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Veröffentlicht am 12.02.2026

eine interessante Geschichte

Alchemy of Secrets
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„Wenn ihr beide euch sicher seid, dann schreibt hier eure Namen auf, mitsamt der verlangten Informationen, und der Uhrenmann wird sich bei euch melden.“.“
(Ein Mädchen zu Holland und Jake in Alchemy of ...

„Wenn ihr beide euch sicher seid, dann schreibt hier eure Namen auf, mitsamt der verlangten Informationen, und der Uhrenmann wird sich bei euch melden.“.“
(Ein Mädchen zu Holland und Jake in Alchemy of Secrets)

Worum geht’s?

Die meisten Studierenden glauben, dass die Geschichten der Professorin nur erfunden sind. Es gibt keinen Mann in Hollywood, den man anrufen kann, um zu erfahren, wann man sterben wird. Es gibt keine Hotelbar in Los Angeles, in der es spukt und der Teufel höchstpersönlich sich gerne die Zeit vertreibt. Und so etwas wie Magie gibt es ohnehin nicht. Aber ... keine von ihnen hat eine so tragische Vergangenheit wie Holland St. James. Holland hofft, mit ihrer Abschlussarbeit ihre Vergangenheit neu schreiben zu können. Und das, indem sie beweist, dass einige der berüchtigtsten Todesfälle im alten Hollywood in Wirklichkeit Morde waren – begangen von niemand anderem als dem Teufel selbst. Sie ahnt nicht, dass die Recherche sie in eine tödliche Welt voller jahrhundertealter Geheimnisse und unvorstellbarer Lügen führen wird. Und auf die Spur zweier extrem gefährlicher Männer, die beide bereit sind, alles zu tun, um eine Magie ausfindig zu machen, die Hollands Leben entweder für immer verändern oder völlig zerstören wird.

Alchemy of Secrets ist Band 1 der gleichnamigen Reihe. Die Geschichte ist nicht abgeschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Erzählerperspektive geschrieben und begleitet Holland.

Meine Meinung

Als absolut begeisterungsfähiger Mensch, der sich entschieden hat, auch mal andere Genres auszuprobieren (ich lese selten Romantasy und noch seltener reines Fantasy), bin ich eher zufällig bei Alchemy of Secrets gelandet. Mich hat das Setting des Buches einfach sehr angesprochen und ich habe bisher nur Gutes über die Autorin gehört, weswegen ich dem Buch eine Chance geben wollte, auch wenn es abseits meiner üblichen Buchvorlieben liegt. Und dieses Wagnis war es definitiv wert.

Alchemy of Secrets ist ein Buch, was so rasant und voller Twists ist, dass ich mich zwischendurch teilweise sammeln musste. Dafür kommt man aber auch wahnsinnig schnell durchs Buch, weil man wie in einem Sog ist. Hatte ich anfangs noch etwas Sorge, dass mich die Magie in dem Buch stören könnte, war dies gar nicht der Fall. Natürlich ist die ganze Handlung auf einer sehr unrealistischen Basis aufgebaut, aber die „Magie“ beschränkt sich eher auf Elemente wie der Fähigkeit, Türen zu öffnen oder Erinnerungen zu beeinflussen. Wir reden hier also nicht von Zaubersprüchen oder Fabelwesen. Im Kern der Geschichte geht es um Holland, die Folkelore 517 an der Universität besucht, wo es um urbane Legenden und Mythen geht. Holland möchte unbedingt ihr Todesdatum herausfinden – dies ist allerdings näher, als sie denkt. Der sogenannte Watch Man teilt ihr mit, dass sie an Halloween um Mitternacht sterben wird, wenn sie nicht bis dahin das legendäre alchemistische Herz findet. Ein straffes Zeitlimit, muss man sagen. Holland begibt sich auf die Suche und erfährt hierbei mehr über ihre Familie, über alte Hollywood-Mythen und sammelt versteckte Hinweise und verschlüsselte Botschaften, die ihr hoffentlich den Weg zum Herzen zeigen.

Das Buch war für mich eher ein Suspensebuch mit magischen Elementen, im Vordergrund steht definitiv die Suche nach dem alchemistischen Herz. Da dies regelmäßig seine Form ändern kann, gerät die Suche spannend und abwechslungsreich. Gleichzeitig führt das aber auch dazu, dass der Plot manchmal etwas wirr und fast schon überladen wirkt. Man hangelt sich von Hinweis zu Hinweis durch die Stadt. Es gibt viele Figuren, die alle recht funktional daherkommen und wenig für die Geschichte mitbringen. Selbst Holland bleibt blass, was möglicherweise auch an der Erzählperspektive liegt Und dann ist da noch die große Überraschung, was es mit dem Zeitablauf vor sich hat. Interessante Idee, gut umgesetzt, aber eben auch ein weiterer Aspekt, der das Buch recht komplex macht. Es gibt interessante Rätsel, die wirklich cool gemacht sind. Man begegnet (fiktiven) Filmstars und erkundet Schauplätze, die sich teilweise echt anfühlen. Das Buch hatte schon echt viel, was einen fesselt. In dem Buch gibt es sogut wie keinen Romantik-Anteil. Holland wird zwar von verschiedenen Männern, hauptsächlich Gabe und Adam, im Buch begleitet und es gibt jede Menge Geheimnisse und verborgene Aspekte, aber außer ein bisschen Tension fand ich hier nichts nennenswert Romantisches, fairerweise hat das Buch hiermit aber auch nicht geworben – sondern eben mit der Darstellung, dass es Fantasy ist. Allerdings gibt es durch die Geheimnisse immer wieder das Thema, wem man vertrauen kann, wer lügt und bei wem Holland sicher ist. Mich hat das Buch insgesamt jedenfalls schon gecatcht, auch wenn ich manchmal etwas die Übersicht verloren habe und vor allem zum Ende hin einige Sachen kamen, wo ich nicht so ganz überzeugt war, aber die Idee ist grandios und die Umsetzung gelungen. Ich bin gespannt, wie die Reihe weitergeht, weil noch sehr viele Fragen offen sind.

Mein Fazit

Alchemy of Secrets ist eine interessante Geschichte, die mit ihren vielen Elementen aber auch etwas undurchsichtig daherkommt. Der Plot ist rasant und voller Überraschungen, die magischen Elemente sind dezent und interessant. Manchmal habe ich allerdings ein wenig die Übersicht verloren.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 12.02.2026

konnte mich emotional nur bedingt abholen

Memories So Golden Like Us (Blue Eternity 2)
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„Ich bin nicht mehr zu retten. Auch nicht von Sam. Schon gar nicht von Sam, der nie wieder da sein wird, wo ich bin.“
(Blair in Memories so golden like us)


Worum geht’s?

Blair hat alles verloren. ...

„Ich bin nicht mehr zu retten. Auch nicht von Sam. Schon gar nicht von Sam, der nie wieder da sein wird, wo ich bin.“
(Blair in Memories so golden like us)


Worum geht’s?

Blair hat alles verloren. Die Anerkennung ihrer Eltern. Ihren Ruf als erstzunehmende Künstlerin. Und ihren Bruder. Seit einem Jahr  torkelt sie von Party zu Party, um sich mit Alkohol und fremden Männern zu betäuben. Dass sie dabei eine Spur von Skandalen hinterlässt, berührt sie nichts im Geringsten. Bis ihre Eltern ihr den Geldhahn zudrehen. Sie ist dazu gezwungen, die nächsten Monate an der britischen Küste zu verbringen, um dort im Familienstrandhaus an einer neuen Bildreihe zu arbeiten. Mit wem sie allerdings nicht im stürmischen St Ives gerechnet hat? Mit Connor Rutherford, dem besten Freund ihres verstorbenen Bruders. Connor, der seit Jahren in einer Beziehung mit ihrer früheren Freundin Elle Hastings ist. Connor, den sie nicht ausstehen kann, weil er ihr schon damals das Herz gebrochen hat, ohne sie ein einziges Mal berührt zu haben …


Memories so golden like us ist Band 2 der Blue Eternity-Dilogie. Die Geschichte ist in sich geschlossen, sie beinhaltet Spoiler zu Band 1.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Blair und vereinzelt Connor geschrieben. Das Buch beinhaltet sexuellen Content. Das Buch beinhaltet potenziell triggernde Themen aus dem Bereich Verlust und Trauerbewältigung.

Meine Meinung

Gabriella Santos de Lima zählt zu einer meiner Lieblingsautorinnen. Niemand hat diesen unvergleichlichen Stil aus schmerzhafter Poetik und mitreißenden Emotionen, wundervoll real und ungefiltert, so als würden Gedanken einfach so aus dem Kopf aufs Papier fallen. Doch mit dieser Dilogie war es erstmalig so, dass mich Gabi irgendwie nicht so abholen konnte. Bereits bei Moments so blue like our love war ich überrascht, dass mich die gefühlvolle Seite irgendwie nicht abholen konnte. Und irgendwie wollte das bei Memories so golden like us auch nicht klappen.



Das Buch spielt einige Zeit nach Band 1. Blair ist stark gezeichnet von ihrem Verlust und flieht in eine Welt aus Party, gedankenlosen Sex und noch mehr Party. Die Presse berichtet regelmäßig über die Fehltritte der einstigen Socialite, in den Onlinemedien und Social Media überschlagen sich fiese und hässliche Kommentare über Blairs Gewichtszunahme, Blairs ständige Feiern und ihrem gefühlten Abstieg. Alle scheinen zu vergessen, dass Blair wahnsinnig doll leidet. Die Anfeindungen machen Blair zu schaffen, im Buch wird immer wieder das Onlinemobbing, das Bodyshaming und auch Slutshaming erwähnt. Das alles hat mich schon sehr betroffen gemacht. Blairs Eltern entscheiden sich, dass sie für einige Zeit ins Ferienhaus der Familie soll, um sich wieder auf sich zu konzentrieren und hoffentlich zu ihrer Kunst zurückzufinden, weil sie ihr Partyleben nicht mehr tragen und finanzieren wollen. Denn Blair war vorher begabte Künstlerin mit riesigen Ausstellungen – und jetzt ist ihre Welt nur noch grau und sie malt nicht mehr. Was Blair nicht weiß? Im Ferienhaus wartet Connor auf sie, der beste Freund ihres verstorbenen Bruders Sam und ihre erste große Liebe. Connor ist aber eigentlich mit einer anderen Frau zusammen und für Blair sowieso tabu…



Irgendwie fehlte mir der rote Faden des Buches. Und das ist total komisch, so etwas zu sagen, weil Gabis Bücher oft keinen haben und eher go with the flow sind. Aber hier war irgendwie alles zu viel und gleichzeitig zu wenig. Blair trauert wahnsinnig intensiv und ich fand das oft sehr emotional und wirklich schön beschrieben, auch weil Trauer nie einem bestimmten Muster folgt. Auch Blairs Versuche, wieder zur Kunst zu finden, waren schön beschrieben und sehr greifbar. Die Idee, dass Connor sie hierbei mit der Kamera für eine Doku begleitet, fand ich aber irgendwie sehr erzwungen. Dadurch entstand auch von Anfang an das Forced Proximity Thema, was mich sowieso oft nicht begeistern kann. Connor und Blair aber konnten mich auch so irgendwie nicht für sich gewinnen. Vielleicht lag es daran, weil Connor eigentlich eine Freundin hat, vielleicht weil Blair erstmal ihre Trauer verarbeiten sollte und dann aber irgendwie andauernd nur noch Rummachen mit Connor ein Thema ist. Auch geht Connor in dem Buch ein wenig unter, seine Geschichte wird nur am Rande erzählt, weswegen ich mich gefragt habe, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, sie gar nicht einzubinden, als so wenig und so oberflächlich. Aber vor allem die zweite Hälfte des Buches hat mich emotional nicht berührt und mich auch sonst nicht so gecatcht, dass ich unbedingt weiterlesen wollte und musste. Das fand ich wahnsinnig schade.

Mein Fazit

Memories so golden like us konnte mich leider emotional nur bedingt erreichen. Das Thema um die Trauer ist wirklich gut eingefangen worden, aber irgendwie hatte das Buch zu viele Themen, die dafür wenig in die Tiefe gingen. Vor allem aber konnte mich die Liebesgeschichte zwischen Connor und Blair nicht wirklich berühren.



[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 12.02.2026

leider dieses Mal nicht mein Humor

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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„Es hat mich nicht geprägt. Es sind nur schlimme Erfahrungen, die ich gemacht habe.“
(Jude in The Pumpkin Spice Latte Disaster)

Worum geht’s?

Eigentlich ist Jude nur für die Hochzeit ihrer Schwester ...

„Es hat mich nicht geprägt. Es sind nur schlimme Erfahrungen, die ich gemacht habe.“
(Jude in The Pumpkin Spice Latte Disaster)

Worum geht’s?

Eigentlich ist Jude nur für die Hochzeit ihrer Schwester in ihre Heimat zurückgekehrt. Denn das englische Örtchen steht für alles, was die rastlose 26-Jährige hasst: Beständigkeit, Gemütlichkeit und Kleinstadt-Gossip. In Lower Whilby angekommen geht jedoch alles drunter und drüber. Und das hat vor allem mit James zu tun. Der grummelige Barista ist der Sohn legendärer Brit Pop-Stars, ziemlich attraktiv – und überhaupt nicht erfreut darüber, dass Jude ihn für ihren Musikpodcast ausquetschen will. Als er Jude aus der Not heraus in seinem Café anstellt, geht sie ihm nicht nur auf die Nerven. Sondern auch nicht mehr aus dem Kopf. Doch kann Jude, die ihr ganzes Leben schon auf der Flucht vor ihren Gefühlen ist, für ihn zur Ruhe kommen?

The Pumpkin Spice Latte Disaster ist Band 1 der Lower Whilby-Reihe. Die Geschichte ist in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Jude und James geschrieben. Das Buch beinhaltet sexuellen Content.

Meine Meinung

Kyra Grohs Bücher waren für mich immer absolute Highlights. Bücher voller Witz, die auf leichte Weise aber ernste Themen einbauen und mit viel Situationskomik eine kleine Ausflucht im Alltag bieten. Entsprechend war klar, dass ich auch ihr neues Werk unbedingt lesen muss. Cosy Romcom mit Small Town-Vibes und das auch noch kombiniert mit meinem liebsten Haters to Lovers-Trope? Das kann doch nur genial werden. Aber leider wurde es das erste Kyra-Buch, was mich nicht so abholen konnte.

Das Buch begleitet Protagonistin Jude, die vor einigen Jahren regelrecht aus dem kleinen verschlafenen Ort Lower Whilby geflohen ist und seitdem nie wirklich zurückgeschaut hat. Sie ist eine Person, die überall und nirgends zuhause ist, nie lange an einem Ort und bei einer Person sein kann, viel rumprobiert und einfach generell sehr laut, offen und lebhaft ist. Unstreitig legt sie ADHS-Tendenzen an den Tag, auch wenn das im Buch kaum thematisiert wird. Für die Hochzeit ihrer kleinen Schwester kehrt sie nun kurzzeitig zurück – doch nach der Hochzeit bricht das Chaos los und Jude bleibt länger, als sie jemals wollte. Ihr Gegenpol ist James, Sohn von bekannten Musikereltern, die fernab vom Ruhm und Trubel hier ein kleines Cafe betreibt. Er liebt es ruhig, gediegen und möchte sich nicht auf den Familiennamen reduzieren lassen. Als Jude erfährt, wer James ist, will sie unbedingt ein Interview mit ihm – denn Jude führt einen bekannten Musik-Podcast und ein Interview oder Informationen zur Band, die seit Ewigkeiten in aller Munde ist, würde für ihren Podcast natürlich viel bedeuten. Also fängt Jude an, James zu umgarnen. James kann mit Jude anfangs wahnsinnig wenig anfangen, denn sie ist alles, was er nicht ist. Trotzdem gibt er ihr einen Job in seinem Cafe und Jude beginnt, James‘ Leben ordentlich auf den Kopf zu stellen.

Ist Lower Whilby ein süßer Ort? Absolut. Habe ich hier aber mehr Smalltown Cosy Vibes erwartet und dachte vor allem, dass hier mehr Herbstvibes eine Rolle spielen? Ja. Während ich den Anfang noch echt lustig fand und Jude mit ihrer unkonventionellen Lebensart irgendwie mal was anderes war, ging sie mir leider bald auf die Nerven. Schon nach kurzer Zeit fängt sie an, James alles Mögliche aufzudrücken, ist teilweise frech und übergriffig. Dass viele Leute im Ort schlecht über sie denken und Vorurteile haben, ist immer wieder Thema, wird aber erst recht zum Ende wirklich erklärt. Das fand ich schade, weil es ein sehr wichtiges Thema war und mir das irgendwie zu sehr unterging. Vor allem hat es geholfen, einige von Judes Verhaltensweise und ihre Vorbehalte und Abneigung gegen den Ort besser zu erklären. Nach etwa 100 Seiten fand ich es schon anstrengend, das Buch zu lesen. Wenig Handlung, viel Gerede, aber wenig Substanz und dazu jede Menge Angeschmachte von James, der andauernd spitz auf Jude ist, sich gleichzeitig aber wahnsinnig anti ihr gegenüber verhält. Jude brettert wie ein Güterzug durch das Buch und an vielen Stellen fühlte sich die wenige Handlung dann noch gehetzt an, sowohl was ihre Schwester, ihre Vergangenheit als auch ihre Gefühle James gegenüber angingen. James verkommt insgesamt eher zur Nebenfigur und kriegt wenig Charakterentwicklung von der Autorin zugeschrieben.

Nach gut der Hälfte des Buches habe ich kurzzeitig überlegt, das Buch abzubrechen. Einfach, weil mich die wenige Handlung und das viele Geplänkel nicht fesseln konnte. Auch der Humor, den ich sonst bei Kyra Groh immer sehr geliebt habe, wirkte hier einfach wahnsinnig überspitzt und teilweise fast schon unangenehm. Ich habe mich letztendlich entschieden, doch noch durchzuziehen. Ich bin ganz froh, es noch getan zu haben, weil die zweite Hälfte schon ein wenig besser war. Aber ich habe irgendiwe das Gefühl, dass viele lose Enden liegengeblieben sind. Zwar ist die Geschichte um Jude und James (traditionelles Missverständnis und Third Act Breakup inklusive) abgeschlossen, aber einiges bleibt einfach nicht hinreichend geklärt. Ich hoffe, dass die Folgebände mich wieder mehr überzeugen können.

Mein Fazit

The Pumpkin Spice Latte Disaster ist das erste Kyra Groh-Buch, was mich irgendwie nicht so begeistern konnte. Jude und James haben mir in ihrer Dynamik nicht gefallen, vor allem Jude hat es mir sehr schwer gemacht, sie zu mögen. Der Humor war dieses Mal für mich zu überspitzt und das Buch zu handlungslos.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 27.01.2026

war nicht ganz so meins

The Unwanted Marriage
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„Ich möchte dich ja an mich heranlassen. Ich weiß bloß nicht, wie.“
(Faye über Dion in The unwanted marriage)

Worum geht’s?

Seit dem Kindesalter weiß Dion Windsor, wen er eines Tages heiraten wird: ...

„Ich möchte dich ja an mich heranlassen. Ich weiß bloß nicht, wie.“
(Faye über Dion in The unwanted marriage)

Worum geht’s?

Seit dem Kindesalter weiß Dion Windsor, wen er eines Tages heiraten wird: die wunderschöne Konzertpianistin Faye Matthews. Doch Faye ist die letzte Frau, die Dion in seiner Nähe haben will, und schon seit Jahren versuchte er, der Ehe mit ihr zu entkommen. Aber als er Faye eines Abends mit einem anderen Mann sieht, weiß Dion instinktiv, dass die Zeit des Davonlaufens vorbei ist. Er wird Faye heiraten und eine echte Beziehung mit ihr eingehen. Faye kann schließlich nicht wissen, dass Dion sich nicht aus Mangel an Zuneigung zu ihr vor der Ehe drückt, sondern um sie vor seinem dunklen Geheimnis zu beschützen...

The unwanted marriage ist Band 3 der The Windors-Reihe. Die Geschichte ist in sich geschlossen. Das Buch kann unabhängig gelesen werden, enthält aber Spoiler zu den Vorbänden.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Dion und Faye geschrieben. Das Buch beinhaltet expliziten Content und potenziell triggernde Thematiken aus dem Bereich häusliche Gewalt, Panikattacken und Verlust.

Meine Meinung

Ach, wie doll habe ich mich auf The unwanted marriage gefreut, nachdem ich Band 1 und 2 regelrecht weggesuchtet und vor allem The temporary wife mein Herz irgendwie sehr gewonnen hat. Entsprechend schnell nach Erscheinen habe ich zum Buch gegriffen und es auch in zwei Sitzungen durchgelesen – was dieses Mal aber leider nicht an meiner Begeisterung lag, sondern eher, weil ich’s hinter mich bringen wollte. Selten hat ein Buch mich so ratlos zurückgelassen – hat’s mir gefallen? Fand ich es furchtbar? Ist mein Geschmack komisch geworden? Oder war das Buch in vielen Punkten einfach verstörend? Ich werde es wohl nie erfahren. Aber von Anfang an…

In dem Buch geht es um Faye und Dion. Die Ehe ist quasi seit Kindheitstagen durch ihre Mütter besiegelt, von der Windsor-Großmutter später nochmal festgenagelt worden und nun ist es soweit, denn Faye ist mittlerweile erwachsen, die Geldnot ihrer Familie steigt und es wird endlich Zeit, dass sie ihren Platz an der Seite von Dion einnimmt, damit das ihrer Familie finanziell besser geht. Faye wurde eigentlich ihr Leben lang darauf trainiert, die perfekte Frau für Dion zu sein - so hatte sie nie die Möglichkeit, selbst herauszufinden, wer sie ist, was sie mag und was Sie gerne sein möchte. Faye hat eine heimliche Liebe, mit der sie nun wegen der Hochzeit Schluss machen muss. Dion erfährt hiervon zufällig und aus dem Nichts ist er plötzlich Feuer und Flamme dafür, Faye haben zu müssen – während er sie vorher quasi ignoriert hat. Die hierfür später gelieferte Erklärung fand ich halbgar und wenig glaubhaft, aber irgendwie musste die Geschichte ja ins Rollen kommen. Es beginnt die erste Hälfte über eine komische Dynamik, bei der man Faye bemitleidet, ihre Familie gern an die Wand klatschen möchte wegen derer frechen Erwartungen, Dion sowieso gerne eine verpassen mag wegen seines Gorilla-Gehabes und man sich Seite um Seite fragt, in welchem falschen Film man gelandet ist. Denn irgendwie übertreibt Dion es an jeder Ecke, Fayes Familie ist absolut furchtbar und undankbar zu ihr und Faye passt in das ganze Dilemma irgendwie so gar nicht rein. Als es dann noch losgeht, dass Dion und Faye sich körperlich näherkommen, wollte ich wirklich wegrennen. Nicht nur, dass Dion die fehlende sexuelle Erfahrung seiner Frau nicht erkennt und entsprechend rücksichtslos zu ihr ist – er redet die ganze Zeit währenddessen von „braves Mädchen“, was einem teilweise richtig einen Ick gegeben hat, auch vor dem Hintergrund der vorhandenen Age Gap. Kommunikation auf Augenhöhe sieht definitiv anders aus und es hat sich für mich einfach richtig unangenehm, seltsam und fast schon belästigend angefühlt. Generell hat der komplett Spice-Anteil nicht nur deswegen, sondern auch von der Art her, für mich gar nicht gepasst und ich würde nur auf der Basis dem Buch vermutlich zwei Sterne geben.

Aber es gab ja zum Glück noch mehr in dem Buch, nämlich Fayes Entwicklung und Dions Unterstützung hierbei. Tatsächlich musste ich lange durchhalten, bis ich das Gefühl hatte, es könnte noch was werden, denn erst so ab der Hälfte fing es an, dass Dion wirklich gute Sachen für Faye macht, Faye sich langsam entwickelt und entwickeln darf und sich vor allem die Masken ihrer Familie lichten, die ganzen Lügen und Intrigen auffliegen und die Windsor-Familie Faye die Möglichkeit gibt, sich zu entfalten. Klischeehaft? Absolut. Aber trotzdem mochte ich es und es gab das ein oder andere süße Momentum. Allerdings gab es eben auch jede Menge wilder Szenen, wo man das Gefühl hatte, die Autorin wollte einfach zu viel, etwa als sie Dion zum mafiamäßigen Rachegott macht, der mal eben durch Gewalt und Folter Leuten das Unrecht aufzeigt, was sie der Windsor-Familie angetan haben. Hat so gar nicht ins Buch gepasst, um ehrlich zu sein. Insgesamt bringt das Buch einiges mit, was wirklich hätte gut sein können, aber leider auch viel, was mich absolut nicht begeistert hat. Deswegen ist The unwanted marriage bisher für mich der schwächste Band, aber ich bin gespannt, wie die Reihe weitergeht.

Mein Fazit

The unwanted marriage ist gewohnt mitreißend und dramatisch, aber dieses Mal irgendwie teilweise auch echt unangenehm und bei den Spice-Szenen wollte ich regelrecht weglaufen. So viel Potenzial, teilweise nur bedingt ausgeschöpft und meistens hat mir Faye einfach nur leidgetan. Ein Buch, bei dem man definitiv etwas mehr Durchhaltevermögen braucht.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 27.01.2026

behutsam erzählt, aber wenig Romance

Weil wir es uns versprochen haben
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„Wie viel Verrat konnte ein Herz ertragen, bevor es einfach aufhörte zu schlagen?“
(Gabriel über Keirra in Weil wir es uns versprochen haben)

Worum geht’s?

Kierra Hughes ist alles andere als glücklich, ...

„Wie viel Verrat konnte ein Herz ertragen, bevor es einfach aufhörte zu schlagen?“
(Gabriel über Keirra in Weil wir es uns versprochen haben)

Worum geht’s?

Kierra Hughes ist alles andere als glücklich, wie ihr Leben verlaufen ist, und sucht verzweifelt einen Ausweg für sich und ihre Tochter. Aber als sie auf einer Dinnerparty plötzlich Gabriel Sinclair wieder gegenübersteht, wird sie augenblicklich von ihrer Vergangenheit eingeholt. Gabriel, ihre erste große Liebe und der Mann, mit dem sie ihre schönsten Momente teilte. Die Gefühle von damals sind sofort zurück, und sich von ihm fernzuhalten scheint unmöglich - zu groß ist Kierras Sehnsucht nach einer Zukunft, in der sie doch noch zusammenfinden könnten. Aber Gabriel hatte einen Unfall und kann sich weder an Kierra, noch an ihre gemeinsame Zeit erinnern ...

Weil wir es uns versprochen haben ist ein Einzelband und in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Keirra und Gabriel geschrieben. Das Buch beinhaltet potenziell triggernde Thematiken aus dem Bereich häusliche Gewalt und Verlust.

Meine Meinung

Im vergangenen Jahr habe ich zunehmend die Bücher der Autorin für mich entdeckt und als ich den Klappentext von dem Buch hies las, war mir direkt klar, dass es einziehen muss. Jugendliebe, beste Freunde, durch einen Unfall getrennt – und dann begegnen sie sich eine Ewigkeit später wieder, während er unter Gedächtnisverlust leidet? Das klingt doch absolut emotional! Aber das Buch hat einen ganz anderen, nicht so schönen Fokus…

Keirra lebt in einer absolut unglücklichen Ehe, bei der psychische Demütigung und teils auch physische Verletzungen an der Tagesordnung stehen. Nach außen hin wirkt alles perfekt, aber hinter der Fassade brodelt es gewaltig. In vielen verschiedenen Szenen zeigt die Autorin die kleineren und größeren Ausraster von Ehemann Henry und zeichnet damit ein Bild, was einfach nur herzzerreißend ist. Keirra, eine wundervolle starke Frau, die in ihrem Job als Psychologin vielen Menschen hilft und tolle Ratschläge gibt, trifft für sich selbst leider nicht so gute Entscheidungen, denn sie bleibt in dieser lieblosen, betrügerischen und gewalttätigen Ehe – denn ihr Herz gehört Ava, ihrer kleinen Stieftochter, die Henry bewusst als Druckmittel einsetzt. Denn im Falle einer Trennung hat Keirra als nicht-leibliche Mutter keine Ansprüche. Und so begleitet der Leser Keirra durch die Geschichte, erlebt immer wieder die Rückschläge, die Ausraster, während man selbst wütend vor den Seiten sitzt und Keirra aus ihrem Umfeld zerren möchte. Aber die Autorin zeigt, dass alles eben nicht so einfach ist, wie man als Außenstehender immer glaubt. Die Geschichte ist an vielen Stellen belastend und ehrlich gesagt würde ich das ganze Buch auch eher als Drama mit kleinen Lichtblicken als wirkliche Liebesgeschichte einordnen, denn mit Gabriel gibt es hier zwar Hoffnung, aber seeehr lange geht es eben um Keirra und Henry, wo Gabriel vor allem als Gegenpol und vielleicht auch leichte Motivation und Unterstützer eine Nebenrolle spielt. Das ist gar nicht böse gemeint, denn Gabriel ist ein toller, sympathischer, regelrecht perfekter Charakter, die zum Beispiel auch viel für Ava tut und der Keirra immer zur Seite steht – ohne zu wissen, dass sie einst befreundet und sogar verliebt waren. Aber gleichzeitig ist es eben Keirras Weg und Keirra muss für sich allein den „Absprung“ schaffen, weswegen Gabriel eben nur als Supporting Act Teil des Buches ist. Der Grat zwischen „Gabriel als Retter“ und „Gabriel als Unterstützer“ ist hierbei wirklich schmal und ich bin froh, dass die Autorin ihn eben nicht als Löser aller Probleme etabliert hat, denn das hätte in meinen Augen Keirras eigene starke Persönlichzeit zu sehr untergraben.

Die langsam aufkeimende Liebesgeschichte von Keirra und Gabriel ist süß, keine Frage, aber ich sehe sie eben auch vor dem Hintergrund, dass Keirra eine Ewigkeit in dieser furchtbaren Ehe „gefangen“ war und deswegen hätte ich mir hier generell mehr Tiefe, mehr Aufarbeitung und mehr Reflexion gewünscht, bevor Keirra von einer Beziehung in die nächste kommt. Auch muss ich sagen, dass die Thematik um die Vergangenheit mit dem Unfall, der Schuld und dem Gedächtnisverlust für mich gar nicht so präsent vorkam, wie ich es erwartet (und erhofft) hatte. Das fand ich sehr schade, denn irgendwie wirkte es so schnell-schnell eingebaut und dann „zack, erledigt, weiter geht’s“. So fragt man sich nämlich fast, welche Daseinsberechtigung dieser Handlungsstrang überhaupt hatte, außer dass es etwas emotional war. Denn viel Dynamik oder Tiefe hat es nicht reingebracht, für Drama hat es auch nicht gesorgt. Geschadet hat es aber auch nicht, der Fokus des Buches liegt aber ganz klar in einem anderen Bereich und der ist hier recht gut gelungen.

Mein Fazit

Weil wir es uns versprochen haben ist ein behutsam geschriebenes, emotionales Buch, was allerdings mehr Drama als Romance ist. An einigen Stellen hätte ich mir mehr Aufarbeitung gewünscht und manchmal verklingen Aspekte einfach so, aber insgesamt ist es ein ergreifendes Buch, was sehr intensiv die Thematik psychische und physische Gewalt in einer Beziehung beleuchtet. Die Liebesgeschichte gerät dafür aber sehr seicht und konnte mich deswegen emotional nicht so abholen.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]