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Veröffentlicht am 23.03.2025

Ein ungewöhnliches Team

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Ein ungewöhnliches Team

Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch gegangen. Ich habe eine Art Cozy Krimi im Kopf gehabt, aber sonst habe ich mich überraschen lassen. Und das war es. Definitiv. Spannung, ...

Ein ungewöhnliches Team

Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch gegangen. Ich habe eine Art Cozy Krimi im Kopf gehabt, aber sonst habe ich mich überraschen lassen. Und das war es. Definitiv. Spannung, Spaß und eine wirklich tolle Geschichte.

Wir begleiten Tommi und Svetlana. Tommi ist ein sympathischer, aber leicht chaotischer Typ Anfang 30, der davon träumt, als Bestsellerautor durchzustarten - obwohl er noch so gut wie keine Seite geschrieben hat. Er steckt finanziell in der Klemme und wohnt deshalb im alten Wohnmobil seines Vaters. An seiner Seite ist Svetlana, eine ukrainische Putzfrau, die eine Schwäche für russische Literatur, Sprichwörter und Detektivgeschichten hat.

Die Geschichte beginnt damit, dass die beiden auf einer Fahrt ein kleines Mädchen entdecken. Völlig allein am Rand eines Waldes. Sie nehmen sich ihrer an und wollen herausfinden, wie es dazu kam. Denn das Mädchen spricht nicht und kann es ihnen daher nicht erzählen. Von da an geraten sie in ein turbulentes Abenteuer, bei dem sie versuchen, die Mutter des Kindes zu finden. Nicht immer ganz legal und doch auf eine sehr sympathische Art und Weise begeben sie sich deswegen immer wieder in gefährliche und verrückte Situationen.

Das Buch schafft eine wirklich schöne Mischung aus Spannung, Humor und Themen rund um Freundschaft und Familie. Natürlich muss man damit rechnen, dass vieles so “im echten Leben” nicht passieren kann. Und ja, die Figuren sind sicher auch etwas überspitzt dargestellt, aber für mich war es ein tolles Lesevergnügen. Ein Krimi, der spannend war und mich dennoch hat grinsen lassen.

Wenn ich die Realität will, lese ich Zeitung - keinen Roman/Krimi.
Daher möchte ich das Buch von Herzen empfehlen, wenn man mal wieder etwas aus eben dieser flüchten möchte.

ISBN: 978-3328603573
Umfang: 416 Seiten
Autor: Volker Klüpfel
Verlag: Penguin
Erscheinungsdatum: 26.02.25

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Minecraft kindgerecht geschrieben

Minecraft Erste Leseabenteuer – Das Ende der Oberwelt
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Minecraft kindgerecht geschrieben


Wie kann man ein Kind zum Lesen bringen? Ein Zaubermittel gibt es da sicher nicht - wenn es aber ein Buch mit dem Lieblingsspiel gibt, kann es vielleicht eine Motivation ...

Minecraft kindgerecht geschrieben


Wie kann man ein Kind zum Lesen bringen? Ein Zaubermittel gibt es da sicher nicht - wenn es aber ein Buch mit dem Lieblingsspiel gibt, kann es vielleicht eine Motivation sein.


Daher habe ich das Minecraftbuch bei uns einziehen lassen. Denn das Spiel ist hier bei uns ganz hoch im Kurs und wenn das Kind wissen möchte, was für spannende Abenteuer darin enthalten sind, muss es das wohl lesen.


Allerdings handelt es sich bereits um den zwölften Band einer Reihe. Das war für uns nicht problematisch, aber wir werden sicher nach und nach noch die anderen Teile holen und von vorn beginnen. Wer also überlegt, welches Buch geholt werden soll, würde ich empfehlen direkt von vorn zu beginnen.


Das Buch ist wirklich schön gestaltet. Sowohl zum Vorlesen, als eben auch zum selbst lesen und entdecken. Unterschiedliche Schriften lockern den Text auf und das Auge hat etwas Abwechslung. Auch die kleinen und großen Illustrationen zwischendurch geben den Kindern eine Anregung für die Fantasie und sie können sie die Figuren udn Welt noch einmal besser vorstellen.


Die Geschichte selbst fand ich gut durchdacht und kindgerecht. Es ist spannend geschrieben und man möchte wissen, wie es weitergeht. So bleiben auch die Kinder dabei und lesen weiter.


Und die Axolotls begleiten uns irgendwie immer. Egal ob im Spiel oder jetzt im Buch :)


ISBN: 978-3505152122
Umfang: 144 Seiten
Verlag: Schneiderbuch/HarperCollins
Erscheinungsdatum: 19.11.2024

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Familie kann man sich nicht aussuchen

Die Fletchers von Long Island
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Familie kann man sich nicht aussuchen


Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich hatte keine richtige Ahnung, auf was ich mich einlasse. Nämlich auf viel schwarzen Humor, gut verarbeitete Klischees ...

Familie kann man sich nicht aussuchen


Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich hatte keine richtige Ahnung, auf was ich mich einlasse. Nämlich auf viel schwarzen Humor, gut verarbeitete Klischees und eine Familientragödie, die ihresgleichen sucht.


Wir erleben all ihre Höhen, Tiefen und komplizierten Verstrickungen. Es geht um die wohlhabende jüdisch-amerikanische Familie Fletcher, die von einem traumatischen Ereignis aus der Bahn geworfen wird. Denn Vater Carl wurde im Jahr 1980 entführt und erst nach Zahlung eines Lösegelds wieder freigelassen. Doch das ist eigentlich nur das Vorwort. Denn dann geht es erst richtig los. Diese Entführung wirkt sich auf alle aus. Es geht um die seelischen Narben, die ein solcher Vorfall hinterlässt, über Generationen hinweg.


Hauptsächlich begleiten wir die drei Kinder. Beamer, Nathan und Jenny. Nach und nach werden sie und ihre aktuellen Lebenssituationen beschrieben. Während ich die Geschichten der zwei Brüder sehr spannend und gut beschrieben fand, war Jenny für mich nicht greifbar. Was ich jedoch richtig gut von der Autorin fand - der Schreibstil wurde den Protagonisten angepasst. Von hektisch und völlig drüber zu nachdenklich und eher ruhiger.

Die Charaktere wirken für mich zum größten Teil sehr gut und detailliert beschrieben, dennoch so ein kleines bisschen zu viel. Zumindest könnte ich mir (ich bin aber auch nicht in so einer reichen Familie aufgewachsen) sie nicht im realen Leben vorstellen

Dennoch finde ich es sehr gut gelungen, die Geschichte einzufangen. Es geht nicht nur um die Entführung und das Leben danach, sondern auch die kleinen und großen Zwischentöne innerhalb der Familie. Es geht um jüdische Traditionen, das Leben damit und wie das alles zusammenpassen kann. Oder muss?

Die Auflösung war am Ende für mich etwas unbefriedigend. Aber vermutlich läuft es eben genauso auch in der Realität.

Dennoch kann und möchte ich das Buch empfehlen. Es hat mir gute und unterhaltene Lesestunden beschert und ich werde mir auch ihr anderes Buch holen.


ISBN: 978-3847902119
Umfang: 576 Seiten
Autorin: Taffy Brodesser Akner
Verlag: Eichborn
Erscheinungsdatum: 28.02.2025

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Ein Hotel voller Cold Cases

Dorn. Hotel der Angst
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Ein Hotel voller Cold Cases

Die Idee, ein Hotel in eine Art Cold Case Zentrale zu verwandeln fand ich sehr ansprechend. Daher wollte ich das Buch lesen, um herauszufinden, wie es umgesetzt wurde.

Es ...

Ein Hotel voller Cold Cases

Die Idee, ein Hotel in eine Art Cold Case Zentrale zu verwandeln fand ich sehr ansprechend. Daher wollte ich das Buch lesen, um herauszufinden, wie es umgesetzt wurde.

Es geht um Simon Dorn, einen ehemaligen Kriminalpsychologen. Dieser ist ein altes, heruntergekommenes Hotel in Bad Gastein eingezogen. In den Zimmern des Hotels archiviert er ungelöste Mordfälle. Wir beginnen mit dem Zimmer 103. Darin geht es um einen grausamen Killer, der seinen Opfern eine Krone in die Stirn ritzt.

Doch bevor die Ermittlung richtig losgeht, bekommen wir viele Protagonisten vorgesetzt. Für mich persönlich sogar schon etwas zu viel. Auf ein paar hätte ich verzichten können. Es kann natürlich sein, dass sie später noch wichtig(er) werden, aber für den Auftakt war es mir etwas zu voll.

Wichtig jedoch ist vor allem Lea Wagner. Sie ist eine junge Polizistin und beginnt auf eigene Faust zu recherchieren. und landet zusammen mit einem zugelaufenen Hund natürlich bei Dorn. Die beiden sind ein sehr ungewöhnliches Team, doch passen sie gut zusammen und das macht die Dynamik so spannend. Sie tauchen tief in einen Albtraum aus Rätseln, alten Wunden und perfiden Verbrechen ein.
Die Atmosphäre des verlassenen Hotels, aber auch des ganzen Buches ist recht düster.

Die Protagonisten sind alle recht unterschiedlich, doch leider auch etwas in Klischees gedacht. Die junge, naive Polizistin. Der einsame alte Ermittler usw. Sicher kann man irgendwann das Rad nicht neu erfinden, doch würde ich mir wünschen, mal ein paar andere Hintergründe zu lesen.

Was ich mir auch gewünscht hätte - mehr Einblick in die anderen Zimmer. Ja, ich weiß, dass es wohl nach und nach in Folgeromanen geben wird, doch hatte ich es mir ein bisschen als Escape Room vorgestellt. In denen man Fälle lösen muss und Einsicht in die verschiedenen Cold Cases bekommt.


Dennoch war es eine wirklich gut inszenierte Geschichte, die mich hat miträtseln lassen und deren Auflösung zwar erst etwas verwirrend, aber doch gut war.


ISBN: 978-3328112273
Umfang: 384 Seiten
Autor*in: Jan Beck
Verlag: Penguin
Erscheinungsdatum: 29.01.2025

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Unbekannte Familie

Mickey und Arlo
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Unbekannte Familie

Ich denke, wir alle haben einen Teil der Familie, den man nicht kennt, nicht kennen will oder vielleicht sogar gar nichts davon weiß. Vor mir hatte mein Vater eine Familie. Diese kenne ...

Unbekannte Familie

Ich denke, wir alle haben einen Teil der Familie, den man nicht kennt, nicht kennen will oder vielleicht sogar gar nichts davon weiß. Vor mir hatte mein Vater eine Familie. Diese kenne ich nicht. Eigentlich den kompletten Teil dieser Seite.

Und so ähnlich geht es Mickey. Nur dass sie die “erste Familie” war. Ihr Vater ging weg und hat eine neue Familie gegründet. Nun ist er gestorben und erhält ein sehr unerwartetes Erbe, das jedoch an eine Bedingung geknüpft ist. Sie muss sieben Therapiesitzungen absolvieren. Was sie nicht weiß: Ihre Therapeutin ist ausgerechnet Arlo- ihre Halbschwester. Von der sie jedoch keine Ahnung hatte.

Wir lesen eine tiefgründige, emotionale Geschichte , die gleichzeitig humorvoll und schmerzhaft ehrlich ist. Ich habe beim Lesen so viele Emotionen durchlaufen und musste des Öfteren an meine eigene Geschichte denken.

Mickey und Arlo sind völlig unterschiedlich. Vermutlich wären sie sich ohne diese Sitzungen nie begegnet bzw. hätten die anderen nie angesprochen. Die Dialoge sind teilweise recht bissig und dennoch berührend.

Was ich mir etwas mehr gewünscht hätte, wären die Sitzungen selbst gewesen. Diese wurden beim Klappentext ja doch hervorgehoben und ich hatte fast vermutet, eine Art Abschrift zu lesen. Ich kann mir vorstellen, dass das auch ein ganz gutes und spannendes Konzept gewesen wäre. Aber das ist an sich mein einziger Kritikpunkt.

Denn das Buch behandelt zudem ernste Themen wie Alkoholismus, Familienkonflikte und Verlust, ohne dabei belehrend zu wirken. Ich habe mit ihnen gelacht und gelitten. War mal auf der einen, dann auf der anderen Seite. Doch am Ende hatte man das Gefühl, selbst ein kleines Stück gewachsen zu sein. Ein wirklich tolles Debüt. Ich hoffe, wir bekommen noch viel von ihr zu lesen.


ISBN: 978-3446281097
Umfang: 416 Seiten
Autorin: Morgan Dick
Verlag: hanserblau
Erscheinungsdatum: 18.02.2025

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