Für meinen Geschmack dauerte es ein bisschen zu lange, bis Spannung aufkam, doch nach einer Weile fand ich die Handlung wirklich packend. Eine Wahnsinns-Wendung (es gibt glücklicherweise mehrere) ist meiner ...
Für meinen Geschmack dauerte es ein bisschen zu lange, bis Spannung aufkam, doch nach einer Weile fand ich die Handlung wirklich packend. Eine Wahnsinns-Wendung (es gibt glücklicherweise mehrere) ist meiner Meinung nach wenig gelungen umgesetzt, sie trifft allerdings mit voller Wucht – und danach überschlagen sich die Ereignisse!
Anna aus Südengland braucht einen Neustart und erhofft sich den in dem idyllischen nordenglischen Dorf St. Abel’s Chapel. Doch der Schein trügt - in dem friedlich anmutenden kleinen Ort häufen sich verdächtige ...
Anna aus Südengland braucht einen Neustart und erhofft sich den in dem idyllischen nordenglischen Dorf St. Abel’s Chapel. Doch der Schein trügt - in dem friedlich anmutenden kleinen Ort häufen sich verdächtige Vorfälle, zudem erfährt sie, dass in den letzten Jahren mehrere Jugendliche verschwunden oder verstorben sind. Als eine 15-Jährige um Hilfe bittet, beginnt sie, Fragen zu stellen, aber die verschiedenen Antworten, die auf Gerüchten, Spekulationen oder Beschönigungen zu beruhen scheinen, bringen mehr Verwirrung als Klarheit.
Der ausdrucksstarke, atmosphärische Erzählstil, die faszinierend verstörende Dynamik zwischen den Charakteren und die unheilvollen Andeutungen sind von Anfang an mitreißend!
Die Handlung entfaltet sich aus drei Perspektiven und auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart erfährt man aus der Sicht einer offenkundig niederträchtigen Person, wie sie sich selbst, ihren Nachbarn (einen Feuerwehrmann), die neu zugezogene Anna sowie ihre Bäckerei voller dekadenter Köstlichkeiten erlebt. Eineinhalb Jahre zuvor begleitet man eine Psychiaterin und ihren Patienten beim Evaluationsprozess: der 17-Jährige hatte einen aggressiven Ausraster in der Schule und soll auf seine Gefährlichkeit hin bewertet werden. Doch er spielt, nicht nur während der Sitzungen, äußerst gekonnt perfide Psychospielchen …
Die raffiniert passiv-aggressive Person beobachtet, lauscht und intrigiert – sie hat Hinterlist zur Kunstform erhoben, sie hat einen sechsten Sinn für die Schwächen anderer und lebt dafür Zwietracht und Chaos zu säen. Sie ist die reinste Karikatur einer toxischen Person und zugleich erschreckend lebensecht.
Ab einem gewissen Punkt wird erkennbar, wie die Handlungsstränge zusammenhängen könnten, und es geht es zunehmend um die suspekten Vorgänge im Dorf: Jeden Herbst reisen Hunderte an und versammeln sich für einige Wochen im Herrenhaus am See – wer sind diese Leute und was tun sie dort? Sie geben sich freundlich, aber zugeknöpft, und wenn man ihrem Territorium zu nahekommt, reagieren sie über. Die perfide Person, Anna sowie der Feuerwehrmann werden in die Angelegenheiten der mysteriösen Versammlung hineingezogen und lassen sich, aus verschiedenen Gründen, darauf ein …
“Das Böse nebenan” ist ein düsterer, rätselhafter, ausgeklügelter Pageturner mit Wahnsinns-Wendungen – mit einem Twist konnte ich leider wenig anfangen, weil ich persönlich kein Fan dieser Art Enthüllung bin. Das manipulative Miteinander, das von versteckten Motiven sowie Plänen geprägt ist, und das originelle Ende sind wirklich verblüffend.
Die Frau des Schriftstellers Grady wird vermisst; ihr verlassenes Auto wurde auf einer Klippe gefunden. Ein Jahr später trauert er immer noch; er kann nicht mehr schreiben und trinkt zu viel. Seine Agentin ...
Die Frau des Schriftstellers Grady wird vermisst; ihr verlassenes Auto wurde auf einer Klippe gefunden. Ein Jahr später trauert er immer noch; er kann nicht mehr schreiben und trinkt zu viel. Seine Agentin schickt ihn auf eine abgelegene schottische Insel, wo er in ihrem Ferienhaus auf andere Gedanken kommen und wieder schreiben soll. Doch schon bei seiner Ankunft wird er erschüttert, denn er sieht seine vermisste Frau - aber das kann nicht sein, oder? Merkwürdige Vorkommnisse häufen sich, dann überschlagen sich die Ereignisse …
“Nebelinsel” hat mich lange begeistert: Die greifbar düstere Atmosphäre, der scharfsinnige Schreibstil, der die Themen Ehe sowie Kinderkriegen von allen Seiten beleuchtet, die undurchsichtigen Charaktere und die vielschichtige, rätselhafte Handlung haben mich nonstop mitgerissen, fasziniert, gefesselt – ich habe das Buch in nur zwei Zügen verschlungen! Aber die Auflösung hat mich persönlich sehr enttäuscht, da ich sie als unglaubwürdig, konstruiert sowie bizarr empfand.
“Lügennebel” ist der vierte Teil der Åre-Morde-Reihe - ein Fall für Hanna Ahlander. Man kann die Bücher jedoch unabhängig voneinander lesen, da Entscheidendes aus den Vorgängerbänden an passenden Stellen ...
“Lügennebel” ist der vierte Teil der Åre-Morde-Reihe - ein Fall für Hanna Ahlander. Man kann die Bücher jedoch unabhängig voneinander lesen, da Entscheidendes aus den Vorgängerbänden an passenden Stellen zusammengefasst eingestreut wird.
Januar im Bergdorf Åre: sechs Studierende reisen zum Skifahren und Feiern an, aber die Dynamik zwischen ihnen ist kompliziert - die Stimmung oft angespannt, manchmal sogar bedrohlich. Nach einer besonders wilden Partynacht in dem luxuriösen Ferienhaus morgens jemand vermisst - und schließlich gefunden: tot im Schnee!
Die Aussagen der Feriengäste wirken unglaubwürdig, auch untereinander herrscht Misstrauen, denn nicht alle sind zur selben Zeit ins Bett gegangen, und niemand will wissen, wie jemand von ihnen nur in Unterwäsche im Schnee enden konnte. Ihr Miteinander wird zunehmend feinseliger, es kommt zu Machtspielchen, Vorwürfen sowie Ausrastern, dann überschlagen sich die Ereignisse. Ein Nachbar wirkt ebenfalls verdächtig - er macht kein Geheimnis daraus, dass die ausgelassenen, lauten, unverschämten Feierbiester ihn zur Weißglut getrieben haben. Und eine Frau aus der Nachbarschaft hat in jener Nacht etwas beobachtet, das die Ermittler ratlos zurücklässt …
Die Handlung ist von Anfang an spannend: die vielen Verdächtigen und Andeutungen von dunklen Geheimnissen geben Rätsel auf, das Zwischenmenschliche innerhalb der Clique ist faszinierend verstörend, genau wie das komplizierte Liebes- und Familienleben der Ermittelnden der Abteilung für Schwerverbrechen - Hanna, Daniel sowie Anton.
Die greifbar unheilvolle, winterliche Atmosphäre, der Hauch von Hygge, der immer wieder zum Tragen kommt, die lebensechten Charaktere, ihre persönlichen Probleme, die Perspektivwechsel, die packenden Ermittlungen und die nervenaufreibenden Wendungen haben mich restlos begeistert! “Lügennebel” ist für mich das bisher beste Buch der Reihe!!!
Die verschiedenen zwischenmenschlichen Konflikte verleihen der vielschichtigen Handlung zusätzlich Tiefe: ich fand die Darstellung toxischer Männlichkeit erschütternd und die toxischer Familienverhältnisse sehr bewegend!
“The Woman in Suite 11” ist die Fortsetzung von “The Woman in Cabin 10”. Für die britische Journalistin Lo hat sich seit den verheerenden Ereignissen auf dem Luxusschiff Aurora viel verändert: sie hat ...
“The Woman in Suite 11” ist die Fortsetzung von “The Woman in Cabin 10”. Für die britische Journalistin Lo hat sich seit den verheerenden Ereignissen auf dem Luxusschiff Aurora viel verändert: sie hat geheiratet, zwei Kinder bekommen und lebt in den USA. Nun, zehn Jahre später, kehrt sie nach Europa zurück, um gemeinsam mit einer handverlesenen Gruppe von Medienschaffenden an den Eröffnungsaktionen eines Schweizer Luxushotels teilzunehmen. Doch hier ist nichts, wie es scheint und die Schatten der rätselhaften, bedrohlichen Geschehnisse auf der Aurora verdunkeln die Gegenwart – Lo gerät erneut in Schwierigkeiten ...
Das Geschehen wird aus Los Sicht geschildet – für meinen Geschmack manchmal zu ausführlich, mit zu vielen Nebensächlichkeiten. Auch die Charakterzeichnung der Protagonistin hat mein Lesevergnügen ein bisschen getrübt: sie wirkte oft unbedarft bzw. leichtsinnig auf mich, was mir angesichts ihres Alters von 40, ihres Berufs und ihrer Erfahrungen nicht plausibel erschien.
Die komplexe, raffinierte, wendungsreiche Handlung fand ich großartig: die greifbar beklemmende Atmosphäre, die moralischen Dilemmata und die undurchsichtigen Nebenfiguren haben mich begeistert! Die ausführliche, ausdrucksstarke Erzählweise erzeugt oft eine herrlich unheilvolle Stimmung, aber manchmal zieht die Handlung mMn in die Länge, was die Spannung meines Erachtens etwas ausbremst, wie ich finde.