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Veröffentlicht am 12.11.2025

Ein leiser Schmerz, ein großes Herz – und eine Geschichte, die lange nachhallt

Versprich mir, dass du tanzt
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Versprich mir, dass du tanzt von Dani Atkins ist eines dieser Bücher, die man mit einem tiefen Atemzug beginnt und mit Tränen, aber auch einem warmen Lächeln beendet. Atkins hat ein Talent dafür, Emotionen ...

Versprich mir, dass du tanzt von Dani Atkins ist eines dieser Bücher, die man mit einem tiefen Atemzug beginnt und mit Tränen, aber auch einem warmen Lächeln beendet. Atkins hat ein Talent dafür, Emotionen so ehrlich und feinfühlig zu zeichnen, dass man sich jeder Figur nahe fühlt – fast, als würde man ihre Gedanken atmen.

Schon auf den ersten Seiten spürt man die Mischung aus Liebe, Schmerz und Zärtlichkeit, die die Geschichte trägt. Es geht um Verlust, um die Frage, wie man weitermacht, wenn das Leben bricht, und darum, wie Hoffnung manchmal in den kleinsten Momenten neu entsteht. Die Protagonistin wirkt unglaublich real: verletzlich, mutig, zerbrechlich und gleichzeitig stark auf eine Weise, die einem stillen Respekt entlockt.

Dani Atkins beschreibt Trauer nicht melodramatisch, sondern sanft, ehrlich und in all ihren Nuancen. Manche Szenen treffen hart – nicht, weil sie laut sind, sondern weil sie so still und wahr wirken. Und genau deshalb fühlt sich dieses Buch so intensiv an. Es zeigt, dass Liebe nicht endet, selbst wenn das Leben es tut. Dass Versprechen manchmal das Einzige sind, an dem man sich festhalten kann. Und dass Heilung ein Weg voller Rückschritte, kleiner Wunder und unerwarteter Begegnungen ist.

Besonders gelungen ist die Balance aus Schmerz und Schönheit. Atkins schreibt so atmosphärisch, dass selbst traurige Momente etwas Poetisches bekommen. Die warmen Szenen, die Flashbacks, die liebevollen Details – alles trägt dazu bei, dass man nicht nur liest, sondern wirklich fühlt. Dieses Buch ist kein Drama um des Dramas willen; es ist eine Geschichte über Menschlichkeit, über das Weiterleben, und darüber, wie Liebe uns verändert.

Am Ende bleibt man mit diesem typischen Dani-Atkins-Gefühl zurück: ein bisschen gebrochen, ein bisschen geheilt – und zutiefst berührt. Ein Roman, der nachklingt, weil er etwas Echtes erzählt. Und weil er zeigt, dass Tanzen manchmal bedeutet, weiterzumachen, auch wenn die Musik längst verstummt ist.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Ein Hauch von Magie, ein Funken Dunkelheit – und eine Heldin, die das Herz stiehlt

Holly – Eine Belladonna-Novelle (Belladonna 4)
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Holly – Eine Belladonna-Novelle von Adalyn Grace fühlt sich an wie ein kurzer Ausflug zurück in eine Welt, die man längst vermisst hat. Obwohl es „nur“ eine Novelle ist, bringt sie genau diese Mischung ...

Holly – Eine Belladonna-Novelle von Adalyn Grace fühlt sich an wie ein kurzer Ausflug zurück in eine Welt, die man längst vermisst hat. Obwohl es „nur“ eine Novelle ist, bringt sie genau diese Mischung aus Magie, Melancholie und prickelnder Dunkelheit mit, die die Belladonna-Reihe so besonders macht. Man blättert nur ein paar Seiten um – und plötzlich ist man wieder mittendrin im Spinnennetz aus Geheimnissen, Schatten und leiser Hoffnung.

Holly als Figur ist sofort einnehmend: verletzlich, stark, neugierig und gleichzeitig so typisch Adalyn-Grace-Heldin, dass man sie sofort ins Herz schließt. Sie trägt Licht und Dunkelheit gleichermaßen in sich, und genau das macht sie spannend. Ihre Perspektive bietet einen frischen, intimen Blick auf eine Welt, die wir kennen – und trotzdem ist alles neu, anders, intensiver.

Adalyn Grace schafft wieder diese unverwechselbare Atmosphäre: mystisch, elegant, mit einem Hauch viktorianischer Schwermut. Jede Szene wirkt wie mit Kerzenlicht beleuchtet, jede Begegnung mit Charakteren wie ein Flüstern aus der Vergangenheit. Trotz der Kürze fühlt es sich vollständig an, wie ein kleiner, kostbarer Einblick in ein Herz, das noch viel mehr zu erzählen hat.

Besonders schön ist, wie sensibel und gleichzeitig pointiert Adalyn Grace Emotionen zeichnet. Holly kämpft mit ihrer Vergangenheit, ihrer Identität und dem, was Dunkelheit in einem Menschen auslösen kann. Und obwohl die Geschichte düstere Elemente hat, bleibt sie voller Wärme. Voller Menschlichkeit. Voller Funken, die zeigen, dass auch Schatten Schönheit tragen können.

Was diese Novelle so besonders macht, ist das Gefühl von Nachhausekommen. Für alle, die Belladonna geliebt haben, ist es ein kleines Geschenk – eine Rückkehr zu Figuren und Stimmungen, die einen bereits berührt haben. Für neue Leser*innen ist es ein süßer Vorgeschmack auf das, was die Reihe kann: charmante Charaktere, düstere Romantik und eine Welt, die ihren ganz eigenen Zauber atmet.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Wenn zwei Herzen kollidieren und alles plötzlich Sinn ergibt

Novel Haven - Match of Fate
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Novel Haven – Match of Fate von Anabelle Stehl ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt: Das wird ein Herzensbuch. Es fühlt sich an wie eine warme Umarmung, wie ein kleines ...

Novel Haven – Match of Fate von Anabelle Stehl ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt: Das wird ein Herzensbuch. Es fühlt sich an wie eine warme Umarmung, wie ein kleines Auffangnetz für müde Gedanken – und gleichzeitig liefert es genau die Art von prickelnder Spannung, die man in einer richtig guten Romance sucht.

Anabelle Stehl hat ein unglaubliches Talent dafür, Charaktere zu erschaffen, die nicht nur sympathisch sind, sondern sich anfühlen wie echte Menschen. Die Protagonistin trägt Stärken, Unsicherheiten, kleine Eigenheiten – alles, was sie glaubwürdig, liebenswert und zutiefst nachvollziehbar macht. Ihr Gegenpart? Jemand, der sofort unter die Haut geht. Charmant, verletzlich, humorvoll und mit genau der richtigen Dosis „Oh nein, ich verliebe mich gerade in dich, obwohl ich es nicht sollte“.

Die Chemie zwischen den beiden ist greifbar. Jede Begegnung schwingt zwischen Humor, zarter Verwirrung und dieser leisen, kribbelnden Anziehung, die sich langsam, aber unaufhaltsam aufbaut. Es gibt Dialoge, die gleichzeitig scharfzüngig und süß sind, Momente, die zum Lächeln bringen, und Szenen, die etwas im Herzen auslösen, ohne laut zu sein.

Besonders gelungen finde ich die Atmosphäre von Novel Haven. Die Buchhandlung, die Community, die kleinen Alltagsmomente – alles wirkt cosy, warm und voller Leben. Man spürt die Liebe zu Geschichten in jedem Kapitel, die Verbundenheit zu Menschen, die dieselben Seiten atmen wie man selbst. Es hat etwas Magisches, etwas Sanftes, das einen immer wieder zurückblättern lässt.

Anabelle Stehl erzählt mit einer Wärme und Natürlichkeit, die sofort ein Gefühl von Geborgenheit schafft. Gleichzeitig vergisst sie nicht, den Figuren Raum für Entwicklung zu geben – für Zweifel, Grenzen, Mut und Entscheidungen, die wehtun und heilen können. Genau diese Mischung macht das Buch so besonders: es ist leicht, aber nicht oberflächlich; romantisch, aber nie kitschig; emotional, aber nicht erdrückend.

Als ich das Buch beendet habe, hatte ich dieses sanfte Nachglühen, das man nur bei Geschichten bekommt, die man gern länger begleitet hätte. Ein bisschen Herzklopfen, ein bisschen Sehnsucht – und ganz viel Wärme.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Ungewollt. Unvermeidlich. Unvergesslich

Burnham Dynasty
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Burnham Dynasty – Weil du es bist von Julie Marinello hat mich sofort gepackt. Dieses Buch fühlt sich an wie ein Sog, der einen von der ersten Seite an in eine Welt voller Eleganz, verletzter Gefühle und ...

Burnham Dynasty – Weil du es bist von Julie Marinello hat mich sofort gepackt. Dieses Buch fühlt sich an wie ein Sog, der einen von der ersten Seite an in eine Welt voller Eleganz, verletzter Gefühle und unausgesprochener Sehnsucht zieht. Es ist eine dieser Geschichten, die sich langsam, aber unaufhaltsam unter die Haut schieben – bis man plötzlich mittendrin steckt und nicht mehr aufhören kann zu lesen.

Im Mittelpunkt steht eine Protagonistin, die sich eigentlich nichts sehnlicher wünscht, als Ordnung in ihrem Leben zu behalten – bis der Mann auftaucht, der genau das unmöglich macht: ein Burnham. Reich, charismatisch, gewohnt, seinen Willen zu bekommen, und dennoch voller Unsicherheiten, die er hinter seiner kontrollierten Fassade sorgfältig versteckt. Die Dynamik zwischen den beiden ist intensiv von der ersten Begegnung an. Dieses Knistern, das man fast greifen kann, das Spiel aus Nähe und Distanz – es ist emotional, lebendig und absolut süchtig machend.

Julie Marinello schafft es, diese bittersüße Art der Anziehung perfekt einzufangen: zwei Menschen, die sich eigentlich fernhalten sollten, und doch immer wieder aufeinanderprallen. Jede ihrer Szenen fühlt sich an wie ein Tanz zwischen Gefühl und Vernunft, zwischen dem, was richtig wäre, und dem, was das Herz verlangt. Und gerade diese Gratwanderung macht die Geschichte so unwiderstehlich.

Besonders stark ist die emotionale Tiefe, die Marinello ihren Figuren verleiht. Beide tragen Wunden mit sich herum – Ängste, Zweifel, alte Narben – und trotzdem kämpft jede Begegnung darum, ein Stück Nähe zuzulassen. Es gibt Momente voller Verletzlichkeit, kleine Gesten, die mehr sagen als Worte, und Szenen, in denen die Spannung so intensiv ist, dass man fast den Atem anhält.

Auch das Setting der reichen Burnham-Dynastie setzt einen verführerischen Rahmen. Luxus trifft auf Familiengeheimnisse, Machtspiele treffen auf echte Gefühle. Hinter glänzenden Fassaden lauern Erwartungen, Verpflichtungen und ein Netz aus Regeln, das schwerer wiegt, als man zunächst glaubt. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die gleichzeitig glamourös und beengend wirkt – perfekt, um das Gefühlschaos der Protagonistin zu verstärken.

Der Schreibstil von Julie Marinello liest sich leicht, emotional und eingängig. Sie trifft genau diesen Sweet Spot aus Gefühl, Humor und prickelnder Spannung. Ich habe mich in manchen Szenen wiedergefunden, in anderen mit der Protagonistin mitgefühlt oder mich über Situationen aufgeregt, die einfach zu realistisch waren. Genau das liebe ich an solchen Geschichten: Sie sind intensiv, aber nicht überzogen – romantisch, aber mit einer Brise Echtheit.

Als ich das Buch beendet habe, blieb dieses warme Nachglühen. Dieses Gefühl von „Ich brauche mehr von den Burnhams“, weil die Mischung aus Drama, Romantik und Luxus perfekt balanciert ist. Und genau deshalb funktioniert es so gut.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Wenn Dunkelheit verführt und Monster ein Herz tragen – eine Romantasy, die süchtig macht

House of the Beast
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House of the Beast von Michelle Wong hat mich sofort in seine düster-verführerische Atmosphäre hineingezogen. Ich wusste nicht viel über die Geschichte, bevor ich begonnen habe – und gerade das hat dafür ...

House of the Beast von Michelle Wong hat mich sofort in seine düster-verführerische Atmosphäre hineingezogen. Ich wusste nicht viel über die Geschichte, bevor ich begonnen habe – und gerade das hat dafür gesorgt, dass ich völlig unvorbereitet in diesen Strudel aus Magie, Macht und verbotener Anziehung gerissen wurde. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten spürt: Hier lauert etwas Geheimnisvolles, etwas Gefährliches … und etwas zutiefst Emotionales.

Im Zentrum steht die Protagonistin, die durch einen verhängnisvollen Fehler oder ein schicksalhaftes Ereignis im Haus des „Beasts“ landet – einem Mann (oder vielmehr einem Wesen), der so viel mehr ist als sein Titel. Das „Beast“ ist brutal, unnahbar, gezeichnet von seinem Fluch und seinen Taten – und trotzdem spürt man bei jedem Aufeinandertreffen diese unterschwellige Sehnsucht, die er selbst nicht zulassen will. Genau diese Mischung aus Stärke, gebrochener Verletzlichkeit und abgründiger Dunkelheit macht ihn so faszinierend.

Was mich besonders abgeholt hat, ist die Art, wie Michelle Wong die Beziehung zwischen den beiden Figuren schreibt: langsam, intensiv, voller Spannung und Misstrauen – und doch mit einer Zartheit, die sich erst ganz vorsichtig zeigt, fast wie ein Geheimnis, das selbst die Charaktere nur ungern aussprechen würden. Die Chemie ist spürbar, aber nicht überstürzt. Es ist ein „Slow Burn“, der trotzdem ständig unter Strom steht.

Auch die Welt, die Wong hier erschafft, ist beeindruckend atmosphärisch. Das Haus selbst wirkt wie ein lebender Schatten – ein Ort, der atmet, beobachtet, verschlingt. Jeder Raum, jede Begegnung trägt eine eigene, mystische Schwere. Ich konnte die Dunkelheit förmlich greifen, den Duft von Kerzen und altem Stein riechen, das Prickeln von Magie auf der Haut spüren. Genau dieses Setting macht die Geschichte so emotional intensiv: Man fühlt sich eingesperrt – und gleichzeitig magnetisch angezogen.

Der Schreibstil ist poetisch, bildhaft und gleichzeitig roh in den Momenten, in denen es nötig ist. Michelle Wong zögert nicht, Schmerz und Schuld, Wut und Begierde offen zu zeigen. Dadurch entsteht eine emotionale Tiefe, die weit über eine „Beauty and the Beast“-ähnliche Prämisse hinausgeht. Die Charaktere sind nicht perfekt – und gerade das macht sie so unglaublich lebendig.

Besonders schön fand ich, wie die Autorin mit den Grenzen spielt: Grenzen zwischen Mensch und Monster, zwischen Freiheit und Gefangenschaft, zwischen Angst und Verlangen. Es ist eine Liebesgeschichte – ja –, aber vor allem ist es eine Geschichte über Selbstfindung, Mut und die Frage, ob man selbst entscheidet, wer man ist … oder ob die Welt einen dazu zwingt.

Als ich das Buch beendet habe, war ich gleichzeitig erschöpft und voller Herzklopfen. Es hatte dieses bittersüße Ende-Gefühl, das mich noch lange nicht losgelassen hat – dieses „Ich brauche sofort Teil 2“-Gefühl, weil man schlichtweg mehr will: mehr Antworten, mehr Dunkelheit, mehr von dieser seltsamen, tiefen Verbundenheit zwischen den Figuren.

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