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Soulbooks_forever

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2026

wunderschön

Zugvögel wie wir
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Es führt Momente, da reicht ein einziger Gedanke, um etwas in Bewegung zu setzen. Bei mir war es dieser Titel und plötzlich stand die Frage im Raum, wie viel Zugvogel eigentlich in uns Menschen steckt. ...

Es führt Momente, da reicht ein einziger Gedanke, um etwas in Bewegung zu setzen. Bei mir war es dieser Titel und plötzlich stand die Frage im Raum, wie viel Zugvogel eigentlich in uns Menschen steckt. Noch bevor ich die erste Seite richtig gelesen hatte, spürte ich: Diese Geschichte wird mich nicht nur begleiten, sondern auch ein Stück weit verändern.

Und genau darin liegt die besondere Stärke von Julia Dibbern. Sie schreibt nicht einfach Geschichten, sie lädt ein, sich treiben zu lassen, öffnet innere Räume und schafft Bilder, die sich still und nachhaltig im Herzen verankern.
Im Mittelpunkt steht Eva, die sich, fast unbemerkt von sich selbst, auf eine Reise begibt, die weit über das hinausgeht, was sie zunächst erwartet. Was als spontane Entscheidung im Urlaub beginnt, wird zu einem Weg voller Begegnungen, Fragen und leiser Erkenntnisse. Sie folgt einem Kranich Richtung Süden, zunächst nur ein Stück, doch bald wird aus diesem „ein Stück“ ein echtes Abenteuer. Eine Reise, die nicht nur durch Landschaften führt, sondern tief nach innen.

Während sie in die Pedale tritt, entsteht etwas, das im Alltag oft verloren geht: Zeit. Zeit, um Gedanken zuzulassen, sich selbst zuzuhören und Schicht für Schicht näher an das heranzukommen, was man vielleicht lange übergangen hat.

Julia Dibbern erzählt diese Entwicklung mit einer Ruhe und Intensität, die mich sehr berührt hat. Ihre Sprache ist einfühlsam, klar und zugleich so bildhaft, dass ich das Gefühl hatte, selbst mitzufahren, den Wind zu spüren, die Stille auszuhalten, die kleinen und großen Begegnungen mitzuerleben.
Besonders bewegend fand ich, wie sich in Eva ein Traum entfaltet, von dem sie selbst nicht wusste, dass er in ihr lebt. Nichts daran wirkt laut oder überhöht und gerade deshalb fühlt es sich so echt an. Ich habe sie unglaublich gern begleitet, war ihr und ihrer Familie nah und hätte mir gewünscht, diese Reise würde einfach weitergehen.
Dieser Roman ist für mich mehr als eine Geschichte, er ist ein leises Nachklingen, eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, sich selbst wieder näherzukommen. Eine klare, sehr persönliche Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Überraschend, vielschichtig, fesselnd

Marconi und die schweigenden Lämmer
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Willkommen zurück in St. Peter-Ording, zurück bei Massimo Marconi, dem Münchner Italiener, den es an die raue Nordseeküste verschlagen hat.

Endlich gibt es einen neuen Toten. Makaber? Ja, ein bisschen ...

Willkommen zurück in St. Peter-Ording, zurück bei Massimo Marconi, dem Münchner Italiener, den es an die raue Nordseeküste verschlagen hat.

Endlich gibt es einen neuen Toten. Makaber? Ja, ein bisschen schon. Und doch bedeutet es vor allem eines: Wir dürfen Marconi wieder bei seinen Ermittlungen begleiten. Und nicht nur ihn, auch Eva und Jens sind wieder dabei, ebenso Hennie und Lennie, die beiden neuen Praktikanten auf der Polizeistation. Die zwei sind einfach ein Geschenk: herrlich komisch, voller Energie und mit bewundernswertem Eifer stürzen sie sich in den Fall.

Und der hat es in sich. Der skrupellose Immobilienhai Jonas Torp ist tot und zwar auf eine Weise, die alles andere als gewöhnlich ist, denn man könnte fast sagen: er ist doppelt tot. Für Marconi, Eva und Jens beginnt damit ein Rätsel, das sie so schnell nicht mehr loslässt.
Warum plötzlich Schafe eine entscheidende Rolle spielen, wer im Dunkeln zu leuchten scheint und weshalb Umweltaktivisten unerwartet in den Fokus rücken, all das müssen sie Stück für Stück entschlüsseln. Dabei stoßen sie auf Schweigen, auf Widerstände und auf Spuren, die ebenso rätselhaft wie faszinierend sind. Und natürlich bleibt auch die Kripo Flensburg davon nicht unberührt, sehr zu ihrem eigenen Ärger.

Doch der Fall ist nicht das Einzige, was Marconi umtreibt. Immer näher kommt er der Wahrheit über den Tod seines Bruders und damit auch einem unglaublichen Geheimnis, das eng mit der Gegenwart verknüpft ist. Diese persönliche Ebene verleiht der Geschichte eine zusätzliche Tiefe, die lange nachhallt.

Daniele Palu liefert mit diesem dritten Marconi-Roman ein Werk ab, das noch intensiver ist, als ich es erwartet hatte. Die Spannung ist greifbar, das Tempo hoch und das Buch aus der Hand zu legen, fühlt sich beinahe unmöglich an.
Was mich besonders begeistert, ist die Mischung: packende Spannung trifft auf feinen Humor, italienisches Temperament auf norddeutsche Gelassenheit. Fischbrötchen und Wortkargheit begegnen Leidenschaft und Herz und genau darin liegt ein ganz eigener Zauber.
Neben einem Mordmotiv, das spürbar sorgfältig recherchiert und eindrucksvoll ausgearbeitet ist, überzeugt vor allem der Schreibstil. Bildhaft, nahbar und atmosphärisch zieht er einen mitten hinein in die Geschichte. Man erlebt die Welt durch Marconis Augen, als Ermittler, der nicht nur einen Täter jagt, sondern auch in persönliche Verstrickungen gerät. Gleichzeitig eröffnen Perspektivwechsel neue Blickwinkel, die überraschen, irritieren und oft genau ins Schwarze treffen.
Mein Fazit:
Überraschend, vielschichtig, fesselnd und mit einer Intensität erzählt, die lange nachwirkt. Ein Ende, das nicht abschließt, sondern vielmehr verspricht: Jetzt geht es erst richtig los.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Spektakulär

Von Flammen & Verrat
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Selten hat ein Titel so perfekt gepasst wie bei dieser Geschichte. Schon beim Lesen wurde mir klar: Er könnte kaum treffender gewählt sein.

Was für eine spektakuläre Fortsetzung! Wirklich, ich bin immer ...

Selten hat ein Titel so perfekt gepasst wie bei dieser Geschichte. Schon beim Lesen wurde mir klar: Er könnte kaum treffender gewählt sein.

Was für eine spektakuläre Fortsetzung! Wirklich, ich bin immer noch ganz überwältigt. Und dann dieses Ende … Gänsehaut pur. Es hat mich vollkommen fasziniert zurückgelassen und gleichzeitig diesen dringenden Wunsch geweckt: Ich brauche unbedingt Band drei. Denn ganz ehrlich: so lässt man eine leidenschaftliche Bücherseele doch nicht zurück.

Lilly und Lucan befinden sich nach den Ereignissen des ersten Bandes in einer Lage, die nicht nur gefährlich ist, sondern jederzeit tödlich enden könnte. Genau diese ständige Bedrohung verleiht der Geschichte eine unglaubliche Spannung. Am liebsten würde ich jetzt so vieles erzählen, doch jedes Detail würde zu viel verraten, also bleiben meine Lippen versiegelt.
Was ich jedoch sagen kann: Dieses Buch habe ich regelrecht verschlungen. Von der ersten bis zur letzten Seite war ich vollkommen gefangen in der Anderswelt und in den Schicksalen all jener, die dort leben.

Mit kraftvollen Worten und eindrucksvollen Bildern erschafft Melanie Lane eine Welt, die ihresgleichen sucht. Eine Welt voller Engel, Assassinen, Ghoule, Dämonen und vieler weiterer faszinierender Wesen. Mit jedem Kapitel zog mich die Anderswelt tiefer in ihren Bann, es wurde intensiver, dramatischer, überraschender und vor allem immer einzigartiger.
Lilly ist mir in diesem zweiten Band noch einmal sehr viel näher ans Herz gewachsen. Und Lucan … nun ja, er bleibt der geheimnisvolle Assassine, dessen wahre Tiefe erst noch entdeckt werden will. Genau darauf freue ich mich ganz besonders.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Perfekter Reihenabschluss

Riding The High
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Ich habe mich unglaublich darauf gefreut, wieder nach Silver Pines zurückzukehren, und „Riding the High“ hat mir wieder richtig schöne Lesestunden beschert. Schon nach wenigen Seiten hatte ich dieses vertraute ...

Ich habe mich unglaublich darauf gefreut, wieder nach Silver Pines zurückzukehren, und „Riding the High“ hat mir wieder richtig schöne Lesestunden beschert. Schon nach wenigen Seiten hatte ich dieses vertraute Gefühl, wieder mitten in der Kleinstadtwelt zu sein, mit all der Wärme, dem Chaos und den Emotionen, die diese Reihe für mich ausmachen.

Die Geschichte von Cole und Ginger beginnt mit einer spontanen Hochzeit in Vegas, die eigentlich geheim bleiben sollte. Cole ist Interims-Sheriff von Laurel Creek und gleichzeitig Single Dad, der alles dafür tut, seiner Tochter ein stabiles und liebevolles Zuhause zu geben. Ginger kommt dagegen aus einer ganz anderen Welt: Als Tochter eines Kongressabgeordneten steht sie ständig im Rampenlicht und unter großem Druck, immer perfekt zu wirken. Gerade dieser Gegensatz zwischen ihnen hat die Geschichte für mich besonders spannend gemacht.
Was mir besonders gefallen hat, war die Dynamik zwischen Cole und Ginger. Zwischen den beiden knistert es spürbar, gleichzeitig gibt es viele emotionale Momente, in denen ihre verletzlichen Seiten sichtbar werden. Ich habe beim Lesen wirklich mit ihnen mitgefühlt und wollte unbedingt wissen, wie sich ihre Geschichte weiterentwickelt.

Natürlich gibt es ein paar Entwicklungen, die man im Romance-Genre schon erahnen kann, und manchmal hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe in bestimmten Konflikten gewünscht. Trotzdem hat mich das Buch emotional abgeholt und ich habe die Zeit in Silver Pines sehr genossen.
Für mich ist das Buch eine gefühlvolle, spicy Cowboy/Police-Romance mit viel Herz und einer wunderbaren Small-Town-Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Wirklich wundervoll

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Nachdem mich bereits der erste Band der Dilogie „Die Bücherfrauen von Listland“ tief berührt und begeistert hat, habe ich mich voller Vorfreude auf diese Fortsetzung eingelassen und wurde reich belohnt.

Wieder ...

Nachdem mich bereits der erste Band der Dilogie „Die Bücherfrauen von Listland“ tief berührt und begeistert hat, habe ich mich voller Vorfreude auf diese Fortsetzung eingelassen und wurde reich belohnt.

Wieder begleitet man Anna, die Journalistin, die es zurück nach Sylt zieht. Dort trifft sie auf Fenja, die mir schon im ersten Band so sehr ans Herz gewachsen ist. Doch Annas Reise ist erneut von einer Suche geprägt: Sie möchte mehr über Martje erfahren, Fenjas verschollene Schwester. Schritt für Schritt öffnet sich dabei ein Geflecht aus lange verborgenen Geheimnissen, schmerzhaften Erinnerungen und überraschenden Wendungen.

Gabriella Engelmann nimmt uns mit auf eine bewegende Reise durch eine Familiengeschichte voller Gefühl und Tiefe. Schon im ersten Band war spürbar, dass ein einschneidendes Ereignis die beiden Schwestern auseinandergerissen haben muss. Als sich im Verlauf der Geschichte schließlich das ganze Ausmaß dieses Dramas offenbart, fühlte ich mich dem Geschehen so nah, als würde ich selbst mitten darin stehen. Mit großer Sensibilität und erzählerischer Kraft entfaltet die Autorin die Vergangenheit ihrer Figuren.

Ihre bildhaften Beschreibungen, die leisen Zwischentöne und die intensiven Emotionen haben mich gedanklich an die Nordsee getragen, nach Sylt, Amrum und Föhr. Beim Lesen konnte ich den Wind förmlich spüren, das Meer hören und die besondere Atmosphäre dieser Orte erleben. Ich habe mit den Figuren gehofft, gelacht und geweint und schließe die Bücherfrauen von Listland nun mit großer Zuneigung im Herzen.
Ihre Geschichte kennengelernt zu haben, fühlt sich für mich wie ein Geschenk an.

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