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Veröffentlicht am 04.11.2020

ein faszinierender Graphic Novel mit wunderschönem Artwork

Brindilla. Band 1 (von 2)
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Brindilla – Die Schattenjäger ist der Beginn einer interessanten Geschichte, die im ersten Band allerdings mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet und einen mit vielen ungelösten Rätseln zurücklässt, ...

Brindilla – Die Schattenjäger ist der Beginn einer interessanten Geschichte, die im ersten Band allerdings mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet und einen mit vielen ungelösten Rätseln zurücklässt, sodass man als Leser die meiste Zeit über genauso im Dunkeln tappt wie die Protagonistin Brindilla, die sich nach ihrer Flucht vor einem Feuer nicht mehr daran erinnern kann, wer oder was sie ist.
Zunächst findet die titelgebende Heldin Unterschlupf in einem kleinen Dorf, deren Bewohner sie gleichermaßen neugierig und freundlich empfangen. Kurze Zeit später findet Brindilla sich jedoch plötzlich allein in dem nun verlassenen Dorf wieder. Erste Hinweise darauf, warum die Bewohner geflohen sind und inwiefern sie dafür verantwortlich ist, erhält sie schließlich von einem geheimnisvollen Wolf, der zumindest optisch eigentlich eher an einen etwas zu groß geratenen Fuchs erinnert. Er ist ein mysteriöser Charakter, den man nicht so recht zu durchschauen vermag, trotzdem hofft man ihm im zweiten Band wieder zu begegnen.

Sowohl er als auch die Dorfbewohner scheinen mehr über Brindilla und ihre Furcht erregenden Verfolger zu wissen als die Hauptfigur selbst. Diese und den Leser lässt man hingegen weiterhin im Unklaren über die genauen Zusammenhänge. Der Wolf will Brindilla angeblich an ihr Ziel bringen, welches das ist und woher er es kennt, verschweigt er ihr allerdings, sodass man selbst am Ende des ersten Bandes noch nicht wirklich weiß, wodurch die Protagonistin zur Gejagten wurde und wo diese phantastische Geschichte letztlich hinführen soll. Immerhin wird aber die Neugier des Lesers geweckt, weshalb man den zweiten Band ebenfalls gern lesen möchte, um mehr über Brindilla zu erfahren.

Obwohl sie auch ihre schwachen, ängstlichen Momente hat, ist sie eine mutige junge Frau, die ihren eigenen Kopf hat und sich durchzusetzen weiß. Dass die Dorfbewohner sie nicht in den Wald gehen lassen wollen, weil dies für Frauen zu gefährlich sei, passt ihr beispielsweise gar nicht. In einem unbeobachteten Moment schleicht sie sich daher einfach hinaus, denn sie denkt überhaupt nicht daran sich mit Tätigkeiten wie Abwaschen oder Gemüseernten zu begnügen.

Der Auftakt der Dilogie endet mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger, der den Leser ganz schön in der Luft hängen lässt. Man kann einen ersten Blick auf die überaus schaurige Armee der Schattenjäger werfen, weiß allerdings nicht, was sie wollen oder warum sie hinter Brindilla her sind. Umso gespannter ist man auf den zweiten Band, der hoffentlich endlich Licht ins Dunkel bringt und wenigstens ein paar der vielen offenen Fragen beantwortet.

Die wundervollen Zeichnungen stammen von Federico Bertolucci und sind perfekt auf das Setting abgestimmt. Die Kleidung von Brindilla und den Dorfbewohnern besteht zum Beispiel aus Blättern. Da die Geschichte größtenteils im Wald spielt, überwiegen farblich vor allem Grün- und Erdtöne. Darüber hinaus werden im Verlauf der Handlung vorwiegend gedeckte, eher dunkle als helle Farben verwendet, passend zur zunehmend bedrohlicher werdenden Atmosphäre. Die einzelnen Zeichnungen sind stets detailreich und eher durch sanfte, geschwungene Linien statt harte Kanten gekennzeichnet. Einen etwas tieferen Einblick in die Arbeit des Zeichners erhält man zudem durch das hinten enthaltene Skizzenbuch, in dem unter anderem verschiedene Entwürfe zur Protagonistin und weiteren Figuren zu finden sind.

FAZIT
Brindilla – Die Schattenjäger ist ein faszinierender Graphic Novel mit wunderschönem Artwork, der zwar vor allem Fragen aufwirft, dadurch aber auf jeden Fall neugierig auf die Fortsetzung macht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2020

ein sehr empfehlenswerter New Adult Roman, dem man deutlich anmerkt, dass die junge Autorin sich seit dem ersten Band weiterentwickelt hat

Never Too Late
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Never Too Late ist eine sehr gelungene Fortsetzung und nicht nur besser als erwartet, sondern sogar noch besser als der Auftakt der Dilogie, weshalb man sich dank ihr bestimmt auch das nächste Werk der ...

Never Too Late ist eine sehr gelungene Fortsetzung und nicht nur besser als erwartet, sondern sogar noch besser als der Auftakt der Dilogie, weshalb man sich dank ihr bestimmt auch das nächste Werk der Autorin zumindest näher ansehen wird. Wer Never Too Close womöglich nur mittelmäßig fand, sollte dem zweiten Band also auf jeden Fall noch eine Chance geben.
Zur eigenen Überraschung schließt man die Protagonistin Zoé trotz ihrer Ecken und Kanten und obwohl man ihr Verhalten nicht immer nachvollziehen kann, früher oder später richtig ins Herz und mag sie letztendlich sogar lieber als ihre beste Freundin Violette. Zoé ist zugegebenermaßen nicht immer einfach, doch das ist zum Teil den einschneidenden Erlebnissen in ihrer Vergangenheit zuzuschreiben, die in verschiedenen Rückblenden näher beleuchtet werden und erklären, wie und warum Zoé zu der Frau wurde, die sie heute ist, was sie geprägt hat und welche Momente ihr Handeln heute noch immer nachhaltig beeinflussen.

Während man mit Zoé erst langsam warm wird, liebt man Jason vom ersten Augenblick an. Entweder wurde er im ersten Band nicht ins rechte Licht gerückt oder man hat ihn schlicht falsch eingeschätzt, jedenfalls ist er in Never Too Late ein wahnsinnig charmanter Charakter, in den man sich quasi auf der Stelle verliebt. Außerdem stellt er ein willkommenes Gegengewicht zu Zoé dar, weil er beispielsweise mit wesentlich weniger familiären Problemen zu kämpfen hat. Natürlich ist in seinem Leben nicht alles perfekt und auch in seiner Familie gibt es Unstimmigkeiten, aber das alles ist erfreulicherweise weit entfernt von traumatischen oder übertrieben dramatischen Konflikten, wie man sie gelegentlich in anderen New Adult Romanen vorfindet.

Zusammen sind Jason und Zoé ein wahnsinnig tolles Paar, bei dem die Chemie einfach stimmt. Die Spannung zwischen ihnen ist förmlich greifbar und man freut sich jedes Mal aufs Neue über ihre amüsanten verbalen Schlagabtausche. Für sie selbst kommt der Wunsch nach Zweisamkeit jedoch überaus überraschend. Im Gegensatz zu vielen anderen Liebesromanen ist es in diesem Fall Jason, der sich zuerst eingesteht, dass er sich ernsthaft in Zoé verliebt hat und auf mehr hofft als nur eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen. Zoé braucht wesentlich länger, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen und zuzulassen von jemandem geliebt zu werden, weil sie selbst mit so vielen Unsicherheiten und Selbsthass zu kämpfen hat, dass sie sich nicht vorstellen kann aufrichtig geliebt zu werden.

Mit Ausnahme des Epilogs spielt der gesamte Roman parallel zum ersten Band, sodass natürlich auch Violette und Loan regelmäßig auftauchen, aber nun in den Hintergrund rücken. Außerordentlich unterhaltsam sind allerdings Jasons und Zoés Gedanken zu der Beziehung ihrer jeweiligen besten Freunde, da sie lange vor den eigentlich Betroffenen erkennen, was die beiden tatsächlich füreinander empfinden. Da die Handlung abwechselnd aus den Perspektiven von Zoé und Jason geschildert wird, kann man sich in beide Hauptfiguren sehr gut hineinversetzen und hautnah miterleben, wie die zwei nach und nach tiefere Gefühle füreinander entwickeln und welche Situationen oder Verhaltensweisen dafür ausschlaggebend sind. Ferner gibt es zahlreiche Szenen, die einen zum Schmunzeln bringen, und für die meisten davon ist Jason verantwortlich. Daneben gibt es auch ein paar gelungene, sparsam eingesetzte erotische Szenen, die sich harmonisch in die Geschichte einfügen.

Die authentische Einarbeitung ernsterer Materien, darunter Essstörungen und häusliche Gewalt, wertet das Buch noch zusätzlich auf, denn Morgane Moncomble verleiht der Liebesgeschichte zwischen Zoé und Jason damit eine gehörige Portion Tiefgang. Sie beleuchtet in Never Too Late dadurch einige wichtige Themen, über die in der heutigen Gesellschaft noch immer viel zu wenig offen gesprochen wird, obwohl zahlreiche Leute davon betroffen sind. Darüber hinaus spielen auch Intoleranz und Anfeindungen im Internet eine Rolle. Obwohl sie eben nicht lesbisch, sondern bisexuell ist, muss Zoé sich zum Beispiel dumme Sprüche anhören, wenn sie mit einem Mann zusammen ist und dies auf Instagram zeigt.

Abschließend sei noch erwähnt, dass Never Too Late sowohl als Buch als auch als Hörbuch, wundervoll gelesen von Corinna Dorenkamp und Julian Horeyseck, ein echter Genuss ist. Negativ fällt in diesem Zusammenhang lediglich auf, dass der Regisseur bzw. die Regisseurin nicht konsequent genug auf die identische Aussprache von Namen geachtet hat. So spricht Julian Horeyseck den Namen ‚Ethan‘ französisch aus, während Corinna Dorenkamp die amerikanische/englische Aussprache gewählt hat. Dies führt anfangs zu Irritationen, weil der Name dadurch so unterschiedlich klingt, dass man etwas Zeit braucht, um zu erkennen, dass dennoch von der gleichen Person die Rede ist.

FAZIT
Never Too Late ist ein sehr empfehlenswerter New Adult Roman, dem man deutlich anmerkt, dass die junge Autorin sich seit dem ersten Band weiterentwickelt hat, und der daher sogar noch besser gefällt als Never Too Close, den man im Übrigen nicht zwingend gelesen haben muss, um der wunderbaren Liebesgeschichte von Zoé und Jason folgen zu können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2020

ein mitreißender, schnell gelesener Graphic Novel über eine selbstbewusste und entschlossene junge Frau

Liberty Bessie. Band 1 (von 2)
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Liberty Bessie – Eine Pilotin aus Alabama ist ein interessanter Graphic Novel, bei dem schon das Vorsatzpapier zum genaueren Hinschauen einlädt, da diverse Ausschnitte aus verschiedenen Zeitungen und Briefen ...

Liberty Bessie – Eine Pilotin aus Alabama ist ein interessanter Graphic Novel, bei dem schon das Vorsatzpapier zum genaueren Hinschauen einlädt, da diverse Ausschnitte aus verschiedenen Zeitungen und Briefen darauf abgebildet sind, die augenblicklich neugierig auf die eigentliche Geschichte machen.
Die Handlung beginnt 1944, mitten im zweiten Weltkrieg, springt jedoch schon kurze Zeit später vier Jahre in die Zukunft, also ins Jahr 1948. Dort trifft man auf Bessie, eine junge, selbstbewusst Frau, die ihren ganz eigenen Kopf hat. Sie ist offenbar die Tochter des Piloten, den man anfangs kurz kennen lernte, und hat eine Vorliebe für Flugzeuge. Daher will sie in die Fußstapfen ihres Vaters treten und ebenfalls Pilotin werden, obwohl dies zur damaligen Zeit kein vermeintlicher „Frauenberuf“ war.

Auf der Suche nach ihrem Vater beweist Bessie viel Entschlossenheit und begibt sich kurzerhand allein nach Frankreich, um Nachforschungen anzustellen. Dort findet sie schließlich auch ihren ersten Job als Co-Pilotin. Allerdings wird sie dabei in zwielichtige Geschäfte verwickelt, da ihre Arbeitgeber vermutlich als Schmuggler tätig sind und Bessies Ehrlichkeit und Naivität für ihre Zwecke ausnutzen. Sowohl durch diese illegalen Aktivitäten als auch durch das Fliegen als solches gerät die junge Pilotin mehrmals in turbulente und brenzlige Situationen, die aber immerhin für Spannung sorgen.

Von kleinen Rückschlägen lässt sie sich jedoch nicht entmutigen und schließlich bekommt sie Unterstützung von dem sympathischen Max. Zwischen ihm und Bessie entwickelt sich im Verlauf der Handlung eine Liebesbeziehung, die aber allenfalls dezent angedeutet wird und sich nicht in den Vordergrund drängt. Im Fokus steht weiterhin die Suche von Bessie nach ihrem Vater bzw. Antworten zu dessen Verschwinden. Die zwischendurch mehrfach integrierten Ausschnitte aus dem Tagebuch ihres Vaters stellen eine Verbindung zwischen seiner Geschichte und der von Bessie her, die als seine Tochter natürlich wissen möchte, was ihm widerfahren ist und endlich Gewissheit hinsichtlich seines Schicksals erlangen will.

Der erste Band endet zwar nicht direkt mit einem Cliffhanger, dafür jedoch mit einer gewissen Vorahnung, die definitiv neugierig auf den zweiten Band macht.

Da die Geschichte zu einer Zeit spielt, in der in den USA noch Rassentrennung herrschte, wird Bessie als schwarze Pilotin nicht nur mit Sexismus, sondern auch mit Rassismus konfrontiert. Beides sind zwar keine zentralen Themen des Graphic Novels, unterschwellig allerdings stets zu spüren und auf authentische Weise in die Handlung eingeflochten.

Die tollen Zeichnungen stammen von dem Künstler Vincent. Sie sind zum Teil recht farbenfroh, aber weder zu grell noch zu düster gestaltet. Sein Stil ist äußerst detailreich und eher durch feine, weiche Linien geprägt als durch harte Kanten. Die Illustrationen setzen die Handlung gekonnt in Szene und zeichnen diesen empfehlenswerten Graphic Novel ebenso aus wie die fesselnde Geschichte.

FAZIT
Liberty Bessie – Eine Pilotin aus Alabama ist ein mitreißender, schnell gelesener Graphic Novel über eine selbstbewusste und entschlossene junge Frau, der auf jeden Fall Lust auf die Fortsetzung macht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2020

ein niedliches Bilderbuch, das vor allem mit seinen zauberhaften Illustrationen punkten kann

Die kleine Hummel Bommel - Nur Mut!
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Die kleine Hummel Bommel – Nur Mut! ist das neueste Abenteuer der beliebten Hummel und reiht sich gekonnt in die Bilderbuch-Reihe ein, deren einzelne Bände man immer wieder gern zur Hand nimmt. Aufgrund ...

Die kleine Hummel Bommel – Nur Mut! ist das neueste Abenteuer der beliebten Hummel und reiht sich gekonnt in die Bilderbuch-Reihe ein, deren einzelne Bände man immer wieder gern zur Hand nimmt. Aufgrund der wenigen Seiten ist das Vergnügen meist nur von kurzer Dauer, dem neuesten Band kann man jedoch ein wenig mehr Zeit widmen, denn er enthält mehr Text als gewohnt, sodass man nicht nur mehr zum (Vor-)Lesen, sondern auch insgesamt mehr von der Geschichte hat.
Die große Insektenaufführung steht kurz bevor und Bommel ist ein wenig nervös. Nachdem seine Oma ihm Mut zugesprochen hat, macht er sich auf den Weg zur Blätterbühne und macht unterwegs allen anderen Insekten Mut, die etwas Bammel vor ihren Auftritten haben. Dadurch begegnet man erneut allerhand anderen Figuren, darunter sowohl zahlreiche Bekannte als auch ein paar interessante Neulinge, denn die Autorinnen haben die große Vielfalt an Insekten noch lange nicht ausgeschöpft und lassen sich immer wieder neue Charaktere einfallen. Ein lustiger Cameo für die erwachsenen (Vor-)Leser ist dabei vor allem der Auftritt von Thomas Gottschalk als Moderator in Form von Tommy Gottesanbeter. Besonders zauberhaft sind hingegen unter anderem die neu hinzugestoßenen Glühwürmchen.

Die Handlung umfasst wieder einen recht kurzen Zeitraum und am Ende kommt es sogar zu einer etwas brenzligen Situation, doch Bommel stürzt sich mutig hinein, sodass er und Ricardo sie schließlich gemeinsam meistern. Außerdem wird erneut ein weiteres Abenteuer für die kleine Hummel in Aussicht gestellt.

Zudem wurde ein weiteres Mal ein Lied von Maite Kelly in die Handlung integriert. Die Botschaft des Songs – denk daran, wer du bist – passt allerdings nicht hundertprozentig zur Geschichte, denn es geht eigentlich mehr darum mutig zu sein und sich etwas zu trauen bzw. an sich selbst zu glauben als darum man selbst zu sein und zu sich zu stehen, obschon diese Botschaft natürlich ebenfalls nicht verkehrt ist. Die Freude am Buch schmälert das aber keineswegs.

Die ganzseitigen Illustrationen von Joëlle Tourlonias zeugen von viel Liebe zum Detail, haben einen hohen Wiedererkennungswert und sind wie immer einfach wunderbar. Der Anblick der gezeichneten Insektenkinder zaubert einem stets ein Lächeln aufs Gesicht und es macht große Freude jede einzelne Seite zu betrachten. Wenn man gründlich hinsieht, kann man auf fast jeder Seite irgendeine kleine Besonderheit entdecken. Zu Bommels roten Chucks gesellt sich nun auch ein rotes Superhummelcape hinzu, ansonsten bleibt es bei den gewohnten, naturnahen Farbkombinationen, bestehend aus Grün- und Erdtönen.

FAZIT
Die kleine Hummel Bommel – Nur Mut! ist ein niedliches Bilderbuch, das vor allem mit seinen zauberhaften Illustrationen punkten kann und sich Fans der Hummel natürlich nicht entgehen lassen werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2020

der gelungene Abschluss einer außergewöhnlichen und durchweg mitreißenden Fantasy Dilogie

Muse of Nightmares - Das Erwachen der Träumerin
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Muse of Nightmares – Das Erwachen der Träumerin ist eine großartige Fortsetzung und zugleich das packende Finale einer rundum gelungenen Dilogie bzw. hierzulande einer Tetralogie, an die man sich noch ...

Muse of Nightmares – Das Erwachen der Träumerin ist eine großartige Fortsetzung und zugleich das packende Finale einer rundum gelungenen Dilogie bzw. hierzulande einer Tetralogie, an die man sich noch lange erinnern wird. Nachdem man die letzte Seite gelesen und das Buch zugeschlagen hat, kann man das nächste Werk dieser brillanten Autorin wirklich kaum noch erwarten. Bis dahin muss man sich wohl oder übel mit den bisher erschienenen Büchern begnügen – sofern man diese nicht bereits gelesen hat.
Der zweite Teil des letzten Bandes schließt wieder nahtlos an den Vorgänger an, sodass die Gruppe um Lazlo und Sarai weiterhin vor der Frage steht, wie sie Minyas Rachedurst unter Kontrolle bringen sollen, ohne die Bewohner von Weep zu gefährden. Minya zu töten kommt weder für die anderen Götterkinder noch für Lazlo in Frage – und das nicht nur, weil sie Sarais Seele festhält, immerhin ist Lazlo trotz allem noch der schüchterne und hilfsbereite Bibliothekar, den man im ersten Band kennen und lieben gelernt hat.

Doch wer glaubt, dass dies die größte Herausforderung ist, der die Charaktere im Finale gegenüber stehen, irrt sich gewaltig, denn Laini Taylor hat noch einige Überraschungen auf Lager, einschließlich neuer Feinde, mit denen weder die Menschen noch die Götterbrut gerechnet haben. Feinde, die möglicherweise nur mit vereinten Kräften besiegt werden können, sodass die einstigen Gegner nun Hand in Hand zusammen arbeiten müssen.

Es handelt sich hierbei allerdings nicht nur um eine sehr spannende, sondern auch um eine überaus emotionale Fortsetzung, die einem manchmal sogar Tränen in die Augen treibt, da die Kämpfe, die natürlich nicht ausbleiben, mitunter zu traurigen Verlusten führen. Mindestens ebenso berührend ist das Zusammentreffen gewisser Charaktere, die sich nun zum ersten Mal begegnen. Durch Lazlos unerwartete Verwandlung haben einige Bürger Weeps erkannt, dass von den Götterkindern nicht grundsätzlich eine Gefahr ausgeht. Sie fangen an ihr Handeln und Denken zu hinterfragen und entwickeln sogar den Wunsch ihre Kinder oder Enkelkinder kennen zu lernen. Für ein paar romantische Momente sorgt zudem weiterhin die Liebesgeschichte zwischen Lazlo und Sarai. Die beiden sind einfach ein wundervolles Paar und ihre Liebe zueinander ist in jedem Augenblick spürbar.

Im letzten Band wird auch der Wissensdurst des Lesers zufriedenstellend gestillt. Die meisten Fragen werden im Verlauf des Buches beantwortet, sodass nur wenige Ungewissheiten übrig bleiben, darunter jedoch das Rätsel, wie es Eril-Fane damals gelang Skathis zu töten. Dafür erfährt man mehr über Lazlos Vergangenheit und darüber, was mit all den anderen Götterkindern geschah, die über die Jahre von Korako weggebracht wurden. Darüber hinaus wird man mit ein paar unerwarteten Erkenntnissen über Minya konfrontiert, die sie in ein völlig neues Licht rücken, und Minya selbst ist später ebenfalls noch für eine Überraschung gut. Letzteres gilt auch für die Schwestern Kora und Nova, die man im ersten Teil des zweiten Bandes kennen gelernt hat und die selbstverständlich im Finale eine Rolle spielen, allerdings nicht mehr wie bisher nur in Form von Rückblenden.

Schön zu beobachten ist ferner, dass sich einige Charaktere merklich weiterentwickeln – in positiver Hinsicht. Vor allem Thyon ist kaum wiederzuerkennen und nun wesentlich sympathischer als zu Beginn. Er blüht in Weep regelrecht auf und zwischen ihm und einer gewissen anderen Figur keimen sogar tiefere Gefühle auf, obgleich diese Beziehung sehr langsam voranschreitet und allenfalls angedeutet wird. Das Verhalten anderer Figuren zaubert einem wiederum permanent ein Lächeln aufs Gesicht.

Alles in allem ist dieser Abschluss generell ganz anders als erwartet. Die Welt, die Laini Taylor erschaffen hat, wird noch um einiges komplexer und bekommt zusätzlich Ebenen, die aber nur im Ansatz beleuchtet werden können. Vielleicht hebt sich die Autorin manches davon für zukünftige Bücher auf. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, zumal sie mehrfach weitere Geschichten in Aussicht stellt. Verstärkt wird dies nicht zuletzt auch durch den Bezug zu ihrer Zwischen den Welten Trilogie, der im letzten Band hergestellt wird, ohne jedoch näher darauf einzugehen, sodass dies vermutlich nur den besonders aufmerksamen Fans der Autorin auffällt.

Obschon man sich manches anders vorgestellt hat, ist man mit dem Ende durchaus zufrieden und kann sehr gut damit leben. Der abschließende Epilog gewährt letztlich noch einen interessanten Ausblick darauf, welcher Aufgabe die Charaktere sich nun widmen werden und wir ihr Leben nach den jüngsten Ereignissen weiter verläuft.

FAZIT
Muse of Nightmares – Das Erwachen der Träumerin ist der gelungene Abschluss einer außergewöhnlichen und durchweg mitreißenden Fantasy Dilogie, die man wahrlich nur empfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere