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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

unterhaltsame schöne Sommerlektüre

Glück ist, wenn man trotzdem liebt
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Isabelle ist mit ihren 27 Jahren schon sehr eingefahren im Leben. Alles muss Routine sein und Veränderungen machen ihr Angst. Da wird schon die Neueröffnung eines Restaurants zu einem Riesenereignis. Mal ...

Isabelle ist mit ihren 27 Jahren schon sehr eingefahren im Leben. Alles muss Routine sein und Veränderungen machen ihr Angst. Da wird schon die Neueröffnung eines Restaurants zu einem Riesenereignis. Mal von dieser doch sehr fragwüdigen Charakterschwäche abgesehen, ist Isa ein toller Mensch. Als Hauptcharakter dieser Geschichte passt sie super. Ihr Job in einem Blumengeschäft gefällt ihr und sie hat tolle Freunde. Nur der Mann fürs Leben fehlt ihr noch. Wie kann man den perfekten Mann finden??? Da ist sich Isa noch nicht ganz sicher, aber sie hat sehr klare Vorstellungen von ihrem Traumpartner.
Aber das Leben ist nicht so leicht und setzt einem das perfekte Gegenstück gleich vor die Tür oder??

Die Geschichte hat mir gut gefallen und war sehr unterhaltsam. Der Autorin ist es durch ihren leichten und lockeren Schreibstil gelungen mir Isa´s Welt ein wenig näher zu bringen. Hamburg als Handlungsschauplatz war sehr überzeugend dargestellt. Grade die urige Kneipe auf dem Kiez kann ich mir genau so vorstellen und ebenso die Wirtin.
Absoluter Pluspunkt ist der Humor dieses Buches. Die verbalen Schlagabtäusche zwischen Isabelle und Jens sind toll. Auf Szenen der Beiden habe ich mich gefreut. Ebenso passend zur Stadt und Story passt Knut, die gute Seele mit dem Rockeraussehen.
Außerdem erklärt er den Titel des Buches so schön.
"... Und zum anderen heißt Liebe doch nich, dass alles immer nur ganz toll, perfekt und harmonisch is, die Zukunft nach Rosen duftet und der Himmel voller Geigen hängt. In Wahrheit isses doch so: Glück is, wenn man trotzem liebt!"
Knut´s Sprüche sind sehr passend und schön das seine Hamburger Schnautze genau umgesetzt wurde und man beim Lesen irgendwie hört, wie er spricht.

Wer noch ein schönes Sommerbuch für seine Tage am Strand sucht, kann mit diesem hier nichts falsch machen. Es ist unterhaltsam mit liebenswerten Charakteren und einem unfassbaren Humor. Nur zu empfehlen.

Veröffentlicht am 18.05.2017

Gelungener Thriller aus deutscher Feder

Der Näher
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Rainer Löffler liefert mit „Der Näher“ den dritten Fall um Fallanalytiker Marin Abel. Für mich war es der erste Fall mit dem Ermittler. Aber um es schon einmal vorweg zu nehmen, es war nicht der letzte, ...

Rainer Löffler liefert mit „Der Näher“ den dritten Fall um Fallanalytiker Marin Abel. Für mich war es der erste Fall mit dem Ermittler. Aber um es schon einmal vorweg zu nehmen, es war nicht der letzte, wo ich Herrn Abels Ermittlungen begleiten werden.

Zum Inhalt des Buches. Martin Abel wird nach Gummersbach geschickt, da es dort zwei Fälle von verschwundenen Frauen zu untersuchen gibt. Diese sind wohl längst kalt, aber nach dem letzten Einsatz vom Analytiker soll er es ruhiger angehen lassen. Dies passt ihm gar nicht und seinen Unmut tut er sehr deutlich kund. Aber er begibt sich auf die Reise und auf die Suche nach den Frauen. Was er dann in Gummersbach und Umgebung findet und aufdeckt, sprengt jede Vorstellung. Mit Hilfe des örtlichen Polizeireviers wird ein Vier-Mann Team um Abel gebildet. Neben Doris Strange und Voß ist auch der Leiter Thomas Borchert Mitglied. Während sich Doris Strange durch ihre Art und Weise sowie ihr Auftreten zur absolute Sympathieträgerin entwickelt, ist dies bei Borchert und Abel nicht der Fall. Borchert ist absolut verbohrt und wirkt einfach nur arrogant, sowie unfähig in seiner Position. Abel bleibt, obwohl er der Hauptermittler und Hauptcharakter der Geschichte ist, für mich sehr farblos. Mag er noch so fähig in seinem Job sein, so hat er mit zwischenmenschlichen Beziehungen seine Probleme.

Die Geschichte dreht sich um ein Thema, welches mir vorher nicht bekannt war. Aber durch die gute Recherchearbeit des Autors und einigen Erklärungen im Buch versteht man es. Dies war für mich in diesem Thriller sehr wichtig. Einfach nur gruselige, erschreckende, blutige und unmenschliche Fakten kann jeder erzählen, aber hier wird alles geklärt und erklärt.
Der sehr gelungene Thriller bietet alles was ein Buch dieses Genre benötigt. Beim Lesen wurde ich mehr und mehr in den Bann der Geschichte gezogen. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven wurde die Spannung aufrechterhalten. Verschiedene falsche Fährten wurden auf der Suche nach dem Mörder gelegt und doch war ich beim Abschluss und der Aufdeckung des Täters überrascht.
Dies gelingt nicht jedem Autor, aber Herr Löffler hat es geschafft.

Für dieses Buch kann ich nur eine Leseempfehlung aussprechen, aber jedem sollte klar sein, dass diese Geschichte nichts für schwache Nerven ist. Es ist blutig, grausam und hat einen hohen Ekelfaktor. Jeden denn das nicht stört, wird begeistert sein.

Veröffentlicht am 18.08.2017

Eine lange Suche

Nulllinie
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Der Franzose Oscar Malraux ist der Hauptcharakter dieses packenden Thrillers. Sein Bruder Alain ist auf einer Reise in Osteuropa verschwunden. Warum hat Alain sich nicht mehr gemeldet und wo steckt er? ...

Der Franzose Oscar Malraux ist der Hauptcharakter dieses packenden Thrillers. Sein Bruder Alain ist auf einer Reise in Osteuropa verschwunden. Warum hat Alain sich nicht mehr gemeldet und wo steckt er? Kurz entschlossen macht sich Oscar auf den Weg und will seinen Bruder finden. Die jahrelange Erfahrung als Legionär kommt Oscar bei seiner Reise zu Gute.

Der Schreibstil ist wie erwartet flüssig und lässt sich zügig lesen. Kaum eine Pause zum Luft holen, bleibt dem Protagonisten, sowie dem Leser. Wie in einem Rausch rast man durch die Geschichte und möchte einfach nur wissen wie es weitergeht. Es wird sich zum Glück nicht viel mit Nebensächlichkeiten oder Kleinigkeiten aufgehalten. Die Reise und Suche scheint endlos und das Ende kam für mich fast überraschend. Grade durch das Ende werden viele Fragen aufgeworfen und wie auch im restlichen Buch gibt es einige moralisch fragwürdige Entscheidungen von Oscar über welche man als Leser einmal nachdenken sollte. Hätte ich ebenfalls so gehandelt? War das richtig so oder hätte er anders reagieren müssen? War das jetzt wirklich nötig? Aber Moral ist so eine Sache für sich und jeder muss diese mit sich selbst ausmachen.

Der Titel sowie das Cover passen super zur Story. Man muss als Leser aber erst bis zum Ende der Geschichte kommen um diesen Zusammenhang zu verstehen.

Für mich war „Nulllinie“ nach „Mercenary“ der zweite Thriller aus der Feder von Felix A. Münter und ich wurde nicht enttäuscht. Wieder ein sehr gelungener Thriller, welchen ich nur jedem Fan empfehlen kann.

Veröffentlicht am 18.08.2017

Anders und hörenswert

Was man von hier aus sehen kann
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Ein kleines Dorf im Westerwald bildet den Mittelpunkt dieser Geschichte. Hier lebt neben Selma auch deren Enkelin Luise aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird.
Der Hörer begleitet Luise von klein ...

Ein kleines Dorf im Westerwald bildet den Mittelpunkt dieser Geschichte. Hier lebt neben Selma auch deren Enkelin Luise aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird.
Der Hörer begleitet Luise von klein auf an. Nach und nach lernt man weitere Dorfbewohner kennen und jeder für sich ist speziell oder besonders. Aber die meisten sind zufrieden. Außer wenn Selma von einem Okapi träumt, dann stirbt nämlich einer von ihnen. 24 Stunden befindet sich das Dorf in einem Ausnahmezustand und alle überlegen, was sie noch zu tun haben oder mit wem sie noch reden wollen oder müssen.
Aber dann trifft es jemanden, wo man es nicht erwartet hat. Was macht das mit den Bewohnern? Wie verändert sie das Ereignis?

Mit viel Herz und einer unglaublichen Nähe zu den Charakteren wird diese Geschichte erzählt. Während des Hörens habe ich mich fast wie ein Dorfbesucher gefühlt, welcher die Leute wirklich kennen gelernt hat.

Sandra Hüller als Sprecherin war mir vorher nicht bekannt, aber sie hat diesem Buch so viel Leben eingehaucht und die richtigen Stimmlagen für die Situationen gefunden. Es macht Spaß ihr beim Lesen zuzuhören.

Mariana Leky ist ein wunderbares Buch gelungen, welches keinen deutlichen roten Faden hat aber dafür einen tollen Schreibstil. Auch nachdem Ende des Buches ist es nicht einfach vorbei. Ein wenig von dem Gehörten bleibt und man denkt mit einem lachenden und einem weinenden Auge an die Geschichte zurück.

Veröffentlicht am 03.08.2017

Der Job als „Söldner“

Mercenary
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Carter, dies ist nicht sein richtiger Name, nimmt den Leser mit zu einem seiner Aufträge. Es geht nach New York, wo ein wohlhabender alter Mann einen Auftrag für ihn hat. Bei einem Bankraub wurde etwas ...

Carter, dies ist nicht sein richtiger Name, nimmt den Leser mit zu einem seiner Aufträge. Es geht nach New York, wo ein wohlhabender alter Mann einen Auftrag für ihn hat. Bei einem Bankraub wurde etwas gestohlen etwas wichtiges für den Mandanten. Carter ist egal um was es sich handelt, Hauptsache er wird bezahlt. Als Söldner kann man nicht wählerisch sein oder etwa doch?

Der hier geschaffene Einblick in die Welt und den Job des Söldners ist dem Autor Felix A. Münter sehr gut gelungen. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Carter, dieser wird dem Leser nicht näher beschrieben als unbedingt nötig. Es gibt keine emotionale Nähe zum Charakter, wie man das aus anderen Büchern gewohnt ist. Hier wird in klarer, sauberer und gefühlsloser Schreibweise erzählt. Sehr passend zu der Geschichte und dem Beruf von Carter.

Die Länge der Geschichte erschien mir zu Beginn sehr kurz mit knapp 200 Seiten, aber mehr braucht dieser Thriller gar nicht. Die Spannung baut sich schnell auf und hält sich über das Buch. Vermutlich hätten mehr Seiten eher dazu beigetragen, dass es zeitweise langatmig wird.

Für diesen gelungenen Thriller kann ich ruhigen Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen.