Den Hype nicht wert
Girl on the TrainJeden Morgen fährt Rachel mit dem Zug zur Arbeit in die Stadt. Die bekannte Strecke hat sich inzwischen bei ihr eingeprägt. Sie beobachtet Gärten, Menschen und ein Haus hat es ihr ganz besonders angetan: ...
Jeden Morgen fährt Rachel mit dem Zug zur Arbeit in die Stadt. Die bekannte Strecke hat sich inzwischen bei ihr eingeprägt. Sie beobachtet Gärten, Menschen und ein Haus hat es ihr ganz besonders angetan: In diesem lebt ein junges Paar, das Rachel kurzerhand Jess und Jason tauft. In ihren Augen führen die beiden ein perfektes Leben. Ein Leben, wie es sich Rachel schon immer gewünscht hat. Doch eines Tages beobachtet Rachel etwas Furchtbares …
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven und auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, was ich eigentlich total gern mag, weil man so einen umfassenderen Einblick bekommt. Hier jedoch waren die Abschnitte und Perspektivwechsel zu wahllos gewählt, was meinen Lesefluss ungemein bremste. Und das, obwohl der Schreibstil an sich eigentlich recht flüssig zu lesen ist und wirklich gut verdaubar gewesen ist. Jedoch zog sich die Handlung an so vielen Stellen hin, dass jegliche vermeintlich aufkommende Spannung im Keim erstickt wurde. Durch etliche Nichtigkeiten wurde die ein wenig aufkommende Spannung direkt eingedämmt und ließ auch keine Chance mehr auf ein neues Aufflammen zu.
Auch die Charaktere haben es für mich hier nicht gerade leicht gemacht, die Geschichte zu mögen. Ich konnte und wollte zu niemandem eine besondere Bindung aufbauen, was es mir immer schwer macht, am Ball zu bleiben oder Interesse aufkommen zu lassen. Sie waren allesamt unsympathisch beziehungsweise teilweise auch einfach nicht greifbar. Schade, denn das hätte der Geschichte auf jeden Fall gut getan.
Für mich handelt es sich hier auf keinen Fall um einen Thriller. Allerhöchstens einen Roman, der hin und wieder Spannung vermuten lassen soll, diese aber nicht wirklich entfalten lassen möchte.
Der Hype war für mich leider absolut nicht nachvollziehbar, weswegen ich das Buch einfach nur verdrängen möchte.