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Veröffentlicht am 26.10.2025

Solide, aber wenig Grusel

Let's Split Up - Ein verfluchtes Haus. Vier Freunde. Eine verhängnisvolle Entscheidung.
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Die Freunde Cameron, Amber und Jonesy leben in Sanera, einer Kleinstadt, in der eigentlich nicht so viel los ist. Als dann zwei Schüler, Brad und Shelley, in einem verlassenen Herrenhaus tot aufgefunden ...

Die Freunde Cameron, Amber und Jonesy leben in Sanera, einer Kleinstadt, in der eigentlich nicht so viel los ist. Als dann zwei Schüler, Brad und Shelley, in einem verlassenen Herrenhaus tot aufgefunden werden, kommt plötzlich Leben in diese Kleinstadt. Ein Ghul, der angeblich der verstorbene Robert Carrington ist, soll dort sein Unwesen treiben. Ihm gehörte das Anwesen früher, so wie viele andere. Er war reich, galt als kalter Immobilienbesitzer und verlor seine Familie, bevor auch er starb.

Doch steckt wirklich ein Geist dahinter, oder haben sie es mit einem Mörder zu tun, der es auf Teenager abgesehen hat? Und da ist noch Buffy, die Neue. Hat sie etwas zu verbergen?

„Let's split up“ versucht, sich an die 90er Jahre und die damals aus dem Boden sprießenden Teenie-Horrorfilme zu orientieren. Auch wenn ich den Humor des Autors mag, der öfter darauf anspielte, konnte mich das Buch leider nicht komplett mitreißen.

Der Beginn war spannend, und auch das Rätselraten, wer nun dahintersteckt. Trotzdem kam nur in wenigen Szenen Spannung auf, auch der Horror war nicht so gruselig, wie man es erwarten würde.

Die Figurenzeichnungen sind zwar nicht eindimensional, sondern gut ausgearbeitet, aber mir war das Gerede und die Gedanken viel zu viel, anstatt, dass es Action und viel mehr spannende Situationen gab.
Die Auflösung fand ich eher enttäuschend, weil ich schon damit gerechnet hatte. Auch gab es unlogische Handlungen, um das Ganze zu einem Ende zu führen, das nicht mehr lange auf sich warten ließ.

Einzig der Schreibstil und der Beginn des Buches gefielen mir. Leider zu wenig, um das Buch zu hypen.

Da habe ich schon Besseres in dem Bereich gelesen und gesehen.

3 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Gruselig und spannend

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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Heidi zieht mit ihrem Vater und seiner Freundin Jennifer in ein Haus in Hovenäset, in dem noch nicht alle Umbauten abgeschlossen sind. Dort angekommen, geschehen mysteriöse Dinge. Die Plane, die sich in ...

Heidi zieht mit ihrem Vater und seiner Freundin Jennifer in ein Haus in Hovenäset, in dem noch nicht alle Umbauten abgeschlossen sind. Dort angekommen, geschehen mysteriöse Dinge. Die Plane, die sich in Heidis Zimmer befindet, bewegt sich nachts, ohne dass es einen Luftzug gibt, und ein Untermieter zieht bei ihnen ein, der ein Riesenrad betreibt und undurchsichtig erscheint. Ist er vertrauenswürdig, oder geht eine Gefahr von ihm aus?

Zudem ist Jennifer schwanger. Heidi wird plötzlich in unheimliche Ereignisse hineingezogen, die die Grenzen zwischen Realität und Geisterwelt immer mehr verschwimmen lassen. Denn die Nachforschungen zu einer Tragödie, die vor vielen Jahrzehnten geschah, bringen Heidi und ihre beiden Freunde Alva und Harry in immer größere Bedrängnis.

"Flammenrad" ist dem Genre Horror zuzuordnen, wobei auch Krimielemente, aufgrund der Ermittlungen hinzukommen. Mir gefiel Heidi und wie sie agierte. Sie ist ein mutiges und intelligentes Mädchen.
Die Grundstimmung mit den Unwettern war passend und trug zu der schaurigen Atmosphäre bei. Die Handlung ist durchweg spannend und nie langweilig.

Zudem wird die Vergangenheit interessant mit der Gegenwart verwoben. Der Schreibstil ist einfach und angenehm. Die Geschichte ist unheimlich und in gewissen Einzelheiten nicht ohne.

Zudem rätselt man selbst mit, wie alles zusammenhängt und welche Auflösung es geben wird.

Gruselig, fesselnde Atmosphäre und eine Hintergrundgeschichte, die niemanden kalt lassen dürfte.

4 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Die Selbstfindung zweier einsamer Seelen

Weil es nicht anders sein kann
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Addie trifft auf der Insel Rokesby auf Sol. Er hat seine Mutter verloren und besucht den Ort, den sie mochte. Addie hingegen wird von ihrer selbstsüchtigen Mutter ausgenutzt. Das Retreat und damit die ...

Addie trifft auf der Insel Rokesby auf Sol. Er hat seine Mutter verloren und besucht den Ort, den sie mochte. Addie hingegen wird von ihrer selbstsüchtigen Mutter ausgenutzt. Das Retreat und damit die Gästebetreuung und Versorgung dieser übernimmt Addie praktisch allein. Sie kocht, näht und hat kein eigenes Leben. Ihre einziger Freund ist Eureka, ein Oktopus.

Sol leidet unter seinem kalten Vater, zudem hat sich seine ehemalige Freundin in seinen Vater auch noch verliebt. Das Leben scheint merkwürdig und nicht einfach. Doch irgendwie sollen sich Addie und Sol dort begegnen. Zwei einsame Seelen, die auf der Suche nach sich selbst sind.

Sie, die Angst hat vor der Liebe und Bindungen, und er, der trotz seiner Sensibilität bereit ist, das Wagnis einzugehen.
Sie beschließen, es wie die Papageientaucher zu tun, die einen Teil ihres Lebens getrennt voneinander leben und doch immer wieder zusammenfinden. Hat das eine Chance auf ein gemeinsames Leben?

Dieses Buch ist mein Highlight in diesem Jahr im Genre Literatur/Belletristik. Die zarte Annäherung der beiden Hauptcharakter hat mir unglaublich gut gefallen.
Man spürt, dass die Autorin ein großer Fan von Vogelbeobachtungen ist, überhaupt von der Natur, so einfühlsam, wie sie darüber schreibt. Dies hat sie am Ende des Buches verraten.

Das Buch ist "leise" und doch eine Wucht. Der Schreibstil sucht seinesgleichen. Poetisch und trotzdem realistisch habe ich ihn empfunden. Es wird oft in Metaphern von Sol gesprochen, die viel Wahres in sich tragen.

Auch Addie hat ihre Ecken und Kanten, aber die muss sie erst einmal finden.

Die anderen Figurenzeichnungen waren auch interessant.
Zudem kann ich nachvollziehen, dass sich nicht jede(r) von seinen Eltern abwendet und die Kraft hat, eigene Wege zu beschreiten. Das muss man erst lernen. Es ist ein Prozess. Und das mitzuerleben, war aufgrund des leisen Erzählstils schön mitzuerleben. Das muss man erst einmal schaffen und so herüberbringen, dass man als Leserin ständig mitfühlt.

In dem Buch werden so viele Emotionen angesprochen, wie Verzweiflung, Trauer, fehlendes Selbstbewusstsein, aber auch wachsendes Vertrauen und natürlich Liebe, und vieles mehr. Die beiden sind für Menschen, die sich nicht in sie hineinfühlen können, vielleicht schwer zu fassen. Doch wer wissen möchte, wie sich soziale Isolation anfühlt, egal ob anerzogen oder mit den Jahren vollzogen, wird den beiden gern folgen. Denn der Weg ist das Ziel, da herauszukommen. Und das braucht manchmal Zeit.

Die Autorin schreibt aus beiden Perspektiven und lässt so die ganze Bandbreite an Gefühlen aus Addies und Sols Sicht aufeinander treffen.

Wunderschön, traurig, hoffnungsvoll. Mit einer großen Verbeugung vor Natur und Tier.

5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Wenn eine Hexe auf einen Dämonen trifft

Spookily Yours
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Die Hexe Willow lebt in Pleasant Grove. Sie arbeitet im Cafè ihrer Schwester und sehnt sich nach einer neuen Katze. Als sie in dem örtlichen Tierheim auf einen schwarzen Kater trifft und ihn mit nach Hause ...

Die Hexe Willow lebt in Pleasant Grove. Sie arbeitet im Cafè ihrer Schwester und sehnt sich nach einer neuen Katze. Als sie in dem örtlichen Tierheim auf einen schwarzen Kater trifft und ihn mit nach Hause nimmt, staunt sie nicht schlecht, weil dieser ihr offenbart, ein Dämon zu sein, der verzaubert wurde. Sie schafft es, ihn in seine menschliche Gestalt zurück zu verwandeln.

Damien (der Name passt) ist ein ansehnliches Exemplar von einem Mann. Willow spürt die gegenseitige Anziehungskraft, und auch Damien kann ihr kaum widerstehen. Doch er hütet ein Geheimnis.

An dem Buch gefiel mir die herbstliche Stimmung, die cozy in die Jahreszeit passte. Willow und Damien sind mir beide sympathisch gewesen. Zudem waren die Gedanken von Damien witzig. Jennifer Chapmans Schreibstil ist locker und leicht.

Dass es ab dem letzten Drittels der Geschichte so spicy wurde, hätte ich nicht gedacht. Eher, dass es sich um eine Romantasy oberhalb der Gürtellinie handelt.

Was mir nicht so gefiel, war, dass es gar keinen Spannungsbogen gab. Ich hatte mir vorgestellt, dass zum Ende hin noch viel mehr passiert. Leider war das nicht der Fall.

Ich habe das Hörbuch gehört. Marie Langenfeld und Leon Wander machen ihren Job richtig gut in ihren Rollen, das hat die Handlung aufgewertet.

Locker leichte Story zum Wohlfühlen, aber ohne allzu hohen Anspruch.

3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Von der Muse geküsst

Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse
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Liv möchte für ihrem Webtoon bei einem Autorenwettbewerb auf Korfu Werbung machen. Dass sie gewinnen kann, glaubt sie nicht. Mitmachen ist das Ziel. Unterwegs begegnet ihr der geheimnisvolle, gutaussehende ...

Liv möchte für ihrem Webtoon bei einem Autorenwettbewerb auf Korfu Werbung machen. Dass sie gewinnen kann, glaubt sie nicht. Mitmachen ist das Ziel. Unterwegs begegnet ihr der geheimnisvolle, gutaussehende Flame, der zu ihrer Überraschung auch teilnimmt.

Doch Liv erlebt noch mehr Überraschungen. Denn der Wettstreit ist magisch, und anders, als sie sich in ihren kühnsten Träumen vorstellen konnte. Sie muss sich, wie die anderen Teilnehmenden, neun Musen stellen, die tatsächlich lebendig sind. Dabei wird sie von einem Mangabuch unterstützt, welches um keinen Spruch verlegen ist.

Mir hat der Auftakt richtig gut gefallen. Wenn man an Griechenland denkt, ist die spannende Mythologie mit Göttern und der antiken Kultur ein Grund mehr, sich das Land und seine Geschichte anzusehen. Oft wurde dies schon thematisiert.

Hier wird die Idee dazu interessant umgesetzt. Das Achilleion, das hier als Schauplatz dient, ist weltbekannt. Sabine Schoder vernetzt die Gegenwart mit der Vergangenheit.

Liv mochte ich, genau auch wie Flame. Mein Lieblingscharakter ist das Manga, das Liv mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die Autorin versteht es, witzig Dialoge zu entwerfen und auch alles so zu beschreiben, dass die bildliche Vorstellungskraft auflebt. Manchmal für mich ein wenig zu ausufernd.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt die Seiten fliegen.

Die Dilogie endet mit einem Cliffhanger, was nicht anders zu erwarten war.

Das Buch ist wunderschön gestaltet. Allein schon das Cover und der Farbschnitt sind Eyecatcher.

Mythologie trifft auf Spannung, Wortwitz und viele Emotionen.

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