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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2026

Anders sein ist okay

Starfish
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Ich habe „Starfish“ zusammen mit meiner 11-järhigen Tochter gelesen. Als Mutter möchte ich, dass meine Kinder lernen sich in andere hineinzuversetzen und gerade dieses Thema ist in dem Alter meiner Tochter, ...


Ich habe „Starfish“ zusammen mit meiner 11-järhigen Tochter gelesen. Als Mutter möchte ich, dass meine Kinder lernen sich in andere hineinzuversetzen und gerade dieses Thema ist in dem Alter meiner Tochter, in dem die Körper der Mädchen eine immer größere Rolle spielen besonders wichtig. Ich war mir unsicher, ob sie die poetische Sprache des Buches ansprechend findet, wir waren uns aber schnell einig: gerade diese macht dieses Buch besonders emotional. Das Buch ist ab 11 Jahren empfohlen und ich denke, das passt auch, mit einem jüngeren Kind würde ich es noch nicht lesen. Es ist teilweise schon hart und auch ich musste ein paar Mal schlucken.

Hier ist der Leseeindruck meiner Tochter:

„Starfish“ von Lisa Fipps ist ein Jugendbuch über Ellie. In der Geschichte geht es um viele Diäten, um Mobbing und um die sogenannten „Dicke-Mädchen-Regeln“, die Ellie von anderen beigebracht bekommt.

Ellie fühlt sich im Wasser am wohlsten. Dort ist sie schwerelos und frei. Das Schwimmen ist ihr sicherer Ort, an dem sie einfach sie selbst sein kann. Zum Glück ist Ellie nicht ganz allein. Ihr Vater, ihre Therapeutin und ihre neue Freundin Catalina stehen auf ihrer Seite. Mit ihrer Hilfe lernt Ellie langsam, auch im echten Leben mutig zu sein.

Ich finde das Buch sehr gut, weil es sehr emotional ist. Manche Figuren sind witzig, aber vieles ist auch traurig. Beim Lesen hatte ich mehrmals Tränen in den Augen und war oft wütend auf bestimmte Personen. Ich habe richtig mit Ellie mitgefühlt.

Der Schreibstil ist besonders, weil das Buch in Versform geschrieben ist. Es sieht ein bisschen aus wie ein Gedicht, aber es reimt sich nicht. Das macht die Geschichte noch intensiver.

Ich finde es wichtig, dass das Buch zeigt, wie es Menschen geht, die gemobbt werden. „Starfish“ gibt einem die Möglichkeit, in das Leben eines Mädchens zu schauen, das solche Erfahrungen macht.

Veröffentlicht am 04.02.2026

Geheimnisse über drei Generationen

Real Americans
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Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, wie ich dieses Buch bewerten soll. Real Americans ist keine schlechte Geschichte, aber sie konnte mich leider nicht wirklich überzeugen.

Der Roman mischt ...

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, wie ich dieses Buch bewerten soll. Real Americans ist keine schlechte Geschichte, aber sie konnte mich leider nicht wirklich überzeugen.

Der Roman mischt viele Genres: Coming-of-Age, Generationenroman, Familiengeschichte, dazu ein guter Schuss Wissenschaft und eine kleine Prise Magie. Es gibt ein großes Geheimnis, dem man im Laufe der Geschichte Stück für Stück näherkommt. Das ist grundsätzlich interessant, hat mich aber kaum mitgerissen und ist recht langatmig erzählt.

Im Mittelpunkt stehen drei Generationen: Lily, ihr Sohn Nick und Lilys Mutter May. May ist während der Kulturrevolution aus China geflohen. Lily lebt nach einer Beziehung, die scheitert, als alleinerziehende Mutter. Ihr Sohn Nick macht sich auf die Suche nach seinem Vater und stößt dabei auf Wahrheiten, die lange verborgen waren.

Das Buch greift viele wichtige Themen auf, wie beispielweise Herkunft, Identität, Fremdheit und Wissenschaftsethik. So gerne ich diese Themen sonst lese, konnte es mich hier nicht mitreißen. Am stärksten fand ich den letzten Teils des Buches, in dem die Oma ihre Geschichte erzählt, aber dieses wiegt den Rest für mich nicht auf.

Veröffentlicht am 21.01.2026

Leise, schön und sehr berührend

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Schon lange habe ich bei einem Buch nicht mehr so geweint, ich war mir zweitweise unsicher, ob ich es überhaupt beenden kann. Schön und schmerzhaft zugleich.

„Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ erzählt ...


Schon lange habe ich bei einem Buch nicht mehr so geweint, ich war mir zweitweise unsicher, ob ich es überhaupt beenden kann. Schön und schmerzhaft zugleich.

„Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ erzählt die Geschichte von Bo, der neunundachtzig Jahre alt ist. Seine Frau lebt im Pflegeheim, er selbst ist allein mit seinem Hund, der für ihn mehr ist als nur ein Haustier. Als sein Sohn entscheidet, Bo könne sich nicht mehr ausreichend um den Hund kümmern, gerät sein ohnehin fragiler Alltag ins Wanken. Was folgt, ist das stille Porträt eines alten Mannes, dessen Tage lang sind und dessen Welt immer kleiner wird.

Wir begleiten Bo durch seinen Alltag, durch seine gegenwärtigen Sorgen und Einschränkungen. Gleichzeitig öffnen sich immer wieder Erinnerungsräume: Episoden aus seiner Kindheit, aus seinem Erwachsenenleben, aus der gemeinsamen Zeit mit seiner Frau und aus der Beziehung zu seinem Sohn. Diese Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind fein austariert und verleihen der Geschichte eine große Tiefe.

Das Buch ist sehr emotional, ohne jemals kitschig zu werden. Es ist sanft, warm und schmerzhaft zugleich. Ein Wohlfühlbuch im besten Sinne, das tief ins Herz trifft und lange nachhallt. Mich hat es schon auf den ersten Seiten erwischt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Viel mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Ein sehr schönes, berührendes Buch und eine große Empfehlung. Taschentücher bereithalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2026

Wenn Überleben persönlich wird

This Story Might Save Your Life
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Es ist gar nicht so leicht, dieses Buch eindeutig einzuordnen. Für mich fühlte es sich an wie eine Mischung aus Thriller, Krimi und Liebesroman. Eine mitreißende, emotionale und wendungsreiche Geschichte, ...

Es ist gar nicht so leicht, dieses Buch eindeutig einzuordnen. Für mich fühlte es sich an wie eine Mischung aus Thriller, Krimi und Liebesroman. Eine mitreißende, emotionale und wendungsreiche Geschichte, die ich kaum aus der Hand legen konnte.

Im Mittelpunkt stehen Benny Abbott und Joy Moore, die gemeinsam einen der erfolgreichsten Podcasts der Welt moderieren. Woche für Woche erzählen sie Überlebensgeschichten von Menschen, die gegen alle Widrigkeiten gewonnen haben. Seit ihrer ersten Folge, in der Joy offen über ihre schwere Narkolepsie spricht, gelten sie als das Freundschaftsduo schlechthin. Unterstützt durch das Management von Joys Ehemann Xander haben sie sich ein regelrechtes Imperium aufgebaut. Allerdings könnte ihre nächste Überlebensgeschichte ihre eigene sein.

Was dieses Buch für mich so besonders gemacht hat, sind die Charaktere. Es ist eine zutiefst charaktergetriebene Geschichte voller berührender Freundschaften, manipulativer Lügner und gut gehüteter Geheimnisse. Gerade Benny und Joy sind mir beim Lesen erstaunlich nah gekommen und haben sich leise, aber nachhaltig in mein Herz geschlichen.

Erzählt wird aus zwei Sichtweisen, die immer wieder in der Zeit springen und Stück für Stück mehr preisgeben. Mit jedem Kapitel legt sich eine weitere Schicht frei, bis sich ein Gesamtbild formt, das gleichzeitig schmerzt und fesselt. Spannend ist das Buch ohnehin, aber es ist vor allem diese emotionale Tiefe, die es für mich so eindringlich macht.

Veröffentlicht am 28.12.2025

Unentschlossen

Ruf der Leere
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Ich habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen und mir dafür unvernünftigerweise eine kleine Nachtschicht eingelegt. Es hat mich schnell gepackt und nicht mehr losgelassen. Mein Tipp: Lest besser nicht ...


Ich habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen und mir dafür unvernünftigerweise eine kleine Nachtschicht eingelegt. Es hat mich schnell gepackt und nicht mehr losgelassen. Mein Tipp: Lest besser nicht den Klappentext. Er macht zwar neugierig, verrät aber meiner Meinung nach schon zu viel.

Der Roman stellt viele ethische Fragen, mit denen man sich während des Lesens immer wieder auseinandersetzen muss. Genau das mag ich sehr, weil die Geschichte dadurch lange nachhallt.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart treffen sich Freunde in einer abgelegenen Hütte, feiern eine Party, bis eine weitere Person auftaucht… Dazwischen stehen Kapitel aus der Vergangenheit, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt sind. Nach und nach setzt sich das Bild zusammen. Man erfährt die Geschichten der einzelnen Figuren, versteht die Dynamiken innerhalb der Freundesgruppe und erkennt, warum die Ereignisse in der Hütte ihren Lauf nehmen. Dieser Aufbau hat mir sehr gefallen, weil er einen unglaublichen Sog erzeugt und Zusammenhänge langsam freilegt.

Ab einem bestimmten Punkt wird die Handlung sehr abgefahren, und ich war mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Der große Plot Twist hat mich eher zwiegespalten zurückgelassen. Das Ende hingegen fand ich wieder richtig gelungen und stimmig, es hat für mich vieles aufgefangen. 3,5/5 Sterne