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Veröffentlicht am 20.09.2021

seichte Geschichte für Zwischendurch

Keeping Dreams
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„Das Feuer, das normalerweise in ihren Augen loderte, war heute nur eine kleine Flamme, kaum sichtbar. Sie wirkte nicht wie sie selbst.“
(Julian über Lily in Keeping dreams)

Worum geht’s?

Nach Faerfax ...

„Das Feuer, das normalerweise in ihren Augen loderte, war heute nur eine kleine Flamme, kaum sichtbar. Sie wirkte nicht wie sie selbst.“
(Julian über Lily in Keeping dreams)

Worum geht’s?

Nach Faerfax zu kommen war für Lily ein Neuanfang. Als aufstrebende Ballerina nahm ihre Karriere ein jähes Ende, als sie bei einem Unfall verletzt wurde. Seitdem hat es sich für sie ausgetanzt und sie lässt alles zurück, vor allem auch ihre Zwillingsschwester Rose, die den gemeinsame Ballett-Traum weiterleben kann. In Faerfax entpuppt sich Lilys Mitbewohnerin Julia jedoch als Julian – ausgerechnet der Campusaufreißer schlechthin. Von Anfang an fliegen zwischen beiden die Fetzen. Doch irgendwie ist da auch ein komisches Kribbeln…

Keeping Dreams ist Band 2 der Keeping-Reihe. Das Buch ist in sich geschlossen, die Charaktere der Vor- und Folgebände kommen jedoch schon vor.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Die Geschichte wird wechselnd durch Julian und Lily in der Ich-Perspektive erzählt. Die Geschichte verläuft linear. Der Schreibstil ist locker, angenehm lesbar und kann einen mitreißen. Das Buch beinhaltet Intimszenen.

Meine Meinung

Nach einem wirklich guten Band 1 freute ich mich sehr, nach Faerfax zurückzukehren. Mit Lily wird ein neuer Charakter eingeführt, aber die Clique aus Band 1 ist natürlich wieder am Start. Während Band 1 Star Romance war, hat man hier Roommates to Lovers mit einer Prise Enemies to Lovers. Auch die bereits angeteaserten Probleme um Lilys Unfall und Julians Familie klangen vielversprechend. Am Ende muss ich aber sagen, dass Keeping dreams eine zähe Sache für mich war.

Das erste Viertel vom Buch hat mir noch gut gefallen. Lily kommt an die Uni nach Faerfax, ein wenig erfährt man, wieso sie New York und ihre Familie hinter sich gelassen hat. Gebrochenes Herz, gebrochener Fuß, zerbrochene Träume – so kann man es zusammenfassen. Alles führte dazu, dass sie nicht mehr Ballett tanzen kann und nun versucht, ein neues Leben zu starten. Theaterwissenschaften ist dabei ihr Studienfach nach Wahl. Im Wohnheim landet sich in einer Wohnung mit Julian, der einen gewissen Aufreißertitel hat. Von Anfang an ecken die beiden aneinander an. Es war spritzig, teils unterhaltsam, manchmal emotional. So wirft Lily in einem emotionalen Ausnahmezustand ihre Ballettschuhe durch die Gegend und ausgerechnet da taucht Julian auf. Es war ein gewisses Feuer in der Story, doch diese Flamme erlosch leider zunehmend.

Seite um Seite vergeht, während Lily sich am Campus einfindet, in das Jahresprojekt einsteigt und dem Tanzen hinterhertrauert. Die im Klappentext erwähnte Zusammenarbeit von Julian und Lily ist unrichtig, sie arbeiten zwar zusammen an diesem riesigen „The greatest showman“ Projekt, haben aber genau gar keine Berührungspunkte. Zuhause streiten sie sich andauernd, aber durch Julians Clique, die Lily sofort liebevoll aufnimmt, haben sie auch viele Momente zusammen. Im weiteren Verlauf passiert etwa 200 Seiten irgendwie gar nichts. Es gibt wahnsinnig viel Drumherum, fast schon ausufernde Momente voller Unileben, ganz viele kleine Nebenstorys und wenig Greifbares in der Entwicklung von Julian und Lily. Bei über 500 Seiten habe ich echt einiges erwartet – geboten bekommen habe ich aber sehr wenig. Auch der Umgang mit den „Geheimnissen“ – es sind eigentlich keine – war eher mau. Lily entwickelt sich ganz solide und traut sich im Verlauf, ihre Geschichte mehr und mehr Leuten zu erzählen. Es ist eine tragische und unschöne Geschichte, ich bin aber auch ehrlich, dass ich nach dem Klappentext mehr erwartet hatte. Julians Familiengeschichte wird immer wieder sehr präsent eingebaut, insbesondere dadurch, dass er oft sehr kurzfristig nach Hause muss, aber so wirklich abholen konnte sie mich am Ende leider auch nicht. Es ist nicht so, dass das Buch ziel- oder planlos wirkt, ganz im Gegenteil. Aber es hat einen extrem flachen Spannungsbogen, ist in sogut wie jeder Hinsicht vorhersehbar oder zumindest erwartbar und die Liebesgeschichte ist okay, aber leider auch nicht mehr.

Ich hatte zu Keeping Secrets gesagt, dass es eines dieser Bücher ist, was man wirklich wahnsinnig genießen kann, obwohl die komplette Handlung ist recht überschaubar, aber vollkommen ausreißend ist, um das Buch ohne Längen zu füllen, aber eben auch nicht zu überladen. Das trifft bei Keeping Dreams für mich leider nicht zu. Im zunehmenden Verlauf des Buches – der Mittelteil ist wirklich einfach nur Drumherum mit bisschen Gezanke und dann jede Menge sexy time – habe ich teilweise sogar angefangen, ein wenig querzulesen, einfach weil ich immer auf das „jetzt geht’s los“ gewartet habe. Das letzte Viertel vom Buch präsentiert dann das gewohnte Drama, wobei es recht seicht ausfällt, zeigt aber immerhin starke Entwicklungen und vor allem Julian gewinnt deutlich an Rückgrat, während Lily Erkenntnisse und Perspektiven findet. Dennoch war der Weg bis dahin zäh, nur der wirklich gute Schreibstil konnte mich am Ball halten. Es tut mir wirklich im Herzen weh, aber das Buch hatte einfach zu viele Längen und zu viel Drumherum für mich. Auch einige Entwicklungen waren so lala. Julian zeigt relativ schnell seine verborgenen Superboyfriend-Qualitäten, während er natürlich beschwört, kein Beziehungsmaterial zu sein. Es ist generell so, dass vor allem Julian ordentlich einen mit dem Zaunpfahl verdient hätte und es manchmal fast schon anstrengend war, wie beide umeinander rumgetänzelt sind. Im Verhältnis ging Julian für mich auch etwas unter. Seine berufliche Zukunft wird angesprochen, aber irgendwie so halbherzig eingebaut, während Lilys Schmerz um ihren Verlust doch sehr greifbar und gut eingefangen wurde. Auch wie es nun schlussendlich zur finalen Entladung der Anziehung zwischen den beiden kam, war für mich verbesserungswürdig. Ich konnte nicht verstehen, wieso sie sich überhaupt angegiftet haben, dann aber nur noch übereinander herfallen, während sie schon fast eine Beziehung führen, die sie aber natürlich nicht so labeln wollen. Die kleinen Ablenkungen drumherum mit dem Versuch, fremdzudaten, waren auch zu sehr Nebelbomben als hilfreich. Mir fehlte der Wumms in der Geschichte und vor allem leider auch der Inhalt, um so viele Seiten zu füllen. Ich hatte echt gedacht, dass da jetzt sonst etwas kommen würde, aber da wurde ich leider enttäuscht.

Die sehr lebhafte Clique, die mir in Band 1 gut gefallen hat, ist mir hier leider auch teilweise auf den Zeiger gegangen. Angefangen bei einigen Nebenhandlungen, die weder mit dem Vorband noch mit dem Folgeband zu tun haben, hatte man das Gefühl, dass die Jungs immer nur getrunken haben, um sich nicht mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen, während die Mädels immer darauf bedacht waren, Lily an den Mann zu bringen. Der bunte Haufen mit den vielseitigen Persönlichkeiten, was mir in Band 1 so gut gefallen hat, fehlt hier irgendwie. Ich fand die Charaktere, vor allem leider Cassidy, oft einfach nur anstrengend.

Mein Fazit

Keeping Dreams ist für mich leider ein Buch mit Längen, einem schwachen Mittelteil und viel Luft nach oben. Die Liebesgeschichte entwickelt sich sprunghaft, es gibt wahnsinnig viel Drumherum und irgendwie ist der Handlungsbogen zu flach, um über 500 Seiten zu rechtfertigen. Leider nur ein seichtes Buch für zwischendurch, bei dem ich manchmal sogar etwas quergelesen habe.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 19.09.2021

ganz viel Liebe für das Buch

Desires of a Rebel Girl
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„Du bist die, die ganz allein nach L.A. gezogen ist. Du kanntest niemanden. Du hattest eine Mission. Finde dieses Mädchen und erfülle seine Träume.“
(Sedona zu Phoenix in Desires of a rebel girl)

Worum ...

„Du bist die, die ganz allein nach L.A. gezogen ist. Du kanntest niemanden. Du hattest eine Mission. Finde dieses Mädchen und erfülle seine Träume.“
(Sedona zu Phoenix in Desires of a rebel girl)

Worum geht’s?

Sie will Sängerin werden und Lake Starlight verlassen – er ist Musikproduzent und will die Glitzerwelt hinter sich lassen, weshalb er nach Lake Starlight zieht. Als Musikproduzent Griffin nach Lake Starlight kommt, wittert Phoenix ihre Chance und will ihn überzeugen, dass sie eine tolle Sängerin ist. Doch Griffin hat abgeschlossen mit der Musikwelt, will sich mit seinem Sohn Maverick ein neues Leben aufbauen und sucht nur eins: Eine Nanny. Phoenix nimmt den Job an, doch was anfänglich Mittel zum Zweck sein sollte, macht ihr schon bald Freude und statt ihn mit ihrer Stimme um den Finger zu wickeln, verliert sie ihr Herz an Griffin. Ob das gut gehen kann?

Desires of a Rebel Girl ist Band 6 der Baileys-Reihe. Jeder Band ist in sich geschlossen und unabhängig lesbar, die Charaktere der Vor- und Folgebände kommen aber vor, wodurch es zu Spoilern kommt.

Schreibstil / Gestaltung

Das Cover zeigt wie immer das passende Pärchen zum Buch. Die Geschichte wird durch Phoenix und Griffin wechselnd aus der Ich-Perspektive erzählt und verläuft linear. Der Schreibstil ist locker, teilweise humorvoll und sehr angenehm zu lesen. Es gibt einige explizite Intimszenen.

Meine Meinung

War man einmal in Lake Starlight, so hat man es schwer, den Ort wieder zu verlassen. Das haben wir in den vorigen 5 Bänden der Baileys-Reihe bereits zu genüge lernen dürfen und auch auf mich als Leser trifft es zu. Entsprechend groß war meine Freunde, zurückzukehren zu meiner liebsten Großfamilie, an den Ort irgendwo in Alaska, wo das Leben so herrlich leichtfüßig ist. Und aus irgendwelchen Gründen habe ich mich auf diesen Band am allermeisten gefreut – und zum Glück hat Piper Rayne wieder abgeliefert!

Bereits im letzten Teil durfte man Griffin kennenlernen, der da schon einen wahnsinnig sympathischen Eindruck machte und mit seiner Entscheidung, LA zu verlassen und mit seinem Sohn nach Lake Starlight zu ziehen, verblüfft hat. Auch Phoenix kannte man schon. Sie ist der quirlige, etwas rebellische Zwilling, der ambitioniert an seinem Plan arbeitet, Sängerin zu werden und mit allerlei zynischen, frechen Sprüchen schon in den Vorbänden immer mal wieder für Lacher gesorgt hat. Phoenix hat sich nun in den Kopf gesetzt, ihre Chance zu nutzen und sich bei Griffin als Nanny für seinen Sohn Maverick einzuschleichen, damit er sie singen hört und ihr bei ihrer Karriere hilft. Denn nach einem gescheiterten Versuch in LA und ihrer Rückkehr nach Lake Starlight hat sich in dieser Hinsicht nicht wirklich etwas getan. Was Phoenix aber nicht weiß: Griffin hat mit dem Business abgeschlossen. Und da gibt es noch ein Problem: Es kribbelt gewaltig zwischen den beiden.

Ich muss ja sagen, dass ich anfangs nicht so angetan davon war, dass Phoenix sich als Nanny einschleichen will und hierfür auch bewusst bereit ist, über ihre Qualitäten zu täuschen. Das kam mir irgendwie etwas perfide vor. Aber Piper Rayne haben das Problem gut gelöst und mich mit der Idee, dass Phoenix trotz Wissen um Griffins Karriere-Ende des Geldes wegen den Job annimmt. Man merkt schnell, dass sie eine gute Verbindung zu Maverick aufbaut und in dem Beruf überraschenderweise auch gut aufgeht. Von Anfang an sind Griffin und Maverick in Lake Starlight eingebunden und werden herzlich aufgenommen, auch wenn alle Baileys sofort in Alarmbereitschaft stehen, als sie Phoenix‘ Pläne erfahren. Trotzdem war es wahnsinnig lustig mitzuerleben, wie Phoenix an den Job kommt und dann auch alles dafür tut, ihn zu behalten. Klar, man kann sich drum streiten, wie realistisch das ist, aber darum muss es ja auch gar nicht gehen. Phoenix gibt sich Mühe und steht Maverick bei, Griffin ist angetan davon und niemand wird verletzt – das ist alles, was zählt. Zunehmend merkt man dabei auch, wie viel Liebe und Loyalität in Phoenix steckt und dass ihre Rebel Girl Einstellung in einigen Punkten auch nur Fassade ist. Griffin hingegen ist wahnsinnig entspannt, super bodenständig und gleichzeitig geht er ein wenig unter in der Geschichte. Er hat wenig Raum für seine eigene Geschichte, die ich durchaus interessant gefunden hätte, gerade was auch negative Erfahrungen mit dem Musikbusiness angeht. Zwar wird hier und da etwas eingeflochten, aber da wäre sicher mehr möglich gewesen, was auch geholfen hätte, seine Haltung etwas besser nachzuvollziehen. Die gerät aber sowieso ins Wanken, als er zufälligerweise – und dieses Mal wirklich dem Zufall geschuldet! – Phoenix singen hört und verblüfft ist. So sehr, dass er mit ihr sogar zusammen übt und sie auf ihren Auftritt bei der Lake Starlight Parade vorbereitet. Es hat mir gut gefallen, dass Griffin Phoenix zwar unter die Arme greift, aber seine Prinzipien nicht über Bord wirft. Das ist eine sehr ungewohnte und gleichzeitig greifbare Entwicklung in der Geschichte, mit der mich die Autorinnen sehr abholen konnten.

Genauso abholen konnte mich die Liebesgeschichte. Von anfänglicher Sympathie über zunehmende Begeisterung füreinander bis zur tatsächlichen körperlichen Anziehung ist alles dabei. Es ist keine „Von 0 auf 100“-Geschichte und das Tempo hat mir sehr gut gefallen. Griffin und Phoenix harmonieren miteinander, ergänzen sich zugleich und haben beide genug Raum, ihre eigene Persönlichkeit zu zeigen. Dass zwischen beiden ein zweistelliger Altersunterschied besteht, das merkt man nicht. Auch Griffins Bedanken, wie sein Freund Denver als Phoenix‘ Bruder auf seine Gefühle reagieren könnte, werden gut eingebaut. Es ist einfach eine schön runde Geschichte, die auch davon lebt, dass beide ihre Freiräume haben und kriegen – Griffin unterstützt Phoenix, Phoenix bedrängt Griffin nicht. Das obligatorische Drama zum Ende hin darf natürlich nicht fehlen. Es ist ein Stück weit vorhersehbar, gleichzeitig aber vielleicht auch notwendig gewesen, um eine finale Entwicklung bei Phoenix und Griffin zu bewirken. Es hat für mich auf jeden Fall gepasst und wirkte zum Glück nicht übertrieben oder aufgebauscht.

Was in diesem Buch natürlich nicht fehlen durfte, war wieder die komplette Familiensippe. Die Baileys haben einfach eine unglaublich mitreißende Energie und das zeigen sie auch hier wieder. Natürlich erhält man auch Einblicke, wie sich die bisherigen Pärchen entwickelt haben. Hier muss ich gestehen, dass ich die Entwicklungen recht langweilig und eintönig finde, aber vermute, dass dies in amerikanischen Liebesromanen nun einmal so erwartet wird. Ich bin gespannt, was da noch kommt. Der Cliffhanger, der wie immer Ausblick auf den nächsten Band gibt, hat auf jeden Fall Vorfreude gesät. Dafür hat mir in diesem Buch Buzz Wheel gefehlt, was eigentlich die Story immer noch aufgelockert hat. Das Rätsel, wer dahinter steckt, bleibt ja weiterhin ungelöst. Sogar Phoenix hat sich gewundert, dass Griffin nicht erwähnt wurde, die Erklärung, dass dann aber die ganzen Paparazzi und so kommen würden, ist jedenfalls einleuchtend. Ich hoffe nur, dass im nächsten Band wieder Buzz Wheel ein Thema ist. Ich will doch wissen, wer dahintersteckt.

Mein Fazit

Desires of a Rebel Girl konnte mich von Anfang bis Ende begeistern. Phoenix und Griffin haben eine tolle Chemie, die Geschichte entwickelt sich zwar wieder undramatisch, dafür aber vollkommen greifbar. Die Baileys machen einfach Spaß und es fühlt sich jedes Mal wieder an, als würde man nach Hause kommen. Perfekter Lesespaß für Zwischendurch, zum Schmunzeln, Schmachten und Träumen.

[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise vom Verlag überlassen wurde. Meine Meinung ist hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 09.09.2021

eine entspannte-seichte Liebesgeschichte

Dare to Dream
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„In unserem Leben ist Vertrauen ein großes Wort, eines, das Bedeutung hat.“
(Quinn in Dare to dream)

Worum geht’s?

Quinn ist eine taffe Anwältin, die eigentlich alles im Leben hat, was man sich nur ...

„In unserem Leben ist Vertrauen ein großes Wort, eines, das Bedeutung hat.“
(Quinn in Dare to dream)

Worum geht’s?

Quinn ist eine taffe Anwältin, die eigentlich alles im Leben hat, was man sich nur wünschen kann: Einen tollen Verlobten, wunderbare Adoptiveltern, zwei liebenswerte Adoptivbrüder und eine bevorstehende Hochzeit. Als ihr Verlobter Troy und sie für Vorflitterwochen nach Hawaii fliegen, steht Quinn plötzlich dem Mann gegenüber, der einst ihr Herz gebrochen hat: Jackson, ihre Jugendliebe. Eine Ewigkeit ist es her und doch schlägt ihr Herz in seiner Gegenwart schneller. Dabei trägt sie doch Troys Ring am Finger…

Dare to dream ist Band 2 der Dare to Trust-Reihe. Das Buch ist in sich geschlossen, die einzelnen Bände sind unabhängig voneinander lesbar. Es geht jedoch um drei Geschwister, weshalb Spoiler und Infos für Band 3 enthalten sein können..

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Die Geschichte verläuft linear, teilweise mit kleineren Zeitsprüngen, die nicht gesondert ausgewiesen werden. Dabei wird einerseits die Gegenwart erzählt, gleichzeitig aber auch die Vergangenheit der beiden jugendlichen Charaktere. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive erzählt und sowohl Quinn als auch Jackson führen durch die Geschichte. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, entspannt und unkompliziert. Im Buch ist sexueller Content enthalten.

Meine Meinung

Nachdem mich April Dawson mit ihren Büchern bisher leider nicht so überzeugen konnte, mir Dare to trust aber wirklich gut gefallen hat, war klar, dass ich die Reihe fortsetzen möchte. Schon in Band 1 fand ich Quinn sehr sympathisch und mochte die Chemie zwischen den drei Adoptivgeschwistern. Eigentlich bin ich kein Fan von Dreiecksgeschichten und hatte daher ein wenig Bauchschmerzen, als ich an diese Geschichte ranging, aber die Autorin konnte das Problem auf für mich überzeugende Weise lösen. Aber von Anfang an…

Wie bereits Band 1 ist auch Dare to dream wieder ein Second Chances Roman, bei dem sich die Protagonisten Jackson und Quinn aus der Jugend kennen. Die beiden waren einst ein Paar, sie das elternlose Pflegekind, er der etwas abgedriftete Junge aus der Gang, der sich regelmäßig geprügelt hat und auch mal Straftaten begangen hat. Die Beziehung der beiden ging in die Brüche, wieso erfährt man im Laufe des Buches, wenn auch recht oberflächlich und schnell. In der Gegenwart laufen sich beide nun wieder über den Weg, komplett ungewollt und überraschend. Aus Quinn ist eine erfolgreiche Anwältin geworden, die nach der Adoption durch ihre Adoptionseltern keine Geld- und Lebenssorgen mehr haben müsste, dennoch aber sehr bodenständig und dankbar geblieben ist. Auch Jackson hat sich gut gemacht. Er ist mittlerweile reich, hat zahlreiche Hotels und ist ein beliebter Junggeselle. Genau die Hotels sind es auch, die beide zusammenführt. Denn Quinns Verlobter Troy hat ausgerechnet Jacksons Hotel (was zufälligerweise Quinn heißt) als Ziel für ihre Vorflitterwochen ausgesucht, damit beide vor der Hochzeit nochmal ausspannen können. Dass Troy dabei eigentlich die Arbeit im Kopf hat, weil er mit Jackson und dessen Partner Owen Geschäfte machen möchte, wird aber auch schnell klar. Und so starten die Urlaubstage mit Frust bei Quinn, verwirrten Gefühlen und Momenten, die vieles auf den Kopf stellen. Wieso fühlt es sich mit Jackson alles so richtig an? Quinn kann nichts dagegen tun, dass ihr Herz schneller schlägt und sie sich bei ihm wohlfühlt. Aber sie soll doch bald heiraten. Guter Rat ist auf jeden Fall teuer…

Dare to dream steht dem Vorgängerband auf jeden Fall in nichts nach. Es ist kein Buch mit viel Drama, ganz im Gegenteil ist es eher eine seichte, entspannte Geschichte, bei der man sich wundert, dass man auf einmal 400 Seiten weggelesen hat, weil eigentlich wenig passiert. Das kann man gut oder schlecht finden, mir hat es tatsächlich gut gefallen. Es ist ein Buch, was man bedenkenlos zum Entspannen lesen kann, zum Wohlfühlen. Ich hatte beim Lesen recht wenig emotionale Höhen und Tiefen, keinen Herzschmerz, wenig Frust, was auch mal sein muss und was man auch erst einmal schaffen muss. Gleichzeitig muss man aber natürlich auch gestehen, dass es auch etwas mau sein kann, wenn bei einer derart langen Geschichte so wenig passiert. Es ist auch kein Buch, was von großartigen Entwicklungen in der Gefühls- und Charakterwelt der Charaktere lebt. Generell war es für mich so, dass die Gegenwartsgeschichte sehr gradlinig und erwachsen war. Quinn reflektiert ihre gegenwärtige Situation sehr gut, die Autorin hat sich aber dafür entschieden, keine unnötigen Verkomplizierungen einzubauen. Etwas Wumms bringt die Vergangenheitsgeschichte mit, die zwischendurch ein wenig eingeführt wird. Man erfährt, wie beide sich kennengelernt haben, wie sich ihre Beziehung entwickelt hat und fast schon im Nebensatz, wie sie in die Brüche ging. Das fand ich etwas schade und hätte mir gewünscht, dass hier mehr Tiefe eingebracht wird. Dadurch leidet es auch ein wenig, dass man nicht ganz versteht, wieso nach all den Jahren zwischen beiden noch eine derart hohe Anziehung und ein derart großes Vertrauen besteht. Im wesentlichen Fokus der Geschichte steht aber sowieso die innere Zerrissenheit von Quinn und Jackson – bei ihr, weil sie auf einmal ihre Jugendliebe wieder vor sich hat und sich auch eingestehen muss, dass mit Troy nicht alles perfekt ist; Jackson, weil er seine Jugendliebe wiedergefunden hat, über die er offenbar nie hinwegkam, die jetzt aber in festen Händen und nahezu unter der Haube ist. Wie man das Dilemma löst? Dazu gleich.

Wo ich ja wirklich große Sorge hatte, war der Punkt, wie man damit umgeht, dass Quinn zwei Männer gleichzeitig zu lieben scheint. Ich hatte wenig Lust auf eine Dreieckskonstellation, ein gegenseitiges Ausstechen der Männer und Stress. Diesen Weg geht die Autorin aber auch gar nicht. Von Anfang an beleuchtet sie die Beziehung von Troy und Quinn auf eine Art, die dem Leser schon viele Hinweise darauf gibt, wie es um die beiden steht. An vielen Stellen wollte ich Troy tatsächlich gern schütteln, manchmal aber auch Quinn an die Seite nehmen und ihr sagen, dass sie hier etwas übersieht. Dare to dream zeigt, dass passend nicht immer auch perfekt heißen muss und dass Gefühle unterschiedliche Qualitäten haben können. Jackson ist in dieser Hinsicht auch ein Traummann, der wirklich liebenswürdig ist und bei dem man verstehen kann, dass Quinn schwach wird. Troy hingegen ist mir von Anfang an nicht wirklich sympathisch gewesen, da ich viele seiner Verhaltensweisen durchaus kritisch finde und so bei mir von Anfang an ein gewisses Störgefühl entstand.

Die Liebesgeschichte um Jackson und Quinn ist auf jeden Fall gut gelungen, auch wenn sie wenig überraschend daherkommt – die einzige Ausnahme bildet wohl das große Finale des Buchs. Nach einige Entscheidungen, einem Missverständnis und einigem Abstand geht Quinn einen Weg, der mir kurzzeitig verwirrt hatte, weil er nicht zur Entwicklung davor gepasst hat. Erst in regelrecht letzter Sekunde wird das Ruder rumgerissen und die Auflösung des Problems präsentiert. Ob man die Lösung mag, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich fand sie etwas klischeehaft, nicht so ganz passend, fast schon sehr gewollt und so nicht notwendig. Am Ende geht man aber mit einem guten Gefühl aus dem Buch und das ist wahrscheinlich, was am Ehesten zählt. Eine etwas andere Entwicklung hätte ich mir vermutlich aber trotzdem gewünscht, auch weil es etwas ruckartig kam und selbst rückblickend sich mir nicht so ganz erschlossen hat, auch wenn sicher einige Hinweise eingestreut waren.

Mein Fazit

Dare to dream ist eine entspannte Geschichte, durch die man regelrecht fliegt. Das Buch hat eine gute Atmosphäre und macht durchaus Spaß, auch wenn das Ende mich nicht ganz überzeugen konnte. Es hätte hier und da sicher ein wenig mehr Tiefe haben können, aber es leidet auch nicht großartig unter der Abwesenheit hiervon. Es ist ein gutes Buch zum Entspannen, herrlich unkompliziert und undramatisch.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 23.07.2021

konnte mich leider nicht abholen

A Reason To Stay - Liverpool-Reihe 1
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„Ihr Geschmack vernebelt mir den Verstand.“
(Cedric in A reason to stay)

Worum geht’s?

Irgendwo ankommen, nicht mehr weglaufen und vor allem: nie wieder in ihrem alten Auto schlafen. Nichts wünscht ...

„Ihr Geschmack vernebelt mir den Verstand.“
(Cedric in A reason to stay)

Worum geht’s?

Irgendwo ankommen, nicht mehr weglaufen und vor allem: nie wieder in ihrem alten Auto schlafen. Nichts wünscht sich Sibyl, genannt Billy, mehr, als endlich ein Zuhause zu finden. Was sie gar nicht braucht, ist noch mehr Chaos in ihrem Leben – bis sie Cedric buchstäblich in die Arme läuft. Mit dem schiefen Lächeln, dem trockenen Humor und der entwaffnenden Ehrlichkeit berührt er etwas in Billy, das sie verloren glaubte. Doch die Gerüchte, die man auf dem Liverpooler Uni-Campus über ihn erzählt, entsprechen der Wahrheit: Cedric verbringt nie mehr als eine Nacht mit einer Frau. Als Billy den Grund erfährt, weiß sie, dass sie sich von ihm und seiner Dunkelheit fernhalten sollte. Nicht nur zu ihrem Schutz, sondern auch zu seinem …

A reason to stay ist Band 1 der Liverpool-Reihe und in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist chronologisch aufgebaut und wird aus der Ich-Perspektive durch Billy und Cedric erzählt. Das Buch lässt sich recht flüssig lesen, der Schreibstil ist an vielen Stellen auch modern und jugendlich angehaucht.

Meine Meinung

A reason to stay war eines der Bücher, auf welches ich mich sehr gefreut habe, ohne genau benennen zu können, wieso eigentlich. Ein schönes Cover, ein zwar recht alltäglich klingelnder, aber gleichzeitig ansprechender Klappentext und umfangeiche Lobhymnen über die Autorin, welche im Fantasy-Bereich sehr gut sein soll, haben mich wahrscheinlich mitgerissen. Doch leider ist nicht alles Gold, was glänzt, und so habe ich nach extrem langer Zeit das erste Mal wieder ein Buch abgesprochen, weil – egal, was ich versucht habe und wie oft ich es in die Hand genommen habe – mich die Geschichte einfach nicht abholen konnte.

Bereits der Anfang stand für mich auf recht wackligen Beinen. Billy ist nach Liverpool gekommen, um hier ein neues Leben aufzubauen. Sie hat alles zurückgelassen und möchte auf eigenen Beinen stehen, ohne Unterstützung ihres Vaters. Man merkt, dass etwas vorgefallen ist, es bleibt aber (zumindest bis zu dem Punkt, wo ich gelesen habe) offen. Bei ihrer überstürzten Flucht aus einem Museum läuft sie Cedric in die Arme. Es werden wenige Worte gewechselt, bevor Olivia, Billys beste Freundin, sie weiterjagt. Olivia ist es dann aber auch, die Cedric über Social Media kontaktiert und ihn darum bittet, sich mit Billy zu treffen. Es kommt dieser Bitte nach und überrascht sie nach einem Bewerbungsgespräch. Irgendwie funkt es bei den beiden, gleichzeitig matchen sie so gar nicht. Billy zweifelt Cedric an, Cedric hält Billy auf Abstand und zahlreiche Randfiguren geben auch ihren Senf dazu ab. Dennoch lässt sich Billy auf ein Date mit Cedric ein, obwohl dieser direkt klarmacht, dass er kein Beziehungsmensch ist. Zu sehr hemmt ihn sein Geheimnis und das Geschehene der Vergangenheit. Sein Geheimnis ist ein potenziell triggerndes Thema, was aber zumindest von seiner Seite aus recht solide eingearbeitet wird. Billys Reaktionen hierauf hingegen fand ich ultimativ befremdlich und unangenehm. Kurz danach habe ich leider aufgegeben, weshalb ich nicht sagen kann, wie es weitergeht.

Ich wollte das Buch wirklich mögen. Ich habe so viele Anläufe wie lange nicht mehr gebraucht, bis ich mich mal mehr als 20 Seiten am Stück für das Buch begeistern konnte. Aber es half alles nichts. Ich weiß nicht, ob es am Schreibstil lag, ob ich mit meinem Alter mittlerweile zu weit aus der Zielgruppe herausfalle (wobei vergleichbare Bücher mich begeistern konnten) oder ob es einfach an der Geschichte lag. Sie wirkte auf mich planlos, durcheinander, ohne roten Faden. Die Charaktere stolpern so durch das Buch, es gibt jede Menge belangloses Drumherum und vermeintlich witzige Unterhaltungen, die ich allesamt nicht fühlen konnte. Insbesondere Billy als Charakter hat es mir wahnsinnig schwer gemacht. Ich fand sie von Anfang an eher anstrengend, unberechenbar und sprunghaft. Cedric spielt eine untergeordnete Rolle und hat weniger Spielraum, obwohl er für mich der interessantere Charakter ist. Das wenige, was ich über ihn erfahren habe, wirkte aber eher wie ein Rätsel aus losen Puzzleteilen, die irgendwie noch nicht zusammenpassen. Die für meinen Geschmack übermäßig moderne Art des Buches mit ganz viel Umgangssprache und jeder Menge zwanghaften Witz war einfach nichts für mich. Ich habe mich durch das Buch gequält, stets gehofft, dass es besser wird, mir von anderen sagen lassen, dass es schon wird. Aber man muss sich manchmal auch einfach eingestehen, dass nicht jedes Buch einem gefallen kann und muss. Deswegen habe ich schweren Herzens nach etwa einem Drittel das Buch final aus der Hand gelegt und mir gedacht, dass ich mich nicht weiter quälen möchte. Das Buch zieht nun aus zu jemandem, der es hoffentlich lieber mag. Es sollte einfach nicht mein Buch sein.

Mein Fazit

A reason to stay konnte mich leider nicht begeistern. Es ist eines der wenigen Male, dass ich ein Buch nach mehreren Anläufen endgültig aufgegeben und abgebrochen habe, da mich absolut gar nichts an dem Buch fesseln konnte und Billy und Cedric mich einfach gar nicht abholen. Auch wenn viele positive Rezensionen versprechen, dass das Buch noch gut wird, konnte ich mich einfach nicht motivieren, weiterzulesen. Es ist einfach nicht mein Buch.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 20.07.2021

entspannte Wohlfühlgeschichte zum Schmachten

The Brooklyn Years - Wovon wir träumen
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„Erzähl mir, was passiert wäre, wenn du nicht seit sieben Jahren mein Boss wärst.“
(Rebecca zu Nate in The brooklyn years 4)

Worum geht’s?

Seit sieben Jahren arbeitet Rebecca zuverlässig an Nates Seite, ...

„Erzähl mir, was passiert wäre, wenn du nicht seit sieben Jahren mein Boss wärst.“
(Rebecca zu Nate in The brooklyn years 4)

Worum geht’s?

Seit sieben Jahren arbeitet Rebecca zuverlässig an Nates Seite, erst als seine Büroleiterin in seinem Tech-Unternehmen, später dann als Büroleiterin der Brooklyn Bruisers. Nie hat sie verstanden, wieso ihr Chef sie versetzt hat und bis heute nagt es an ihr. Als sie einen Unfall auf dem Eis hat und mit einer Gehirnerschütterung flachliegt, quartiert Nate sie kurzerhand bei sich zuhause ein. Die plötzliche Nähe macht beide verrückt und lässt Gefühle zum Vorschein bringen, die seit sieben Jahren brodeln. Doch kann es gut gehen, die Sekretärin und der Boss?

The Brooklyn Years – Wovon wir träumen ist Band 4 der The Brooklyn Years-Reihe. Das Buch ist in sich geschlossen und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Das Eishockey-Team verbindet jedoch die Bände, weshalb Spoiler zu Band 1 bis 3 enthalten sind.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Die Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen, einmal in der Gegenwart, welche aus der Ich-Perspektive durch Nate und Rebecca erzählt wird, und einmal in der Vergangenheit, wo man erfährt, wie Nate und Rebecca sich kennengelernt haben, wobei dies wie eine märchenhafte Erzählung gestaltet ist. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, unkompliziert und mitreißend. Im Buch ist sexueller Content enthalten.

Meine Meinung

Endlich geht es weiter und dieses Mal mit der Geschichte, auf die ich mich am allermeisten gefreut habe: Rebecca und Nate! Der Teameigner und seine Büroleiterin, wo man bereits in den Vorgängerbänden immer wieder merken konnte, dass da etwas zwischen den beiden schwelt. Und nun kommt endlich ihre Geschichte. Meine Vorfreude war immens und auch, wenn die Geschichte sehr ruhig war und ich anderes erwartet habe, hat mich das Buch überraschenderweise mitten ins Herz getroffen.

Schon in den anderen Büchern war mit subtilen Hinweisen angedeutet, dass zwischen Nate und Rebecca die Funken fliegen. The brooklyn years Band 4 spielt etwas parallel zu Band 3, weshalb man einige Ereignisse nun aus einer anderen Sicht erfährt. Doch von Anfang an: Vor sieben Jahren trat Rebecca in das Leben von Nate. Sie, gerade ihr Studium abgebrochen, möchte für ihn, gerade am Startup aufbauen, die Büroleitung seiner kleinen Tech-Firma übernehmen. Gemeinsam werden sie dieses Unternehmen groß machen, Rebecca dafür sorgen, dass Nate nie verhungert und seinen Kummer trösten, als seine Verlobte fremdgeht. Sie werden Freunde und diese Freundschaft hält und hält. Nates Firma wird riesig, er kauft ein Eishockey-Team und Rebecca übernimmt die Büroleitung der Brooklyn Bruisers. Doch eigentlich ist da wesentlich mehr zwischen den beiden, unterdrückte Gefühle, verdrängte Lust, unterschwellige Ängste um die Freundschaft. Als Rebecca nun zu Beginn des Buches unglücklich auf dem Eis stürzt und mit ihrer Gehirnerschütterung und einer Folgeerkrankung nicht in der Lage ist, zu arbeiten, zuhause aber auch keine Ruhe findet, quartiert Nate sie kurzerhand bei sich ein – denn so machen das Freunde ja, nicht wahr? Jetzt, wo beide sich so nah sind, ist das mit dem Unterdrücken der Gefühle aber umso schwerer. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf, welchen es schon seit sieben Jahren nehmen sollte. Aber es gibt da so einige Stolpersteine…

Ich weiß gar nicht, was genau ich erwartet hatte von Nate und Rebecca, aber die Autorin präsentiert eine wahnsinnig entspannte, völlig undramatische, erwachsene Geschichte zweier Menschen, die gegen ihre Gefühle kämpfen. Es geht um nicht ausgesprochene Gedanken, um Rebeccas Ängste, was man über sie denken könnte, um einen Mann, der ein verspieltes Wunderkind ist, und eine Frau, die so unglaublich weitsichtig und fürsorglich ist, dass es ihr schwerfällt, auch selbst einmal Hilfe anzunehmen. Man sollte sich aber von Anfang an bewusst sein, dass es in diesem Buch wirklich hauptsächlich um die Entwicklung der beiden geht und hier keine Dramen, keine Plottwists und wenig Aufregung präsentiert werden. The brooklyn years 4 ist für mich definitiv der ruhigste Band der Reihe, obwohl ich das bei Band 3 schon dachte. Man kann wunderbar mitfiebern und eine Runde Schmachten. Es ist immer wieder für ein wenig Witz gesorgt, denn Nate entwickelt einen intelligenten Sprachassistenten namens Bingley, der immer wieder in der Geschichte vorkommt und den ich irgendwie total ins Herz geschlossen habe (es ist eine tolle Idee gewesen, passt zum nerdigen Nate und sorgt gleichzeitig für ein wenig Auflockerung). Nebenbei erfährt man, wie Nate und Rebecca sich kennengelernt haben, wie sie beide zu dem geworden sind, was sie aktuell sind (sowohl beruflich als auch privat) und man kann relativ gut erkennen, was die eigentlichen Probleme sind – Spoileralert: Es sind nicht die Gefühle, sondern die Ängste. Der Autorin ist es gut gelungen, die Sorgen von Rebecca greifbar darzustellen, vielleicht hat es deshalb auch so, dass mich das Buch mitreißen konnte, obwohl es einen sehr niedrigen Spannungsbogen hat und auch die allgemeine Handlung sehr überschaubar ist – vor allem, wenn man Band 3 kennt, da ein Teil des Buches parallel spielt. The brooklyn years 4 ist eine solide Mischung aus ruhigen Slow Burn (very slow!), ein bisschen CEO-Millionärs-Romance und einer guten Portion Sport.

Der Sportaspekt ist in diesem Buch allerdings nicht ganz so präsent wie sonst, auch da Rebecca einen Großteil des Buches fernab von der Mannschaft verbringen muss und nur gelegentlich zu spielen darf. Erst gegen Ende des Buches darf sie wieder arbeiten. Das tut jedoch nicht allzu sehr weh, da das Buch genug bietet und auch mit einigen Einblicken in Nates Tech-Leben daherkommt. Ebenso gibt es wieder einige tolle Mädelsmomente der Charaktere untereinander, Einblicke in Rebeccas chaotisches Leben zuhause und mit Rebeccas Verletzung eine interessante Geschichte um ein medizinisches Problem, was mir noch nie untergekommen ist. Gegen Ende des Buches versucht die Autorin, einige kleine Blendgranaten zu zünden, um etwas Bewegung in die Geschichte zu bringen, die aber gar nicht nötig sind und durch das standhafte Beziehungskonstrukt von Nate und Rebecca sowieso eher im Sande verlaufen. Ich mag es, dass die Autorin sich für den Weg Konfrontation und Kommunikation statt Weglaufen und Aufbauschen entschieden hat. Das Ende vom Buch ist für meinen Geschmack dann zwar ein wenig dick aufgetragen und hat einen leichten Augenroll-Faktor, aber gleichzeitig passt es zu der Geschichte von Nate und Rebecca wahnsinnig gut und zeigt eine Wertschätzung, die die beiden auf jeden Fall verdient haben. Außerdem hat man am Ende das Gefühl, die Brooklyn Bruisers zufrieden verlassen zu können, denn eigentlich wirkt das Ende wie ein perfekter Reihenabschluss. Allerdings wurde jetzt noch ein weiterer Band angekündigt und ich bin hierauf echt gespannt, denn viel wurde in die Richtung Heidi Jo und Castro noch nicht geteasert.

Mein Fazit

Insgesamt war The brooklyn years 4 für mich ein wundervolles Buch für Zwischendurch, so herrlich undramatisch und gleichzeitig so mitreißend. Rebecca und Nate funktionieren so gut zusammen und ich fand es super, dass die Autorin die Geschichte nicht überladen hat. Auch das Drumherum war wieder super gelungen, lediglich das Ende war vielleicht ein wenig übereuphorisch, aber es passt. Für mich bisher der beste Teil der Reihe!

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]