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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2020

Georgia Reihe trifft auf Grant County Reihe // Gegenwart trifft auf Vergangenhei

Die verstummte Frau
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Karin Slaughter nimmt den Leser in ihrem neuen Werk mit in die Vergangenheit. Durch einen aktuellen Fall werden Will Trent und Faith Mitchell auf ein Verbrechen von vor 8 Jahren hingewiesen. Es handelt ...

Karin Slaughter nimmt den Leser in ihrem neuen Werk mit in die Vergangenheit. Durch einen aktuellen Fall werden Will Trent und Faith Mitchell auf ein Verbrechen von vor 8 Jahren hingewiesen. Es handelt sich um die Vergewaltigung einer Frau, welche zum Sterben im Wald zurückgelassen wurde. Sara Linton war bei diesem Fall damals dabei und ihr Ehemann Chief Tolliver hat ermittelt. Lief damals alles korrekt? Ist wirklich der richtige für dieses Verbrechen im Gefängnis? Wurde bei den Ermittlungen etwas unterschlagen oder übersehen? Gibt es noch mehr solcher Verbrechen, wird ein Serienmörder gesucht?

Wie von der Autorin gewohnt, ist der Schreibstil flüssig und fesselnd zu lesen. Die Sprünge zwischen den Erzählzeiten und Perspektiven gelingt ihr toll. Ebenso die Darstellung neben den Ermittlungen auch noch das Privatleben von Will und Sara so detailliert und sinnvoll einfließen zu lassen.
Da es sich nach wie vor um einen Thriller handelt, ist auch dieser hier gespickt mit sehr genauen Beschreibungen von Autopsien und Verbrechen. Somit nichts für schwache Nerven, aber wer Fan von Frau Slaughters Werken ist, weiß worauf er sich einlässt.
Die Geschichte ist in sie geschlossen und lässt sich unabhängig von den anderen Büchern lesen. Für mich war es eine gelungene Fortsetzung der Reihe und eine Freude Chief Tolliver wieder zu begegnen.

Klare Leseempfehlungen für jeden Thriller-Fan. Ich freue mich auf weitere Werke der Autorin.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.08.2020

Für eine Nacht oder doch für länger?

Für eine Nacht sind wir unendlich
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Glastonbury in England... Ein riesiges Festival und mitten drin, Liv und Jonah. Beide kennen sich nicht und sind aus unterschiedlichen Gründen auf dem Festival. So unterschiedlich die Gründe, so unterschiedlich ...

Glastonbury in England... Ein riesiges Festival und mitten drin, Liv und Jonah. Beide kennen sich nicht und sind aus unterschiedlichen Gründen auf dem Festival. So unterschiedlich die Gründe, so unterschiedlich sind die beiden Protagonisten. Jonah der Frauenschwarm und Liv die ewig Zweifelnde. Aber der Schein trügt hier. Sie begegnen sich zufällig und verbringen eine Nacht zusammen. Beide spüren etwas aber können nicht wirklich greifen, was das zwischen ihnen ist. Aber wie vereinbart, ist es nur für eine Nacht oder nicht??

Erzählt wird abwechselnd aus beiden Perspektiven. Dies fand ich sehr angenehm, da man so erfährt, wie es beiden geht. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen. Außerdem haben mir die Anspielungen gefallen unter anderem auf Harry Potter und Panem. Die Beschreibungen vom Festival fand ich passend. Ich war schon auf einigen, aber dieses hier ist riesig. Die Künstlerauswahl ist Geschmackssache und sehr weit gefächert für ein Festival. Aber dies ist wohl der künstlerischen Freiheit der Autorin geschuldet.

Es werden viele Themen angesprochen, welche bei der Zielgruppe vorkommen. Für ein Jugendbuch hat es eine gute Mischung aus Spaß und Ernst. Wichtige Themen werden ebenso angesprochen, wie lustige. Wenn man nach dem Lesen die einzelnen Szenen und Gespräche reflektiert, fällt einem erst wirklich auf, was dort alles vorkommt. Oberflächlich betrachtet ist es eine Nacht, welche Spaß macht und alles bietet, was man sich in dem Alter wünscht. Aber tiefgründiger wird es erst danach. Der Leser sollte sich die Zeit nehmen und Szene nachträglich überdenken. Mir fällt sofort die Szene mit dem Betrunkenen ein, wo keiner wirklich einschreitet. Dies ist nicht erfunden, dies gibt es wirklich. Zivilcourage muss auch auf einem Festival vorhanden sein!

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Lea Coplin ist hier ein Spagat gelungen, welcher nicht leicht ist. Das Cover überzeugt mich leider gar nicht, da hätte ich mir etwas anderes gewünscht. Aber der Titel passt dafür super.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2020

Eine Biografie in Briefform

City of Girls
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Der Hauptcharakter Vivian Morris erzählt von ihrem Leben ab dem 19. Lebensjahr. Es ist Anfang der 40iger Jahre und sie kommt nach New York. Am College hat sie versagt und ihre Eltern schicken sie jetzt ...

Der Hauptcharakter Vivian Morris erzählt von ihrem Leben ab dem 19. Lebensjahr. Es ist Anfang der 40iger Jahre und sie kommt nach New York. Am College hat sie versagt und ihre Eltern schicken sie jetzt zu Tante Pegg. Diese führt ein kleines Theater das Lily Playhouse. Die Welt des Theaters und New York ist eine ganz andere, als alles was Vivian bisher kannte. Sie ist aufregend, schillernd und glänzend. Vivi´s größtes Talent ist das Nähen und so hilft sie im Theater mit den Kostümen. Bis sie eines Tages einen großen Fehler begeht und die Stadt verlässt.

Die Autorin Elizabeth Gilbert schildert in der ersten Hälfte der Geschichte sehr detailliert was Vivi alles erlebt. Dies sind hauptsächlich Party´s, Alkoholexzesse und Männergeschichten. Nachdem New York der Rücken gekehrt wurde, wird die Erzählweise eine andere und der Erzählzeitraum wird größer. Schade das ein bzw. zwei Lebensjahre so viel Erzählzeit einnehmen, wie die restlichen 40/50 Jahre der Hauptperson. Grade nach der Rückkehr nach New York und dem Ende des Krieges hätte ich mir ebenfalls mehr Details gewünscht. Leider wird vieles übersprungen und liebgewonnene Nebencharaktere treten nur noch begrenzt auf. Positiv muss hier erwähnt werden, dass zumindest bei fast allen Charakteren ein Abschluss gefunden wurde, so muss man nicht nachgrübeln, was aus ihnen geworden ist.

Während der ganzen Geschichte ist es mir nicht gelungen, die Hauptperson zu mögen. Vivian ist verwöhnt, oberflächlich und naiv. Sie musste nie wirkliche Konsequenzen für ihr Leben tragen, es gab immer ein Sicherheitsnetz. Außerdem war ihr Leben absolut fremdbestimmt, was sie überhaupt nicht stört. Sie selbst ist mit sich im Reinen.

Deshalb schreibt Vivian wohl auch einen Brief an eine ihr fast vollkommen fremde Frau. Der Zuhörer/Leser muss bis fast zum Ende warten um zu erfahren, wer die Empfängerin überhaupt ist. Die Auflösung ist dann aber nicht weiter interessant.

Cathlen Gawlich, die Sprecherin des Hörbuchs, macht ihre Sache sehr gut. Ich habe ihr gerne zugehört.

Das Cover, der Titel und der Klappentext der Story haben mich etwas anderes erwarten lassen, aber alles in allem eine Geschichte, welche man lesen/hören kann. Nur sollte man nicht erwarten, dass einem danach viel davon im Gedächtnis bleibt oder man etwas daraus mitnehmen kann.

Außer vielleicht der unglaubliche Patriotismus der Amerikaner…

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2020

Eine Europareise die alles verändert

Liebe findet uns
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Heather und zwei ihrer besten Freundinnen wollen nach dem Uni-Abschluss noch einmal etwas erleben, bevor sie sich in die Arbeitswelt stürzen.
Die drei könnten unterschiedlicher nicht sein, aber grade Heather ...

Heather und zwei ihrer besten Freundinnen wollen nach dem Uni-Abschluss noch einmal etwas erleben, bevor sie sich in die Arbeitswelt stürzen.
Die drei könnten unterschiedlicher nicht sein, aber grade Heather ist immer die zuverlässige und grade von ihnen gewesen. Ihr Lebensweg ist vorgezeigt und alles verlief bisher in normalen Bahnen. Schule und Studium lief super. Ihr Privatleben war mehr so durchschnitt, wirklich verliebt war sie noch nie. Bis Jack auftaucht… Aber kann daraus wirklich mehr werden und verheimlicht er etwas vor ihr?

Dem Autor gelingt es mich als Leser mit auf eine wunderbare Reise zunehmen. Europa einmal mit anderen Augen zu sehen. Die Reisenden besuchen nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern besichtigen auch fernab der Touripfade. Die dadurch entstandenen Bilder und Erlebnisse sind sehr gut beschrieben und lassen einen beim Lesen mit an diesem Ort sein.
Der Schreibstil ist leicht und lässt sich zügig lesen. Auch ist die Story an sich nicht neu und relativ schnell wird dem aufmerksamen Leser klar, was wohl Jack´s Geheimnis ist. Aber bis zum Ende möchte man es nicht wahrhaben und wartet einfach auf das Happy End! Aber gibt es dieses überhaupt? Gewinnt die Liebe?
Eine sehr berührende Liebesgeschichte mit einem passenden Titel und einem wundervollen Cover. Diese Geschichte kann ich nur jedem ans Herz legen, der mal wieder in einem Buch versinken möchte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2020

Familiengeschichte vor der traumhaften Kulisse von Hawaii

Die Insel der vergessenen Träume
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Der Leser begleitet in diesem Roman zwei Frauen einer Familie, welche in unterschiedlichen Epochen leben.
Clara 1890/91 und Leonie in der heutigen Zeit. Die beiden Charaktere wirken auf den ersten Blick ...

Der Leser begleitet in diesem Roman zwei Frauen einer Familie, welche in unterschiedlichen Epochen leben.
Clara 1890/91 und Leonie in der heutigen Zeit. Die beiden Charaktere wirken auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, was sicherlich auch an den Lebensumständen liegt. Clara ist "nur" eine Frau und für die Zeit Ende des 19.Jahrhunderts viel zu wenig Dame oder Lady. Aber sie erhält die Chance auf ein Leben auf Hawaii und nimmt diese Chance wahr, aber war es die richtige Entscheidung?
Leonie hingegen kann alles werden, was sie möchte, aber findet ihren Platz in der Welt nicht. Auf der Suche nach diesem Platz nimmt sie einen Job auf Hawaii an.
Schon nach kurzer Zeit des Lesens mag man einfach beide Charaktere und hofft auf das Gute.

Man reist mit beiden nach Hawaii und diese Inselgruppe hat wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Die Beschreibungen der Natur und Naturschauspiele sind großartig und schon beim Lesen hatte ich Lust dort hinzureisen. Ebenso spielt die Geschichte und Kolonialisierung Hawaii´s eine wichtige Rolle. Für mich ein sehr spannender Aspekt des Buches und gut recherchiert. Mit den Fehlern von früher, haben die Ureinwohner heute noch zu kämpfen um ihre Kultur zu schützen. Grade der "Aloha Spirit" wurde öfter erwähnt und für mich verständlich dargestellt.

Das Cover ist farbenprächtig und eindrucksvoll, dass es gut zum Hauptspielort der Geschichte passt. Der Titel lässt auf etwas Spannendes schließen.
Positiv fand ich das Personenregister zum Beginn des Buches. So kam man auch bei vielen Namen nicht durcheinander.
Ebenso ist es den Autorinnen gelungen genau abzugrenzen, wann man in welcher Epoche ist. Der Schreibstil war leicht zu lesen und lies eine hohe Lesegeschwindigkeit zu.

Empfehlen kann ich dieses Buch nur jedem, welcher gern einen Roman vor wundervoller Kulisse lesen möchte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere