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Veröffentlicht am 12.11.2019

ein Treffer voll ins Herz

10 Blind Dates für die große Liebe
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„Weißt du was? Du hast recht. So war ich früher nicht. Die letzte Woche hat mir gezeigt, wie sehr ich mich von mir selbst entfernt habe.“ (Sophie in 10 Blind Dates für die große Liebe)

Worum geht’s?

Sophie ...

„Weißt du was? Du hast recht. So war ich früher nicht. Die letzte Woche hat mir gezeigt, wie sehr ich mich von mir selbst entfernt habe.“ (Sophie in 10 Blind Dates für die große Liebe)

Worum geht’s?

Sophie wollte unbedingt die Weihnachtsferien mit ihrem Freund Griffin verbringen. Dafür belügt sie sogar ihre Eltern und trickst rum, nur um ihren Liebsten zu überraschen. Doch der ist gar nicht so begeistert und es kommt zum Bruch zwischen den beiden. Mit gebrochenen Herzen macht Sophie sich auf dem Weg zu ihrer Großmutter, wo die riesige Großfamilie das Fest zusammen feiert. Und die können Sophies Liebeskummer nicht mit ansehen und beschließen kurzerhand: 10 Tage, 10 Blind Dates. Welche verrückten, süßen oder skurrilen Dates erwarten Sophie? Und wieso meldet sich Griffin auf einmal wieder? Turbulente Weihnachtstage stehen Sophie bevor. Und manchmal merkt man in all dem Trubel erst, was das Herz wirklich will…

Das Buch ist in sich geschlossen und ein Einzelband.

Schreibstil / Gestaltung

Coverliebe. Das ist das erste Wort, was mir bei diesem Buch einfällt. Denn das Cover ist nicht nur in der Farbgebung wunderschön und ein absoluter Hingucker, sondern vermittelt auch direkt das richtige Gefühl: Es wird süß und romantisch, eingekleidet in ein leicht weihnachtliches Setting.

Das Buch wird durch Sophie in der Ich-Perspektive erzählt und verläuft chronologisch. Das Buch umfasst einen Zeitraum von knapp zwei Wochen, wobei jedes Kapitel ein neuer Tag im Zeitraum vom 18.12. bis 1.1. ist. Der Schreibstil ist sehr locker und angenehm zu lesen, teils sehr humorvoll, auf jeden Fall für Jung und Alt gleichermaßen geeignet. Das Buch enthält keine erotischen Inhalte und ist auch frei von Kraftausdrücken.

Mein Fazit

Manchmal braucht man Bücher, die einfach nur süß sind und einen mitreißen. Bücher, die nicht mit unfassbar großen Dramen, Lug und Betrug aufwarten. 10 Blinddates für die große Liebe ist so ein Buch. Schnapp dir eine warme Schokolade, kuschel dich in einem warme Decke und lass dich von Sophie und ihrer verrückten Großfamilie entführen. Wie aus einer wahnsinnig anmutenden Idee etwas Tolles, Lustiges, Skurriles und Emotionales wird -das kann man hier miterleben.

Schon der Einstieg bricht einem das Herz. Sophie, die voller Vorfreude Griffin überraschen möchte, dann aber ein Gespräch mitanhören muss, was alles ändern wird. Statt kuscheliger Zweisamkeit gibt es Tränen und die Flucht zur Großmutter. Nonna bemerkt sofort, dass Sophie Liebeskummer hat und entscheidet kurzerhand, dass es am besten wäre, Sophie abzulenken. Zwar herrscht im Haus bereits jede Menge Trubel, denn die Familie ist wirklich riesig, aber Nonna ist der Meinung, ein paar Dates helfen am besten, damit Sophie über Griffin hinwegkommt. Der Rest der Familie ist sofort begeistert und es entsteht eine Wettbewerbssituation, in der täglich ein Familienmitglied ein Blind Date organisieren darf. Die Voraussetzungen hierfür sind gering: Er muss in Sophies Alter sein, das war’s. Einmal darf Sophie passen, was angesichts der drohenden Katastrophen-Dates gar nicht mal viel ist. Etwas widerwillig lässt sich Sophie auf die Idee ein und wird dann so einige Überraschungen erleben. Doch auch bei Griffin bleibt Sophies Date-Marathon nicht unbemerkt und plötzlich will er Sophie zurückgewinnen. Wer wird am Ende Sophies Herzblatt sein?

Die Idee mit den 10 Blind Dates ist erstmal wirklich kurios. 10 unbekannte Jungs, ausgewählt von den Familienmitgliedern, jeden Tag eins (mit Ausnahme von Weihnachten). Und dennoch ist es so unglaublich unterhaltsam. Es sind die Dates ansich, die nicht immer romantisch sein müssen, die Datepartner, die nicht immer Boyfriendmaterial sind. Es ist auch das ganze Drumherum, dass die Familie anfängt, daraus ein Wettspiel zu machen, dass beim Abholen durch die Datepartner die halbe Sippe auf der Matte steht, es sind Sophies Gedanken – und so viel mehr. Denn Sophie entwickelt sich durch die Dates. Sie lernt etwas über sich selbst und fängt an, ihre Beziehung zu Griffin zu reflektieren. Für ein bisschen Drama muss der natürlich (neben etwa eintausend Nachrichten) auch aufschlagen, vor allem aber merkt Sophie Stück für Stück auch, dass jemand anderes ihr weder aus dem Kopf noch aus dem Herzen gibt. Sicher, das Buch entwickelt sich wenig überraschend, aber das muss es auch nicht. Denn es erwärmt das Herz, es macht Spaß und unterhält mit den super abwechslungsreichen Dates. Für wen Sophie sich am Ende entscheidet, ist dabei fast schon irrelevant, denn die Entwicklung, die sie persönlich durchmacht, ist viel bedeutender. Dennoch freu ich mich über ihre Entscheidung, denn diese hätte ich an ihrer Stelle auch getroffen.

Sophies Familie muss man einfach lieben. Es ist, als wäre man direkt in einen Disney-Film gestolpert. Volles Haus mit mehreren Generationen, jeder hat seine eigene Art und insgesamt kommt es einem vor wie ein verrückter Haufen. Bei der Vielzahl der Personen verliert man sich zwar ganz schnell, weil es einfach zu viele Namen sind, für die Geschichte braucht man aber auch nicht von jeder beteiligten Person ein ausführliches Profil. Man kann sich einfach mitreißen lassen von der geschäftigen Dynamik, die in Nonnas Haus herrscht. Selbst beim Lesen konnte ich die Energie spüren, die Liebe zwischen den Familienmitgliedern und den Spaß, der hier herrscht. Zwar bin ich gleichzeitig auch froh gewesen, selbst nicht in so einem Hummelhaufen Weihnachten zu feiern (puh, das wäre anstrengend), aber diese Familie ist so unglaublich sympathisch, man kann sich nur in sie verlieben.

Wirklich emotional fand ich aber auch die Geschichte um Sophie und ihre Schwester Margot, die hochschwanger ist, aber gesundheitliche Probleme hat. Immer wieder spielt das eine Rolle und man leidet mit, man fiebert mit. Vor allem für die Thematik um die Bedeutung von Familie und Füreinanderdasein ist diese Storyline sehr toll und geht ans Herz. Denn auch auf Sophies Freundschaften wirkt sich das aus und bringt die ein oder andere Erkenntnis, die alle Beteiligten bisher nicht hatten.

Am Ende kann ich nur sagen, dass „10 Blind Dates für die große Liebe“ ein herrlich unterhaltsames Buch ist, was mit einer energiegeladenen Großfamilie, einer sympathischen Protagonistin, zahlreichen süßen und skurrilen Dates und jeder Menge Humor, aber auch Emotionen punkten kann. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, denn es lässt sich so leicht und entspannt lesen, dass es wirklich Spaß macht. Ein perfektes Buch zum Einkuscheln und Schmachten, wie ein niedergeschriebener Disneyfilm!

[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise vom Verlag überlassen wurde. Meine Meinung ist hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 04.11.2019

konnte mich nur bedingt überzeugen

Two can keep a secret
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„Ich bin ein Idi*t. Und Ellery ist eine absolute Niete, wenn es darum geht, wahre Verbrechen aufzuklären.“ (Malcolm in Two can keep a secret)

Worum geht’s?

Der True-Crime-Fan Ellery kann es kaum fassen: ...

„Ich bin ein Idi*t. Und Ellery ist eine absolute Niete, wenn es darum geht, wahre Verbrechen aufzuklären.“ (Malcolm in Two can keep a secret)

Worum geht’s?

Der True-Crime-Fan Ellery kann es kaum fassen: Mit ihrem Zwillingsbruder Ezra soll sie nach Echo Ridge zu ihrer Großmutter ziehen. Ausgerechnet Echo Ridge, wo vor Jahren ihre Tante Sarah spurlos verschwand und vor fünf Jahren die Homecoming-Queen Lacey ermordet aufgefunden wurde. Jetzt ist Ellery mitten im Geschehen und als schon bald Drohungen in der Start auftauchen, schaltet sie direkt in den Ermittlungsmodus. Gemeinsam mit Malcolm, dem Bruder des Hauptverdächtigen im Fall Lacey, versucht Ellery, das Rätsel von Echo Ridge zu lösen. Doch dann verschwindet ein weiteres, junges Mädchen…

Two can keep a secret ist ein Einzelband, ist unabhängig von „One of us is lying“ und in sich geschlossen.

Schreibstil / Gestaltung

Das Cover ist in Anlehnung an „One of us is lying“ mit zwei Gesichtern gestaltet. Da es in diesem Buch zwei Erzähler gibt, ist dies sehr passend. Insgesamt wirkt die Aufmachung passend und weckt Interesse. Das Buch wird chronologisch erzählt, zu Beginn jedes Kapitels steht der Tag. Das Buch deckt einen Zeitraum von knapp einem Monat ab. Das Buch wird durch Ellery und Malcolm in der Ich- -Perspektive erzählt. Der Schreibstil ist gut lesbar, leicht und unkompliziert. Das Buch ist sprachlich für Jugendliche geeignet.

Mein Fazit

Das Buch „One of us is lying“ der Autorin habe ich letztes Jahr mit großer Begeisterung gelesen. Hochspannend, zum Mitraten und dann verblüfft von der Auflösung – so ging es mir. Und daher war meine Erwartung an „Two can keep a secret entsprechend hoch“. Doch wer hohe Erwartungen hat, der kann schwer enttäuscht werden…

Das Buch startet unmittelbar mit Ellerys und Ezras Umzug nach Echo Ridge. Nachdem ihre Mutter unter Alkoholeinfluss einen Unfall gebaut hat, soll sie nun in einer Entzugsanstalt bleiben. Die Kinder sollen solange zu ihrer Großmutter. Doch in Echo Ridge ist einst die Zwillingsschwester ihrer Mutter verschwunden und vor fünf Jahren verschwand Lacey, die Homecoming Queen. Insbesondere Ellery, die True Crime liebt, hat direkt Blut geleckt und möchte wissen, was mit ihrer Tante, über die nie jemand spricht, geschehen ist. Doch kaum in Echo Ridge angekommen, stolpern sie bereits über die erste Leiche. Und als kurze Zeit später noch Drohungen gegenüber den Homecoming Prinzessinnen ausgesprochen werden, ist die ganze Stadt in Aufruhr. Ellery schaltet in den Ermittlungsmodus und erhält hierbei Hilfe von Malcolm, dem Bruder des Verdächtigen im Fall Lacey. Und ausgerechnet Malcolm gerät schnell auch ins Visier, als eine Homecoming Prinzessin spurlos verschwindet. Was passiert in Echo Ridge?

Tja, diese Frage habe ich mir die ganze Zeit gestellt. Dank Ellery und ihren detektivischen Fähigkeiten hat man sehr schnell sehr viele Ideen. Und sehr schnell geht sie einem auf die Nerven. Das war das größte Problem für mich. Ich kam mit Ellery nicht klar. Kaum in Echo Ridge angekommen, fängt sie an, rumzuschnüffeln, Theorien aufzustellen, Leute zu nerven und quasi on to go auch die örtliche Polizei zu diskreditieren. Niemand ist so gut wie Ellery, die hat den Durchblick. Das zumindest ist die Botschaft, die das ganze Buch über mitschwingt. Ellery ist dabei nur leider unsympathisch und bewegt sich wie ein Elefant im Porzellanladen. Umso amüsanter ist es, dass wirklich alles, was Ellery irgendwie in den Kopf kommt, früher oder später widerlegt wird. Dass Ellery sich nebenbei noch ihr eigenes Grab schaufelt, lass ich jetzt mal unkommentiert stehen.

Anders als bei One of us is lying hatte ich hier nie das Gefühl, mitraten zu können. Das war mein Highlight beim anderen Buch, dass immer wieder neue Ideen aufkamen, neue Beweise auftauchten. Hier war es viel mehr ein zähes, fast schon langweiliges Fortschreiten der Geschichte. Man wurde von Ellery stets krampfhaft auf eine mutmaßliche Beweislage gegen Person A, B, C und D, und E, und F und sowieso alle hingewiesen, hatte aber nie das Gefühl, sich eine eigene Meinung bilden zu können. Sowieso hatte ich über weite Strecken das Gefühl, dass einfach gar nichts passiert. Belangloses Blabla rund um die Highschool, den Freizeitpark, wo einst Laceys Leiche gefunden wurde, ein bisschen Sherlock-Gespiele von Ellery und Malcolm und immer wieder plötzlich auftauchende neue Beweise, die so willkürlich und gekünstelt wirkten, dass es fast schon langweilig war. Einzig versöhnlich stimmt mich das letzte Viertel des Buches, weil hier wirklich mal Spannung aufkommt, etwas passiert und ich fast schon sarkastisch lachend miterleben durfte, wie Ellery ihre Ermittlungen auf die Füße fallen. Die Auflösung kam für mich überraschend und unerwartet, ist aber irgendwie auch nur mittelmäßig wasserdicht und lässt für mich zahlreiche unbeantwortete Fragen offen, etwa zur versendeten SMS (oh Zufall!) und zum Motiv des Täters. Also Überraschung ja, Nachvollziehbarkeit naja.

Da sich das Buch recht fix lesen lässt, da der Schreibstil locker ist, war es noch ganz erträglich, das Buch zu lesen. Es fehlte mir aber zu sehr an Spannung, an Logik und Ellery ist eine der anstrengendsten Protagonistinnen, die mir jemals untergekommen ist. Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, muss aber sagen, dass es deutlich hinter One of us is lying liegt. Der Ansatz war ganz nett, die Umsetzung ist aber für mich fehlgeschlagen. Daher leider nur eine stark eingeschränkte Leseempfehlung.

[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise vom Verlag überlassen wurde. Meine Meinung ist hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 30.10.2019

starker Einstieg, schwaches Ende

Kissing Lessons
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„Frauen wie ich vergraulen feste Freunde. Frauen wie ich wurden noch nie von einem einzigen Jungen eingeladen. Frauen wie ich müssen ihren eigenen Weg finden, sich ihr eigenes Glück schaffen.“ (Stella ...

„Frauen wie ich vergraulen feste Freunde. Frauen wie ich wurden noch nie von einem einzigen Jungen eingeladen. Frauen wie ich müssen ihren eigenen Weg finden, sich ihr eigenes Glück schaffen.“ (Stella in Kissing Lessons)

Worum geht’s?

Das Leben als Asperger-Autistin ist nicht leicht für Stella, doch sie findet ihren Weg, damit umzugehen. In ihrer analytischen Tätigkeit als Ökonometrikerin geht sie total auf. Aber ihre Mutter möchte mehr von Stella als nur beruflichen Erfolg, nämlich: Enkelkinder. Doch zwischenmenschliche oder gar intime Kontakte? Das ist wirklich nicht Stellas Ding. Küssen und Sex sind für sie keine angenehmen Unterfangen. Kurzerhand kommt ihr daher die Idee, sich einen Fachmann als „Lehrer“ an ihre Seite zu holen. Als dann Escort Michael in ihr Leben tritt, lernt Stella nicht nur, wie man küsst und miteinander schläft, sondern ungewollt auch, wie man sein Herz verliert…

Kissing Lessons ist der erste Teil der „Kiss, Love & Heart“-Trilogie. Das Buch ist in sich geschlossen und kann unabhängig gelesen werden, der Protagonist aus Band 2 wird hier jedoch als Randfigur vorgestellt.

Schreibstil / Gestaltung

Das hübsche Cover ist in beige mit zahlreichen verschiedenfarbigen Blumen gehalten, während der Titel in einer pink-metallic foliert ist. Das Cover wirkt sehr frühlingshaft und feminin, passt aber nicht unbedingt zum Titel oder zum Buch. Die Erzählweise des Buches erfolgt linear und in der dritten Person, jeweils mit Fokus auf Michael oder Stella, teilweise wechselt der Fokus im Kapitel auch. Der Schreibstil ist recht locker und leicht. An manchen Stellen gibt es Punkte, wo die Übersetzung (oder die Ausdrucksweise) nicht 100% rund klingt, insgesamt ist das Buch sprachlich geeignet für (junge) Erwachsene. Das Buch enthält wenig explizite Sprache, allerdings einige Erotikszenen, die jedoch nicht ausführlichst geschildert werden.

Mein Fazit

Kissing Lessons war ausnahmsweise mal nicht ein Buch, was mich durch sein Cover vereinnahmt hat, sondern durch die doch recht innovativ klingende Idee einer autistischen Protagonistin. Das Buch klang für mich einerseits wie etwas, was man schon öfter gelesen hat (Fakebeziehung, gekaufte Beziehung), andererseits aber war ich gespannt, ob und wie man das Thema Asperger-Autismus in dem Buch kennenlernen wird.

Die Geschichte startet direkt mit Stella, die beim Essen von ihrer Mutter gelöchert wird. Denn ihre Mutter möchte, dass Stella endlich sesshaft wird, heiratet und ihr Enkelkinder beschert. Dass Stella mega erfolgreich in ihrem Beruf ist, interessiert zumindest ihre Mutter nur begrenzt. Dass Stella zwischenmenschliche Beziehungen Angst machen, sie permanent in Sorge ist Leute zu vergraulen und zu verletzen und insbesondere Intimität für sie unangenehm ist, spielt keine Rolle. Enkelkinder, das ist das Ziel. Und Stella möchte die Erwartungen ihrer Mutter erfüllen. Nur wie? Ihre bisherigen Beziehungen waren eine Katastrophe und Küssen, das mag sie auch nicht. Als sie auf einem Sonntag im Büro ihren Kollegen Phillip trifft und dieser ihr knallhart an den Kopf wirft, ihr würde einfach die Übung fehlen, reift in Stellas Kopf ein Plan: Ein Fachmann soll her. Denn Geld hat Stella genug. So landet Stella beim Escort Michael, der sich in großer Geldnot auf Stellas ungewöhnliches Angebot, er solle ihr Übungslektionen in Sachen Küssen und Intimität geben (inklusive Leistungsbeurteilung!), einlässt. Michael weiß nicht, wieso Stella solche Probleme mit den Sachen hat, doch er ist gewillt, ihr zu helfen. Aber schon bald müssen sich beide fragen, ob ihr Arrangement die geschäftliche Basis nicht schon längst verlassen hat…

Der Einstieg in das Buch gelang mir sehr gut. Ich war von Anfang an von Stella fasziniert und habe zugleich mit ihr mitgelitten. Es ist eine unangenehme Situation, dass ihre Familie von ihr erwartet, sich zu binden, wenn es ihr doch so sehr Angst macht. Die Idee, einen Escort-Mann zu beauftragen, ist gewagt, aber zugleich auch recht klug. Ein „Übungsmann“, mit dem sie ihre Unsicherheiten überwinden kann, um dann bereit zu sein für den Mann, der an ihrer Seite sein soll und will. Stella geht dabei sehr methodisch vor, hat einen detaillierten Plan und Vorstellungen, wie ihre Übungstage ablaufen sollen. Hierbei zeigt sich vor allem Stellas analytische und strukturierte Seite sehr stark. Immer wieder gibt es solche Szenen, die Einblicke in ein Gehirn geben, was durch Asperger-Autismus etwas anders tickt. Und ich fand diese Szenen wirklich grandios geschrieben. Es ist eine Mischung aus Faszination und Verblüffung, die ich empfand, wenn Stella loslegt, eine Situation zu analysieren. Es sind banale Alltagssituationen, die für die meisten Menschen so selbstverständlich sind, dass man nicht über sie nachdenkt. Für Stella aber nicht. Denn sie kann Emotionen von Menschen schwer einschätzen, äußere Einflüsse wie Licht und Lärm machen ihr zu schaffen, ihr Gehirn filtert Äußerungen anders – und so tritt sie manchmal in Fettnäpfchen, manchmal gerät sie in gefährliche Situationen und manchmal zerbricht sie sich stundenlang den Kopf, ob Pralinen und Blumen ein angemessenen Geschenk für eine Essenseinladung sind. Es war beeindruckend zu lesen. Stella kam zeitweise so unbeholfen rüber, dass sie mit leidtat, manchmal war ich von ihrem Scharfsinn und ihrer Stärke aber auch verzaubert. Es ist sicher nicht leicht, mit Autismus zu leben, und Stella versucht, das Beste daraus zu machen. Und verdammt, sie verdient jemanden, der sie liebt und schätzt, so wie sie ist. Der an ihrer Seite steht und Verständnis dafür hat. Und so war ich das ganze Buch getrieben von der Hoffnung, dass Stella so jemanden finden wird. Denn von Seite 1 an wollte ich, dass Stella glücklich wird und sich wohl fühlen kann.

Leider ist es aber so, dass das Buch mich nicht wirklich überzeugen konnte. Denn nach einem starken Start, den tollen Einblicken, einer mehr als holprigen Anbahnung zwischen Stella und Michael kommt es irgendwann unweigerlich zum Sex. Und dieser Punkt ist für mich eine Art Wendepunkt in der Geschichte gewesen. Ich weiß nicht, ob die Autorin dies so beabsichtigt hat, ob damit Stellas „neues Ich“ und eine Änderung in ihrer Persönlichkeit markiert werden sollte. Aber ab da ging für mich das Buch einfach stark bergab und verkam zu einem Standard-0815-Liebesroman mit viel Sex, wenig Persönlichkeitsentwicklung und vor allem: Jedem erdenklichen Standard-Drama, was man sich nur erdenken kann. Warum war das so? Etwa die erste Hälfte des Buches geht es darum, wie sich Stella und Michael näherkommen. Michael versucht, Stella aus ihrer starren „Planung“ rauszuholen und gibt sich dabei wirklich Mühe. Es gibt wunderbare, sehr süße Szenen mit den Beiden, es gibt auch Szenen, die mein Herz ein wenig haben schmelzen und ein wenig haben schmerzen lassen. So lernt Stella Michaels Familie kennen und es endet in einer unweigerlichen Katastrophe. Nachdem die beiden aber anfangen, miteinander zu schlafen, ist es, als würde Stella sexbesessen werden. Fortan geht es permanent darum, dass die beiden miteinander in die Kiste wollen, wie gut sich das alles anfühlt und vor allem sind Stellas Ticks auf einmal weg. Ihre Ängste, ihre Unsicherheit – alles ist plötzlich Geschichte. Zumindest bis zu dem Punkt, der erwartungsgemäß in solchen Büchern kommen muss: Der große Knall. Danach manövriert die Geschichte ein wenig wie eine Nussschale auf dem Meere hin und her, ohne wirklich Grund dafür zu geben. Man hätte sich das ganze Drama so sehr sparen können, es hätte auch ohne funktioniert. Stattdessen hätte man gerade gegen Ende hin mehr in Charakterentwicklung setzen können und sollen.

Denn Hand aufs Herz: Michael entwickelt sich im ganzen Buch eigentlich gar nicht. Er hat von Anfang an eigentlich keine große Lust auf sein Escort-Dasein, hat eigentlich eine ganz andere Begabung, die er aber aufgrund familiäre Probleme nicht ausleben kann, zumindest nicht so, wie er will. Immer wieder redet er davon, wie sehr das Fehlverhalten seines Vaters ihn geprägt hat, wirklich verstanden habe ich es aber ehrlich gesagt nicht. Der Einfluss seiner Mutter und die Angst um sie war da deutlich präsenter, wirkte für mich oftmals aber auch eher wie eine Ausrede statt eine Erklärung. Generell hatte ich das Gefühl, dass Michael überraschend eindimensional war und wenig Tiefe mitbrachte. Auch seine Entscheidungen am Ende des Buches kamen für mich irgendwie plötzlich und aus der Luft gegriffen. Stella hingegen ist da deutlich komplexer geraten, was mir sehr gut gefallen hat. Doch gerade gegen Ende hatte ich nur noch dieses „Liebe heilt alles“-Gefühl, weil Stellas Asperger-Autismus für mich kaum noch rüberkam. Garniert mit einem einwandfreien Kitsch-Happyend war ich fast schon enttäuscht, dass aus einem so starken Start ein lauwarmer Liebesroman wurde. Die zahlreichen Randcharaktere, insbesondere Michaels Familie, haben mir gut gefallen, bleiben jedoch sehr oberflächlich und ich hatte manchmal das Gefühl, dass sie die „Wink mit dem Zaunpfahl“-Funktion hatten.

Und dann waren da noch die Erotikszenen… Die erste Hälfte des Buches verläuft sehr erotikarm. Mag überraschend sein, wenn man bedenkt, dass Michael immerhin Escort ist. Mir hat es aber sehr gut gefallen, denn so konnte man sich mehr auf Stella und ihr Überdenken konzentrieren. Als es dann zur Sache geht, gibt es Dirty Talk mit multiplen Orgasmen. Natürlich müssen es direkt mehrere Orgasmen sein. Immerhin soll Stella ja erfahren, wie grandios Sex sein kann. Ich fand die Sexszenen allerdings einfach nur schrecklich unerotisch. Das lag sowohl an der Ausdrucksweise als auch an der Schilderung. Es fehlte an der Sinnlichkeit und irgendwie auch an der Chemie.

Insgesamt muss ich sagen, dass Kissing Lessons ein guter Debütroman der Autorin ist und ein wichtiges, aber vor allem auch im Romance-Bereich doch eher unbeachtetes Thema um Autismus aufgreift und in eine schöne Geschichte verpackt. Allerdings verläuft vor allem die zweite Hälfte des Buches für mich deutlich zu klischeehaft wie die üblichen Liebesromane in einer fast schon 0815-Standard-Dramakurve, die für mich Stellas Probleme etwas zu sehr ausblendet und auch Michaels Probleme fast schon vergisst. Starker Einstieg, dann viel Sex bei wenig Handlung bis zum mittelmäßigen Ende – ein Buch für angenehme Lesestunden, wenn man nicht allzu viel erwartet.

[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise vom Verlag überlassen wurde. Meine Meinung ist hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 22.10.2019

gute Geschcihte mit einigen Schwächen, aber einem herzzerreißenden Ende

Newport Prince Bd. 1
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„Was war bloß mit mir und erst recht mit Aiden los? Wieso gingen wir uns plötzlich nicht mehr an die Gurgel, sondern an die Wäsche?“ (Ava in Newport Prince – Love you)

Worum geht’s?

Vor einem Jahr trat ...

„Was war bloß mit mir und erst recht mit Aiden los? Wieso gingen wir uns plötzlich nicht mehr an die Gurgel, sondern an die Wäsche?“ (Ava in Newport Prince – Love you)

Worum geht’s?

Vor einem Jahr trat Ava Prince in das Leben von Lilly Westerfield. Seitdem sind die beiden Freundinnen unzertrennlich, feiern regelmäßig wilde Partys und auch Drogen sind im Spiel. Lillys Brüdern Daniel und Aiden ist Ava ein Dorn im Auge, denn für sie ist Ava die Person, die Lilly in den Abgrund reißt. Mit allen Mitteln versuchen sie, die beiden Mädchen auseinanderzubringen. Doch als eines Abends eine Party außer Kontrolle gerät und Ava verletzt wird, ist es ausgerechnet Aiden, der ihr hilft. Und auf einmal ändert sich alles. Denn Ava wird Aiden plötzlich nicht mehr los. Und schon bald fängt ihr verräterisches Herz an, Aiden auch nicht mehr loswerden zu wollen. Aber welche Motive hat Aiden? Ist das nur sein finaler Schlag, um Ava ein für alle Mal zu vernichten? Als dann noch das Schicksal zuschlägt, gerät Avas Leben endgültig aus den Fugen…

Newport Prince – Love you ist Band 1 einer mehrbändigen Reihe. Die Geschichte ist nicht in sich geschlossen und wird in Band 2 fortgesetzt.

Schreibstil / Gestaltung

Das hübsche Cover ist in dunklen Blautönen gehalten und zeigt einen See. Dieser kommt auch im Buch vor, sodass das Cover durchaus passt. Es gibt allerdings keinen Hinweis auf den Inhalt, ohne den Untertitel hätte ich zuerst wahrscheinlich gedacht, es sei ein Fantasy-Roman.

Die Erzählweise des Buches erfolgt linear und mit wechselnden Erzählern. Dies sind primär Aiden und Ava, gegen Ende treten jedoch weitere Erzähler für jeweils wenige Kapitel hinzu. Die Kapitel sind entsprechend übertitelt, sodass man weiß, wer erzählt. Allerdings merkt man auch an der Erzählweise, ob Aiden oder Ava an der Reihe sind, da insbesondere Aidens Ausdrucksweise sehr auffällig ist. Das Buch enthält erotische Szenen, die jedoch nicht übermäßig explizit geschrieben sind, und zudem zahlreiche Kraftausdrücke. Der Schreibstil der Autorin ist locker und gut lesbar. Allerdings empfand ich die Schriftgröße des Buches als recht klein, sodass ich nach längerer Lesezeit das Buch teilweise weglegen musste, da ich Kopfschmerzen bekommen habe.

Mein Fazit

Zu Newport Prince habe ich aufgrund der Empfehlung einer Freundin gegriffen, die beide bisher erschienene Teile bereits gelesen und geliebt hat. Aufgrund ihrer Erzählungen und dem ansprechenden Klappentext wollte ich dem Buch gern eine Chance geben. Und ich muss sagen: Im Großen und Ganzen konnte mich das Buch sehr begeistern, ich habe allerdings auch einige Kritikpunkte.
Schon direkt zum Anfang des Buches merkt man, dass es zwischen Ava und Aiden nicht sonderlich große Harmonie herrscht. Bei einer Party geraten beide aneinander, als Lilly mit Avas Auto abgehauen ist und Ava allein zurückbleibt. Aiden und Daniel lassen keine Gelegenheit aus, um Ava zu zeigen, wie wenig sie von ihr halten. Denn in ihren Augen steht Ava für das Verderben und den Verfall ihrer Schwester. Als kurze Zeit später bei einer Party in Avas Haus eine Situation zwischen Lilly und ihrem Freund außer Kontrolle gerät und Lilly ausgerechnet ihre Brüder anruft, sind diese natürlich wutentbrannt. Doch genau dieser Abend soll auch eine Entwicklung einleiten, die sowohl Ava als auch Aiden nie vermutet hätten. Denn Stück für Stück fängt Aiden an, seine Meinung von Ava zu hinterfragen. Und auch Ava ist verwundert, dass statt tiefer Abneigung eine gewisse Besorgnis das neue Handlungsmotiv von Aiden ist. Die beiden fangen an, immer mehr Zeit miteinander zu verbringen. Doch immer neue Missverständnisse und Gerüchte machen es ihnen schwer, Vertrauen zueinander zu finden. Und dann kommt noch ein furchtbarer Schicksalsschlag hinzu, der alles verändert…

Bereits am Anfang kann man die Abneigung von Aiden gegenüber Ava mit jedem Wort spüren. Generell ist der ganze erste Abschnitt des Buches recht spannungsgeladen zwischen den Charakteren. Erst mit der Zeit entwickelt sich langsam eine Dynamik zwischen Ava und Aiden, die mit allerlei wirklich schönen und süßen Momenten, aber auch mit viel Drama versehen ist. Im Mittelteil des Buches lag mir der Fokus etwas zu sehr auf Ava und Aiden, so scheint es zum Beispiel so, als hätte Aiden vergessen, dass es da noch ein zu lösendes Problem mit Lilly gibt. Erst gegen Ende des Buches – pünktlich zum dramatischen Schicksalsschlag – fällt ihm wieder ein, dass da noch was war. Zumindest wirkt es so. Dennoch hat es mich nicht so sehr gestört, denn mit Aiden und Ava, ihren Ups and Downs wurde ich wunderbar davon abgelenkt.

Ava und Aiden sind recht komplexe Charaktere mit vielen Fehlern und Problemen. Ava ist jemand, der sich selbst sehr zurückstellt und dem anderen Menschen wichtiger sind. Dies führt zu einigen Problemen. Aiden ist recht impulsiv und handelt manchmal unbedacht, hat aber durchaus auch eine niedliche Seite. Beide zusammen sind mal Feuer und Wasser, mal Feuer und Öl. So weiß man manchmal auch nicht, ob man die beiden zusammenhaben möchte oder doch lieber getrennt. Die Randcharaktere sind zur Unterstützung sehr gut einbezogen, ohne den Fokus wegzunehmen. Aidens Freunde und Avas Haushälterin Magda haben für einige Lacher bei mir gesorgt. Lilly hingegen hätte ich gern präsenter im Buch gehabt, insbesondere da sie und ihre Entscheidungen eine tragende Rolle spielen. Ich hoffe daher, dass man in Band 2 mehr über sie erfährt. Mein Highlight in dem Buch ist allerdings – sorry an alle Menschen – der Hund Diego. Avas Hund Diego schleicht sich von Anfang an ins Herz des Lesers, es gibt wirklich schöne und lustige Momente mit ihm und er trägt auch symbolisch zur Entwicklung der Beziehung zwischen Ava und Aiden bei.

Das Ende. Dieses Buch gehört für mich zu den Büchern mit den unerwartesten Enden. Das Buch hat mir auf knapp 30 Seiten viermal hintereinander das Herz gebrochen, jedes Mal auf eine andere Art und Weise. Ich gebe zu, dass ich ein klassisches Ende erwartet hatte, bei dem ein Protagonist dem anderen Leid antut, aber so ist es hier nicht. Hier werden beide Protagonisten von zwei harten Schicksalsschlägen getroffen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Und die Auswirkungen hiervon sind massiv, in so vielen Punkten. Ich bin sehr gespannt, wie sich das alles in Band 2 entwickeln wird, denn beide haben viel zu verarbeiten. Doch als auch noch eine Enthüllung zu Avas Hund Diego kam, war mein Herz endgültig in tausend Teile zerbrochen. Oh Ava, wie konntest du das nur tun?

Aber, und so ist es leider ja öfter, ein bisschen etwas zu meckern habe ich dennoch. Denn einige Punkte haben für mich das Buch nicht ganz rund gemacht. Zunächst wäre da das doch etwas atypische Verhalten der Protagonisten. Ava ist zu Beginn des Buches 16 und Aiden 18, beide benehmen sich allerdings deutlich älter. Als ich vom Alter der Protagonisten erfuhr, hatte ich kurzzeitig gedacht, ob mich vielleicht ein Young Adult Roman erwartet, jedoch bewegt sich das Buch deutlich im New Adult Bereich. Für meinen Geschmack hätte es für die Stimmigkeit nicht geschadet, die Protagonisten ein Ticken älter zu machen. Zweiter, und auch mein größter, Kritikpunkt ist die zeitliche Abfolge im Buch. Inhaltlich entwickelt sich die Beziehung im Buch in einer soliden Art und Weise, zeitlich jedoch geht mir alles viel zu schnell. Es ist einfach zu viel, was beide in zu kurzer Zeit erleben, und zu schnell, um die Entwicklung glaubwürdig und in dieser Intensität zu gewährleisten. Ich hatte es leider immer wieder im Hinterkopf, dass nur etwas mehr als zwei Wochen vergangen sind. Ironischerweise spricht das sogar ein Charakter an. Vor allem vor dem Hintergrund des Endes und der Thematik von Band 2 habe ich da doch etwas Bauchschmerzen, wie das nachvollziehbar umgesetzt werden kann und soll. Ansonsten hatte ich persönlich mit einigen Verhaltensweisen von Aiden so meine Probleme, denn Grenzen kennt der gute Herr eher weniger und Privatsphäre ist auch ein Fremdwort für ihn. Mich hatte es doch arg gewundert, dass sich Ava an seiner übergriffigen Art nicht gestört hat. Und dann waren da noch Avas Brüste. Selten habe ich in einem Buch einen derartigen Fokus auf das Dekolleté der Protagonistin gesehen wie hier. Hin und wieder ist ja schön und gut, aber wow, irgendwann fing ich an, meine Augen zu verdrehen, wenn mal wieder Avas Brüste erwähnt wurden.

Dennoch muss ich sagen, dass ich mich von Newport Prince 1 sehr gut unterhalten gefühlt habe. Ich fand das Buch spannend, mochte den Verlauf der Geschichte, die Ups and Downs, das Hin und Her zwischen Aiden und Ava sehr. Es ist eine Geschichte, die einerseits von Missverständnissen und Geheimnissen geprägt ist, andererseits eine Geschichte, die wirklich emotionale Punkte und Entwicklungen anspricht. Nach diesem unglaublich fiesen Ende freue ich mich sehr auf Band 2 und bin gespannt, wie die Autorin Ava und Aiden mit den schicksalshaften Erlebnissen weiterleben lässt.

[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise vom Vertrieb überlassen wurde. Meine Meinung ist hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 17.10.2019

toller Ansatz mit leichten Schwächen

My Mindful Flow
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Was ist das?

Jocely de Kwant erlitt mit 25 Jahren ein Burnout. Lange Spaziergänge und Basteleien halfen ihr, ihre Ruhe wiederzufinden. Als sie später als Autorin bei dem Magazin „Flow“ anfängt, ist sie ...

Was ist das?

Jocely de Kwant erlitt mit 25 Jahren ein Burnout. Lange Spaziergänge und Basteleien halfen ihr, ihre Ruhe wiederzufinden. Als sie später als Autorin bei dem Magazin „Flow“ anfängt, ist sie in der Lage, ihre gewonnene Erkenntnisse in Kombination mit dem Hauptthema des Magazins „Achtsamkeit“ zu verwenden. Mit „My mindful flow“ möchte sie ein Buch mit kleinen Aufgaben und Ideen an den Leser bringen, damit dieser sich täglich etwas Zeit für sich nimmt und etwas Geschwindigkeit aus dem schnellen Leben herausnehmen kann.

Wie sieht es aus?

Das Buch in Form einer Klappenbroschur verfügt über einen matten Einband in Naturoptik. Der komplette Umschlag ist mit kleineren Illustrationen verziert und vermittelt einen sehr naturverbundenen Eindruck. Der Buchrücken ist schlicht in grün gehalten. Das Innenleben setzt die Farbgebung und Gestaltungsart fort. Es wird mit gedeckten, aber lebendigen Farben gearbeitet, die je nach Abschnitt im Buch anders sind. Im kompletten Buch gibt es zahlreiche kleinere und größere Illustrationen, viele Freiräume zum Zeichnen und Notieren, an anderen Stellen hingegen liniere oder karierte Freiräume. Es wird einerseits mit einer relativ cleanen, nicht serifenfreien Schriftart gearbeitet, teilweise zudem mit einer schreibschriftähnlichen Schrift. Trotz der vielen gestalterischen Elemente wirkt das Buch zu keiner Zeit überladen. Leider verfügt das Buch über kein Lesezeichen (z.B. in Form eines Bandes), was sehr praktisch gewesen wäre. Die Seiten sind nicht reinweiß, von der Papierdicke her etwas fester als normales Papier. Das Papier ist nur bedingt für Fineliner geeignet, ich empfehle am ehesten Kugelschreiber oder Bleistift.


Was erwartet einen?

Die Autorin präsentiert in ihrem Buch 365 Aufgaben und Impulse für mehr Achtsamkeit. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Aufgabe oder Fragen aus unterschiedlichen Gebieten, die auf verschiedene Sachen abzielen. Dabei kann es um Wiedergabe von Wahrnehmungen gehen, um das Beschreiben von Gefühlen und Gedanken, aber auch teilweise einfach nur kleinere Malereien oder das Aufkleben von Sachen. Die Rubriken umfassen die Themen „Natur, Alltag, Spiel, Körper, Kritzeleien, Verbundenheit, Sinne, Schreiben, Kreativität, Erforschen, Essen und Nichtstun“. Die Rubriken sind dabei nicht gleichlang, aber um Umfang her ähnlich. Zu Beginn jeder Rubrik gibt es eine zweiseitige Einleitung mit Anekdoten und Überlegungen der Autorin.

Mein Fazit

Achtsamkeit ist ein Thema, welches in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Wir leben in einer Welt, in der wir immer und überall erreichbar sein wollen und müssen, wo wir viel zu wenig für uns selbst tun und manchmal den Fokus verlieren. Deshalb sprach mich die Idee des Journales sehr an und ich war gespannt, ob es mir hilft.

Zunächst muss ich sagen, dass in meinen Augen die Gestaltung sehr gelungen ist, aber sicher nicht jedem zusagt. Verschiedenfarbige Rubriken, zahlreiche Illustrationen, jede Seite hat ein anderes Layout – für die einen wird es eine nette Abwechslung, andere wird es stören. Ich gehöre zu denen, die es schön finden. Mir gefällt es, dass für jede Aufgabe ausreichend Freiraum gelassen wurde, um die Antwort/die Zeichnung direkt daneben/darunter zu platzieren. Man braucht also nicht noch ein zusätzliches Buch oder zusätzliche Seiten.

Inhaltlich muss ich aber sagen, dass ich nicht ganz so überzeugt bin. Es ist toll, dass es verschiedene Rubriken gibt, einige davon sagen mir nur leider fast gar nicht zu. Bereits die erste Rubrik „Natur“ hat meine Laune deutlich gedrückt, denn jede zweite Aufgabe war „suche eine Blume“, „suche ein Blatt“, „suche eine Feder“ oder male eines davon. Vielleicht kann ich mich da auch nicht ganz darauf einlassen, weil ich mir damit blöd vorkomme, aber die Aufgaben haben mich sehr gestört. Ansonsten gab es vereinzelt einige Aufgaben, bei denen ich nicht ganz wusste, wie ich sie umsetzen soll, z.B. das Zeichnen der Bewegung meiner Füße beim Laufen oder Aufgabe, wo man z. B. Stofffetzen und andere Materialen sammeln und aufkleben soll. Andere Aufgaben hingegen fand ich sehr gut, da man wirklich in sich geht, über spezifische Sachen nachdenkt (z. B. was man als Kind gern gegessen hat). Insgesamt muss ich daher sagen: Nicht alle Aufgaben konnten mich überzeugen, diese habe ich dann teilweise einfach übersprungen.

Vom Vorgehen her habe ich es so gemacht, dass ich jeden Tag eine Aufgabe aus einem anderen Bereich mache. Als Rubrik 1 am Tag 1, Rubrik 2 an Tag 2 und so weiter. Das empfand ich als abwechslungsreicher. Ich denke aber, dass da jeder vorgehen kann, wie er mag.

My mindful Flow gibt für mich gute Ideen bei einer niedlichen Gestaltung, ich kann es aber nicht uneingeschränkt empfehlen und es konnte mich auch nicht restlos begeistern. Es ist aber dennoch ein guter Einstieg in das Thema Achtsamkeit, beinhaltet teilweise wirklich kreative Aufgaben und macht zum Großteil auch Spaß.

[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, was mir freundlicherweise von dem Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Meine Meinung wurde hierdurch nicht beeinflusst.]