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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2018

Etwas am Titel vorbei

Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht
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Handlung:
Diese gestaltet sich im vorliegenden Roman durchaus schwieriger, als die Inhaltsangabe vermuten lässt.
Da ist zum einen und vor allem Louisa, das Kindermädchen der Mitfords. Sie ist die eigentliche ...

Handlung:
Diese gestaltet sich im vorliegenden Roman durchaus schwieriger, als die Inhaltsangabe vermuten lässt.
Da ist zum einen und vor allem Louisa, das Kindermädchen der Mitfords. Sie ist die eigentliche Hauptfigur des Romans. Mit ihr erlebt der Leser das Leben Anfang der Zwanziger. Wie die Autorin es im Anhang des Buches beschreibt, wollte sie eine Figur die sich „Upstairs“ und „Downstairs“ bewegen konnte.
Danach kommen dann in etwa schon fast gleichrangig für die Handlung Nancy, die älteste der Mitford-Schwestern und Guy Sullivan, ein Bahnhofs-Polizist, der im Mordfall Nightingale ermittelt.

Und da bin ich auch schon bei den Handlungssträngen. Aufhänger des Romans ist der Mord an Florence Nightingale Shore. Er zieht sich wie eine Perlenkette durch den gesamten Roman durch, wird aber erst im letzten Drittel des Buches wirklich rasant und interessant.

Dann ist da die Geschichte von Louisa, die Flucht vor ihrem alten Leben und ihrem Onkel, ihre Mithilfe bei der Aufklärung des Mordfalls und natürlich ihr Verhältnis zu Guy.

Und zu guter Letzt gibt es dann doch ein wenig Einblick in das Leben von Nancy Midtford und ihrer Familie.

Was hatte ich nun erwartet?
Der Inhaltsbeschreibung nach hätte ich jetzt einen guten Krimi im Milieu der Mitfords erwartet. Dazu guten Glanz und Glamour der Anfang Zwanziger.

Was habe ich bekommen?
Einen absolut soliden und gut geschrieben Gesellschaftsroman der Zwanziger, eingebettet in eine Mordermittlung, die mir aber etwas zu langatmig war.
Das Buch ist also nicht schlecht, doch für meinen Geschmack „am Titel vorbei“. Mir ist zu wenig Mitford Manor enthalten und zu viel Innenleben Louisa Cannon.

Veröffentlicht am 01.09.2018

Helikoptern für Fortgeschrittene

Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen!
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Neues aus der Welt von Lena Greiner und Carola Padtberg-Kruse!
Nachdem die beiden Autorinnen im letzten Jahr mit "Verschieben Sie die Deutscharbeit - mein Sohn hat Geburtstag!" bereits einen unterhaltsamen ...

Neues aus der Welt von Lena Greiner und Carola Padtberg-Kruse!
Nachdem die beiden Autorinnen im letzten Jahr mit "Verschieben Sie die Deutscharbeit - mein Sohn hat Geburtstag!" bereits einen unterhaltsamen Einblick in die Welt unserer heutigen Hypermütter und -väter gaben, legen sie in diesem Jahr noch eins nach.

Ich habe auf Vorablesen ein Exemplar ergattert und gleich verschlungen. Was kann ich nun als Fazit aus dem Buch ziehen?

Die Autorinnen zeigen die Sicht von Hebammen, Ärzten, Lehrern und anderen Personengruppen, die in die Verlegenheit kommen sich mit den "Helikoptern" von Kindern arrangieren zu müssen. Und wer hat nicht wenigstens ansatzweise Helikoptereltern im Freundes oder Bekanntenkreis?

Bisweilen halte ich einige Darstellungen für hoffentlich überspitzt, denn sollte wirklich Alles dem realen Leben entspringen muss ich mich fragen: "Quo vadis Erziehung?".
Was ich gut und auch durchaus notwendig empfand sind die kurzen Beiträge der Kinder von Helikoptereltern.

Mit gutem Stil haben die Autorinnen mich unterhalten und auf ihre Art auch Einiges zum Nachdenken mitgegeben. Bisweilen war es jedoch ein wenig zu viel. Aber alles in Allem ein gelungenes Buch.

Veröffentlicht am 31.08.2018

"In dieser Bibliothek sind alle Geschichten, die sich in der Welt ereignet haben, versammelt."

Die Grimm-Chroniken (Band 4)
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Im Gesang der Sirenen nimmt die Handlung der Grimm-Chroniken ihren Fortgang. Diesmal stehen die Geschwister Maggy und Joe etwas tiefer im Mittelpunkt des Geschehens. Aber auch die Hintergründe zu den "Märchenfiguren" ...

Im Gesang der Sirenen nimmt die Handlung der Grimm-Chroniken ihren Fortgang. Diesmal stehen die Geschwister Maggy und Joe etwas tiefer im Mittelpunkt des Geschehens. Aber auch die Hintergründe zu den "Märchenfiguren" werden weiter enthüllt. Mit jeder Enthüllung gelingt es der Autorin auch ein neues Geheimnis ins Spiel zu bringen, so dass es dem Leser nicht langweilig werden kann.

Der Autorin gelingt es ein allmählich düster werdendes, spannungsgeladenes Szenario zu entwickeln. Die gut gesetzten gestalterischen Sprünge zwischen Zeiten und Orten der Handlungen tragen den unverwechselbaren Stil der Autorin. Das Buch lässt sich dadurch leicht lesen und wirkt sehr fesselnd.

Wem Band 4 gefallen hat, der möchte auch einen fünften Band nicht missen. Wer als Erwachsener einmal anders in die Märchenwelt seiner Kindheit zurück möchte, sollte einmal mit den Grimm-Chroniken versuchen.

Veröffentlicht am 31.08.2018

Die Magischen 6 – Bezaubernd magisch

Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen
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Neil Patrick Harris, den viele von uns als Barney Stinson in der Serie How I Met Your Mother, hat mit seiner Kinderbuch Die Magischen 6, in Deutsch erscheinend bei Egmont Schneiderbuch einen bezaubernden ...

Neil Patrick Harris, den viele von uns als Barney Stinson in der Serie How I Met Your Mother, hat mit seiner Kinderbuch Die Magischen 6, in Deutsch erscheinend bei Egmont Schneiderbuch einen bezaubernden Auftakt zu einer Reihe geliefert, die Kinder in eine Welt voller alltäglicher Magie und Freundschaft führt.
In der Welt von Mineral Wells erfahren die jungen Leser, was wahre Freundschaft bedeuten kann.
Der Autor bedient sich einer wunderbaren Sprache, fügt direkte Reden mit dem Leser an passenden Stellen ein, die das Buch sehr unterhaltsam machen; bisweilen fühlte ich mich dadurch ein wenig wie bei How I Met Your Mother, wenn der Erzähler sprach.

Ein zusätzlicher Reiz des Buches besteht in der Leidenschaft des Autors für die Welt der Zauberei. Es werden kleine Grundlagen aus der Welt der Magie erläutert und junge, angehende Zauberer können erste tricks erlernen. Das gibt dem Buch einen besonderen Charme.

Da ich illustrierte Bücher sehr mag und der Meinung bin, dass es davon ruhig mehr geben sollte, kann ich auch hier nur sagen – wunderschöne Umsetzung des Buchinhaltes ins Bild. Kleiner Wermutstropfen – wie meist üblich nur in schwarz-weiß.

Ich kann meine Daumen nur nach oben richten. Ein tolles Kinderbuch, dass in viele Kinderregale gehören sollte.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Nordwärts - Ich folgte früher mal dem Drachenhals

Die Phileasson-Saga - Nordwärts
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In den 90er Jahren folgte ich dem Drachenhals, dem Gruppenabenteuer von Bernhard Hennen, dass er damals für Das schwarze Auge geschrieben hatte und nun zieht es mich nach gut zwei Jahrzehnten "Nordwärts".

Die ...

In den 90er Jahren folgte ich dem Drachenhals, dem Gruppenabenteuer von Bernhard Hennen, dass er damals für Das schwarze Auge geschrieben hatte und nun zieht es mich nach gut zwei Jahrzehnten "Nordwärts".

Die Handlung in Kürze:
Schon lange wetteifern die beiden berühmtesten Söhne Thorwals miteinander, wer von ihnen der wahre, beste und mutigste Sohn des Landes im hohen Norden ist. Jetzt soll der ganze Konkurrenzkampf endlich entschieden und mit den Titel „König der Meere“ für einen der Beiden gekrönt werden. Asleif und Beorn erhalten die Aufgabe, Aventurien innerhalb von 80 Wochen zu bereisen und während dieser Zeit 12 Aufgaben zu lösen.

In Nordwärts werden im Wesentlichen die wichtigsten Hauptcharaktere eingeführt. Man lernt zum Teil ihre Vorgeschichte sowie ihre Beweggründe für diese Reise kennen. So bilden sich zwei absolut unterschiedliche Reisegemeinschaften, die bunter nicht sein könnten – Krieger, Abenteurer, Magier, Elfen… von allen klassischen Fantasyfiguren ist jemand dabei.

Ihre erste Aufgabe wird die Konkurrenten in den hohen Norden führen, weiter als die meisten Aventurier je gereist sind. Die Gruppen werden vor starke Herausforderungen gestellt, die nicht allein dem rauen Klima und dem ewigen Eis geschuldet sind.

Die Autoren haben mich durch ihren detailreichen aber nicht langatmigen Schreibstil an das Buch „gefesselt“. Der Band lies sich gut lesen, man konnte die Motivationen der einzelnen Charaktere wunderbar verstehen. Auch wenn bereits im ersten Band ersichtlich wird, wer der positive Held der Wettfahrt ist tut das gesamten Handlung keinen Abbruch. Man benötigt immer eine Protagonisten und einen Antagonisten für eine schöne Handlung. Und mal ehrlich, Beorn ist nicht böse. Er ist so wie man sich den klassischen Thorwaler vorstellt (naja, den klassischen Wikinger) – ein Krieger und Abenteurer; hart, aber seiner Mannschaft gegenüber loyal. Asleif ist da eher der geborene Entdecker, der aus den klassischen thorwaler Tugenden ausbrechen kann. Das macht ja den Reiz des Konkurrenzkampfes der beiden aus. Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt. Und es stellt sich im Verlauf der Handlung allmählich sowieso die Frage, ob Beorn der eigentliche Antagonist der Handlung ist, oder noch im Hintergrund gehaltene Charaktere?!

Mein Fazit:
Ein wirklich gelungener Auftakt zu einer langen Saga, die ich jedem High-Fantasyleser empfehlen kann. Vorkenntnisse aus der aventurischen Welt benötigt man nicht. Die Geschichte führt den Leser immer soweit in die Gesamtwelt ein, dass er die Handlung verstehen kann, gibt hinreichend Andeutungen und lässt Platz für Spekulationen, so dass man gerne weiter lesen möchte, auch in den folgenden Bänden.