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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2021

nettes Buch für Zwischendurch

A single kiss
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„Jeder Mensch hat drei Leben. Ein privates, ein öffentliches und eines, dass sich andere Menschen für ihn ausdenken.“
(Ein Spruch in A single kiss

Worum geht’s?

Ella gilt als Paris Hilton der französischen ...

„Jeder Mensch hat drei Leben. Ein privates, ein öffentliches und eines, dass sich andere Menschen für ihn ausdenken.“
(Ein Spruch in A single kiss

Worum geht’s?

Ella gilt als Paris Hilton der französischen High Society. Mit ihren Eltern, die das berühmte Modelabel French Chic führen, und ihrem Bruder steht sie auf der Sonnenseite des Lebens, macht regelmäßig Partys und landet in der Klatschpresse. Doch nach einem Gerücht kocht alles über und Ella sieht sich online zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt. Kurzerhand entscheidet sie, Paris zu verlassen und in Plymouth Modedesign zu studieren. Doch vor Ort lernt Ella nicht nur zum ersten Mal wahre Freundinnen kennen und entdeckt die Liebe zur Fotografie wieder, nein, sie entwickelt auch Gefühle für den vermeintlichen Bad Boy Callum. Blöd nur: Ella ist vergeben…

A single kiss ist Band 4 der LOVE-Reihe. Jedes Buch ist in sich geschlossen, die Charaktere der anderen Bände kommen jedoch vor und die Geschichten laufen teilweise zeitgleich.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch setzt mit einem Prolog in Paris vor den andere Bänden ein, ab dem ersten Kapitel spielt das Buch aber parallel zu den anderen Geschichten. Die Geschichte wird durch Callum und Ella wechselnd in der Ich-Perspektive erzählt. Der Schreibstil ist locker-leicht, das Buch lässt sich gut und flüssig lesen. Das Buch beinhaltet etwas sexuellen Content.

Meine Meinung

Der finale Band der LOVE-Reihe, wer kann es glauben? Ja, ich gehöre zu denen, die die Reihe bisher nicht in den Himmel gelobt haben, aber trotzdem immer weiter lesen. Wieso? Einerseits die Hoffnung, dass es besser wird, aber vor allem auch die tolle Mädels-WG und die Fashionthematik hat es mir sehr angetan. Doch auch bei Band 4 bin ich am Ende wieder von dem vielen verschenkten Potenzial etwas enttäuscht, wenngleich das Buch hinter Band 2 für mich noch der stärkte Teil ist.

Dieses Mal geht es um Ella und Callum. Ella war in den vorigen Bänden schon sehr präsent, vor allem in Band 2 um ihren Bruder Henri fand ich sie teilweise fast schon etwas zu präsent. Denn hier hat man bereits zum Teil ihre Liebesgeschichte mit Etienne, ihrem Freund, erfahren. Callum hingegen wirkte für mich bisher eher wie eine absolute Randfigur. Auf jeden Fall setzt A single kiss mit einem ausführlichen Prolog da an, wo es interessant ist: Ellas Stand in der französischen Gesellschaft und vor allem auch das ihr entgegenschlagende Onlinemobbing. Meine Vorfreude war beim Lesen also hoch, denn es ist ein Thema, wo es viel drüber zu reden gibt. Leider wird es nach dem Prolog nur noch sehr rudimentär eingebaut und diente eigentlich nur zur Erklärung von Ellas Flucht. Über die Hälfte des Buches verrennt sich die Geschichte im Üblichen: Erlebnisse, die man bereits aus Band 1-3 kennt (wenn auch dieses Mal in meinen Augen nicht so ausführlich), viel Plauderei über die Fotografie und jeder Menge Einblicke in die Arbeit von Callum und Val. Ja, Val, nicht Ella. Denn es dauert schon etwas, bis Ella und Callum so richtig aufeinandertreffen. Callum ist von Anfang an Feuer und Flamme für Ella, sie hingegen ist vorurteilsbehaftet (was mich sehr schwierig fand, denn gerade sie mit ihrer Vergangenheit weiß ja, wie schnell Gerüchte entstehen) und hält Callum von sich fern. Zwar findet sie ihn auch irgendwie interessant, aber es ist ja sowieso egal, denn sie hat Etienne. Die erste Hälfte geht es bei Ella hauptsächlich darum, wie unzufrieden sie mit der Beziehung zu Etienne ist und wie es gelegentlich in Callums Gegenwart kribbelt. Callum hingegen gewährt Einblicke in sein Leben als Fotograf, seine Arbeit und einige Telefonate mit seiner liebenswürdigen Großmutter. Und so vergehen Seite um Seite, wo ich mich fragte, wann es eigentlich mit beiden mal losgeht, denn auf dem Weg wird auch immer wieder eingebaut, dass alle denken, Callum und Val hätten etwas miteinander. Mal wieder plätschert die Geschichte vor sich hin, aber in einer angenehmen Art. Das Buch lässt sich trotz seiner über 500 Seiten überraschend schnell lesen, man hat zwischendurch etwas zum Schmunzeln und auch die Mädels-WG verliert rein gar nichts an Magie. Der aus Band 2 bekannte Ausflug nach Paris zu Silvester wird zum Wendepunkt der Geschichte und ab da wurde es mir dann ehrlich gesagt auch zu blöd.

Ich fand es vorher schon schwierig, dass Ella sich so krampfhaft an Etienne festhält, zugleich aber für Callum schwärmt und Callum sie trotz Beziehungsstatus vergeben so hemmungslos anbaggert. Er macht gar keinen Hehl daraus, dass er sie will und wischt ihre Aussage, in einer Beziehung zu sein, hauptsächlich damit weg, dass sie ja offensichtlich unglücklich ist. Ja, er hat recht. Aber hat er das Recht dazu? Ich finde nein. Und entsprechend unangenehm fand ich das teilweise. Als Ella dann endlich an Silvester den Schlussstrich unter Etienne zieht, verliert sie keine Zeit und wendet sich Callum zu. Es entwickelt sie nahezu eine von 0 auf 100 Beziehung, die zwar durchaus süße Dates beinhaltet, aber einfach nur platt und farblos wirkt. Es fühlte sich zu keiner Zeit wie eine Beziehungsentwicklung an, denn ich habe weder verstehen können, woher die Gefühle kamen (Callum findet Ella von Anfang an faszinierend und Ella fühlt sich bei Callum real, mehr gab es in meinen Augen aber nicht als Erklärung) noch wieso Ella Callum nach der Trennung jetzt direkt eine Chance gibt. Es wirkte zu gewollt, zeitlich zu eng, fast schon verzweifelt. Die Liebesgeschichte in diesem Buch konnte mich wirklich kaum abholen. Auch der Versuch, am Ende noch ein wenig Drama reinzubringen, indem die typische „ich bin nicht gut genug für dich“-Karte gespielt wird, war irgendwie komisch und torpedierte einen Großteil der vorher getätigten Aussagen Callums, dass es darum geht, dass Ella in Plymouth sie selbst sein darf und nicht das It-Girl sein muss. Ich habe es Callum nicht abgekauft und entsprechend war auch das Ende dann eher lauwarm als ergreifend.

Die Einblicke in Ellas Leben als Mädchen aus reichem Haus, was in der Öffentlichkeit steht, waren für mich eigentlich das Beste an dem Buch – neben der Mädels-WG. Aber leider hat die Autorin in meinen Augen so viel Potenzial verschenkt, was diese Thematik angeht. Ich hatte nach dem starken Einstieg mehr erwartet, auch was die familiäre Situation angeht. Eigentlich wurde es wirklich nur als Erklärung dafür verwendet, wieso Ella gegangen ist und ungern zurückkehren möchte. Aber mehr war da am Ende dann auch nur. So bleibt eigentlich als Highlight wirklich nur die starke Freundschaft der Mädels, die zueinander gefunden haben.

Mein Fazit

Leider konnte auch A single kiss nicht wirklich für große Begeisterung sorgen. Nach einem starken Start hat die Geschichte wenig Input und die schnellen Änderungen, die dann endlich den Weg zur Liebesgeschichte ebnen, können auch nicht überzeugen. Final hat man einfach das Gefühl, dass hier zu wenig in die Liebesgeschichte investiert wurde und auch Ellas Backgroundgeschichte ungenutzt liegengelassen wurde. Nur die Clique kann wieder überzeugen, allerdings hat man auch hier wieder das Gefühl, fast alles schon zu kennen. Ich bin zwar traurig, die Mädels gehen zu lassen, aber zeitgleich irgendwie auch froh, dass die Reihe zuende ist.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 23.01.2021

ein tolles Workbook

Entdecke die Heldin in dir
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Was ist das?

Entdecke die Heldin in dir – so titelt die Autorin. Es geht darum, das eigene Ich zu analysieren und gute und schlechte Einflüsse zu finden und das Beste aus ihnen zu machen. Denn in jedem ...

Was ist das?

Entdecke die Heldin in dir – so titelt die Autorin. Es geht darum, das eigene Ich zu analysieren und gute und schlechte Einflüsse zu finden und das Beste aus ihnen zu machen. Denn in jedem steckt bereits die eigene Heldin, man muss nur lernen, gut mit ihr in Verbindung zu treten. Mit zahlreichen Aufgaben und Ideen unterstützt die Autorin den Analyseprozess und gibt dem Leser die Möglichkeit, sich selbst bewusster kennezulernen.

Wie sieht es aus?

Es handelt sich bei dem Workbook um eine broschierte Softcover-Ausgabe. Das in verschiedenen Rosatönen gehaltene Cover ist dezent und unaufdringlich, wirkt zugleich aber feminin und ansprechend. Der Titel ist teils goldfoliert. Das Format entspricht etwa dem A5-Format und das Buch ist ca. 1cm dick, sehr handlich und nicht sehr schwer. Es fühlt sich von der Haptik her wie ein normales Übungsbuch an.

Der Innenteil aus etwa 190 Seiten besteht aus unbeschichteten Papier von normaler Dicke. Die äußere Farbgebung setzt sich auch im Inneren vor. Mit zahlreichen farbigen Bildern, Ausfüllelementen und Grafiken ist das Buch sehr vielseitig gestaltet. Es gibt immer wieder einführende Worte und dann Aufgaben oder Impulse. Für die Aufgaben gibt es Freiräume zum Bearbeiten, mal in Formen von Felder, mal durch Blankoseiten und oftmals durch Linien. Der Platz hierfür ist in meinen Augen großzügig bemessen. Generell ist die Farbgebung sehr feminin und sanft, die Schrift ist sehr gradlinig und gut lesbar. Der Textanteil im Buch ist etwa 50%, die Texte sind prägnant und informativ.

Was erwartet einen?

Das Buch ist unterteilt in drei Kapitel – Um dich herum, in dich drin und deine neue Vision. Bei Um dich herum geht es um die Faktoren, die sich aus unserem Umfeld bestimmen. Es geht darum, Freundschaften zu analysieren, Social Media Einflüsse zu erkennen und auch das eigene Zuhause anzuschauen. Im zweiten Abschnitt geht es um das Innere. Es geht um die Akzeptanz des eigenen Körpers, um Ängste und Glaubenssätze und das, was wir fühlen und denken. Im letzten Abschnitt geht es um die neue Vision, die uns antreiben soll. Von Zielsetzung über Motivation bis zu Erfolgsdokumentation ist hier alles dabei, um neue Ansätze zu finden. Die Autorin führt immer mit kurzen Texten in das jeweilige Thema ein und erzählt dabei auch viel über sich selbst und ihren Lebens- und Leidensweg. Sie wirkt dabei sehr sympathisch und man fühlt sich direkt wohl. Die Aufgaben und Impulse reichen von „notiere deine Gedanken“ bis zu „was verbindest du mit xyz“. Es sind vielseitige Fragen zu vielseitigen Themen mit interessanten Einblicken. Die Erkenntnisse, die man teilweise gewinnen kann, können teilweise sehr überraschend sein und manchmal ehrlich gesagt auch etwas schmerzhaft. Es ist aber auf jeden ein sehr motivierendes Buch, was auch dazu geeignet ist, den eigenen Erwartungshorizont an sich selbst etwas zu verschieben.

Mein Fazit

Selbstliebe ist ein komplexes, aber durchaus wichtiges Thema, das vor allem in unserer schnelllebigen Zeit durch die hohe Erwartungshaltung der Gesellschaft immer mehr in den Hintergrund gerät. Dieses wirklich liebevoll gestaltete Workbook ist ein toller Alltagsbegleiter, der mit kleinen und großen Aufgaben und Fragen Anregungen gibt, um einmal „aufzuräumen“ und sich selbst besser zu verstehen. Mit einer hohen inhaltlichen Vielfalt von Themen, die sowohl das Umfeld als auch das Innere beleuchten, hat man wirklich ganzheitliche Ansätze. Zwischen den Seiten verstecken sich viele tolle Tipps und Ideen, von denen ich einige definitiv umsetzen werde. Auch wenn nicht jede Aufgabe meinen Geschmack trifft, kann mich das Buch im Ganzen sehr begeistern. Es ist definitiv ein Buch, das mir langfristig helfen wird, einiges zu verändern. Denn ich muss für mich selbst der wichtigste Mensch sein.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 17.01.2021

spannend und gut geschrieben

Don't LOVE me
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„Er kann sogar dich zerstören. Bitte gib ihm keine Gelegenheit dazu.“
(Ein Freund zu Kenzie über Lyall in Don’t love me)

Worum geht’s?

Nachdem ihr gewünschtes Praktikum abgesagt wurde, muss Kenzie kurzerhand ...

„Er kann sogar dich zerstören. Bitte gib ihm keine Gelegenheit dazu.“
(Ein Freund zu Kenzie über Lyall in Don’t love me)

Worum geht’s?

Nachdem ihr gewünschtes Praktikum abgesagt wurde, muss Kenzie kurzerhand umdisponieren. So landet sie im Heimatort ihrer verstorbenen Mutter und unterstützt die Familienfreundin Paula bei der Innengestaltung des Hotelneubaus der örtlichen Luxushotels. Hier trifft sie auf Lyall, der von seiner Familie zwangsverpflichtet wurde, die Wogen vor Ort zu glätten, nachdem er vor drei Jahren für eine Katastrophe gesorgt hat, die ihm das Örtchen bis heute nicht verzeihen konnte. Und während alle Kenzie vor Lyall warnen, kann sie nicht anders und kommt ihm immer näher. Doch was ist, wenn Lyalls Vergangenheit alles zerstören kann?

Don’t love me ist Band 1 der Don’t love me-Reihe und nicht in sich geschlossen. Die Geschichte von Lyall und Kenzie wird in Band 2 fortgesetzt.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Die Geschichte ist chronologisch aufgebaut und hat zwischendurch kleinere, nicht ausgewiesene Zeitsprünge. Der Schreibstil ist angenehm, gut lesbar und passt zum Alter der Protagonisten. Sowohl Lyall als auch Kenzie führen als Ich-Erzähler durch die Geschichte. Das Buch beinhaltet nicht-expliziten sexuellen Content.

Meine Meinung

Don’t love me ist mein erstes Buch von der Autorin Lena Kiefer. Ich hatte bereits sehr viel Gutes über sie gehört und der Klappentext sprach mich sehr an, weshalb ich dem Ganzen gern eine Chance geben wollte. Hatte ich ehrlich gesagt einen recht normalen New Adult Roman erwartet, so wurde ich doch sehr davon überrascht, wie die Autorin die Geschichte aufgebaut hat.

Im Fokus der Geschichte stehen Lyall und Kenzie, die beide unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Kenzie zuhause nach dem Unfalltod ihrer Mutter das Leben ihres Vaters und ihrer drei Schwestern managt, kommt Lyall aus sehr reichem Haus – seiner Familie gehört eine gigantische Hotelkette, die von seiner Großmutter mit eiserner Hand geführt wird. Was die beiden miteinander verbindet? Kenzies Weg führt für ein Praktikum nach Schottland, wo auch Lyall von seiner Familie einbestellt wurde, um die Wogen zu glätten. Denn vor 3 Jahren ist etwas Schlimmes passiert und seitdem ist Lyall verachtet und gefürchtet im Ort. Was genau passiert ist, damit spielt die Autorin als Spannungsbogen fast durch das ganze Buch. Kenzie, die als Neuankömmling von den Geschehnissen natürlich keine Ahnung hat, wird immer wieder von verschiedenen Personen darauf hingewiesen, vorsichtig zu sein. Doch sie versteht nicht wieso, denn Lyall ist zwar teils recht arrogant, aber Kenzie gegenüber eigentlich immer nett. Als beide auch immer wieder zusammenarbeiten, beginnt es zu knistern. Aber es ist kompliziert, denn Lyall soll auf gar keinen Fall eine Beziehung eingehen und auch Kenzie ist sich unsicher, wo das mit Lyall hinführen soll. Als sich die Ereignisse dann überschlagen, lüftet Lyall sein Geheimnis. Doch am Ende muss Kenzie sich fragen: Hat er überhaupt die Wahrheit gesagt?

Von Anfang an war ich wirklich in der Geschichte drin. Es ist der lebhafte, mitreißende Schreibstil, aber vor allem auch die Art der Protagonisten, die in diesem Buch Spaß machen. Ich werde nicht lügen und das Buch in den Himmel loben, denn dafür gab es doch einige Punkte, die mich gestört haben. Aber die spritzige Unterhaltung, die Lyall und Kenzie bieten, kann trotzdem überzeugen. Kenzie ist schlagfertig, steht für ihre Träume ein und geht mit einer gewissen Weitsicht, aber auch einer guten Portion Gutgläubigkeit durchs Leben. Damit ist sie kein naives Mauerblümchen, was in New Adult Büchern ja gern genutzt wird, aber eben auch keine Über-Braut, die alles kurz und klein schlägt. Kenzie hat mir gut gefallen und sie konnte definitiv Sympathiewerte sammeln, auch weil sie nicht sofort dem Gerede nachgibt oder vor großen Persönlichkeiten wie Lyalls Familie einknickt. Ich mochte auch die Einbindung von Kenzies Wunsch, Innendesign zu machen, sehr. Es war ein präsentes Thema, was aber auch nicht zu viel Raum einnahm, dass es wie ein Lückenfüller wirkt. Ehrlicherweise überwiegt in diesem Buch aber sowieso nicht Kenzies Leben – es spielt eine Rolle und es gibt hier auch die ein oder andere Entwicklung, aber die Autorin hat sich in meinen Augen mehr um die Story von Lyall und seiner Familie gekümmert. Das hat mir gut gefallen. Denn bei den Hendersons gibt es viel, worüber man berichten kann. Kleine familiäre Intrigen, Geheimnisse, Umsturzpläne, strenge Strukturen. Ich freue mich in den Folgebänden tatsächlich schon sehr darauf, wie sich das alles entwickelt. Gepaart mit Lyalls Geheimnis gibt es so nämlich einiges, was für Spannung sorgt.

Nicht so gut gelungen fand ich leider die Entwicklung der Liebesgeschichte. Es war ein klassisches Aufeinandertreffen, bei dem es knistert und gleichzeitig der Grundstein für eine kleine Kabbelei gelegt wird. Denn Lyall ist anfangs nicht nett zu Kenzie, was sie ihm nachträgt. Als beide dann beruflich aufeinandertreffen, müssen sie sich arrangieren. Lyall brennt recht schnell für die selbstbewusste Kenzie und auch sie interessiert sich für den hübschen Badboy. Irgendwie entwickelt sich dann etwas zwischen den beiden. Wie und warum? Das wurde mir nur bedingt klar. Zwar gibt es einige wirklich schöne Szenen und auch gute Gespräche, aber gleichzeitig war es so von 0 auf 100, kombiniert mit der schwierigen Hintergrundlage um Lyalls Geheimnis und Lyalls Verpflichtung, keine Beziehung einzugehen, um Ruhe reinzubringen. Das führte auch dazu, dass die letzten Entwicklungen im Buch etwas dumpf waren, da hierfür eine tiefe Verbindung notwendig wäre in meinen Augen, die aber beide für mich (noch) nicht aufbauen konnten. Daher verkommt der Cliffhanger fast schon zu einer Überreaktion und ich bin auch etwas von Kenzie enttäuscht, denn die Autorin hat sie an vielen Stellen anders reagieren lassen, als man es von New Adult Büchern kennt, nur hier nicht. Reden hilft, das war schon immer die Devise. Etwas störend fand ich tatsächlich aber auch, dass die Autorin permanent Jane Austin Anspielungen macht. Ich weiß nicht, in wie vielen Büchern das mittlerweile vorkam und in wie wenigen ich es passend fand. Aber was soll’s. Schauen wir mal, wie es mit Kenzie und Lyall weitergeht.

Auch rund um das Geheimnis muss ich sagen: Es war gut, aber manchmal auch etwas zäh. Das größte Problem, was ich bei solchen Büchern immer habe: Zig Personen sprechen Kenzie immer wieder darauf an, dass etwas Schlimmes passiert ist, sie vorsichtig sein soll und sowieso Lyall die Ausgeburt der Hölle ist. Doch nicht eine Person erklärt, wieso. Als Begründung hat die Autorin hier vor allem den gesellschaftlichen Druck verwendet, der durch den hochangesehenen Namen von Lyalls Familie als regional riesiger Arbeitgeber entsteht. Aber ganz ehrlich? Ich fand das teilweise schon etwas mau. Natürlich wird so der Spanungsbogen sehr hoch gehalten und der Leser hat zwischendurch immer wieder die Chance, sich durch kleine Hinweise eine eigenen Geschichte zusammenzureimen, aber gleichzeitig entsteht irgendwann auch ein kleines Gefühl von Genervtheit, weil man das Gefühl hat, nicht weiterzukommen. Als am Ende dann die Auflösungen – es gibt Lyalls Variante und die des Ortes – kommen, hat es zwar einen gewissen Überraschungseffekt, aber ich bin ehrlich, dass ich etwas mehr erwartet hätte. Andererseits gibt es eben auch noch zwei weitere Bücher, wo das Thema sicher nochmal aufkommt. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie die Autorin den Konflikt lösen möchte.

Mein Fazit

Am Ende hat mir Don’t love me doch gut gefallen und es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil und die Protagonistin Kenzie ist wunderbar schlagfertig. Ich würde schon sagen, dass es ein etwas anderes New Adult Buch ist und mit einer sehr spannenden Hintergrundgeschichte punkten kann. Dafür wirkt die Liebesgeschichte etwas platt, sie hat allerdings ja auch noch zwei Bände, um sich anständig aufzubauen. Ich bin auf jeden Fall auf die Fortsetzung gespannt.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 17.01.2021

okay für Zwischendurch

A single touch
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„Du kannst dien Herz aus Angst vor Verlust nicht vor der Liebes verschließen, Parks.“
(Ein Freund zu Parker in A single touch)

Worum geht’s?

Auf den Spuren ihres Vaters reist Val nach Plymouth und möchte ...

„Du kannst dien Herz aus Angst vor Verlust nicht vor der Liebes verschließen, Parks.“
(Ein Freund zu Parker in A single touch)

Worum geht’s?

Auf den Spuren ihres Vaters reist Val nach Plymouth und möchte dort Modefotografie studieren. Nachdem ihr Exfreund sie mies abgezockt hat, freut sie sich auf eine Art Neuanfang in dem neuen Land, frei von Sorgen, Männern und Lügen. Als sie jedoch auf ihren Vermieter Parker trifft, muss sie ihre Vorsätze schnell über Bord werfen. Denn der charmante und heiße Mann verdreht ihr schnell den Kopf. Parker hat jedoch Geheimnisse und hält Val deswegen auf Abstand. Aber nur Freundschaft Plus? Das reicht beiden nicht….

A single touch ist Band 3 der LOVE-Reihe. Jedes Buch ist in sich geschlossen, die Charaktere der anderen Bände kommen jedoch vor und die Geschichten laufen teilweise zeitgleich.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch verläuft linear und setzt etwa einen Monat vor den anderen Büchern ein. Ab der Hälfte umfasst etwa den gleichen Zeitraum wie Band 1 und 2. Die Geschichte wird durch Parker und Val wechselnd in der Ich-Perspektive erzählt, wobei Vals Kapitel überwiegen. Der Schreibstil ist locker-leicht, das Buch lässt sich gut und flüssig lesen. Das Buch beinhaltet expliziten sexuellen Content.

Meine Meinung

Here we go again. Band 3 der LOVE-Reihe, die mit ihrer Fashionthematik und der starken Mädels-WG tolle Grundlagen mitbringt, aber jedes Mal irgendwie ausufernd daherkommt und mehr Tiefe vertragen könnte. Und trotzdem kehre ich jedes Mal zurück, in der Hoffnung, dass es dieses Mal besser wird – und weil ich so Lust auf die Mädels habe. Aber auch Band 3 ist leider wieder nicht so überzeugend.

Ich habe mich ja wirklich sehr auf Val und Parker gefreut. Bereits in den Vorgängerbänden hat man ein wenig Einblicke bekommen, dass zwischen den beiden etwas lief, es jetzt aber schwierig ist. Das war ein Novum für mich, dass man quasi bereits die Gegenwart kennt und jetzt so gesehen in die Vergangenheit mit der Vorgeschichte erhält. Entsprechend gut hat mir der Einstieg gefallen. Nach einem etwas längeren Intro um Vals Lebensumstände fährt sie nach Plymouth und trifft dort auf Parker, ihren Vermieter, der kurzzeitig auch mit ihr zusammenwohnt. Die beiden verstehen sich super und schon bald knistert es auch. Es war schön mitzuerleben und irgendwie locker-leicht, aber eben auch komplett ohne Tiefe. Von Anfang an geht es um sexuelle Anziehung und dann auch recht schnell um Freundschaft plus. Es gibt ein wenig Hin und Her zwischen den beiden, was vor allem auch daran liegt, dass Parker einige Geheimnisse hütet. Eines davon ist, dass er Witwer ist und sich schlecht fühlt, sich neu zu verlieben. Und dann gibt es da noch eins…

Irgendwie plätschert die Geschichte recht schnell vor sich hin. Nach dem starken Start, der schnell sexlastig wird, wird aus Freundschaft Plus irgendwann nur noch Freundschaft, die beide aber nicht wirklich einhalten können, weil sie Gefühle haben. Als dann noch die restlichen Mädels nach einem Monat einziehen, ist das Buch auf dem Stand der anderen Bücher. Bis hierhin ist die Hälfte des Buches vergangen. Die erste Hälfte ist also das Kennenlernen von Parker und Val sowie die komplizierte Situation, die vermutlich durch bloßes Reden geklärt werden könnte. Das war auch einer meiner größten Kritikpunkte: Parker hält Val von sich fern, damit sie seine Vergangenheit nicht kennenlernt und vor allem auch nicht sieht, was Parker in seiner Freizeit macht -nämlich nicht Häuser renovieren. Aber es wäre kein Punkt gewesen, den man meiner Meinung nach geheimhalten sollte, vor allem, da es für Val potenziell ein Problem hätte sein können und Parker ihr die Möglichkeit nimmt, selbst zu entscheiden. Irgendwann finden Parker und Val dann wieder zueinander und ich bin ehrlich: Ich habe nicht verstanden, wieso eigentlich. Die ganze Liebesgeschichte war geprägt davon, dass sie kaum Tiefe hatte. Parker und Val generell hatten wenig Tiefe, sie waren blass. Parkers Geschichte mit seiner Frau wurde nur etwas eingebunden, Vals Geschichte mit ihrem toten Vater und ihrem Exfreund verkamen auch als kleine Randnotizen. Das fand ich wirklich schade. Das kleine bisschen Drama am Ende war eigentlich überflüssig und sorgte auch nur noch für ein müdes Schmunzeln bei mir. Dafür, dass ich mich auf beide so sehr gefreut hatte und nach Band 1 und 2 dachte, dass die beiden wirklich Wumms haben, bin ich nach diesen 500 Seiten schon etwas enttäuscht. Es war auch so, dass ich mich selbst überzeugen musste, weiterzulesen. Immer wieder wollte ich das Buch weglegen, weil ich das Gefühl hatte, nicht gefesselt zu sein. Die Geschichte gab zu wenig her und gleichzeitig schreckten mich die vielen noch kommenden Seiten ab.

Die zweite Hälfte des Buches schlägt dann in eine ähnliche Kerbe wie die Vorgänger. Zahlreiche bereits erlebte Situationen werden neu beleuchtet und man kriegt noch einzelne neue Erkenntnisse. Ob es diese braucht? Da bleibe ich unsicher. Sicher war einiges nett zu lesen und man hat schon ein wenig das Gefühl, dass sich Puzzleteile zusammensetzen und zunehmend noch kleinere Fragezeichen ausgemerzt werden. Zwar hatte ich dieses Mal schon das Gefühl, dass die Autorin nicht ganz so viele Wiederholungen eingebaut hat und auch lag dieses Mal der Fokus eher auf Fotografie statt auf Mode selbst, was natürlich für etwas Abwechslung sorgt, aber es fehlt irgendwie der Drive. Wenn man bedenkt, dass es in der Reihe mittlerweile über 1500 Seiten sind, hat man doch das Gefühl, alles auf unter 800 zusammenschreiben zu können. Ich mag zwar die Idee total, dass die Autorin in jedem Buch die jeweilige Geschichte erzählt, aber es sind zu viele Nebensächlichkeiten, die das Geschehen außerhalb der jeweiligen Liebesgeschichte verlagern. Ich empfinde es zunehmend als zäh, so viele Seiten mit Wiederholungen zu lesen. Nichtsdestotrotz ist der Part um die Mädels-WG immer noch sehr überzeugend und schön zu lesen. Die Mädels sind einfach toll zueinander.

Mein Fazit

Auch A single touch ist am Ende wieder vor allem eins: Zu lang. Die erste Hälfte des Buches konnte mit einer Freundschaft Plus noch etwas überzeugen, danach kommt lange Zeit gefühlt gar nichts und nur ganz viel Drumherum. Den Sprung von Freunden mit gewissen Vorzügen zu einer richtigen Liebschaft haben Parker und Val für mich nie nachvollziehbar geschafft und auch die im Hintergrund brodelnden Geheimnisse von Parker machen die Beziehung wenig glaubhaft. Die Mädelstruppe war zwar wieder angenehm, aber man hat mittlerweile einfach das Gefühl, alle zum x-ten Mal zu lesen.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 12.01.2021

eine intensive, wirre Geschichte

Too Late
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„Wir müssen beide weg. Bevor es zu spät ist…“
(Sloan über sich und Carter in Too late)

Worum geht’s?

Einst ihre große Liebe hat sich Sloans Freund Asa in den letzten zwei Jahren in ihren persönlichen ...

„Wir müssen beide weg. Bevor es zu spät ist…“
(Sloan über sich und Carter in Too late)

Worum geht’s?

Einst ihre große Liebe hat sich Sloans Freund Asa in den letzten zwei Jahren in ihren persönlichen Alptraum verwandelt. Als Drogenboss am örtlichen College führt er ein Leben, was Sloan verabscheut. Drogen, Alkohol, Partys und jede Menge Gewalt. Doch sie ist auf seine finanzielle Unterstützung angewiesen, denn ihr kleiner Bruder ist ein Pflegefall. Und so bleibt sie treu an Asas Seite. Bis Carter in ihr Leben tritt und Sloan merkt, wie sich Liebe anfühlen kann. Was Sloan aber nicht ahnt: Carter ist gekommen, um Asa auszuschalten. Denn sein Name ist eigentlich Luke und er ist ein Undercover-Cop.

Too late ist ein Einzelband und in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Die Geschichte entwickelt sich im Hauptteil chronologisch, später wechseln Prologe, Epiloge und Zeitsprünge. Die Geschichte ist aus Sicht von Carter, Sloan und Asa in der Ich-Perspektive geschrieben. Der Schreibstil der Autorin drückend, energisch und von einer gewissen Schwere gekennzeichnet. Im Buch ist sexueller Content enthalten, die Sprache ist teilweise explizit. Im Buch werden Drogen, Gewalt, sexuelle Übergriffe und eine toxische Beziehung thematisiert.

Meine Meinung

Mein erstes Buch von Colleen Hoover, endlich war es soweit. Schon lange wollte ich von der Autorin etwas lesen und Too late sprach mich am meisten an. Eine düstere Dreiecksliebesgeschichte, ein Undercovercop, das Drogenmilieu – es klang einfach zu gut. Doch die Geschichte um Asa, Sloan und Carter lässt mich etwas ratlos zurück.

Im Fokus der Geschichte steht vor allem Sloan, die sich vor über zwei Jahren in Asa verliebt hat. Sie konnte nicht ahnen, dass Asa ein Drogenhändler ist, der an die Spitze will. Mit Gewalt, Drohungen, jeder Menge Suchtmitteln und Partys hält er seine Gefolgschaft bei Laune. Sloan versucht so oft es geht, zu fliehen – ans College, in den Park. Aber Asa kontrolliert sie. Eines Tages taucht Carter auf, der neben Sloan im Spanischunterricht sitzt. Und später auch im Haus, wo sie mit Asa lebt, auftaucht. Langsam schleicht sich Carter in Asas Zirkel ein. Sein Ziel? Den Drogenring auffliegen zu lassen. Denn er ist Undercovercop. Aber schon bald verliert er sein Herz an Sloan und möchte das tapfere Mädchen aus den Händen ihres Gefängniswärters befreien. In einem moralischen Dilemma mit seiner eigentlichen Mission geraten sowohl er als auch Sloan in einen Strudel, den sie nicht mehr kontrollieren können. Denn Asa ahnt, dass etwas nicht stimmt. Und er ist bereit, über Leichen zu gehen, um seine Sloan zu beschützen.

Too late ist wahrlich ein intensives Buch. Es ist kein 0815-Liebesroman, es ist kein richtiger Thriller, es ist irgendwo dazwischen. Vor allem ist Too late aber kompliziert – sowohl vom Aufbau als auch vom Inhalt. Bereits zu Beginn führen alle drei Hauptbeteiligte durch die Geschichte und insbesondere Asa wirkt dabei zunehmend wahnsinnig. Irgendwann kommt der große Knall, ein Cut und das magische Wort „ENDE“ – bei etwa 2/3 des Buches. Ein großes Fragezeichen stand in meinen Augen. So ein langer Epilog? Ungewöhnlich. Aber die Autorin lässt es nicht bei einem Epilog, es gibt mittendrin einen Prolog von, das Fortgehen der Geschichte aus allen drei Sichtweisen und noch einen Epilog zum Epilog, der mit einem „vor zwei Monaten“ noch weiter verkompliziert wird. Konnte mich bis zum ENDE das Buch schon überzeugen, hat mich die Autorin hinten komplett verloren. Aber warum war das so?

Bis zum Ende ist die Geschichte wirklich ungewöhnlich. Man fiebert mit Sloan und Carter mit, man ist über Asa und seine immer krasser werdende Art verängstigt, man erfährt immer mehr über die nicht wirklich tolle Beziehung von Asa und Sloan, in der Asa denkt, der tollste Typ zu sein, stattdessen seine große Liebe aber einschüchtert, schlägt, teilweise regelrecht vergewaltigt und zu Tode ängstigt. Entkommen kann Sloan nicht, denkt sie. Denn Asa zahlt ja das Pflegeheim. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich einige Entwicklungen und Auflösungen im Buch nicht vorhergesehen habe. Andere Twists hingegen kamen überraschend und haben mich auch verblüfft – ironischerweise jedes Mal aber von Asa. Sloan und Carter sind zwar die sympathischeren Charaktere, irgendwann haben sie aber auch angefangen, mich zu nerven. Kein Vor, kein Zurück, stattdessen jede Menge Gefahr und das bewusste Überschreiten von Grenzen, die eigentlich zu ihrer Sicherheit gedacht sind. Als das Buch dann in seinem Finale – ich meine damit also eigentlich die Mitte – gipfelt, kann die Entwicklung zwar durchaus überzeugen, gleichzeitig gab’s aber auch viel Schatten. Von unfähigen Polizeibeamten (vor allem Carter hat in dem Buch nun wirklich nicht gerade gezeigt, was für ein toller Cop er ist und quasi jedes Fettnäpfchen und jede Falle mitgenommen) bis hin zu halbgaren Erklärungen war einiges dabei. Doch die Grundidee vermochte insgesamt schon zu überzeugen. Zwischendurch geht’s natürlich mal heiß her mit Sloan und Carter, mal gibt es süße Momente und dann wieder die rohe Brutalität von Asa und seine wahnhaften Vorstellungen. Zwar hat die Autorin auch hier noch einige Überraschungen im komplexen „Epilog“ versteckt, aber doch, es konnte mich schon abholen. Und die Geschichte geht teilweise unter die Haut. Besonders erschreckend ist dabei auch Asas vollkommen verdrehte Vorstellung von Liebe und wie er selbst seine Beziehung zu Sloan einschätzt.

Alles zunichte gemacht wurde für mich dann aber im Epilog. Abgesehen vom unnötig komplizierten Aufbau und den andauernd wechselnden Zeiten, Perspektiven und Ereignissen waren es vor allem die Inhalte. Es wirkte so, als wäre der Autorin immer nochmal eine neue Idee gekommen und die wollte sie noch einbauen. Und noch eine, und noch eine. Gelinde gesagt: es war zu viel. Vieles davon hatte für mich auch gar keinen Epilog-Charakter, weil es einfach die Fortsetzung nach dem großen Knall war, während ein Epilog ja eher das „Viel-Später“ kurz abdeckt. Auch hier zeigten die Polizisten wieder, wieso sie ihre Marke abgeben sollten, Sloan wurde blass und für mich immer weniger greifbar und Asas Wandlungen waren zwar gut gelungen, aber irgendwie auch etwas unglaubwürdig. Das große Finale, das richtige Ende, war dann irgendwie fade. Logisches Ende mit logischen Konsequenzen, aber für mich irgendwie auch unbefriedigend. An vielen Punkten hat die Autorin es sich leicht gemacht in diesem Buch, indem sie Gefühle über Logik gesetzt hat und damit vor allem Carter doch sehr vorgeführt hat. Das Buch endet so beinahe mit einem Bilderbuch-Ende, was nicht wirklich stimmig zur Geschichte passt. Das „ENDE“-Ende hätte ich mutiger und besser gefunden. Alles danach wirkt wirr, gewollt und überladen.

Inhaltlich muss man bei diesem Buch definitiv bedenken, dass es keiner der klassischen Hoover-Liebesromane ist. Es ist ein Buch, was immer mal wieder brutal daherkommt, mit seinen Themen und auch den Handlungen der Charaktere in ein düsteres Milieu führt und hier und da auch Frauenfeindlichkeit, Übergriffigkeit und Abhängigkeit darstellt. Es ist kein Jugendbuch und selbst für Erwachsene kann die Handlung immer wieder verstörend und befremdlich sein.

Mein Fazit

Too late kann zwar mit einer tollen Grundidee und auch mit einem hohen Spannungsbogen punkten, im Verlauf der Geschichte stolpert die Autorin aber immer wieder über ihren Willen, alles noch krasser zu machen. Das führt zu teils verwirrenden Situationen, einem unnötig komplizierten Aufbau und auch ein wenig Frust. Es ist ein sehr spezielles Buch, was man mögen muss. Intensiv, brutal, gnadenlos – für mich aber zugleich auch wenig greifbar, irgendwann nur noch überladen und unnötig in die Länge gezogen.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]