Cover-Bild Als Bach nach Dresden kam
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inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Kindler
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 160
  • Ersterscheinung: 25.09.2018
  • ISBN: 9783463407067
Ralf Günther

Als Bach nach Dresden kam

Musik, Dresden und der große Johann Sebastian Bach - Bestsellerautor Ralf Günther entführt uns mit einer humorvollen und kurzweiligen Erzählung in die höfische Welt des 18. Jahrhunderts.

September 1717. Jean-Baptiste Volumier ist Konzertmeister der Hofkapelle August des Starken. Als ihm zu Ohren kommt, dass der skandalumwitterte französische Musiker Louis Marchand nach Dresden geholt werden soll, wird ihm angst und bange: Wird Marchand ihm den Rang streitig machen? Volumier fasst einen Plan: Ein Orgelduell, bei dem er Marchand gegen den größten lebenden deutschen Komponisten antreten lässt: Johann Sebastian Bach wird Marchand überstrahlen, da ist Volumier sicher, und nach einer Blamage wird Marchand das Weite suchen. In Weimar lernt Volumier Bachs Cousine Friedelena kennen. Die Begegnung verändert einiges. Kurz bevor das Tastenduell stattfindet, nehmen die Ereignisse einen unvorhergesehen Verlauf. Und Volumier muss sich etwas einfallen lassen…

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2018

Toller hist. Roman

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Dresden, im 18. Jahrhundert: Zwei Tastenvirtuosen, nämlich Johann Sebastian Bach und Louis Marchand sollen auf Wunsch des polnischen Königs August hier ein Konzert geben. Doch nicht nur ein Konzert, nein ...

Dresden, im 18. Jahrhundert: Zwei Tastenvirtuosen, nämlich Johann Sebastian Bach und Louis Marchand sollen auf Wunsch des polnischen Königs August hier ein Konzert geben. Doch nicht nur ein Konzert, nein sie sollen sich im offenen Wettstreit einer illustren Schar von Höflingen stellen. Organisieren soll das Jean-Baptist Volumier, der Konzertmeister des sächsischen Hoforchesters. Die beiden Musiker treffen in Dresden ein. Bach mit mehrköpfiger Familie und Louis Marchand mit leichtem Gepäck.
Während Marchand der Ruf des unzuverlässigen Lebemanns vorauseilt, scheint Johann Sebastian Bach in voller Bescheidenheit nur Gott zur Ehre zu komponieren und zu spielen. Doch stimmt der erste Eindruck?
Die Gerüchte um Marchand bestätigen sich, vor allem als sich dessen abgelegte Geliebte ausgerechnet bei Jean-Baptiste einquartiert. Volumier seinerseits findet an der mitgereisten Schwägerin Bachs Friedelena Gefallen. Welch ein Schlamassel!
Als dann Marchand Fersengeld gibt und überstürzt abreist, scheint Volumier zwischen allen Stühlen zu sitzen. Auch der als bieder eingeschätzte Johann Sebastian Bach, will nun doch nicht am Dresdner Hof bleiben.
Meine Meinung:
Ralph Günther, dessen Erzählkunst ich schon aus anderen historischen Romanen kenne, beschreibt hier die Zeit am Hofe von August dem Starken sehr anschaulich. Die Künstler sind allesamt nicht zu beneiden. Sie sind auf Gedeih und Verderben einem launischen Regenten ausgeliefert, der seine Meinung häufig ändert. Natürlich sind auch Marchand und Bach „Primadonnen“, die sich in ihrem Ruhm sonnen. Der eine direkt, der andere betont so häufig seine Gottesfürchtigkeit und Bescheidenheit, so dass dem Leser fast schon Zweifel an seiner Lauterkeit beschleichen.
Interessant finde ich auch das Nachwort von Jan Katzschke, aus dem hervorgeht, dass dieses Duell der Tastenvirtuosen nie stattgefunden hat.
Eine wirklich nette Idee, die bravourös umgesetzt worden ist. Ich konnte förmlich die gepuderten Perücken riechen und die das Orgelspiel hören. Die unterschiedlichen Charaktere sind schön mit Leben gefüllt.
Gerne gebe ich diesem historischen Roman 5 Sterne.

Veröffentlicht am 05.10.2018

Ein besonderes Musikerduell

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„...Die allerleichtesten Genüsse fußen auf der allerschwersten Arbeit...“

Wir schreiben das Jahr 1717. Jean-Baptiste Volumier, Konzertmeister und Direktor der französischen Hofmusik in Dresden, wird von ...

„...Die allerleichtesten Genüsse fußen auf der allerschwersten Arbeit...“

Wir schreiben das Jahr 1717. Jean-Baptiste Volumier, Konzertmeister und Direktor der französischen Hofmusik in Dresden, wird von König August nach Brüssel geschickt, um Louis Marchand nach Dresden zu holen. Der gilt als begnadeter Musiker, ist aber wegen einige Skandale am französischen Hof in Ungnade gefallen. Volumier fürchtet um seine eigene Stellung. Da kommt ihm die Idee, in Dresden zwei Musiker gegeneinander antreten zu lassen. Er fährt nach Weimar und lädt Johann Sebastain Bach zu einem Musikerduell ein.
Der Autor hat einen feinsinnigen historischen Roman geschrieben. Die Geschichte lässt sich angenehm lesen.
Der Schriftstil ist gehoben und ausgefeilt. Sehr gekonnt werden die Lebensweise und die musikalischen Fähigkeiten von Marchand und Bach gegenüber gestellt.
Marchand ist ein Lebemann. Er versteht es, die Frauen zu umgarnen und daraus Nutzen zu ziehen. Bach ist verheiratet und hat für eine große Familie zu sorgen.
Eines aber ist beiden gemeinsam. Sie wissen, was sie können und was sie demzufolge wert sind. Trotzdem unterliegt Bach mehr Zwängen als Marchand.
Der Autor stellt heraus, dass Bachs geniale Präzision auf Marchands Klangfülle treffen wird. Doch auch Bach beherrscht den französischen Musikstil.
Auf seinen Weg nach Dresden besucht Bach den Freiberger Dom. Dort wird gerade eine Orgel von Silbermann in Betrieb genommen. Bachs Meinung zur Orgel liest sich so:

„...Nichts auf dieser Welt fasziniert mich mehr als eine Orgel. Sie ist die komplizierteste Maschine unserer Zeit, die Königin der Instrumente, es gibt nichts Ebenbürtiges...“

Das Gespräch zwischen Bach und Volumier in Freiberg geht in die Tiefe. Sie reden nicht nur über Musik, sondern gleiten fast in philosophische Betrachtungen ab.
Volumier ahnt nicht im geringsten, welche Probleme er bei der Vorbereitung des Duells zu bewältigen hat. Minister Flemming ist dabei nicht gerade hilfreich. Der König allerdings ist von der Idee begeistert. Bachs erste Reaktion klingt so:

„...Ich spiele dem höchsten Gott zu ehren und zur inneren Erbauung des Hörers. Der gewöhnlichen Menschen Eitelkeit ist das Gegenteil dessen, was meine Musik verfolgt...“

Die Leichtlebigkeit des Dresdner Hofes widerspricht Bachs Wesen, Marchands Art aber kommt sie entgegen.
Im Nachwort trennt der Autor Fiktion von Realität.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Ich lerne Bach und seine Lebensansichten auf neue Art kennen. Gleichzeitig ist das Buch ein kurzes, aber aussagekräftiges Zeitgemälde.

Veröffentlicht am 05.10.2018

Ein Duell, dass man so nicht kennt

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Marchand und Bach – zwei der bekanntesten Musiker und Komponisten ihrer Zeit, zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und zwischen ihnen der um seine Stellung am sächsischen Hofe bangende ...

Marchand und Bach – zwei der bekanntesten Musiker und Komponisten ihrer Zeit, zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und zwischen ihnen der um seine Stellung am sächsischen Hofe bangende Jean-Baptiste Volumier.
Beide Künstler sind dem Konzertmeister auf ihrem Gebiet überlegen und August umgibt sich gerne mit führenden Namen seiner Zeit. Und so muss ein inszeniertes „Tastenduell“ Volumier aus der Bredoullie helfen. Doch so einfach wird das nicht. Denn zumindest in Bach findet der Konzertmeister einen Menschen mit grundlegenden Prinzipien, die er nicht gewillt ist für irdischen Ruhm aufzugeben, denn Bachs Inspiration kommt aus der kirchlichen Tradition. Er spielt und komponiert zum Ruhme Gottes.

In seiner Erzählung gelingt es dem Autor Ralf Günther ein Ereignis mit Leben zu erfüllen, dass so nie stattgefunden hat. Auf unterhaltsame und sehr plastische Art wird ein Ereignis von 1717 in eine eigene Geschichte eingebettet, die dem Leser sowohl das Leben in Dresden zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als auch grundlegende Persönlichkeiten der Musikgeschichte näherbringt.

Mir hat dieses kleine Buch sehr gut gefallen. Ich habe dadurch ein genaueres Bild von Bach und dem mir bis dato völlig unbekannten Marchand erhalten. Also mal wieder etwas dazugelernt und das auf kurzweiligem und bisweilen humoristischem Weg. Denn es gibt genügend Passagen in dem Buch, über die man schön schmunzeln kann.
Und was der Autor in seinem Werk so wunderschön beschreibt wird am Ende von Jan Katzschke in den realen historischen Kontext gerückt, so dass auch kein falsches Bild zu eben jenem „historischen Dresdner Tastenduell“ aufkommen kann.

Ich kann für dieses Buch einfach nur meine Empfehlung geben.

Veröffentlicht am 30.09.2018

Ein etwas anderer Wettkampf

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Dresden 1717: Jean-Baptist Volumier, der Konzertmeister und Direktor der französischen Hofmusik in Dresden, soll für König August den Starken ausgerechnet seinen Konkurrenten und Landsmann Louis Marchand ...

Dresden 1717: Jean-Baptist Volumier, der Konzertmeister und Direktor der französischen Hofmusik in Dresden, soll für König August den Starken ausgerechnet seinen Konkurrenten und Landsmann Louis Marchand nach Dresden holen, weil der des französischen Hofes verwiesen wurde. Diese Chance will sich August nicht entgehen lassen. Volumier bangt um seinen Posten, doch dann hat er die zündende Idee. Er bitte auch Bach nach Dresden. Die beiden Virtuosen sollen im Wettstreit gegeneinander antreten. Die beiden würden garantiert versuchen, sich gegenseitig zu übertrumpfen und zu demütigen - er selbst wäre dann der lachende Dritte.

Natürlich verläuft Volumiers Plan nicht so wie erhofft. Marchand schockiert ihn. Der ist nämlich mindestens ein genau so großer Lebemann wie Künstler und lässt sich nur mit viel Geld locken. Auch in Dresden kann er die Finger nicht von den Frauen lassen und handelt allen Beteiligten Ärger ein.
Bach hingegen ziert sich - er musiziere für Gott und nicht die Menschen (erwartet aber ein ordentliches Gehalt und eine Festanstellung). Volumier reibt sich förmlich zwischen Beiden auf. Und dann sind da noch Bachs Schwägerin Friedelena, die den eingefleischten Junggesellen Volumier plötzlich ins Träumen bringt und der Sebnitzer Organist Anton Schulz, der ganz eigene Pläne verfolgt ...

Der Autor Ralf Günther ist bekannt für seine historischen Romane über Dresden, die immer auf einer wahren Person oder Begebenheit beruhen. Auch „als Bach nach Dresden kam“ fußt auf einer solchen, ist aber eine Novelle und kein Tatsachenbericht.
Sehr unterhaltsam und fesselnd beschreibt er Volumiers Bestrebungen, die beiden Größen zum Wettkampf zu bewegen und die Schwierigkeiten, die er dabei zu bewältigen hat. Mir gefällt, wie er die Menschen und meine Heimatstadt Dresden zur damaligen Zeit lebendig werden lässt und z.B. auch die neu erbaute Silbermannorgel in Freiberg einbezieht. Meine Empfehlung für alle Dresden- und Musik-Fans.

Veröffentlicht am 10.10.2018

Nettes Lesevergnügen nicht nur für Musikfans

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Im Jahre 1717 arbeitet Jean Baptiste Volumier als musikalischer Direktor für die französische Hofkapelle bei August dem Starken in Dresden.
Nachdem seinem Herrn die Tastenkunst des französischen Musikers ...

Im Jahre 1717 arbeitet Jean Baptiste Volumier als musikalischer Direktor für die französische Hofkapelle bei August dem Starken in Dresden.
Nachdem seinem Herrn die Tastenkunst des französischen Musikers Machand sehr zusagt und er den Auftrag bekommt, Marchand zu einem Vorspielen nach Dresden zu holen, fürchtet er um seinen Job.
Daher ersinnt er einen Plan, den er beharrlich verfolgt: nämlich die Organisation eines Wettstreits zwischen Marchand und Bach in Dresden.


Meine Meinung:
Das kleine Büchlein von Ralf Günther ist ein schönes Lesevergnügen.
Die Geschichte des Tastenduells und seiner Organisation durch Volumier wird sehr plastisch und authentisch beschrieben, so dass man sehr schnell in die Handlung findet.
Die Mühen des Reisens, die Volumier auf sich nehmen muss, um zu Marchand und weiter zu Bach etc. zu reisen, sind so detailliert beschrieben, dass man den Staub und die Unbequemlichkeit gut nachfühlen kann. Auch die Schauplätze werden so gut dargestellt, dass man sich das Dresden oder Brüssel im 18. Jahrhundert gut vorstellen kann.
Die handelnden Personen haben mir auch gut gefallen, denn neben den Hauptpersonen kommen auch am Rande die eine oder andere Dame als „Farbklecks“ vor.
Natürlich kommt auch die Musik nicht zu kurz.
Ohne zu viel zu verraten, kann ich anmerken, dass mich das Ende einigermaßen überrascht hat.


Fazit:
Insgesamt hat mir das kleine Büchlein gut gefallen und es hat mir ein paar vergnügliche und auch lehrreiche Stunden beschert.