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Veröffentlicht am 05.02.2018

Wer den Trilogieauftakt mochte, wird Angelfire – Auf den Schwingen des Bösen lieben, denn Courtney Allison Moulton hat es geschafft ihr Debut in jeder Hinsicht zu übertrumpfen.

Auf den Schwingen des Bösen
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Angelfire – Auf den Schwingen des Bösen ist eine großartige Fortsetzung, die ihren Vorgänger sogar noch übertrifft. Courtney Allison Moulton gelingt es nun das gesamte Potenzial der Serie auszuschöpfen ...

Angelfire – Auf den Schwingen des Bösen ist eine großartige Fortsetzung, die ihren Vorgänger sogar noch übertrifft. Courtney Allison Moulton gelingt es nun das gesamte Potenzial der Serie auszuschöpfen und alles, was man an ihrem Debut vielleicht noch zu bemängeln hatte, auszumerzen.
Ellie ist nach wie vor eine sehr sympathische Protagonistin, deren Gedanke und Emotionen man sehr gut nachempfinden kann. Sie braucht ihre Freunde und Familie, will sie aber auch nicht dadurch ihre Anwesenheit in Gefahr bringen, weil sie als Preliatin die dämonischen Reaper anzieht. Sie muss nicht nur einiges durchmachen, sondern zudem wirklich einschneidende Verluste verarbeiten und als Leser leidet man gemeinsam mit ihr.
Sie ficht außerdem einen andauernden Kampf mit sich selbst aus, denn sie weiß nicht, wer sie wirklich ist. Ist sie einfach nur ein sterbliches Mädchen oder Gabriel, der Erzengel? Seit ihrer letzten Reinkarnation hat sie sich sehr verändert. Ihre Fähigkeiten sind gewachsen, während ihre Erinnerungen nur langsam zurückkommen, und sie hat große Angst davor sich selbst zu verlieren. Sie mag es ein Mensch zu sein und fürchtet sich davor ihre Gefühle, vor allem die für eine bestimmte Person, zu vergessen, wenn sie ihre wahre Gestalt annehmen sollte, da Engel keinen eigenen Willen oder Empfindungen haben.

Es gibt nur eine einzige Sache, vor der Ellie noch mehr Angst hat: Will zu verlieren. Um sie zu verteidigen begibt er sich immer wieder in Lebensgefahr und Ellie will, verständlicherweise, nicht verantwortlich für seinen Tod sein. Dabei übersieht sie jedoch, dass Will freiwillig zu ihrem Beschützer geworden ist und auch ohne sie Jagd auf dämonische Reaper machen würde. Er tut alles um sie zu schützen, selbst wenn er dadurch ihren Zorn auf sich zieht und das nicht nur, weil Michael es ihm befohlen hat oder aus einem Pflichtgefühl heraus, sondern weil er sie liebt.
Genau wie Ellie muss Will ebenfalls schwerwiegende Entscheidungen treffen und einiges durchstehen. Die Bedrohung seines eigenen Lebens trifft ihn allerdings nicht annähernd so hart wie der Tod einer geliebten Figur, der einem auch als Leser das Herz bricht und Tränen in die Augen treibt.

Die Beziehung zwischen Ellie und Will entwickelt sich im zweiten Band endlich weiter, was für erheblich mehr romantische, manchmal sogar leicht erotische, Szenen sorgt und die Fortsetzung noch um einiges besser macht als den Trilogieauftakt. Ihre Liebesgeschichte ist einzigartig sowie einfach wundervoll und ihre tiefen Gefühle füreinander machen sie stärker. Will liebt Ellie so sehr, dass er alles für sie tun würde, was sie aber niemals ausnutzt, da sie das Gleiche auch für ihn empfindet. Trotzdem haben sie noch mit vielen Problemen zu kämpfen, denn Courtney Allison Moulton gönnt ihnen nur wenige Atempausen und Glücksmomente bis ihnen erneut Steine in den Weg gelegt werden.

Immer, wenn alles gerade so schön sein könnte, kommt der nächste Schock. Für Spannung sorgen nämlich nicht nur die vielen lebensgefährlichen Situationen, in die die Charaktere hinein geraten, sondern auch die Frage nach Bastians dunklem Plan, der noch schrecklicher ist als befürchtet, sowie zahlreiche unerwartete Wendungen und Enthüllungen. Selbst wenn man ein paar Wahrheiten aus A Dance with Darkness bereits kannte, können viele davon einen noch überraschen. Das gilt insbesondere für den Tod einer gewissen Figur, deren Ableben man zwar nicht gerade bedauert, mit dem man aber an dieser Stelle keinesfalls schon gerechnet hätte.

Im Verlauf des zweiten Teils kommen dafür noch ein paar neue interessante Reaper hinzu, sowohl dämonische als auch engelhafte, von denen man einige mit der Weile ins Herz schließt, andere einem jedoch das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Am meisten freut man sich als Leser allerdings über die Auftritte von Cadan, der mehr oder weniger zu einer Hauptfigur aufsteigt, sodass man ihn wesentlich häufiger zu Gesicht bekommt. Er ist ein sehr spannender Charakter, der genau wie Ellie vor allem mit sich selbst zu kämpfen hat, weil er zwar dämonisch ist, aber weder die Preliatin noch die ganze Menschheit vernichten will. Er scheint sich sogar in Ellie verliebt zu haben, doch obwohl auch sie sich zu ihm hingezogen fühlt, entspringt daraus zur Abwechslung einmal nicht gleich eine richtige Dreiecksgeschichte – wobei es einem für Cadan schon irgendwie leid tut, dass seine Gefühle nicht von ihr erwidert werden – denn Ellie zweifelt nie daran, wem ihr Herz tatsächlich gehört.

Mehr als unerfreulich ist hingegen der Umstand, dass die Fortsetzung im Gegensatz zu ihrem Vorgänger mit einem wirklich fiesen Cliffhanger endet. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass Ellie und Will ein alles entscheidender Kampf bevorsteht, den sie möglicherweise nicht überleben werden, muss die Autorin auch noch eine sehr geliebte Figur in akuter Lebensgefahr und überaus schlechten Aussichten auf eine Rettung zurücklassen, sodass man den Tränen nahe ist. Den dritten Band würde man daher natürlich am liebsten sofort im Anschluss verschlingen, in der Hoffnung, dass die beiden dann endlich ihr mehr als verdientes Happy End bekommen!


FAZIT

Wer den Trilogieauftakt mochte, wird Angelfire – Auf den Schwingen des Bösen lieben, denn Courtney Allison Moulton hat es geschafft ihr Debut in jeder Hinsicht zu übertrumpfen. Vor allem die außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Ellie und Will macht diese Reihe zu etwas ganz Besonderem und lässt das Herz eines jeden Romantic Fantasy Fans höher schlagen.

Der einzige Wermutstropfen ist der unheimlich fiese Cliffhanger, der ohne jeden Zweifel dafür sorgen wird, dass man sich das Finale auf keinen Fall entgehen lässt.

Veröffentlicht am 05.02.2018

eine packende, schnell gelesene Fortsetzung, nach deren Ende man sofort den nächsten Band lesen möchte

Einander verfallen. Violet & Luke
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Einander verfallen – Violet & Luke ist eine gelungene Fortsetzung, die auf jeden Fall mit ihrem Vorgänger mithalten kann. Man sollte sich allerdings der Tatsache bewusst sein, dass die Aspekte, die man ...

Einander verfallen – Violet & Luke ist eine gelungene Fortsetzung, die auf jeden Fall mit ihrem Vorgänger mithalten kann. Man sollte sich allerdings der Tatsache bewusst sein, dass die Aspekte, die man am Vorgänger zu bemängeln hatte – krasser Alkoholmissbrauch, außerordentlich dramatische, um nicht zu sagen traumatische, Vergangenheit beider Protagonisten – weiterhin unverändert bleiben.
Dafür kommen in diesem Band einige Thriller-Elemente hinzu, was die Geschichte nicht nur mitreißend, sondern zwischenzeitlich sogar richtig spannend macht. Der Mord an Violets Eltern konnte trotz der neuen Erkenntnisse nach wie vor noch nicht vollständig aufgeklärt werden, dank Lukes Aussage kann die Polizei nun aber immerhin eine neue Spur verfolgen. Dass Lukes Mutter irgendeine Rolle in dem Verbrechen gespielt hat, steht inzwischen fest, fraglich bleiben jedoch ihr genauer Anteil sowie die Identität des anderen Täters bzw. eigentlichen Mörders. Von letzterem stammen womöglich die teilweise wirklich angsteinflößenden Nachrichten, die Violet plötzlich von einer unbekannten Person erhält, die viel über sie zu wissen scheint und ihr mehrfach droht.

Neben dem Mord an Violets Eltern steht aber natürlich weiterhin vor allem die Beziehung zwischen Violet und Luke im Mittelpunkt. Die Enthüllungen am Ende des Vorgängers und die darauffolgende Trennung haben beide sehr mitgenommen, ob sie sich das selbst eingestehen wollen oder nicht. Das Schicksal führt sie allerdings wieder zueinander und wenigstens für den Leser ist klar erkennbar, dass sie vereint besser dran sind als allein. Sie bringen die besseren Seiten im jeweils anderen zum Vorschein und lassen sich weniger hängen – gehen weniger Risiken ein – wenn sie zusammen sind. Noch können sie es vielleicht nicht zugeben, doch sie empfinden sehr viel füreinander.

Im Verlauf der Handlung fangen sie langsam an das endlich einzusehen, beginnen sich dem anderen etwas mehr zu öffnen und schenken einander mehr Vertrauen. Sie haben viel gemeinsam und kennen einander inzwischen besser, als es ihnen manchmal lieb ist. Gemeinsam könnte es ihnen vielleicht sogar gelingen die Vergangenheit zu überwinden und trotz allem, was sie durchgemacht haben, schließlich positiv in die Zukunft zu sehen.

Die Geschichte wird nach wie vor aus den Perspektiven beider Protagonisten erzählt, wodurch man sich sowohl in Violet als auch in Luke sehr gut hineinversetzen und ihre Handlungen zumindest nachvollziehen kann, was nicht automatisch heißt, dass man genauso handeln würde oder ihre Reaktionen immer gutheißt. Doch die zwei schleppen eben weiterhin großen Ballast mit sich herum, sodass man ihnen viel Mitgefühl entgegen bringt.

Violet macht sich selbst Vorwürfe, weil sie so oft an Luke und die schöne Zeit mit ihm denkt, obwohl seine Mutter in den Tod ihrer Eltern involviert war, dabei hat Luke ja eigentlich gar nichts damit zu tun, weshalb ihre Gedanken keineswegs verwerflich sind. Stattdessen ist sie zu Preston zurückgekehrt, dabei hätten ihre Eltern so ein Leben garantiert nicht für ihre Tochter gewollt. Violet wirkt zwar oftmals sehr tough, sie hat aber auch ihre Schwächen und Preston versteht sich leider gut darauf diese bewusst auszunutzen.

Erst Luke zeigt Violet, dass Intimität und körperliche Zärtlichkeiten schön sein können und nicht zwangsläufig mit Ekel oder Abscheu verbunden sind. Seine Berührungen fühlen sich gut an und sie selbst fühlt sich dabei nicht schmutzig. Einander verfallen – Violet & Luke enthält demnach auch ein paar Sexszenen, sie halten sich jedoch in Grenzen, sind meist sogar relativ kurz und nicht allzu ausführlich beschrieben, vor allem im Vergleich zu anderen New Adult Romanen.

Die Nebenfiguren spielen im vierten Band der Reihe leider eine eher untergeordnete Rolle. Callie wird allenfalls erwähnt, hat aber selbst überhaupt keinen eigenen Auftritt, Kayden kommt lediglich im Rahmen eines Telefonats kurz zu Wort.

Das überraschende Ende ist Jessica Sorensen hingegen sehr gut gelungen und kann mit unerwarteten Enthüllungen punkten, die Violets Welt erneut erschüttern. Nicht nur Luke stellt sich daraufhin die Frage, wie viel ein einzelner Mensch ertragen kann und womit Violet all das verdient hat. Dabei geht es nicht ausschließlich um Violet, auch in Bezug auf Lukes Vergangenheit bzw. die seiner Schwester werden neue, unfassbar schreckliche Ereignisse aufgedeckt. Das Buch endet zwar nicht direkt mit einem Cliffhanger, doch die schockierenden Erkenntnisse sorgen auf jeden Fall dafür, dass man den nächsten Band sofort im Anschluss lesen möchte.


FAZIT

Einander verfallen – Violet & Luke ist eine packende, schnell gelesene Fortsetzung, nach deren Ende man sofort den nächsten Band lesen möchte, insbesondere um endlich zu erfahren, wer Violets Eltern ermordet hat.

Veröffentlicht am 25.01.2018

Abby und Travis werden dem Titel des Romans absolut gerecht, denn sie sind zwar ein totales Desaster, aber ein wunderschönes!

Beautiful Disaster
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Beautiful Disaster ist eine Liebesgeschichte, die so einzigartig und brillant ist, dass man es eigentlich kaum in Worte fassen kann und lässt einen die Nächte durchlesen, weil man das Buch für keinen Moment ...

Beautiful Disaster ist eine Liebesgeschichte, die so einzigartig und brillant ist, dass man es eigentlich kaum in Worte fassen kann und lässt einen die Nächte durchlesen, weil man das Buch für keinen Moment aus der Hand legen will ehe man nicht die letzte Seite erreicht hat.
Abby ist eine sympathische Protagonistin, in die man sich sehr gut hinein versetzen kann. In ihr steckt wesentlich mehr als das brave Mädchen, das sie nach außen hin zu sein vorgibt, und hinter ihrer Fassade verbirgt sich eine starke, junge Frau mit einer komplizierten Vergangenheit und einem gewissen Ballast. Dieser steht ihr zwar manchmal im Weg und verklärt ihre Sicht auf die Wirklichkeit, doch wer ist schon wirklich frei davon?
Das Tolle an Abby ist, dass sie Travis so nimmt wie er eben ist und nicht versucht ihn von seinem Wesen her zu verändern, auch wenn er lernen muss sein ungestümes Temperament zu zügeln. Sie bringt gleichzeitig das Beste und das Schlechteste in ihm zum Vorschein, denn seine starken Gefühle für sie sind eine Herausforderung für jeden von ihnen.

Travis, der Abby sofort den niedlichen Spitznamen Täubchen verpasst, ist kein klassischer Bad Boy in dem Sinne. Er will sich (noch) nicht fest binden, sondern eben nur seinen Spaß (= Sex) haben, verschweigt das aber nicht und macht den Mädchen, die sich ihm schamlos an den Hals werfen, keine falschen Versprechungen. Er hat bisher einfach nur, wie er ja sogar selbst sagt, auf die Richtige gewartet und die hat er schließlich in Abby gefunden.
Natürlich ist Travis ebenso wenig perfekt wie Abby und hat auch seine Schwächen, doch die machen ihn nur umso liebenswerter. Er begeht Fehler, doch das ist schlicht menschlich und Abby holt ihn letztlich immer wieder auf den Boden zurück. Und selbst wenn man Gewalt und Jähzorn eigentlich verabscheut, kommt man nicht dagegen an es trotzdem irgendwie sexy zu finden, dass Travis seine ganze Wohnung auseinander nimmt und alles zu Kleinholz verarbeitet, weil sein Täubchen ihm davongeflogen ist.

Im Verlauf der Geschichte verändert er sich, wird jedoch, zum Glück, nicht zu einem völlig neuen Menschen. Er ist bereit Opfer zu bringen, damit sie glücklich ist, nach wie vor aber ziemlich Besitz ergreifend und macht seine Ansprüche, wenn nötig, mit Gewalt geltend, sowie zuweilen sehr eifersüchtig, wobei letzteres ebenfalls auf Abby zutrifft. Es zeigt, dass das Herz keine Logik kennt, denn selbst wenn man weiß, dass man nicht verletzt oder eifersüchtig sein dürfte, weil man eben nur befreundet ist, kann man es trotzdem nicht immer verhindern so zu fühlen.

Obwohl Beide sich vom ersten Moment an zueinander hingezogen fühlen, stürzen sie sich nicht Hals über Kopf in eine Beziehung – das würde auch nicht zu ihrem jeweiligen Charakter passen – sondern sind erst einmal nur Freunde und Jamie McGuire gibt ihnen Zeit tiefe Gefühle füreinander zu entwickeln. Diese überlagern allerdings schon bald ihre Freundschaft und führen natürlich zu einigen Problemen.

Ab einem gewissen Zeitpunkt kann man fast von vertauschten Rollen sprechen, denn es ist Abby, die sich lange Zeit mit Händen und Füßen gegen eine Liebesbeziehung wehrt, obgleich sie längst in Travis verliebt ist und außer ihr bereits alle anderen erkannt haben, dass Travis sie ebenfalls liebt und nicht nur in sein Bett bzw. auf seine Couch kriegen will. Sie fürchtet sich so sehr davor durch ihn wieder mit ihrer Vergangenheit in Berührung zu kommen, von der sie so bemüht war sich zu distanzieren, dass sie sich stattdessen auf Parker einlässt. Dabei hat selbst America irgendwann nichts mehr gegen Travis einzuwenden, weil sie erkennt, dass der reiche, wohlerzogene Parker nur der ist, von dem sie glaubt ihn zu brauchen, aber nicht der, den Abby wirklich will.

Abby und Travis sind somit nicht die einzigen liebenswerten Charaktere des Romans, denn Beautiful Disaster hat ebenso interessante Nebenfiguren zu bieten. America ist eine tolle beste Freundin, die Abby immer beisteht, ihr allerdings auch mal die Meinung geigt. Obwohl sie um Abbys Vergangenheit weiß und Travis ein paar Mal wohl gern den Kopf abgerissen hätte, ermutigt sie ihre beste Freundin einer Beziehung mit Travis eine Chance zu geben, weil die Beiden sowieso längst mehr sind als nur Freunde. Die Fehler der Vergangenheit müssen sich nicht zwangsläufig wiederholen, sie muss nur ein bisschen Vertrauen haben.
Shepley ist ebenfalls eine sympathische Figur und gönnt Abby und Travis schließlich ihr Glück, auch wenn er anfangs gegen eine Beziehung war. Das kann man ihm jedoch nicht verübeln, weil er mit Travis diesbezüglich einige schlechte Erfahrungen gemacht und daher Angst hatte im Falle eines Scheiterns America zu verlieren.
Besonders liebenswürdig sind darüber hinaus noch die einzelnen Mitglieder von Travis’ Familie – also sein Vater und seine vier Brüder – die Abby so herzlich aufnehmen, dass man direkt neidisch werden könnte.

Im Verlauf der Handlung sorgt die Autorin immer wieder für Überraschungen und völlig unerwartete Wendungen, sodass es garantiert nie langweilig wird. Es gibt sowohl sehr dramatische als auch humorvolle Szenen, die einen zum Schmunzeln oder sogar richtig zum Lachen bringen. Das gilt vor allem für die erfrischenden Dialoge bzw. den Schlagabtausch zwischen Abby und Travis, insbesondere zu Beginn des Romans als sie einander erst langsam näher kennenlernen.

Da die Liebesgeschichte bei diesem Buch zweifellos im Vordergrund steht, gibt es auch ein paar erotische Szenen, die nicht zu detailliert, aber auch nicht zu oberflächlich beschrieben werden. Sie machen die Beziehung zwischen Abby und Travis sehr authentisch, denn Sex gehört in ihrem Alter nun mal dazu.

Das Geschehen erstreckt sich über einen relativ langen Zeitraum, in dem sie alle eine Menge durchstehen müssen, was sie einander im Endeffekt jedoch nur noch näher bringt. Umso mehr verdienen die Beiden, die einfach perfekt zusammen passen, das ebenso vollkommene Ende, das kaum noch Wünsche offen lässt und daher keine Fortsetzung erfordert. Doch Walking Disaster ist ja auch gar keine, sondern „nur“ diese fantastische, rasante Lovestory aus der Sicht von Travis, die man kaum noch erwarten kann.


FAZIT

Abby und Travis werden dem Titel des Romans absolut gerecht, denn sie sind zwar ein totales Desaster, aber ein wunderschönes! Man beneidet die Beiden um ihre grenzenlose Liebe, die einen in Erstaunen versetzt und hoffen lässt, selbst ebenfalls einmal so tiefe Gefühle zu erfahren und so sehr geliebt zu werden.
Da man es am liebsten gleich noch einmal lesen würde, weil es viel zu schnell vorbei war, kann man es somit kaum noch erwarten diese Achterbahnfahrt noch einmal aus Travis’ Sicht mitzuerleben.

Veröffentlicht am 25.01.2018

Todd ist eine Novelle, die man den Fans der Serie, insbesondere denen, die schon immer mehr über ihn erfahren wollten, uneingeschränkt empfehlen kann

Todd: Kurzroman - Soul Screamers
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Todd ist mit knapp 60 Seiten keine allzu lange Novelle, dafür aber eine besonders gelungene, die man sich als Fan der Serie unter keinen Umständen entgehen lassen sollte!
Obwohl er ein Talent dafür hat ...

Todd ist mit knapp 60 Seiten keine allzu lange Novelle, dafür aber eine besonders gelungene, die man sich als Fan der Serie unter keinen Umständen entgehen lassen sollte!
Obwohl er ein Talent dafür hat immer genau im falschen Moment aufzutauchen, hatte man Todd als Leser vom ersten Band an sehr gern und war froh, dass seine Rolle von Band zu Band wichtiger wurde und er somit mehr Auftritte bekam. In seiner eigenen Novelle spielt er nun jedoch endlich einmal die Hauptrolle und spätestens nach dem Lesen dieser wird man ihn lieben, wenn man es nicht vorher schon getan hat. Rachel Vincent gibt einem die Chance Todd nun noch wesentlich besser kennen zu lernen, insbesondere wie er war, bevor er starb, wie er schließlich zu dem Reaper wurde, der er inzwischen ist und wie die Tätigkeit als Sensenmann tatsächlich aussieht.
Die Umstände, die zu Todds Tod führten und was er für ein Opfer für Nash bringt, rühren einen zu Tränen, womit man zu Beginn der Handlung ganz sicher nicht gerechnet hätte, denn Todd hatte schon immer eine Menge lustiger Sprüche auf Lager, die die Bücher stets wieder auflockern und einen zum Schmunzeln bringen.

Nash und Kaylee haben, wie man nun weiß, also noch mehr gemeinsam, als ihnen bewusst ist, auch wenn das leider nicht unbedingt etwas Gutes bzw. Fröhliches ist. Gleichzeitig weckt Todds Schicksal die Hoffnung, dass er nicht die einzige Figur ist, der dieses Angebot gemacht wurde und man im späteren Verlauf der Serie vielleicht noch einem weiteren verstorbenen Charakter begegnet, der die gleiche Wahl wie Todd getroffen hat um das Leben eines geliebten Menschen zu verlängern.

Neben Todd lernt man außerdem den Rest seiner Familie, vor allem seine sympathische Mutter Harmony, die als einzige weiß, was Todd für Nash getan hat, und seinen Bruder Nash, der damals eine interessante Beziehung zu einem Mädchen namens Sabine hatte, etwas näher kennen.
Wie Nash auf das neue Wesen seines Bruders reagiert, erfährt man leider nicht, doch Harmony ist hin und her gerissen zwischen der Freude darüber ihren Sohn nicht für immer verloren zu haben und der Befürchtung dabei zusehen zu müssen, wie Todd immer mehr von seiner Menschlichkeit verliert. Letzteres ist allerdings, zumindest bisher, nicht geschehen und man kann nur hoffen, dass es durch seine engen Beziehungen zu den Menschen, die ihn lieben, auch in Zukunft nicht passieren wird.


FAZIT

Todd ist eine Novelle, die man den Fans der Serie, insbesondere denen, die schon immer mehr über ihn erfahren wollten, uneingeschränkt empfehlen kann und die sie sich daher auf keinen Fall entgehen lassen sollten!

Veröffentlicht am 25.01.2018

ein großartiger Auftakt zu einer Trilogie, die mit erfrischenden Ideen überzeugen kann und garantiert noch für die eine oder andere Überraschung sorgen wird

Unsterblich - Tor der Dämmerung
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Unsterblich – Tor der Dämmerung ist ein packender Serienauftakt, der trotz der Fokussierung auf die wohl bekanntesten Wesen der Phantastik mit neuen, erfrischenden Ideen überzeugen kann. Julie Kagawa gelingt ...

Unsterblich – Tor der Dämmerung ist ein packender Serienauftakt, der trotz der Fokussierung auf die wohl bekanntesten Wesen der Phantastik mit neuen, erfrischenden Ideen überzeugen kann. Julie Kagawa gelingt es den Leser mit ihrem mitreißenden Schreibstil vom ersten bis zum letzten Kapitel an die Seiten zu fesseln und bietet ihm durch ihre Kombination einer Dystopie mit phantastischen Elementen eine sehr gelungene sowie äußerst willkommene Abwechslung.
Die Vampire in diesem Roman sind alles andere als glitzernd oder kuschelig, sondern größtenteils die Monster, für die sie die Menschen, die sie teilweise regelrecht versklavt haben, halten. Dabei sollte man allerdings nicht zu voreilig alle in eine Schublade stecken, denn natürlich gibt es solche und solche, sodass manche wesentlich schlimmer sind als andere, die zumindest versuchen sich unter Kontrolle zu halten.
Daneben gibt es außerdem noch die Verseuchten, die einmal menschlich waren, doch nach ihrem Tod als etwas vollkommen anderes, animalisches zurückgekehrt sind, das sie im Grunde sogar noch gefährlicher als die Blutsauger macht. Besonders interessant ist vor allem ihre Entstehungsgeschichte und was sie mit den Vampiren verbindet.

Die Heldin Allison Sekemoto ist, trotz ihrer innigen Liebe zu Büchern, vielleicht nicht immer die sympathischste Protagonistin – dazu ist sie manchmal einfach zu abgebrüht, was man ihr jedoch nicht zu sehr verübeln kann, da es sich dabei vermutlich um eine unvermeidbare Konsequenz der Art und Weise handelt, wie sie aufgewachsen ist – dafür aber eine sehr authentische. Sie scheut sich nicht davor harte Wahrheiten auszusprechen oder Risiken einzugehen, denn sie weiß aus ihren vielen schlimmen Erfahrungen zu gut, dass man nur den wenigsten Menschen vertrauen kann – falls überhaupt jemandem – , weil jeder sich selbst der nächste ist und nicht vor Verrat zurückschreckt, wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht. Trotzdem ist sie anderen gegenüber nicht immer völlig gleichgültig, sondern durchaus hilfsbereit und setzt sich für andere ein. Zumindest, wenn es Sinn macht, denn sie bewahrt auch in gefährlichen Stresssituationen einen kühlen Kopf und erkennt dadurch, wann die Lage aussichtslos und eine Rettung nicht mehr möglich ist. Sie trauert um ihre Verluste, versinkt deswegen aber nicht in Selbstmitleid, sondern macht weiter, weil sie ohnehin keine andere Wahl hat, wenn sie überleben will.

Und ihr Überlebensinstinkt ist sehr ausgeprägt, denn vor die Wahl gestellt, wird sie lieber selbst zu einem Vampir als zu sterben – ohne wieder aufzuwachen. Manchmal bereut sie diese Verwandlung, gibt allerdings offen zu, dass sie sich in der gleichen Situation wieder genauso entscheiden würde, weil sie immer das Überleben wählen würde, auf welche Art auch immer. Obwohl sie die Blutsauger abgrundtief verabscheut, nimmt sie ihr neues Dasein an und versucht das Beste aus der Chance zu machen, die ihr Schöpfer Kanin ihr damit gegeben hat, selbst wenn das bedeutet, dass sie ihr altes Leben hinter sich lassen muss.

Sie lernt von ihm, was es heißt ein Vampir zu sein, muss sich aber selbst entscheiden, welchen Weg sie einschlagen will und somit in gewisser Hinsicht zu sich selbst finden. Will sie das Monster sein, für das sie alle Menschen – einschließlich ihres vergangenen Ichs – halten oder sich ihre Menschlichkeit so gut es geht bewahren und die Lebenden nicht nur als Nahrung betrachten? Sie kann nicht auf Blut verzichten, will jedoch keinesfalls die Kontrolle über sich verlieren und jemanden töten, auch wenn Kanin das für unausweichlich hält. Dieser Wunsch ist nur allzu verständlich, allerdings geht ihr Mitgefühl für ihre Opfer manchmal ein wenig zu weit. Wenn sie Männer aussaugt, die sie, wäre sie noch ein Mensch, vergewaltigt und dann vermutlich sogar getötet hätten, muss sie nun wirklich keine Schuldgefühle haben oder sich wegen solcher Vorwürfe gar selbst den Tod wünschen!

Allie ist aber nicht die einzige erwähnenswerte Figur, ihr Schöpfer Kanin ist nämlich ebenfalls ein sehr interessanter Charakter. Er erscheint manchmal sehr kaltherzig und gleichgültig, versteckt hinter seiner Fassade jedoch einige Emotionen. Er verbirgt ein dunkles Geheimnis und lässt die Vergangenheit, entgegen seiner eigenen Ratschläge, nicht wirklich hinter sich, sondern versucht seine Fehler wieder gutzumachen. Obwohl er seinem Abkömmling beibringt, dass Menschen nur Nahrung seien, tötet er seine Opfer nicht einfach, stattdessen hinterlässt er ihnen manchmal sogar eine Gabe als Ausgleich für das, was er sich von ihnen genommen hat. Abgesehen von seiner wahren Identität erfährt man im ersten Teil leider nicht viel mehr über ihn. Doch die Chancen stehen gut, dass man ihn in der Fortsetzung noch etwas besser kenne lernt.

Neben der Frage, was Allison nun mit ihrer neuen Existent anfangen soll, steht in Unsterblich – Tor der Dämmerung auch das Thema (In-)Toleranz stark im Mittelpunkt. Während Allison durch ihre Verwandlung praktisch dazu gezwungen wird ihre eigenen Vorurteile gegenüber Vampiren zu überwinden, wenn sie sich nicht selbst verlieren will, sind die meisten Menschen nicht gewillt irgendetwas anderes in ihnen zu sehen als seelenlose Monster. Leider trifft das teilweise sogar auf diejenigen zu, die Allie ihr Leben verdanken.
Glücklicherweise gibt es daneben jedoch solche, die in der Lage sind ihre Vorurteile zu überwinden und sich selbst ein Bild zu machen –einen Vampir ebenfalls nach seinen Handlungen zu beurteilen und nicht nur nach seinem Wesen – statt stur der Denkweise zu folgen, die man ihnen eingetrichtert hat. Es gibt gute und schlechte Menschen, warum also nicht auch gute und schlechte Vampire?

Zwischen einer solchen Person und Allie entwickelt sich im Verlauf der Handlung langsam eine zarte und glaubwürdige Liebesgeschichte, die aber alles andere als ungefährlich ist, vor allem für den Sterblichen. Doch wie sagt man so schön? Das Herz geht Wege, die der Verstand nicht kennt. Keiner von Beiden kann sich daher auf Dauer gegen seine Gefühle wehren, so unterschiedlich sie sein mögen und so undenkbar eine gemeinsame Zukunft erscheint.

Neben einigen ruhigen, gleichwohl interessanten Passagen, kommt die Spannung allerdings nicht zu kurz. Immer wieder befindet sich Allie – allein oder zusammen mit anderen – auf der Flucht, in riskanten Situationen oder in gefährlichen Kämpfen, deren Ausgang ungewiss ist. Es fällt einem daher sehr schwer das Buch wieder aus der Hand zu legen sobald man es einmal aufgeschlagen hat, weshalb man diesen Roman erst beginnen sollte, wenn man ausreichend Zeit dafür hat.

Das Ende ist Julie Kagawa ebenfalls sehr gut gelungen und man ist dankbar dafür, dass sie auf einen richtigen Cliffhanger verzichtet hat. Nichtsdestotrotz wird man sich den zweiten Teil auf keinen Fall entgehen lassen, denn es bleiben genügend Handlungsstränge und Fragen offen, die einen neugierig machen und den Wunsch nach mehr wecken.


FAZIT

Unsterblich – Tor der Dämmerung ist ein großartiger Auftakt zu einer Trilogie, die mit erfrischenden Ideen überzeugen kann und garantiert noch für die eine oder andere Überraschung sorgen wird. Insbesondere die Figuren, allen voran die Protagonistin Allison, sind alles andere als gewöhnlich und bleiben einem gerade deshalb in Erinnerung.
Julie Kagawa erzählt mit dieser Reihe eine Geschichte, die von der ersten Seite an mitreißend ist und einen selbst nach dem Ende weiterhin beschäftigt. Allies Abenteuer ist aber zum Glück noch nicht vorbei, weshalb man es kaum erwarten kann den zweiten Teil dieser außerordentlichen Reihe in die Finger zu bekommen!