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Sioux

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Veröffentlicht am 17.07.2019

Leider schwach

Wild Souls - Mit dir für immer
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Ihr solltet den ersten Band auf jeden Fall gelesen haben, da sie nahtlos aneinander anschließen!

Klappentext:
Sawyer Dixon wollte nur eins: weit weg noch einmal von vorn anfangen! Und als sie Finn Hollis ...

Ihr solltet den ersten Band auf jeden Fall gelesen haben, da sie nahtlos aneinander anschließen!

Klappentext:
Sawyer Dixon wollte nur eins: weit weg noch einmal von vorn anfangen! Und als sie Finn Hollis kennenlernt, scheint dieser Traum in Erfüllung zu gehen. Noch nie war Sawyer so glücklich, noch nie fühlte sie sich so frei wie mit Finn. Doch als sich herausstellt, dass Finn mehr über Sawyers Vergangenheit weiß, als ihr lieb ist, merkt sie, dass sie nicht länger davonlaufen kann, wenn sie eine gemeinsame Zukunft mit ihm haben will. Auch wenn das bedeutet, sich ein letztes Mal all dem zu stellen, was sie für immer vergessen wollte …

Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich ehrlich gesagt nur okay. Es ließ sich flüssig lesen, aber mir fehlten ein paar Emotionen und auch das Gefühl richtig mitgerissen zu werden. Eher plätscherte die Geschichte ein wenig dahin. Die wirklich spannenden Szenen waren schnell abgehandelt, alles andere wurde in die Länge gezogen. Wenn man bedenkt, dass viele Zeitraffungen vorgenommen wurden, dann ist da leider was im Ablaufplan schiefgegangen.

Die Charaktere:
Im ersten Band wurde uns Sawyer schon als unerfahren und Neuankömmling in der normalen Welt vorgestellt. Ich hatte ein bisschen die Hoffnung, dass sie sich aber nach dem ersten Band wesentlich mehr weiterentwickelt. Stattdessen bleibt sie ziemlich auf ihrer Stufe, es wird nur davon geredet, dass sie stark und rebellisch ist. Handlungen die dem entsprechen habe ich nicht wirklich gefunden.
Eher beugt sie sich wieder einem Mann. In Gegenwart von Finn bleibt sie weiterhin unterwürfig und zurückhaltend bis schüchtern. Es war keine Entwicklung zu sehen und ich hätte mir definitiv öfters gewünscht, dass sie etwas tut, ohne dass Finn seinen Senf dazu gibt. So war sie für mich keine wirklich eigenständig denkende Person und ich habe sie als Leserin eher aus der Ferne betrachtet, als mich in sie einzufühlen.
Dieser Eindruck wurde noch durch ihre verquirlte Logik bestärkt. Da ist einfach viel zu viel fanatastisches an ihr hängen geblieben, weshalb sie quasi einfach nur an Gott zu glauben braucht und schon ist alles gut (Gott wird dann ein bisschen durch Kunst ersetzt).

Von Finn hatte ich doch tatsächlich etwas Großes erwartet, nachdem es im Klappentext angedeutet wurde. Tatsächlich aber bleibt er so oberflächlich wie schon im ersten Band. Eigentlich liebt er nur Sawyer und will mit ihr schlafen. Keine Ahnung, was ihn sonst noch so ausmacht.
Seine Verbindung mit Critter war zwischendurch mal ganz knuffig mitzuverfolgen, hat ihn aber leider auch ein wenig zum Mitläufer gemacht. Auch ihn konnte ich somit nicht richtig fassen.

Die anderen Charaktere blieben fein in ihren Rollen. So groß was gemacht haben sie nicht.

Zur Geschichte allgemein:
Ich habe ein wenig gebraucht, um wieder in die Geschichte hineinzufinden. Es geht nahtlos weiter und zwar nicht gerade spannend. Es plätschert ein wenig, dann kommt ein bisschen Spannung, dann wieder nichts, dann wieder eine kleine Hebung, bis das Ende dann wie erwartet ausläuft. Dazwischen stehen Sawyer und Finn mit ihrer Liebe, die für mich immer noch ein wenig aus dem Nichts kommt. Da ist einfach zu wenig Tiefe. Es wird sich zu sehr auf der unschuldigen Sawyer ausgeruht, was ich sehr schade fand. Ohnehin steht bei ihnen aber sowieso alles fest, sodass ihre Liebe nicht den größten Teil der Geschichte einnimmt. (Zwischendurch fragt man sich dann immer nur, warum sie nicht verhüten. Aber keine Sorge: Es gibt eine Erklärung.)
Ansonsten sind die Höhepunkte der Geschichte immer sehr orientierungslos dahergekommen. Ich wusste manchmal wirklich nicht, ob was das sollte. Es wirkte einfach oft aus der Luft gegriffen, weil so zufällig, oder unlogisch, denn ein paar Fehler waren leider drin.
Auch Outskirts verliert leider an Charme. Es wird so gut wie gar nicht mehr zum Thema. Ich hatte während des Lesens leider keinerlei Vorstellung mehr von diesem Ort, der im ersten Teil noch so schön beschrieben wurde. Show don’t Tell sage ich nur.
Positiv anmerken kann ich die allgemeine Thematik, die ich sehr interessant fand. Mitzuverfolgen, wie so eine religiöse Fanatikergruppe vorgeht, war gruselig und spannend zugleich.

Fazit:
Für mich leider ein enttäuschendes Finale der Dilogie. Die Handlung war weder spannend noch gut erzählt, die Charaktere bleiben flach und von der unsterblichen Liebe zwischen Finn und Sawyer ist nicht viel zu spüren. Man liest viele leere Worte und steht am Ende mit einem gebastelten Bild dar, dass jede Menge Lücken und Schatten aufweist.
Leider keine Empfehlung von mir.

2 von 5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 13.04.2021

Thematik und Setting gut - Rest...

Working Late
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Schreibstil:
Die Autorin schreibt flüssig, jedoch nicht wirklich locker. Mir fehlte komplett die Leichtigkeit, um durch das Buch zu rauschen. Stattdessen war alles ziemlich lang und unaufgeregt erzählt. ...

Schreibstil:
Die Autorin schreibt flüssig, jedoch nicht wirklich locker. Mir fehlte komplett die Leichtigkeit, um durch das Buch zu rauschen. Stattdessen war alles ziemlich lang und unaufgeregt erzählt. Es wurde nicht wirklich emotional und auch nicht tiefgreifend, dennoch machte der Schreibstil vom Tempo her den Eindruck. Mir fiel es so einfach unheimlich schwer, das Buch nicht abzubrechen. Die Handlung trug da aber natürlich auch ihren Teil zu bei.

Meine Meinung:
Erst einmal wurde ich nicht richtig warm mit Charlotta. Ich habe verstanden, dass sie gut in ihrem Job ist, aber mehr? Sie kann sich nicht durchsetzen, steht nicht für sich ein, befindet sich immer wieder Situationen, in denen man nicht versteht, dass sie nachgibt usw. Für mich wurde sie einfach nicht richtig greifbar.
Tiefe sollte bei ihr wohl geschaffen werden, indem ihr familiärer Hintergrund problematisiert wurde. Jedoch taucht das immer nur sporadisch in der Handlung auf und beeinflusst sie nicht wesentlich in ihrem Denken und Handeln. Die rasche Aufklärung dieser Problematik gegen Ende des Buches bestätigte mir nur, dass eine Ausarbeitung hier nicht wirklich stattgefunden hat. Es wirkte eher wie ein loser Faden, der Charlotta begleitete.

Bei Ignacio ist es ähnlich. Vielleicht konnte ich ihn noch etwas besser fassen. Er erhielt einen familiären Hintergrund, eine Ex-Freundin, aber vor allem eigene Moralvorstellungen. In Bezug auf das Thema der Geschichte, befindet er sich in einer zentralen Position und muss sich dort für einen Weg entscheiden. Ohne Meinung wäre das wohl schlecht. Nicht ganz gelungen fand ich, dass er nie so recht Nägel mit Köpfen gemacht hat und sich zu seiner Meinung positioniert hat. (Jedenfalls nicht bis kurz vorm Ende.) Ich konnte so halb nachvollziehen, bei was es um ihn ging. Er rüttet die Handlung auf und zwingt auch Charlotta, sich Gedanken zu machen, es bleibt allerdings alles etwas schwach.

Das könnte mit daran liegen, dass ich Emotionen innerhalb der Story komplett vermisst habe. Es startet schon damit, dass man als Leser gar nicht so recht wusste, auf welcher Basis die beiden nun eine Beziehung beginnen. Geht es nur ums Geschäft? Sind da auch Gefühle? Sind die gespielt oder echt? Was zählt am Ende wirklich? Das wird natürlich letztendlich beantwortet, allerdings ist davor so gar nichts klar. Ich konnte die beiden ehrlich gesagt in ihrer Zweisamkeit gar nicht ernst nehmen, weil ich stets im Hinterkopf hatte, was eine Verbindung zwischen ihnen bedeuten würde und was ihre anfängliche Intention war. Ohne die Beschreibung von Gefühlen – es war auch einfach nicht spürbar, dass welche entstehen – wirkte das Ganze einfach nur verwirrend auf mich und mir stellte sich die Frage, wie das enden sollte.

Nun gab es ja aber nicht nur die Liebesgeschichte, sondern die beiden sind auch in einen Menschenrechtsfall verstrickt, bei dem sie sozusagen Gegenpositionen beziehen. Da möchte ich gerne sagen, dass ich das Thema so erst einmal interessant fand und dass es auch durchaus Potential hatte. Vor allem, weil es eben besonders bei Ignacio zu Gewissensfragen führte. Es war aber auch so, dass ich selbst als Leser nicht richtig bei dem Fall mitfiebern konnte, weil mir einfach Details fehlten. Es blieb alles ziemlich platt und oberflächlich. Die Ausgangssituation wurde geschildert und auch mehrmals wiederholt, die kleinteiligen Schritte, die dann zum Endergebnis, führten, wurden mir jedoch nicht richtig deutlich. Man möchte doch gerne selbst mitdenken. Möchte überlegen, wie man das „Problem“ lösen könnte, welche Argumente es für das für und das wider gibt. Letzten Endes geht es dann übrigens ganz unspektakulär aus, was zu diesem wenig spannenden Handlungsverlauf passt. Es war sozusagen nur der Anfang und das Ende wichtig. Dabei wäre Potential zur Spannungssteigerung meiner Meinung nach da gewesen. Gerade bei solch einem Thema.

Jetzt noch einmal zum restlichen Verlauf der Geschichte: Die „Liebes“geschichte von Charlotta und Ignacio baut sich langsam und unaufgeregt auf. Es gibt immer wieder Zeitsprünge, die Verwicklungen mit dem Fall führen zu ungewöhnlichen Reaktionen und die beiden reden erst gegen Ende überhaupt wirklich miteinander. Und das Ende war dann auch noch größtenteils vorhersehbar und zu schnell abgehandelt.
Das Einzige, was ich wirklich positiv an den ganzen Ortswechseln, die die Zeitsprünge mit sich brachten, fand, war, dass man ein bisschen was von Stockholm zu „sehen“ bekam. So war zumindest das schwedische Feeling spürbar.

Ach und bevor ich es vergesse: Das Buch enthält tatsächlich noch zwei andere Perspektiven – die zweier Freunde der beiden, die ebenfalls eine Liebesgeschichte miteinander verbindet. Die Liebesgeschichte fand ich persönlich fast spannender als die von Ignacio und Charlotta. Allerdings hatte sie so in dem Format nicht genug Platz und wirkte ein wenig deplatziert, schließlich ging es ja eigentlich um das andere Paar. Ich habe nicht so recht verstanden, was es für einen Sinn machte, dass das so in den Handlungsverlauf integriert wurde.

Fazit:
Für mich ein ziemlich schwaches Buch. Es wollte einfach keine Spannung aufkommen. Ich musste mich regelrecht durch die Handlung quälen. Dazu kam noch, dass mir die Emotionen fehlten, die Charaktere nicht so ganz fassbar waren und viel Potential hinsichtlich der Thematik verschenkt wurde. Schade.

Gerade so 2 von 5 Sterne von mir, weil Thematik und Setting eigentlich nicht schlecht waren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2021

Wenig feinfühlig

The Story of a Love Song
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Der Schreibstil:
Wie gewohnt ist der Schreibstil locker leicht und sehr lustig sowie sexuell aufgeladen. Hier reihen sich wirklich Sexbeschreibungen an kuriose Szenen. Für den Lesefluss war das auf jeden ...

Der Schreibstil:
Wie gewohnt ist der Schreibstil locker leicht und sehr lustig sowie sexuell aufgeladen. Hier reihen sich wirklich Sexbeschreibungen an kuriose Szenen. Für den Lesefluss war das auf jeden Fall förderlich, auf Ebene der Figurenbeziehungen dagegen wirkte es wenig feinfühlig. Da wurde schon so manche Szene mit Humor übergangen, die eigentlich etwas ernster hätte angegangen werden müssen. Zudem gab es meiner Meinung nach gegen Ende des Buches immer wieder unglückliche Formulierungen, die die Figuren merkwürdig klingen ließen.

Meine Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Luca ist als Protagonistin durch ihr Handicap total interessant und auch sehr sympathisch. Ich mochte ihre leicht zurückhaltende, aber ehrliche Art mit der sie der Welt entgegentritt und sich an die Briefe wagt, die ihr Leben verändern.
Bezüglich der Briefe war ich erst einmal wirklich skeptisch. Ich mag Briefromane nicht ganz so gerne, weil mir da immer zu wenig passiert und man meist das ganze Buch über auf das Treffen hofft. Irgendwann bin ich dieses Hoffen dann leid. Hier war es mit den Briefen aber erst einmal in Ordnung, weil sie total süß haben. Griffin und Luca nähern sich langsam wieder einander an und sind überraschend ehrlich in ihren Briefen. Während andere Leben fernab der Briefe weiterlaufen, als wäre nichts, neigen sich Griffins und Lucas Leben dem Plot der Briefe sehr schnell an. Das ließ mich zu hoffen wagen, dass man hier gar nicht so lange auf das Treffen warten muss und das fand ich sehr gut. Dadurch kam einfach mehr Action und mehr andere Spannung in die Geschichte.

Was ich etwas merkwürdig fand und was letztlich auch für mich der Anfang vom Ende war, waren die vielen Sexbeschreibungen in den Briefen. Erst sind die noch ganz süß und natürlich witzig (eben Vi Keeland), aber irgendwann enthalten sie fast nur noch Beschreibungen sexueller Fantasien oder ähnlichem. Gerade, weil die beiden sich doch noch sehr fremd sind und beinahe anonym schreiben, klang das alles doch sehr unrealistisch und befremdlich. Es liest sich wie eine Art Brautwerbung, dabei hätten die beiden sich doch eigentlich noch genug anderes zu erzählen. Das verlagerte die Beziehung der beiden auf eine sehr komische Ebene, die man in Bezug auf eine wahre Liebesgeschichte nicht mehr so ganz ernst nehmen konnte.

So zu Lucas Hintergrund direkt kann ich sagen, dass mir da ein wenig die Abgrenzung gefehlt hat. Ihr Handicap wird zwar immer wieder mal kurz beschrieben, man wird aber nicht so ganz schlau daraus, worauf es ihr nun wirklich ankommt und was möglich und was unmöglich ist. Dadurch kann man nicht immer nachvollziehen, warum eine Situation auf diese oder jene Art ausgeht. Es wirkte einfach unlogisch und hat Lucas Handicap etwas an Glaubwürdigkeit verlieren lassen. Vor allem, weil es dann, wenn es im Plot als Wendepunkt gut passt, wieder stärker ausgeprägt beschrieben wird.
Griffin fand ich anfangs sehr sympathisch. Er wollte Luca aufmuntern und bewies ein wenig, dass der Status in der Gesellschaft nicht zählt (das Aussehen aber wohl indirekt doch, denn beide werden als natürlich perfekt beschrieben). Seine Gründe dafür, Luca Informationen vorzuenthalten und nicht alles über sich preiszugeben, waren für mich allerdings nicht immer nachvollziehbar. Ganz allgemein ist es hier so, dass die Beziehung so aufgebaut wird, dass sie eigentlich unmöglich scheint. Wie man das so kennt, wird es bei solch einem Buch am Ende nicht so ausgehen, aber Griffin macht es einem nicht leicht, dass Ganze als realistisch wahrnehmbar zu betrachten.
Irgendwann fing es aber damit an, dass Griffin Luca ein wenig zu sehr auf ihre Sexualität zu beschränken. Er schreibt ihr davon, was er mit ihr tun will, obwohl sie sich praktisch gar nicht kennen, sobald sie sich kennen, geht er ihr an die Wäsche (ob das so richtig einvernehmlich geschah, blieb für mich zweifelhaft) und belagert sie in der Downphase der Geschichte mit Sexwitzen. Ich habe mich zwischendurch wirklich gefragt, um was es hier ging. Mir machte es jedenfalls nicht den Eindruck, als läse ich eine Liebesgeschichte. Von Liebe habe ich nämlich nicht viel gespürt. Wenn dann von der Begeisterung, die man für eine Affäre hegt. Mag sein, dass gegen Ende noch Details eingeführt werden, die zeigen sollen, wie gut er Luca kennt und wie tief ihre Beziehung ist, dem geht jedoch viel vorweg, was für mich ebenfalls von zweifelhaften Ruf war.

Luca gerät in eine Art Abhängigkeit zu Griffin. Erst ist er ihre Stütze, etwas das ihr positiv aus ihrer Vergangenheit in Erinnerung geblieben ist, dann wird er zu ihrem Freund, dem sie sich anvertrauen und auch mit dem sie Dinge ausprobieren kann, mal ganz normal sein kann. Dann aber wird er zu jemandem, der sie auf eine Art beeinflusst, die nicht mehr länger gut für sie ist. Ihr Handicap gerät in den Hintergrund bzw. wird verdrängt, ihre Gedanken von Griffin beherrscht, Rückfälle runtergemacht. Wenn Griffin sie zu sehr bedrängt oder Mist baut, schafft er es, Luca einzureden, sie sei Schuld. Gehen Lucas Gedanken einmal in die richtige Richtung (sie denkt über das nach, was Griffin mit ihr macht/zweifelt), verdreht er ihr förmlich die Wahrheit im Munde und lenkt sie fein in eine andere Richtung. Ich habe mich echt gefragt, in welchem Psychodrama ich da gelandet bin.
Zwar gab es auch süße Aktionen zwischen den beiden, aber die wurden immer schnell abgehandelt, sodass sie wie vorgespult zum „Wesentlichen“ schienen. Auf diesem Weg fehlten aber die Emotionen. Alles, was nicht in diesem Psychodurcheinander verloren geht, verliert sich im Witz, den die Geschichte enthält.

So und nun noch zu diesem Rockstarding: Können wir einmal festhalten, dass Griffins Unsicherheit in Bezug auf Luca nicht nachvollziehbar oder logisch scheint, sondern vielmehr ganz oberflächlich und egozentrisch wirkt? Wenn ihr das Buch lesen solltet, dann werdet ihr das merken. Ganz generell scheinen alle zentralen Thematiken verschoben. Man besucht einen völlig Fremden, der einen unheimlich gut beeinflussen kann – Luca denkt daran, mit wie vielen Frauen Griffin wohl im Bett war. Was ist daran bitte logisch?! Und so ging es weiter. Die Thematiken, auf die es ankam, die ausdiskutiert, wohlüberlegt oder schlicht besprochen hätten werden müssen, werden unter den Tisch fallen gelassen und weichen irgendetwas, das definitiv mit Sex zu tun hat.

Und jetzt zum letzten Abschnitt der Geschichte: Wie ihr euch vielleicht denken könnt, geht einem Happy End immer ein Wendepunkt voraus, bei dem mal alles nicht so happy ist. Es wurde unheimlich mit Lucas Handicap gespielt und das so, dass es sehr sehr konstruiert wirkte und auch einfach langfristig betrachtet, ziemlich heftig gewesen wäre (hätte man es authentisch haben wollen). Da haben die Autorinnen meiner Meinung nach ziemlich übertrieben und mal wieder bewiesen, dass die Emotionen hier einfach nicht gegeben sind. Luca und Griffin können keine Krise überwältigen (jedenfalls nicht adäquat und auf einer tieferen Ebene), weil sie so nie miteinander sind. VORSICHT IRONIE: Wenigstens hat sich jetzt auch der einzige Nebenprotagonist dazu entschlossen, die wunderbare und vor allem gesunde Beziehung zwischen Griffin und Luca zu fördern. Und das, obwohl er Lucas Therapeut ist und eigentlich um ihr seelisches Wohl besorgt sein müsste.

Tja, was kann ich Positives zu der Geschichte sagen? Ich mochte die Aktionen, die Griffin gegen Ende des Buches Luca zuliebe veranstaltet hat, ich mochte den etwas schrägen Therapeuten mit seiner Vogelliebe (bitte aber sein therapeutisches Können abziehen) und ich mochte es, dass das Buch sich leicht und locker lesen ließ, weil eben nichts tiefer ging, alles recht witzig aufgemacht war und „langweiliges“ (was die beiden voran gebracht hätte) schnell erzählt wurde.

Fazit:
Ich habe gelacht und konnte das Buch schnell durchlesen. Ich habe aber auch viel die Stirn gerunzelt, war enttäuscht, entsetzt und durchaus nicht davon angetan, wie Griffin hier auf Luca einwirkt. Für mich fehlte der Geschichte sämtliches Feingefühl, Emotionen, Tiefe und auch die nötige Ernsthaftigkeit, die eine Protagonistin mit dem Hintergrund, gebraucht hätte. Ich war mir bewusst, dass die Vi Keeland-Bücher meist sehr lustig sind und habe da anfangs auch noch drüber hinweg gesehen und mich einfach amüsiert. Irgendwann rutscht es aber in eine Richtung ab, die mir nicht mehr wirklich gefiel. So würde ich sagen, dass mir das erste Viertel des Buches gefallen hat (mit der Info im Kopf, dass Keeland eben so schreibt und man sie deshalb mag), der Rest des Buches konnte mich jedoch nicht überzeugen.

2 von 5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.05.2018

Enttäuschend

Du bist mein Verlangen
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Als ich den Klappentext dieses Buches las, habe ich mir Miles als einen schüchternen Kerl vorgestellt, der Mallory deshalb nur aus der Ferne beobachtet. Der Titel hat mich dann natürlich etwas verwirrt ...

Als ich den Klappentext dieses Buches las, habe ich mir Miles als einen schüchternen Kerl vorgestellt, der Mallory deshalb nur aus der Ferne beobachtet. Der Titel hat mich dann natürlich etwas verwirrt und ich dachte: Oh, okay. Erotik.

Ich war also zunächst sehr gespannt darauf, was mich erwartet und in welche Richtung die Geschichte geht.









Zum Inhalt:

Miles beobachtet Mallory schon seit langem und lenkt insgeheim ihr Leben. Doch bis jetzt hat er sich ihr gegenüber noch nicht gezeigt. Mallory lebt demnach vollkommen ohne Wissen um Miles' Existenz. Sie arbeitet hart für ihre Karriere und landet schließlich bei einer großen Firma in New York. Abends in einem Club trifft sie auf den geheimnisvollen Oz. Beide sind sofort hin und weg voneinander. Die Frage ist, wann die Blase zerplatzt.



Zum Buch:

Der Schreibstil ist flüssig und hat mich beim Lesen auf keinen Fall gestört. Die Idee hinter der Geschichte ist an sich auch nicht schlecht und Mallory und Miles stellen zwei tolle Charaktere dar. Man kann sich anfangs gut in die unerfahrene Mallory hineinversetzten, die alles unheimlich spannend findet und etwas naiv vorgeht. Und auch Oz/Miles ist anfangs auf der richtigen Schiene. Ein bisschen Besessenheit kann ja in einem Erotikroman ganz spannend und prickelnd sein.

Leider hört dann mein Lob auch schon auf. Ich muss gestehen, dass es mich echt viele Nerven gekostet hat, das Buch bis zum Ende zu lesen. Mallory wird immer naiver, Miles' Besessenheit ist ungesund und beinahe krank und Mal's Reaktionen darauf wirken oft sehr unauthentisch. Generell fehlt mir in dem Buch etwas mehr Realität und Tiefe. Bis zu letzt ist mir nicht klar geworden, wann sich die beiden überhaupt ineinander verliebt haben bzw. auf was ihre Liebe baut. Sie war einfach da, dann waren sie auch schon zusammen und schließlich heiraten und Kind und das gerade Mal in knapp drei Wochen erzählter Zeit. Zudem nimmt die Geschichte wohl alle Klischees mit, die sie finden konnte. Nur sind diese dann auch noch nicht richtig ausgefeilt. Mir schien es zwischendurch, als seien die Autorinnen in Hetze. Es ging einfach zu schnell und war zu unbegründet.

Dadurch haben mich dann auch die erotischen Szenen, von denen ein solches Buch ja irgendwie lebt, nicht wirklich überzeugt. Ich konnte die Beziehung einfach nicht für voll nehmen und dies zog seine Konsequenzen nach sich.

Die Beziehung ist eher etwas krank, weil Mallory nachgibt, wo immer es geht und Oz dies ausnutzt. Das ganze nennt sich dann die "große Liebe". Meiner Meinung nach wurde hier einfach der Schwerpunkt etwas falsch gesetzt. An den Stellen, an die eigentlich Lust und Verlangen treten sollte, tritt auf Oz Seite oft der Drang nach vollständiger Kontrolle.



Fazit:

Mich hat dieses Buch nicht überzeugt. Es war die meiste Zeit äußerst nervig zu lesen. Ich würde es demnach nicht weiterempfehlen. Was die Autorinnen betrifft, so sehe ich noch eine Chance in einem Folgeband über Paige und Ryan, zwei der Figuren, die ein interessantes Paar abgeben könnten. Dann muss aber etwas mehr Gefühl und Tiefe in die Geschichte mit einfließen.

Liebe Grüße

Veröffentlicht am 03.03.2020

Abgebrochen, obwohl ich es lieben wollte

Cinder & Ella
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
Dies ist die erste Rezi, bei deren Verfassen ich mich geradezu schlecht fühle. Ich habe das Buch nämlich nicht zu Ende gelesen, dabei wollte ich es so gerne mögen. Es ging aber nicht. Irgendwo ist dann auch bei mir der Punkt gekommen, an dem ich sage: Dafür ist mir meine Zeit zu kostbar.
Das was ich bisher habe, ich habe bis zur Hälfte (49%) des Buches gelesen, möchte ich euch aber noch gerne bewerten.

Falls wer die Reihe nicht kennt: Es handelt sich um eine Dilogie, deren erster Band jedoch quasi abgeschlossen ist. Wie der Titel es hier schon andeutet, geht es nach dem Happy End noch weiter. Ich würde nicht empfehlen diesen Band zu lesen, ohne vorher den ersten gelesen zu haben.

Der Klappentext:
Endlich haben Cinder alias Brian und Ella sich gefunden! Die beiden schweben auf Wolke sieben und sind verliebter denn je. Aber schneller als ihnen lieb ist, holt sie die Realität wieder ein. Zwischen Alltagsstress und Familienproblemen ist Brian schließlich immer noch der angesagteste Schauspieler Hollywoods – und das merkt auch Ella, die plötzlich mehr denn je im Rampenlicht steht. Doch ist ihre Liebe wirklich stark genug, dem Druck des Showbusiness standzuhalten?

Der Schreibstil:
Das Buch lässt sich flüssig lesen. Direkt am Stil habe ich nichts auszusetzen. Allerdings waren es mir ein paar zu viele Dialoge. Es passierte einfach wenig.

Meine Meinung:
Ich habe mich echt gefreut, weiterlesen zu können. Gerade, weil die Liebesgeschichte der beiden nicht so alltagstauglich wirkte, wie so manch andere. Es fängt auch ganz gut an. Die Liebe zwischen Ella und Brian ist da. Unerschütterlich und tief. Ich bewundere, wie direkt sie zueinander stehen und sich davon auch nicht abbringen lassen. Gerade Brian hat sein altes Leben komplett abgelegt.
Was ihnen das Leben nun schwer macht, ist Brians Promistatus. Das fand ich wirklich gut dargestellt. Es wurde alles bedacht, es gab die ein oder andere Situation, die entstanden ist, weil Ella es nicht gewöhnt ist und so weiter. Dabei wird außerdem nie vergessen, dass Ella eine Beeinträchtigung hat. Es bleibt also alles sehr real und authentisch.
Leider auch der Zeitraum. Diese erste Hälfte erzählt sehr ausführlich von circa zwei Wochen. Zwei Wochen, in denen die beiden sehr sehr sehr viel miteinander reden. Klar, Ella und ihr mangelndes Selbstbewusstsein, die Probleme mit den Paparazzo usw. Das war für mich auch alles verständlich. Allerdings ergab es einfach keinen guten Handlungsverlauf, der mich nun an das Buch gefesselt hätte. Die wichtigen Botschaften kommen schon bei der Offenlegung des Problems hervor. Da brauche ich nicht noch zehn Seiten Text dazu. Ich habe es zur Kenntnis genommen, eigentlich zog es aber nur an mir vorbei.
Hinzu kommt noch, dass ich immer im Hinterkopf hatte, dass die beiden noch nicht wirklich alt bzw. erwachsen sind. Ella hat gerade erst die Schule fertig. Dennoch geben sie sich sehr erwachsen (vor allem Brian. Ella ist in ihren Gedanken oft auch noch sehr jung und naiv), sind sich immer in allem einig… Ich hätte einfach erwartet, dass die beiden mehr Freude am Leben haben, vielleicht einiges erstmal so lassen, wie es ist und sich ihrer Liebe hingeben. Sie diskutieren und verkomplizieren aber oft einfach nur und machen immer nur das Richtige. Anscheinend ist das so. Ganz zum Leidwesen des Vaters, der dann der Böse ist. Ja, er hat einiges verbockt und ich hätte oft an Ellas Stelle genauso gehandelt, aber es ist einfach unrealistisch, dass ein so frisches Paar nur richtige Entscheidungen trifft.
Als Ella dann mit dem typischen: Ich will mich Austoben-Kram ankam, wurde es mir einfach zu viel. Erst ist ihre Liebe so stark und dann muss sie sich noch was beweisen. So viel älter ist Brian nun auch nicht. Das hätte man auch zusammen machen können. Für mich fehlte einfach komplett die Spannung und so habe ich abgebrochen….(was ich echt selten tue).

Fazit:
Leider konnte mich dieses Buch überhaupt nicht überzeugen. Es hätte doch einfach nach Band eins enden sollen. Die beiden reden zu viel, dadurch gibt es zu wenig Handlung und auch keine Spannung. Es plätschert an einem vorbei wie die Beschreibung eines unaufgeregten, eingerosteten Ehelebens. War leider nicht meins.

Leider nur 1 von 5 Sterne von mir. (Dazu muss ich natürlich sagen, dass ich nach der Hälfte abgebrochen habe und somit nicht das ganze Buch beurteilen kann. Wenn es mich nur leider nicht fesseln kann, kann ich es auch nicht vollständig lesen… Und will es auch gar nicht.)

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  • Charaktere