Perspektivwechsel
Gelbe MonsterIn den meisten Romanen, die das Thema häusliche Gewalt behandeln, sind die Täter männlich besetzt. Dieser Roman bricht mit diesem Klischee und berichtet aus der Sicht eines Täters aber aus der weibliches ...
In den meisten Romanen, die das Thema häusliche Gewalt behandeln, sind die Täter männlich besetzt. Dieser Roman bricht mit diesem Klischee und berichtet aus der Sicht eines Täters aber aus der weibliches Perspektive herhaus.
Auffällig ist das die Protagonistin nicht nur eine vollkommen verzehrte Selbstwahrnehmung hat sondern grundsätzlich uneinsichtig in Bezug auf ihre Probleme ist. Sie nimmt wahr das alle sehr vorsichtig sind in ihrer Umgebung sind. Nur ist es nicht Vorsicht sondern schlicht und einfach Angst.
Die Protagonistin hält sich selbst für hässlich, dumm und überhaupt nicht attraktiv. Die Wahrheit ist sie ist hochintelligent, studiert Mathematik. Ist nicht nur hübsch und attraktiv sondern in der Kindheit auch traumatisiert worden, durch die Misshandlung eines Elternteil.
Nein dies soll stellt keine Entschuldigung oder Rechtfertigung für ihr Verhalten anderer Menschen gegenüber dar, vervollständigt aber das Bild von ihr.
Durch diese Vorgeschichte hat sie eine extrem kurze Zündschnur. Sie findet für jede ihrer Übergriffe eine Rechtfertigung. Vom Unrecht das sie begeht, dass sie Unrecht tut, dass sie ihre Mitmenschen, Freunde, Freund tyrannisiert, sie manipuliert, sie unterwirft, den Eigenen Willen und ihre Freiräume nicht akzeptiert nimmt sie nicht wahr.
Alles dreht sich um sie. Selbst ein Antiaggressionstraining und Therapie macht sie nur weil ihre längste Freundin ihr die Pistole auf die Brust setzt.
Im Rahmen dieses Training muss sie sich sich selbst stellen, ihren gewalttätigen Ausbruch nicht nur stellen sondern aufarbeiten. Als Leser ist man dabei an ihrer Seite. Ich persönlich wurde immer wütender auf die Protagonistin, da sie ihre Probleme immer bagatellisierte und herunterspielte. Immer aber auch wirklich immer fand sie eine Rechtfertigung, immer haben alle anderen Schuld nur sie nicht.
Das Cover ist einfach ein richtiger Blickfang und passt perfekt zum Buch.
Fazit: Ein wirklich gelungener Roman der sich mit häuslicher Gewalt beschäftigt, die von Frauen ausgeht. Dabei wird explizit dargestellt wie schnell eine Situation eskalieren kann und wie eingeschüchtert das Umfeld der Täterin ist. Lesenswerter Roman