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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2026

Solide Fortsetzung mit nordischem Charme

Hering, Strandluft, Mordgeflüster - Anni Gade und die Fördemorde
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Nachdem mich Band 1 und Band 3 der Reihe rund um Anni Gade absolut begeistern konnten, war ich sehr gespannt auf den zweiten Teil – und auch dieser konnte mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn er für ...

Nachdem mich Band 1 und Band 3 der Reihe rund um Anni Gade absolut begeistern konnten, war ich sehr gespannt auf den zweiten Teil – und auch dieser konnte mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn er für mich nicht ganz an die anderen heranreicht.
Schon das Cover hat mir wieder gut gefallen: nordisches Flair, Strandkulisse und natürlich Annies Erpel Hugo – stimmungsvoll und passend zur Reihe. Allerdings konnte ich den Bezug zum Titel und auch zu einigen Bildelementen, wie dem Spaten, nicht ganz nachvollziehen, da diese in der Geschichte eher eine untergeordnete Rolle spielen.
Der Einstieg gelingt angenehm leicht. Der Schreibstil ist – wie gewohnt – flüssig, locker und sehr gut lesbar, sodass ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Diesmal begleitet man Anni bei ihrem Praktikum beim Radio im alten Leuchtturm von Flensburg, was eine schöne, atmosphärische Kulisse bietet und frischen Wind in die Reihe bringt.
Die Handlung nimmt Fahrt auf, als der Journalist Timo bei einem vermeintlichen Treppensturz ums Leben kommt – doch schnell wird klar, dass es sich um Mord handelt. Und damit ist auch Anni wieder ganz in ihrem Element: neugierig, engagiert und mit ihrer ganz eigenen Art, sich in die Ermittlungen einzumischen – nicht immer zur Freude der beiden Polizisten Jan Christiansen und Hannes Boysen.
Wie schon in den anderen Bänden gelingt es ihr auch hier, wichtige Hinweise zu liefern und die Polizei auf die richtige Spur zu bringen. Die Ermittlungen sind spannend aufgebaut, logisch und schlüssig, sodass ich durchgehend mitgefiebert habe und das Buch kaum aus der Hand legen wollte.
Ein kleiner Kritikpunkt für mich waren diesmal die Nebenfiguren. Während Anni wieder sehr lebendig und authentisch wirkt, bleiben andere Charaktere – wie ihre Eltern, ihre frühere Vermieterin oder auch Freunde wie Nele – etwas blasser als in den anderen Teilen. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe und Präsenz gewünscht.
Sehr schön fand ich hingegen, dass auch in diesem Band erzählt wird, wie Anni zu ihrem Erpel Hugo gekommen ist.
Die Spannung entwickelt sich konstant und wird bis zum Ende gut gehalten. Die Auflösung ist rund und stimmig, auch wenn der Band insgesamt für mich nicht ganz die Intensität und Atmosphäre von Teil 1 und 3 erreicht.
FAZIT: insgesamt ein spannender, gut geschriebener Küstenkrimi mit stimmiger Atmosphäre und einer liebenswerten Hauptfigur. Auch wenn dieser Band leichte Schwächen bei den Nebenfiguren zeigt, ist er dennoch absolut lesenswert und eine gelungene Ergänzung der Reihe

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Offen und direkt – mit kleinen Stolpersteinen

Light my Fire
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Das Buch fällt direkt ins Auge: Ein hellblaues Cover, auf dem der Titel wirkt, als wäre er mit einem weißen Textmarker geschrieben. Die Autorin ist präsent, lächelt selbstbewusst und freundlich – insgesamt ...

Das Buch fällt direkt ins Auge: Ein hellblaues Cover, auf dem der Titel wirkt, als wäre er mit einem weißen Textmarker geschrieben. Die Autorin ist präsent, lächelt selbstbewusst und freundlich – insgesamt sehr sympathisch und einladend.

Der Einstieg ins Buch gelingt leicht: Der Schreibstil ist persönlich, locker und nahbar, fast wie ein offenes Gespräch. Die Inhalte sind verständlich aufbereitet und sprechen Themen an, die viele betreffen, dabei wird mit Vorurteilen aufgeräumt und offen über oft tabuisierte Aspekte gesprochen. Das macht neugierig und sorgt dafür, dass man gerne weiterliest.

Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert (You can't start a fire without the spark, Total Eclipse of the Parts und Sexual Healing), eingerahmt von einem Vor- und Nachwort. Die Mischung aus englischen und deutschen Überschriften wirkt auf mich allerdings etwas gewollt modern – hier hätte ich mir eine klarere Linie gewünscht.

Positiv ist, dass die Autorin ihre Leserinnen duzt und so eine direkte, persönliche Ebene schafft. Die Erklärungen sind sachlich und gut verständlich, häufig ergänzt durch praktische Beispiele, die das Thema greifbar machen. Auch die Illustrationen lockern den Text auf und unterstützen das Verständnis.

Im Verlauf konnte das Buch meine Erwartungen jedoch nicht ganz halten. Stellenweise wirkt der Ton der Autorin etwas überheblich, etwa wenn sie über Kolleginnen und Kollegen spricht oder vor allem ihre eigenen Erfolge hervorhebt. Das hat für mich einen leicht arroganten Beigeschmack.

Auch die Gestaltung hat kleine Schwächen: Das Papier ist recht dünn und eine farbige Gestaltung im Innenteil hätte das Buch insgesamt moderner wirken lassen.

Besonders positiv hervorzuheben ist der dritte Teil (Sexual Healing), der viele praktische Tipps bietet – vor allem für langfristige Beziehungen –, die sich gut in den Alltag übertragen lassen.

Fazit:
Ein informatives, verständlich geschriebenes Buch mit vielen hilfreichen Impulsen und einem offenen Zugang zum Thema.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Geburtstag im Trubel – mit kleinen Schwächen

Mordseeparty
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Durch diese Reihe bin ich überhaupt erst zu den Cosy-Krimis gekommen – und seit Band 1 habe ich jeden Teil gelesen. Jede Neuerscheinung landet bei mir fest im Kalender, entsprechend hoch sind meine Erwartungen.
Auch ...

Durch diese Reihe bin ich überhaupt erst zu den Cosy-Krimis gekommen – und seit Band 1 habe ich jeden Teil gelesen. Jede Neuerscheinung landet bei mir fest im Kalender, entsprechend hoch sind meine Erwartungen.
Auch Mordseeparty von Emmi Johannsen hat mich zunächst wieder gut ins Setting geholt. Der Fund der Leiche von Uwe Petersen ist ein spannender Einstieg, und die kursiven Tätergedanken sowie die vielen Hinweise laden erneut zum Miträtseln ein.
Ab der Hälfte nimmt die Geschichte spürbar Fahrt auf, und ich wollte unbedingt wissen, wie sich alles auflöst. Der Fall an sich ist solide konstruiert und unterhaltsam.
Allerdings bleibt dieser Band für mich hinter den vorherigen zurück. Gerade die Nebenhandlungen wirken teilweise oberflächlich und nicht ganz durchdacht. Die Familie spielt zwar eine Rolle, bleibt aber blass, und einige Entwicklungen – besonders rund um die Geburtstagsfeier – waren für mich nicht immer nachvollziehbar.
Auch die Dynamik zwischen Caro, Jan und Conny bringt zwar Spannung hinein, wirkte auf mich aber stellenweise eher zäh als mitreißend.
Fazit: Ein gut lesbarer Cosy-Krimi mit spannendem Kern und gewohntem Insel-Feeling, der mich insgesamt unterhalten hat, aber nicht ganz an die Stärke der vorherigen Bände heranreicht. Ich hoffe, dass Emmi Johannsen im nächsten Teil wieder mehr Tiefe und Stringenz in die Nebenhandlungen bringt – Potenzial ist definitiv da.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 28.04.2026

Sommerlich leicht – mit spürbarer Tiefe

Sommer ist mein Lieblingsort
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Das Buch hat mich mit seinem flüssigen, bildhaften Schreibstil schnell abgeholt. Gerade der Einstieg hat mich emotional berührt: Ich konnte gut nachvollziehen, wie sehr Cäcilia zwischen Verantwortung, ...

Das Buch hat mich mit seinem flüssigen, bildhaften Schreibstil schnell abgeholt. Gerade der Einstieg hat mich emotional berührt: Ich konnte gut nachvollziehen, wie sehr Cäcilia zwischen Verantwortung, Überforderung und ihrer großen Tierliebe hin- und hergerissen ist. Diese Schwere hat die Geschichte für mich direkt greifbar gemacht.

Im weiteren Verlauf verändert sich die Stimmung spürbar. Die Reise bringt Leichtigkeit und ein schönes Gefühl von Freiheit hinein, ohne dass die leisen Zweifel ganz verschwinden. Ich habe die sommerliche Atmosphäre sehr genossen und hatte oft das Gefühl, selbst unterwegs zu sein. Gleichzeitig blieb für mich immer ein leichtes Unbehagen in manchen Situationen, was die Geschichte zusätzlich spannend gemacht hat.

Die Entwicklung zwischen Cäcilia und Roman habe ich insgesamt gern verfolgt. Viele Momente zwischen den beiden sind warm und berührend, auch wenn mir manches etwas zu schnell ging und ich mir an der einen oder anderen Stelle mehr Zeit für die Entwicklung gewünscht hätte.

Besonders gefallen hat mir die Mischung aus Leichtigkeit und ernsteren Themen wie Verantwortung, Selbstfürsorge und Neuanfang. Gegen Ende wird vieles stimmig aufgelöst, wirkt stellenweise aber etwas zu glatt und ein paar Fragen bleiben offen.

Insgesamt habe ich den Roman sehr gern gelesen – eine gefühlvolle, sommerliche Geschichte mit mehr Tiefe, als ich anfangs erwartet hatte.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

nordisch, charmant, spannend

Ostsee, Klönschnack und ein Mord - Anni Gade und die Fördemorde
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Nachdem ich bereits Band 3 („Möwen, Seegang, falsche Fährte“) gelesen hatte und total begeistert von Anni Gade war, wollte ich unbedingt auch den Reihenanfang kennenlernen – und wurde nicht enttäuscht. ...

Nachdem ich bereits Band 3 („Möwen, Seegang, falsche Fährte“) gelesen hatte und total begeistert von Anni Gade war, wollte ich unbedingt auch den Reihenanfang kennenlernen – und wurde nicht enttäuscht. Schon das Cover versprüht echtes Küstenflair: Flensburg im Hintergrund, ein Steg, Möwen – ruhig, einladend und absolut stimmig zur Geschichte.
Der Einstieg gelang mir angenehm leicht. Der Schreibstil ist flüssig, locker und gleichzeitig sehr bildhaft, sodass ich mich schnell mitten im Geschehen wiedergefunden habe. Besonders schön ist die warme, fast schon heimelige Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht – Klönschnack inklusive.
Die Handlung nimmt Fahrt auf, als Anni während einer Stadtführung einen Streit zwischen zwei Männern beobachtet. Kurz darauf verschwinden beide – und während der Brauereichef Erik Jebsen wieder auftaucht, allerdings ohne Erinnerungen, wird Michael Blumberg wenig später tot aufgefunden. Spätestens hier entwickelt sich eine spannende Krimihandlung, die nach und nach immer mehr Facetten zeigt.
Die Ermittlungen, an denen auch der ehemalige Hamburger Kommissar Jan Christiansen und sein Kollege Hannes Boysen beteiligt sind, bringen Dynamik in die Geschichte. Besonders gut gefallen hat mir, wie Anni immer wieder – eher zufällig und aus ihrer neugierigen Art heraus – wichtige Hinweise liefert. Das wirkt nie konstruiert, sondern passt wunderbar zu ihrer Figur.
Überhaupt sind die Charaktere ein großes Plus des Buches. Anni ist sympathisch, aufmerksam und angenehm authentisch. Auch die Nebenfiguren sind lebendig gezeichnet und bringen mit ihren Beziehungen, kleinen Geheimnissen und persönlichen Geschichten zusätzliche Tiefe hinein. Themen wie Nachbarschaft, Freundschaft, Familie, aber auch Betrug und Korruption werden geschickt miteinander verwoben, ohne überladen zu wirken.
Die Spannung baut sich eher ruhig, aber konstant auf. Es ist kein rasanter Thriller, sondern ein klassischer Küstenkrimi, der von Atmosphäre, Figuren und den zwischenmenschlichen Verstrickungen lebt. Genau diese Mischung macht für mich den Reiz aus.
Das Ende ist schlüssig und rund. Ein sehr gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht.
Insgesamt ein charmanter, atmosphärischer Küstenkrimi mit liebenswerten Figuren und einer stimmigen Geschichte – perfekt für alle, die nordische Settings und spannende, aber zugleich warme Krimis mögen. Band 2 steht bei mir definitiv schon auf der Liste 🙂

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