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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2017

Gefühlsgeladener Prolog, danach sehr oberflächlich.

All for You – Sehnsucht
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Das Buch beginnt mit einem fantastischen Prolog, der das Interesse des Lesers weckt und die Gefühle der Protagonisten unglaublich gut rüberbringt. Die intensiven Gefühle, die die beiden füreinander hegen, ...

Das Buch beginnt mit einem fantastischen Prolog, der das Interesse des Lesers weckt und die Gefühle der Protagonisten unglaublich gut rüberbringt. Die intensiven Gefühle, die die beiden füreinander hegen, kommen beim Leser an und lassen diesen mitfiebern. Nach den fünf Jahren Kontaktlosigkeit ist die Beziehung jedoch völlig anders geartet, als sich die beiden wieder näherkommen: Es gibt unglaublich viele nervige Streitereien und mindestens genauso viel Versöhnungssex. Die Beziehung scheint auf einmal nur noch körperlicher Art zu sein und von den ach so tiefen Gefühlen, die die beiden füreinander hegen, merkt der Leser leider nur wenig. Dies zieht sich bis zum Ende hin und wurde in meinen Augen auch leider nicht mehr besser. Es wird viel auf Drama gemacht, aber statt den Leser in diesen Momenten mitzureißen und mitfühlen zu lassen, wirkten diese Momente auf mich pseudotiefgründig und melodramatisch. Der Eindruck einer tiefen Verbindung zwischen den Protagonisten konnte bei mir nicht mehr geweckt werden, obwohl das Buch in dieser Hinsicht mit dem Prolog so stark begann.

Obwohl der Schreibstil durchgehend angenehm und flüssig zu lesen war und die Liebeszenen unglaublich gut und ansprechend geschildert waren (obwohl sie auf der Gefühlsebene zu wünschen übrig ließen), baute das Buch für mich immer weiter ab, sodass mir auch die Lust am Weiterlesen irgendwann abhandenkam. Dies ist auch den Protagonisten verschuldet. Maya war eine Protagonistin, mit der ich im Prolog richtig mitgelitten habe. Sie schien, ein schweres Geheimnis mit sich herumzutragen, das sie Cameron nicht anvertrauen konnte und aufgrund dessen sie seinen Heiratsantrag ablehnen musste. Leider war das Geheimnis in meinen Augen ziemlich mau. Es war nichts, was sie mit Cam nicht hätte besprechen können. Aufgrund dessen wirkte das Beziehungsdrama der beiden unnötig an den Haaren herbeigezogen und die ach so tiefe Verbindung von Maya und Cam bekam für mich einen Dämpfer, da hier offenbar eine Vertrauensbasis fehlte. Dazukam, dass Maya sich nach den fünf Jahren wirklich drastisch verändert hat, was natürlich nachvollziehbar war, mir aber zunehmend auf die Nerven ging. Sie war verständlicherweise abweisend und in Bezug auf Cam sehr vorsichtig, gleichzeitig aber auch verantwortungslos, was sich in ihrem enormen Alkoholkonsum äußerte. Ihr offensichtliches Unglücklichsein und ihr Kontrollverlust drückten auf die Stimmung, sprachen aber nicht mein Mitgefühl an. Sie ging mir zunehmend auf die Nerven, was sich bis zum Ende nicht mehr besserte. Ihre Entwicklung auf den letzten zwanzig Seiten war viel zu schnell und unrealistisch, sodass die eingeflochtenen Themen (beispielsweise die Alkoholabhängigkeit) nicht zufriedenstellend abgehandelt wurden. Daraus hätte man viel mehr machen können.

Cam war daneben etwas sympathischer, aber auch nicht immer ein angenehmer Protagonist. Man merkt schon im Prolog, dass er klammernd und besitzergreifend ist, Mayas Wünsche auf etwas Bedenkzeit nicht akzeptieren kann, sondern auf eine sofortige Entscheidung pocht. Dadurch beginnt überhaupt erst das ganze Drama und er scheint auch nach fünf Jahren nicht sehr viel dazugelernt haben. Immer noch ist er besitzergreifend und will zu schnell zu viel, obwohl er sich zumindest Mühe gibt, etwas geduldiger zu sein. Die aktuelle Maya, die neue Maya, scheint er dabei aber irgendwie nicht zu sehen, er verrennt sich in der Vorstellung seiner früheren Beziehung mit ihr, liebt ihr altes Ich und akzeptiert nicht so richtig, dass sich Maya nach all der Zeit stark verändert hat, obwohl er ihr das vor allem auf den letzten Seiten versichert. Bei mir kam das leider nicht an. Hinzukommt, dass er Maya in absolut unangebrachten Momenten Vorwürfe macht, in denen sie eigentlich seine Unterstützung benötigen würde, wodurch meine Sympathie für ihn kleine Dämpfer bekommen hat. Cameron ist ein Protagonist, den man akzeptieren kann, der aber doch eher Durchschnitt ist. Ein Stereotyp – der besitzergreifende und schließlich durch die Frau weichgekochte Mann, den darüber hinaus aber keine besonderen Charaktereigenschaften auszeichnen. Er war irgendwie langweilig.

Die Nebenfiguren waren dagegen deutlich sympathischer, obgleich auch nichts Neues in dem Genre. Bei Maya waren das der schwule beste Freund Eli und die beste Freundin Vanessa. Bei Cam der Aufreißer-Bruder und beste Freund Darren und die besorgte und deshalb Maya gegenüber abweisende Schwester Olivia, die beide in den nächsten Bänden ihr Glück finden sollen. Da diese doch schon interessantere Charaktereigenschaften aufwiesen, werde ich den nächsten Bänden vielleicht noch eine Chance geben.

Fazit

Insgesamt hat mich das Buch sehr enttäuscht, da ich mir durch den Prolog sehr viel mehr erwartet habe. Im NA-Genre sticht dieses Buch leider nicht heraus – ich finde sogar, dass es etwas schlechter ist als der Durchschnitt, da mir irgendwann die Lust vergangen ist und ich mit den Protagonisten nicht mehr mitfühlen konnte. Von daher würde ich „All for you“ nur bedingt weiterempfehlen. Ich vergebe 2,5 Sterne und hoffe, dass die nächsten Bände mehr überzeugen können.

Veröffentlicht am 26.02.2018

2 Welten prallen aufeinander - ein vielversprechender, spannender Auftakt! Gebt mir Band 2 ♥

Save Me
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Worum geht es?

Ruby Bell ist Stipendiatin am Maxton Hall College und fliegt lieber unter dem Radar. Mit der Welt der Reichen bestehend aus Geld, Macht, Partys, Drogen und Alkohol will sie nichts zu tun ...

Worum geht es?

Ruby Bell ist Stipendiatin am Maxton Hall College und fliegt lieber unter dem Radar. Mit der Welt der Reichen bestehend aus Geld, Macht, Partys, Drogen und Alkohol will sie nichts zu tun haben und vor allem James Beaufort, der unausgesprochene Anführer der Schule, verkörpert all das. Als sie Lydia Beaufort in einer eindeutigen Situation mit ihrem gemeinsamen Lehrer Mr. Sutton beobachtet, funktioniert ihr Unsichtbarkeitsumhang nicht mehr und James tritt auf den Plan, um sich ihr Schweigen zu erkaufen. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass Ruby nicht käuflich ist…

Meine Meinung

Mit Save Me hat Mona Kasten wieder einmal einen Reihenauftakt geschaffen, der von vorne bis hinten überzeugt und mich jetzt am Ende sogar fassungslos zurückgelassen hat. Das Ende war unglaublich fies und man möchte am liebsten sofort den nächsten Band hinterherschieben, weil man wissen möchte, wie es weitergeht. Weil man mit dem Ende einfach echt nicht leben kann…

Mit Lesen der Leseprobe war ich zunächst mal überrascht, dass sich die Geschichte in einer Privatschule und nicht am College abspielt – dass wir es also mit minimal jüngeren Charakteren zu tun haben, als es in der Again-Reihe der Fall war. Trotz der deutlich anderen Kulisse – die meisten Szenen spielen sich in der Schule ab – herrscht doch die Mona-Kasten-übliche Atmosphäre: Wir haben eine toughe, schlagfertige Protagonistin, einen männlichen – manchmal charmanten, manchmal unmöglichen – Gegenpart, vielfältige Hintergrundgeschichten, genau die richtige Prise Drama und Nebencharaktere, die man ins Herz schließt und über deren Geschichte man ebenfalls mehr erfahren möchte. Das fand ich bisher auch immer so klasse an ihren Büchern: Dass sich nicht nur auf die Hauptcharaktere konzentriert wird, sondern auch Nebencharaktere gut genug ausgearbeitet werden, um für den Leser interessant zu sein. Und die Autorin hat das auch mit Save Me definitiv wieder geschafft.

Ruby ist zunächst mal eine tolle Protagonistin, mit der ich mich gut identifizieren konnte. Zu keinem Zeitpunkt konnte ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen. Anfangs bin ich zunächst davon ausgegangen, dass wir es diesmal mit einer etwas ruhigeren, vielleicht sogar schüchternen Protagonistin zu tun haben, die nicht gerne im Mittelpunkt steht und gerne unsichtbar bleiben möchte. Stattdessen ist Ruby jedoch ein Mensch, der zwar tatsächlich gerne im Hintergrund bleibt, aber nicht auf den Mund gefallen ist, offen sagt, was er denkt, und dabei trotzdem zu keinem Zeitpunkt zickig wirkt, wenn sie James Kontra gibt. Sie ist ehrgeizig und weiß bereits ganz genau, wie ihre Zukunft aussehen soll: Sie will in Oxford studieren und das um jeden Preis.

James‘ Zukunft ist ebenfalls schon von vorne bis hinten durchgeplant, nur nicht von ihm selbst: Er soll das milliardenschwere Unternehmen seiner Eltern übernehmen und scheint dabei keinerlei Mitspracherecht zu haben. Nach außen trägt er eine gleichgültige arrogante Haltung zur Schau, schießt sich am Wochenende mit seinen Freunden auf Partys ab und geht nebenbei in Lacrosse auf. Was hinter seiner Fassade steckt, weiß vielleicht höchstens seine Zwillingsschwester Lydia. Ruby ist ihm jahrelang nicht aufgefallen, bis es zu besagtem „Vorfall“ kommt, den Ruby unfreiwillig miterlebt und womit sie James‘ Aufmerksamkeit schlagartig auf sich zieht.

Die Szenen mit den beiden haben mir unglaublich viel Spaß gemacht, weil sie so verschieden sind. Ruby ist völlig anders, als es in James‘ Welt üblich ist, und James wirkt auf Ruby die meiste Zeit wie ein eingebildeter Kotzbrocken – was er auch irgendwie ist. James wechselt dauernd vom Ekelpaket zum Charmeur (und wieder zurück) und auch als Leser weiß man nicht so richtig, ob man den Kerl jetzt lieben oder schütteln soll. Aber gerade deshalb haben mir die Schlagabtäusche der beiden so gefallen – es prallen wirklich zwei völlig verschiedene Welten aufeinander.

Wie schon erwähnt gibt es neben diesen beiden Charakteren eine Vielzahl an Nebencharakteren, die sowohl positiv als auch negativ auffallen. Trotz der Tatsache, dass man nur ein paar pikante Details über sie erfährt, bleiben sie nicht flach und sind durch ihre Geheimnisse oder Eigenarten für den Leser interessant. Sie bilden einen unterhaltsamen Rahmen um die Protagonisten und „beleben“ das Buch. Das hat den Spaßfaktor des Buches nochmal um einiges erhöht.

Save Me hebt sich außerdem von einigen anderen Liebesromanen darin ab, dass es für einen Liebesroman auch überraschend viel Spannung gibt: Man fühlt sich dauerhaft unterhalten, weil immer wieder neue Geheimnisse ans Licht kommen, die man nicht erwartet und schließlich wieder neue Probleme aufwirbeln. Aufgrund dessen sticht Save Me für mich definitiv aus der Masse heraus.

Fazit

Mir persönlich hat dieser Reihenauftakt besser gefallen als Begin Again (die anderen beiden Bände habe ich noch nicht gelesen) und ich freue mich riesig auf die Fortsetzung!
Vielfältige, sympathische Charaktere und jede Menge Geheimnisse – einfach klasse! Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und fast perfekte 4,5 Sterne für diesen vielversprechenden, spannenden Auftakt.

Veröffentlicht am 15.02.2019

Keine Zeit, um einen guten Titel zu formulieren, ich muss Band 3 lesen!!!

Lilien und Luftschlösser – Verliebt in Serie
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Ich bin gerade immer noch etwas fassungslos angesichts des fiesen Cliffhangers, der den Leser am Ende des Buches erwartet. Wow. Abby springt ja sowieso immer zu den ungünstigsten Zeiten zurück in „ihre“ ...

Ich bin gerade immer noch etwas fassungslos angesichts des fiesen Cliffhangers, der den Leser am Ende des Buches erwartet. Wow. Abby springt ja sowieso immer zu den ungünstigsten Zeiten zurück in „ihre“ Welt, aber das war mit Abstand der fieseste Zeitpunkt überhaupt. Wie kann uns die Autorin das nur antun?!

Als ich mit der Reihe angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass sie mich einmal so fesseln und mitreißen würde. Ich habe hier mehr an den Seiten geklebt als bei manch anderem Buch, das eher an meine Altersklasse (20+) gerichtet ist. Band 2 konnte den Auftakt noch um einiges an Spannung toppen, weil wir hier immer mehr dem Geheimnis von Ashworth Park auf die Spur kommen und Abby auf ihrer Mission gegen den Bösewicht der Serie begleiten. Zusätzliche Spannung kommt dadurch auf, dass Jasper sich auch noch auf dessen Seite zu schlagen scheint und man erfahren möchte, was hinter diesem unerwarteten „Bündnis“ steckt.

Trotz des Verlustes dieses Verbündeten aus Band 1, den Abby von Begegnung zu Begegnung mehr zu mögen scheint, obwohl sie sich das nicht eingestehen will, ist sie bei ihren teilweise sehr waghalsigen und gefährlichen Aktionen nicht auf sich allein gestellt, denn ihre Schwester Deborah und ihre beste Freundin Morgan sind wieder mit von der Partie – und obendrein findet sich auch noch in der Serie unerwartete und sehr kompetente Hilfe, die mit dazu beigetragen hat, dass das Buch so unglaublich viel Spaß gemacht hat.

Nach diesem Ende möchte ich mir nun einfach Band 3 greifen, um zu wissen, wie es weitergeht, denn es gibt einige Wendungen, die uns gegen Ende nahezu um die Ohren geschlagen werden und die die Vorfreude auf Band 3 nahezu unerträglich machen.

Fazit

Wem Band 1 schon gefallen hat, der wird von Band 2 absolut begeistert sein. Es ist unglaublich spannend und man möchte das Buch gar nicht zur Seite legen. Zudem wird die Liebesgeschichte, die nicht zu viel Raum einnimmt, etwas weiter vorangetrieben, was man als Leser mit ein paar Schmetterlingen im Bauch und einem breiten Grinsen mitverfolgen kann. Eine klasse Fortsetzung mit fürchterlich fiesem Ende, das sofort nach Band 3 verlangt – volle Punktzahl!

Veröffentlicht am 13.02.2019

Gewöhnungsbedürftiger Humor, der die Charaktere unsympathisch macht - schade!

Ein Boygroupstar als Banknachbar
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Klappentext

Nicolas, besser bekannt als „Nick“, ist ein gefeierter Boygroupstar – gewesen! Denn seit seinem Ausstieg hat sich einiges geändert: Statt Autogramme zu schreiben, drückt er nun die Schulbank, ...

Klappentext

Nicolas, besser bekannt als „Nick“, ist ein gefeierter Boygroupstar – gewesen! Denn seit seinem Ausstieg hat sich einiges geändert: Statt Autogramme zu schreiben, drückt er nun die Schulbank, um sein Abitur nachzuholen. All das wäre kein Problem, wenn seine neue Banknachbarin Steffi nicht so unheimlich süß und gleichzeitig furchtbar intelligent wäre. Er ist sich sicher: Wenn Steffi jemals von seiner Zeit bei den Dream Catchers erfährt, wird sie ihn nie wieder ernst nehmen können. Also bewahrt er Stillschweigen über gewisse Dinge aus seiner Vergangenheit. Doch nur weil er jetzt wieder ein normales Leben führt, heißt das nicht, dass seine Fans und die Presse sich plötzlich nicht mehr für „Nick“ interessieren würden. Ein heikles Versteckspiel beginnt – und Nicolas muss eine Entscheidung treffen…



Meine Meinung

Ich habe eine lockerleichte Liebesgeschichte für zwischendurch erwartet und diese auch bekommen. Leider weist das Buch einige Schwächen auf, durch die ich mich leider nicht entspannt zurücklehnen und Nicolas‘ alias „Stoffi“ und Steffis Geschichte richtig genießen konnte.

Der Schreibstil liest sich leicht und angenehm, wird jedoch immer wieder von wissenschaftlichen Fakten begleitet, die den Lesefluss auf Dauer etwas gestört haben. Normalerweise mag ich es sehr, wenn ich beim Lesen nebenher noch Neues dazulerne, hier jedoch war es mir einfach etwas too much. Man wird nahezu auf jeder Seite damit bombardiert, weshalb es etwas zu gewollt und konstruiert wirkte.

Die nächste Enttäuschung waren die Charaktere. Zwar weist die Autorin zu Beginn darauf hin, dass das Buch einige nicht immer politisch und moralisch korrekte Scherze und auch Beleidigungen enthält, dadurch konnte ich mich aber auch nicht leichter mit diesen abfinden. Die Beleidigungen, die Stoffi über ein etwas dickeres Mädchen in Gedanken zum Besten gibt, fand ich ganz und gar nicht lustig und haben ihn am Anfang ziemlich unsympathisch gemacht. Dadurch wirkte er sehr oberflächlich.

Das war bei Steffi anfangs noch besser, wurde bei ihr dann aber noch schlimmer als bei Stoffi. Es mag damit begründet sein, dass sie einfach ein impulsiver Mensch ist, aber dass sie gerade Stoffi am laufenden Band mit wenig schmeichelhaften Bezeichnungen abfertigt, war nicht so vorteilhaft für ihre Liebesgeschichte. Der arme Kerl tat mir ständig leid, weil er – von seinen gehässigen Gedanken abgesehen – eigentlich ein lieber Kerl ist und Steffi das gar nicht zu schätzen weiß. Vor allem am Ende, als sie sich eigentlich schon in ihn verliebt hat, macht sie in Gedanken Bemerkungen über seine Dummheit (obwohl er gar nicht dumm ist!). Aufgrund dessen fiel es mir sehr schwer, sie zu mögen.

Die Liebesgeschichte selbst (von all den Beleidigungen und unsympathischen Gedankengängen einmal abgesehen) ist eigentlich ganz nach meinem Geschmack, denn es ist eine Hate-to-love-Story. Für Stoffi ist es Liebe auf den ersten Blick, für Steffi findet sich ein neues Opfer, mit dem sie sich verbale Schlagabtäusche liefern kann. Bei ihr dauert es etwas, bis sie sich für Stoffi interessiert – und das fand ich ganz interessant. Leider ist die Liebesgeschichte völlig vorhersehbar: Es häufen sich Geheimnisse, die in Missverständnissen enden und alles unnötig verkomplizieren, um am Ende dann in ein ganz zufriedenstellendes, aber wenig überraschendes Happy-End zu gipfeln. Ich glaube leider nicht, dass ich die nächsten Bände auch noch lesen werde, dafür war mir manches zu anstrengend und alles einfach zu unspektakulär.



Fazit

Wenn man beide Augen zudrückt, über unsympathisch machende Beleidigungen, trockene wissenschaftliche Fakten und eine vorhersehbare Storyline hinwegsehen kann, unterhält „Ein Boygroupstar als Banknachbar“ für zwischendurch ganz gut, aber leider nicht mehr. Ich vergebe 2,5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.02.2019

Eindringlich. Gefühlvoll. Authentisch. Ein berührendes Buch.

RegenTropfenGlück
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Klappentext

Was ist Liebe? Für Nisha bedeutet Liebe vor allem Gefahr. Was man liebt, kann man auch verlieren. Doch als sie im Bus den sechzehnjährigen Ben trifft, kann sie ihn nicht mehr vergessen. Ben ...

Klappentext

Was ist Liebe? Für Nisha bedeutet Liebe vor allem Gefahr. Was man liebt, kann man auch verlieren. Doch als sie im Bus den sechzehnjährigen Ben trifft, kann sie ihn nicht mehr vergessen. Ben mit den blättergrünen Augen, der für sie Spaghetti im Regen kocht. Ben, der ihr mitten auf der Straße und einfach so ein Liebeslied vorsingt. Ben, der sie buchstäblich von den Füßen reißt. Nisha kann nicht anders, sie muss ihn zurücklieben. Und sie möchte ihm das Kostbarste vorstellen, was sie hat: ihre Familie. Doch kann Ben mit Nishas Version von unendlicher Liebe umgehen?

Meine Meinung

Durch Lesen einiger Rezensionen bin ich mit der Erwartung ans Lesen gegangen, dass es sich bei RegenTropfenGlück um ein tiefsinniges, romantisches Jugendbuch handelt – so mutet auch das hübsch aufgemachte Cover an, das in der Printversion durch die glänzenden Regentropfen noch eindrucksvoller ist. Ich habe mich in das Cover sofort verliebt und mir von dem Inhalt des Buches viel versprochen. Leider muss ich sagen, dass das Buch meinen hohen Erwartungen nicht ganz gerecht werden konnte.

Das lag nicht am Schreibstil, denn dieser verzauberte mich von der ersten Seite. Er ist ruhig und träumerisch, mal bedrückend, mal aufatmend leicht und poetisch. Jana Frey weiß definitiv mit Worten umzugehen und hat das ernste Thema, das in diesem Buch anklingt, in einfühlsame, verständnisvolle Worte gepackt und eine gänzlich andere Seite aufgezeigt. Durch ihre feinsinnigen Worte konnte ich mich sowohl in Nisha als auch in Ben gut hineinversetzen, ich habe mit ihnen gelebt, gefühlt und auch gelitten, weil Jana Frey ihr Gefühlsleben eindringlich und authentisch schildert.

Beide Charaktere habe ich sofort ins Herz geschlossen: Ben, den Normalo mit den Wahnsinnsaugen, der sich Hals über Kopf in Nisha verliebt und hartnäckig dafür kämpft, um ihr näherzukommen und sie kennenzulernen. Der ein ungeheures Durchhalte- und Einfühlungsvermögen beweist. Und Nisha, das rothaarige Mädchen mit den sturmgrauen Augen und den schwarzen Klamotten, das verschlossen, vorsichtig und tieftraurig scheint und doch viel stärker ist, als es den Anschein hat. Zwischen den beiden entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte, langsam und behutsam, bei der sowohl Ben als auch der Leser einiges an Geduld mitbringen muss.

Die ganze Zeit lag während des Lesens eine unterschwellige Spannung in der Luft, da Nisha irgendein Geheimnis umgibt, dem sowohl Ben als auch der Leser auf die Spur kommen möchte. Viele Rezensionen sprechen von einer überraschenden Wendung, von der ich mir viel versprochen hatte. Tatsächlich gibt es eine Wendung – eine erschütternde, bedrückende Wendung, die ich jedoch nicht überraschend fand, da zuvor einige Hinweise ausgelegt wurden, anhand derer man sich schon selbst etwas zusammenspinnen konnte. Trotzdem war ich bis zur Auflösung unruhig und angespannt und dann positiv beeindruckt davon, wie am Ende mit diesem besonderen Thema umgegangen wurde. Auf den letzten Seiten hat mich das Buch sehr berührt und mir sogar die eine oder andere Träne entlockt.

Um nicht zu spoilern, werde ich nicht verraten, um welches Thema es sich handelt, aber es ist eines, dem ich in Büchern bisher selten begegnet bin und wenn, dann wurde es nicht so gefühlvoll und eindringlich dargestellt wie hier in RegenTropfenGlück. Jana Freys Jugendbuch greift neben diesem weitere wichtige Themen auf wie Autismus, Drogensucht, ungewöhnliche Familienkonstellationen und schwere Schicksalsschläge, von denen manche nur zaghaft anklingen und andere wiederum das ganze Buch durchziehen. Stark im Fokus stehen jedoch Hoffnung und Liebe – sowohl die familiäre Liebe als auch die erste große Liebe, wie sie Nisha und Ben füreinander empfinden. Obwohl das Buch wirklich einige bedrückende und hoffnungslose Töne enthält, erzählt das Ende jedoch von Hoffnung und Glück – und lässt den Leser mit eben diesem Gefühl auch zurück.

„Nur“ 4 Sterne sind es geworden, da ich mir doch etwas mehr von dem Buch versprochen habe. Vor der großen Wendung, die relativ spät kommt, da schließlich erst einmal Spannung aufgebaut werden musste, plätscherte die Handlung etwas gewöhnlich vor sich hin, obwohl hier und da schon die eine oder andere Besonderheit anklang. Aufgrund dessen ist mein Gesamteindruck von dem Buch, dass es eine schöne, berührende Lektüre für zwischendurch, aber kein Highlight ist – daran konnten leider weder der poetische Schreibstil noch die gefühlvollen letzten Seiten etwas ändern.

Fazit

Eine ruhige, manchmal leicht bedrückende Geschichte über die erste Liebe, Hoffnung und einem ganz besonderen Thema, das feinsinnig, gefühlvoll und authentisch dargestellt wird. Zwar kein Highlight, aber trotzdem ein schönes Buch. Ich vergebe 4 Sterne.