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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2017

Gefühlsgeladener Prolog, danach sehr oberflächlich.

All for You – Sehnsucht
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Das Buch beginnt mit einem fantastischen Prolog, der das Interesse des Lesers weckt und die Gefühle der Protagonisten unglaublich gut rüberbringt. Die intensiven Gefühle, die die beiden füreinander hegen, ...

Das Buch beginnt mit einem fantastischen Prolog, der das Interesse des Lesers weckt und die Gefühle der Protagonisten unglaublich gut rüberbringt. Die intensiven Gefühle, die die beiden füreinander hegen, kommen beim Leser an und lassen diesen mitfiebern. Nach den fünf Jahren Kontaktlosigkeit ist die Beziehung jedoch völlig anders geartet, als sich die beiden wieder näherkommen: Es gibt unglaublich viele nervige Streitereien und mindestens genauso viel Versöhnungssex. Die Beziehung scheint auf einmal nur noch körperlicher Art zu sein und von den ach so tiefen Gefühlen, die die beiden füreinander hegen, merkt der Leser leider nur wenig. Dies zieht sich bis zum Ende hin und wurde in meinen Augen auch leider nicht mehr besser. Es wird viel auf Drama gemacht, aber statt den Leser in diesen Momenten mitzureißen und mitfühlen zu lassen, wirkten diese Momente auf mich pseudotiefgründig und melodramatisch. Der Eindruck einer tiefen Verbindung zwischen den Protagonisten konnte bei mir nicht mehr geweckt werden, obwohl das Buch in dieser Hinsicht mit dem Prolog so stark begann.

Obwohl der Schreibstil durchgehend angenehm und flüssig zu lesen war und die Liebeszenen unglaublich gut und ansprechend geschildert waren (obwohl sie auf der Gefühlsebene zu wünschen übrig ließen), baute das Buch für mich immer weiter ab, sodass mir auch die Lust am Weiterlesen irgendwann abhandenkam. Dies ist auch den Protagonisten verschuldet. Maya war eine Protagonistin, mit der ich im Prolog richtig mitgelitten habe. Sie schien, ein schweres Geheimnis mit sich herumzutragen, das sie Cameron nicht anvertrauen konnte und aufgrund dessen sie seinen Heiratsantrag ablehnen musste. Leider war das Geheimnis in meinen Augen ziemlich mau. Es war nichts, was sie mit Cam nicht hätte besprechen können. Aufgrund dessen wirkte das Beziehungsdrama der beiden unnötig an den Haaren herbeigezogen und die ach so tiefe Verbindung von Maya und Cam bekam für mich einen Dämpfer, da hier offenbar eine Vertrauensbasis fehlte. Dazukam, dass Maya sich nach den fünf Jahren wirklich drastisch verändert hat, was natürlich nachvollziehbar war, mir aber zunehmend auf die Nerven ging. Sie war verständlicherweise abweisend und in Bezug auf Cam sehr vorsichtig, gleichzeitig aber auch verantwortungslos, was sich in ihrem enormen Alkoholkonsum äußerte. Ihr offensichtliches Unglücklichsein und ihr Kontrollverlust drückten auf die Stimmung, sprachen aber nicht mein Mitgefühl an. Sie ging mir zunehmend auf die Nerven, was sich bis zum Ende nicht mehr besserte. Ihre Entwicklung auf den letzten zwanzig Seiten war viel zu schnell und unrealistisch, sodass die eingeflochtenen Themen (beispielsweise die Alkoholabhängigkeit) nicht zufriedenstellend abgehandelt wurden. Daraus hätte man viel mehr machen können.

Cam war daneben etwas sympathischer, aber auch nicht immer ein angenehmer Protagonist. Man merkt schon im Prolog, dass er klammernd und besitzergreifend ist, Mayas Wünsche auf etwas Bedenkzeit nicht akzeptieren kann, sondern auf eine sofortige Entscheidung pocht. Dadurch beginnt überhaupt erst das ganze Drama und er scheint auch nach fünf Jahren nicht sehr viel dazugelernt haben. Immer noch ist er besitzergreifend und will zu schnell zu viel, obwohl er sich zumindest Mühe gibt, etwas geduldiger zu sein. Die aktuelle Maya, die neue Maya, scheint er dabei aber irgendwie nicht zu sehen, er verrennt sich in der Vorstellung seiner früheren Beziehung mit ihr, liebt ihr altes Ich und akzeptiert nicht so richtig, dass sich Maya nach all der Zeit stark verändert hat, obwohl er ihr das vor allem auf den letzten Seiten versichert. Bei mir kam das leider nicht an. Hinzukommt, dass er Maya in absolut unangebrachten Momenten Vorwürfe macht, in denen sie eigentlich seine Unterstützung benötigen würde, wodurch meine Sympathie für ihn kleine Dämpfer bekommen hat. Cameron ist ein Protagonist, den man akzeptieren kann, der aber doch eher Durchschnitt ist. Ein Stereotyp – der besitzergreifende und schließlich durch die Frau weichgekochte Mann, den darüber hinaus aber keine besonderen Charaktereigenschaften auszeichnen. Er war irgendwie langweilig.

Die Nebenfiguren waren dagegen deutlich sympathischer, obgleich auch nichts Neues in dem Genre. Bei Maya waren das der schwule beste Freund Eli und die beste Freundin Vanessa. Bei Cam der Aufreißer-Bruder und beste Freund Darren und die besorgte und deshalb Maya gegenüber abweisende Schwester Olivia, die beide in den nächsten Bänden ihr Glück finden sollen. Da diese doch schon interessantere Charaktereigenschaften aufwiesen, werde ich den nächsten Bänden vielleicht noch eine Chance geben.

Fazit

Insgesamt hat mich das Buch sehr enttäuscht, da ich mir durch den Prolog sehr viel mehr erwartet habe. Im NA-Genre sticht dieses Buch leider nicht heraus – ich finde sogar, dass es etwas schlechter ist als der Durchschnitt, da mir irgendwann die Lust vergangen ist und ich mit den Protagonisten nicht mehr mitfühlen konnte. Von daher würde ich „All for you“ nur bedingt weiterempfehlen. Ich vergebe 2,5 Sterne und hoffe, dass die nächsten Bände mehr überzeugen können.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Lockerleichte, fesselnde und witzige Wohlfühllektüre - perfekt für zwischendurch.

Playing it cool
3 0

Klappentext

Harper Nugent ist von einer Size Zero mehr als nur ein paar Pfunde entfernt, und ihr Stiefbruder nutzt jede Gelegenheit, sie deswegen bloßzustellen. Als der heiße Rugby-Spieler Dexter Blake ...

Klappentext

Harper Nugent ist von einer Size Zero mehr als nur ein paar Pfunde entfernt, und ihr Stiefbruder nutzt jede Gelegenheit, sie deswegen bloßzustellen. Als der heiße Rugby-Spieler Dexter Blake Zeuge dieser Sticheleien wird, fragt er Harper prompt nach einem Date. Harper weiß, dass Dexter nur höflich sein will. Und das Letzte, was Dexter in seinem Leben gebrauchen kann, ist eine Frau an seiner Seite. Doch auf das erste Date folgt ein zweites und auf das zweite ein drittes. Und plötzlich fühlen sich die vorgetäuschten Gefühle ganz schön echt an ...



Meine Meinung

Ich gestehe: Allein aufgrund des Covers hätte ich dieses Buch nicht gelesen. Es vermittelt zwar sofort, in welchem Genre sich der Inhalt bewegt, gleichzeitig suggeriert es aber auch Körperlichkeit und im schlimmsten Fall: Oberflächlichkeit. Aufgrund dessen hatte ich ein wenig die Befürchtung, dass die Gefühlsentwicklung hier auf der Strecke bleiben könnte und hinter zahlreichen Erotikszenen zurückstecken müsste. Letztendlich fand ich Klappentext und Leseprobe aber so interessant und unterhaltsam, dass ich dem Buch eine Chance gegeben habe. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Tatsächlich hat sich schon auf den ersten Seiten herausgestellt, dass die Story besser ist, als es im Klappentext angedeutet wird, denn Dexter bittet Harper nicht nur aus Mitleid um ein Date oder weil er nur höflich sein möchte. Er hat von Anfang an Interesse, gleichzeitig aber auch seine Gründe, warum er aus Prinzip keine Dates hat. Die widerliche Art von Chuck bringt ihn jedoch dazu, diese Prinzipien kurzerhand über den Haufen zu werfen – zumindest zum Schein. Er schlägt ihr vor, hin und wieder miteinander abzuhängen – insgeheim ganz platonisch –, um Chuck einen Dämpfer zu verpassen. Dabei entwickelt sich eine unerwartete Freundschaft, weil die beiden sofort auf einer Wellenlänge sind, einen ähnlichen Humor haben und unbefangen miteinander reden können. Nur die Sache mit der platonischen Ebene stellt sich als unfassbar schwer heraus, denn neben der Tatsache, dass sie sich super verstehen, fühlen sie sich auch noch stark zueinander hingezogen.

Das ist ein Aspekt, der der Geschichte eine gewisse Tiefgründigkeit hätte verleihen können, denn Harper hat trotz unverkennbarem Selbstbewusstsein ein paar Komplexe wegen ihres Aussehens, die Dex sie aber (meist) vergessen lässt. Mir war schon gleich zu Beginn klar, dass dieser unglaublich sympathische und einfühlsame Rugby-Spieler mehr als gut für Harpers Ego sein wird, und ich habe mich darauf gefreut, mitzuverfolgen, wie er ihr im Verlauf des Buches zeigen wird, dass sie eine schöne und begehrenswerte Frau ist. Das tut er zwar auch, aber dieser Teil stand tatsächlich nicht so stark im Mittelpunkt, wie ich es erwartet habe. Harpers Unsicherheit in Bezug auf ihr Aussehen ist zwar immer wieder präsent, aber nur dezent. Die Stimmung ist leicht gehalten und Harpers Einsicht, trotz höherem Gewicht schön zu sein, steht weniger im Vordergrund als die Liebesgeschichte an sich. Wer eine lockerleichte Lektüre für zwischendurch lesen möchte, ist hier also richtig.

Wo die Story in etwa hinführt, ist klar. Die Geschichte ist nicht sonderlich unvorhersehbar und sobald ein gewisser Punkt in der Geschichte erreicht ist, kann man sich denken, was als nächstes kommt. Das fand ich aber nicht so tragisch, weil mir die humorvollen Schlagabtäusche zwischen Harper und Dex so gut gefallen haben und ich fast dauerhaft am Grinsen war. Zudem konnte ich in den Momenten, in denen die beiden auf scherzhafte oder ernste Weise miteinander geredet haben, nachvollziehen, warum sie sich miteinander so wohlfühlen und sich langsam aber sicher ineinander verlieben. Insofern waren meine Befürchtungen aufgrund des Covers auch weitestgehend unbegründet.

Nicht abzustreiten ist jedoch, dass es bei den beiden recht schnell zur Sache geht und das Miteinander-Reden dann doch immer seltener wird, um am Ende fast vollständig zu versiegen. Da die Gefühle aber in meinen Augen nachvollziehbar aufgebaut wurden und nicht mehr jede einzelne Sexszene ausgeschrieben wurde, fällt dieser Kritikpunkt klein aus.

Bedauerlicher fand ich es, dass der „Bösewicht“ Chuck (und auch die „böse“ Stiefmutter Anthea) irgendwann wie vom Erdboden verschluckt war(en) und bis zum Ende nicht mehr auftauchte(n), obwohl ich mich eigentlich ein wenig darauf gefreut hatte, dessen/deren Reaktionen auf Harper und Dex zu sehen. Stattdessen bekommen wir ein zweifelsfrei sehr süßes Happy End mit großer Liebeserklärung, die ein kleines Bisschen dick aufgetragen ist. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich durchgängig gut unterhalten und wurde für den ersten und dritten Band der Reihe, deren Charaktere man auch in diesem Band kennenlernt, angefixt. Diese werde ich definitiv auch noch lesen.



Fazit

Bei Harpers und Dex‘ Liebesgeschichte handelt es sich um leichte, witzige und unterhaltsame Kost zwischendurch, die mich für ein paar Stunden sehr gut zu unterhalten wusste. Ich freue mich auf die Geschichten der anderen Charaktere aus der Reihe und vergebe 4 Sterne.

Veröffentlicht am 26.02.2018

2 Welten prallen aufeinander - ein vielversprechender, spannender Auftakt! Gebt mir Band 2 ♥

Save Me
1 0

Worum geht es?

Ruby Bell ist Stipendiatin am Maxton Hall College und fliegt lieber unter dem Radar. Mit der Welt der Reichen bestehend aus Geld, Macht, Partys, Drogen und Alkohol will sie nichts zu tun ...

Worum geht es?

Ruby Bell ist Stipendiatin am Maxton Hall College und fliegt lieber unter dem Radar. Mit der Welt der Reichen bestehend aus Geld, Macht, Partys, Drogen und Alkohol will sie nichts zu tun haben und vor allem James Beaufort, der unausgesprochene Anführer der Schule, verkörpert all das. Als sie Lydia Beaufort in einer eindeutigen Situation mit ihrem gemeinsamen Lehrer Mr. Sutton beobachtet, funktioniert ihr Unsichtbarkeitsumhang nicht mehr und James tritt auf den Plan, um sich ihr Schweigen zu erkaufen. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass Ruby nicht käuflich ist…

Meine Meinung

Mit Save Me hat Mona Kasten wieder einmal einen Reihenauftakt geschaffen, der von vorne bis hinten überzeugt und mich jetzt am Ende sogar fassungslos zurückgelassen hat. Das Ende war unglaublich fies und man möchte am liebsten sofort den nächsten Band hinterherschieben, weil man wissen möchte, wie es weitergeht. Weil man mit dem Ende einfach echt nicht leben kann…

Mit Lesen der Leseprobe war ich zunächst mal überrascht, dass sich die Geschichte in einer Privatschule und nicht am College abspielt – dass wir es also mit minimal jüngeren Charakteren zu tun haben, als es in der Again-Reihe der Fall war. Trotz der deutlich anderen Kulisse – die meisten Szenen spielen sich in der Schule ab – herrscht doch die Mona-Kasten-übliche Atmosphäre: Wir haben eine toughe, schlagfertige Protagonistin, einen männlichen – manchmal charmanten, manchmal unmöglichen – Gegenpart, vielfältige Hintergrundgeschichten, genau die richtige Prise Drama und Nebencharaktere, die man ins Herz schließt und über deren Geschichte man ebenfalls mehr erfahren möchte. Das fand ich bisher auch immer so klasse an ihren Büchern: Dass sich nicht nur auf die Hauptcharaktere konzentriert wird, sondern auch Nebencharaktere gut genug ausgearbeitet werden, um für den Leser interessant zu sein. Und die Autorin hat das auch mit Save Me definitiv wieder geschafft.

Ruby ist zunächst mal eine tolle Protagonistin, mit der ich mich gut identifizieren konnte. Zu keinem Zeitpunkt konnte ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen. Anfangs bin ich zunächst davon ausgegangen, dass wir es diesmal mit einer etwas ruhigeren, vielleicht sogar schüchternen Protagonistin zu tun haben, die nicht gerne im Mittelpunkt steht und gerne unsichtbar bleiben möchte. Stattdessen ist Ruby jedoch ein Mensch, der zwar tatsächlich gerne im Hintergrund bleibt, aber nicht auf den Mund gefallen ist, offen sagt, was er denkt, und dabei trotzdem zu keinem Zeitpunkt zickig wirkt, wenn sie James Kontra gibt. Sie ist ehrgeizig und weiß bereits ganz genau, wie ihre Zukunft aussehen soll: Sie will in Oxford studieren und das um jeden Preis.

James‘ Zukunft ist ebenfalls schon von vorne bis hinten durchgeplant, nur nicht von ihm selbst: Er soll das milliardenschwere Unternehmen seiner Eltern übernehmen und scheint dabei keinerlei Mitspracherecht zu haben. Nach außen trägt er eine gleichgültige arrogante Haltung zur Schau, schießt sich am Wochenende mit seinen Freunden auf Partys ab und geht nebenbei in Lacrosse auf. Was hinter seiner Fassade steckt, weiß vielleicht höchstens seine Zwillingsschwester Lydia. Ruby ist ihm jahrelang nicht aufgefallen, bis es zu besagtem „Vorfall“ kommt, den Ruby unfreiwillig miterlebt und womit sie James‘ Aufmerksamkeit schlagartig auf sich zieht.

Die Szenen mit den beiden haben mir unglaublich viel Spaß gemacht, weil sie so verschieden sind. Ruby ist völlig anders, als es in James‘ Welt üblich ist, und James wirkt auf Ruby die meiste Zeit wie ein eingebildeter Kotzbrocken – was er auch irgendwie ist. James wechselt dauernd vom Ekelpaket zum Charmeur (und wieder zurück) und auch als Leser weiß man nicht so richtig, ob man den Kerl jetzt lieben oder schütteln soll. Aber gerade deshalb haben mir die Schlagabtäusche der beiden so gefallen – es prallen wirklich zwei völlig verschiedene Welten aufeinander.

Wie schon erwähnt gibt es neben diesen beiden Charakteren eine Vielzahl an Nebencharakteren, die sowohl positiv als auch negativ auffallen. Trotz der Tatsache, dass man nur ein paar pikante Details über sie erfährt, bleiben sie nicht flach und sind durch ihre Geheimnisse oder Eigenarten für den Leser interessant. Sie bilden einen unterhaltsamen Rahmen um die Protagonisten und „beleben“ das Buch. Das hat den Spaßfaktor des Buches nochmal um einiges erhöht.

Save Me hebt sich außerdem von einigen anderen Liebesromanen darin ab, dass es für einen Liebesroman auch überraschend viel Spannung gibt: Man fühlt sich dauerhaft unterhalten, weil immer wieder neue Geheimnisse ans Licht kommen, die man nicht erwartet und schließlich wieder neue Probleme aufwirbeln. Aufgrund dessen sticht Save Me für mich definitiv aus der Masse heraus.

Fazit

Mir persönlich hat dieser Reihenauftakt besser gefallen als Begin Again (die anderen beiden Bände habe ich noch nicht gelesen) und ich freue mich riesig auf die Fortsetzung!
Vielfältige, sympathische Charaktere und jede Menge Geheimnisse – einfach klasse! Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und fast perfekte 4,5 Sterne für diesen vielversprechenden, spannenden Auftakt.

Veröffentlicht am 30.03.2019

Das Herz braucht keinen Beweis, um zu wissen, dass es etwas gibt.

Nichts als Liebe im Universum
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Worum geht es?

Es ist ein schwüler Sommertag, als Matty feststellt, dass sein Vater ihn und seine Mom verlassen hat. Ein dämlicher Zettel ist alles, was er zurückgelassen hat. Doch Matty ist nicht traurig, ...

Worum geht es?

Es ist ein schwüler Sommertag, als Matty feststellt, dass sein Vater ihn und seine Mom verlassen hat. Ein dämlicher Zettel ist alles, was er zurückgelassen hat. Doch Matty ist nicht traurig, nicht wirklich, er hat es schon fast erwartet.

Am gleichen Tag kommt es zu einer mysteriösen Begegnung. Auf dem Feld vor ihrem Haus soll vor Jahren ein Ufo gelandet sein … und jetzt steht dort ein weißhaariges, dürres, wunderschönes Mädchen, das doch tatsächlich behauptet, eine Außerirdische zu sein. Aber der Astronomie, mit der ihn sein Vater früh in Berührung gebracht hat, ist er entwachsen. Er glaubt nicht an Außerirdische. Aber je mehr Zeit er mit der geheimnisvollen Priya verbringt, je besser er sie kennenlernt, je heftiger er sich in sie verliebt, desto mehr … möchte er glauben.



Meine Meinung

»Wir sind wie die Sterne. Wir explodieren zum Leben und verglühen dann langsam. Es ist an dir, das Licht besonders hell und lang leuchten zu lassen.« (S. 322)

Ich wollte dieses Buch lesen, weil ich mich ein bisschen für Astronomie interessiere und eine Schwäche für besondere Liebesgeschichten habe. Die Liebesgeschichte zwischen einem normalen Jungen und einem Mädchen, das glaubt (oder weiß?), dass es eine Außerirdische ist, ist definitiv besonders – und diesen Eindruck hatte ich auch beim Lesen.

Schon gleich mit Priyas erstem Auftritt fühlte ich mich wie in einem Sog und war von der Atmosphäre des Buches eingenommen: Es ist mystisch, geheimnisvoll, ein bisschen merkwürdig und faszinierend. Da ist dieses Mädchen, das voll und ganz davon überzeugt ist, nicht von dieser Welt zu stammen und bald von einem Raumschiff abgeholt zu werden. Ein Mädchen, das sich merkwürdig verhält, „Daten“ in einem Notizbuch festhält und normale Dinge wie Hunde und Pizza nicht kennt. Da kann Matty sich noch so sicher sein, dass sie verrückt sein muss, weil es keine Außerirdischen gibt, mit der Zeit zweifelt auch er – und mit ihm wir Leser. Das Rätsel um Priya ist der Spannungsträger der Handlung, man stellt Vermutungen an, ist verwirrt, hat eine Ahnung und dann sind da doch wieder Zweifel. Erlöst wird man erst am Schluss.

Die ruhige, aber faszinierende Handlung, die größtenteils aus dem Kennenlernen von Matty und Priya besteht, liest man gänzlich aus der Sicht des männlichen Protagonisten Matty. Das ist für einen Liebesroman gar nicht mal so gewöhnlich und stellt für mich einen Aspekt dar, der das Buch so bezaubernd macht. Denn Matty ist ein unglaublich lieber, süßer und ehrlicher Kerl, der sich Sorgen um eine völlig Fremde macht, dieser hilft, ohne zu viele Fragen zu stellen, obwohl er so unglaublich viele hat, und dabei unglaublich authentisch wirkt. Man spürt durch jede Zeile, wie sehr Priya ihn fasziniert und verwirrt, wie er sich aber gleichzeitig auch immer mehr in sie verliebt. Das ist wirklich schön.

Richtig gecatcht hat mich aber dieses Ende, das mich sogar zu Tränen gerührt hat. Das Ende ist der Kern des Buches und die Message, die das Buch überbringen möchte. Es wird traurig, schockierend, bedrückend – und doch klappt man das Buch mit einem Lächeln im Gesicht zu. Wie das geht? Lest selbst.

»Ob es um das Leben auf einem anderen Planeten geht, den Glauben an einen Gott, den wir nicht sehen können, oder einfach die Liebe – das Herz braucht keinen Beweis, um zu wissen, dass es etwas gibt.« (S. 330)



Fazit

Ein wirklich wundervolles Buch mit einer berührenden Aussage, die zum Nachdenken anregt. Die Handlung ist ruhig, aber trotzdem mysteriös und spannend. Es gibt keine actionreiche Story, aber das braucht dieses Buch auch gar nicht, denn es catcht auf emotionaler Ebene. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 4 Sterne.

Veröffentlicht am 21.03.2019

Wie halten wir das Glück fest, wenn wir wissen, was in unseren Sternen steht?

Was in unseren Sternen steht
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Worum geht es?

Noch nie war Jess so verliebt wie in Adam – den Vater ihres wundervollen Sohnes William. Doch Adam taucht völlig verspätet bei Wills Geburt auf, nach Alkohol stinkend und mit Lippenstift ...

Worum geht es?

Noch nie war Jess so verliebt wie in Adam – den Vater ihres wundervollen Sohnes William. Doch Adam taucht völlig verspätet bei Wills Geburt auf, nach Alkohol stinkend und mit Lippenstift am Hals. So schwer es ihr auch fällt, trennt sie sich von ihm, der nie erwachsen werden und sein Vatersein nicht akzeptieren konnte. Es vergehen 10 Jahre mit sporadischem Kontakt, als Jess eine schlimme Nachricht erhält: Sie hat die Huntington-Krankheit von ihrer Mutter geerbt. Diese drängt sie dazu, Ferien in Adams Château in Frankreich zu machen, damit sich Vater und Sohn näherkommen können – denn wer weiß, wie viel Zeit Jess noch bleibt? Dass dabei auch die alten Gefühle zwischen Adam und ihr wieder aufflammen, passt nicht in ihren Plan, aber muss sie sich ihrem eigenen Glück verschließen, nur weil sie weiß, was in ihren Sternen steht?



Meine Meinung

„Was in unseren Sternen steht“ wird den Liebesromanen zugeordnet, ist aber eigentlich so viel mehr. Es geht um Familie, Mutterliebe, die Stärke, nach vorne zu schauen, und die Botschaft, nichts und niemanden für selbstverständlich zu halten, das Leben so anzunehmen, wie es ist, und die bleibende Zeit zu genießen, selbst wenn sie noch so kurz ist. Ich habe während des Lesens so oft Tränen in den Augen gehabt, war gerührt, geschockt, bedrückt und schließlich rundum glücklich.

»Manchmal braucht man die Dunkelheit, um zu erkennen, wie sehr wir strahlen.« (S. 408)

Es gab nicht den „einen“ Aspekt, der mich vom Hocker gehauen hat. Es war das Zusammenspiel sämtlicher Aspekte: Jess‘ Liebe und Stärke für ihren Sohn, die Rückblenden in die Vergangenheit, die Wut auf Adam, die süßen Nebengeschichten von Jess‘ Freundinnen Natasha und Becky, Jess und Adams süßer Sohn William, Jess‘ Eltern und schließlich auch die Liebesgeschichte.

Letztere ist eigentlich nur ein kleiner Aspekt der Geschichte, obwohl er durchgängig präsent ist und eine gewisse Art Spannung in die Story zaubert. Ich wollte wissen, ob und wann es endlich eine Wiederannäherung zwischen Jess und Adam gibt, und klebte dafür nahezu an den Seiten. Das Merkwürdige dabei? Eigentlich mochte ich Adam lange Zeit nicht einmal. Er kommt die meiste Zeit nicht gut weg, sei es in der Vergangenheit, wenn er während Williams Geburt Besseres zu tun zu haben scheint, oder auch in der Gegenwart, wenn er seine neue Freundin dem eigenen Sohn vorzieht. Ich hatte oft eine unbändige Wut auf ihn, konnte Jess‘ Frust und ihren Ärger unglaublich gut nachvollziehen und habe es einfach nicht verstanden, wie er sich so verhalten kann. Letztendlich … ist aber alles gar nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint. Er war es jedenfalls, der mich auf den letzten Seiten hat lächeln lassen und mich doch noch von sich überzeugen konnte.

Jess fand ich im Gegensatz dazu von Beginn an sympathisch, weil sie einfach eine wunderbare Mutter ist. Sie trägt eine unglaublich große Last auf den Schultern – die Erziehung Williams, den Gesundheitszustand ihrer Mutter, der sie seit Monaten bedrückt, und ihr eigenes Schicksal, das sie weder Adam noch ihrem Sohn bisher mitgeteilt hat – und ist dabei bewundernswert stark. Mir haben ihre Gedanken über ihren Sohn und ihr stolzes Mutterdasein nicht selten Tränen in die Augen getrieben und mich berührt. Sie wirkte in ihrer Mutterliebe so ehrlich und authentisch, dass ich sie mit jeder Seite mehr ins Herz geschlossen habe. Und während sie versucht, ihrem Sohn eine gute Mutter zu sein und Adam in seiner unbeholfenen Art gegenüber seinem Sohn auf die Finger zu schauen, lernt sie selbst etwas sehr Wichtiges dazu: Das Leben ist kurz. Wir sterben alle irgendwann – warum sollten wir uns davon abhalten lassen, glücklich zu sein?

»Die meisten von uns denken nicht darüber nach, dass wir morgen überfahren werden können. Wir leben vor uns hin, schuften uns ab und betrachten alles als selbstverständlich. Ich dagegen betrachte nichts als selbstverständlich. Gar nichts. Ich genieße jeden Kuss von meinem Sohn, jeden Bissen von Schokolade, freue mich über jedes Blatt, das im Herbst vom Baum fällt, und jedes Lachen mit meinen Freunden. […] Ich habe nicht mehr jeden Tag Angst vor der Zukunft, denn das würde bedeuten, dass ich meine begrenzte Zeit verschwende.« (S. 407f.)

Ich wusste nicht, wie das Buch enden würde: Zufriedenstellend und glücklich oder doch bedrückend und traurig? Ist das überhaupt so leicht zu beantworten, wenn Jess‘ Schicksal doch schon feststeht? Was ich sagen kann, ist: Mich hat das Buch mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurückgelassen – und ich konnte für mich persönlich etwas aus dem Buch mitnehmen.



Fazit

„Was in unseren Sternen steht“ ist ein wirklich schönes, berührendes Buch mit einer wichtigen, lebensbejahenden Botschaft. Es gibt bedrückende Momente, aber mindestens genauso viele, die zum Lächeln und gelegentlich auch zum Grinsen einladen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne.