Unterhaltsamer Thriller...
Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?Meinung:
Die Kurzbeschreibung klang interessant. Nicht wenige haben ja den Wunsch, ins eigene Haus zu ziehen und ich konnte mir gut vorstellen, wie aus der anfänglichen Freude, doch Unsicherheit, Angst ...
Meinung:
Die Kurzbeschreibung klang interessant. Nicht wenige haben ja den Wunsch, ins eigene Haus zu ziehen und ich konnte mir gut vorstellen, wie aus der anfänglichen Freude, doch Unsicherheit, Angst und Verzweiflung wurde.
Die unheimliche Atmosphäre kommt auf jeden Fall gut rüber und die gruseligen Beobachtungen wurden glaubhaft beschrieben, genauso wie die Zweifel, ob da wirklich was war, oder nicht.
Die Nachbarn nehmen die Winklers zwar gut auf, aber trotzdem sind sie teils undurchsichtig und verhalten sich auffällig. Dabei ist es etwas schade, dass viele von ihnen doch eher wenig beleuchtet werden. Auch Protagonist Marco ist manchmal etwas blauäugig und hätte teilweise noch mehr Tiefe vertragen können, aber insgesamt fand ich ihn und seine Gedanken und Gefühle glaubhaft dargestellt und konnte mich gut in ihn hineinversetzen.
Da es auch eine weitere Perspektive gibt, in der man jemanden begleitet, der im Kindesalter schlimme Gewalt erlebt hat, hat man schnell die Vermutung, da die Sicht des Täters präsentiert zu bekommen. Jedoch ist es hier etwas differenzierter und ich hatte durchaus auch mal den Gedanken, dass es sich bei den Perspektiven um zwei Seiten der gleichen Person handeln könnte.
Obwohl einige Morde passieren, überwiegen die leisen, atmosphärischen Töne. Erst gegen Ende gibt es einen kleinen Showdown, der zwar viele zufriedenstellende Antworten liefert, aber doch auch etwas sehr schnell abgehandelt wird. Ich fand das Motiv prinzipiell glaubhaft, aber dennoch hätte ich das gern noch etwas mehr beleuchtet gehabt, genauso wie manch andere Entwicklungen danach.
Sprecher Sascha Rotermund hat wieder einen tollen Job gemacht. Er vermittelt die Atmosphäre authentisch und differenziert die zweite Perspektive auch gut von Protagonist Marco Winkler.
Fazit:
Am Ende haben wir einen unterhaltsamen Thriller, der lange Zeit eher über die leisen Töne kommt, aber trotzdem recht spannend ist, auch weil der Autor mehrere falsche Fährten legt und man gut mit Protagonist Marco mitfühlen und mitfiebern kann. Am Ende gibt es einen kleinen Showdown und durchaus zufriedenstellende Antworten, auch wenn ich zu manchen Entwicklungen gern ein paar mehr Details gehabt hätte. Ich vergebe solide 4 Sterne und damit platziert sich „Welcome Home“ für mich im Mittelfeld, der von mir bereits gelesenen Werke des Autors.