Cover-Bild Unsterblich - Tor der Dämmerung

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Seitenzahl: 608
  • Ersterscheinung: 14.12.2015
  • ISBN: 9783453317116
Julie Kagawa

Unsterblich - Tor der Dämmerung

Band 1 - Roman
Charlotte Lungstrass-Kapfer (Übersetzer)

Dunkelheit ist über die Welt gekommen. Die Städte liegen in Ruinen, und über die letzten Menschen herrschen Vampire. In dieser Welt lebt die ebenso eigensinnige wie mutige Allie. Um zu überleben, stiehlt und plündert sie in den gefährlichsten Gegenden. Als Allie eines Nachts von einem mächtigen Vampir erwischt wird, stellt sie dieser vor eine unglaubliche Wahl: Tod oder Unsterblichkeit. Allie wird selbst zum Vampir und nutzt ihre neue Macht, um sich einer Rebellengruppe anzuschließen. Zum ersten Mal in ihrem Leben lernt sie Freundschaft und sogar Liebe kennen. Nur wie lange kann sie ihren Blutdurst noch unterdrücken?

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2020

Wunderbares Lesevergnügen

0

Seit dem Hype um die "Twilight"-Saga von Stephenie Meyer gibt es unzählige Vampirromane, die sich immer und immer wieder wiederholen. Die Geschichten sind teilweise so ähnlich, dass man die Lust verliert, ...

Seit dem Hype um die "Twilight"-Saga von Stephenie Meyer gibt es unzählige Vampirromane, die sich immer und immer wieder wiederholen. Die Geschichten sind teilweise so ähnlich, dass man die Lust verliert, ein Buch dieses Genres zu lesen. Julie Kagawa aber bringt frischen Wind in die Welt der Vampirromane und stellt die Vampire hier in einem ganz anderen Licht dar. Die Autorin ist bekannt für ihre unfassbar schönen Fantasyromane und das Kreieren fantastischer Fabelwelten wie in "Plötzlich Fee". In "Unsterblich – Tor der Dämmerung" hat sie es jedoch geschafft, etwas vollkommen anderes aufs Papier zu zaubern. Das überwiegend düstere Buch ist in einer dystopischen Umgebung angesiedelt, beinhaltet durch die Vampire trotzdem viele fantastische Elemente. Gerade dieses Neue macht den Auftakt ihrer Trilogie trotz einiger Schwächen zu einem Lesevergnügen.

Allison ist eine sehr starke Protagonistin, die ihr Leben lang auf sich alleine gestellt war und um ihr Überleben kämpfen musste. Dieser Kampf, dem sie tagtäglich ausgeliefert war, hat sie zu einer mutigen Kämpfernatur werden lassen. Das junge Mädchen gerät in viele brenzlige Situationen und schafft es jedes Mal, mit dem Leben davonzukommen. Der erste Teil der Handlung beschäftigt sich überwiegend mit ihrer Hintergrundgeschichte und dient als Einführung in die neue Welt, in der wir uns befinden, und liefert wichtige Informationen. Warum existiert die Welt, wie wir sie kannten, nicht mehr? Wie genau funktioniert die neue Gesellschaftsstruktur? Dies wird geschickt mit der Geschichte Allisons verknüpft, sodass sogar der streckenweise etwas langwierige erste Teil des Romans spannend genug bleibt.

Auch als Erwachsener fällt es sehr leicht, mit Allison zu sympathisieren. Sie ist weder aalglatt noch perfekt, sondern hat wie jeder normale Mensch Ecken und Kanten. Im Gegensatz zu vielen weiblichen Protagonisten im Bereich der Jugendfantasy nimmt sie ihr Schicksal nicht einfach hin. Sie ist nicht so naiv, alles zu glauben, was man ihr sagt, sondern hinterfragt die Dinge und versucht, auf eigene Faust Antworten zu finden. Besonders authentisch wirkt sie im zweiten Teil der Handlung, wo sie sich erneut auf der Flucht befindet und sich incognito einer Gruppe von Menschen anschließt, um den sicheren Hafen Eden zu erreichen. All die Zeit über muss sie versuchen, ihren Durst nach Blut in Griff zu bekommen, da sie niemanden zeigen möchte, zu was für einem Monster sie gemacht wurde. Auch wenn sie ein Vampir ist, so hat sie doch ihre Menschlichkeit nicht verloren.

Vor allem in diesen zweiten Teil des Romans lernt man einige andere Charaktere kennen - vielleicht sogar zu viele. Kagawa versucht, diese zwar so gut es geht in die Handlung einzufügen, allerdings hätte sie sich auf etwas weniger beschränken sollen. Besonders schnell ins Herz schließt man Zeke, mit dem sich eine Liebesgeschichte mit Allison andeutet. Diese wird aber weitestgehend im Hintergrund gehalten und ist nicht zu aufdringlich, sodass sie perfekt in die Handlung passt. Zeke ist ein herzensguter Mensch. Der Leser sollte sich allerdings nicht zu sehr an Charaktere gewöhnen, denn Kagawa hat an einigen Stellen deutlich gezeigt, dass nicht jeder von ihnen überleben wird. Trotzdem kann man hoffen, dass die Reise für Allison und Zeke doch ein gutes Ende nehmen wird.

Wie man es von der Autorin nicht anders gewöhnt ist, hat sie auch in ihrem Auftakt zur "Unsterblich"-Reihe einen angenehmen und flüssigen Schreibstil. Alles wird genauestens erklärt, sodass man die Welt bildlich vor Augen hat. Es gibt jedoch einige detaillierte Erklärungen, die sich sehr in die Länge ziehen, sodass ein Großteil doch etwas langatmig wird. Zwar ist es auf keinen Fall langweilig, aber man erwischt sich doch dabei, einige weniger interessante Passagen bloß zu überfliegen. Nichtsdestotrotz ist "Unsterblich - Tor der Dämmerung" ein gelungener erster Band einer etwas anderen Vampirstory.

Fazit

Zwar kann der Auftakt der "Unsterblich"-Trilogie nicht mit den anderen Büchern der Autorin mithalten, ist aber trotzdem ein wunderbares Lesevergnügen. Durch den angenehmen Schreibstil lässt sich das Buch relativ zügig weglesen und das Ende macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Der deutsche Titel ist ein bisschen irreführend, denn ein Tor der Dämmerung kommt im Buch nicht vor.

Veröffentlicht am 02.12.2018

unglaublicher Auftakt

0

"In einer Welt, in der Vampire herrschen, ist es besser, kein Mensch zu sein. Dunkelheit ist über die Welt gekommen, die Städte liegen in Ruinen und die Menschen sind zu Gefangenen der Vampire geworden. ...

"In einer Welt, in der Vampire herrschen, ist es besser, kein Mensch zu sein. Dunkelheit ist über die Welt gekommen, die Städte liegen in Ruinen und die Menschen sind zu Gefangenen der Vampire geworden. In dieser Welt lebt die ebenso eigensinnige wie mutige Allie, die sich Nacht für Nacht gegen die Tyrannei der Vampire auflehnt. Bis zu jedem schicksalshaften Moment, in dem sich für ihr Leben für immer verändern wird..."


Der Großteil der Menschheit ist aufgrund eines Virus verstroben, es gibt nur wenige Überlebenden. Diese stehen als Sklaven, genauer gesagt als Blutreserven den Vampiren zur Verfügung. Allie weigerte sich und lebt außerhalb der Stadtmauern, täglich kämpfend um ihr überleben und auf der Suche nach Nahrung, bis ihr Fund ihr Leben verändert.

Das Cover fesselt einen direkt. Es ist zeitlos und anziehend, es weckt in einem eine düstere und mysteriöse Stimmung und mit dem Klappentext ist man der Neugierde schon direkt verfallen.

Mit der ersten Zeile taucht man auch schon in die düstere Welt ein, jeder der die anderen Romane von Julie Kagawa (Plötzlich Fee) kennt, bemerkt den starken Kontrast.

Die Geschichte ist packend, der Leser wird direkt gefesselt, der Schreibstil leicht und flüssig zu lesen, die komplette Szene ist lebendig.

Dystopie und Vampire harmonieren, wie man mekrt, perfekt und Julie erschafft erneut eine Welt, die mehr als realistisch wirkt und einfach faszinierend ist. Sie verwickelt den Leser zwischen Realität und Fantasie, die Figuren authentisch und man findet viele Möglichkeiten sich in sie hineinzuversetzen. Anders als in dem Großteil der Bücher, wird dieses Buch aus der Ich-erzählperspektive der Protagonistin erzählt, was nur noch fesselnder ist.
Natürlich gehörte auch etwas Romantik dazu, doch Kagawa lässt diese am Rande laufen, und obwohl sie sich langsam entwickelt und scheinbar keinen Erfolg zu haben scheint, ist der Ausgang im ersten Band noch nicht bekannt und man kann lediglich vermuten.

Fazit: sehr empfehlenswert, endet mit Cliffhanger und die weiteren Bände sind nach dem ersten einfach ein muss!

Veröffentlicht am 30.06.2018

Sehr starker Auftakt dieser Trilogie

0

Inhalt:

Allison ist 17 Jahre alt und Waise. Sie lebt in einem Randsektor der Stadt New Covington. Dort lebt sie mit ein paar anderen „Unregistrierten“ in einer alten Schule. Die Welt wie wir sie kennen ...

Inhalt:

Allison ist 17 Jahre alt und Waise. Sie lebt in einem Randsektor der Stadt New Covington. Dort lebt sie mit ein paar anderen „Unregistrierten“ in einer alten Schule. Die Welt wie wir sie kennen gibt es nicht mehr. Eine Epidemie hat einen großen Teil der Menschheit getötet und Vampire haben die Herrschaft über die Menschen übernommen. Damit die Vampire genug Nahrung bekommen, müssen die Menschen sich registrieren lassen und regelmäßig zur Blutabnahme. Will man diesem Zwang entkommen bleibt einem nur das Leben als Unregistrierter. Doch dann bekommt man keine Nahrung und ist den Vampiren ausgeliefert. Allison hat sich ganz bewusst für dieses Leben entschieden und kämpft nun jeden Tag darum genug Nahrung zu finden und die Tage zu überstehen.

Als sie bei einem ausgedehnten Streifzug auf ein großes Nahrungslager stößt, informiert sie ihre Mitbewohner und sie machen sich gemeinsam auf den Weg zu diesem Lager. Denn diese Vorräte würden sie über den Winter bringen.
Doch es gibt auch noch die Infizierten. Und die sind oft eine größere Gefahr als die Vampire. Auf dem Rückweg vom Nahrungslager überfällt eine Gruppe Infizierter die jungen Leute. Allison wird schwer verletzt. Doch ein unbekannter Vampir entdeckt sie und so kommt es, dass sie vor der schwersten Wahl ihres Lebens steht. Will sie sterben oder will sie zu der Kreatur werden, die sie am meisten hasst?

Meine Meinung:

Julie Kagawa ist durch die „Plötzlich Fee“ Reihe ja sehr berühmt geworden. Ich habe oft das Problem, dass ich mich sträube etwas zu lesen wenn es so extrem gehypt wird. So war es auch bei dieser Autorin.
Allerdings möchte ich etwas mehr Vielfalt in meine Lesewelt bringen und mehr Fantasybücher lesen. Als ich dann sah, dass es eine neue Reihe von ihr gibt habe ich den ersten Teil bei mir einziehen lassen.

Und ich muss sagen, dass ich den Hype verstehe. Nun kenne ich die anderen Bücher nicht aber ich denke der Schreibstil wird ähnlich sein. Wir tauchen ein in eine Welt ohne Luxus, mit vielen Gefahren und ständiger Angst. Alles wirkt sehr bedrückend. Und man leidet sehr mit den Protagonisten. Gerade bei Allison ist es ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Das ist der Autorin wirklich gut gelungen.

Natürlich haben wir hier auch typische Vampir – Kriterien. Sie können nur Menschenblut trinken, nicht im Tageslicht wandeln usw. Und trotzdem ist es kein typisches Vampirbuch. Es ist eine Mischung aus Fantasy und Dystopie. Und alleine die Vorstellung in dieser Welt zu leben, bereitet einem Gänsehaut.
Wenn die Gruppe auf Motorräder, Autos und ähnliches trifft und sie nicht kennt. Das ist sehr erschreckend.

Während der Handlung macht Allison eine enorme Verwandlung durch. In New Covington muss sie ständig um ihr Leben kämpfen. Als sie später zu einer Gruppe stößt und mit ihnen reist, lernt sie zum ersten Mal richtige Freundschaft kennen. Und so bröckelt bei der harten Allison, irgendwann die harte Fassade. Und trotzdem ist das Buch nicht kitschig. Es gibt viel Spannung und Julie Kagawa scheut nicht davor so einige Personen sterben zu lassen.

Ich habe das Buch verschlungen und warte nun darauf das Teil 2 bei mir eintrifft. Mich hat Julie Kagawa auf jeden Fall überzeugt. Unsterblich- Tor der Dämmerung bekommt von mir 4 von 5 Lesekatzen.

Veröffentlicht am 30.01.2018

Super Reihe

0

Meine Meinung:

Inhalt:

Inhaltlich hat mich das völlig andere Konzept erst mal positiv überrascht. Es handelt sich bei dieser Serie nicht um eine solche, die mehrfach an die Konzeption von Twilight und ...

Meine Meinung:

Inhalt:

Inhaltlich hat mich das völlig andere Konzept erst mal positiv überrascht. Es handelt sich bei dieser Serie nicht um eine solche, die mehrfach an die Konzeption von Twilight und co angelehnt ist, sondern vordergründig eine eigene Idee verfolgt. Vampire agieren nicht mehr im Verborgenen, sondern sind Herrscher über Vampirstädte, in denen Menschen als eingeschüchterte Untertanen ohne jegliche Rechte existieren und gleichzeitig als Blutbank fungieren. Diese Idee sowie die Umsetzung muten von Beginn an als nicht so abgegriffen und ausrangiert an. Es ist eine lebhafte und frische Idee. Man kann es grob als Genre Mix von Fantasy und einem Hauch Dystopie beschreiben.

Gefallen hat mir, dass Vampire hier nicht ausschließlich die Rolle der „eigentlich Guten“ einnehmen. Ihre divergierenden Charakterzüge kommen offensichtlich zum Vorschein und werden auch dementsprechend hinterfragt.

Eine gewisse Grundspannung herrschte das ganze Buch über. Es gibt immer mal wieder kleinere Kampfszenen, in denen man um jedem einzelnen Charakter ringen muss. Die Autorin scheut nicht davor zurück sich auch wieder von einigen Charakteren zu trennen, die sie zuvor eingeführt hat. Jedoch habe ich im ersten Drittel nicht damit gerechnet, dass sich die Handlung noch einmal derart anders entwickeln und es noch um ein Vielfaches spannender werden würde. Auch wenn die Autorin das ziemlich geschickt eingefädelt hat, gab es leider des Öfteren Szenen, deren Ende relativ vorhersehbar war.

Teilweise gab es auch kürzere Passagen, die sich in die Länge zogen. Diese wurden dann aber wieder von spannenderen und actionreicheren Szenen abgelöst.

Auch wenn es sich um eine recht actionreiche Buchreihe handelt, spielt auch die Liebe eine gewisse, wenn auch etwas untergeordnete Rolle. Diese wird authentisch und einfach niedlich dargestellt ohne zu viel Raum einzunehmen. Ich finde es erfrischend mal einen Vampirroman zu lesen, in dem doch etwas zurückhaltender damit umgegangen wird und etwas mehr Wert auf die Handlung gelegt wird.



Charaktere:

In diesem Buch lernt der Leser recht viele Charaktere kennen, von denen jedoch nicht alle bis zum Ende überleben. Einige tauchen nur recht kurz auf, werden aber trotzdem angemessen in die Geschichte eingeführt.

Die Protagonistin Allison hat mich wirklich überzeugen können. Sie ist nicht diese perfekte Protagonistin, sondern hat auch Ecken und Kanten. Besonders interessant macht sie ihre Fähigkeit eigene Taten kritisch zu hinterfragen. Das lässt sie wesentlich authentischer erscheinen. Außerdem ist sie ein starker und mutiger Charakter, der auch für andere einsteht, möge die Lage noch so verzwickt sein.

Dieser Punkt bringt mich zu Stick, einem Charakter, den ich nicht weniger mögen könnte. Julie Kagawa erschafft mit ihm eine Figur, die mich dauerhaft bis an die Grenze des ertragbaren gebracht hat. Mir gefällt es, dass sie einen Charakter derart angelegt hat, gerade das hat auch den ersten Abschnitt des Buches sehr geprägt.

Zeke mochte ich von Anfang an. Seine Liebesgeschichte mit Allison wirkt realistisch und konnte mich gerade durch die auffallend feinfühlige Dosierung überzeugen.

Die Hauptcharaktere waren alle gut ausgearbeitet und ihre Handlungen passten gut zur Story.



Schreibstil:

Die Beschreibung dieser neuen Welt durch die Augen der jungen Protagonistin Allison ist sehr gelungen, da sich der Leser so unmittelbar in der Geschichte befindet und quasi einen Insider-Einblick erhält, anstatt mühseligen Beschreibungen und Erklärungen der Konzeption dieser Welt folgen zu müssen. Man lernt immer mehr Details umso tiefer Allison in diese Welt eintaucht.

Der Schreibstil ist sehr flüssig lesbar, was auf die jugendliche Sprache zurückzuführen ist. Sie entspricht absolut der Zielgruppe des Buches. Die Dialoge sind wortgewandt und teils witzig sowie dynamisch. Insgesamt entspricht der Schreibstil genau dem, was ich von einem Jugendbuch erwarte.



Fazit:

Mir hat dieses Buch gut gefallen. Ich empfand es als erfrischend mal eine Vampirgeschichte zu lesen, die nicht lediglich auf den Romance-Teil reduziert wurde, sondern auch die Schattenseiten eines Vampirs beleuchtet. Außerdem hat mir der Genre Mix gut gefallen, da es dem ganzen eine neue Richtung gegeben hat. Diese Reihe unterscheidet sich sehr deutlich von den bekannteren Werken der Autorin (Talon, Plötzlich Fee). Ich kann es wirklich empfehlen.

Veröffentlicht am 25.01.2018

ein großartiger Auftakt zu einer Trilogie, die mit erfrischenden Ideen überzeugen kann und garantiert noch für die eine oder andere Überraschung sorgen wird

0

Unsterblich – Tor der Dämmerung ist ein packender Serienauftakt, der trotz der Fokussierung auf die wohl bekanntesten Wesen der Phantastik mit neuen, erfrischenden Ideen überzeugen kann. Julie Kagawa gelingt ...

Unsterblich – Tor der Dämmerung ist ein packender Serienauftakt, der trotz der Fokussierung auf die wohl bekanntesten Wesen der Phantastik mit neuen, erfrischenden Ideen überzeugen kann. Julie Kagawa gelingt es den Leser mit ihrem mitreißenden Schreibstil vom ersten bis zum letzten Kapitel an die Seiten zu fesseln und bietet ihm durch ihre Kombination einer Dystopie mit phantastischen Elementen eine sehr gelungene sowie äußerst willkommene Abwechslung.
Die Vampire in diesem Roman sind alles andere als glitzernd oder kuschelig, sondern größtenteils die Monster, für die sie die Menschen, die sie teilweise regelrecht versklavt haben, halten. Dabei sollte man allerdings nicht zu voreilig alle in eine Schublade stecken, denn natürlich gibt es solche und solche, sodass manche wesentlich schlimmer sind als andere, die zumindest versuchen sich unter Kontrolle zu halten.
Daneben gibt es außerdem noch die Verseuchten, die einmal menschlich waren, doch nach ihrem Tod als etwas vollkommen anderes, animalisches zurückgekehrt sind, das sie im Grunde sogar noch gefährlicher als die Blutsauger macht. Besonders interessant ist vor allem ihre Entstehungsgeschichte und was sie mit den Vampiren verbindet.

Die Heldin Allison Sekemoto ist, trotz ihrer innigen Liebe zu Büchern, vielleicht nicht immer die sympathischste Protagonistin – dazu ist sie manchmal einfach zu abgebrüht, was man ihr jedoch nicht zu sehr verübeln kann, da es sich dabei vermutlich um eine unvermeidbare Konsequenz der Art und Weise handelt, wie sie aufgewachsen ist – dafür aber eine sehr authentische. Sie scheut sich nicht davor harte Wahrheiten auszusprechen oder Risiken einzugehen, denn sie weiß aus ihren vielen schlimmen Erfahrungen zu gut, dass man nur den wenigsten Menschen vertrauen kann – falls überhaupt jemandem – , weil jeder sich selbst der nächste ist und nicht vor Verrat zurückschreckt, wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht. Trotzdem ist sie anderen gegenüber nicht immer völlig gleichgültig, sondern durchaus hilfsbereit und setzt sich für andere ein. Zumindest, wenn es Sinn macht, denn sie bewahrt auch in gefährlichen Stresssituationen einen kühlen Kopf und erkennt dadurch, wann die Lage aussichtslos und eine Rettung nicht mehr möglich ist. Sie trauert um ihre Verluste, versinkt deswegen aber nicht in Selbstmitleid, sondern macht weiter, weil sie ohnehin keine andere Wahl hat, wenn sie überleben will.

Und ihr Überlebensinstinkt ist sehr ausgeprägt, denn vor die Wahl gestellt, wird sie lieber selbst zu einem Vampir als zu sterben – ohne wieder aufzuwachen. Manchmal bereut sie diese Verwandlung, gibt allerdings offen zu, dass sie sich in der gleichen Situation wieder genauso entscheiden würde, weil sie immer das Überleben wählen würde, auf welche Art auch immer. Obwohl sie die Blutsauger abgrundtief verabscheut, nimmt sie ihr neues Dasein an und versucht das Beste aus der Chance zu machen, die ihr Schöpfer Kanin ihr damit gegeben hat, selbst wenn das bedeutet, dass sie ihr altes Leben hinter sich lassen muss.

Sie lernt von ihm, was es heißt ein Vampir zu sein, muss sich aber selbst entscheiden, welchen Weg sie einschlagen will und somit in gewisser Hinsicht zu sich selbst finden. Will sie das Monster sein, für das sie alle Menschen – einschließlich ihres vergangenen Ichs – halten oder sich ihre Menschlichkeit so gut es geht bewahren und die Lebenden nicht nur als Nahrung betrachten? Sie kann nicht auf Blut verzichten, will jedoch keinesfalls die Kontrolle über sich verlieren und jemanden töten, auch wenn Kanin das für unausweichlich hält. Dieser Wunsch ist nur allzu verständlich, allerdings geht ihr Mitgefühl für ihre Opfer manchmal ein wenig zu weit. Wenn sie Männer aussaugt, die sie, wäre sie noch ein Mensch, vergewaltigt und dann vermutlich sogar getötet hätten, muss sie nun wirklich keine Schuldgefühle haben oder sich wegen solcher Vorwürfe gar selbst den Tod wünschen!

Allie ist aber nicht die einzige erwähnenswerte Figur, ihr Schöpfer Kanin ist nämlich ebenfalls ein sehr interessanter Charakter. Er erscheint manchmal sehr kaltherzig und gleichgültig, versteckt hinter seiner Fassade jedoch einige Emotionen. Er verbirgt ein dunkles Geheimnis und lässt die Vergangenheit, entgegen seiner eigenen Ratschläge, nicht wirklich hinter sich, sondern versucht seine Fehler wieder gutzumachen. Obwohl er seinem Abkömmling beibringt, dass Menschen nur Nahrung seien, tötet er seine Opfer nicht einfach, stattdessen hinterlässt er ihnen manchmal sogar eine Gabe als Ausgleich für das, was er sich von ihnen genommen hat. Abgesehen von seiner wahren Identität erfährt man im ersten Teil leider nicht viel mehr über ihn. Doch die Chancen stehen gut, dass man ihn in der Fortsetzung noch etwas besser kenne lernt.

Neben der Frage, was Allison nun mit ihrer neuen Existent anfangen soll, steht in Unsterblich – Tor der Dämmerung auch das Thema (In-)Toleranz stark im Mittelpunkt. Während Allison durch ihre Verwandlung praktisch dazu gezwungen wird ihre eigenen Vorurteile gegenüber Vampiren zu überwinden, wenn sie sich nicht selbst verlieren will, sind die meisten Menschen nicht gewillt irgendetwas anderes in ihnen zu sehen als seelenlose Monster. Leider trifft das teilweise sogar auf diejenigen zu, die Allie ihr Leben verdanken.
Glücklicherweise gibt es daneben jedoch solche, die in der Lage sind ihre Vorurteile zu überwinden und sich selbst ein Bild zu machen –einen Vampir ebenfalls nach seinen Handlungen zu beurteilen und nicht nur nach seinem Wesen – statt stur der Denkweise zu folgen, die man ihnen eingetrichtert hat. Es gibt gute und schlechte Menschen, warum also nicht auch gute und schlechte Vampire?

Zwischen einer solchen Person und Allie entwickelt sich im Verlauf der Handlung langsam eine zarte und glaubwürdige Liebesgeschichte, die aber alles andere als ungefährlich ist, vor allem für den Sterblichen. Doch wie sagt man so schön? Das Herz geht Wege, die der Verstand nicht kennt. Keiner von Beiden kann sich daher auf Dauer gegen seine Gefühle wehren, so unterschiedlich sie sein mögen und so undenkbar eine gemeinsame Zukunft erscheint.

Neben einigen ruhigen, gleichwohl interessanten Passagen, kommt die Spannung allerdings nicht zu kurz. Immer wieder befindet sich Allie – allein oder zusammen mit anderen – auf der Flucht, in riskanten Situationen oder in gefährlichen Kämpfen, deren Ausgang ungewiss ist. Es fällt einem daher sehr schwer das Buch wieder aus der Hand zu legen sobald man es einmal aufgeschlagen hat, weshalb man diesen Roman erst beginnen sollte, wenn man ausreichend Zeit dafür hat.

Das Ende ist Julie Kagawa ebenfalls sehr gut gelungen und man ist dankbar dafür, dass sie auf einen richtigen Cliffhanger verzichtet hat. Nichtsdestotrotz wird man sich den zweiten Teil auf keinen Fall entgehen lassen, denn es bleiben genügend Handlungsstränge und Fragen offen, die einen neugierig machen und den Wunsch nach mehr wecken.


FAZIT

Unsterblich – Tor der Dämmerung ist ein großartiger Auftakt zu einer Trilogie, die mit erfrischenden Ideen überzeugen kann und garantiert noch für die eine oder andere Überraschung sorgen wird. Insbesondere die Figuren, allen voran die Protagonistin Allison, sind alles andere als gewöhnlich und bleiben einem gerade deshalb in Erinnerung.
Julie Kagawa erzählt mit dieser Reihe eine Geschichte, die von der ersten Seite an mitreißend ist und einen selbst nach dem Ende weiterhin beschäftigt. Allies Abenteuer ist aber zum Glück noch nicht vorbei, weshalb man es kaum erwarten kann den zweiten Teil dieser außerordentlichen Reihe in die Finger zu bekommen!