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Veröffentlicht am 09.04.2026

Superspannend - wenn das Paradies die Hölle ist …

Summer Heat
1

Mia arbeitet für eine Saison im exklusiven Platô Beach Resort an der Algarve an der Steilküste. Ihr geht es allerdings weder um die Erfahrung noch ums Geldverdienen, sie hat einen Plan …

Doch die bedrückende ...

Mia arbeitet für eine Saison im exklusiven Platô Beach Resort an der Algarve an der Steilküste. Ihr geht es allerdings weder um die Erfahrung noch ums Geldverdienen, sie hat einen Plan …

Doch die bedrückende Atmosphäre lenkt sie ab und zermürbt sie: Alle begegnen ihr von Anfang an entweder genervt, abweisend, rücksichtslos, feindselig oder aufdringlich. Sie wird immer mutloser sowie ängstlicher, was zu einem Wiederaufleben dysfunktionaler Verhaltensweisen führt …

Dann häufen sich verstörende Vorkommnisse und als sie begreift, wo sie hineingeraten ist, verwandelt sich ihre Ohnmacht in etwas Gefährliches - gefährlich für sie selbst und andere.

Der intensive Erzählstil voller lebendiger Eindrücke hat mich sofort gepackt. Die unheilvolle Stimmung ist von Anfang an greifbar und die Andeutungen zu Mias Plan weckten meine Neugierig. Was Mia selbst angeht, war ich zwiegespalten: Einerseits empfand ich sie als verletzlich, aber tough, scharfsinnig sowie unabhängig, andererseits als leichtsinnig, naiv und emotional bedürftig. Ich hatte zwar den Eindruck, dass diese Extreme beabsichtigt sind, um das Starke im Schwachen zu zeigen, und ja, Menschen sind oft voller Widersprüche, gänzlich überzeugend fand ich persönlich es dennoch irgendwie nicht.

Die Handlung wird aus drei Perspektiven erzählt, ich kann aus Spoilergründen nur so viel verraten: Das Geschehen ist dadurch nonstop spannend und wendungsreich!

“Summer Heat” war für mich ganz anders als erwartet, da ungesunde Beziehungsdynamiken (Liebe, Lust & Leidenschaft) für meinen Geschmack zu viel Raum einnahmen. Doch es ist spannend gestaltet und allmählich fielen alle Puzzleteile an ihren Platz, ergaben schließlich ein stimmiges Gesamtbild, auch wenn ich ein, zwei Elemente nicht hundertprozentig plausibel fand. Der mitreißende Schreibstil, die mysteriösen Begebenheiten und die faszinierend verstörenden Figuren, haben mich immer weiter blättern lassen – ich habe das knapp 500-Seiten-Buch in nur zwei Zügen verschlungen! Das Ende ist in mehrfacher Hinsicht der Wahnsinn und die Thematik leider hochaktuell sowie relevant!

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Die langen dunklen Schatten der deutschen Schreckensherrschaft

Unter dem Strand
1

Der lebendige Erzählstil, die coole, toughe Protagonistin mit Ecken und Kanten und das historisch bedeutende wie auch spannende Thema haben mich sofort gepackt.

Ich liebe es, wenn Fiktion auf wahre Begebenheiten ...

Der lebendige Erzählstil, die coole, toughe Protagonistin mit Ecken und Kanten und das historisch bedeutende wie auch spannende Thema haben mich sofort gepackt.

Ich liebe es, wenn Fiktion auf wahre Begebenheiten trifft, und in „Unter dem Strand“ ist das wirklich gut gemacht. Am 3. Mai 1945 kamen in der Lübecker Bucht Tausende Gefangene des NS‑Regimes ums Leben. Die Ereignisse sind gut dokumentiert, doch einige Details (Verantwortlichkeiten, Absichten) sind bis heute umstritten.

Zum 80. Jahrestag 2025 soll die Journalistin Cay einen entsprechenden Beitrag verfassen, nach einem beruflichen Misserfolg traut sie sich allerdings gar nichts mehr zu. Andererseits ist sie fest entschlossen, das Ruder herumzureißen und mehr zu leisten – sie will auch über das kaum bekannte "Massaker von Neustadt" schreiben. Dann entdeckt sie eine Leiche am Strand und trifft eine moralisch fragwürdige Entscheidung, die weitere Schritte dieser Art nach sich zieht, aber es ist ja für einen guten Zweck – die Wahrheit!

Die Handlung entfaltet sich aus mehreren Blickwinkeln auf mehreren Zeitebenen: Man lernt Heinrich, Rita (die ein Doppelleben führte), Oscar sowie Leon kennen und erfährt, was sie in den 1940er Jahren erlebten. Im April 2025 erzählt Cay von ihren Motiven, Recherchen und Erfahrungen.

„Unter dem Strand“ ist ein vielschichtiger, fesselnder Krimi! Der ausdrucksstarke, gewitzte Erzählstil voller greifbarer Eindrücke, die interessanten Figuren und die ereignisreiche, tiefschürfende Handlung machen dieses Buch zu einem großartigen Leseerlebnis!

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ich bin zwiegespalten ...

Station 9
1

Ich finde es schwierig, diesen Thriller zu rezensieren, ohne zu viel zu verraten.

Die Prämisse – eine Art Schnitzeljagd im Rahmen eines Katz-und-Maus-Spiels während einer forensisch-psychologischen Evaluation ...

Ich finde es schwierig, diesen Thriller zu rezensieren, ohne zu viel zu verraten.

Die Prämisse – eine Art Schnitzeljagd im Rahmen eines Katz-und-Maus-Spiels während einer forensisch-psychologischen Evaluation – ist rätselhaft gestaltet und macht neugierig, doch mir fehlte es insgesamt an Spannung.

Die Charaktere waren mir unsympathisch; allerdings hatte ich den starken Eindruck, dass dies ein bewusst eingesetztes Stilmittel sein könnte.

Eine entscheidende Wendung basiert auf einer Erzähltechnik, die ich seit 2022 als überstrapaziert erlebe, zudem wirkt sie auf mich mittlerweile wie ein „Trick“, weil sie mMn „beliebige“ Überraschungen ermöglicht. Die Handlung empfand ich größtenteils als wenig glaubwürdig und die Figurendynamik (Frauen, die Opfer eines kontrollierenden Mannes werden) ebenfalls als überstrapaziert.

Die abgründige Auflösung und der großartige Schreibstil trafen vollkommen meinen Geschmack.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Verschwundene Kunst, Familiengeheimnisse, romantische Gefühle und Super-Dönerman

Nachrichten aus dem Inneren der Katze
1

Die 17-jährige Sylvie wohnt in einem Kaff und möchte so schnell wie möglich wegziehen, denn es nervt sie, dass sie in Grellrode andauernd Leute trifft, die zu viel über sie wissen. Um Geld dafür zu verdienen, ...

Die 17-jährige Sylvie wohnt in einem Kaff und möchte so schnell wie möglich wegziehen, denn es nervt sie, dass sie in Grellrode andauernd Leute trifft, die zu viel über sie wissen. Um Geld dafür zu verdienen, jobbt sie in einem Kunstmuseum. Doch eines Morgens fehlt das einzige Bild, das ihr gefällt: “Nachrichten aus dem Inneren der Katze”. Wieso meldet ihr Chef den Diebstahl nicht? Warum verhält sich ihre exzentrische “Tante” plötzlich noch merkwürdiger als sonst? Weshalb ist Sylvie die Einzige, die sich über den Diebstahl aufregt? Wieso wird sie gefeuert? Sie arbeitete während der Öffnungszeiten als Aufsichtskraft und das Bild ist über Nacht verschwunden. Zum Glück findet sie schnell einen neuen Job. Dort lernt sie den viel zu gutaussehenden, mysteriösen Paul kennen, woraufhin eine turbulente Reise in die Geheimnisse der Vergangenheit beginnt …

Der lebendige Erzählstil ist absolut mitreißend, die kauzigen Figuren sind herzallerliebst und die skurrile Handlung mit Substanz macht Spaß!

“Nachrichten aus dem Inneren der Katze” ist ein großartiger Coming-of-Age Roman: humorvoll, voller geistreicher, süßer, schräger Beobachtungen, ereignisreich, bewegend sowie spannend!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Ich bin nicht begeistert

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?
1

Was mir nicht gefallen hat:

- Einige entscheidende Elemente erinnerten mich an zwei sehr bekannte Thriller und diese Elemente sind in den entsprechenden beiden Büchern mMn überzeugender gestaltet.

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Was mir nicht gefallen hat:

- Einige entscheidende Elemente erinnerten mich an zwei sehr bekannte Thriller und diese Elemente sind in den entsprechenden beiden Büchern mMn überzeugender gestaltet.

- Ich fand die Darstellungen der Protagonistinnen unglaubwürdig (sehr naiv, sehr leicht zu beeindrucken, mangelnde psychologische Plausibilität).

- Die meisten Wendungen ergaben für mich eher wenig Sinn.

- Ich fand die Handlung insgesamt konstruiert, den Erzählstil schlicht und vieles klischeehaft.

- Der Humor, der mich in vielen Büchern der Autorin begeisterte, kam mir hier zu kurz.

- Nervenaufreibend wurde es für meinen Geschmack erst zum Ende hin.

Was mir gefallen hat:

- Aufgrund der Prämisse ist mMn durchgehend eine subtile Spannung vorhanden.

- Womöglich ist mehr Humor vorhanden, als ich wahrgenommen habe; mich erreichten nur zwei Stellen – die haben mir dafür umso besser gefallen.

- Die letzte Überraschung fand ich toll.

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