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Veröffentlicht am 15.07.2025

Düstere Spannung!

Das geheime Zeichen
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“Das geheime Zeichen” ist der 3. Fall für die Ermittlerin Evelyn Holm, man kann die Bände der Reihe aber unabhängig voneinander lesen!

1990er Jahre: Die junge Viola träumt davon ihren Lebensunterhalt ...

“Das geheime Zeichen” ist der 3. Fall für die Ermittlerin Evelyn Holm, man kann die Bände der Reihe aber unabhängig voneinander lesen!

1990er Jahre: Die junge Viola träumt davon ihren Lebensunterhalt endlich als Künstlerin verdienen zu können, als sie zufällig von einem elitären Club erfährt, der die notwendigen Kontakte für eine erfolgreiche Karriere bietet. Doch die unausgesprochenen, sehr speziellen Regeln werden überaus streng gehandhabt und wer sie bricht, bringt sich in Lebensgefahr.

Jetzt: Der neue Besitzer eines Hauses entdeckt bei Renovierungsarbeiten ein Skelett. Man findet heraus, dass es sich um eine Frau handelt, zudem wird eine Kette mit einem mysteriösen Anhänger gefunden. Die leitende Ermittlerin Evelyn von der Kripo Freiburg erkennt das Symbol, das der Anhänger darstellt – sie verbindet es mit einem traumatischen Ereignis - weshalb sie auch ein persönliches Interesse an dem Fall hat, ohne zu ahnen, wie tiefgreifend er sie betrifft ...

Erzählt wird aus Violas und Evelyns Sicht, wobei sich die beiden Handlungsstränge allmählich zu einem Bild bzw. der Auflösung zusammenfügen. Die beiden Protagonistinnen sind interessant sowie sympathisch, der Schreibstil ist ausdrucksstark und die Handlung entwickelt sich allmählich in Richtung komplex sowie nervenaufreibend.

Es hat eine Weile gedauert, bis “Das geheime Zeichen” mich so richtig gepackt hat, doch spätestens ab der 2. Hälfte wird dieser Thriller mMn erschütternd und überraschend!

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Packende Schicksale!

The Darlington - Henry & Kate
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Mehrere Schicksalsschläge haben dazu geführt, dass die 20-jährige Kate seit knapp einem Jahr obdachlos ist. Als sie den attraktiven sowie offensichtlich wohlhabenden Henry bestiehlt, ahnt sie nicht, dass ...

Mehrere Schicksalsschläge haben dazu geführt, dass die 20-jährige Kate seit knapp einem Jahr obdachlos ist. Als sie den attraktiven sowie offensichtlich wohlhabenden Henry bestiehlt, ahnt sie nicht, dass sie damit den ersten Schritt in ein besseres Leben geht.

Henrys Vater ist der Besitzer des “The Darlington“, dem teuersten und luxuriösesten Hotel Londons. Doch der Glanz des Hauses wird von einem Skandal überschattet, und der 26-jährige Henry, der älteste von drei Söhnen, soll den Ruf des Hotels wiederherstellen.

Kate erhält einen Job im Hotel und darf dort wohnen. Währenddessen steht Henry unter Hochdruck: Er übernimmt die Leitung des “The Darlington”, organisiert die alljährliche Wohltätigkeitsgala, zusätzlich belasten ihn die (Macht-)Missbrauchsvorwürfe gegen seinen Vater, die über dem Hotel sowie der Familie schweben. Das “The Darlington” liegt ihm wirklich am Herzen und er tut alles, damit es nicht durch den Skandal zugrunde geht. Ein bisschen Zeit und Energie, um sich für Kate zu interessieren, bleiben dennoch. Die Hintergründe der beiden machen sich immer wieder bemerkbar, obwohl die Chemie zwischen ihnen insgesamt stimmt!

“The Darlington” ist der Auftakt der The Darlington-Reihe über ein Londoner Luxushotel – in jedem Band geht es um ein anderes Paar aus dem Setting.

Erzählt wird abwechselnd aus Kates und Henrys Perspektive, Elemente wie Blogposts, Kommentare etc. Zu Beginn jedes Kapitels geben dem Geschehen zusätzlich Dynamik. Das Thema wird geschickt integriert, ohne belehrend zu wirken.

Ich mochte sowohl Kate als auch Henry, ich konnte jedoch nicht wirklich nachvollziehen, weshalb sich Henry so schnell in Kate “verguckt”. Ich fand es toll, dass er so unvoreingenommen ist, ihr auf Augenhöhe begegnet und Hilfe anbietet.

Da mich das Buch nicht wegen der Liebesgeschichte angesprochen hat, hat “Henrys Verliebtheit auf den ersten Blick" bzw. die Liebesgeschichte, die mMn ein bisschen mehr emotionale Tiefe vertragen könnte, mein Lesevergnügen kaum getrübt.

Alles andere hat mich komplett überzeugt: Der lebendige, bildhafte sowie humorvolle Schreibstil, Die beiden Hauptcharaktere an sich, das starke Hotelsetting, die ereignisreiche Handlung, die interessanten, sympathischen Nebenfiguren und das Wahnsinns-Cliffhanger-Ende!

Der erste Band wirkte auf mich ein bisschen wie eine Einführung und ich bin sehr gespannt, wie sich der spannend aufgebaute Skandal um Henrys Vater weiterentwickelt.

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Veröffentlicht am 05.07.2025

Bittersüße Melancholie

Furye
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“Furye” ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich und für mich hat es mich etwas von einer Oper, einem Shakespeare Stück, einer griechischen Tragödie oder einem dramatischen 40er Jahre Film: intensiv, opulent, ...

“Furye” ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich und für mich hat es mich etwas von einer Oper, einem Shakespeare Stück, einer griechischen Tragödie oder einem dramatischen 40er Jahre Film: intensiv, opulent, düster, sinnlich, bildgewaltig sowie mysteriös.

Die 37-jährige Hauptfigur ist eine erfolgreiche Musikmanagerin, sie zierte kürzlich sogar das Cover der VOGUE-Business. Doch ihr Privatleben ist leer, trist: Sie ist einsam, hat psychische Probleme, trauert um ihren kürzlich verstorbenen Vater und macht sich Sorgen um ihre nun ebenfalls einsame Mutter. Dann bringt eine schlechte Nachricht das Fass voller Melancholie zum Überlaufen, sodass sie in ihre Vergangenheit reist, denn dort hat das Niederschmetternde der schlechten Nachricht ihren Ursprung ...

Die Protagonistin hat ihre Heimatstadt am Meer vor zwanzig Jahren hinter sich gelassen, nun bewegt sie sich, impulsiv und doch durchdacht handelnd, zerrissen zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch ihren Herkunftsort voller schrecklich schöner Erinnerungen – auf der Suche nach Sinn, nach Rache, nach Frieden.

Tagebucheinträge erzählen von der 17-jährigen Version aus einfachen Verhältnissen, die mithilfe eines Stipendiums auf eine Eliteschule wechselte. Dort wurde sie in den Club der Außenseiterinnen aufgenommen: Sie und zwei Mitschülerinnen wurden zu den Furyen Alec, Meg, Tess. Dann war da noch der schöne, eigentümliche Romain ...

Mit dem Sommer brach eine berauschende Zeit voller Magie an - erfüllt von wahrer Freundschaft sowie einer betörenden Jugendliebe, aber auch von Zerstörung und Tod ...

“Furye” ist ein unheilvoller, tragisch romantischer, psychologisch interessanter sowie spannender Roman – gedankenschwer und sommerlich leicht zugleich – der sich autobiografisch anfühlt, weil man sehr tief in Alecs Innenleben eintaucht.

Der eindringliche, kreative Erzählstil, der mal poetisch, mal brutal unverblümt und alles dazwischen ist, die faszinierend verstörenden Figuren, die geheimnisvolle, gehaltvolle, fesselnde Handlung, voller stiller sowie lauter Verzweiflung, und die erschütternden Enthüllungen sind unwiderstehlich und hallen lange nach!

Ein wichtiges Element, das ich aus Spoiler-Gründen nicht benennen will, finde ich persönlich sehr problematisch. Doch der Kontext, in dem es eingehüllt ist, erhöht die emotionale Nachvollziehbarkeit. Da das Thema emotional aufgeladen ist und gesellschaftlich mehrheitlich positiv betrachtet wird, fällt es schwer, es objektiv zu kritisieren.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Schmerzlich schön!

Beeren pflücken
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Es begann im Sommer 1962: Eine Mi'kmaq-Familie aus Nova Scotia verbrachte die Sommermonate in Maine, wo sie als Saisonarbeitskräfte Blaubeeren pflückte. Doch dann verschwand die Jüngste der Familie, die ...

Es begann im Sommer 1962: Eine Mi'kmaq-Familie aus Nova Scotia verbrachte die Sommermonate in Maine, wo sie als Saisonarbeitskräfte Blaubeeren pflückte. Doch dann verschwand die Jüngste der Familie, die vierjährige Ruthie, die zuletzt von ihrem 6-jährigen Bruder Joe gesehen wurde. Aber das ist nicht die einzige Tragödie, die die Familie ertragen muss und Joe wird immer (selbst)zerstörerischer.

Viele Jahrzehnte später schildert der todkranke Joe, stellenweise selbstironisch, wie Verlust, Trauer, zweischneidige Hoffnung, Schuldgefühle sowie das Rätsel um Ruthies Verschwindens ihn und seine Familie geprägt haben.

Norma, eine mittelalte Frau, erzählt, teils mit bittersüßem Humor, von ihrer überbehüteten Kindheit, ihrer neurotischen Mutter, die ihre traumatischen Erfragungen auf sie übertragen hat, ihrer coolen Tante, ihrer freien, ereignisreichen Jugend sowie den nagenden Fragen, die sie über Jahrzehnte hinweg verfolgten. Die Widrigkeiten ihres Lebens trafen sie aufgrund ihrer Erziehung doppelt und dreifach, machten vielversprechende Pläne zunichte, brachten aber auch neue Blickwinkel mit sich, denn Norma verfügt über eine gute Selbsterkenntnis, zudem betrachtet sie alles mit Offenheit, Wärme, Sanftmut.

“Beeren pflücken” strotzt nur so vor kreativer, atmosphärischer und emotionaler Ausdrucksstärke sowie psychologischer Tiefe! Außerdem überzeugt die berührende Geschichte über Ethnie, viele verschiedene Schicksalsschläge, seelisches Gepäck, Emanzipation, Wut, Vertrauensmissbrauch, Loyalität und Vergebung mit einer wirklich fesselnden Dramaturgie!

Der feinfühlige Stil, die inneren Konflikte der lebensechten Figuren, die gesellschaftlichen Themen, die moralischen Dilemmata sowie das Mysterium um Identität bzw. Wahrheit sind traurig, erschütternd, schmerzlich schön und herzallerliebst – eine unwiderstehliche Achterbahnfahrt der Gefühle!

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Atmosphärisch und düster!

Die Insel - einer kennt die ganze Wahrheit
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Als Isak mit seiner Freundin nach Gotland reist, ist er voller Ängste - wie wird das Wiedersehen mit seinem Vater nach über zehn Jahren der Funkstille verlaufen? Isaks Großvater, bei dem er ab seinem Lebensjahr ...

Als Isak mit seiner Freundin nach Gotland reist, ist er voller Ängste - wie wird das Wiedersehen mit seinem Vater nach über zehn Jahren der Funkstille verlaufen? Isaks Großvater, bei dem er ab seinem Lebensjahr aufgewachsen ist, hat ihn immer vor der Unberechenbarkeit des Vaters gewarnt. Oberflächlich ist zwar alles großartig - es gibt schicke Cocktails, herausragende Mahlzeiten und jeden erdenklichen Komfort – aber Isaks Vater verhält sich seltsam und die Stimmung wir zunehmend angespannter.

“Die Insel” schreitet eine Weile lang still und leise voran, doch die unheilvollen Andeutungen machen neugierig und die subtile Psychospannung sorgt für Gänsehautmomente! Erzählt wird ungemein eindrücklich und feinfühlig aus Isaks Perspektive, auf zwei Zeitebenen. In der Vergangenheit schildert er, warum und wie er bei seinem Großvater aufwuchs, seine Gedanken zu seiner Beziehung sowie die Achterbahn der Gefühle, die durch das Wiedersehen mit seinem Vater in Gang gesetzt wird. In der Gegenwart geht es um seine problematische Lage nach dem Besuch bei seinem Vater ...

Man taucht tief in Isaks Innenleben ein, aufgrund eines Kindheitstraumas ist er eigentümlich, lebt oft in seiner eigenen Welt. Zudem ist er voller widerstreitender Gefühle, weil er meistens versucht es allen recht zu machen und seine eigenen Bedürfnisse zwanghaft unterdrückt. Er hat eine Riesenangst davor, dass sein wahres Ich seinen Großvater und Madde verärgern oder gar vergraulen könnte. Innerlich fühlt er sich schwach, weshalb er nach außen hin cool, tough sowie souverän agiert bzw. es versucht.

Der Besuch auf Gotland wirkt von Anfang an seltsam bis verstörend, doch ab einem gewissen Punkt läuft alles aus dem Ruder. Täuschungen, Lügen und Psychospielchen führen zu tiefgreifender Unsicherheit, quälenden Zweifeln sowie verheerender Verzweiflung – bei fast allen Beteiligten!

“Die Insel” überzeugt mit einer greifbar beklemmenden Atmosphäre, undurchsichtigen Charakteren sowie menschlichen Abgründen. Raffinierte falsche Fährten und entsetzliche Erkenntnisse bringen gelungene Wendungen mit sich, die nervenaufreibend, erschütternd und wirklich überraschend sind! Ich vergebe dennoch “nur” 4 von 5 Sternen, da mir der Erzählstil stellenweise etwas zu ausführlich war und es der Handlung meiner Meinung nach dadurch gelegentlich an Tempo fehlte. Zudem wurde das Potenzial des Settings für meinen Geschmack nicht vollständig ausgeschöpft.

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