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Veröffentlicht am 10.08.2025

Der Funke ist nicht übergesprungen

Meine Sommer mit Marx
0

Die 28jährige Cècile, die Sessy genannt wird, kehrt in die Villa Wittlow nach Lavnitz zurück. Vor zehn Jahren verbrachte sie einen Sommer dort bei Edith, der Hausherrin. Zusammen mit Max, den sie aufgrund ...

Die 28jährige Cècile, die Sessy genannt wird, kehrt in die Villa Wittlow nach Lavnitz zurück. Vor zehn Jahren verbrachte sie einen Sommer dort bei Edith, der Hausherrin. Zusammen mit Max, den sie aufgrund seiner Wälzer, die er ständig dabei hatte, Marx nennt.

Sie ist mittlerweile eine Frau geworden, die viel herumgekommen und gereist ist. Sie mag Party feiern und Shoppen.

Max ist das genaue Gegenteil. Er lebt immer noch bei Edith und versteckt sich vor der Welt. Max ist ein introvertierter Charakter, der ruhig und besonnen agiert.
Die beiden passen so gar nicht zusammen. Sie wie das alles verschlingende Feuer, er wie das gegenteilige Eis.

Doch Sessy kommt zurück, weil sie sich gefragt hat, ob er nicht doch der Richtige für sie ist.


Zuerst einmal möchte ich hervorheben, wie toll ich den Schreibstil finde. Das Buch lässt sich locker und leicht lesen.

Auch die Beschreibungen der Personen und der Villa sind bildhaft dargestellt.

Ich mochte Max, der mit seiner zurückhaltenden Art Sessy dazu bringt, ihn erobern zu wollen. Denn sie bekommt meistens, was sie möchte.

Leider wurde ich mit Sessy nicht warm. Das hat mehrere Gründe: Sie war mir zu extrem extrovertiert. Ich habe bei ihr Gefühle vermisst, richtig nahe gehende Emotionen, die es einfacher machen, einer Romanfigur näher zu kommen. Das fehlte mir leider. Zudem verhält sie sich im Heute auch nicht grundlegend anders und packt ihre alten Verhaltensweisen wieder aus. Sie kam mir wie ein Teenager immer noch vor.

Mit Max hatte ich oft Mitgefühl, weil er immer aufgrund ihres Agierens reagieren musste. Solche Persönlichkeiten kommen nicht so leicht aus sich heraus. Hier bedarf es Fingerspitzengefühl, das Sessy leider nicht besaß. Und auch wenn man argumentieren könnte, dass er ihr Gegenwind hätte bieten und sich auf ihre Spielchen einlassen hätte sollen, so kann man nur sagen, dass das für jemanden wie Max nie einfach war.

Aber er muss dringend lernen, sich mehr und mehr durchzusetzen.

Die Handlung spielt sich in und um die Villa ab und verlässt sich meistens auf die beiden Hauptakteure und ihre Irrungen und Wirrungen in Sachen Liebe, Eifersucht und dem Leben dazwischen.

So liest man Sessys Gedanken im Heute und Max's Gedanken im Damals.

Spannend wäre es gewesen, es anders herum lesen zu können, was zwar vorkam, aber nur in kurzen Kapiteln.

Dabei gibt es auch erotische Szenen, die ich so nicht erwartet hatte.

Mir geht es nicht darum, dass Buch grundlegend nicht weiter zu empfehlen.
Sicher gibt es da draußen Leser, die mit Sessy mehr anfangen können als ich. Ich empfand sie als sehr anstrengend und manipulierend.

Das hat meinen Lesefluss trotz fliegender Seiten ein gedämpft. So wurde es mir von Seite zu Seite egal, ob die beiden sich am Ende bekommen und wie.

Das Buch hat den Charakter eines Sommerromans, von der ersten Liebe und dem hoffnungsvollen Wiedersehen in all seinen Facetten.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Bis dass der Tod uns scheidet

Die Rosenschlacht
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Hier wird die Geschichte von Barbara und Jonathan Rose erzählt. Die beiden lernen sich bei einer Auktion kennen und lieben. Beide sind um die 20, heiraten und bekommen zwei Kinder. Sie kaufen ein Haus, ...

Hier wird die Geschichte von Barbara und Jonathan Rose erzählt. Die beiden lernen sich bei einer Auktion kennen und lieben. Beide sind um die 20, heiraten und bekommen zwei Kinder. Sie kaufen ein Haus, restaurieren es, stecken viel Geld in ihr Vorhaben und schaffen sich eine Menge wertvoller Gegenstände an, die sie liebevoll aufbereiten.

Was wie ein Märchen klingt, verwandelt sich nach 18 Jahren in einen Alptraum. Denn plötzlich will Barbara die Scheidung und das Haus.
Jonathan versteht die Welt nicht mehr, dachte er doch, dass sie glücklich sei. Doch kampflos will auch er sein Zuhause nicht aufgeben und fängt an, ihr die Stirn zu bieten.

Da ich den Film aus dem Jahr 1989 kenne, war ich natürlich gespannt auf das Buch. Es wird ja Ende August diesen Jahres eine Neuverfilmung geben, auf die ich gespannt bin.
Das Buch hat mir gut gefallen. Es ist unterhaltsam geschrieben, so dass man öfter mal schmunzeln kann, oder einfach nur denkt: Ihr beiden habt eine richtige Macke, die schon als gefährlich einzustufen ist.
Dann gibt es noch Ann, das Au pair-Mädchen, das Gefühle für Jonathan hat und zwischen den Fronten steht.

Dabei spielt das Objekt der Begierde und die Einrichtung eine große Rolle. Und umso verrückter die Einfälle der Roses werden, um den jeweils anderen aus dem Haus zu vertreiben.
Je mehr die Handlung fortschreitet, umso dunkler und monströser erscheint das Anwesen, als dritte beteiligte Partei.

Die Handlung steigert sich in ein Crescendo des Wahnsinns, angereichert mit ungewöhnlich fiesen Aktionen, die dem Lesenden das Lachen sprichwörtlich vergehen lassen. Man kommt aus dem Kopfschütteln nicht heraus und man fragt sich, wie es so weit kommen konnte, dass die beiden sich so hassen. Sie mutieren zu regelrechten Psychopathen und manche Einfälle sind einfach nur geisteskrank.

Trotzdem hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen, weil es voll von schwarzem Humor ist. Die Dialoge sind geschliffen, die Gedanken der beiden an Sarkasmus und Bösartigkeit nicht zu überbieten.
Manches war Too Much, denn das haben die Roses schon lange nicht mehr im Blick gehabt.

Das Buch kann mit dem Originalfilm locker mithalten, deswegen ist das die beste Werbung für den Autor, der damals schon die Vorlage für den Film schrieb. Nun hat er das Buch überarbeitet, da die Neuverfilmung mit Olivia Colman und Benedict Cumberbatch ansteht.

Boshaft, gemein, absurd, einfallsreich. Da wünscht man sich, nie zu heiraten oder zusammen ein Haus zu kaufen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Nicht so mitreißend wie gedacht

Tante Dimity und das geheimnisvolle Erbe
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Lori ist geschieden und notorisch pleite. Als ihre Mutter stirbt, erfährt sie von einem Geheimnis, das ihr ganzes Leben verändern wird. Ihr Mutter erzählte ihr in Kindertagen Gute Nacht-Geschichten von ...

Lori ist geschieden und notorisch pleite. Als ihre Mutter stirbt, erfährt sie von einem Geheimnis, das ihr ganzes Leben verändern wird. Ihr Mutter erzählte ihr in Kindertagen Gute Nacht-Geschichten von Tante Dimity, die in England allerlei Abenteuer erlebte. Doch nun soll es diese Frau wirklich gegeben haben. Über eine Anwaltskanzlei wird ihr dies alles mitgeteilt. Also reist sie mit Anwalt Bill nach England, dem Ganzen auf den Grund zu gehen und ihr Erbe anzutreten, von dem sie bisher keinen absoluten Schimmer hatte.

Leider hat mir der Auftakt nicht so gut gefallen, wie ich erhofft hatte. Der Schreibstil ist zwar gut, aber die Handlung hatte viele Längen, so dass ich lange an dem Buch gelesen habe, weil ich es immer wieder desinteressiert weggelegt habe.

Es ist schon spannend, was hinter dem geheimnisvollen Erbe steckt, jedoch ufert die Autorin zu sehr aus, bis endlich Schwung in die Geschichte kommt.
Wenn man bedenkt, dass es mittlerweile 25 Bände gibt, so kann ich mir nicht vorstellen, die Reihe weiter zu verfolgen. Und dann ist auch klar, warum sich Nancy Atherton so viel Zeit lässt.

Diese Reihe hat sicher ihre Leser gefunden, die ungewöhnliche Geschichten mögen, die in England spielen, und zudem noch Krimielemente und ein eine Prise Fantasy inne haben. Es sind sicher Wohlfühlromane.

Vielleicht wage ich mich irgendwann an Band 2, kann es mir aber momentan nicht vorstellen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Ermittlungen auf die andere Art

Die Bibliothek meines Großvaters
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Kaede ist Lehrerin und ein echter Krimifan. Sie lebt allein. Ihr Großvater leidet unter Lewy-Körper-Demenz. Dadurch hat er bereits im frühen Stadium Halluzinationen.

Er war Direktor einer Schule und sehr ...

Kaede ist Lehrerin und ein echter Krimifan. Sie lebt allein. Ihr Großvater leidet unter Lewy-Körper-Demenz. Dadurch hat er bereits im frühen Stadium Halluzinationen.

Er war Direktor einer Schule und sehr beliebt, weil er sich um seine Schüler immer gekümmert hat.

Als Kaede auf Zeitungsausschnitte stößt, die ihren Sinn zum Lösen von Kriminalfällen wecken, fängt sie an, mit ihrem Großvater zu ermitteln. Aber auch in ihrem Umfeld schlittert sie in interessante Fälle. Ob ein Mord in einer Bar oder dem plötzlichen Verschwinden einer Lehrerin.

Man spürt, dass die beiden ein Faible für die Kriminalliteratur haben. Dabei werden auch immer wieder berühmte Schriftsteller dieses Genres erwähnt.

Ich war fasziniert, wie intelligent und brillant Kaedes Großvater immer noch ist. Und mit ihren Ermittlungen hat sie ihm das Gefühl gegeben, immer noch wichtig zu sein und ihn von seiner Krankheit abgelenkt.

In der Geschichte wird das Krankheitsbild dieser Demenzform näher gebracht, die ich vorher so noch nicht kannte, mit dem speziellen Begriff.

Der Schreibstil ist angenehm. Manchmal waren es mir zu viele Wiederholungen und Erklärungen in den einzelnen Fällen. Das hat den Lesefluss ins Wanken gebracht.

Mir gefiel, dass man merkt, dass man sich in Japan befindet. Das Buch ist „ruhig“. Es ist zwar spannend, zu sinnieren, was alles passiert sein könnte, trotzdem wird es unaufgeregt erzählt. Und am Ende ist es überraschend.

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Jedoch habe ich an manchen Stellen Emotionen vermisst. Da wäre mehr tatsächlich mehr gewesen.

Das hat mir gefehlt, auch wenn die Ermittlungen selbst zum Nachdenken brachten.

Das Cover ist wunderschön gestaltet, so dass man gleich spürt, dass die Geschichte in Japan handelt.

3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Licht und Dunkelheit

Das Mädchen aus der Schwebenden Welt (Floating World-Dilogie, Band 1)
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Ren ist Artistin. Sie liebt es, mit ihrer Familie als Gaukler herumzuziehen, in andere Personen zu schlüpfen, sich zu verkleiden und Kunststücke aufzuführen.

Dabei wird schon verraten, dass sie Kräfte ...

Ren ist Artistin. Sie liebt es, mit ihrer Familie als Gaukler herumzuziehen, in andere Personen zu schlüpfen, sich zu verkleiden und Kunststücke aufzuführen.

Dabei wird schon verraten, dass sie Kräfte besitzt, die sie nicht einsetzen darf, weil sie aus ihrer Vergangenheit stammen, und das könnte ihr gefährlich werden.

Als dann ein Dorf von einem Dämon angegriffen wird, in dem sie gerade mitten in der Aufführung sind, und Ren ihr gleißendes Licht ausstößt, ist plötzlich alles anders. Sie bricht heimlich auf, um ihren Onkel zu retten, der durch den Dämon vergiftet wurde, und der dringend ein Heilmittel braucht.

Auf ihrer Reise begegnet sie dem Kopfgeldjäger Sunho, der ausgerechnet auch hinter ihr her ist, so wie viele andere Assassinen. Und so beginnt eine außergewöhnliche Geschichte ihren Lauf zu nehmen.

Mir gefiel der Auftakt sehr gut. Ich bin ein Fan von Animes und Manhwas. Durch die bildhaften Beschreibungen konnte ich mir die Handlung auch genau so vorstellen. Die Autorin beweist, wie sie Erzählkunst mit einer spannenden, aber auch überraschend wendigen Geschichte zusammenbringt.

Der Schreibstil ist angenehm. Durch viel Gefühl und die nicht wenigen emotionalen Szenen fühlte ich mich den Figuren sehr nahe.

Ren ist eine sympathische Heldin, die erst über sich hinauswachsen muss, ob sie möchte, oder nicht. Sunho, der verschlossene ehemalige Soldat ist ein interessanter Charakter, der eine Charakterentwicklung durchlebt, die ich nachvollziehen konnte.

Und dann gibt es noch Jaeil, einen undurchschaubaren Hauptmann, der Ren lebendig zu sich bringen lassen möchte. Wie steht er zu ihr, was treibt ihn an?

Axie Oh versteht es, ein Wechselbad der Gefühle zu entfachen. Dabei wird es nie langweilig.

Es kommen noch Steampunkelemente dazu, was ich sehr schön fand.

Zudem wird die koranische Sage „Der Holzfäller und die Himmelsfee“ zum Angelpunkt.


Das Cover bzw. das Buch an sich ist wunderschön gestaltet, auch der Farbschnitt in der 1. Auflage.

Was man noch wissen sollte, ist die Tatsache, dass das Buch auch gewaltsame Szenen enthält, für die es jedoch eine Warnung gibt.

Am Anfang gibt es eine hilfreiche Karte für die Welten.

Nach dem Finale des ersten Bandes bin ich mächtig gespannt auf den zweiten und letzten Teil.

Action, Romantik und ganz viel Fantasy für Liebhaber asiatischer Mythologie

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