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Veröffentlicht am 01.08.2018

Witzig, verbohrt, Lila

Mein (nicht ganz) perfektes Leben
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Ich muss zugeben, wäre ich nicht beim Leserundenstöbern auf das Buch gestoßen und hätte dadurch den Klappentext gelesen, dass hätte ich das Buch wohl nicht angerührt. Nicht dass das Cover hässlich wäre, ...

Ich muss zugeben, wäre ich nicht beim Leserundenstöbern auf das Buch gestoßen und hätte dadurch den Klappentext gelesen, dass hätte ich das Buch wohl nicht angerührt. Nicht dass das Cover hässlich wäre, aber es entspricht nicht so unbedingt meinem sonstigen Geschmack an Büchern. Von "Frauenromanen", wie ich Bücher nenne, die von reiferen Frauen mit reiferen Problemen handeln. Nachdem ich aber den Klappentext gelesen hatte, konnte ich dieses Buch diesem Genre nicht mehr so ganz zuordnen und jetzt weiß ich auch, dass man im Kontext "Lila" nie das Wort "reif" benutzen würde.

Also will ich auch euch den Klappentext zu "Mein (nicht ganz) perfektes Leben" nicht vorenthalten:

Die Liebe ist ein Hirngespinst!

Lila wollte ihren Ex nicht anfahren. Das war ein Unfall. Ehrlich! Obwohl. verdient hat er es schon. Schließlich zerstört seine kleine Affäre Lilas gesamten Lebensplan. Nun muss sie wieder von vorn anfangen. Und das ein Jahr vor der Deadline - ihrem dreißigsten Geburtstag.

Doch dann trifft Lila auf Fred, ihren neuen Nachbarn. Die beiden könnten kaum unterschiedlicher sein: er der introvertierte Brummbär; sie der Wirbelwind, der sein Leben nach Plan leben will. Trotzdem entwickelt sich zwischen Lila und Fred eine Freundschaft, und es stellt sich heraus, dass sie mehr gemeinsam haben als auf den ersten Blick erkennbar: Die Liebe gleicht bei ihnen immer einem Desaster. Ein Grund, sie hartnäckig zu umgehen.

Doch ausgerechnet bei ihrem neuen Job lernt Lila den perfekten Mann kennen. Der attraktive Unternehmer Marcel ist völlig anders als Fred, so kultiviert und charmant. Moment - wieso denkt sie plötzlich so häufig über ihren Nachbarn nach?

Zum Cover:

Wie schon gesagt, finde ich es zwar ganz schön, aber nicht so besonders ansprechend. Es verweist nicht auf die Geschichte und sagt somit nicht wirklich etwas aus.

Zum Schreibstil:

Den Schreibstil fand ich sehr locker und leicht zu lesen und vor allem war er sehr lustig. Ich fand es bemerkenswert, wie gut die Autorin zwei so unterschiedliche Charaktere trotzdem beide mit viel Witz ausstatten konnte. Zudem sind die 15 Kapitel plus Epilog wirklich schnell lesbar.

Die Charaktere:

Sarah Binder hat hier zwei sehr unterschiedliche Charaktere geschaffen und ich denke, dass ist auch das Highlight des Buches. Lila lernt man gleich zu Anfang als etwas verquer, flippig und unreif kennen. Sie ist stur und macht, was sie sich in den Kopf gesetzt hat. Ich empfand ihre Art allerdings nicht als nervig, wie ich es schon oft gelesen habe. Für mich war Lila einfach so und es passte gut zur Geschichte. Sie bringt Leben hinein und lockt Fred hervor, den ich besonders lieben gelernt habe. Fred ist ein ganz anderer Typ Mensch. Er ist eigenbrödlerisch, stets brummig und sparsam mit seinen Worten, während Lila immerzu dahinplappert. Fred ist dabei aber auch unheimlich ehrlich, kann mit einem Satz zum Ausdruck bringen, was er denkt und hat ein paar Probleme damit, sich auf Gefühle einzulassen. Ich fand ihn super. Er wächst einem sofort ans Herz. Schon allein wegen ihm hat es sich für mich gelohnt, das Buch zu lesen.

Zur Geschichte allgemein:

Die Idee der Geschichte fand ich ganz gut. Durch den eingefügten Hintergrund der Charaktere hatte sie Tiefe und war nicht nur eine fixe Idee. Es geht auf und ab und auch, wenn für mich nicht so recht Spannung aufgebaut wurde, weil ich eigentlich immer nur darauf gewartet habe, dass Lila es kapiert, habe ich die Geschichte interessiert verfolgt. Ich fand vor allem das Setting, in die die Charaktere eingebunden waren sehr passend und durch Lila geschehen tatsächlich oft unvorhersehbare Ereignisse. Allerdings wird auch über vieles nur berichtet. So springt die Geschichte zwischen den Kapiteln gerne. Schön fand ich es dann aber wieder, dass Marcel, dem ich eigentlich anfangs eine größere Rolle zugedacht hätte, erst gegen Ende auftaucht. So wird die Freundschaft zwischen Lila und Fred mehr in den Vordergrund, was viel Gefühl in die Geschichte brachte.

Kritik:

Um Lilas Motive für ihr Vorgehen in Bezug auf Männer wird das ganze Buch hinweg ein großes Geheimnis gemacht. Letztendlich hat mich die Lüftung dieses etwas enttäuscht, weil de Lösung dann doch schon immer wieder zu offen dargelegt wurde und es so keine große Überraschung mehr war. So ärgert man sich dann natürlich umso mehr, dass Lila die Welt deswegen so kompliziert macht.

Fazit:

Das Buch kann man gut zwischendurch lesen. Besonders die Charaktere machen für mich diese Geschichte aus. Zudem hat man immer wieder etwas zu lachen und kann gerne etwas mit Fred mitleiden. Ich empfehle es allen, die etwas leichtes, lockeres suchen.

4 von 5 Sterne von mir.

Vielen Dank an den beHEARTBEAT-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße

Veröffentlicht am 11.05.2019

Von zweiten Chancen und erster Liebe

The One Right Man
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So, da sind wir also schon beim zweiten Teil der „Love and Order“-Reihe des Autorenduos.

Der erste Teil der Reihe hat mir ja schon sehr gut gefallen. Das Konzept der Autorinnen scheint aufzugehen: Man ...

So, da sind wir also schon beim zweiten Teil der „Love and Order“-Reihe des Autorenduos.

Der erste Teil der Reihe hat mir ja schon sehr gut gefallen. Das Konzept der Autorinnen scheint aufzugehen: Man nehme eine geschiedene Frau und bringe sie mit dem unvorstellbarsten Typen zusammen. Das alles geschieht jedoch in einem sehr realistischen Rahmen und so trifft in diesem Band Chelsea (geschiedene Frau) auf Dean, ihren Ex-Ehemann (unvorstellbarerer Typ).

Hier der ganze Klappentext:

Ich hätte gerne einen netten, zuverlässigen, respektablen Mann. Aber nett, zuverlässig und respektabel ist total L-A-N-G-W-E-I-L-I-G. Mir ist klar, ich stehe auf Bad Boys. Ich habe die anderen Geschmacksrichtungen versucht, aber es gibt nichts Besseres als einen Mann, der sich nimmt, was er will, ohne sich dafür zu entschuldigen. Als ob mein Liebesleben nicht schon dramatisch genug wäre, steht plötzlich Dean Bennett wieder vor mir und glaubt, er könne mich mit seinem Charme zurückgewinnen. Er mag sich äußerlich verändert haben, aber unter seinem teuren Anzug ist er immer noch derselbe dreiste, arrogante, wichtigtuerische Kerl, der sich nur um sich selbst schert. Aber ich bin nicht mehr das naive Mädchen von früher. Deshalb ignoriere ich die Tatsache, dass sein Blick meine Knie weich werden lässt.

Das Problem? Er ist nicht nur ein Exfreund, er ist mein Exmann.

Schreibstil:

Ich kann wahrlich nicht meckern. Das Buch lässt sich super flüssig lesen. Wenn man die Zeit hat, ist es also in einem Rutsch lesbar:) Die Autorinnen schaffen es hier gemeinsam zu agieren, man merkt keine Sprünge, keine Ungereimtheiten im Schreibstil. Stattdessen lassen sie tiefe Emotionen und so einige Momente zum Lächeln entstehen.

Die Charaktere:

Chelsea: Chelsea hat mir von Anfang an, eigentlich schon im letzten Buch, richtig gut gefallen. Ich konnte mich super in ihre Art einfühlen. Endlich mal eine, die ganz direkt nach einem Bad Boy sucht und auch zugibt, dass sie solch einen braucht, weil ihr anderes zu langweilig ist. Zu ihr passt aber auch einfach kein Good Guy, denn Chelsea kann austeilen, weiß, was sie will – kurzum: sie ist eine starke Frau. Dann jedoch kommt da Dean und schon wie in ihrer Vergangenheit geht auf einmal alles flöten, was sie sich so lange eingeredet hat. Wie das eben so ist, wenn es um die Liebe geht. Obwohl es also alles ganz anders abläuft, als Chelsea es eigentlich geplant hat, bleibt sie sich dennoch immer treu. Das hat mir sehr gefallen und sie mir noch sympathischer erscheinen lassen.

Dean: Dean fand ich von Anfang an sehr interessant. Die Autorinnen haben es bei ihm geschafft, die Meinung, die sich der Leser bildet und die, die Chelsea von ihm hat, die ja viel mehr über ihn weiß, sinnvoll zusammenzubringen. Für mich hat es super gepasst. So lernt man Dean als den selbstbewussten, sexy Anwalt kennen, der Chelsea unbedingt wiederhaben möchte. Langsam erfährt man jedoch immer mehr von ihm. Sachen aus der Vergangenheit, aus dem Umgang mi Chelsea, wie ernst er es meint und von Chelsea selbst schließlich seine guten und schlechten Seiten, von denen sie fairerweise stets beide hinzuzieht. Dean erweitert sich also ständig und war er für mich anfangs einfach nur ein heißer Kerl, entwickelt er sich immer mehr zu einem, den man festhalten muss. Es war nicht schwer, sich in ihn zu verlieben.

Auch die beiden anderen Mädels kamen wieder vor. So erfährt man auch noch was über Reed und Victoria, die im ersten Band zueinander gefunden haben, und natürlich Hannah, der der nächste Band gewidmet sein wird. Was sie betrifft bin ich schon sehr gespannt. Ihr Silberfuchs scheint nochmal ein ganz anderer unvorstellbarer Typ zu sein, als Dean und Reed es sind…

Zur Geschichte allgemein:

Da die Handlung im Prinzip recht einfach aufgebaut wird, kann ich hier jetzt nicht so viel dazu sagen, bis auf, dass sich alles super schön, logisch und authentisch zusammenfügt und durchweg Spannung aufweist. Was aber der eigentliche Schwerpunkt dieses Buche ist, ist die Beziehung zwischen Dean und Chelsea, die nach und nach entsteht. Anfangs war ich etwas skeptisch und hatte ehrlich gesagt auch Angst, dass Chelsea die Sache etwas zu naiv angeht, das war aber überhaupt nicht der Fall. Stattdessen beweist Dean auf jeder Seite mehr, was er an Chelsea findet und wie tief seine Gefühle gehen. Er meint es ernst und das spürt auch der Leser. So ist es letztlich Chelsea auf die es ankommt und die vernünftigerweise zunächst skeptisch ist. Die Vergangenheit kommt wieder hoch und auch, wenn es mir manchmal schien, als hätten sie immer noch ein vergangenes Problem in ihrem Zauberhut, so haben sie doch alles sinnvoll und völlig ausreichend aufgearbeitet. Ich bin mit einem durchweg guten Gefühl aus der Geschichte gegangen. Es blieb nichts offen, nichts ging zu schnell, nichts erschien mir an den Haaren herbeigezogen (was ich im ersten Band ein bisschen kritisiert hatte). Rundum war ich also sehr zufrieden.

Fazit:
Ein rundum schönes Buch, das beweist, das zweite Chancen im Leben gegeben werden dürfen. Niemals hätte ich gedacht, dass das mit dem Ex-Mann authentisch und nachvollziehbar rübergebracht werden kann. Die Autorinnen haben es geschafft und ein Buch voller schöner Momente, liebenswerter Charaktere und einer spannenden Liebesgeschichte geschrieben. Her mit dem nächsten Band!

5 von 5 Sterne von mir:)

Veröffentlicht am 11.05.2019

Anfang und Ende stimmen

Up All Night
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Achtung: Nicht spoilerfrei!

Klappentext:

Von Männern hat Taylor Jensen erst einmal genug: Kein Wunder, denn an ein und demselben Tag stiehlt ihr Kollege Taylors Job, zwei Typen klauen ihr Auto und als ...

Achtung: Nicht spoilerfrei!

Klappentext:

Von Männern hat Taylor Jensen erst einmal genug: Kein Wunder, denn an ein und demselben Tag stiehlt ihr Kollege Taylors Job, zwei Typen klauen ihr Auto und als Sahnehäubchen erwischt sie ihren Freund mit einer anderen im Bett. Gerade als Taylor völlig am Ende ist, trifft sie auf ihren alten Schulfreund Daniel, der ihr ein Zimmer in seiner WG anbietet. Aber Tae möchte auf keinen Fall noch mal mit einem Mann zusammenwohnen, der ihr Herz brechen könnte. Doch als Dan ihr versichert, dass er schon lange auf Männer steht, nimmt Tae das Angebot erleichtert an und genießt ihr neues Leben in vollen Zügen. Bis sie und Daniel sich plötzlich näherkommen und der Mann mit den Tattoos und dem unwiderstehlichen Lächeln ihr Herz höherschlagen lässt. Zum Glück kann zwischen ihnen ja niemals mehr als Freundschaft sein. oder etwa doch?

Der erste Band der Up-All-Night-Reihe

Meinung zum Klappentext:

Diesen Punkt gibt es in meinen Rezensionen immer nur, wenn mir etwas negativ auffällt. In diesem Fall ist es so, dass ich mich vom Klappentext in die Irre geführt fühlte, was ich nicht wirklich fair finde. Immerhin werden beim Lesen der Rückseite eines Buches Erwartungen geschürt und letztlich ist der Klappentext auch immer wieder ein Kaufgrund.

Cover:

Als ich das Buch aus seiner Verpackung zog, schrie meine Freundin gleich auf: Oh ist das schön! Das kann ich nur bestätigen. Es ist wirklich ein Hingucker im Regal.

Schreibstil:

Es ist mein erstes Buch von April Dawson, sodass ich jetzt auch zum ersten Mal auf ihren Schreibstil getroffen bin. In diesem Buch hat mir der leider nicht so gut gefallen. Die Sätze waren alle immer recht kurz, was dazu geführt hat, dass ich mich durch die Geschichte getrieben gefühlt habe. Zudem sind viele Aussagen recht platt und es kamen immer wieder Situationssprünge vor, die man gar nicht so schnell nachvollziehen konnte. Ebenso war es beim Wechsel der Sprecher. Dies wurde des Öfteren nicht richtig angezeigt. Weiter hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle etwas mehr „Show, don’t tell“ gewünscht.

Die Charaktere:

Die Geschichte wird fortlaufend aus den Perspektiven von Daniel und Taylor erzählt. Dabei überlappen sich die Kapitel teilweise, was ich ganz angenehm fand, da man als Leser so nochmal konkret die Gefühle des anderen miterleben konnte.

Zu Taylor: Taylor als Figur fand ich etwas schwierig. Sie reagiert oft recht naiv und denkt recht einseitig. So war die Handlung (sie weint) zwar da, aber sie ließ den Leser nicht an ihren Gedanken teilhaben. Es schien gerade so, als würde sie nur aus Prinzip weinen, aus Prinzip lange schlafen usw. und nicht, weil sie über die Vergangenheit, die Zukunft, oder auch nur die Gegenwart nachdachte. Dadurch entsteht geradezu der Eindruck sie sei einfältig, dabei sagt ihr Charakter eigentlich etwas anderes aus. So war es irgendwie nicht leicht, sie zu fassen zu kriegen.

Daniel: Bei Daniel ist es ähnlich. Er wird immer wieder als starker, selbstbewusster Mann beschrien, noch dazu als perfekter Beschützer und nettester Mensch auf Erden, gleichzeitig scheint es, als hätte er keinen Mut für Irgendwas. Beide, Daniel und Taylor, sind so sprunghaft in ihren Ansichten und lassen sich so schnell verunsichern, dass dem Leser irgendwie die Konstante fehlte. Ich hätte mir außerdem bei ihm noch mehr gewünscht, dass er von seinem Verliebtsein erzählt. Immerhin hat er eine lange Vergangenheit hinter sich. So wirkte er oft recht höhlenmenschlich, a la: Du meine Traumfrau!

Die Nebencharaktere dagegen fand ich super. Zwar fallen auch sie ein wenig den vielen Zuschreibungen zum Opfer, trotzdem waren sie für mich immer wieder willkommene Lichtblicke in der Geschichte. Gerade Addison klingt interessant, aber das soll sie wahrscheinlich auch. Erwartet uns da ein weiterer Band?

Zur Geschichte allgemein:

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Vielleicht wirklich am Anfang: Ich hatte das Gefühl, die ersten hundert Seiten tut sich gar nichts. Taylor weint, Daniel tröstet und ist perfekt. Wenn ihr nicht gesponsert werden wollt, solltet ihr jetzt kurz aufhören zu lesen, denn danach geht es weiter: ein ewiges Hin und Her. Taylor: Er mag mich vielleicht, nee glaube doch nicht, mag ich ihn?, nee glaube nicht, oder doch? Und Daniel: mag sie mich?, nein, nur als Freund, sie mag mich, nee, sie findet mich nur heiß. Ja und dann so weiter. Immer, wenn man dachte, es geht mal voran, werden alle Fortschritte in einem Satz wieder zunichte gemacht. Ein bisschen Spannung ist ja ganz schön, aber die beiden übertreiben es wirklich ein bisschen und so habe ich irgendwann nur noch genervt weitergelesen und mich nach dem nächsten Höhepunkt gesehnt.

Besonders Taylor hat mich dabei wirklich aufgeregt. Da waren Hinweise seitens Daniel, die hätte man wahrnehmen und auch richtig interpretieren können, aber sie schaut einfach über alles hinweg. Keiner von beiden traut sich was. Wenn man es recht bedenkt, wäre es vielleicht ganz gut gewesen, wenn sie nur Freunde geblieben wären, denn keiner hat wirklich für den anderen gekämpft.

Dabei reagieren sämtliche Charaktere ansonsten recht übereilt und heftig. Mit Daniel ist gleich Friede-Freude-Eierkuchen, Taylor zieht sofort in die Wohnung. Kein langes Nachdenken, kein langsames Aufarbeiten der Vergangenheit. Als Leser ist es nicht leicht nachzuvollziehen, warum das in Bezug auf den Menschen, den man begehrt, nicht auch so sein kann.

So und nun kommen wir zu Teil drei der Geschichte (SPOILER): Sie kriegen sich. Wie auch nicht anders zu erwarten, obwohl, bei dem Tempo, dass die beiden hinlegen, hätte es eigentlich auch noch 500 Seiten lang so weitergehen können… Plötzlich geht auf jeden Fall alles Mega schnell. Ich hatte noch gar nicht ganz begriffen, dass sie endlich einen Schritt aufeinander zu gewagt haben, da stand eigentlich schon fest, dass sie sich nie wieder trennen. Gut, aber es war auch klar, dass es nicht so einfach ist, weil da einfach noch diese Sache mit der Homosexualität im Spiel war.

Kommen wir also zum letzten Teil der Geschichte: Taylor tickt völlig aus und alles was vorher war, scheint vergessen. Ich musste die ganze Zeit an dieses kleine, aber feine Sprichwort denken: Jeder macht mal Fehler. Und wenn ein Fehler gemacht wird, weil man den anderen beschützen will, weil man ihn über alles liebt, sollte er auch zu verzeihen sein. Dass checkt Taylor aber natürlich erst richtig richtig spät. Da ich sowieso schon am Spoilern bin, kann ich gleich weitermachen: Das Problem dahinter ist irgendwie auch noch halb hinfällig, denn in Teil Numero drei nimmt Taylor es einfach so hin, dass Daniel gelogen hat, weil es ja nur halb gelogen war (was auch nicht ganz stimmt), im letzten Teil ist es aber plötzlich Mega das Problem.

Um es nochmal spoilerfreier auszudrücken: Es gibt einen Punkt in der Handlung, der von der Logik her etwas hakt.

So, jetzt habe ich so viel Kritisches geschrieben, dass ich auch nochmal ein paar positive Sachen betonen möchte. Das Buch enthält jede Menge ermutigende Szenen, die das Wohlfühlgewicht, das Selbstbewusstsein im Netz und Homosexualität betrifft. Klar, es geschieht alles nur nebenbei. Man findet also keine richtig langen und perfekt durchdachten Schilderungen, aber die einfache Botschaft kommt schon durch. Weiter hat Daniel zwar seine Macken, aber er hat mir außerordentlich gut als „Good Guy“ gefallen und die Szene, in der Taylor mit ihrem Ex abrechnet ist einfach nur genialXD

Fazit:

Meiner Meinung nach ein Buch, das so einige Schwachstellen hat. Die Idee ist ganz süß und so mancher New-Adult Liebhaber wird hier auch auf seine Kosten kommen, richtig empfehlen kann ich es allerdings nicht. Dafür hat mir zu oft die Spannung gefehlt, die Protagonisten agierten nicht sehr erwachsen und letztlich war alles recht voraussehbar.

3 von 5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Liebe an Bord

Liebe nicht erlaubt
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Dieses Buch ist ganz zufällig zu mit gekommen und ich war gespannt, was mich erwartete, da ich von der Autorin so noch nicht gehört hatte.

Klappentext:
Sonne, Meer, Luxusleben …
All das erwartet Charlotte ...

Dieses Buch ist ganz zufällig zu mit gekommen und ich war gespannt, was mich erwartete, da ich von der Autorin so noch nicht gehört hatte.

Klappentext:
Sonne, Meer, Luxusleben …
All das erwartet Charlotte auf der Megajacht, die sie im Auftrag ihres Vaters von Triest nach Zypern überführen soll.
Schön und gut, wären da nicht die Colfers – jene Brüder, die sie seit ihrer Kindheit kennt und abgrundtief hasst. Ausgerechnet einem von ihnen wurde das Schiff zur Verlobung geschenkt.
Während Dorians Verhalten Charlottes Erwartungen in vollem Umfang erfüllt, zeigt sich Devin plötzlich von einer ganz anderen Seite – sanft und hingebungsvoll.
Eine Seite, der sich Charlotte nicht lange widersetzen kann. Obwohl sie ahnt, dass es klüger wäre, Devin gegenüber stark zu bleiben, lässt sie sich auf eine Affäre ein.
Bis eines Tages unerwartet Besuch an Bord auftaucht, der Charlotte völlig aus der Bahn wirft …

Das Cover: Ich weiß nicht, ob ich den Titel auch so gewählt hätte, aber bei dem Cover hätte ich definitiv zugeschlagen. Das beruhigende Blau erinnert mich an Devin, ebenso wie das glücklich aussehende Paar. Definitiv ein Cover, dass ich in meinem Bücherregal nicht in die letzte Ecke verbannen würde.

Der Schreibstil:
Das Buch war flüssig und gut lesbar. Ich konnte mich ganz auf die Geschichte konzentrieren und hatte nicht das Gefühl, irgendetwas würde fehlen. Es hat auch nichts gestört.

Die Charaktere:
Hauptprotagonistin der Geschichte ist Charlotte Bergmann. Sie wird als selbstbewusste, beherrschte Frau dargestellt. Trotzdem hat sie auch eine weiche Seite, die sich nach einem Beschützer sehnt und sich nur zu gerne auf die Liebe einlässt. Dafür geht sie teilweise recht unvorsichtig vor. Ich habe es gemocht, wie sie es schaffte zwischen Privat und Arbeit hin und her zu switchen. Ihre Professionalität konnte nie in Frage gestellt werden. Zwischendurch war sie mir aber etwas zu unkompliziert denkend. Sie hätte schon ein bisschen öfter über ihre Gefühle nachdenken können. In Devins Nähe war sie geradezu das Weibchen, das keinen Aufstand macht.
Devin fand ich sehr angenehm. Er hat ein durch und durch gutes Herz und versucht nahezu jedem alles recht zu machen. Mit Charlotte an seiner Seite blüht er auf und ehrlich gesagt habe ich die Beschreibungen in ihrer Nähe gebraucht, um ihn überhaupt interessant zu finden, denn ansonsten ist er immer nur der nachdenkliche, stille Typ, der seinem Bruder den Rücken freihält. Was mich wirklich an ihm gestört hat, waren seine teilweise sexistischen Bemerkungen. Normalerweise achte ich da nicht so drauf, aber bei ihm sind sie mir immer wieder aufgefallen. So sagt er zum Beispiel: „Devin Colfer lief keiner Frau hinterher. Nicht, wenn es um Sex ging.“ ? Etwas abgedroschen meiner Meinung nach. Er benimmt sich manchmal geradezu, als müsste er das Klischee erfüllen, um seine Männlichkeit nicht zu untergraben. Charlotte passt sich dem auch noch an. Da gab es zum Beispiel die Aussage: „Reiß dich zusammen,Charlotte. Das Rotkäppchen wird vom Wolf gefressenen, nicht umgekehrt.“ Sowas hat mich dann doch etwas gestört.
So fand und finde ich Dorian ehrlich gesagt immer etwas interessanter. Er ist wenigstens ehrlich in seinem Charakter. Devin ist die vernünftige Variante, Dorian die aufregende und ich bin immer noch gespannt, ob wir auch noch etwas von Dorian zu hören kriegen.

Zur Geschichte allgemein:
Das Buch fing gut an. Charlotte Bergmann muss mit zwei Kerlen, die sie hasst, mehrere Wochen auf einem Boot verbringen. Doch schon nach wenigen Stunden verstand sie sich mit dem einen so gut, dass sie praktisch gleich mit ihm ins Bett hüpfte. Das ging mir ehrlich gesagt ein bisschen zu schnell. Auch, wenn es mit Dorian und dem Hass weitergeht, so hätte ich mir doch gewünscht, dass das Ganze etwas mehr ausgenutzt werden würde. Dann hätte die Geschichte bestimmt noch mehr Spannung gewonnen.
So ist Dorian ein Ärgernis, das die beiden versuchen loszuwerden. Ich würde spoilern, wenn ich an dieser Stelle weiterschreibe. Also: Ich fand den Verlauf der Liebesgeschichte zwischen den beiden sehr schön und durch die Fahrt auf der Yacht hat man beim Lesen wunderschöne Orte besucht. Ich fühlte mich, als könnte ich die Sonnenstrahlen auf meiner Haut spüren. Gleichzeitig habe ich mich aber auch ständig gefragt, wo die tiefen Gefühle sind. Klar, es wird gesagt, sie seien da. Mir haben aber ein paar implizite Ausführungen gefehlt, die mir auch das passende Gefühl dazu gegeben hätten.
Dadurch sind spätere Aktionen nur nachvollziehbar, wenn man sich ein paar Erklärungen hinzudenkt. Ich denke, wenn man einfach ein paar Gedanken mehr eingefügt hätte, hätte es einen ganz anderen Eindruck erweckt.

Weiter fand ich die Geschichte immer wieder richtig spannend, denn es war nur so halb vorhersehbar (es ist nunmal ein Liebesroman. Was erwartet man da? XD). Dorian und die Geschichte mit der Verlobung haben immer wieder Höhepunkte geschaffen und das Ende hat nochmal richtig viel Ernsthaftigkeit und Gefühl in die Geschichte gebracht. Es hat zudem nochmal gezeigt, wie Devin und Charlotte wirklich sind und was sie schließlich zusammengebracht hat, sodass ich letztlich sehr zufrieden mit der Geschichte war.

Fazit:
Mir hat die Geschichte im Großen und Ganzen ganz gut gefallen. Als Leser erlebt man eine wunderschöne Reise entlang der kroatischen Küste. Die Autorin schafft es, eine wunderbare Atmosphäre zu erschaffen. Charlotte und Devin sind als Paar unheimlich süß, auch wenn mir die Gefühle teilweise nicht genug begründet waren und Devin teilweise zweifelhafte Ansichten hatte.
Ich persönlich wäre mehr an Dorian interessiert gewesen, aber letztlich beweist die Geschichte nur, dass es auch einen vernünftigeren, längerfristigen Weg gibt, der dem bloßen Spaß durchaus vorzuziehen ist.
Alles in allem eine runde Geschichte mit kleinen Schwachstellen, die ich aber dennoch weiterempfehlen kann.

4 von 5 Sterne von mir.

Liebe Grüße

Veröffentlicht am 29.04.2019

Das Mädchen mit den pinken Haaren

Ihr mich auch
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Ich habe selten so ein schönes Buch gesehen:) Und das liegt nicht nur am Cover. Ist das Format nicht wunderschön?

Wenn ich also ehrlich bin, war die Entscheidung dieses Buch zu lesen sehr oberflächlich.

Da ...

Ich habe selten so ein schönes Buch gesehen:) Und das liegt nicht nur am Cover. Ist das Format nicht wunderschön?

Wenn ich also ehrlich bin, war die Entscheidung dieses Buch zu lesen sehr oberflächlich.

Da ich aber in letzter Zeit so viele Bücher aus immer dem gleichen Genre gelesen habe, war ich natürlich auch neugierig auf die Geschichte:)

Klappentext:
Lu ist ziemlich angenervt – von ihrer Mutter, von den Jungs in ihrer Klasse, von der Schule. Nicht mal beim Boxtraining wird sie ihre Wut los. Der Einzige, mit dem sie klarkommt, ist Rhys, aber der zählt ja nicht wirklich. Als Lu und die eigensinnige Viola aufeinandertreffen, fliegen die Fetzen. Und ausgerechnet mit der soll Lu nach Mallorca fliegen?!

Cover: Wie oben bereits erwähnt: Ich finde es wunderschön! Die Pinke Mähne, die harmonischen Farben…. und dann hat es auch noch was mit der Geschichte zu tun. Was kann man sich mehr wünschen?

Der Schreibstil:

Der Schreibstil passt sehr gut zur Hauptprotagonistin. Er ist einfach gehalten, geradezu schmucklos. Gleichzeitig sagt er aber auch stets das Wichtigste und hat eine einzigartige Art, Dinge zu beschreiben. Es gab viele Momente im Buch, die man ganz anders hätte beschreiben können. Die Autorin hält sich aber an das wirklich Wichtige und bleibt somit auch ihren Protagonisten treu.

Zudem war er natürlich sehr flüssig und gut zu lesen. Die Seiten flogen nur so dahin.

Die Charaktere:

Anfangs rätselt man ein bisschen. Wer ist Rhys, was passiert wohl noch mit Viola? Das betrifft aber nur Nebencharaktere. Lu lernt man sofort kennen, wie sie wirklich ist: Direkt, mutig, stur, taff, weiß was sie will und ihr Verhalten entspricht einfach nie dem, was man erwarten würde. Mir hat sie sehr gut gefallen. Es war super schön ihre Entwicklung mitzuerleben. Anfangs noch völlig fernab von der Realität, mehr in ihrer eigenen Welt, und dann findet sie immer mehr zu anderen Menschen. Trotzdem bleibt sie ihrem Charakter treu und zeigt durch ihre echte und unbescholtene Art, dass es sich manchmal durchaus lohnt anders zu sein, denn letztlich kann es auch dazu führen, dass das wirklich Wichtige im Leben offengelegt wird.

Alle anderen Charaktere mochte ich auch sehr. Sie sind alle sie selbst und werden durch Lus Beschreibungen zum Teil ihrer Welt.

Zur Geschichte allgemein:

Die Geschichte sehe ich zwiespältig. Mir hat der Aufbau und Fortgang sehr gut gefallen, weil einfach alles stimmig war und man Lu immer besser kennenlernte. Gleichzeitig war es aber auch etwas voraussehbar, auch, wenn Lu sich da mit ihren fernen Gedanken etwas zwischendrängt:)

Wirklich wichtig für die Geschichte war aber meiner Meinung nach die Entwicklung, die sie zeigt. Das betrifft Viola, die erst durch Lu wieder aufblüht, aber vor allem Lu selbst, die ihren Zustand, wenn man es denn so nennen darf, deutlich durch Rhys zeigt. Es ist interessant, wann, wo und wie er im Laufe der Geschichte auftaucht. Ich fand die Idee mit ihm wirklich schön. Sie hat zu Lu gepasst und letztlich auch gezeigt, wie verloren Lu vor all dem war, auch, wenn sie auf ihre Weise sehr gut damit klargekommen ist.

Die Geschichte war für mich sehr gut lesbar. Es blieb durchweg spannend, Lu und Viola haben die ein oder andere wirklich lustige Szene geschaffen und trotzdem bleibt der Ernst nicht zurück. Lu lernt in diesem Buch unheimlich viel, was Jugendliche in ihrem Alter eben lernen müssen. Das bleibt dem Leser nicht verborgen und sorgt für die Vermittlung des ein oder anderen Moralaspekts.

Fazit:

Mir hat das Buch rundum gefallen. Lu’s Geschichte kann ich wirklich jedem ans Herzen legen, weil sie so besonders ist und in diesem Buch sehr viel lernt. Es ist schön geschrieben, hat tolle Charaktere, lässt sich super flüssig lesen und macht sich noch dazu super im Regal:)

5 von 5 Sterne von mir.

Vielen Dank an den Südpol-Verlag und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße