Profilbild von Talisha

Talisha

Lesejury Star
offline

Talisha ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Talisha über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2022

Erinnert an Anne Ostby

Hibiskustage
0

Der Beginn von "Hibiskustage" erinnerte mich stark an "Zartbitter ist das Glück" von Anne Ostby. Auch bei Ostby reisen vier Freundinnen auf eine Insel, weit weg von zuhause.

Ostby hab ich damals abgebrochen, ...

Der Beginn von "Hibiskustage" erinnerte mich stark an "Zartbitter ist das Glück" von Anne Ostby. Auch bei Ostby reisen vier Freundinnen auf eine Insel, weit weg von zuhause.

Ostby hab ich damals abgebrochen, die Stimmung wollte nicht zur Südseeinsel passen. "Hibiskustage" spielt auf Hawai, die Protagonistinnen sind sofort begeistert von der Insel und tragen diese Stimmung auch auf die Leserinnen über.

Doch sie können nicht ablenken von ihren Problemen. Davon ihren ehemals besten Freundinnen erzählen können sie auch noch nicht. Dabei geht es allen gleich - wie die Leserinnen bereits wissen. Was jene aber auch nicht wissen, ist, wieso Izzy ihre Freundinnen zwar zu sich auf Hawai eingeladen hat, aber die ersten Tage doch nicht mit vor Ort sein kann. Alles klärt sich natürlich auf.

Aber gewisse Dinge gegen Ende machen keinen Sinn. Real würde das so nicht gehen, wie die Autorin es den Leserinnen verkaufen will. Das fand ich sehr schade, denn abgesehen vom sehr leichten Schreibstil ist der Roman einigermassen angenehm zu lesen.

Fazit: Nicht ganz stimmiger Roman, der aber den kalten Winter in Europa vergessen lässt.
3.5 Punkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2022

Das fast perfekte Verbrechen

Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar
0

Judith Potts kennt man in Marlow - im Laufe dieses Krimis wundert sie sich noch öfters darüber, wenn sie mal wieder erkannt wird. Sie selbst kennt nicht sehr viele Leute, denn sie ist gerne alleine in ...

Judith Potts kennt man in Marlow - im Laufe dieses Krimis wundert sie sich noch öfters darüber, wenn sie mal wieder erkannt wird. Sie selbst kennt nicht sehr viele Leute, denn sie ist gerne alleine in ihrem von der Grosstante geerbten grossen Haus. Judith liebt es abends zu puzzeln, ein Glas Whisky zu trinken und in der Themse schwimmen zu gehen.

Eine bequeme Sache, da ihr Grundstück direkt an der Themse liegt - Bootshaus und Stechkahn inklusive. Als sie eines Tages ihr Bad im Fluss wieder einmal geniesst, hört sie komische Geräusche vom Haus auf der anderen Flussseite. Sie macht sich Sorgen um ihren Nachbarn Stefan und schaut nach. Überzeugt davon, Ohr-Zeuge eines Mordes gewesen zu sein, ruft sie die Polizei, die ihr aber nicht glaubt.

Judith denkt, ihrem Nachbarn schuldig zu sein herauszufinden, wer ihn getötet hat. Sehr schnell findet sie einen Verdächtigen, der allerdings ein stichfestes Alibi hat. Judith lässt das alles keine Ruhe und beginnt, weiter zu ermitteln - mit der Hilfe von Hundesitterin Suzie und Pfarrersfrau Becks, die sie bei ihren Ermittlungen kennenlernt. Ein schwieriger Fall für die drei Frauen, aber gemeinsam schaffen sie es, das Geheimnis zu lösen.

Dabei verärgern sie das eine oder andere Male die Polizei, insbesondere DS Tanika Malik. Doch selbst Tanika muss zugeben, dass der "Marlower Mordclub" gute Hinweise liefert.

Bei Krimis mit eigenwilligen Figuren ist es manchmal schwierig eine Mitte zu finden, damit das Ganze nicht zu lustig wird. Oder die Figuren so speziell sind, dass die Beschreibungen darüber zu viel Platz brauchen und der Kriminalfall dabei in den Hintergrund gerät. Klar, dass die drei Frauen mit ihren Eigenheiten im ersten Band noch genau beschrieben werden, doch der Autor versucht diese Dinge immer in den Zusammenhang mit dem Mordfall bzw. den Ermittlungen zu stellen.

Mit Leichtigkeit, wie es scheint, ist es Robort Thorogood gelungen, uns Lesern einen ausgewogenen Krimi, eindeutig mit Tendenz zum sich Amüsieren, aber mit solider und stimmiger Aufklärungsarbeit, vorzulegen.

Stellenweise erinnert "Mrs Pott's Mordclub und der tote Nachbar" natürlich, und vielleicht auch bewusst, an "Mrs Marple". Es macht riesigen Spass die drei englischen Ladys bei ihrer Detektivarbeit zu begleiten und man darf gespannt sein, was sie in weiteren Fällen noch zu leisten vermögen.

Fazit: Erfrischender Auftakt zur neuen Krimireihe - der Mörder hat definitiv nicht mit diesen drei exzentrischen Frauen gerechnet, sonst wärs das perfekte Verbrechen geworden.
5 Punkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2022

Reis mit Mord

Acqua Mortale
0

Klar ist es toll, wenn Krimi-Reihen von Anfang an überzeugen. Schön ist aber auch, wenn sich Reihen von Band zu Band steigern.

Genau das ist hier, bei der "Simon Strasser"-Reihe, die sich im Piemont ...

Klar ist es toll, wenn Krimi-Reihen von Anfang an überzeugen. Schön ist aber auch, wenn sich Reihen von Band zu Band steigern.

Genau das ist hier, bei der "Simon Strasser"-Reihe, die sich im Piemont rund um den Lago d'Orta abspielt, der Fall. Der erste Band noch nicht überzeugend, der zweite bedeutend besser und spätestens der vorliegende dritte Band kann mit anderen Krimiserien durchaus mithalten.

Thematisch erinnert "Acqua Mortale" an die "Xavier Kieffer"-Fälle eines deutschen Autors: Pfusch beim Lebensmittelanbau. Hier ist es u.a. das Thema Reis, der wird, was viele nicht wissen, auch im Piemont angebaut. Doch die Autorin baut auch regionale und geschichtlich interessante Details mit ein, so dass für alle Leser etwas dabei ist.

Im Mittelpunkt des Krimis steht der bei einem Halbmarathon vergiftete Chef einer Reisplantage. Dessen Reis soll mit Herbiziden verunreinigt sein, wie u.a. Gianluca Simon berichtet. Gianluca ist ebenfalls Journalist wie Simon, der seit Band 2 zusätzlich zu seinem Job offiziell als Dolmetscher bei der italienischen Polizei zugelassen ist. Als solcher wird er bei diesem Mord herbeigezogen.

Wie bisher immer belässt es Simon aber nicht beim Übersetzen, sondern will der Sache auch als Journalist entgegentreten und so ermittelt er auf eigene Faust. Dieses Mal wird er oft von Gianluca begleitet, aber der ungeduldige Simon unternimmt auch den einen oder anderen Alleingang, der ihn in Schwierigkeiten bringen könnte.

Privat steht Simon immer noch zwischen zwei Frauen, zwischen Kommissarin Carla und seiner Lebenspartnerin Luisa. Letztere bleibt mal wieder in Frankfurt und schiebt Arbeit vor - weswegen Simon ins Zweifeln kommt. Am Ende des Krimis hofft man, dass sich Luisa ein für alle Mal entscheidet, denn Simon kann das nicht wirklich (obwohl er da sicher anderer Meinung wäre). Zum Glück ist er im Ermitteln besser als in Liebesentscheidungen!

Gegessen wird - wir sind in Italien - natürlich auch oft, und öfters mal, dem Thema entsprechend, regionaler Reis. Man könnte meinen, beim Leben würde einem der Appetit auf Risotto vergehen, doch da kann ich klar abwinken: an den zwei Tagen, an denen ich in Acqua Mortale gelesen habe, habe ich zweimal genüsslich italienischen Risotto verspeist. Für alle, die skeptisch sind: spätestens nach der Lektüre ist die Lust auf Risotto wieder hergestellt.

Fazit: Unterhaltender Krimi mit tollem Ambiente und interessantem Thema.
4 Punkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2022

Krimi und historischer Roman: 2 in 1

Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen (Hafenärztin 1)
0

Die Autorin kenne ich unter einem anderen Pseudonym von anderen Büchern, einem anderen Genre. Nach der Lektüre des ersten Bandes der Hafenärztin muss ich sagen, dass sie auch dieses Genre gut beherrscht.

Dieser ...

Die Autorin kenne ich unter einem anderen Pseudonym von anderen Büchern, einem anderen Genre. Nach der Lektüre des ersten Bandes der Hafenärztin muss ich sagen, dass sie auch dieses Genre gut beherrscht.

Dieser Roman ist quasi zwei in eins. Historischer Roman, aber auch historischer Krimi. Beides verbindet Henrike Engel zu einer tollen Geschichte.

Auf der einen Seite ist da die "Hafenärztin" Doktor Anne Fitzpatrick, die in Frauenhäuser arbeitet und versucht den Arbeiterfrauen und im Milieu zu helfen. Selbst hat Anne aber auch ein Geheimnis inne, sie hat einen neuen Namen angenommen, um möglichst unerkannt zu bleiben. Wieso, bleibt lange ein Rätsel.

Helene Curtius, eine junge Pastorentochter, weiss nicht was sie will, aber auf jeden Fall, was sie nicht will: nämlich eine Haushaltsschule zu besuchen und früh heiraten. Falls überhaupt. Sie versucht im Frauenhaus mitzuhelfen, was aber doch nicht so einfach ist wie gedacht.

Auf der anderen Seite, der Krimiseite, steht Kommissar Berthold Rheydt, der einen Mord im Milieu aufklären soll. Froh, endlich alleine einen Fall zu bearbeiten, kommt er bald an seine Grenzen. Auch körperlich, dies merkt er vor allem beim Fussballspielen. Ab und zu holt ihn seine Vergangenheit ein, der Verlust seiner Frau und seines Sohnes macht ihm immer noch zu schaffen.

Diese beiden Seiten verknüpft Engel nun auf eine tolle und vor allem glaubhafte Art und Weise. Sie bringt auch unheimlich viel Zeitgeist mit rein, sei es die Arbeit der Polizei und den Möglichkeiten der damaligen Forensik, das Leben der Frauen verschiedener Gesellschaftsschichten in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts, aber auch die Politik und das Leben in Hamburg allgemein.

Ganz nebenbei erfährt man noch über die Anfänge der Fussballclubs, da Rheydt bei St. Pauli spielt. Aufgenommen in die Clubs wurden damals noch die Männer aus der besseren Gesellschaft, unabhängig davon, ob Talent vorhanden war oder nicht. Vielleicht erlebt man in den weiteren Bänden ja noch den Umschwung zur Öffnung für alle Schichten mit.

Mit all diesen Themen und interessanten Figuren macht es enorm viel Spass diesen historischen Romankrimi zu lesen.

Fazit: Ein toller Serieneinstieg, bei dem man sich direkt nach dem Lesen danach sehnt, im nächsten Band weiter lesen zu können.
5 Punkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2022

Familiengeheimnisse

Der Tod bleibt über Nacht
0

Der erste Band hat mir gut gefallen, weshalb ich mich auf diesen zweiten Band und ein Wiedersehen mit den bereits bekannten Bewohnern von Ballinwroe freute.

Fionas B & B ist ausgebucht. Eine Hochzeitsgesellschaft, ...

Der erste Band hat mir gut gefallen, weshalb ich mich auf diesen zweiten Band und ein Wiedersehen mit den bereits bekannten Bewohnern von Ballinwroe freute.

Fionas B & B ist ausgebucht. Eine Hochzeitsgesellschaft, bzw. die Familie der Braut hat sich eingemietet. Die beiden Familien stammen ursprünglich von Ballinwroe und sind im Dorf gut bekannt. Zwischen den Familien muss vor etlichen Jahren etwas vorgefallen sein. Man sagt, ein Landkauf steht im Zentrum für den Streit, der immer wieder entfacht wird. Nicht nur der Wirt des Pubs und der Dorfparrer Michael müssen das eine oder andere Mal beruhigend eingreifen.

Der Krimi beginnt gut, doch ab einem gewissen Zeitpunkt ging alles viel zu schnell. Bis hin zum Mord wurde alles genau erzählt, aber die Ermittlungen fanden praktisch kaum und nur mit Auslassungen statt. Zum Beispiel wird Aidans Mitarbeiter irgendwo abgesetzt und danach liest man von ihm nichts mehr, er wird dann mehr in einem Nebensatz noch erwähnt, dass er dies und jenes herausgefunden haben soll bei seinen Gesprächen.

Es fühlte sich auch mehr so an, dass sich in diesem zweiten Band alles mehr um Aidans Undercover-Einsatz dreht, der erneut lang und breit geschildert, aber, einmal mehr, nicht aufgelöst wird. Der Mordfall in Ballinwroe ist da eher Beiwerk.

Fazit: Unterhaltender 2. Band, nicht schlecht, aber mir ging alles zu schnell - bzw. wurde einiges ausgelassen, deshalb nur 3.5 Punkte.
3.5 Punkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere