Profilbild von SophiaDango

SophiaDango

Lesejury Star
offline

SophiaDango ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SophiaDango über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2026

Unterhaltsamer, britischer Cozy Crime mit einem ermittelnden Seniorenquartett

Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1)
0

In der Seniorenresidenz Coopers Chase geht es alles andere als gemütlich und ruhig zu: gemeinsam mit drei anderen Bewohnern trifft sich die Seniorin Joyce jeden Donnerstag zum "Donnerstagsmordclub". Dort ...

In der Seniorenresidenz Coopers Chase geht es alles andere als gemütlich und ruhig zu: gemeinsam mit drei anderen Bewohnern trifft sich die Seniorin Joyce jeden Donnerstag zum "Donnerstagsmordclub". Dort schauen sie sich alte und ungelöste Kriminalfälle an und recherchieren dazu. Durch ihre früheren Berufe und Verbindungen kann jeder seinen Teil dazu beitragen, den Rätseln ein Stück auf die Spur zu kommen. Als direkt vor ihrer Hautür ein Mord passiert, ist ihr aller Ermittlerinstinkt geweckt. Gemeinsam mit den ermittelnden Detectives der Polizei wollen sie dem Mörder auf die Schliche kommen.

Ich hatte schon viel von der Reihe um den "Donnerstagsmordclub" gelesen und wollte mir nun auch den ersten Band vornehmen. Die Idee um ermittelnde Senioren in einem Mordfall ist zwar nicht neu, aber hier sehr lustig und gut verpackt. In übersichtlich langen Kapiteln wechseln sich die normale Erzählperspektive mit Tagebucheinträgen von Joyce ab. Die vier Senioren, allen voran Joyce, muss man einfach gerne haben. Sie schießen oft über das Ziel hinaus, sind aber mit Leidenschaft, Ehrgeiz und vor allem viel Zeit bei den Ermittlungen dabei. Auch die ermittelnden Detectives sind toll gezeichnet und vor allem Donna passt hervorragend zum ermittelnden Seniorenquartett. Generell spielt der Autor hier mit den Klischees rund um Seniorenheimen und der Polizei sowie deren Charaktere, oft musste ich auch schmunzeln, weil es an manchen Stellen schon sehr klischeehaft wirkt.
Ein großer Kritikpunkt sind für mich allerdings die vielen Personen, die in der Handlung vorkommen. Gefühlt jeder ist verdächtig und mit den Namen kam ich zu oft durcheinander. Vielleicht wäre ein Personenverzeichnis hier hilfreich gewesen. Auch die Auflösung zog sich für mich zu sehr in die Länge und wurde immer komplizierter, vor allem mit den vielen Charakteren und mehreren Handlungssträngen in der Vergangenheit.

"Der Donnerstagsmordclub" ist perfekt zum Zwischendurch-Lesen, solange man den Überblick über die Figuren und das Geschehen behält, ist es ein kurzweiliger und unterhaltsamer, britischer Cozy Crime.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Wichtiges und aufwühlendes Buch über ein Leben ohne Privatsphäre in den sozialen Medien

Please unfollow
0

Die siebzehnjährige Sherry landet in einem Programm für straffällige Jugendliche in der Sächsischen Schweiz. Davor war sie ein Internet-Star: gemeinsam mit ihren Eltern stand sie seit ihrer Adoption als ...

Die siebzehnjährige Sherry landet in einem Programm für straffällige Jugendliche in der Sächsischen Schweiz. Davor war sie ein Internet-Star: gemeinsam mit ihren Eltern stand sie seit ihrer Adoption als Baby vor der Kamera für die sozialen Medien. Ihre Eltern haben dort alles gezeigt: von Krankheiten über das erste Mal verliebt sein bis zu Videos im Bikini und in Unterwäsche. Kann Sherry nach all dieser ungewollten Aufmerksamkeit in dem Programm, wo sie keiner kennt, endlich zu sich selbst finden?

Das Buch schildert eindrücklich und ungefiltert ein gefährliches Problem unserer digitalen Zeit und welche Risiken das dauerhafte Auftreten und Präsentieren in den sozialen Medien haben kann. Die Geschichte wird aus Sherrys Ich-Perspektive erzählt: ungefiltert und ungeschönt lässt sie uns an ihren Gedanken teilhaben. In Rückblenden werden Videos der Familie beschrieben, die ihre Eltern im Internet hochgeladen haben. Man merkt sofort, was in dieser Familie gewaltig schief läuft. Die minderjährige Sherry muss, oft gegen ihren Willen, vor die Kamera, denn die Follower wollen versorgt werden. Besonders schwer zu ertragen sind die Kommentare unter den Videos, die ebenfalls im Buch vorkommen. Ungeniert schlägt der Familie der Hass entgegen und auch Sherry, die noch ein Kind ist, wird ungefragt kommentiert.
Sherry selbst macht eine bemerkenswerte Entwicklung durch und lernt sich das erste Mal in ihrem Leben selbst kennen. Auch die Nebenfiguren wie die anderen Jugendlichen im Programm und das Personal dort werden toll und detailliert beschrieben. Sherry ist mir sofort sympathisch gewesen, sie kämpft für Normalität, die sie so verdient hat und die doch nicht selbstverständlich ist. Die Eltern Anton und Merle haben mich durchweg fassungslos und wütend zurückgelassen. Profit und Erfolg stellen sie über dem Wohl von Sherry unter dem Deckmantel, dass Sherry es ja so gut hat, viele Freunde und tolle Kooperationen mit Marken.

Das Buch macht wütend und fassungslos, gleichzeitig gibt es dem Leser aber auch Mut, denn Sherrys Entwicklung zeigt, dass man heilen kann, wenn man als Mensch gesehen und respektiert wird. Aktueller denn je hat Basma Hallak ein aufrüttelndes und zutiefst ehrliches Jugendbuch geschrieben, das mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte. Unbedingte Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2026

Tolle Idee, aber leider für mich nicht gut umgesetzt, die Handlung und Charaktere bleiben zu flach

Yu-jins Bücherküche der großen Träume
0

Yu-jin entflieht dem Trubel von Seoul und eröffnet in Soyangri ein Buchcafé mit einer Pension. Dort, wo die Pflaumenbäume blühen und duften, schafft sie einen Ort des Innehaltens, Nachdenkens und Zusammenkommens. ...

Yu-jin entflieht dem Trubel von Seoul und eröffnet in Soyangri ein Buchcafé mit einer Pension. Dort, wo die Pflaumenbäume blühen und duften, schafft sie einen Ort des Innehaltens, Nachdenkens und Zusammenkommens. Immer mehr Menschen finden ihren Weg in die Bücherküche mit ganz unterschiedlichen Schicksalen und Problemen. Alle eint, dass sie in der Bücherküche einen Zufluchtsort und wieder zu sich selbst finden können.

Mich konnte die Geschichte leider trotz der tollen Ausgangslage und -idee nicht abholen. Das Cover passt gut zur Geschichte, aber wäre mir in der Buchhandlung mit seinen Pastellfarben eher weniger aufgefallen. Kapitelweise wird die Geschichte einer Figur erzählt, die in die Bücherküche kommt. Dabei spielen Yu-jin und ihre Mitarbeiter meist eher eine Nebenrolle. Die Figuren werden gut beschrieben, aber das Buch erinnert insgesamt eher an eine Kurzgeschichten-Sammlung, deren Kapitel nur lose miteinander verwoben sind. Im Schnelldurchlauf werden die Figuren mit ihren Sorgen und Problemen vorgestellt bevor sie in die Bücherküche kommen. Dabei plätschert die Handlung dahin, mich konnten die Geschichten nicht fesseln und das Weiterlesen fiel mir schwer. Auch mit den Namen habe ich mich schwer getan, ein Personenregister oder -verzeichnis hätte sicherlich geholfen, die Charaktere zuordnen zu können.
Yu-jin als zentrale Figur kam mir viel zu kurz auch wenn ihre Geschichte im letzten Teil nochmal aufgegriffen wird. Die angepriesenen Buchempfehlungen und tollen Gerichte aus dem Klappentext hätten auch mehr Raum verdient. Der Erzählstil ist neutral, an vielen Stellen aber auch fast schon poetisch, so gut es mit der Übersetzung zumindest gelingt.
Ich konnte mit keiner Figur wirklich mitfiebern oder mitfühlen, allgemein bleiben sie zu blass und werden mehr "abgehandelt" als dass ich wirklich eine Bindung aufbauen konnte.

Das Buch wird mir nicht in Erinnerung bleiben und ich musste mich an einigen Stellen durch die Geschichte quälen. Es ist eine seichte Geschichte, die vor sich hin plätschert, aber mich nicht fesseln konnte. Schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2026

Absolute Leseempfehlung für diese besondere Geschichte, die nachhallt

Treppe aus Papier
0

Ein Haus, das Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wird, erzählt die Geschichte seiner Bewohner. Aus seiner Sicht lernen wir Menschen kennen, wie sie sich streiten, leben, denken und fühlen. Dem Haus bleibt ...

Ein Haus, das Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wird, erzählt die Geschichte seiner Bewohner. Aus seiner Sicht lernen wir Menschen kennen, wie sie sich streiten, leben, denken und fühlen. Dem Haus bleibt fast nichts verborgen, es überdauert und erzählt von Gegenwart und Vergangenheit. In der Gegenwart schreibt Nele, die mit ihren Eltern im Haus wohnt, bald eine Geschichtsklausur zum Thema Naionalsozialismus. Zufällig begegnet sie der 90-jährigen Irma im Haus und sie erfährt von ihrer Vergangenheit in der NS-Zeit. Nele kommt immer mehr ins Grübeln: was weiß sie von ihrer Familie aus dieser Zeit? Auch Irma stellt sich der Vergangenheit, wegen der sie sich immer noch schämt.

Es gibt sie noch, diese Bücher, die ganz besonders sind und nachhallen, die man gar nicht beenden möchte, weil man direkt merkt, dass die Geschichte besonders ist. Ganz besonders ist die Erzählperspektive des Hauses. Es erzählt in der Wir-Form, denn es sind viele: Fenster, Treppen, Wände, Türen usw. Die Handlung reicht von ungefähr 1920 bis in die Gegenwart und wir erfahren alles aus der fast schon allwissenden Sicht des Hauses.
Dem Autor gelingt mit dieser besonderen und einmaligen Erzählperspektive und seinem Schreibstil, den Leser eintauchen zu lassen in Vergangenheit und Gegenwart. Beides vermischt sich, oft auf einer Seite oder satzweise abwechselnd. Stakkatoartig werden Ereignisse oder Dinge runter erzählt, dann wieder fast poetisch beschrieben. Dieser abwechslungsreiche Schreibstil macht das Lesen zu einem Vergnügen. Oft dachte ich beim Lesen, dass die Welt ein kleines bisschen besser wäre, wenn alle Menschen mehr denken würden wie das Haus, das erzählt - offener, toleranter und aufmerksamer.
Neles Gefühlwelt wird ebenso hervorragend beschrieben wie der Zwiespalt, den Irma fühlt. Ebenso die wichtigen Thema des Nationalsozialismus und das Vergessen werden toll eingebaut. Auf der einen Seite ist Nele, die wissbegierig ist, hinterfragt, infrage stellt. Auf der anderen Seite ihre Eltern, die stets betonen, ihre Familien hätten in der NS-Zeit nicht auf der falschen Seite gestanden und Neles Fragen abtun als unwichtig - ein grandioses Beispiel, wie in der heutigen Zeit mit dem Thema Nationalsozialismus in zwei unterschiedliche Richtungen umgegangen wird.

"Treppe aus Papier" ist für mich ein wichtiges, aktuelles und spannendes Buch, das mit seiner Erzählperspektive, seinem Schreibstil und der Handlung auf ganzer Linie überzeugt. Unbedingt lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2026

24 Kapitel in 12 tollen Kurzgeschichten - perfekt für die Vorweihnachtszeit

A Season of Love and Secrets
0

In zwölf Geschichten, die sich jeweils über zwei Kapitel erstrecken, werden Geschichten rund um die romantische Weihnachtszeit mit Herzklopfen und Überraschungen erzählt. Zwölf Autoren nehmen den Leser ...

In zwölf Geschichten, die sich jeweils über zwei Kapitel erstrecken, werden Geschichten rund um die romantische Weihnachtszeit mit Herzklopfen und Überraschungen erzählt. Zwölf Autoren nehmen den Leser mit auf die Reise und versüßen einem die Vorweihnachtszeit.

Erstmal finde ich das Cover und die Aufmachung des Buches wunderschön mit Farbschnitt, der tollen Haptik des Buchumschlags und den kleinen Illustrationen vor jedem Kapitel. Das macht wirklich was her und Lust auf die Weihnachtszeit. Jedes Kapitel hat genau die richtige Länge, sodass man das Buch wirklich gut als "Adventskalender" lesen kann.
Einige Autorinnen kannte ich noch nicht und die Kurzgeschichten waren perfekt um den Schreib- und Erzählstil kennenzulernen. Jeder Autorin hat ganz eigene und besondere Wintermomente geschaffen und man kann sich jeden Tag auf neue Überraschungen und Geschichten freuen.
Die Kurzgeschichten hatten meist überraschend viel Tiefe auf wenigen Seiten und waren abwechslungsreich. Natürlich können einen nicht alle Geschichten und Autor
innen gleichermaßen begeistern, aber ich habe mich jeden Tag gefreut, in eine Welt einzutauchen - man macht Halt in München und New York, ist in der wirklichen Welt und Fantasiewelten unterwegs.

"A Season of Love and Secrets" ist perfekt um es sich in der Vorweihnachtszeit richtig gemütlich zu machen und jeden Tag in der meist stressigen Zeit im Dezember einen Moment innezuhalten und in eine Geschichten abzutauchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere