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Veröffentlicht am 27.04.2026

hat mich nicht mitgerissen

Pure Grace Academy (Band 1) - The Final Bow
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„Weißt du, wovor ich Angst habe? Dass ich dich nach dem Auftritt wieder verliere, wenn der Vorhang fällt."
(Lucian zu Aurelie in The final bow)

Worum geht’s?

Aurélie ist zurück an der Pure Grace mit ...

„Weißt du, wovor ich Angst habe? Dass ich dich nach dem Auftritt wieder verliere, wenn der Vorhang fällt."
(Lucian zu Aurelie in The final bow)

Worum geht’s?

Aurélie ist zurück an der Pure Grace mit nur einem Ziel: den Tod ihrer Mutter aufzuklären. Cécile Cardot, gefeierte Primaballerina und Gründerin der angesehenen Ballettakademie in Paris, soll sich das Leben genommen haben – doch ihre Tochter sieht das anders. Zurück in einer Welt, deren scheinbarer Perfektion Aurélie einst abgeschworen hatte, versucht sie, die Scherben ihrer Familie wieder zusammenzufügen. Dort trifft sie auf ihren ehemals besten Freund Lucian, von dem sie seit ihrem Weggang kein einziges Wort gehört hat. In den smaragdgrünen Augen des Klavierspielers regen sich Gefühle, die auch sie jahrelang verleugnet hat. Doch ihr gemeinsamer Pas de Deux bringt nicht nur seine Fassade zu Fall. Hinter den makellosen Gesichtern des Balletts tanzen noch immer die dunklen Schatten der Vergangenheit, bis der letzte Vorhang fällt – und Aurélie mit ihm.

The Final Bow ist Band 1 der Pure Grace Academy-Dilogie. Die Geschichte ist in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in Ich-Perspektive von Aurelie und Lucian geschrieben. Das Buch beinhaltet potenziell triggernde Inhalte aus dem Bereich Verlust und sexuellen Content.

Meine Meinung

Von Jennifer Bright habe ich bisher alle Bücher gelesen und war fast jedes Mal von den gefühlvollen Geschichten sehr begeistert. Als es nun hieß, dass eine Romance mit Suspense-Anteil und Ballett-Thema herauskommt, war ich natürlich sofort hooked. Aber leider konnte Pure Grace Academy meine Erwartungen nicht erfüllen.

Die Geschichte begleitet Aurelie, einst erfolgreiche Ballerina. Ihre Mutter war eine gefeierte Primaballerina und hat eine Academy gegründet, um jungen Balletttänzerinnen eine gute Ausbildung zu gewähren. Nun soll sich Aurelies Mutter das Leben genommen haben und Aurelie kann sich das nicht vorstellen. Deswegen kehrt sie an die Academy zurück und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Die Grundidee ist ja ganz cool, aber irgendwie fehlte mir der große rote Faden der Geschichte. Es gibt ein bisschen Found Family, es gibt mit Lucian und Aurelie eine Lovestory von ehemals Freunden, die sich nun nur noch wenig zu sagen haben, aber eine gewisse Anziehung spüren. Aber schon recht schnell wird der Zwist der beiden geklärt und fortan steht vor allem die Anziehung und das zwangsweise Zusammenarbeiten im Vordergrund. Viele Entwicklungen der Geschichte fühlten sich für mich entweder zu gezwungen oder zu einfach an, als würden Probleme gemacht werden, die die Autorin dann in wenigen Sätzen einfach abhakt. Amelie findet sich sehr schnell wieder in der Academy ein, gleichzeitig wird aber über das Leben am Campus und auch aus dem Unterricht wenig berichtet. Die wenigen ballettbezogenen Szenen waren zwar nett, standen aber in keinem Verhältnis zum Rest der Geschichte. Krampfhaft wird immer wieder Zweifel an Lucian gesäht, sei es durch gezieltes Einsetzen einer anderen Tänzerin, die immer wieder in quasi kompromittierenden Szenen auftaucht, sei es durch gezielte Informationen, die Aurelie schlecht über Lucian denken lassen sollen. Für mich fühlte es sich so an, als wäre man darauf bedacht, möglichst viele falsche Fährten legen zu wollen, aber das meiste fand ich zu offensichtlich. Dadurch verpuffte der ein oder andere Twist auch.

Das Buch hatte für mich von allem zu wenig, um mich zu begeistern. Es hatte zu wenig Handlung, als dass ich das Gefühl hatte, dass etwas passiert. Es hatte zu wenig Romance, als dass es sich für mich eine greifbare Lovestory angefühlt hat, die über körperliche Anziehung und den immer wieder eingebauten Spice hinausgeht. Lucian und Aurelie bleiben recht blass und für mich wenig zugänglich. Dann fehlte es mir am Ballettanteil, dafür dass so sehr mit Ballettacademy geworben wird, während gleichzeitig Aurelie nach längerer Pause fast schon problemlos wieder Höchstleistungen vorzeigen kann. Und der Suspense-Anteil ist eher ein zaghaftes Plätschern im Hintergrund, bei dem man zwischendurch fast schon vergessen kann, dass das ein Thema ist, nur um dann am Ende so richtig loszulegen. Hat mich das Ende und die Auflösung überzeugt? Nunja, ehrlich gesagt nur bedingt. Ein paar Elemente fand ich interessant, aber einiges fand ich auch überzogen und nicht so glaubhaft. Man muss dem Buch aber zugutehalten, dass ich wirklich bis zur letzten Seite geblieben bin, weil ich die Auflösung noch wissen wollte.

Mein Fazit

The final bow hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Die Lovestory war für mich nicht greifbar, es kam mir zu wenig Ballett-Content vor und der Suspense-Anteil ist zwar da, aber allenfalls lauwarm. Eine Geschichte, durch die man gut durchkommt, von der ich mir aber viel mehr erhofft habe.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 27.04.2026

eine schöne Geschichte

Fleur de Lavande (Band 1) - Wie du liebst
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„Was hast du eigentlich gegen Liebesromane?"
(Viola zu Luc in Fleur de Lavande 1)

Worum geht’s?

Sommer in Südfrankreich? Klingt perfekt für Viola. Die Bestsellerautorin braucht dringend eine Auszeit. ...

„Was hast du eigentlich gegen Liebesromane?"
(Viola zu Luc in Fleur de Lavande 1)

Worum geht’s?

Sommer in Südfrankreich? Klingt perfekt für Viola. Die Bestsellerautorin braucht dringend eine Auszeit. Und Abstand. Von ihrem Ex und ihrer Schwester, die einen Tag nach der Trennung miteinander ins Bett gegangen sind. Doch statt alles hinter sich zu lassen, schüttet Viola ihr Herz am Flughafen einem - vermeintlich - Fremden aus. Lucas Rausch ist Spitzensportler, Erbe des traditionellen Duftimperiums Fleur de Lavande und ... der Bruder ihrer besten Freundin. Viola will ihn um jeden Preis auf Abstand halten, doch zwischen Lavendelfeldern und verstohlenen

Fleur de Lavande – Wie du liebst ist Band 1 der gleichnamigen Reihe. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in Ich-Perspektive von Viola und Luc geschrieben. Das Buch beinhaltet potenziell triggernde Themen aus dem Bereich sexueller Belästigung.

Meine Meinung

Als riesiger Fan der Autorin und jemand, der alle ihre bisherigen Bücher gelesen hat, ist es für mich schon selbstverständlich, dass auch jedes neue Buch einzieht. Daher habe ich mich vorher gar nicht so sehr mit Fleur de Lavande auseinandergesetzt, weil es sowieso gelesen wird. Ich liebe generell den Schreibstil der Autorin, eine gewisse poetische Art, die sich anfühlt, als würden all die wirren Gedanken, alle die aufgestauten Emotionen und alle die Zweifel einfach ungefiltert auf das Papier fallen – und so war es auch hier.

Das Buch begleitet Romance-Autorin Viola, die gerade wirklich an einem Tiefpunkt angekommen ist. Frisch getrennt und dann springt ihr Ex auch noch mit ihrer Schwester in die Kiste. Geplagt von großen Zweifeln, weil sie den nächsten Buchhit abliefern muss, soll, möchte, aber gleichzeitig ihr Kopf so leer und ihre Gedanken so laut sind, als sie die Erfolge, Verträge und das ganze Marketing ihrer Autorinnen-Freundinnen überall über Social Media mitverfolgen kann. Als gute Freundin freut sie sich natürlich für deren Erfolge, aber sie selbst fühlt sich abgehängt und in Sorge, dass ihre Agentur, ihr Verlag, ihre Fans sich von ihr abwenden. Kurzerhand fliegt sie also in die Provence, zu ihrer Freundin Jules. Blöd nur, dass auch Jules‘ Bruder Luc da ist. Luc, der vor Jahren etwas Fieses über Viola gesagt hatte, was nie für ihre Ohren bestimmt war, aber sie sehr verletzt hat. Genau der Luc, der als erfolgreicher Sportler gerade selbst sein Päckchen rumträgt und den Viola eigentlich hasst, aber der irgendwie auch eine Wirkung auf sie hat. Und während beide nun mehr oder weniger freiwillig gleichzeitig in der Provence sind, entwickeln sich zarte Gefühle.

Ich sage es direkt vorab: Wer eine starke Liebesgeschichte sucht, wird hier eventuell eher enttäuscht werden. Violas Abneigung gegen Luc ist von Anfang an spürbar und der Punkt, wo sich beide irgendwie näher kommen und anfangen, miteinander zu reden, füreinander dazusein und sich dann mittelfristig auch füreinander zu interessieren, was für mich nicht so ganz greifbar. Auch die körperliche Anziehung der beiden fand ich eher nicht so mitreißend. Entsprechend wenig abgeholt hat mich dann auch das klassische Third Act Drama, was möglicherweise durch etwas reden hätte verhindert oder zumindest abgemildert werden können. Von der Lovestory jedenfalls lebte das Buch für mich nicht und ich bin froh, dass das Buch mit wenig Spice auskommt, weil es für mich nicht so gepasst hätte.

Dafür haben aber sowohl Viola als auch Luc ihre eigenen Geschichten, wenngleich Violas deutlich mehr im Fokus steht und viel umfassender beleuchtet wird. Ich kann mir vorstellen, dass auch einige autobiografische Elemente in Violas Gedankenchaos, ihre Selbstzweifel als Autorin und die Thematik um Social Media, den Druck hieraus, aber auch die Anfeindungen hierdurch, in die Geschichte geflossen sind. Viola teilt sehr viele ihrer Gedanken und das ist stets eine Stärke der Autorin, dass man vieles davon fühlen und das meiste nachvollziehen kann. Ich mag das an den Büchern immer sehr und ich fand die Darstellungen vom Autorinnen-Dasein auch wirklich interessant und gut gelungen. Luc hingegen ist einen Großteil der Geschichte einfach nur „da“. Er ist Handballer, aber das wird kaum angesprochen. Er ist Erbe einer Parfüm-Dynastie, aber das interessiert ihn nicht wirklich und wird kaum angesprochen. Luc geht neben Viola über weite Teile der Geschichte ein wenig unter. Dafür ist aber sein Päckchen eines, was wenig bis gar nicht in Büchern und vor allem auch in der Gesellschaft angesprochen wird und wenn er dann Raum bekommen hat, fand ich seine Gedanken sehr greifbar und war der Autorin sehr dankbar dafür, wie innerlich zerrissen sie Luc gemacht hat, aber wie deutlicher dafür die Reaktionen seines Umfeldes auf das Thema war.

Insgesamt war das Buch ein schöner Read mit einer netten Kulisse, jeder Menge Gedankenchaos und vielen Zweifeln. Das Buch behandelt wichtige Themen, ich fand die Freundschaft von Viola und Jules toll und auch, wie sich sowohl Lucs als auch Violas Sorgen entwickelt haben, gut gelungen. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzungen und hoffe, dass dort die Lovestories etwas stärker werden.

Mein Fazit

Fleur de Lavande – Wie du liebst war ein toller, behutsam erzählter Auftakt, bei dem die Autorin mal wieder zeigt, warum sie als Stimme der jungen Frauen gefeiert wird. Mit Feingefühl wurde Lucs Geschichte eingebaut, mit vielen Gedanken Violas Sorgen dargestellt. Leider hat mich die Lovestory aber nicht so ganz abholen können.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 27.04.2026

lesenswertes Buch

Lost Girls − Breathing for the First Time
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„Warum? Warum kann er mich nicht einfach gehen lassen?"
(Darcy in Lost Girls 1)

Worum geht’s?

Ein luxuriöses Strandhaus, ein erfolgreicher Footballstar als Ehemann. Von außen wirkt das Leben der 21-jährigen ...

„Warum? Warum kann er mich nicht einfach gehen lassen?"
(Darcy in Lost Girls 1)

Worum geht’s?

Ein luxuriöses Strandhaus, ein erfolgreicher Footballstar als Ehemann. Von außen wirkt das Leben der 21-jährigen Darcy perfekt. In Wahrheit ist es ein Albtraum. Jeder Schritt wird von ihrem Mann beobachtet, jeder vermeintliche Fehler bestraft. So kann sie nicht weitermachen. So will sie nicht weitermachen. Während sie ihre Flucht plant, begegnet sie Ellis – einem Engländer, der auf den ersten Blick erkennt, was sie vor allen anderen verzweifelt verbirgt. Darcy ahnt nicht, dass es genau diese Begegnung ist, die ihr Leben für immer verändern wird. Denn Jason wird sie nicht einfach so gehen lassen …

Lost Girls – Breathing for the first time ist Band 1 der Lost Girls-Dilogie. Das Buch ist in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in Ich-Perspektive von Darcy geschrieben. Das Buch beinhaltet potenziell triggernde Inhalte aus dem Bereich toxische Beziehung und häusliche Gewalt.

Meine Meinung

Ich habe vorher noch nie ein Buch von Nikola Hotel gelesen, aber als Lost Girls angekündigt wurde, war mein Interesse riesig. Beziehungsgewalt ist ein wahnsinnig wichtiges Thema, was in meinen Augen viel zu selten in Büchern vorkommt. Wahrscheinlich, weil es schwer umzusetzen ist, man es nicht effekthascherisch einsetzen möchte und vielleicht auch, weil Autorinnen Angst davor haben, dem Thema nicht gerecht zu werden. Aber es ist ein Thema, über das wir reden müssen und sollten und vor allem, für dass wir sensibilisiert werden sollten. Und so entschied ich mich, das Buch zu lesen.

Gleich vorweg: Das Buch ist keine leichte Kost. Protagonstin Darcy ist mit 21 Jahren noch sehr am Anfang ihres Lebens und muss sich schon schweren Themen aussetzen. Darcy ist verheiratet mit einem NFL-Superstar. Sie ist quasi von Beruf Spielerfrau, Hausfrau, Ehefrau. Sie ist abhängig in jeder Form, hat kein eigenes Geld, kein eigenes Leben, keine Bezugspersonen und keinen Berufsabschluss. Das Buch beginnt mit der Meldung, dass Darcy verschwunden ist und ihr Ehemann sie sucht. Die Vermutung liegt nahe, dass sie möglicherweise Suizid durch Ertrinken begangen hat. Doch der Leser erfährt, was passiert ist und warum Darcy von der Bildfläche verschwand. In vielen Szenen, die von harten Worten über blutige Taten alles abdecken und zeigen, wie vielfältig psychische und physische Gewalt sein kann, erlebt der Leser, was Darcy durchmachen musste. Die Autorin zeigt hierbei bewusst die innere Zerrissenheit zwischen Darcys Zweifeln, ob es vielleicht ihre Schuld ist, ob sie eine bessere Ehefrau hätte sein können und müssen, und der zunehmenden Erkenntnis, dass Jason sie kaputt macht. Aber es ist gar nicht mal so leicht, aus dieser Ehe zu entkommen. Denn Jason ist so angesehen, dass Anwälte Angst vor ihm haben und dass die Presse Darcy niemals glauben würde. So vergehen Seiten um Seiten, wo der Leser Darcys Pein miterlebt. Und ja, es gab einige Szenen, die mir Gänsehaut verursacht haben, an einer Stelle musste ich das Buch sogar für ein paar Tage weglegen. Es ist beklemmend, es ist verstörend und es ist zum Verzweifeln. Man möchte sie retten, aber man erlebt, wie sie sich selbst nicht retten kann, weil ihr keiner helfen mag.

Also Darcy nun flieht und einen Neuanfang starten möchte, entsteht eine neue Dynamik. Sie kommt an ein Frauencollege, wo sie erstmals Freunde findet, die ihr beistehen. Und irgendwie hat mich hier die Geschichte leicht verloren. Ich verstehe, dass die Autorin Darcy hier einen sicheren Ort schaffen wollte und der Found Family Charakter ist gut gelungen. Aber dann entstehen viele kleine Sachen, die zwischen kuriosen Zufällen über konstruierte Schwierigkeiten ein wenig die Greifbarkeit der Geschichte für mich beeinträchtigt haben. Auch lernt Darcy einen neuen Mann kennen, Ellis. Er soll das Green Flag-Gegenbeispiel sein und die beiden sind durchaus süß zusammen, aber mir fehlte sowohl zwischen den beiden die Tiefe als auch bei Ellis generell. Er ist einfach da, leider recht eindimensional und – auch wenn es fies klingt – wäre nicht nötig für die Entwicklung gewesen. Viel wichtiger war für Darcy das Finden eines Supportnetzes und nicht unbedingt einer neuen Liebe. Vielleicht wollte die Autorin hier einfach zu viel Gutes nach all dem Schlechten, es hat mich jedenfalls nur bedingt überzeugt.

Das große Finale lässt mich dann zwiegespalten zurück. Überraschend actionlastig, eine Aneinanderreihung von klugen und blöden Entscheidungen, der große Wille eines guten Endes und gleichzeitig möchte die Autorin offenbar auch, dass ein großes Problem der Realität einfließt: Nämlich die fehlende Verantwortung, die oftmals in solchen Fällen den Aggressoren auferlegt wird. Unter geschickter Nutzung von Presse- und Social Media-Content wird das Aftermath der Enthüllungen um Darcys Wiederauferleben eingebracht und zeigt, wie – leider – in solchen Fällen immer wieder die Opfer in Frage gestellt werden. Insgesamt empfand ich das Buch als stark und vor allem behutsam erzählt, mit mutigen Ansätzen, aber leider auch einigen dramaturgisch überzogenen Elementen.

Mein Fazit

Lost Girls – Breathing for the first time ist ein intensives und schmerzhaftes Lebeerlebnis, bei dem die Autorin unglaublich behutsam aber auch mitreißend Darcys Qualen und Ängste einfängt. Ich habe viel gelitten, aber muss auch gestehen, dass mich das letzte Viertel des Buches irgendwie etwas verloren hat und mir unverhältnismäßig actionreich daherkam. Trotzdem ein wichtiges, sehr lesenswertes Buch.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 27.04.2026

der Funke wollte nicht überspringen

The Iced Caramel Coffee Agreement
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„Ich will einfach nicht sterben und immer die Brave gewesen sein."
(Eleanore in The Iced Caramel Coffee Agreement)

Worum geht’s?

Hilfsbereit, zuverlässig und eine tolle Freundin – so wird Eleanore ...

„Ich will einfach nicht sterben und immer die Brave gewesen sein."
(Eleanore in The Iced Caramel Coffee Agreement)

Worum geht’s?

Hilfsbereit, zuverlässig und eine tolle Freundin – so wird Eleanore von ganz Lower Whilby beschrieben. Aber auch wenn sie ihr Leben in ihrer gemütlichen Heimatstadt liebt, hat Eleanore ihren Ruf als braver Sonnenschein langsam satt. Alles ändert sich, als Dex in der Kleinstadt auftaucht. Der charismatische Musiker, für den sie seit Jahren heimlich schwärmt, ist verbittert, kreativ ausgebrannt und auf der Flucht vor dem Ruhm seiner berühmten Familie. Eleanore erkennt die Chance für sie beide und schlägt ihm einen Deal vor: Sie hilft ihm, wieder er selbst zu werden, und er zeigt ihr, wie man mutiger lebt. Zwischen Festivalvorbereitungen, Mutproben und Iced Coffee am See entdecken sie, dass ihre Unterschiede sie nur noch näher zusammenbringen. Doch ist Eleanore bereit, ihr Herz an jemanden zu verlieren, für den ihre Welt immer zu klein sein wird?

The Iced Caramel Coffee Agreement ist Band 2 der Lower Whilby-Reihe. Es sind keine Vorkenntnisse nötig, aber hilfreich. Die Geschichte ist in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in Ich-Perspektive von Eleanore und Dex geschrieben. Das Buch beinhaltet sexuellen Content.

Meine Meinung

Nachdem mich The Pumpkin Spice Latte Disaster irgendwie nicht so wirklich abholen konnte, habe ich lange gehadert, ob ich dieses Buch überhaupt lesen möchte. Eleanore hat mir in Band 1 als Nebenfigur schon sehr gut gefallen, weswegen ich über meinen Schatten gesprungen bin und Lower Whilby noch eine Chance gegeben habe. Aber leider war auch dieses Mal der Humor irgendwie nicht meins. Während ich bei Büchern wie Fake Dates and Fireworks aus dem Lachen teilweise gar nicht herauskam, gab es hier allenfalls mal ein verhaltenes Schmunzeln. Warum? Das kann ich irgendwie auch nicht ganz sagen.

Die Geschichte begleitet People Pleasure und Mauerblümchen Eleanore, die das Lower Whilby Musikfestival vorbereiten soll. Eleanore ist in der Kleinstadt aufgewachsen, jeder kennt jeden und jeder weiß, wie schwer die junge Frau es hatte. Eleanore ist die Art Mensch, die man sofort ins Herz schließt, aber der man direkt auch einen Schubs geben möchte, damit sie erkennt, dass sie sich nicht kleiner machen muss, als sie ist. Ihr größtes Problem? Sie verpasst irgendwie ihr Leben. Unsicher in ihrem Körper, für alles und jeden da, kaum Erfahrungen im Umgang mit Männern – so stellt sie sich selbst da. Vor Jahren hat sie bei einem Konzert einen tollen Musiker kennengelernt, der sie dann aber geghostet hat. Ausgerechnet dieser Musiker, Dex, kommt nun nach Lower Whilby, weil er irgendwie rock bottom nichts mit seinem Leben anzufangen weiß und bei einem Bruder James, dem Protagonisten aus Band 1, Zuflucht sucht. Dex ist die Art Mensch, die es einem schwer macht. Partys, Drogen, Alkohol, der Wille zur Selbstverwirklichung und das bitte, ohne den Namen der berührten Eltern zu nutzen. Nobile Ziele, deren Umsetzung bislang im Sande verlaufen, garniert mit diversen Exzessen. Wie oft Dex in diesem Buch an Gras denkt, darüber redet, an Erinnerungen in Verbindung mit Drogen denkt, hat mir massiv genervt. Dex ist sprunghaft, ein Lebemann ohne Vision, ein Hallodri. Also genau das Gegenteil von der gutbürgerlichen, süßen Eleanore. Und nun prallen diese beiden Welten irgendwie aufeinander und für Dex gibt es neben Drogen ein neues Thema: wie sexy er Eleanore findet. Ich will nicht sagen, dass ich es stumpf fand, aber Dex brilliert in diesem Buch nicht gerade mit Geistesreichtum.

In der ersten Hälfte hat Dex mich dadurch sehr angenervt, auch wenn er sein Bestes gibt, Eleanore zu helfen, aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen. Aber alles wirkte so blass und handlungsarm, dass ich wirklich gar nicht mehr viel zu dem Buch sagen kann. Dex entwickelt sich kaum und am Ende dann wahnsinnig rasant und in meinen Augen wenig glaubwürdig. Eleanore hingegen hat als Love Interest irgendwie mehr verdient, mehr Beständigkeit. Ihre Entwicklung finde ich ganz gut gelungen und es ist auch so, dass beide ganz niedliche Momente miteinander haben, wenn Dex versucht, ihr zu helfen. So klaut er zb das Auto seines Bruders, um mit Eleanore zu einem Konzert zu fahren. Aber gleichzeitig fand ich es schwierig, dass Dex primär mit einem tieferliegenden Körperteil denkt, es ihm wichtiger ist, dass Eleanore bloß nicht mit einem Onlinedate sexuelle Erfahrungen sammelt und gleichzeitig ist er aber auch nicht bereit, seinen inneren Konflikt offenzulegen, der seine Zerrissenheit vielleicht greifbarer gemacht hätte. Absolut faszinierend fand ich auch, dass sich das Buch gleichzeitig wahnsinnig schnell angefühlt hat, weil viele Entwicklungen auf einmal passieren, ich aber auch das Gefühl habe, dass es sehr handlungsarm war und über viele Seiten einfach nichts Relevantes passiert ist. Mir fehlte, wie aus Anziehung Gefühle wurden. Mir fehlte die Aufarbeitung für das Drama am Ende. Generell geht das Ende so schnell und es ist ein fast schon unnötiges Hin und Her, was mit kurzer Kommunikation vermeidbar gewesen wäre. Mir fehlte aber vor allem auch der Humor. Kyras Bücher haben für mich immer von situationsbedingter Komik gelebt, die hier für mich gar nicht greifbar war. Ich habe selten geschmunzelt, im Gegenteil gab es sogar die ein oder andere Szene, die ich etwas cringe fand. Ich weiß wirklich nicht, wieso mich die Lower Whilby-Reihe im Vergleich zu den vorigen Büchern und Reihen nicht so begeistern kann, aber ich denke, ich werde auch Band 3 nicht mehr lesen. Hoffentlich gefällt mir die nächste Reihe wieder besser.

Mein Fazit

The Iced Caramel Coffee Agreement ist zwar ein leichtfüßiger Roman, der aber für mich vom Humor an die vorigen Bücher von der Autorin einfach nicht herankommt. Die Beziehungsentwicklung war wackelig, einzig Eleanores Entwicklung hat mir gut gefallen. Das Ende war mir zu sprunghaft und unstimmig, zwischendurch hat das Buch einige Längen. Nett für Zwischendurch, aber keine Geschichte, die groß in Erinnerung bleibt.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 27.04.2026

mal wieder rundum gelungen

Louis Vuitton
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Was ist das?

In „Louis Vuitton – Die stilvolle Welt der Kultmarke und ihres Schöpfers“ präsentiert die weltbekannte Fashion-Illustratorin Megan Hess in ihrem neuen Buch den legendären Modedesigner Louis ...

Was ist das?

In „Louis Vuitton – Die stilvolle Welt der Kultmarke und ihres Schöpfers“ präsentiert die weltbekannte Fashion-Illustratorin Megan Hess in ihrem neuen Buch den legendären Modedesigner Louis Vuitton und die bekanntesten Klassiker der gleichnamigen Marke. Mit aufwändigen Illustrationen, vielen liebevoll ausgearbeiteten Details, zahlreichen Anekdoten und Informationen sowie Zitaten wird ein umfassender Einblick auf den Mann hinter der Marke, die bekannten Klassiker und die Legende von Louis Vuitton geworfen.

Wie sieht es aus?

Bei dem Buch handelt es sich um eine Hardcover-Ausgabe, die etwas größer als A5 ist. Der Buchschnitt ist in glänzendem Gold gehalten genauso wie die goldene Verzierung auf dem Cover. Die gesamte Aufmachung des Buches ist sehr hochwertig und edel. Auf dem Cover befindet sich zudem eine Illustration von Louis Vuitton mit den bekannten Reisekoffern, liebevoll illustriert von der Autorin. Das Innere umfasst größtenteils Zeichnungen der Autorin nebst kleineren Texten, gelegentlich gibt es auch ganzseitige Zitate. Der Großteil des Buches ist in schwarz, weiß, den markencharakteristischen Brauntönen und gold gehalten. Die Textabschnitte sind sehr klein und dezent gehalten, man merkt, dass hier die Bilder deutlich im Vordergrund stehen.

Was erwartet einen?

Wie bei den bisherigen Werken handelt es sich hier um einen Bildband und keine Biografie. Das Buch soll durch die Zeichnungen beeindrucken und zum Staunen und Entdecken einladen. Es ist ein eindrucksvoll inszeniertes Buch voller Illustrationen mit Bezug Louis Vuitton als Marke und Mann, welche kleines Infotexte hat und in der Gesamtheit erklärend wirken soll. Das Buch behandelt neben dem Leben von Herrn Vuitton, den handwerklichen Anfängen der Marke, dem Einstieg ins Reisemarkengeschäft bis hin zu aktuellen Trends der Marke einen chronologischen und umfassenden Abriss über die wichtigsten Markenaspekte. Die Varianz der Thematiken ist hierbei wirklich gut gelungen. Man merkt, dass sich die Autorin bei der Gestaltung sehr viel gedacht hat und dem Leser viele Informationen wohldosiert mitgeben wollte.

Mein Fazit

Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ein Buch von Megan Hess erscheint. Ich habe mittlerweile fast ein Dutzend Bücher von ihr und liebe es jedes Mal, in den Büchern zu stöbern und die detailreichen Zeichnungen zu bestaunen. Ich bin kein riesiger Fashionfan, aber lese mich gerne in neue Themengebiete ein, weshalb ich die wohldosierten Informationen im Buch sehr spannend fand. In der Neuzeit verbindet man Louis Vuitton ja eher mit den bekannten Taschen, aber der Einstieg ins Business mit Koffern hat mich sehr überrascht. Man kann in diesem Buch so viel entdecken und findet auch beim mehrmaligen Durchblättern immer wieder neue Details in den fantastischen Bildern. Die auf die Marke abgestimmte Farbpalette der Gestaltung runden das Erlebnis absolut ab - hier stimmt alles. Das Buch ist so liebevoll gestaltet, so gut durchdacht und wird mit informativen Anekdoten versehen. Ich könnte die Bilder einfach stundenlang anschauen und bewundere die Handwerkskunst der Autorin jedes Mal wieder aufs Neue. Dieses Buch ist geeignet für alle Leute, die hübsche Bücher mögen, ein gewisses Interesse an Fashion oder der Marke haben und keine vollwertige Biografie suchen, denn hier handelt es sich um ein Bilderbuch. Ein toller Hingucker, auch als Coffee Table Book oder Deko-Element. Und vor allem: Ein absoluter Geschenk-Tipp für Fashionfans!

[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, was mir freundlicherweise von dem Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Meine Meinung wurde hierdurch nicht beeinflusst.]