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Veröffentlicht am 22.10.2020

Eusebius und sein turbulentes Leben

Der Halbbart
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Eusebius ist ein armer Bauernjunge, der mit seiner Mutter und seinen beiden Brüdern zusammen in einem kleinen Haus in einem Alpental wohnen. Doch nicht nur ihr bescheidenes Leben als auch ihr eigenen Leben ...

Eusebius ist ein armer Bauernjunge, der mit seiner Mutter und seinen beiden Brüdern zusammen in einem kleinen Haus in einem Alpental wohnen. Doch nicht nur ihr bescheidenes Leben als auch ihr eigenen Leben ändert sich radikal mit dem Unfall seines Bruders Geni, der bei Holzfallarbeiten schwer verletzt wird. Nahezu zeitgleich taucht plötzlich Halbbart auf, ein schwer gezeichneter Mann, der alles verloren hat und nach langer Flucht nun in Eusebius Tal gestrandet ist. Nach dem Unfall von Geni wird zwar sein Bein gerichtet und auch versorgt doch will es nicht heilen, auch nicht mit noch so vielen Gebeten, die ihnen die Mönche aufgetragen haben. In seiner Not eilt er zu Halbbart, der ihn erklärt wenn Geni überleben soll muss das Bein entfernt werden. Das geschieht und Geni überlebt. Doch nun fangen die Probleme erst richtig an. Geni kann nicht mehr mithelfen. Um einen Esser wenige zu haben wird Sebi nun in ein Kloster geben, aus dem er nach einem düsteren Ereignis flieht. Um Sebi zu schützen wird er unter anderen Namen bei einem Schmied versteckt. Unterdessen stirbt die Mutter und die beiden restlichen Brüder Geni und Poli treiben mehr und mehr auseinander. Dann taucht auch noch ihr Onkel auf, ein ehemaliger Soldat und damit kehrt auch der Krieg in das Tal. So wird Abt des Klosters überfallen und getötet und Horden von gewalttätigen Exsoldaten sorgen für jede Menge Chaos, Angst und Unruhe. Er will sogar Sebi zum Soldaten machen, doch Sebi hat andere Pläne und macht sich auf den Weg zu Geschichtenerzählerin um dort ihr Handwerk zu erlernen. Als er dann nach längerer Zeit in sein Tal zurückkehrt ist nichts mehr wie es war. Geni sein Bruder, der die Gemüter beruhigen sollte und damit den Grundstein für Frieden legen sollte wird verschleppt. Doch es kommt noch viel schlimmer. Poli hat schon wieder ein Fehnchen gegründet und viele um sich gescharrt. Doch er ist nur ein kleines Rad im Getriebe in den Machenschaften eines leibhaftigen Teufels, der über Leichen geht nur um des Ruhmes willen.

Der Autor schafft es den Leser in eine längst vergangene Welt zu entführen. Dies gelingt ihm durch einen naiven ja kindlichen Erzählstil um den Leser nicht nur das Grundgerüst des Mittelalters das Leben, Arbeiten und soziales Grundgerüst zu erklären, sondern auch die Abgestumpftheit und Brutalität aber auch die Gottesgläubigkeit und den allgegenwärtigen Teufel.

Der Handlungsrahmen umfasst mehrere Jahre, in dem das Leben und Wirken von Eusebius im Mittelpunkt steht. An sich finde ich es wirklich interessant die verschiedenen Lebensetappen von Sebi kennenzulernen, jedoch kam es einen dann zeitweise wirklich so vor als würde immer wieder das gleiche oder in abgewandelter Form erzählt. Keine Frage man kann wirklich viel über das Leben im Mittelalter lernen aber in der Mitte des Buches hatte ich einen ziemlichen Hänger. Kurz gesagt der Autor hätte ruhig an der einen oder anderen Stelle, die Handlung ein wenig straffen können.

Die Figuren fand ich richtig gut beschrieben auch warum und wieso so gehandelt haben, wie sie es taten. Obwohl das Buch ja „Der Halbbart“ heißt spielt der Sebi ja eigentlich die Hauptrolle. Schade fand ich persönlich, dass das Katterlie irgendwann im Kloster verschwunden ist. Dafür kamen dann immer mehr Figuren und der Personenkreis wurde immer größer, was zeitweilig ziemlich unübersichtlich war. Und der Halbbart mit dem man Anfangs Mitleid hatte, von den man dann dachte ok scheint doch ein ganz netter zu sein, entwickelte sich dann in eine Richtung, die man nicht für möglich gehalten hatte.

Fazit: Ein recht umfangreicher historischer Roman, der nicht nur verständlich sondern auch so geschrieben ist, das man sich alleine durch den naiven Erzählstil, leicht in die Zeit denken kann. Wer nicht vor langen historischen Romanen zurückschreckt ist hier genau richtig, nicht zuletzt wegen der genauen Beschreibungen sondern auch wegen dem ganz besonderen Erzählstil der es einen wirklich leicht man sich in die Geschichte hinein zu versetzen.

  • Cover
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 20.10.2020

Für Vielfalt und Toleranz

Sophie und die Magie - Bio, Deutsch und Zauberei
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Sophie besucht seit kurzem die 5. Klasse an einer ganz besonderen Schule. Denn in dieser Schule werden nicht nur ganz normale Kinder unterrichtet sondern auch ganz besondere. Das Besondere an diesen ganz ...

Sophie besucht seit kurzem die 5. Klasse an einer ganz besonderen Schule. Denn in dieser Schule werden nicht nur ganz normale Kinder unterrichtet sondern auch ganz besondere. Das Besondere an diesen ganz besonderen Kindern ist das sie magische Fähigkeiten besitzen. Die ganze Zeit war Sophie am rätseln wer von ihren Klassenkameraden magische Fähigkeiten hat und dann passieren gleich verschiedene Sachen auf einmal, woraufhin sich ihre ehemals beste Freundin abwendet. Den Anfang machen ein fliegenden Klassenbuch und die Erkenntnis, dass besondere Kinder einfach nur ganz normal wahrgenommen werden wollen. Denn als sich eine neue Banknachbarin zu ihr gesellt eröffnet sich eine ganz andere Welt. Und plötzlich geben sich die magischen Kinder sich ihr zu erkennen. Das ganz große Abenteuer beginnt jedoch als eine kleine Meerjungfrau in ihre Klasse kommt. Und dann ist ja auch noch das vermisste Einhorn. Und die neue Clique aus magischen und nichtmagischen Kindern macht sich auf die Suche nach diesem Einhorn. Aus einem Verdacht wird Gewissheit und eine Rettungsaktion wird eingeleitet bevor es zu spät ist.

Die Autorin besticht durch einen mitreizenden Schreibstil, der Jung und Alt in seinen Bann zieht. Sie nimmt sich der Themen Vielfältigkeit und Toleranz an und würzt diese beiden Themen mit etwas Magie und Wirklichkeit und schafft es Kinder als kleine Erwachsene zu behandelt.

Die Handlung hat mich sehr schnell begeistert, vor allem wie sie die Geschichte erzählt hat. Eine Klasse die erst vor kurzem zusammengewürfelt wurde und sehr vielfältig ist. So wird das besondere schon bald als normal angesehen. Und die Kinder so akzeptiert wie sie sind ganz ohne Vorurteile mit allen ihren Begabungen und auch Schwächen.

Auch wenn Sophie im Mittelpunkt des Geschehens steht, ist das Besondere an ihr das sie offen ist für andere Menschen. Sie behandelt Kinder mit ihren Eigenheiten vollkommen normal. Für sie ist der Charakter entscheiden und grenzt besondere Kinder nicht aus nur weil sie andere Begabungen oder aber Einschränkungen haben.

Besonders gelungen fand ich die grafische Gestaltung des Buches und das die Geschichte immer wieder durch netter Illustrationen aufgelockert wurde. Nett fand ich auch die Idee von dem Kreuzworträtsel und dem Rezept. Ich denke es würde sich sehr gut als Schullektüre für Kinder in der Grundschule eignen.

Fazit: Ich bin absolut von diesem Kinderbuch begeistert, da es sich den Themen Vielfältigkeit und Toleranz auf einer ganz besonderen Ebene nähert ohne dabei oberlehrerhaft zu argumentieren. Nicht nur die Umsetzung sondern auch die Figuren finde ich richtig gut gelungen sondern auch die Gestaltung des Buches. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Lesen lohnt sich!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2020

zeitweillig ganz schön verwirrend

Die App – Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst.
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Der Arzt Hendrik wird mitten in der Nacht zu einem Einsatz gerufen, als er heimkehrt ist seine Verlobte spurlos verschwunden. Nachfragen bei Familie und Bekannten verlaufen im Sande. Die Polizei ist auch ...

Der Arzt Hendrik wird mitten in der Nacht zu einem Einsatz gerufen, als er heimkehrt ist seine Verlobte spurlos verschwunden. Nachfragen bei Familie und Bekannten verlaufen im Sande. Die Polizei ist auch nicht sonderlich hilfreich, da diese davon ausgeht das Hendriks Verlobte ihn verlassen hat. Doch Hendrik gibt nicht auf und schaltet einen Facebookaufruf. Neben vielen sehr vielen Nachrichten, die ihn nicht weiterhelfen, entsteht ein Kontakt zu einer Frau, deren Mann Journalist ist und nun ebenfalls verschwunden ist. Dann taucht auch noch die junge Psychologiestudentin Alexandra auf. Mit ihnen verfolgt Hendrik jede mögliche Spur um seine Verlobte wiederzufinden. Immer wieder kontaktiert er die Polizei und berichtet was er herausgefunden hat, doch die Polizei ermittelt in seinen Augen nur halbherzig. Dann fangen auch noch die Kriminalbeamte, mit denen er im regen Kontakt steht an sich seltsam zu verhalten. Und sein Smart Home System Adam entwickelt ein seltsames Eigenleben. Viel zu spät bemerkt er in welche Gefahr er sich gebracht hat, als bewegungsunfähig in einem Keller aufwacht.

Der Bitte des Autors folgend, werde ich eine bedeutende Einzelheit auslassen.

Auch wenn der Autor es schafft den Leser mit Schreibstil und Ideenreichtum zu fesseln, konzentriert er sich aus meiner Sicht auf zu viele Sachverhalte und schweift an einigen Stellen doch sehr weit vom eigentlichen Thema ab.

Am Anfang ist man von den vielen Möglichen Szenarien, die sich auch den vielen Handlungssträngen ergeben. Es macht richtig Spaß, in die vielen kleinen und größeren Hinweise alles Mögliche hineinzuinterpretieren. Doch diese Faszination schlägt einfach irgendwann in Frust um, da immer mehr Handlungsstränge dazukommen, die selten weitergeführt werden und als lose Anker in der Luft hängen. Gleichzeitig kommen immer neue Wendungen hinzu, so dass man als Leser dann vor einen riesigen Haufen wirrer Handlungsstränge sitzt und schlichtweg den roten Faden verloren hat. Auch wenn das Ende und die Auflösung einfach grandios ist, ist es nicht unbedingt der Weg dorthin.

Die Protagonisten sind richtig gut ausgearbeitet und warten mit der einen oder anderen Überraschung auf. Man fühlt richtig mit Hendrik und den Opfern und ihrer Verzweiflung und Todesangst mit. Und die eine oder andere Überraschung die der Autor in der Entwicklung der verschiedenen Protagonisten bereit hält ist wirklich gelungen. Vor allem die Undurchsichtigkeit der Bösewichter, die man wirklich erst am Ende enttarnt, obwohl zumindestens einer bei mir recht schnell ins Visier gekommen ist. Von dieser Warte aus hat der Autor es also durchaus geschafft den Leser erfolgreich in die Irre zu führen. Was mich dann aber gestört hat, war das einige Figuren ziemlich ähnliche Namen hatten, was die Orientierung dann noch mal erschwert hat.

Was mich allerdings wirklich im Lesefluss massiv gestört hat, waren die Textabschnitte in kursiver Schrift, diese sind für Leser alles andere als schön, da hätte es ganz gewiss auch andere Lösungsmöglichkeiten gegeben in dem man Beispielsweise ein Datum und eine Uhrzeit angegeben hätte oder eine andere Schriftart, aber einen Text in Kursiv zu setzen, beim Leser hemmt das einfach den natürlichen Lesefluss. Auch wenn er nachvollziehbar einen dramatischen und auch Spannungseffekt hat.

Fazit: Nachdem ich vor einiger Zeit ein Thriller gelesen habe, der einen ähnlichen Kontext behandelte muss ich hier leider sagen, dass die Idee von Strobel richtig gut war vor allem die Verpackung mit dem Home System Adam, jedoch war die Umsetzung hier leider alles andere als gut gelungen. Auch wenn es viele Kliffhänger gibt und viele falsche Fährten konnte mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen.

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Veröffentlicht am 10.10.2020

ein Erstkontakt mit dramatischen Folgen

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
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Kira und ihr Team erforschen einen fernen Planeten auf denen bald eine Kolonie entstehen soll. Doch am letzten Tag, wo sich alle schon auf den Aufbruch vorbereiten, stolpert Kira über Überreste einer alten ...

Kira und ihr Team erforschen einen fernen Planeten auf denen bald eine Kolonie entstehen soll. Doch am letzten Tag, wo sich alle schon auf den Aufbruch vorbereiten, stolpert Kira über Überreste einer alten Zivilisation. Bei diesem ersten Kontakt mit den Überresten wird sie mit einem Xeno kontaminiert. Als sie dann mit ihrem Team zusammentrieft überschlagen sich die Ereignisse förmlich. Denn das Xeno wird plötzlich aktiv und attackiert ihr Team und umhüllt Kira vollständig. Und nun schaltet sich das Militär ein und zu allem Überfluss taucht auch noch eine fremde Spezies auf. Doch Anstelle eines freundlichen Erstkontaktes kommt es zu erbarmungslosen Kämpfen und Zerstörung. Kira wird von einem Frachter namens Wallfisch aufgegriffen und gerettet. Nach und nach hat sie den Mut der Crew und ihren Kapitän die Wahrheit zu erzählen. Und nun beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Ihr Ziel der blaue Stab, doch diesen finden sie nur zerstört vor. Doch der Schlund bedroht das Universum und die Menschen und Jellys schließen sich zusammen um ihn und seine Abkömmlinge zu vernichten. Doch um den Schlund zu vernichten muss Kira eine Entscheidung treffen, die weitreichende Folgen für ihre Existenz hat. Und im Dunkeln des Universums schlummert noch ein viel größeres Ungemach…

Der Autor hat es geschafft mich in eine andere Welt zu entführen. Ich konnte das Buch vielmehr diesen Welser einfach nicht mehr beiseite legen. Was mich jedoch sehr gestört hat war dieser hohe technische Anteil. Dem gegen über die spektakulären bildlichen Beschreibungen, die man förmlich direkt vor Augen hat.

Die Geschichte an sich ist nicht nur spannend und auch wirklich packend aber (ja das berühmte aber) zum einem ist sie viel zu Technik belastet und in weiten Teilen auch viel zu langatmig geschrieben. Ich hätte mir hier und da ein wenig mehr Tiefe gewünscht und all die Informationen im Anhang hätten sich doch als nützliche Informationen viel besser im Roman selbst gemacht. Sinnvoll in Unterhaltungen eingebracht hätten sie den Lesefluss positiv beeinflusst. Die Idee der Kommunikation über Gerüche ist was neues, jedoch für den Leser in dieser Darbietung eher störend. Wenn der Autor dann schon ab einer Stelle einen Übersetzungsmechanismus einsetzt, warum dann nicht durchgängig? Auch ist die Geschichte in vielen Teilstücken eher unrund. Erst gegen Ende wird es dann richtig spannend und auch wieder rund.

Die Figuren und nicht nur die Hauptfiguren wachsen einen unglaublich ans Herz. Auch wenn ich hier und da ein wenig durcheinander geraten bin, was an der Vielzahl der Figuren lag. Nicht nur Kira sondern auch Falconie finde ich richtig gut. Sondern auch die ganzen Militärtypen so wie man sie sich vorstellt. Was mich allerdings dann ein wenig enttäuscht hat, ist das der Autor viel zuwenig Zeit in die Symbiose von Kira und dem Xeno gesteckt hat. Er eiert da ganz schön rum. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Spannend hingegen fand ich die Entwicklung der Figur Kira und Xeno. Anfangs wird es als Parasit betrachtet, dann als Waffe. Anschließend als Soft Blade und schließlich als Saat.

Fazit: Ein recht umfangreicher Welser für alle, die gerne in andere Welten abtauchen. Mal abgesehen vom hohen Technikanteil, erwartet den Leser ein bildgewaltiges Epos mit grandiosen Figuren, die einen ans Herz wachsen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Bin ja gespannt ob dieses Buch irgendwann verfilmt wird, den anbieten würde es sich.

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Veröffentlicht am 02.10.2020

Flüchtige Oberflächlichkeit in einer schnelllebigen Zeit

Turbulenzen
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Flüchtige Begegnungen rund um den Erdball, dass ist das was den Leser in diesen kurzen Roman erwartet. Flüchtig deshalb, weil die einzelnen Kurzgeschichten, wirklich nur Episoden sind, in denen kurz und ...

Flüchtige Begegnungen rund um den Erdball, dass ist das was den Leser in diesen kurzen Roman erwartet. Flüchtig deshalb, weil die einzelnen Kurzgeschichten, wirklich nur Episoden sind, in denen kurz und oberflächlich das Zusammentreffen zweier Menschen erzählt wird. Man lernt also eine Reihe von Menschen kennen, die scheinbar auf den ersten Blick nicht viel mit einander zu tun haben, außen das ihre Welt gerade sehr turbulent ist. Erst im Laufe des Romans wird klar, dass die Rahmenhandlung quasi von einer Familie bestimmt wird.

Der Autor legt zwar einen leichten und flüssigen Schreibstil an den Tag, jedoch bleibt er in den Betrachtungen über das Leben, der von ihm ausgewählten Menschen rund um den Erdball doch sehr oberflächlich. Er legt ein ums andere Mal den Finger in eine offene Wunde, sei es die Rolle der Frau in der Gesellschaft, Krebs, der Begriff der Familie in der modernen globalen Welt, prekäre Arbeitsverhältnisse. Alles betrachtet er eher unbeteiligt, hält dem Leser den Spiegel hin und springt dann weiter.

Ganz allgemein finde ich sämtliche Episoden bzw. Kurzgeschichten schlicht und einfach oberflächlich. Klar als Leser macht man sich einen Kopf, wie geht es mit den Personen weiter. Aber wenn man als Leser etwas mehr tiefer gehende Informationen möchte geht man hier ganz klar leer aus. Denn da alles nur angerissen wird und alles nur oberflächlich betrachtet und nur kurz der Schorf einer alten Wunde abgekratzt wird sieht man eben nicht, was da noch ist.

Natürlich gibt es Figuren, die man mag und andere ja mit denen liegt man gleich über Kreuz. Aber ich denke genau das ist das was der Autor wollte. Zum Nachdenken anregen. Jedoch denke ich auch, dass er sich es nicht nur bei der Handlung sondern auch bei den Figuren doch sehr einfach gemacht hat. Das Warum oder Wieso wird wenn überhaupt nur oberflächlich angedeutet. Als Leser ist man dann nur am rumrätseln und fragt sich dann auch, meine Güte warum erzählt er denn hier nicht weiter und gibt hier und da nicht noch diese wirklich wichtige Erläuterung, aber nein. Nichts. Daher wirken nicht nur die Figuren sondern auch die Handlung eher rudimentär als gut ausgearbeitet.

Fazit: Eine flotte Reise rund um den Erdball. Man erhält kurze oberflächliche Einblicke in das Leben anderer Menschen. Und Oberflächlichkeit ist genau das große Manko dieses Romans. Denn nicht nur die Handlung sondern auch die Figuren sind sehr oberflächlich ausgearbeitet. Diesem Roman hätte ein wenig mehr Tiefe wirklich gut gestanden. Eine kurze Lektüre für Zwischendurch, welche keine Begeisterungsstürme auslöst.

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