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Veröffentlicht am 11.06.2024

Fährtensuche im Wasser

Vergebens
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"Vergebens" von Christiane Dieckerhoff ist schon der vierte Teil einer Reihe von Spreewald-Krimis. Für mich war es jetzt der erste, das stört nicht beim lesen, alles notwendige erfährt man und der Fall ...

"Vergebens" von Christiane Dieckerhoff ist schon der vierte Teil einer Reihe von Spreewald-Krimis. Für mich war es jetzt der erste, das stört nicht beim lesen, alles notwendige erfährt man und der Fall ist abgeschlossen. Für mich wird es jetzt auch nicht der letzte Band der Reihe bleiben, den ich gelesen habe.
Beim Pilze suchen finde eine Frau einen Toten. Es ist der Gerichtsvollziehers Willi Rollenhagen, der wohl mehr Feinde als Freunde hatte. Er bleibt hier auch nicht das einzige Opfer.
Klaudia Wagner ist hier die hauptsächliche Ermittlerin, allerdings mit einem sehr spannenden Team, das man nach und nach kennenlernt. Alle Protagonisten werden gut beschrieben, mit ihren Stärken und auch Schwächen, nicht jeder ist hier ein Sympathieträger, das ist auch richtig so. Klaudia mochte ich auf Anhieb, eine starke Frau, die klug ermittelt und auch mal unkonventionelle Ideen hat.
Ich kenne den Spreewald recht gut und fühlte mich hier beim Lesen sehr gut aufgehoben, es gibt hier wunderbare Beschreibungen und das besondere Flair wurde auch sehr gut eingefangen. Es ist teils düster, aber nie übertrieben.
Der Fall ist spannend und abwechslungsreich, es gibt manche Wendung und der Täter blieb mir lange unbekannt. Zum Ende gab es sogar noch ein großes Finale mit viel Action.

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Veröffentlicht am 11.06.2024

Gute Idee, etwas langatmig

Mayfair House
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"Mayfair House" von Alex Hay ist ein Buch, dass eine Geschichte langsam erzählt.
Im London im Jahre 1905 in der gehobenen Gesellschaft verliert Mrs Kings ihre Anstellung in der Hauswirtschaft der Familie ...

"Mayfair House" von Alex Hay ist ein Buch, dass eine Geschichte langsam erzählt.
Im London im Jahre 1905 in der gehobenen Gesellschaft verliert Mrs Kings ihre Anstellung in der Hauswirtschaft der Familie de Vries, da der Hausherr verstorben ist. Doch statt zu verzweifeln, schmiedet sie Pläne, große Pläne.
Der Autor nimmt die Leserschaft hier mit in eine ganz andere Welt, alles wird so beschrieben, dass ich es mir auch gut vorstellen kann. Die Villa und der Reichtum darin und auch die Armut der Angestellten.
Es macht viel Spaß die akribischen Vorbereitungen zu einem großen Raubzug mitzuerleben. Auch gerade die Beteiligten lernt man hier nach und nach besser kennen. Die Frauen haben viel Mut und gute Ideen, es ist allerdings auch ihre Verzweiflung spürbar.
Was der ganzen Erzählung etwas abgeht, ist die Spannung. Die Idee dahinter und die Beschreibungen sind grandios, aber das Buch hat seine Längen und es dauert schon etwas, bis Bewegung in die Geschichte kommt.
Das Buch bietet gute Unterhaltung, bleibt aber leider etwas seicht und oberflächig, da hatte ich mir von der Idee mehr versprochen.

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Veröffentlicht am 09.06.2024

Sehr durchdachte Story

Das Dorf der acht Gräber
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"Das Dorf der acht Gräber" von Seishi Yokomizo wurde wieder in der hervorragenden Übersetzung von Ursula Gräfe herausgegeben. Ich habe diesen Teil gehört, gelesen von Denis Moschitto, werde es aber definitiv ...

"Das Dorf der acht Gräber" von Seishi Yokomizo wurde wieder in der hervorragenden Übersetzung von Ursula Gräfe herausgegeben. Ich habe diesen Teil gehört, gelesen von Denis Moschitto, werde es aber definitiv auch noch lesen, um die ganzen Feinheiten zu genießen.
Von dieser Reihe gibt es 77 Bücher, wovon jetzt drei ins deutsche übersetzt wurden. Ich habe alle drei gelesen, der Fall ist aber abgeschlossen und kann auch für sich alleine gelesen werden.
Hier geht es um eine alte und blutige Legende, die durch einen jungen Mann wieder belebt wird. Tatsuya kommt in diesen legendären Ort und die geheimnisvollen Todesfälle beginnen.
Es handelt sich hier um eine klassische Detektivgeschichte, fein eingewoben in die japanische Kultur. Schon aus diesem Grund liest sich diese Geschichte auch ganz anders, viele Gebräuche werden aber auch gut erklärt. Gerade Kleinigkeiten und Details führen hier auf die richtige Fährte und lenken von dieser ab, es macht sehr viel Freude, hier selber mitzurätseln. Trotz Um-die-Ecke-Denkens lag ich mit meinen Theorien sehr lange falsch.
Der Detektiv Kosuke Kondaichi, eigentlich der Hauptprotagonist, ist hier nur am Rande ermittelnd und aufklärend dabei, das stört den Ablauf aber nicht.
Ich mag diesen intelligenten und gut durchdachten Krimi sehr, er hat so ein ganz eigenes, unheimliches Flair und ist absolut geeignet für Fans von klassischen Detektivgeschichten. Ich würde mich sehr über weitere Übersetzungen freuen.

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Veröffentlicht am 09.06.2024

Braucht seine Zeit

Der Wald
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"Der Wald" von Eleanor Catton ist ein Buch, das bei mir so einiges an Anlaufzeit brauchte, bevor ich es schaffte, mich ganz darin zu vertiefen.
Wir begleiten hier abwechselnd mehrere Personen, ihre Ansichten ...

"Der Wald" von Eleanor Catton ist ein Buch, das bei mir so einiges an Anlaufzeit brauchte, bevor ich es schaffte, mich ganz darin zu vertiefen.
Wir begleiten hier abwechselnd mehrere Personen, ihre Ansichten und Sicht der Dinge und erst nach und nach entsteht daraus ein Gesamtbild.
Mira ist Gründerin einer Guerilla-Gardening-Gruppe namens Birnam Wood und immer auf der Suche nach möglichen Anbaugebieten.
Shelley ist ihr beste Freundin, die aber aussteigen möchte und schon eine Weile mit der Situation nicht mehr zufrieden ist.
Tony war mal ein guter Freund von Mira und ist als Journalist auf der Suche nach einer großen Story.
Robert ist Milliardär und hat das Gebiet, um das es hier geht, gekauft, um einen Bunker für die Endzeit darauf zu bauen. Was ihn wirklich umtreibt, erfährt man erst nach und nach. Genau wie bei den anderen, die hier zu Wort kommen. Sie alle haben ihre eigenen Geheimnisse und Ziele, keiner kommt mir wirklich ehrlich und sympathisch vor. Das muss es aber auch nicht.
Die Erzählung ist wirklich sehr langsam, teilweise im ersten Teil auch langweilig, man bekommt die Zeit jede hier besser kennen zu lernen und hinter die Kulissen zu schauen. Der Erzählstil ist nüchtern, beobachtend, teils distanziert, er passt gut zur Geschichte.
Spätestens ab letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse dann aber fast, es kommt sogar Spannung auf und das Ende ist ein echter Knaller, unerwartet, aber passend.
Wenn man sich die Zeit nimmt, sich einzulassen, erhält man hier eine großartige Geschichte mit unvergesslichen Charakteren.

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Veröffentlicht am 09.06.2024

Ein Leben gelebt, mittendrin

Im wechselnden Licht der Jahre
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"Im wechselnden Licht der Jahre" von Tom Liehr ist ein Buch wie eine Zeitreise.
Wir begleiten hier Alexander Bengt durch sein Leben und es ist ein großartiges Leben. Er wächst in Berlin auf und das wird ...

"Im wechselnden Licht der Jahre" von Tom Liehr ist ein Buch wie eine Zeitreise.
Wir begleiten hier Alexander Bengt durch sein Leben und es ist ein großartiges Leben. Er wächst in Berlin auf und das wird großartig geschildert, der Flair des Jungseins sehr gut eingefangen und dargestellt, mit allen Nachteilen und auch seinem großen Liebeskummer. Er verliert die Liebe seines Lebens, da sie wegzieht und die Zeit, die sie hatten war viel zu kurz. Alex lebt nicht, er überlebt und tatsächlich steht sie nach 10 Jahren wieder vor seiner Tür und wird seine Frau. Es ist aber durchaus kein Liebesroman, es ist viel tiefgründiger.
Alex lebt mit seiner Frau Tabea, zwei Kindern und Hund in Kleinmachnow. Sie haben ein gutes Leben, interessante Arbeit, genug Geld und Freiraum. In diesem Abschnitt wird auch das Leben in diesem Ort sehr gut geschildert, man geht sozusagen mit Alex von Tür zu Tür.
Doch Alex hat jetzt die große 60 vor sich und er hat Angst, Angst vor dem Alter und das ist hier auch das große Thema in dem Buch, mit dem sehr humorvoll, leicht und viel Verständnis umgegangen wird.
Ich liebe dieses Buch sehr, erkenne mich in vielem wieder, kann in alte Zeiten abtauchen, kann die Entwicklung von Alex und seine Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Großartig gemacht. Hier müssen die Menschen nicht perfekt sein, jeder hat seine Ecken und Kanten, ist einzigartig und manchmal auch liebenswert. Leider trifft das auf die Frau von Alex nicht zu, sie bleibt fremd, sie fühlt sich für mich irgendwie fern und unerreichbar an.
Das Buch kann ich echt jedem empfehlen, es handelt einfach vom Leben und vom altern und das mit viel Humor, Mut und Erkenntnis, sehr gute Unterhaltung.

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