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Veröffentlicht am 14.03.2022

Die richtige Mischung macht es:)

Alles, was ich in dir sehe (Alles-Trilogie - Band 1)
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Zur Info: Dies ist der erste, jedoch unabhängige, Band der „Alles“-Trilogie von Kyra Groh.

Schreibstil:
Schon nach ein paar Sätzen war ich total fasziniert von dem Schreibstil der Autorin. Kyra Groh schreibt ...

Zur Info: Dies ist der erste, jedoch unabhängige, Band der „Alles“-Trilogie von Kyra Groh.

Schreibstil:
Schon nach ein paar Sätzen war ich total fasziniert von dem Schreibstil der Autorin. Kyra Groh schreibt unheimlich locker und flockig und flott, aber nicht zu flott. Die Gedanken der Protagonistin werden dem Leser sehr keck vorgetragen und lockern damit immer wieder die Handlung auf. Dazu kommt eine ordentliche Portion Witz, der aber auch pausiert, wenn es an die ersten Situationen geht.
Gut fand ich zudem, dass die Gedanken der Protagonistin sehr instinktiv erschienen und uns Leser super mitgenommen haben. So waren dann doch einige Handlungen der Protagonistin besser verständlich.
Der Schreibstil war für mich auf jeden Fall ein Highlight dieses Buches. Er trägt einen sicher durch die Geschichte und wird auch bei euch die Seiten nur so vorbeifliegen lassen.

Zur Geschichte allgemein:
Der Einstieg in die Geschichte erfolgte relativ seicht. Zunächst liest man ein Kapitel, das im ersten Moment nicht ganz im Zusammenhang mit dem Rest der Geschichte zu stehen scheint. Es ist aber dennoch wichtig, denn als Einstieg legt es uns Annas Gefühlswelt, ihr Selbstwertgefühl und ihre Einstellung zum Leben dar. Die Thematik des Buches wird dadurch ebenfalls schnell deutlich: Schein ist nicht gleich Sein. Denn Anna für sich vom Leben gelernt, dass es über die Maßen wichtig ist, was andere von ihr denken. Das geht so weit, dass sie sich selbst verbiegt, um in das Bild zu passen, von dem sie denkt, sie müsse es erfüllen.
Deutlich wird das Extreme dieser Einstellung erst im Verlauf der Geschichte. Dazu später mehr.

Zunächst einmal erfolgt dann der Einstieg in die eigentliche Geschichte durch eine recht witzige Situation, die einen schon ein wenig erahnen lässt, was passieren könnte. Dadurch, dass die Geschichte sich jedoch Zeit lässt, habe ich diese Vorahnung noch ein paar Mal wieder verworfen, was ein ganz neues Spannungsgefühl entstehen ließ. Man wollte schon gerne, dass es endlich voran geht und dass etwas „Krasses“ passiert. Gleichzeitig habe ich mich mit der Geschichte aber auch nicht gelangweilt. Es blieb einfach Zeit, um Anna besser kennenzulernen, um zu verstehen, dass etwas Großes passieren muss, damit Anna aus ihrer Misere hinausfindet und auch, um die Welt, in der Anna lebt (sehr Social-Media nah) zu verstehen. Wenn man Anna verstehen will, dann funktioniert das durch das Geschriebene auch. Anders verhält es sich, wenn man nicht verstehen möchte oder es einem zu langsam geht. Dann nervt Anna schnell, denn sie zeiht schon einige echt krasse Dinge ab, die auf ihre Einstellung zurückgehen und nur verständlich werden, wenn man sich mit dieser beschäftigt.

Als Anna endlich ausbricht, könnte der Kontrast zwischen diesen beiden Welten nicht größer sein. Sie lernt unheimlich tolle Charaktere kennen, die mir sofort super sympathisch waren. Was sie von den Menschen in Annas Welt abhebt, ist nicht, dass sie die tollsten Menschen auf Erden sind, sondern, dass sie Anna zuhören und hören wollen. Man merkte sofort, wie diese neue Welt sie positiv bestärkte, während alles andere sie bisher herunter zog.
Gleichzeitig erschafft die Autorin für Anna kein „heile Welt-Szenario“, sondern flicht auch hier etwas ein, was die Welt realistisch macht: Tragik. Anna wird mit den Problemen des realen Lebens konfrontiert und beginnt nach und nach ihr Leben damit zu verbinden. Das ist ein wichtiger Schritt in ihrer Entwicklung, der sich positiv darauf auswirkt, was einmal ihre Zukunft werden soll und sich durch die komplette Geschichte zieht.

Herausfordernd ist hier der „Surferboy“, der eine deutliche Grenze zwischen realem Leben und Social Media zieht. Letzteres verstößt er komplett, wodurch es Anna bei ihm anfangs nicht leicht hat. Die beiden prallen wortwörtlich aneinander und leben lange Zeit nach dem Motto: „Was sich liebt, das neckt sich“. Das sorgt natürlich dafür, dass sich die Geschichte auch auf dieser Ebene zieht. Mir persönlich wurde es aber nie langweilig, weil immer wieder etwas passierte oder es zumindest witzige Situationen gab, die die Wartezeit überbrückten. Zudem entsteht natürlich eine gewisse Spannung zwischen den beiden. Man fragt sich ein wenig, ob der Surferboy, Fynn, seine Abneigung überwinden und Anna als sie selbst betrachten kann. Manchmal bekommt man Hoffnung, manchmal wird diese auch wieder zerschlagen. So bleibt es durchweg spannend, wann und wie die beiden sich vertragen werden (dass sie sich „vertragen“ sollte bei einem Liebesroman selbstverständlich sein).

Fynn bringt zudem weitere Tiefe in die Geschichte, denn auch er hat eine Vergangenheit und ein Trauma, dass er überwinden muss. Die Thematik ist dabei die gleiche, jedoch stand er schon immer auf der anderen Seite: Social-Media hat sich durch seine Scheinwelt negativ auf sein Leben ausgewirkt und jetzt hält er diese Scheinwelt von seinem Leben fern.
Auch bei Fynn zeigt sich hinsichtlich dieser Thematik eine gut nachvollziehbare Entwicklung. Dadurch, dass Anna und er beide mit dieser verbunden sind, entwickelt sich die Geschichte natürlich mit Aufs und Abs, die davon abhängig sind, ob die beiden ungefähr gleich schnell voranschreiten. So könnt ihr euch sicher denken, dass ein Wendepunkt der Geschichte damit zu tun hat, dass der eine weiter ist als der andere:)

Wenn ich jetzt noch mehr schreiben würde, würde ich viel zu viel erzählen (vielleicht habe ich das schon). Fest steht aber, dass die Bearbeitung der Thematik hier sehr logisch, nachvollziehbar und in einer guten zeitlichen Ausdehnung erfolgt. Man muss sich hier einfach bewusst machen, dass man nicht sofort DAS Feuerwerk erwarten kann.
Mich hat das in keinster Weise gestört, sondern ich fand die Geschichte gut, so wie sie war.
Das Ende war übrigens nochmal ein kleines Spannungshighlight, bei dem ordnungsgemäß alle Fäden zusammengeführt und aufgelöst wurden.

Fazit:
Eine rundum sehr schöne Geschichte, die etwas Zeit braucht, um zu wachsen, dies aber mit einem sehr schönen Schreibstil zu überwinden weiß. Die Thematik der Geschichte ist super aktuell und gut bearbeitet und bringt zudem viel Tiefe in die Story. Weiter kann die Geschichte mit Witz und Lockerheit, aber auch mit viel Ernsthaftigkeit und Tragik aufwarten. Für mich ein Rundumpaket, das definitiv nicht das letzte gewesen sein wird, dass ich von der Autorin lese.

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 14.03.2022

Voller Tiefe, Tragik und tatsächlicher Liebe

Someday, Someday
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Zur Info: Dies ist der dritte Band einer lose zusammenhängenden Reihe. Die Protagonisten sind einem teilweise schon bekannt, die Liebesgeschichten spielen sich aber jeweils nur in einem Buch ab.

Der Klappentext:
Max ...

Zur Info: Dies ist der dritte Band einer lose zusammenhängenden Reihe. Die Protagonisten sind einem teilweise schon bekannt, die Liebesgeschichten spielen sich aber jeweils nur in einem Buch ab.

Der Klappentext:
Max hat es geschafft, von der Straße wegzukommen, und sich ein ganz neues Leben aufgebaut. Der Job als Pfleger für Pharma-Mogul Edward Marsh scheint ein Glücksfall zu sein. Doch Max hat nicht mit dem Netz aus Geheimnissen gerechnet, das die Familie Marsh umgibt. Und noch weniger mit Silas Marsh – Erbe des Pharma-Imperiums und so kalt wie Eis. Aber Max sieht den Schmerz und den Selbsthass in seinen Augen – sieht, wie er sich verzweifelt gegen die Gefühle wehrt, die zwischen ihnen aufkeimen. Doch nur, wenn Silas zu seinem wahren Selbst steht, hat ihre Liebe eine Chance.

Zum Schreibstil:
Auch in diesem Buch hat mir der Schreibstil wieder super gut gefallen. Emotional, einfühlsam und leicht zu lesen. Jedenfalls vom Satzbau und dem Spannungsaufbau her. Auf emotionaler Ebene haben mich einige Passagen schlucken lassen. Emma Scott hat hier wieder ein sehr schwieriges Thema aufgegriffen, dass sie jedoch super einfühlsam und überdacht angeht. Zudem erweckte alles wieder einen sehr authentischen Eindruck.

Zur Geschichte allgemein:
Ich kannte Max noch nicht, da ich es bisher versäumt habe, den zweiten Band zu lesen. So habe ich ihn am Anfang dieses Buches ohne irgendein Vorwissen kennengelernt und war sofort Feuer und Flamme für ihn. Max hat eine unheimlich fürsorgliche und aufopferungsvolle Art und Ausstrahlung, ergibt aber gleichzeitig ein etwas tragisches Bild, weil er sein eigenes Leben nicht als so erfolgreich betiteln kann. Mit ihren Eltern steht es nicht gut und seine Arbeit erfüllt ihn nicht auf die Art, wie sie es tun sollte. Stattdessen ist er ausgelaugt und ihm scheint der Funke im Leben zu fehlen. Spannend also, wo er diesen Funken findet und wie es zu seinem jetzigen Leben kam. Letzteres wird sofort aufgeklärt. Danach hatte ich nur noch einen Gedanken im Kopf: Ich will, dass Max glücklich wird. Alles andere hätte er nicht verdient.
Ohne viel Handlung oder Hintergrund schafft Emma Scott es hier, uns eine Figur vorzustellen, über die man als Leser mehr wissen möchte und bei dem man schon jetzt weiß, dass man mit ihm leiden wird.

Silas ist geheimnisvoller. Zwar bekommt man schnell eine Ahnung davon, wer er ist, sein Hintergrund aber wird es im Verlauf der Geschichte offenkundig. Somit ist er hier das „Erkundungsprojekt“. Der Unterschied ergibt sich vor allem daraus, dass Max offen mit sich und seiner Familie umgeht, während Silas einige Dinge teilweise sogar noch vor sich selbst versteckt hält.
Ich glaube tatsächlich, dass Silas die tragischste Figur ist, von der ich bisher gelesen habe. Er verbirgt bestimmte Dinge nämlich nicht nur bewusst und unbewusst vor sich, sondern auch erzwungenermaßen. Es ist einfach krass, wie Emma Scott hier eine Figur erschaffen hat und den Leser auch miterleben lässt, die ein Teil seiner selbst verloren hat. Den inneren Kampf zwischen dem, was er gerne möchte, was er als sein Ich wahrnimmt und dem, was ihm auferzwungen, antrainiert und eingeprägt wurde, ist einfach nur wahnsinnig herzzerreißend und super nah erlebbar.

Als die beiden nun aufeinandertreffen wird schnell klar, dass zwei so verletzte Seelen nicht sofort miteinander glücklich werden können. Vor allem, weil das Thema Outing und das Bewusstsein für das eigene Ich wie eine Gewitterwolke über ihnen schwebt.
Dennoch fand ich es nicht uninteressant oder zu deprimierend. Die Geschichte hat jede Menge Details und Akzente, die wundervolle Momente schaffen. Allein die Nebenprotagonisten (Silas` Freundin und sein Bruder) sind toll zu erleben und Silas selbst sorgt immer wieder für Lichtblicke, an die man sich verzweifelt klammert, weil man gar nicht glauben kann, was ihm schon alles passiert ist.
Die Geschichte ist definitiv keine, die man mal eben so nebenbei liest. Das liegt nicht am Erzählfluss oder dem Spannungsverlauf, sondern an der schweren Thematik.
Stattdessen genießt man es einfach, die vollen Gefühle so nah mitzuerleben.

Für mich hatte die Geschichte eigentlich nur zwei kleine Schwachstellen, die aber wirklich nur ganz klein sind. Bei Emma Scott meckert man auf hohem Niveau. Es handelt sich dabei um zwei Stellen, an denen sich die Handlung ein ganz klein wenig zu schnell verändert. Das ist aber verschmerzbar. Ansonsten ist alles super gut nachvollziehbar.
Man sollte sich jedoch bewusst machen, dass die Geschichte sich für einige Prozesse Zeit lässt. Nicht alles ist super schnell abgehandelt. Silas Geschichte alleine braucht schon ihre Zeit, aber auch Max hat sein Päckchen zu tragen und so müssen die beiden nicht nur mit sich als Paar, sondern auch für sich allein zurechtkommen.
Es geht hier um das Einstehen für sich selbst, um die wirklich wichtigen Dinge im Leben, Prioritäten und Selbstliebe. Ein ganzer Cocktail also, der wieder mal ein einzigartiges Leseerlebnis schafft und keine Langeweile aufkommen lässt.

Fazit:
Ich könnte mich nun gar nicht entscheiden, welchen Band ich am liebsten habe. Band 1 scheint mir erstmal besser, aber sehr wahrscheinlich kommt dieser Eindruck daher, dass er trotz seiner Thematik leichtere Kost war. Silas Geschichte ist schon besonders tragisch und alle, die getriggert werden könnten, sollten hier auf jeden Fall sehr aufpassen. Ich habe noch nie so etwas Furchtbares gelesen, auch wenn man natürlich weiß, dass die eigene Realität nicht der anderer entspricht. Die Geschichte bietet aber auch viele Highlights und liebevolle Details, herzzerreißende Momente, Liebe und tolle Figuren und eine Liebesgeschichte, die auf Tragik fußt, letztlich aber ihre Stärke daraus zieht. Für mich definitiv ein sehr nachhaltig wirkendes Buch und eins der krassesten von Emma Scott, wenn nicht gar das krasseste.

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 05.02.2022

Für mich ein gelungener zweiter Band

Grischa 2: Eisige Wellen
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Zur Info: Dies ist der zweite Band einer zusammenhängenden Trilogie. Ihr solltet also zunächst Band 1 „Goldene Flammen“ lesen.

Klappentext:
Nur weg aus Rawka – das ist Alinas und Maljens einziger Gedanke ...

Zur Info: Dies ist der zweite Band einer zusammenhängenden Trilogie. Ihr solltet also zunächst Band 1 „Goldene Flammen“ lesen.

Klappentext:
Nur weg aus Rawka – das ist Alinas und Maljens einziger Gedanke nach dem furchtbaren Kampf gegen den Dunklen. Doch selbst an ihrem Zufluchtsort jenseits der Wahren See erreichen sie die Gerüchte: Der Dunkle habe das Gefecht auf der Schattenflur überlebt und strebe nach dem Zarenthron. Und er wird nicht ruhen, bis er Alina gefunden hat. Denn um seine Macht ins Unermessliche zu vergrößern, braucht er ihre Hilfe – ob freiwillig oder nicht.

Schreibstil:
Leigh Bardugo schreibt wundervoll. Bei ihr hatte ich genau das Fantasy-Gefühl, das ich mir bei jedem Buch dieses Genres wünschen würde. Was ich damit meine, ist, dass die Handlungsstränge super komplex sind, man als Leser aber keine Probleme hat, allem zu folgen. Super spannend erweckt die Autorin jedes Detail ihrer Welt zum Leben, pflicht welteigene Wörter in die Sprache ein und vermag es, ihre Hauptprotagonistin auch zweideutig erzählen zu lassen.

Zur Geschichte allgemein:
Zweiter Band, das Tief zwischen zwei Hochs, der Weg zum Finale. Meine Erwartungen an das Buch waren hoch, denn ich hatte viel von der Reihe gehört und Band eins hat mir sehr gut gefallen. Es wäre schade gewesen, wenn das hohe Level in diesem Band nicht erhalten geblieben wäre.
Zum Glück habe ich sofort wieder in die Geschichte hineingefunden. Nach dem Ende des ersten Bandes war es klar, dass sich die Protagonisten erst einmal in der Schwebe befinden würden. In diesem Buch ist diese Schwebe allerdings alles andere als undramatisch und langweilig. Es geht eigentlich sofort weiter mit der Haupthandlung. Die nächste Bedrohung steht vor der Tür und das eigentliche Problem, vor dem die Protagonisten stehen, wird schnell sichtbar.
Geliebt habe ich in diesem Buch die neu eingeführte Figur des „Sturmhond“s sowie die seiner Truppe. Solange der Dunkle quasi nicht alle Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen kann, haben wir Sturmhond und der bringt genau die Raffinesse, Schauspielerei und Überlegtheit in die Geschichte, die eine gute Fantasy-Geschichte für mich braucht. Zudem bringt er die Hauptprotagonistin Alina dazu, über neue Dinge nachzudenken und auch, sich zu entwickeln.

Wo Alina im ersten Band noch etwas hilflos und unerfahren auftrat, dies aber stets durch ihr gutes Herz wett machte, kommen nun andere Gedanken auf. Ihre Entwicklung innerhalb dieser Geschichte ist zwiespältig, denn Macht ist hier ein großes Thema und das verändert die Menschen. Dies zeigt sich auch an ihrer scheinbar unerschütterlichen Beziehung zu Maljen. Generell werden die Dynamiken zwischen den Figuren völlig neu aufgemischt, was mir sehr gut gefallen hat. So pendelte sich nichts ein und man blieb als Leser die ganze Zeit über nicht nur gespannt auf den Fortgang der Geschichte, sondern auch darauf, wer sich nun wem zuwenden wird.

Was ich einmal ganz hoch loben möchte, ist, dass der Großteil dieser Geschichte an einem Ort spielt und es trotzdem nicht langweilig wurde. In diesem Buch wird ein Krieg mit all seinen Tücken, Überlegungen, Erfindungen und Schlachtplänen, mit seinen Hoffnungen und Ängsten, Mitstreitern und Unterstützern geplant. Die Autorin nimmt einen dabei so mit, dass man als Leser selbst mitüberlegen, leiden und hoffen kann. Ich habe es geliebt!

Dazu noch ein Finale, das unverhofft und heftig über die Geschichte hineinbricht, Erzählstränge wieder aufgerissen hat und mich nun voller Spannung auf den nächsten Band zurücklässt. Das Potential für einen spannenden Abschluss der Reihe ist auf jeden Fall gegeben.

Fazit:
Wen die Geschichte nach Band eins noch nicht völlig eingenommen hat, der wird nach diesem Band keine Chance mehr haben, nicht weiterzulesen. Die Entwicklung der Hauptprotagonistin sowie der Ereignisse halten alles super spannend, nochmal ganz anders als im ersten Band und es gibt noch so viel Potential für mehr. Ich freue mich auf Band drei!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 05.02.2022

Wunder wunderschöne Geschichte. Absolute Empfehlung!

Drowning in Stars
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
wisst ihr, welche Bücher ich wirklich liebe? Diejenigen, die mich nach dem Lesen mit einer Leere zurücklassen. Einer Leere, die entsteht, weil ich vollkommen in der Welt des Buches gefangen war und nun gar nicht fassen kann, dass ich daraus entlassen bin.
“Drawning in Stars“ war ein solches Buch und ich bin super happy darüber, da das bei mir tatsächlich schon lange nicht mehr vorgekommen ist.

Klappentext:
Das Leben war nie einfach für Pixie und Gaze. Pixies Mutter ist nur selten zu Hause, Gaze’ Vater trinkt zu viel. Aber sie haben einander – und für Gaze war eins von Anfang an klar: Pixie ist die Eine. Sie hat ihn beschützt, als er neu im Viertel war. Ohne einander wären sie untergegangen. Sie haben sich versprochen, immer zusammenzubleiben. Doch eines Tages muss sich Pixie entscheiden: für ihr Versprechen oder für Gaze’ Leben. Als sie sich Jahre später wiedertreffen, ist es Gaze, der für sie beide stark sein muss. Denn nur wenn Pixie sich von ihren Dämonen befreien kann, hat ihre Liebe eine Chance …

Schreibstil:
Ich hatte vorher noch kein Buch von der Autorin, ich will es aber gerne wieder tun. Ihr Schreibstil ist total flüssig, locker und super emotional. Zudem schafft sie es oft mit nur wenigen Worten eine Szene komplett kippen oder auch Gefühle auftauchen zu lassen. Der ganze Text war einfach super eindringlich geschrieben, sodass man keine andere Wahl hatte, als sich mitreißen zu lassen.

Ich musste mich zwischen dir und mir entscheiden. Ich habe dich gewählt.

DRAWNING IN STARS – DEBRA ANASTASIA
Zur Geschichte allgemein:
Die Geschichte dieses Buches beginnt mit einem Prolog, der Leid ausdrückt und ziemlich schnell deutlich macht, in welch (für mich) verquerer Welt die beiden Protagonisten leben. Der Prolog erzeugt Spannung und macht auch schnell deutlich, wie ernst es um die Protagonisten geht. Dass hier nicht nur Liebe, Leben, Lachen, sondern auch Leid und Tod eine Rolle spielen.

Das erste Kapitel beginnt dann sechs Jahre zuvor. Generell gibt es innerhalb dieser Geschichte mehrere Zeitsprünge von mindestens einem Jahr, sodass die Geschichte dann letztlich über sechs Jahre erzählt wird.

Interessant fand ich gleich, dass die beiden Protagonisten am Anfang erst in die siebte Klasse gehen, also noch super jung sind. Es entwickelt sich eine kindliche Abenteuererzählung, in der Gaze und Pixie Rae ihr eigentlich trist erscheinendes Leben jeden Tag zu einem ganz besonderen Leben machen. Man spürt sofort, dass zwischen den beiden eine tiefe Verbindung entsteht und das ganz ohne große Gesten, sondern einfach, weil da zwei Kinder mit einem guten Herzen aufeinandertreffen, deren Seelen zueinander gehören.

Gaze ist anfangs neu zugezogen, während Pixie schon ihr Leben lang in dem etwas schaurigen Viertel in der Stadt lebt. So kommt es, dass sie Gaze unter ihre Fittiche nimmt, ihn beschützt, aber auch in seinen Interessen und seinem Charakter stärkt. Ebenso geschieht es andersherum, auch wenn dies dezenter geschieht. Pixie ist definitiv die täfere von den beiden.

Am Ende des Buches gibt es einen Brief, den die Autorin an Pixie richtet. Sie macht darin aufmerksam, wie stark Pixie ist und wie anstrengend aber auch wichtig es ist, sich ihr Leben zurückzuholen.
Diese Stärke, die Pixie mit sich bringt, spürt man von der ersten Seite an. Dort wo andere Mädchen sich verstecken, kramt Pixie den Baseballschläger aus und wenn jemand ungerecht zu jemand anderem ist, dann weiß sie ebenfalls was zu tun ist. Selbst ist die Frau hat noch nie so gut zu jemandem gepasst, wie zu Pixie. Und das ganz authentisch. Das gute Herz hatte sie immer schon, die Stärke hat sie das Viertel gelehrt – weil es dort oft genug um Leben und Tod geht.

Dies nimmt ziemlich bald auch Einfluss auf Gaze und Pixie zusammen. Während Pixie Rechnungen bezahlt, essen kocht und fein in die Schule geht, ist ihre Mutter arbeiten. Ganz so liebevoll ist ihr Zuhause also nicht. Gaze hat dazu das Problem, dass sein Vater Alkoholiker ist und immer wieder Wutanfälle bekommt.
Es war traurig, aber auch inspired und mitreißend, wie die beiden mit ihren Situationen umgehen, bzw. Wie sie zusammen das Beste aus ihren Situationen machen. Keiner von ihnen gibt auf.

Ich empfand es als ziemlich krass, von solch einem Leben zu lesen. Ich selbst hatte ein gutes Elternhaus. Wir hatten Geld für Essen und Klamotten, meine Eltern gingen arbeiten, ich durfte Kind sein und es war immer jemand für mich da. So ist es nicht leicht zu lesen, wie es auch anders sein kann, denn du beiden müssen schon ordentlich was durchmachen. Die Autorin legt hier aber den Fokus auf die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden und so schöpfen sie, aber auch man als Leser immer wieder Hoffnung und ist dankbar für die Lichtblicke.

Im Laufe der Geschichte wird ihr Leben jedoch immer krasser und im Erzählverlauf dramatischer. Sowohl bei Pixie als auch bei Gaze verändert sich etwas und schließlich kommt man zu einem Teil, in dem die beiden nicht mehr ständig zusammen sein können. (Der Weg dahin hat mir die Tränen in die Augen getrieben und war zudem hochemotional, weil es im Leben der beiden einfach keine Lösungen gibt, die für alle glücklich sind.)
Diesen Teil erzählt die Autorin kürzer und hauptsächlich aus Gaze Sicht. Entscheidend hierbei ist, dass sich die beiden Protagonisten vollkommen unterschiedlich entwickeln. Pixies Geschichte blieb im Dunklen und so habe ich die ganze Zeit darauf hingefiebert, zu erfahren, was mit ihr passiert. Gleichzeitig aber konnte ich den Blick nicht von gaze abwenden, denn sowohl die guten als auch die schlechten Emotionen vermag die Autorin so mitreißend und authentisch zu erzählen, dass man einfach nur alles aufsaugen möchte.

Wenn ich jetzt noch mehr über den Handlungsverlauf anreiße, Spoilern ich zu viel. Also lasse ich das und sage nur, dass dieses Buch natürlich eine Liebesgeschichte erzählt, diese aber so viel tiefgründig ist, als man es gewöhnt ist. Der erste Kuss beispielsweise war mir ausnahmsweise mal gar nicht wichtig, weil die beiden für mich auch so zusammen vollkommen wren. Man spürte die ganze Geschichte hinweg, egal was passierte, die Verbindung zwischen den beiden. Schön war einfach mit anzusehen, dass sie sich nicht nur entwickeln, sondern auch lernen, anderen zu vertrauen und sich Glück fernab ihrer Beziehung zu schenken. Während es sonst immer nur Pixie und Gaze und der Rest der Welt hieß, hat die Welt am Ende endlich bemerkt, wie wertvoll diese beiden Menschen für sie ist.

Das ist die grobe Kurzfassung eines Endes, das den Prolog auflöst und viele Szenen lieferte, die man am liebsten nicht miterlebt hätte. Wer liest schon gern vom Leid? Wichtig ist aber, dass ihr keine Probleme haben werdet, bis zu diesem Ende zu lesen, denn die Spannung ist immer da, die Emotionen bleiben durchgehend stark und der Epilog macht die Geschichte letztlich noch ein kleines bisschen vollständiger.

Fazit:
Ich war erst skeptisch, weil die Protagonisten hier anfangs zwölf sind und dann nich wie gewohnt irgendwann 25 oder so, sondern ganz zuletzt erst achtzehn sind. Für die Geschichte allerdings ist es genau die richtige Zeitspanne, um von einer Liebe zu erzählen, die tief verwurzelt ist und gegen Leid und Schmerz Bestand hat. Die Geschichte konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln und hat mich vollkommen glücklich mit Aufbau, Figuren, Handlung und Emotionen zurückgelassen. (Auch, wenn ich besonders Pixie Rae nachtrauere.)
Schon jetzt ein Jahreshighlight für mich!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 17.01.2022

Wieder ein typischer Cherry

Gegen den bittersten Sturm
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Klappentext:
Als ich ihm eines Abends plötzlich wieder gegenüberstand, konnte ich fühlen, wie mein Herz erneut zerbrach. Denn für die Welt war er Connor Roe – einer der vermögendsten und einflussreichsten ...

Klappentext:
Als ich ihm eines Abends plötzlich wieder gegenüberstand, konnte ich fühlen, wie mein Herz erneut zerbrach. Denn für die Welt war er Connor Roe – einer der vermögendsten und einflussreichsten Männer New Yorks. Aber für mich war er der Mann, dem ich in einer Nacht vor zwei Jahren all meine Träume und tiefsten Geheimnisse anvertraut hatte. Für einen kurzen Augenblick hatten wir uns ineinander verliebt – weil wir wussten, dass wir uns nicht wiedersehen werden. Doch jetzt war er zurück in meinem Leben – wieder war es der falsche Zeitpunkt für uns. Und so zog er mich an sich und hielt mich einfach nur fest. Denn niemand wusste besser als Connor, dass man manchmal in den Trümmern stehen und hoffen musste, dass man lernte, mit den zerbrochenen Teilen zu leben.

Schreibstil:
Wie gewohnt, schreibt Brittainy C. Cherry wunderschön fließend und emotional. Sie hat einfach einen sehr schönen Schreibstil, der eine Menge schöne Zitate bietet und einen die Emotionen der Protagonisten hautnah spüren lässt. Ich fand allerdings, dass dieser Band kleinere Schwächen im Schreibstil hatte, weil sich meiner Meinung nach ein wenig zu sehr auf Klischees ausgeruht wurde. Es kam mir einfach manchmal vor, als würde ich schmeichelnde Worte lesen, die nicht unbedingt die Realität mit ihrer ganzen Tiefe widerspiegeln. Allerdings ist das Meckern auf sehr hohem Niveau.

Zur Geschichte allgemein:
Ich kann euch nicht sagen, wie sehr mir der Anfang des Buches gefallen hat. Es war einfach super schön, Rotkäppchen und Captain America in dieser einen Nacht zu verfolgen. Von mir aus hätte die komplette Geschichte so weitergehen können. Mit Entscheidungen aus dem Bauch heraus, der offenen Kommunikation über Gefühle, schnelle Orts- und Themenwechsel und viel kribbelnde Spannung zwischen den Protagonisten. Man konnte einfach träumen und hat die beiden Protagonisten völlig nackt mit purem Blick auf die Charakter kennenlernen können.

Die eigentliche Geschichte beginnt dann zwei Jahre später. Beide Protagonisten stecken in ihrem Alltag, verfolgen ihre Träume und Wünsche und haben diese eine Nacht in Vergessenheit geraten lassen. Ich fand es tatsächlich etwas schade, dass gerade Aaliyah sich nicht an das gehalten hat, worum es in dieser Nacht für sie in erster Linie ging. Aber ich schätze, das macht auch die Authentizität der Geschichte aus. Wir Menschen sind eben Gewohnheitstiere und neue Vorsätze sind nur schwer zu etablieren. Und im Prinzip hat sich Connor ebenfalls nicht daran gehalten, bei ihm fiel es nur nicht so negativ auf.

Connor war mein Held der Geschichte. Er ist super ehrlich, treu und herzlich. Ein Mann, den man niemals in die hartgesottene Geschäftswelt einordnen würde, in der er sich bewegt. Ernsthaft, jeder wäre, glaube ich, begeistert von Connor. Seine Motive für seine Arbeit sind motivierend, sein Umgang mit anderen Personen ist wundervoll und zeugt von Respekt und emotional ist er super zart. Es war echt schön zu sehen, wie er sich mit dem Gedanken, einen Menschen wirklich wirklich gut zu finden, sich zu verlieben, jemanden unbedingt zu lieben, gewöhnen musste, dies aber keineswegs abblockte.

Aaliyah ist in ihrer Art komplett anders. Sie ordnet sich eher unter, lässt sich beeinflussen und hat zudem noch mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen, der sie vorsichtiger aber auch wagemutiger hat werden lassen. Sie geht jetzt eher aufs Ganze, weil sie Sicherheit sucht. Es war interessant nachzuverfolgen, wie Aaliyah mit ihrer Gegenwart umgeht und woraus sie Stärke zieht. Ganz wie man es von der Autorin gewohnt ist, ist ihr Schicksalsschlag kein kleiner und beeinflusst ihr Leben auf ganzer Linie. Aaliyah lässt sich davon aber nicht unterkriegen und macht es nicht zu einem Thema, das uns Leser die ganze Handlung hinüber „belastet“. Es verschwindet nie und hat definitiv seine Auswirkungen, aber Aaliyah macht das beste daraus und lässt die Liebesgeschichte mit Connor zu.

Die beiden nähern sich sehr langsam einander an. Zwar bleibt die Nacht zwischen ihnen bestehen und es ist definitiv Liebe zwischen ihnen, aber keiner von beiden macht es sich leicht. Ich finde einfach, dass die Autorin es immer wieder schafft, fast den kompletten Charakter einer Person darzustellen und einen Protagonisten so sehr sehr menschlich und damit auch authentisch macht. Dadurch kommen Zweifel und Instinkte, innere Blockaden, Prägungen und Ängste auf, die die Handlung beeinflussen und alles eben nicht ganz so einfach machen, wie wir es im Märchen lesen. Bei Connor und Aaliyah ist es genauso. Beide haben ihre Gedanken und wehren sich zunächst gegen etwas, was ihnen beiden eigentlich nur Glück bringen würde. Das klingt unheimlich doof von ihnen. Durch diese Authentizität bleibt es für den Leser aber weiterhin nachvollziehbar und logisch und wird gleichzeitig unheimlich emotional. Die Beziehung zwischen den beiden bekommt unheimlich viel Tiefe.

Aufgemischt wird das Ganze von Connors „Gegenspieler“, der eigentlich keiner ist. Aber wie das nunmal so ist, gönnt nicht jeder jedem Glück. So wird aber auch noch Connors Leben ohne Aaliyah weitergeführt und komplex, ebenso wie auf der anderen Seite Aaliyahs Leben, das dann doch noch geheimnisvoller ist, als gedacht.
Es ergab letztlich einfach ein rundes Bild, bei dem alles losen Fäden letztlich sehr nah beieinander zusammenfanden, was ich so nicht erwartet hätte.

Was ich vielleicht bemängeln könnte, wäre, dass die Handlung sich stellenweise einfach etwas zog, weil beide Protagonisten sich eine Zeit lang gleichermaßen zurückhalten und der Anstoß somit nicht da war. Es war keine Geschichte, die ich in einem weglesen konnte, weil man sich erst darauf einlassen muss, soviel Emotionalität und auch Zögern anzunehmen.

Das Ende hat mich nochmal überrascht. Ihr dürft ja gerne mal raten, ob es ein Happy End oder eher ein Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge war. Bei Brittainy C. Cherry ist ja beides möglich. Was ich sagen kann, ist, dass das Ende nochmal ordentlich dramatisch war. Mein Lieblingsprotagonist war definitiv Connors Schützling, der hier alles gewaltig aufmischt und dem Paar die richtige Hilfestellung gibt, um anders zu denken.

Fazit:
Mein Highlight dieses Buches waren definitiv die Anfangsszenen. Ich glaube, die werde ich noch so manches Mal einfach so durchlesen, weil sie so schön sind. Ansonsten wird hier natürlich wieder eine super emotionale und tiefgreifende Geschichte erzählt. Der Hauptprotagonist Connor ist wirklich ein Goldstück und zusammen mit der Hauptprotagonistin ergibt sich hier ein Paar, das man nur mögen kann.
Einziger Kritikpunkt: ich fand, dass die Spannung zwischendurch immer mal etwas nachließ, sodass man es nicht in einem Rutsch lesen konnte.

4 von 5 Sterne von mir.

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