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Veröffentlicht am 20.02.2025

Ein Hoch auf den Umgang mit Sprache

Ich fürchte, Ihr habt Drachen
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Was habe ich gegluckst, gegiggelt und gelacht.
In seinem Roman lässt sich Peter S. Beagle über einen heldenhaften Antihelden, eine nicht ganz so zuckersüße Prinzessin auf Prinzschau und einen Drachenfänger ...

Was habe ich gegluckst, gegiggelt und gelacht.
In seinem Roman lässt sich Peter S. Beagle über einen heldenhaften Antihelden, eine nicht ganz so zuckersüße Prinzessin auf Prinzschau und einen Drachenfänger aus, der seinen Beruf anders angeht, als alle anderen. Und das alles in einer Geschichte, die sprachlich bisweilen an mittelalterliche Erzählungen oder aber auch Literatur der Romantik erinnert. Denn mit Sprache weiß der Autor hervorragend umzugehen und zu spielen, so dass man schon ein wenig genauer lesen sollte.
Der Roman ist nicht einfach in die Kategorie „Cozy Fantasy“ zu stecken. Hinter zum Teil sehr komisch anmutenden Reden der Charaktere verbirgt sich bisweilen doch ein recht tieferer Kern.

So sagt Mortmain an einer Stelle zu Robert:
„Der Griff ist nicht im Mindesten, was er vorgibt zu sein, ja schöner noch als die Wirklichkeit, die er imitiert; während die Klinge so ehrlich, so moralisch und geradlinig ist, wie sie nur sein kann. Sind beide zusammen nun eine unausgesprochene Wahrheit oder eine versteckte Lüge?“

Das Buch wird sicherlich nicht jeden ansprechen, aber allen, denen der recht scharfe Wortwitz des Autors in seinem bekanntesten Werk „Das letzte Einhorn“ gefallen hat, sollte es zusagen.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Kennt man einen, kennt man alle?

Magic Island - Ruf der Seelentiere. Eine magische Insel und sprechende Seelentiere: Fantasy-Buchreihe ab 11 Jahren (Magic Island, Bd. 1)
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Zum Inhalt der Geschichte möchte ich eigentlich nichts weiter ausführen, da es da bereits hinlängliche Rezensionen zu gibt. Und um es auch kurz zu machen – ich fand den Reihenauftakt wirklich schön, gut ...

Zum Inhalt der Geschichte möchte ich eigentlich nichts weiter ausführen, da es da bereits hinlängliche Rezensionen zu gibt. Und um es auch kurz zu machen – ich fand den Reihenauftakt wirklich schön, gut lesbar und werde gerne auch noch folgende Bände lesen.

Was mir diesmal jedoch so ein klein wenig zu denken gab ist die Frage – Kennt man einen, kennt man alle?
Mir fiel in diesem Buch so akut der immer wiederkehrende Handlungsaufbau auf. Zuerst wird der grundlegende Handlungsrahmen im Prolog kurz angerissen. Dann wird der Held eingeführt und auch recht zügig in die entsprechende Geschichte gesetzt, die er nun mit Hilfe von Begleitern (seinem Seelentier und einer kleinen Unterstützerparty) mehr oder weniger bewältigen muss. Dabei wird recht schnell klar, dass nicht immer alles so ist wie es scheint und man kann ohne weiteres erwarten, dass 1. Twists auftreten und 2. ein Cliffhanger den Band abschließt.
Ich will damit jedoch nicht sagen, dass ich einen derartigen Aufbau nicht mag. Doch irgendwie wird der Grundablauf dadurch ein wenig „monoton“. Und immer wieder ein Cliffhanger am Ende ist auch nicht immer sinnführend.

Wenn ich dann diesen Serienauftakt mit der älteren Kinderbuchreihe „Flüsterwald“ vergleiche, find ich letztere doch schöner.
Aber vielleicht kommt da ja in der Zukunft doch noch etwas anderes. Ich bleibe auf jeden Fall gespannt.

Kindern, die bisher noch keines von Andreas Suchaneks Büchern gelesen haben, kann ich diesen Serienauftakt absolut empfehlen, vor allem wenn sie auf tierische Begleiter stehen.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Action zwischen Lara Croft und Mission Impossible

Amanda Black – Die Mission beginnt
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Amanda muss in diesem Reihenauftakt eine richtig rasche Folge von Ereignissen durchleben, die ihr bisheriges Leben mit ihrer Tante Paula durchweg verändern. Und so wird aus einem zwölfjährigen vollständig ...

Amanda muss in diesem Reihenauftakt eine richtig rasche Folge von Ereignissen durchleben, die ihr bisheriges Leben mit ihrer Tante Paula durchweg verändern. Und so wird aus einem zwölfjährigen vollständig mittellosen Mädchen ein gut abgesicherter Actionheld (natürlich inkognito).

Was mich an diesem Reihenauftakt richtig gut angesprochen hat, ist die rasante Handlung aus einem zum Teil retrospektiven Blickwinkel des Erzählenden. Das hat Action, Fantasie und nimmt einen als Leser wirklich gut mit in die an und für sich sehr reibungslos verlaufende Handlung. Man kommt sich ein wenig vor wie bei Mission Impossible gepaart mit Lara Croft, eben nur auf Kinderniveau. Wenn das junge Leser*innen nicht zu begeistern vermag?!

Bisweilen war für jedes auftretende Problem die schnell gefundene Lösung vielleicht ein wenig zu schnell zur Stelle. Doch ich denke dies entspringt eher meinem Blickwinkel als Erwachsenem und wird bei Grundschulkindern gar nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Neben der bisweilen humorvollen Handlung fallen die schwarz-weißen Illustrationen von David Garcia Forés auf, die das Buch auch gestalterisch zu einem kleinen Highlight machen.

Ich möchte das Buch allen Actionfans ans Herz legen und bin der Überzeugung, dass auch Jungs da einmal reinlesen sollten. Es lohnt sich ganz gewiss.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Drachen und Technik passen besser zusammen als gedacht

Smaragour – Die Dracheninsel
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Wenn man aus einer Drachenreiterfamilie stammt, dann kann man davon ausgehen, auf einer Drachenreiterschule angenommen zu werden. So dachte Jamie zumindest. Und er erhält ja auch eine Ausbildung – jedoch ...

Wenn man aus einer Drachenreiterfamilie stammt, dann kann man davon ausgehen, auf einer Drachenreiterschule angenommen zu werden. So dachte Jamie zumindest. Und er erhält ja auch eine Ausbildung – jedoch nicht als erträumter Drachenreiter. Aber gerade durch seine Arbeit in den Docks lernt er die Drachen kennen und verstehen, und kann so erkennen, das die Drachen nicht so behandelt werden, wie es sein sollte. Was ist da los?

Diese neue Buchreihe von Anja Habschick ist wirklich vielversprechend.
Da das Setting in „unserer“ modernen Welt angelegt ist, geht es hier nicht um Abenteuer wie etwa in „Drachenzähmen leicht gemacht“ oder „Die geheime Drachenschule“. Durch die Verquickung von technischer Entwicklung und dem Umgang mit Lebewesen geht die Autorin unter anderem der Frage nach, sind nicht menschliche Lebewesen wirklich nur Nummern, die wir nach belieben benutzen dürfen und wie Gegenstände behandeln können?
Diesen Strang in der Handlung fand ich erfrischend und interessant.

Die ansonsten für die Altersgruppe relevanten Themen um Freundschaft, Vertrauen und der abenteuerliche Faktor an und für sich waren auch schön und gut zu lesen.

Was mich sehr gefreut hat bei der erzählerischen Behandlung der drei Charaktere des Buches, war die Darstellung der beiden Mitstreiter Tex und Noah. Auch wenn sie nur Nebenfiguren der Handlung sind hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass sie nur „Sidekicks“ wären. Hier hat die Autorin sich deutlich weiter entwickelt, als bei Toni aus der Lucy Longfinger – Reihe.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Als „ehrenhafter“ Dieb hat man es nicht leicht

Lucy Longfinger – einfach unfassbar!: Gefährliche Geburtstagsgrüße
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Lucy ist eine Spitzendiebin. Immerhin kommt sie ja aus solch einer Familie. Und Lucys Familie hat einen sehr strengen, sehr alten Ehrenkodex. Und dieser verbietet unter anderem Freundschaften außerhalb ...

Lucy ist eine Spitzendiebin. Immerhin kommt sie ja aus solch einer Familie. Und Lucys Familie hat einen sehr strengen, sehr alten Ehrenkodex. Und dieser verbietet unter anderem Freundschaften außerhalb der Familie. Doch als sie Toni begegnet muss Lucy sich zu den vielen Ereignissen um sie herum auch Gedanken machen, ob dieser Kodex so noch zeitgemäß ist.

Das Buch hatte mich wegen des dynamischen Covers in erster Linie angesprochen und so habe ich mich einfach einmal überraschen lassen, wie sich die Handlung so macht.
Alles in Allem – gar nicht so schlecht, denn Lucy ist so cool, wie ich es in meiner Jungend auch gerne in diesem Maße gewesen wäre, sportlicher als sportlich, intelligent mit einer Spur Humor und vor allem unerschrocken.

Aber das war es abgesehen vom interessanten und gut lesbaren Erzählstil der Autorin dann auch schon.
Denn mit etwas Abstand betrachtet war es zu viel Action nacheinander abgearbeitet. Dazu gelingt Lucy fast alles zu vorhersagbar, bei Risiken, die für mich teilweise ein wenig zu „overdressed“ sind und dann ist da noch Sidekick Toni, der auch nur das eben bleibt und sehr sehr tolerant gegenüber Lucys bisweilen schwierigem Charakter ist.

Die Geschichte ist mir zu sehr „Mädchenpower“. Ich mag es halt etwas ausgeglichener.

Also: Lucy Longfinger ist durchaus lesenswert und für mich nur zu unausgeglichen und hat einfach eine etwas zu starke Betonung der Girlpower. Aber vielleicht entwickelt sich da ja was in den andern zwei Bänden, die nachfolgend noch erschienen sind.

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