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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Charmante Erinnerungen – kurzweilig erzählt

Broiler, Wimpel, Westpaket
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Das Buch ist toll aus der Ich-Perspektive erzählt. Torsten Harmsen nimmt uns mit auf seine persönliche Reise des Erwachsenwerdens in der DDR und darüber hinaus. Dabei schweift er gelegentlich etwas vom ...

Das Buch ist toll aus der Ich-Perspektive erzählt. Torsten Harmsen nimmt uns mit auf seine persönliche Reise des Erwachsenwerdens in der DDR und darüber hinaus. Dabei schweift er gelegentlich etwas vom eigentlichen Gegenstand ab, was aber oft gerade den Charme der Erzählung ausmacht.
Es gibt viele Aha-Momente, besonders für Leser, die – wie ich – in den 80ern geboren sind. Viele Erinnerungen kamen mir bekannt vor und haben mich zum Schmunzeln gebracht. Insgesamt ist das Buch kurzweilig geschrieben und lässt sich angenehm lesen – wie eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit.
Die vorgestellten Dinge sind eher knapp beschrieben und wirken teilweise etwas wahllos ausgewählt. Eine klarere Struktur hätte ich mir gewünscht, zum Beispiel durch nummerierte oder alphabetisch geordnete Kapitel. So bleibt es etwas unsortiert, was aber dem nostalgischen Gesamteindruck keinen großen Abbruch tut.
Fazit: Ein unterhaltsames, nostalgisches Buch mit kleinen Schwächen in der Struktur – aber definitiv lesenswert.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein kreatives Logbuch mit wichtigen Themen – kleine Abzüge bei der Sprache

Logbuch einer Himmelsstürmerin
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Das Cover ist ansprechend gestaltet und passt gut zum Titel. In einem dunkleren Blau hätte es mir persönlich noch besser gefallen, da der Kontrast dadurch stärker gewesen wäre. Die Hauptfigur lächelt in ...

Das Cover ist ansprechend gestaltet und passt gut zum Titel. In einem dunkleren Blau hätte es mir persönlich noch besser gefallen, da der Kontrast dadurch stärker gewesen wäre. Die Hauptfigur lächelt in einem Raumanzug – das wirkt sehr stimmig und macht sofort neugierig auf die Geschichte.
Das Buch ist wie ein Tagebuch aufgebaut – auf liniertem Papier mit datierten Einträgen (vom 9. Februar bis 1. März), was perfekt zum „Logbuch“-Gedanken passt. Die Schrift ist gut lesbar und der Text insgesamt kindgerecht, verständlich und oft auch sehr unterhaltsam. Die Skizzen lockern das Ganze zusätzlich auf, auch wenn ich sie mir persönlich in Farbe noch lebendiger gewünscht hätte.
Mini, die Hauptfigur, ist einfach sympathisch: klein, aber voller großer Ideen. Ihr Wunsch, Erfinderin zu werden, und ihre kreative, energiegeladene Art machen sie zu einer tollen Identifikationsfigur für Kinder. Besonders schön ist, dass das Buch auch zum Mitdenken anregt.
Neben der unterhaltsamen Geschichte greift das Buch auch gesellschaftlich relevante Themen auf: Schönheitsideale, Gruppenzwang, Freundschaften, die sich verändern, sowie Fragen zur eigenen Identität. Das wird sensibel und altersgerecht eingebunden und regt zum Nachdenken an – auch über Dinge, die Kinder im Alltag beschäftigen können.
Ein kleiner Kritikpunkt für mich ist jedoch die Sprache an einigen Stellen. Begriffe wie „Kacke“ oder „Scheiße“ empfinde ich in einem Kinderbuch für diese Altersgruppe als nicht unbedingt notwendig.
Insgesamt ist es aber ein schönes Buch über Freundschaft, Träume und das Anderssein, das sich durch die tagebuchartige Struktur auch wunderbar in kleinen Etappen lesen lässt – ideal zum Beispiel als Gute-Nacht-Lektüre. Das Ende lässt einige Fragen offen (z. B. zum MINT-Wettbewerb), hier hätte ich mir noch etwas mehr Abschluss gewünscht.
Fazit: Ein kreatives, modernes Kinderbuch mit einer tollen Hauptfigur und wichtigen Themen – mit kleinen Abzügen in der Wortwahl.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein absolutes Lesehighlight

Fäden des Glücks
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Das Cover finde ich sehr einladend: Vor einer Holzwand steht ein Tisch mit einem alten Stuhl, darauf eine alte Nähmaschine und unendlich viel Nähzubehör. Über dem Titel sind kleine Zeichnungen typischer ...

Das Cover finde ich sehr einladend: Vor einer Holzwand steht ein Tisch mit einem alten Stuhl, darauf eine alte Nähmaschine und unendlich viel Nähzubehör. Über dem Titel sind kleine Zeichnungen typischer Nähutensilien wie Schere, Maßband, Nadel, Faden und Knöpfe zu sehen – insgesamt sehr stimmig und atmosphärisch.
In der Geschichte geht es um Karla, die ihren Job als Unternehmensberaterin verloren hat und von der Großstadt Frankfurt nach Lüttenbüh reist, um sich um ihr Erbe – ein altes Gutshaus – zu kümmern. Ihr Plan ist klar: schnell renovieren und dann verkaufen. Doch sie steht vor einigen Herausforderungen: jahrelanger Schmutz, alte Möbel, Rohrbrüche und ein völlig verwildertes Grundstück.
Ausgerechnet ihre alte große Liebe Rasmus steht ihr dabei zur Seite. Gleichzeitig fühlt sie sich in Lüttenbüh immer wohler, begegnet neuen Menschen und taucht in alte Geschichten ein, die ihr ans Herz wachsen. Doch dabei werden auch alte Wunden wieder aufgerissen.
Die Autorin Marit Warncke war mir bisher unbekannt, aber dieses Buch hat mich vollkommen überzeugt. Ich habe es förmlich verschlungen! Die Geschichte ist sehr bildhaft erzählt, der Schreibstil angenehm flüssig und unglaublich authentisch. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut ich mich in Karla hineinversetzen konnte – ihre Verzweiflung, ihre Hoffnung und ihre wiederentdeckte Leidenschaft fürs Nähen waren beim Lesen richtig spürbar.
Die Handlung wird aus Karlas Sicht erzählt, ergänzt durch Rückblicke in die Zeit 13 Jahre zuvor. Diese Wechsel haben mir besonders gut gefallen, da sie die Vergangenheit lebendig machen und ihren Einfluss auf die Gegenwart zeigen.
Das zunächst etwas ungewöhnlich wirkende Tagebuch aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs fügt sich im Verlauf wunderbar in die Geschichte ein und rundet sie stimmig ab.
Für mich war klar: Das wird nicht mein letztes Buch der Autorin sein. Sie schreibt mit so viel Gefühl, dass man die Geschichte kaum aus der Hand legen kann. Besonders gefreut habe ich mich auch über das gelungene Ende. Und als schönes Extra gibt es am Schluss sogar noch eine Anleitung für ein Kissen – perfekt für alle Nähbegeisterten🧵

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Sympathisch, aber etwas überladen

Dieser Sommer gehört mir
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ch habe das Buch insgesamt gern gelesen, auch wenn mich nicht alle Aspekte der Geschichte vollständig überzeugen konnten.

Im Mittelpunkt steht Charlotte, deren Leben innerhalb kürzester Zeit aus den Fugen ...

ch habe das Buch insgesamt gern gelesen, auch wenn mich nicht alle Aspekte der Geschichte vollständig überzeugen konnten.

Im Mittelpunkt steht Charlotte, deren Leben innerhalb kürzester Zeit aus den Fugen gerät: Trennung, finanzielle Sorgen und ein Laden kurz vor dem Aus. Diese Ausgangssituation ist emotional dicht und nachvollziehbar beschrieben – man spürt die Überforderung und die Schwere, die auf ihr lastet. Gleichzeitig habe ich mich aber öfter gefragt, wie sie so unüberlegt handeln kann. Einige ihrer Entscheidungen wirkten auf mich sehr spontan und wenig durchdacht, was es manchmal schwierig machte, wirklich mit ihr mitzufühlen.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und lässt sich leicht lesen. Besonders die ruhigeren, zwischenmenschlichen Momente – etwa mit ihrer Familie oder in der WG – sind atmosphärisch schön eingefangen und geben der Geschichte eine warme, versöhnliche Note.

Was mich jedoch immer wieder etwas aus dem Lesefluss gebracht hat, ist der Perspektivwechsel zwischen Charlotte und ihrer Tochter Leni. Mit Leni wird ein zweiter Handlungsstrang eröffnet, der in England spielt und viel Raum einnimmt. Für mich kam das überraschend, da ich nach dem Klappentext eher eine klare Fokussierung auf Charlottes Neuanfang erwartet hatte. Lenis Geschichte ist zwar für sich genommen interessant, vor allem im Hinblick auf Freundschaft, Zugehörigkeit und erste Gefühle, wirkte auf mich aber stellenweise zu dominant und hat die eigentliche Hauptgeschichte etwas verwässert.

Gerade die Dynamik zwischen Leni und Stella fand ich teilweise schwer nachvollziehbar, auch wenn sie gut zeigt, wie kompliziert Freundschaften in einem neuen Umfeld sein können.

Insgesamt bietet der Roman eine gefühlvolle Geschichte über Neuanfang, Familie und Selbstfindung, mit einigen schönen Momenten und einer stimmigen Entwicklung zum Ende hin. Allerdings hätte ich mir eine stärkere Fokussierung auf Charlotte und etwas mehr Klarheit in einzelnen Handlungssträngen gewünscht.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Schöner Einstieg in die Finanzwelt für Kinder mit kleinen Kritikpunkten

Von Geld, Gold und Guppys
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Das Buch ist kindgerecht und gut verständlich geschrieben. Erste Themen rund ums Geld werden einfach erklärt, sodass auch jüngere Leser gut folgen können. Die Zeichnungen sind schön gestaltet und passen ...

Das Buch ist kindgerecht und gut verständlich geschrieben. Erste Themen rund ums Geld werden einfach erklärt, sodass auch jüngere Leser gut folgen können. Die Zeichnungen sind schön gestaltet und passen gut zum Text, auch wenn das Cover auf mich persönlich etwas überladen wirkt.

Das Buch hat ein A4-Format – hier hätte ich mir eine etwas kompaktere Größe gewünscht. Es ist ein Softcover mit leicht verstärktem, mattem Papier, was ich für Kinderhände sehr angenehm finde. Die Seiten laden außerdem immer wieder zum Mitmachen und Ausfüllen ein.

Durch das Buch begleiten die beiden Fische Goldie und Fondia. In sieben Kapiteln geht es unter anderem darum, warum es Geld gibt, was Geld macht, während man schläft, wann man sein erstes eigenes Geld verdient oder was Geldprofis mit ihrem Geld tun. Die Inhalte sind verständlich erklärt und auch für Erwachsene ist noch das eine oder andere Interessante dabei.

Die Altersempfehlung liegt bei 8 Jahren. Einige Themen wie Börse, Zinsen, eigenes Konto oder Geld verdienen finde ich persönlich eher ab etwa 10 Jahren passend.

Ein paar Punkte hätte ich mir noch etwas ausführlicher gewünscht: Beim Thema Währungen hätte der Euro stärker im Fokus stehen können, zum Beispiel mit Hinweisen, in welchen Ländern er genutzt wird oder wie die Münzen und Scheine aussehen. Im „Geldlabor“ wird Investieren anhand eines Zitronenbaum-Beispiels erklärt – hier hätte ich mir zusätzlich den Hinweis gewünscht, dass auch Zutaten wie Zucker für die Limonade Kosten verursachen.

Insgesamt ist das Buch übersichtlich gestaltet, gut lesbar und bietet mit Übungen, Lösungen, einem kleinen Test und dem „Finanzführerschein“ am Ende einen schönen Abschluss. Ein gelungener Einstieg in die Finanzwelt für Kinder.

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