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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2021

Kampf ums Überleben

No Exit
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Eigentlich möchtest du auf schnellstem Wege nach Hause fahren, weil deine Mutter Bauchspeicheldrüsenkrebs hat und du dir nicht sicher bist, ob sie die Operation übersteht. Auch wenn ihr kein gutes Verhältnis ...

Eigentlich möchtest du auf schnellstem Wege nach Hause fahren, weil deine Mutter Bauchspeicheldrüsenkrebs hat und du dir nicht sicher bist, ob sie die Operation übersteht. Auch wenn ihr kein gutes Verhältnis hattet, liegen deine Nerven blank, als der Schneesturm auf einmal dichter wird und es dir unmöglich ist, weiterzufahren. Du hältst an einer Raststätte und wartest mit vier Fremden darauf, dass in den nächsten Stunden ein Schneepflug kommt und euch den Weg für die Weiterfahrt freischaufelt. Zu allem Übel befindet ihr euch in einem Funkloch. Auf der Suche nach Empfang, siehst du ein kleines Mädchen – eingesperrt in einem parkenden Transporter. Wer ist das Mädchen und viel wichtiger: Wer der vier Fremden ist ihr Entführer?

Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonistin Darby Thorne erzählt. Dadurch wird einem ihr Charakter, ihre Emotionen und ihr emotionaler Zwiespalt in Bezug auf die Beziehung zu ihrer Mutter näher gebracht.
Ich kann nicht erklären warum, aber obwohl ich die Chance gehabt hätte, blieb mir Darbys Charakter fern. Ich konnte keine emotionale Bindung zu ihr aufbauen, obwohl ich einige tiefe Einblicke in ihr Gefühlsleben bekommen habe. Sie ist eine wahre Kämpfernatur und unglaublich mutig. Vielleicht ist aber auch genau das der Grund, warum ich sie auf Distanz hielt. Ich konnte mich nicht in sie hineinversetzten, weil sie oft zwar sehr mutige, aber wenig nachvollziehbare Dinge tat.

Die übrigen Charaktere werden nicht weiter ausgeführt, jedoch ist das in diesem Kontext auch nicht nötig. Es wird so viel über sie Preis gegeben, wie es braucht, um ihren Sinn in der Geschichte nachvollziehen zu können.

Da schnell deutlich wird, wer der Täter ist, stößt die/der Leser*in nur zu Beginn der Geschichte auf einige überraschende Wendungen.
Der nachfolgende Kampf ums Überleben ist zwar sehr gut beschrieben und in einem Film, wär ich auch sicherlich zwei Stunden lang mitgerissen gewesen, aber in einem Buch zog es sich doch ein wenig zu sehr hin.

Der Schreibstil an sich ist sehr aufregend geschrieben und hält sich nicht mit unnötigen Füllwörtern auf.

Ein vermeintlich rasanter Thriller, zu dem ich leider keine wirkliche Bindung aufbauen konnte, da er für mich ein wenig zähflüssig voranging.

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Veröffentlicht am 02.09.2021

Verwirrende Zeitzuordnung

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?
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Corinne verschwindet eines Abends spurlos. 10 Jahre später wird erneut eine junge Frau vermisst. Die Parallelen sind unübersehbar, da sie beide im Wald eines kleinen, verschlafenen Örtchens zuletzt gesehen ...

Corinne verschwindet eines Abends spurlos. 10 Jahre später wird erneut eine junge Frau vermisst. Die Parallelen sind unübersehbar, da sie beide im Wald eines kleinen, verschlafenen Örtchens zuletzt gesehen wurden.

Die Geschichte wird aus Nicolettes Sicht erzählt, jedoch auf verschiedenen Zeitebenen. Neu war, dass die Geschichte von hinten erzählt wurde und von Seite zu Seite näher an den Tag des Verschwindens der jungen Frau rückte.
Leider machte es diese Erzählweise für mich teilweise so undurchsichtig, dass ich erst viele Seiten später bemerkte, was ich da eigentlich vor einer Stunde gelesen hatte. Die Puzzleteile waren alle da, jedoch für mich kaum zusammensetzbar.

Die Charaktere wirkten alle ziemlich distanziert, sodass es mir nicht möglich war, zu einem von ihnen eine nähere Bindung aufzubauen. Jeder trug so viele Geheimnisse mit sich, die den Charakter nicht einfach nur geheimnisvoll, sondern unnahbar machten. Auch Nicolette blieb dadurch sehr blass und war nicht zu greifen. Einzig zu Nicolettes und Daniels Vater konnte ich Sympathie aufbauen, da er durch seine Demenz Emotionen in mir auslöste. Schade.

Der Schreibstil an sich sehr flüssig und leicht verständlich, sodass man sich voll und ganz auf das Geschriebene konzentrieren kann. Leider waren die zeitlichen Zuordnungen auch dadurch nicht auffangbar.

Die Spannung war nur minimal zu spüren und baute sich lediglich in den letzten 20–30 Seiten auf. Daher würde ich hier nicht von einem Thriller, sondern von einem Roman mit ein paar wenigen Spannungsmomenten sprechen.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Atmosphärischer Thriller

Verschließ jede Tür
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Kaum zu glauben, aber die fast mittellose Jules, die gerade gekündigt wurde und sich von ihrem fremdgehenden Freund trennte, hat einen Wahnsinnsjob in Aussicht. Sie soll in einem Luxusgebäude wohnen und ...

Kaum zu glauben, aber die fast mittellose Jules, die gerade gekündigt wurde und sich von ihrem fremdgehenden Freund trennte, hat einen Wahnsinnsjob in Aussicht. Sie soll in einem Luxusgebäude wohnen und bekommt dafür eine horrende Summe. Fast geschenkt, denkt sich auch Jules. Doch was sich für ihre Freundin von Anfang an nach einem zwielichtigen Abkommen anhört, soll sich bewahrheiten.

Die Geschichte wird aus Jules Sicht geschrieben. Ich konnte sofort eine Bindung zu ihr aufbauen, da ihr Charakter sehr rund und empathisch geschrieben ist. Eine mittellose, junge Frau, die ihr Glück kaum fassen kann.
Die restlichen Charaktere bleiben ziemlich flach, was der Geschichte aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Jeder der eingeführten Charaktere scheint seine feste Daseinsberechtigung in diesem schrägen Komplott zu haben und seinen Beitrag zu leisten.

Der Schreibstil hat mir unwahrscheinlich gut gefallen. Er ist unaufgeregt und dennoch schwingt zwischen jeder Zeile eine nicht zu fassende Bedrohung mit, die mir durchweg ein unbehagliches Gefühl vermittelte.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da mich die Geschichte so sehr in ihren Bann zog. Ständige neue Erkenntnisse, ließen es mir eiskalt den Rücken herunterlaufen.
Und auch wenn nicht viel passierte, die offensichtliche Spannung hin und wieder auf der Strecke blieb, so war ich dennoch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.
Das, für mich, nicht hervorsehbare Ende setzte die Kirsche on top und beeindruckte mich auch nach Beenden des Buches eine Weile.

Alles in allem ein sehr atmosphärischer und düsterer Psychothriller, der meine Lust auf die restlichen Bücher von Riley Sager weckte.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Solider Thriller

Die stumme Patientin
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Die berühmte Malerin Alicia hat ihren geliebten Mann brutal ermordet. Mit fünf Schüssen hat sie ihm direkt ins Gesicht geschossen, sich selber hat sie versucht, die Pulsadern aufzuschneiden und ihrem Leben ...

Die berühmte Malerin Alicia hat ihren geliebten Mann brutal ermordet. Mit fünf Schüssen hat sie ihm direkt ins Gesicht geschossen, sich selber hat sie versucht, die Pulsadern aufzuschneiden und ihrem Leben so ein Ende zu bereiten. Doch sie wird gefunden, behandelt und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Seit dem Mord hat sie kein einziges Wort mehr gesprochen. Angezogen von diesem faszinierenden Fall, macht es sich Theo Faber zur Aufgabe, hinter die Fassade von Alicia zu blicken und sie so zum Reden zu bringen.

Die Geschichte wird größtenteils aus der Perspektive von Theo Faber erzählt, einem 42jährigen Psychotherapeuten. Die übrigen Seiten werden durch Tagebucheinträge von Alicia gefüllt, die so das Puzzle nach und nach zusammensetzen.

Theo Faber wird als Protagonist sehr rund beschrieben. Die/der Leserin wird nach und nach in seine Geschichte eingeführt, weswegen man eine vermeintlich schnelle Bindung zu ihm aufbauen kann. Leider schwang von Anfang an etwas mit, das ich nicht benennen kann, weswegen mir Theo nie wirklich sympathisch wurde. Seine Versessen- und fast schon Besessenheit ließen mich stetig auf Abstand zu ihm bleiben.
Auch Alicias Charakter wird durch ihre Tagebucheinträge unterfüttert. Ein krasser Gegensatz zu der nun verstummten Patientin. Nach und nach wird der/dem Leser
in so die Chance gegeben, Alicias Handeln näher zu bringen.

Das Ende war für mich nicht hervorsehbar und deswegen relativ spannend. Jedoch wirkte es auch in Teilen konstruiert, was mich nicht ganz überzeugt zurücklässt.

Den Schreibstil empfand ich anfangs als sehr ungewöhnlich und teilweise befremdlich, weil der Protagonist sich direkt an die/den Leser*in wendet. Jedoch hat mich die Geschichte selbst so schnell in ihren Bann gezogen, dass ich mich an den Stil des Autors gewöhnte.

Alles in allem ein kurzweiliger Thriller, der hin und wieder seine Durststrecken hatte, einen aber aufgrund der Geschichte am Ball bleiben ließ.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Kein Thriller, dafür eine fesselnde Geschichte

Wie tief ist deine Schuld
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Die vier Freundinnen waren einst wie Pech und Schwefel – kaum zu trennen. Doch wie bei den meisten Freundschaften, lebten auch sie sich mit der Zeit auseinander. Bis eines Tages eine von ihnen eine Nachricht ...

Die vier Freundinnen waren einst wie Pech und Schwefel – kaum zu trennen. Doch wie bei den meisten Freundschaften, lebten auch sie sich mit der Zeit auseinander. Bis eines Tages eine von ihnen eine Nachricht an die anderen drei schickt. „Ich brauche euch.“ Sofort lassen die Freundinnen alles stehen und liegen, um eine Reise in die Vergangenheit zu machen. Wurde ihr dunkles Geheimnis etwa gelüftet?

Die Geschichte wird aus der Sicht von Isa geschrieben. Dabei springt die Geschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart, um den Leser ausreichend abzuholen und Hintergründe offen zu legen.

Die Charaktere sind sehr transparent und in meinen Augen rund gestaltet, sodass ich sofort eine Beziehung zu allen vieren aufbauen konnte. Es fühlte sich an, als wär ich eine von ihnen, größtenteils eingeweiht in ihre Geheimnisse und vergangenen Erlebnisse.

Der Schreibtstil hat mir wirklich gut gefallen. Wie bereits von Ruth Ware bekannt, liest sich auch diese Geschichte spannend und fesselnd, obwohl die Handlung nicht unbedingt thrillerlike ist. Die Spannung fehlte leider an vielen Stellen, dennoch war ich gern an der Seite der Freundinnen und hatte ein paar schöne Lesestunden.

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