erzählten Welt wieder und treffen alte Bekannte wieder, die Liebesgeschichten stehen aber für sich. Jedes Buch eine Geschichte.

Klappentext:
Nach einem heftigen Streit mit ihrer Mutter bricht Elara fluchtartig zu ihrer Großmutter nach Green Valley auf – und wird mitten in der Nacht in den Rocky Mountains von einem Schneesturm überrascht. Zum Glück ist Noah zur Stelle, der sie mit nach Green Valley nimmt.
In der idyllischen Kleinstadt in den Rocky Mountains will Elara sich über ihre Zukunft klar werden und beginnt, an der örtlichen Tankstelle zu jobben. Dort trifft sie Noah wieder, der in der angeschlossenen Autowerkstatt aushilft und davon träumt, als Astronaut zu den Sternen zu reisen.
Hin- und hergerissen zwischen seinem Charme und Witz und seiner plötzlichen Unnahbarkeit, weiß Elara nicht, was sie von Noah halten soll – bis sie erfährt, dass seine Ex-Freundin nach einem schweren Autounfall im Koma liegt. Hat ihre Liebe gegen Noahs Schuldgefühle eine Chance?

Das Cover:
In die Cover der Reihe verliebe ich mich bei jedem Blick immer wieder. Band 3 trifft mit seinen lila Tönen voll meinen Geschmack. Pastell ist hübsch und macht sich gut im Regal. Ich mag es, dass es schlicht gehalten ist und man deutlich erkennen kann, dass die Bücher zusammengehören.

Der Schreibstil:
Lilly Lucas schreibt sehr schön flüssig, locker leicht und hält sich in ihrer Wortauswahl eher einfach. So lässt sich das Buch sehr schnell durchlesen. Zu ihrem Schreibstil gehört aber auch, dass sie sehr warm schreibt. Man fühlt Green Valley förmlich. Das macht es zu einem sehr angenehmen Lesevergnügen.

Meine Meinung:
Junge Frau haut von Zuhause ab, weil sie sich mit ihrer Mutter gestritten hat. Ich muss gestehen, dass mir diese Eingangssituation ganz schön Angst bezüglich Elaras Charakter gemacht hat. Man kennt ja die Bücher, in denen die Protagonistin dann erst zu sich selbst finden oder generell dem jugendlichen Trotz entwachsen muss.
Nicht so jedoch bei Elara. Die war mir von Anfang an total sympathisch. Ihre Welt wird zwar auf den Kopf gestellt und sie steht mit vielem alleine da, dennoch ist sie ein Steh-Auf-Männchen. Sie beschwert sich nicht, sondern tut, was getan werden muss. Sonst kommt man schließlich nicht an ihr Ziel. Ein Motto, dass ich total sympathisch fand und mir somit auch Elara sympathisch gemacht hat.
Zudem mochte ich an ihr, dass sie sich keine Illusionen macht. Sie genießt die Momente, bleibt aber auch realistisch und driftet nicht in Fantasien ab. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Story, denn es bringt an vielen Stellen einen Schwung in die Geschichte, den man wohl in eine andere Richtung vermutet hätte.

Zum Anfang des Buches. Der war super. Ich war sofort drin. Aufregung, Fragezeichen, ein heißer Kerl, tolle Nebencharaktere. Was will man mehr? Nach und nach ordnet sich die anfangs durcheinandergewirbelte Situation und man erkennt, woran man ist.
Da ist diese Geschichte mit der Ex-Freundin… Wie verläuft eine Geschichte, die eine Liebe unter Bedingungen stellt? Unter Schuldgefühle? und das berühmte dritte Rad am Wagen?
Ich war wirklich sehr gespannt und habe jedes Wort in mich aufgesogen.

Schön war es auf jeden Fall, dass die Situation mit der Ex erst einmal verschwiegen wurde. So konnte man Land und Leute kennen lernen. Vor allem Noah, der total interessant war. Wann liest man schon einmal von einem Kerl, der zu den Sternen reisen will, super schlau ist und gleichzeitig bereit ist, alles für seine Mitmenschen aufzugeben? Die Autorin hat es geschafft, dass von ihm stets eine gewisse Faszination ausgeht. Man möchte mehr über ihn erfahren, möchte ihm unter die Arme greifen, gönnt ihm sein Glück.

Die Beziehung zwischen Elara und Noah baut sich langsam und zärtlich auf und prallt im übertragenen Sinne immer wieder gegen eine Wand. Kein Wunder, bei dem Hintergrund. Ich empfand es aber nicht als all zu schlimm, weil Elara sich eben nicht so sehr in Noah verbeißt. Sie hat Gefühle für ihn, ja. Aber sie ist sich der Situation bewusst und behält es immer im Hinterkopf. So freut man sich über jede Szene, in der man Hoffnung schöpfen darf. Das sind dann die Szenen, in denen Noah seine Gefühle zeigt und auch die, in denen Elara ganz und gar ehrlich ist. Sie machte einen sehr reifen Eindruck auf mich, was letztlich wohl auch für das Ende sorgt.

Wie in den Bänden zuvor, lesen wir nur aus der Perspektive der Frau. Das fand ich hier aber total passend, weil Elara gut zwischen den Zeilen lesen kann und auch mal einfach nachfragt, wenn sie etwas nicht versteht. So muss Noah letztendlich reden und wir bekommen auch etwas von ihm mit.
Zudem fand ich Elaras Perspektive spannend, weil sie zum einen neu nach Green Valley kam und somit einen ganz anderen Blick auf die Dinge hatte (ähnlich wie Lena in Band 1 und nicht so sehr wie Izzy in Band 2) und zum anderen woanders „andockt“. Wir erleben die Nebenprotagonisten nochmal ganz anders, weil sie hier viel mehr Nebenrollen haben, als jemals zuvor. Elaras beste Freundin wird Noahs Schwester Rebecca. Ryan, Will und Izzy sind zwar da, wir treffen aber nicht all zu oft auf sie. So bekam man nochmal einen ganz anderen Blick auf den Ort und konnte sich auch besser in Rebeccas und Noahs Welt einfühlen, die ausnahmsweise mit Ski-Sport mal gar nichts zu tun hat:)

Die Liebesgeschichte hatte für mich ihre Höhen und Tiefen und passte sehr gut zur Story, die auch jede Menge wunderschöne Szenen und Abenteuer sowie Lustiges enthält. Beim Liebesgeständnis war ich kurz irritiert, weil es so aus dem Nichts kam, aber ansonsten war es durchweg logisch und in einem angemessenen Tempo erzählt.
Das Ende fand ich super. Man fragt sich natürlich die ganze Zeit, was passiert, wenn die Ex-Freundin aus dem Koma erwacht. Wird Noah Elara dann trotzdem wählen? Wird er wieder mit Anne zusammenkommen? Schuldgefühle oder Liebe? Das schwingt die ganze Geschichte über mit und macht einen Teil der Spannung aus. Es wird dann aber letztlich sehr schön aufgelöst. Sehr nachvollziehbar, vernünftig und authentisch. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Protagonisten auch dort ihren Eigenschaften treu blieben.

Was mich leider auf letzte Minute noch gestört hat, war, dass ich mir das Paar nicht in der Zukunft vorstellen kann. Es wurde irgendwie nicht richtig überlegt, sondern einfach so gemacht und der Leser darf sich jetzt den weiteren Verlauf denken. Für mich muss ein Ende für das Paar immer eine realistische Zukunftsaussicht haben. Ansonsten ist es für mich eine Geschichte über ein zeitweiliges Paar, das sich nach dem Happy End irgendwann auch wieder trennt. Aber das ist natürlich Geschmackssache:)

Fazit:
Wieder ein absolutes Wohlfühlbuch mit tollen Protagonisten und einer Story, die von etwas überschattet wird, was ihr das Lapidare nimmt. Ich fand Elara und Noah im Zusammenspiel sehr cool. Es verläuft alles langsam, authentisch und nachvollziehbar und dennoch wird es nicht langweilig, denn es gibt immer wieder tolle Szenen, Aufregendes und das große Fragezeichen steht ja auch immer noch im Raum.
Einen Stern Abzug gibt es, weil ich mir dann doch etwas spürbarere Gefühle gewünscht hätte und ich sowohl zwischendurch als auch am Ende ein paar Kleinigkeiten bemeckere.

4 von 5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2020

Mich konnte es total begeistern!

Verliebt in deine schönsten Seiten
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Klappentext:
Wie schreibt man einen Liebesroman, wenn die eigene Beziehung gerade in die Brüche gegangen ist?
In einem idyllisch gelegenen Strandhaus hofft die New Yorker Romance-Autorin January, ihre ...

Klappentext:
Wie schreibt man einen Liebesroman, wenn die eigene Beziehung gerade in die Brüche gegangen ist?
In einem idyllisch gelegenen Strandhaus hofft die New Yorker Romance-Autorin January, ihre Schreibblockade zu überwinden, denn der Abgabetermin für ihren neuesten Liebesroman rückt unerbittlich näher. Gleich am ersten Abend beobachtet January eine wilde Party bei ihrem Nachbarn – der sich ausgerechnet als der arrogante Gus herausstellt, mit dem sie vor Jahren einen Schreibkurs besucht hat. Als January erfährt, dass Gus ebenfalls in einer veritablen Schreibkrise steckt, seit er sich vorgenommen hat, den nächsten großen amerikanischen Roman zu verfassen, hat sie eine ebenso verzweifelte wie geniale Idee: Sie schreiben einfach das Buch des jeweils anderen weiter! Ein Experiment mit erstaunlichen Folgen …

Cover:
Das Cover sagt wohl mehr über das Genre aus, als mein stotteriger Erklärungsversuch oben. Es ist alles in gedeckten Farben und mit rosa gehalten. Nicht all zu viel Abstraktes, keine halbnackten Oberkörper, sondern gemalte Figuren. Rundum ein Wohlfühlcover.
Für mich ist es kein Eyecatcher, aber definitiv ein schönes Cover. Zudem gefällt es mir, dass die Details des Covers zur Geschichte passen. Man sieht quasi January und Gus und das, was sie tun.

Der Schreibstil:
Beim Rezensieren mache ich mir so oft Gedanken darüber, wie das Buch geschrieben war. Klar, es gibt Normabweichungen. Etwas ist besonders negativ, etwas besonders positiv hervorgestochen. Dann habe ich etwas zu schreiben. Aber meistens sagt man doch eher: ließ sich flüssig und locker lesen. Was auch bei den meisten Büchern der Fall ist, die ich lese. Alles andere würde ich kritisieren.
Dieses Buch ließ sich wieder „flüssig und locker“ lesen. Mir ist aber noch etwas Positives aufgefallen, was mich sehr gefreut hat: Man merkt dem Stil an, dass die Autorin eine Schreibausbildung genossen hat. Die Stärken guter Journalisten sind laut Lehrbuch: präzise, kurze Sätze, die etwas allgemeinverständlich formulieren. Keine Füllwörter. Starke Verben, die schon von sich aus eine Bedeutung tragen und Substantive, die ganz genau das beschreiben, was sie sollen.
Genau diese Art zu schreiben, habe ich hier wiedergefunden. Die Autorin formuliert einfach wunderbare Sätze. So tragen sie nicht so viel Leere in sich, wie das in anderen Büchern der Fall ist. (Da ist es auch nicht schlecht und fällt nicht auf, aber die Ausdrucksstärke fehlt eben.) Mich hat der Schreibstil vor allem begeistert, weil wir hier aus der Sicht einer Autorin (January), die Geschichte erzählt bekommen und es so einfach viel authentischer wirt. Man merkt durch und durch, dass sich die Protagonisten den ganzen lieben langen Tag (seht ihr? Füllwörter) mit Worten beschäftigen.
Von mir ein großes Lob an die Autorin!

Meine Meinung:
Der Einstieg ins Buch fiel mir total leicht, weil es einfach so schön lebendig wirkte. Es passiert immer was und man tritt nicht Ewigkeiten auf der Stelle und fragt sich, wohin es gehen soll. January dagegen musste ich erst ein wenig lieben lernen. Die Geschichte fängt ungefähr beim Ursprung allen „Übels“ an: der Beerdigung ihres Vaters. Daraufhin ist January ziemlich enttäuscht und wütend auf ihre Mutter, weiß nicht so recht, was sie von ihrem Vater halten soll und denkt beim Ferienhaus ihres Vaters nur: weg mit allem! Ich fühlte mich, als lese ich von einer trotzigen Teenagerin, die nicht weiß wohin mit sich. Ziemlich schnell verstand ich allerdings, dass January einfach den Boden unter den Füßen verloren hat und sich jetzt erst einmal selbst wiederfinden muss. Da wird man schonmal komisch… und reagiert etwas empfindlich auf die Musik des Nachbarn… Zum Glück! Schnell trifft sie auf Gus und auf einmal beginnt eine wundervolle Handlung.
Anfangs ist alles noch oberflächlich. Keiner denkt über sich selbst, geschweige denn den anderen nach. Ihre Wette ist das Einzige, was sie vor Augen haben. Das fand ich total erfrischend, weil sich die beiden somit sozusagen ganz „neutral“ kennengelernt haben.
Aber natürlich ist das eine Art von Idealwelt, die so nicht ganz funktioniert. Es treten immer mehr Informationen ans Licht. Sie lernen sich besser kennen und wenden sich ihren Schattenseiten zu.

Die Idee von der Wette spielt dabei eine große Rolle. Jeder Büchernerd wird an dieser Geschichte seine Freude haben, denn wir erleben quasi mit, wie zwei Bücher entstehen und wie viel vom Autor dabei mit einfließt. Wie er recherchiert. Sich durch Schreibblockaden kämpft und mit seiner Geschichte wächst. Es war wirklich wirklich toll, das mitzuerleben. Vor allem, weil es eben so gut geschrieben war.
Die Recherchen zwischendurch, die „Ablenkung“ und die Gefühle haben der Geschichte zudem auch in Schreibphasen so viel Inhalt gegeben, dass es niemals langweilig wurde. Stattdessen war es sehr abwechslungsreich und keineswegs klischeehaft. Es fühlte sich viel mehr natürlich an. Gus und January lassen sich Zeit, aufeinanderzuzugehen. Sie haben beide ihr Päckchen zu schleppen. Der Roman bekommt sehr viel Tiefe, indem er diese Päckchen langsam und gründlich auspackt und letztlich auch dem Leser zeigt, was drinnen versteckt ist. Nicht selten habe ich nach dem Lesen eines Buches das Gefühl, dass die Probleme nur oberflächlich geklärt wurden oder eben jederzeit wieder auftauchen könnten. January und Gus dagegen fangen ihre Beziehung so weit voneinander entfernt an, dass ihre Annäherung nur funktioniert, indem sie sich wie Erwachsene verhalten.

Ein Lob gibt es zudem für die Nebenprotagonisten und das Setting. Ohne kitschig zu wirken, befinden wir uns hier in einem kleinen Dörfchen und Gus und January sind direkte Nachbarn. Sie verlassen ihre Häuschen, sind aber manchmal auch ewig lang zuhause und dennoch wird es nicht langweilig. Besonders die Kleinigkeiten haben mich verzaubert: Gus‘ Tante, die herrlich viel mitbekommt, das Zettelschreiben durchs Fenster, der Austausch über den Schreibprozess und die Einblicke in Januarys Geschichte.
Obwohl nur aus ihrer Sicht erzählt wird, bleibt Gus dennoch nicht auf der Strecke. January liest ihn, redet mit ihm, hat ihre Vermutungen und das übrige erfährt sie von seiner Tante. So hatte ich am Ende das Gefühl, beide Figuren gleich gut zu kennen.

Was die Liebesbeziehung zwischen Gus und January angeht, kann ich euch sagen, dass man hier ganz schön auf die Folter gespannt wird. Ich hätte niemals gedacht, dass dieser Roman so viel sexuelle Spannung enthalten könnte. Es ist wunderbar gemacht. Nicht zu viel und vor allem nicht zu wenig. Und auch an diesem Punkt kann man die Entwicklung super mitverfolgen. Ich war zunächst etwas skeptisch, weil die beiden sich quasi zu besten Freunden gemacht haben und man weiß ja bekanntlich, dass es ganz schön verzwickt werden kann, wenn die Liebe größer und tiefer wird. Die Autorin hat hier aber trotz Freundschaft und viel Distanz so viel unterschwellige Anziehung eingebaut, dass der Leser die beiden quasi nie als beste Freunde gesehen hat. Und auch Gus und January schienen sich nie richtig so zu betrachten. Das hat die ganze Situation etwas einfacher gemacht und bewirkte letztlich eine schöne Auflösung.

Fazit:
Ich kann an diesem Buch nichts bemängeln. Es ist total interessant, die beiden unterschiedlichen Autoren beim Schreiben zu erleben. Die Liebesbeziehung zwischen ihnen entwickelt sich sehr spannungsgeladen und dennoch so langsam, dass es authentisch wirkt. Dazu viel Abwechslung durch verschiedene Settingwechsel und ausgereifte Charaktere, deren Hintergrund gänzlich nach und nach aufgelöst wird, sodass die Geschichte viel Tiefe bekommt. Es ließ sich super locker und flüssig lesen. Der Schreibstil war für mich ein Highlight, da er sich an die Autoren angepasst hat.
Meine Empfehlung!

5 von 5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2020

Hat mich total geflasht. Nicht mit Band 1 vergleichbar

Campus Love
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Klappentext:
Auf dem Campus der Brown University suchen Lauren und Cole neben einem guten Start in ihre berufliche Zukunft vor allem eines: die große Freiheit. Und ein bisschen Spaß. Als sie sich auf einer ...

Klappentext:
Auf dem Campus der Brown University suchen Lauren und Cole neben einem guten Start in ihre berufliche Zukunft vor allem eines: die große Freiheit. Und ein bisschen Spaß. Als sie sich auf einer Party kennenlernen, fliegen sofort die Funken. Trotzdem verabschieden sie sich, ohne Kontaktdaten auszutauschen.
Doch als Cole zu seiner nächsten Schicht in der Bar erscheint, in der er jobbt, entpuppt sich ausgerechnet Lauren als seine neue Kollegin. Ein Albtraum für Cole, schließlich gibt es für sein Liebesleben nur eine feste Regel: Lass niemals eine deiner abendlichen Eroberungen in dein tägliches Leben.
Cole hält Lauren harsch auf Abstand – dumm nur, dass sie ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will … Kann er endlich seine Ängste überwinden und wirklich für sie da sein?

Schreibstil:
Katharina Mittmann schreibt wirklich toll. Sehr leicht, locker und flüssig. Dazu humorvoll, einfallsreich und berührend. Ich war an jede einzelne Seite gefesselt und bin förmlich durch das Buch geflogen.

Meine Meinung:
Das Buch ist abwechselnd aus den Perspektiven von Cole und Lauren geschrieben, was ich sehr begrüßt habe, da beide doch nach außen hin sehr verschlossen sind. So hatte ich die Möglichkeit, beide super kennenzulernen:)
Ich bin gleich sehr gut ins Buch reingekommen. Man trifft auf die altbekannte Clique bestehend aus Nate, Jason, Kayla, Amber, Sean, Blake und Cole und fühlt sich sofort wohl. Lauren erzählt zuerst. Über sie weiß man erst einmal nichts, da sie in Band eins noch nicht so richtig aufgetaucht ist. Es entsteht aber sehr schnell ein Bild: Lauren kickboxt, um ihre Energie loszuwerden, trägt schwarz, hat lila Haarsträhnen und einen Sidecut. Noch dazu ist sie unfassbar taff. Anders als Kayla, die ich die ganze Geschichte hinweg nicht ganz so sympathisch fand, habe ich Lauren von der ersten Seite an geliebt. Sie ist offen, weiß was sie will, überlegt nicht zehnmal hin und her und macht sich nicht all zu viel aus den Meinungen anderer. Sie zieht einfach ihr Ding durch. So war das erste Aufeinandertreffen mit Cole einfach nur genial, a la: Willst du mit mir schlafen? Ja! Gut, dann komm! So einfach kann es gehen. Hier treffen also zwei im ersten Moment sehr unkompliziert erscheinende Menschen aufeinander. Wie das aber nunmal immer so ist, ist es selten so leicht und der Schein kann trügen. Plötzlich stehen sie beide vor einem Problem: Es sollte nur ein Mal passieren, aber keiner kann aufhören. Dabei wollen beide doch keine Nähe…

Auch Cole mochte ich sofort. Er ist unter seiner Hülle sehr sensibel und ein Künstlertyp durch und durch. Ich konnte seine Zeichnungen fast bildlich vor mir sehen. Dazu sein Engagement für die Bar, klein Charly und seine Grandma. Er will anfangs an seinen Prinzipien festhalten und plant, Lauren nie wieder zu sehen. Als es doch anders kommt, wehrt er sich mit aller Macht dagegen.
Erst einmal eine recht klischeelastige Handlung. Es wird aber echt spannend und überhaupt nicht langweilig. Das kann ich euch garantieren.
Ausnahmsweise ziehen sich hier mal keine Gegenteile an. Stattdessen müssen sich zwei sehr ähnliche Menschen ineinander verzahnen. Und dazu gehört es, Wunden aufzureißen.
Durch humorvolle und sexy Wortwechsel nähern sich die beiden immer mehr aneinander an. Und lernen sich immer besser gegenseitig kennen. Was es schließlich unvermeidbar macht, sich auch mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Ich hatte mehr und mehr Bedenken, was denn passiert, wenn zwei so verletzliche Seelen, die so viel Ballast mit sich rumschleppen, dass sie eben auch ihre Zeit brauchen, um sich alles gegenseitig anzuvertrauen, wenn beide einmal gleichzeitig eine Krise haben. Den Cut der Geschichte habe ich somit wohl schon vorausgeahnt. Da er aber unumgänglich schien, fand ich es super, dass die Autorin diesen auch genau so eingefügt hat. Wäre etwas anderes der Auslöser gewesen oder wäre er einfach gar nicht gekommen, hätte es sehr unauthentisch gewirkt. So aber kommt es irgendwann, wie es kommen muss. Der klassische Aufbau ist also da. Dank Cole und Lauren geht es danach aber keineswegs klassisch weiter. Was mir die ganze Zeit super an den beiden gefallen hat, war, dass sie viel miteinander sprechen. Sie sprechen beide sofort das Unvermeidliche aus und treten somit nicht ewig auf der Stelle. Das treibt die Geschichte voran, spart Nerven und variiert die Geschichte. So kommt der Sex vor den Gefühlen und nach dem Cut wird nicht auf einmal an allem gezweifelt, sondern vernünftig nachgedacht. Ich habe selten ein so unkompliziertes Paar erlebt. Und das, obwohl die beiden ordentlich was aufzuarbeiten haben. Die Tiefe ist also da, keine Frage. Erwartet hier bloß keine Liebesgeschichte, bei der alles glatt läuft, in der nach drei Tagen schon die drei Wörter gesagt werden und fertig. Nein, Cole und Lauren selbst machen es unkompliziert. Das hat mir sehr sehr gut gefallen!

Am Ende des Buches bin ich echt kurz in mich gegangen und habe einmal ganz konkret nach etwas Negativem „gesucht“. Ich weiß, das soll man nicht. Aber irgendwo muss man ja auch kritisch bleiben. Irgendwann kam ich dann darauf, dass mir Laurens Art zu Denken und zu Reden anfangs total begeistert hat. Nach und nach verliert sie etwas von ihrer Taffheit und wird zerbrechlicher. Das fällt auf und man könnte vielleicht sagen, dass sie vom Raufbold zum Weichei wird. Letztlich ist das aber überhaupt nicht der Fall. Sowohl Lauren als auch Cole machen im Verlauf der Geschichte einen Seelen-Striptease und umso mehr man offen legt, umso verletzlicher macht man sich eben auch. Genau das passiert mit Lauren und so kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass sie ihrem Charakter (zum Glück) treu bleibt, wir bloß nicht mehr so an der Oberfläche dümpeln wie zu Anfang der Geschichte.

Fazit:
Für mich eine totale Überraschung. Eine positive! Und wie! Lauren und Cole sind zwei Protas, die ich ab jetzt zu meinen Lieblingen zählen werde. Sie entwickeln sich in dieser Geschichte wunderbar weiter, arbeiten förmlich ihr ganzes Sein auf und bilden dabei ein unwiderstehliches Team. Der Schreibstil macht das Buch leicht lesbar. Ich bin durch die Seiten geflogen. Trotz der Höhen und Tiefen, die wir aus jedem Liebesroman kennen, sind viele Klischees umgangen worden und die Geschichte war durchweg spannend. Ich bin total begeistert und kann das Buch nur empfehlen! Vor allem werdet ihr alle Nebenprotas wiedertreffen, die einfach zauberhaft sind<3

5 von 5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2020

Spannend, authentisch, sexy aber auch sehr sehr tragisch

Als du mich sahst
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„Als du mich sahst“ hat mich in dem Pool aus Liebesromanen wohl deshalb so angesprochen und neugierig gemacht, weil es von einer unmöglichen Liebe erzählen möchte. Zwei Menschen mit großen Altersunterschied, ...

„Als du mich sahst“ hat mich in dem Pool aus Liebesromanen wohl deshalb so angesprochen und neugierig gemacht, weil es von einer unmöglichen Liebe erzählen möchte. Zwei Menschen mit großen Altersunterschied, dazu noch nicht konventionell mit dem Kerl als jüngeren Part und noch dazu ein Rockstar-Leben, das nicht jeder bereit wäre, auf sich zu nehmen. Auch nicht auf sich nehmen kann. Wie wird diese Geschichte ausgehen?

Klappentext:
Erst war es nur ein harmloser Flirt zwischen der frisch geschiedenen Solène (39) und Hayes (20), dem Sänger einer angesagten britischen Boyband. Denn Hayes ist zwar jung, aber eben auch charmant, geistreich und sehr sexy. Doch dann wird aus Leidenschaft Liebe — trotz des Altersunterschieds. Als das wahre Leben sie einholt und ihre Liebe trotz aller Vorsicht bekannt wird, bricht die Hölle los. Die Presse belagert sie, die Fans drehen durch. Aber Hayes kämpft um sie.

Der Schreibstil:
Wenn man diesen Roman liest, ist man weit ab von dem, was man aus Genres wie dem New Adult gewöhnt ist. Solène ist erwachsen und genau so ist auch der Schreibstil: erwachsen. Geistreich und eloquent ausgedrückt formen sich die Sätze hier zu einem Text, der schon von sich heraus spricht. Da sind Namen, da wird Bildung festgehalten. An einigen Stellen muss man schon aufpassen, dass man nicht abdriftet, denn der erwachsene Blick blickt von viel weiter weg auf die Story, obwohl wir alles aus Solènes Perspektive erleben.
Dieser Eindruck wird durch den Absatzbau des Fließtextes verstärkt. Am Anfang musste ich mich ein wenig daran gewöhnen, dass die Kapitel viele unterschiedlich lange, manchmal auch echt kurze, Absätze enthalten, die zu Zeiten oder Gedanken springen. Wir erleben die Geschichte quasi durch einen Flickenteppich von Eindrücken, die für die Geschichte bedeutungstragend sind. Jeweils nur gegliedert durch die Namen der Städte, in denen wir uns gerade befinden. Und genau weil sie eben alle Bedeutung haben, kommt man sich deshalb trotz der ungewöhnlichen Struktur nicht verloren vor. Vielmehr genießt man die direkte Art des Textes, gewöhnt sich daran, nicht vom Kaffeetrinken am Morgen zu lesen. Für mich hat es sehr gut zur Story gepasst, denn auch Hayes Leben ist ein Flickenteppich. Einer aus Städten, Hotels, Momenten und Konzerten. Normales geht unter oder ist schlicht nicht vorhanden. Das wird dem Leser immer bewusster und schließlich auch Solène, die in diese Welt versucht, hineinzupassen. Ich fand es einfach super passend.
Zudem ließ sich das ganze Buch dadurch und durch den flüssigen Schreibstil super schnell lesen. Es verlor keine Spannung.
Besonders hervorheben möchte ich gerne noch die Momente, in denen Social Media, die Fans, all das, was Solène eben ganz weit weg erscheint, überlaut zu werden scheint. Die Autorin erschafft diesen Eindruck, indem sie wie in einem Gedankenstrom Sätze aneinanderreiht, ohne sie von den Protagonisten kommentieren zu lassen. Für mich war es die ideale Lösung, um diesen Aspekt mit in die Story zu nehmen, ohne dass das Thema zu lang gezogen wurde. Und schließlich passt es eben auch zur Story, dass es kein langes Thema werden soll.

Meine Meinung:
Ich fange gerne mit den Protagonisten an, von denen ich sehr begeistert war.
Sowohl Solène als auch Hayes sind sehr kultiviert und gebildet. Sie haben eine tolle Art, sich miteinander zu unterhalten. Meist sind es nur kurze Sätze. Dadurch, dass sie jedoch ganz genau sagen, was sie meinen, sind sie umso bedeutungsvoller. Dazu kommt, dass die beiden sich auch vieles zwischen den Zeilen sagen. Ich fand, die Autorin hat das brillant hinbekommen und es war jedes Mal wieder ein Genuss für mich, einem Dialog der beiden zu folgen.
Wenn man mich jetzt fragt, ob ich den Altersunterschied auch fernab von konkreten Aussagen darüber bemerkt habe, dann muss ich das definitiv bejahen.
Solène steht fest im Leben, hat eine Tochter und ist sich der Verantwortung, die das mit sich bringt, sehr sehr bewusst, arbeitet selbstständig und mit viel Leidenschaft und hat lässt sich die ganze Geschichte über nicht von der rosaroten Brille, die in nahezu greifbarer Nähe liegt, locken. Man merkt, dass sie älter ist, wenn sie die möglichen Folgen von etwas sieht, während die Jungs sich keine Gedanken darum machen, und man merkt, dass sie älter ist, wenn sie ihren Mutterinstinkt einschaltet. Denn der ist ihr wohl ins Innerste gebrannt.
Ich fand den Altersunterschied aber in der Beziehung nicht so tragend. Viel mehr hatte ich das Gefühl, dass die beiden sehr viel voneinander lernen und voneinander profitieren.
Hayes ist jung, sexy und überstürzt manchmal die ein oder andere Entscheidung.Wie das eben so ist, wenn man jung ist. Ich musste mir das Alter bei ihm, im Gegensatz zum Blick auf Solène, aber immer wieder vergegenwärtigen. Klar, Solène Blick auf ihn, ist der einer älteren Frau. Sie erkennt das Jungenhafte in ihm, sieht manchmal noch das Kind, das er einmal war, aber sie sieht auch immer wieder den Mann Hayes Champell. Und genau den, habe auch ich sehr sehr oft gesehen. Hayes ist charmant, ein kluges Köpfchen, interessiert sich, hört genau zu, macht sich Gedanken, ist in so manchen Entscheidungen viel mehr er selbst als Solène und kämpft.

Und genau darum, weil beide so sind wie sie sind, quasi auf einer Wellenlänge, deren Harmonie man immer wieder spürt, passte es für mich als Leserin. Es war wirklich schön, mitzuerleben, wie die beiden sich ineinander verlieben, obwohl es nicht so sein sollte, nicht so sein darf. Wie die beiden buchstäblich ihr Herz mehr und mehr dem anderen überlassen und gar nicht richtig wissen, auf was sie sich da einlassen.
So und ein Punkt, den man wohl ansprechen sollte, wenn man über ihre Beziehung spricht: die beiden haben viel Sex. Manchmal habe ich mich gefragt, ob die beiden nicht doch zu viel in ihre Beziehung hineininterpretieren. Zumal alles wirklich traumhaft erscheint, wenn sie zusammen sind. Es ist kein Alltag, den sie erleben, sondern ein Jet-Set-Leben, dass wohl über den üblichen Jahresurlaub hinausgeht. Wie echt ist die Beziehung?
Die Autorin bekräftigt die Liebe immer wieder in den Details. Quasi das blanke Erkennen, anhand kleiner Eigenarten. Details, die man an dem Menschen liebt. Die kein anderer kennt. Manchmal war ich da ein wenig skeptisch, weil es immer so schwärmend klingt. Besonders von Solène aus, deren Perspektive wir nunmal erleben. Als könne sie ihr Glück nicht fassen, einen so hübschen Kerl bekommen zu haben. Man könnte hier kritisieren. Man könnte hier fragen: Liebt sie nur die Vorstellung von ihm?
Aber letztlich habe ich die Liebe der beiden zwischen den Zeilen, zwischen den Seiten gespürt. Es ist nur die Frage, ob sie auch in der „realen“ (in der Nicht-Popstarwelt) so ausgesehen hätte.

Und damit kommen wir zu Punkt zwei der Beziehung. Denn wie im Klappentext schon angedeutet, ist da noch ein anderes Problem. Ein weitaus Größeres wie ich finde. Denn dieses macht letztlich alles kaputt.
Ich fand es sehr gut, wie sich die Spannung, der ganze Prozess der „Aufdeckung“ zog. Die Spannung steigerte sich immer weiter. Erst waren die beiden noch wie ein Fels in der Brandung. Nach und nach sprüht die Gischt aber wohl zu hoch.
Die Autorin lässt diese beiden Mächte als Naturgewalten auf die Beziehung auswirken und macht dem Leser so mehr und mehr deutlich, worum es eigentlich geht. Das nicht alles Traum sein kann. Dass die Vernunft siegen muss. Dass es nicht reicht, sich zu lieben.

Ob sie es schaffen werden? Ich kann nur sagen, dass man nach dem Ende dasitzt und wie ich, über alle Liebesgeschichten der Welt nachdenkt.

Fazit:
Ein Buch, dass Liebe zeigt, erleben und kämpfen lässt, sich aber noch viel mehr auf die Umstände drumherum konzentriert. Die Protagonisten sind wortgewandt, führen interessante Gespräche, sind sehr sympathisch und für sich sehr besonders.
Ebenso ist auch die Art, wie das Buch geschrieben ist, besonders. Im ersten Moment ist es vielleicht ungewohnt, es passt aber super zur Story und lässt sich wirklich wunderbar lesen.
Für mich eine Geschichte, die ich in Erinnerung behalten werde und für sehr authentisch halte.

5 von 5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2020

Sehr starke Protagonisten

Into the Fire
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Der Klappentext:
Anne Ashburn ist Firefighterin mit Leib und Seele. Kein Feuer ist ihr zu gefährlich, kein Risiko zu hoch. Doch bei einem Einsatz unterschätzt sie die Gefahr und kommt fast ums Leben. Nur ...

Der Klappentext:
Anne Ashburn ist Firefighterin mit Leib und Seele. Kein Feuer ist ihr zu gefährlich, kein Risiko zu hoch. Doch bei einem Einsatz unterschätzt sie die Gefahr und kommt fast ums Leben. Nur eine extreme Rettungsaktion von Danny Maguire, dem Bad Boy des Fire Departments, bewahrt sie vor dem sicheren Tod. Verletzt an Körper und Seele hat Anne danach nur noch ein Ziel: den Brandstifter zu finden, der für das Feuer verantwortlich ist, das ihr Leben so drastisch veränderte. Immer wieder trifft sie während ihrer Ermittlungen auf ihre alte Einheit – und Danny! Dabei lodern auch längst vergessene Gefühle wieder auf …

Das Cover:
Vielleicht das Einzige, was ich an diesem Buch ein wenig bemängeln würde. Irgendwie ist mir das Cover zu schlicht gehalten und die goldenen Schwünge darauf wirken für mich wie „da mal eben so draufgesetzt, damit es nicht so leer aussieht.“ Ich hätte es jetzt im ersten Moment auf jeden Fall nicht dem LYX-Verlag zugeordnet. Auch wenn das Ebook-Cover mit dem halbnackten Feuerwehrmann sehr klischeehaft und wenig originell ist, mag ich das Cover fast noch lieber.

Der Schreibstil:
J. R. Ward schreibt sehr schön flüssig und fesselt einen mit ihrem Worten förmlich an die Seiten. Schön fand ich auch, dass die Figuren innerhalb ihrer Perspektiven erkennbar waren. Es hat Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Mehr als ein paar Stunden hat es nicht gedauert.

Meine Meinung:
Zu Anfang war ich etwas verwirrt, muss ich sagen. Man ist nämlich sofort in der Handlung drin und hört davon, dass Anne einen Tag vorher eine Nacht mit Danny verbracht hat. Ich fand es irgendwie merkwürdig, dass diese dem Leser nicht in einem Prolog oder ähnlichem erzählt wurde. Nicht, dass die Geschichte nicht auch so funktionieren würde, aber man fühlte sich als Leser eines Liebesromans dann doch ein wenig beraubt.
[Jetzt hinterher habe ich herausgefunden, dass es eine Novella namens „Into the Heat“ gibt, die diesen Teil vorweg erzählt. Allerdings wurde vielfach bemängelt, dass danach noch Seiten aus diesem Buch folgen. Es überlappt sich also quasi und dafür ist der Preis von 4,99€ meiner Meinung nach schon recht happig. Immerhin lesen wir von Liebesnächten zur Genüge und dieses Buch lässt sich wie gesagt auch lesen, ohne die Novella vorweg gelesen zu haben. So gesehen würde ich sie euch nicht unbedingt anraten.]
Bis auf die kleine Irritation war die Anfangsszene aber der Hammer. Es ist ernst, actionreich, folgenschwer und versetzt einen als Leser gleich in das Setting der Feuerwehr, das realistisch gefährlich dargestellt wird.


Zu den Beschreibungen über die Feuerwehrarbeit kann ich nur sagen, dass es auf mich alles sehr authentisch wirkte, eben weil stets die Gefahr überall lauerte. Auch der beinahe militärische Befehlston und die Gruppendynamik fand ich gut dargestellt. Wie es tatsächlich im realen Leben aussieht, weiß ich jedoch nicht und kann somit kein richtiges Urteil darüber fällen.

Schnell werden Anne und Danny uns in dieser ersten Szene als Hauptprotagonisten vorgestellt und schon da merkte ich, welches Band die beiden verbindet. Sie verstehen sich ohne Worte, weil sie sich gegenseitig in und auswendig kennen. Es war wirklich schön, das mitzuerleben.
Die Geschichte setzt dann ein paar Monate später wieder ein. Praktisch dort, wo der Alltag wieder bei beiden einkehrt, was ich sehr gut fand, da ein Mensch im realen Leben auch Zeit braucht, um etwas zu verarbeiten und die wurde den beiden hier gegeben.

Wenn ich jetzt beide Charaktere einzeln beschreiben würde, würde ich mich ziemlich oft wiederholen, denn sie sind sich in ihrem Wesen ziemlich ähnlich. Nicht nur Gegensätze ziehen sich an. Nicht-Gegensätze haben dafür aber wohl andere Probleme. Sie prallen bildlich gesehen manchmal einfach voneinander ab.
So sind beide Protagonisten sehr willensstark und wollen sich immer wieder beweisen. Dadurch gefährden sie nicht selten sich selbst.
Nach dem Unfall arbeitet Anne als Brandschutzermittlerin. Das empfand ich als eine super spannende Perspektive, weil sie so ähnlich wie in einem Krimi Zeugen befragte und nach Hinweisen suchte und gleichzeitig immer irgendwie in Kontakt mit der Feuerwache stand, auf der Danny noch arbeitet. Sie agierte verbissen und stürzte sich mit voller Motivation in ihren Fall. Das passte sehr gut zu dem Bild, dass mir von ihr vermittelt wurde und bot zusätzlich Nährboden für sie, sich mit ihrer jetzigen Lebenssituation auseinanderzusetzen. Das fand ich sehr schön gemacht, weil man die Entwicklung super nachvollziehen konnte. Es wirkte fast psychologisch. So fährt die taffe Anne ihre Wände immer weiter runter und lässt Danny mehr und mehr ein, der schon lange davor steht und immer wieder anklopft.

Danny ist auf psychologischer Ebene wohl etwas anders als Anne. Er hat einiges noch nicht verarbeitet und sperrt sich gegen vieles, anstatt nach vorn zu sehen.
In den Szenen, in denen sie zusammen vorkamen, war es einfach wunderbar zu sehen, wie sich beide gegenseitig in die richtige Richtung schubsten. Sie gingen quasi jedes Mal mit neuen Denkanstößen nach Hause.
Die ganze Beziehung, der Aufbau, die tiefere Ebene und auch die Eingliederung in die Handlung, zwischen Anne und Danny war einfach unheimlich gut gemacht. Sie entwickelte sich genau im richtigen Tempo, sodass einem nicht langweilig wurde und man Fortschritte sah.

Aufgepeppt wird die Liebesgeschichte von gleich zwei weiteren Ebenen. Zum einen sind das die Erzählperspektiven. Wir lesen aus der Sicht von Anne und von Danny, was aufgrund der Tiefe der Story und der Probleme in der Psyche beider Protagonisten einfach nur angemessen ist, aber auch aus der von Annes Bruder Tom und weiteren Personen. Tom ist dabei der Einzige, dessen Perspektive öfters auftaucht. Durch sie lernen wir Anne noch von einer anderen Seite kennen: ihrer familiären. Denn auch dort ist nicht alles Friede Freude Eierkuchen. Während Danny vornehmlich wegen der Toten mit sich kämpft, führt Anne einen Kampf gegen ihre Eltern. Durch Tom bekommen wir diese Perspektive super mit. Das Besondere: Tom ist nicht einfach nur ein Mittel zum Zweck, sondern wird durch ihm eigene Szenen zu einem greifbaren Charakter. Das fand ich super, sodass ich mir auch noch ein Buch über ihn vorstellen kann. Da die Geschichte sonst sehr in die Tiefe geht und Dannys und Annes Probleme betrachtet, bleibt in ihren Perspektiven einfach nicht mehr so viel Platz, um andere Protagonisten noch großartig zu charakterisieren. Durch die Perspektivwechsel bekommen diese Nebenprotagonisten jedoch ihren Platz und können zu greifbaren Figuren werden. Das fand ich super interessant und sehr gut gelungen und habe ich so tatsächlich auch noch nirgendwo in diesem Genre gelesen.

Die zweite Ebene neben der Liebesgeschichte dieses Buches ist der spannende Fall um die Brände in den Lagerhäusern. Diese hat dazu beigetragen, dass ich noch mehr an die Seiten gefesselt war als ohnehin schon. Es ist eine richtige Spurensuche, mit Gefahr, Bedrohung, fiesen Menschen, Mord und was sonst noch dazugehört. Gerade das Finale auf dieser Ebene hat mich total überrascht, weil ich sowas niemals in solch einem Buch erwartet hätte. Aber es war wirklich genial und hat die Geschichte unheimlich aufgelockert. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass viele nicht so begeistert von einer Geschichte wären, die sich vornehmlich nur mit dem Innenleben der Protagonisten beschäftigt und in dem tatsächlich gar nicht so viel Erotik vorkommt.

Fazit:
„Into the Fire“ hat mich wirklich überrascht. Der Schreibstil war super. Locker und flüssig. Es war mega spannend, konnte mit viel Tiefe, Action und Pepp überzeugen und hat die Problematik um das Feuerwehrmann/
frau sein super dargestellt. So wirkte es sehr authentisch und hat die unterschiedlichsten Gefühle bei mir als Leser geweckt. Ich kann es nur loben und empfehlen!

5 von 5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere